Von iPads, eBooks & Virtual Classrooms. Lerntechnologien #opco11

Die­ser Arti­kel ist mein ers­ter(?) Bei­trag zum deut­schen Open­Cour­se #opco11, über den ich letz­tens noch so geschimpft habe. Er passt also nicht so ganz in den übli­chen Arti­kel­strom die­ses Blogs. Das möge man mir nach­se­hen… Das The­ma des Arti­kels ent­spricht dem The­ma des #opco11 die­se Woche — und jetzt aber los:

Lern­tech­no­lo­gi­en — es gibt eini­ges an Tools in den Wei­ten des Webs. Mar­tin Kurz hat in sei­nem Blog viel zu sei­ner Nut­zung von Mood­le im Unter­richt geschrie­ben — ich war dabei nie so kon­se­quent wie er. Über die Jah­re habe ich mit vie­len Tools expe­ri­men­tiert und dabei immer anhand von kon­kre­ten Gegen­stän­den Erfah­run­gen gesam­melt und oft auch geb­loggt. Es ist für mich an der Zeit zu dem zu wer­den, wofür Horst Sie­vert einen Namen gefun­den hat — zu einem Chan­ge Agent.

Bevor ich das hier vor Ort tat­säch­lich ange­he — die ers­te Wei­che ist schon gestellt, möch­te ich eini­ge Geschich­ten zu mir, mei­nem Unter­richts­er­le­ben und bekann­te­ren Web2.0-Tools erzäh­len. Da viel zu sagen und im Rah­men von #opco11 noch zu lesen ist, for­mu­lie­re ich nur Impul­se und ver­wei­se auf die Arti­kel mei­nes Blogs, dem mei­nen Gedan­ken ent­stam­men, so dass man nicht alles lesen muss. Die Abfol­ge der Impul­se folgt einem über­ge­ord­ne­ten Arti­kel, der mein Ver­hält­nis zu offe­nen, tei­lof­fe­nen und geschlos­se­nen Tools klärt.

Mood­le

Mei­ne Geschich­te zu Mood­le gibt es auch. Mood­le ist zunächst ein­mal ein Sys­tem, das dem ein­fa­chen Nut­zer alles ver­bie­tet, was der Trai­ner nicht aus­drück­lich erlaubt. Das ist gewis­ser­ma­ßen sei­ne Natur im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand. Mood­le hat mir vie­le gute Diens­te geleis­tet und tut dies auch heu­te noch. Um schnell ein­mal ein anony­mes Feed­back zusam­men­zu­kli­cken oder einen Absprung­punkt für eine Rei­se ins Netz zu fin­den, für Bereit­stel­lung von Mate­ria­li­en für Fach­schaf­ten oder Kol­le­gen, dafür nut­ze ich das Sys­tem auch heu­te noch hin und wie­der. Mood­le ist nach mei­ner Erfah­rung im Unter­richt ein schwer­fäl­li­ger Wagen, den man immer­zu schie­ben muss — weil es sich als Gan­zes eben kaum am Ler­ner ori­en­tiert. Selbst erfah­re­ne Net­zu­ser unter mei­nen Schü­lern sit­zen vor dem Sys­tem erst­mal mit vie­len Fra­ge­zei­chen.

Den­noch: Ich den­ke, dass wir Mood­le in der Schu­le als Brü­cken­tech­no­lo­gie noch brau­chen wer­den, gera­de weil sich bestehen­de Schul- und Unter­richts­struk­tu­ren damit 1:1 abbil­den las­sen. Dies gibt den­je­ni­gen viel­leicht die Sicher­heit, die den neu­en Medi­en eher skep­tisch gegen­über­ste­hen. Und auch hier ist Mood­le noch längst nicht eta­bliert oder als Werk­zeug all­täg­lich.

Blogs

Blogs und Wikis sind ganz anders als Mood­le. Sie erschlie­ßen sich dem Nut­zer weit­ge­hend intui­tiv und sind so viel spon­ta­ner zu nut­zen als eine VLE-Gigant wie Mood­le. Aber auch hier gilt für mich, dass der Satz „blog­ge doch mal mit dei­nen Schü­lern” viel zu kurz greift. Es gilt, immer eine Waa­ge zu fin­den zwi­schen dem Abge­ben von Ver­ant­wor­tung und dem Alleinelas­sen. Einen Fünft­kläss­ler allei­ne vor ein lee­res Blog zu set­zen — am bes­ten noch bei einem Blog­dienst — das ist ein Alleinelas­sen in mei­nen Augen. Zu mei­nen Erfah­run­gen mit Blogs gibt es eine gan­ze Arti­kel­rei­he. Zen­tra­le Vor­aus­set­zung für die erfolg­rei­che Arbeit mit Blogs ist die Lösung des Rezep­ti­ons­pro­blems. Des­we­gen blog­ge ich mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern bis­her noch nicht öffent­lich und immer im Klas­sen­ver­band. Wenn ich vie­le Inhal­te habe, kann ich mir auch Struk­tu­ren zu deren Orga­ni­sa­ti­on über­le­gen — hier bie­tet sich erwei­ter­tes Lern­po­ten­ti­al.

Den Blog­wa­gen muss­te ich dabei nie schie­ben. Die SuS haben sich die­sen Raum selbst­stän­dig auch erobert. Lei­der konn­te ich bis­her nicht immer aus­rei­chend dabei am Ball blei­ben.

Blogs kön­nen für mich vie­le Din­ge bes­ser als es Mood­le kann. Wer schon ein­mal Haus­auf­ga­ben mit Mood­le ein­ge­sam­melt hat, bekommt eine Kri­se: Es braucht unzäh­li­ge Klicks, bis man alles zusam­men hat — dann schlägt man sich mit unter­schied­lichs­ten Datei­for­ma­ten her­um und und und… Haus­auf­ga­ben­tex­te kom­men bei mir ein­fach in ein Blog und dann wird kom­men­tiert per orga­ni­sier­ter Rezep­ti­on. Ich brau­che für Rück­mel­dun­gen Stun­den. Ein Lern­grup­pe schreibt in 45 Minu­ten jedem Lern­grup­pen­mit­glied drei bis vier Feed­backs (Kom­men­tar­funk­ti­on), die im Kern das Glei­che leis­ten, wenn die SuS durch den vor­an­ge­hen­den Unter­richt gut vor­be­rei­tet sind.

Ether­pad & Goog­le­Docs

Da sich bei­de Tools auch anonym nut­zen las­sen, kom­bi­nie­re ich sie ger­ne mit Blogs. Es wird mit die­sen Werk­zeu­ge mög­lich, was vor­her nie in eine Stun­de gepasst hät­te: Das Schrei­ben und die Kon­zep­ti­on eines län­ge­ren Tex­tes — simul­tan, koope­ra­tiv. In Ver­bin­dung mit einem Smart­board wer­den sogar inter­ak­ti­ve, schü­ler­zen­trier­te „Tafel­bil­der” mög­lich. Span­nend. Ich hat­te es kürz­lich über­legt, die Anony­mi­tät auf­zu­bre­chen, weil sie doch auch Pro­ble­me mit sich bringt, z.B. Van­da­lis­mus bzw. unbe­ab­sich­tig­tes Löschen (hät­te ich einen Account­na­men, könn­te ich z.B. leich­ter Vor­ver­sio­nen wie­der­her­stel­len). Unser Schul-EDV-Sys­tem ermög­licht aber ein Ver­fah­ren, wel­ches auch dem Daten­schutz voll gerecht wird, weil ich für die Anmel­dung bei z.B. Goog­le­Docs auch Fake­an­ga­ben (Mai­la­lia­se) in unse­rem LDAP hin­ter­le­gen kann, die dann genutzt wer­den — mal sehen.

Maha­ra

Ich bin bezüg­lich Maha­ra noch sehr ver­wirrt — es ist voll­kom­men dia­me­tral zu Mood­le in sei­ner Anla­ge. Es bie­tet glei­cher­ma­ßen Schutz­räu­me wie auch Frei­hei­ten für Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Wenn ein Schü­ler bestimmt, dass ich als Lehr­kraft etwas nicht sehen soll, dann sehe ich es auch nicht — auch der Admin müss­te sich das Gan­ze aus der Daten­bank zusam­men­klau­ben. Das führt zu manch­mal abstru­sen Situa­tio­nen, wenn SuS Feed­back von ande­ren wol­len, das aber nicht bekom­men, weil sie schlicht und ergrei­fend ver­ges­sen haben, ihre Ansich­ten für Drit­te zugäng­lich zu machen. Die Soci­al­Net­work-Funk­tio­nen haben Schü­le­rin­nen und Schü­ler schnell ent­deckt. Ein biss­chen fehlt es mir an einer zen­tra­len Time­li­ne — ledig­lich die eige­ne Ein­stiegs­an­sicht kann man sich nach Belie­ben zusam­men­kli­cken — selbst dann bekommt man aber nicht alles mit.

Maha­ra ist mit Mood­le kop­pel­bar — das haben wir bei uns an der Schu­le auch rea­li­siert, sodass Funk­tio­na­li­tä­ten bei­der Sys­te­me zur Ver­fü­gung ste­hen — selbst gestan­de­nen web­af­fi­nen KuK ist aber Maha­ra immer noch ein Rät­sel — weil es viel­leicht eben radi­kal Ver­ant­wor­tung auf SuS über­trägt und „man” als Leh­ren­der da nicht viel orga­ni­sie­ren kann und muss — das machen sie schon selbst. Kon­troll­ver­lust.

Face­book

Mei­ne Posi­ti­on dazu steht bei Mar­tin. Ich kann nur als Tech­ni­ker dar­auf schau­en. Und Tech­ni­ker sind meist eher prag­ma­tisch denn eupho­risch. Mit iDin­gens-Pro­duk­ten geht es mir ähn­lich…

So viel?

Ich bin ein leid­lich begab­ter Linu­x­ad­mi­nis­tra­tor. Ohne Kennt­nis­se von grund­le­gen­den Ser­ver­diens­ten hät­te ich unse­re Web­land­schaft für unse­re Schu­le nie auf­bau­en kön­nen. Wir haben auf dem Schul­ser­ver Mood­le, Maha­ra, Ether­pad, Mail­ac­counts für alle, einen zen­tra­len Ver­zeich­nis­dienst (LDAP) usw.. Das ist die Aus­nah­me. Des­we­gen sind ja so vie­le Leh­rer als Ein­zel­kämp­fer auf freie Ange­bo­te ange­wie­sen. Was ich über den Schul­ser­ver nicht rea­li­sie­ren kann, mache ich mit pri­va­ten Res­sour­cen — ich bin so ein Typ, der Blogs in fünf Minu­ten via Kon­so­le auf­setzt oder Mood­le per Script updaten könn­te. Auf die­sem Gebiet ist in Deutsch­land noch viel zu tun. Es muss viel mehr zen­tra­le Ange­bo­te für Schu­len geben — nicht von Fir­men, son­dern durch den Dienst­her­ren (der sich dann ja Know-How von Fir­men ein­kau­fen kann).  

Vortragsprojekt mit Mahara

In einer mei­ner Unter­stu­fen­klas­sen habe ich ein Vor­trags­pro­jekt durch­ge­führt, wel­ches vom Auf­bau her stark dem Rede­pro­jekt in mei­ner neun­ten Klas­se ähnel­te. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler konn­ten ihr The­ma frei wäh­len, soll­ten ca. fünf Minu­ten frei vor Publi­kum spre­chen und dabei drei Bil­der auf Over­head­fo­lie sinn­voll ein­bin­den. Vor­be­rei­tet wur­den die Vor­trä­ge teils auch in mei­ner Abwe­sen­heit in Maha­ra. Dabei kom­men dann sol­che Ansich­ten her­aus:

Die SuS gestal­ten dabei sehr eigen­stän­dig und haben dort auch ihren Vor­trag schrift­lich fixiert. Maha­ra ist ziem­lich intui­tiv zu bedie­nen, inte­griert gän­gi­ge Medi­en­for­ma­te per Maus­ge­schub­se und ermög­licht neu­er­dings auch ande­re Grund­lay­outs als das drei­spal­ti­ge. Das hat mich über­zeugt.

Gut gelun­gen war auch mein Ein­lei­tungs­trai­ning — wir haben viel über Alter­na­ti­ven zu „Also ich habe mir das The­ma xy aus­ge­sucht, weil ich es…” gespro­chen, z.B. „Moto­ren­ge­räusch, Män­ner in ölver­schmier­ten Anzü­gen, Hek­tik, Ben­zin­ge­ruch — das ist…”. Auf jeden Fall soll­te man das Ein­damp­fen des Vor­trags in Stich­wor­ten und die Ein­bin­dung von Bil­dern in der nächs­ten Run­de noch mehr in den Blick nehmen.Die Copy­right­pro­ble­ma­tik moniert übri­gens Maha­ra schon wäh­rend des Uploads recht klar.

Die Vor­trä­ge wur­den auf­ge­zeich­net und ich darf anhand der Auf­nah­men und der Maha­r­aan­sicht eine Bewer­tung nebst einer klei­nen Rück­mel­dung ersin­nen — mal sehen. Ich habe in die­ser Run­de ca. 40 Foli­en aus­ge­druckt, weil ich zu faul war, einen Bea­mer zu besor­gen — das geht medi­al noch bes­ser… 25 Vor­trä­ge erfor­der­ten etwa eine Woche Unter­richts­zeit.

Schule und das Kommunikationsproblem

Zet­tel über­flu­ten mein Fach. Weg­wer­fen kann ich unge­öff­net nur den Ver­lags­wer­be­mist — wür­den die mir ein­mal im Jahr ein Buch schen­ken, käme es sie güns­ti­ger und ich sähe mich in der  dadurch aus­ge­lös­ten posi­ti­ven Stim­mung viel­leicht auch mal wirk­lich auf deren Web­sei­ten um.

Alle Jah­re wie­der kom­men die glei­chen Zet­tel: Eltern­sprech­tag, Hin­wei­se zur Lei­tung von Zeug­nis­kon­fe­ren­zen, irgend­was unter­schrie­ben Ein­zu­sam­mel­des, eine freund­li­cher­wei­se enga­giert orga­ni­sier­te Thea­ter­auf­füh­rung in der Schu­le, Abmel­dun­gen vom Unter­richt, abzu­ge­ben­de Zusatz­auf­ga­ben, Zet­tel­chen mit Auf­ga­ben für zu beauf­sich­ti­gen­de Klas­sen, teil­wei­se aus­ge­druck­te(!) E-Mails irgend­wel­cher Web-Start­ups, die Abrech­nung der Bei­hil­fe, Post vom der OFD bei Besol­dungs­än­de­run­gen, Hil­fe­ru­fe der KuK zum Schul­netz­werk, Ver­band­sin­fos, hin und wie­der Pro­be­ex­em­pla­re von Übungs­heft­chen und und und… Ich muss es lee­ren, ich muss es anschau­en, ich muss es gewich­ten und ich muss immer wie­der zum Papier­müll ren­nen. Scha­de um die Bäu­me, die dafür ver­ar­bei­tet wur­den. Die­se Form der Kom­mu­ni­ka­ti­on ist nicht lust­brin­gend, weil sie ein­sei­tig bleibt und ich abge­se­hen von der not­wen­di­gen Hie­ar­chi­sie­rung zur Pas­si­vi­tät ver­dammt bin.

Ich habe die Tage mit mei­nen SuS oft vor Maha­ra geses­sen. Da gibt es ein Dash­board. Er stellt mir über­sicht­lich dar, was es an Neu­ig­kei­ten seit mei­nem letz­ten Besuch gibt. Das meis­te könn­te ich auch per RSS in mei­nen Feed­re­ader prü­geln und ich kom­me ange­regt durch Felix’ letz­ten Arti­kel ins Träu­men…

Ers­te Woche im Schul­jahr

Der Admi­nis­tra­tor hat eine fri­sche Maha­ra­in­stal­la­ti­on auf­ge­setzt. Alle Lehr­kräf­te log­gen sich über das Lehr­kräf­te-Mood­le via SSO ein und fin­den durch Fach­ob­leu­te ein­ge­rich­te­te geschlos­se­ne Grup­pen vor, in denen sie ihre Mit­glied­schaft bean­tra­gen. Jeder Klas­sen­leh­rer rich­tet eine Grup­pe für sei­ne Klas­se ein, der alle KuK in der Lern­grup­pe bei­tre­ten. Wei­te­re Grup­pen bil­den sich im Schul­jahr nach Bedarf.

Im Schul­jahr

In den Foren der Grup­pen wer­den Infor­ma­tio­nen bekannt­ge­ge­ben, die für die jewei­li­ge Grup­pe rele­vant sind — wenn z.B. ein­zel­ne SuS feh­len, wenn ein päd­ago­gi­sches Pro­blem auf­tritt, wenn es gemein­sa­mes Ver­hal­ten in der Lern­grup­pe oder Fach­schaft abzu­stim­men gilt, wenn gemein­sam durch die Fach­schaft im Schulether­pad ein Kon­zept zu erstel­len ist, Anla­gen zu den immer noch stat­fin­den­den Fach­schafts­sit­zun­gen — eben alles Din­ge, für die man sich meist müh­sam syn­chron tref­fen müss­te. Auch kön­nen Ansich­ten erstellt wer­den zu Unter­richts­kon­zep­ten, Mate­ria­li­en usw. — ein inhalt­li­cher Aus­tausch. Der Ver­tre­tungs­plan ist als Teaser per Plug­in mit in die Dash­board­an­sicht inte­griert. Die Schul­lei­tung kann Infor­ma­tio­nen gezielt an die jewei­li­gen Grup­pen z.B. durch einen Foren­ein­trag wei­ter­ge­ben — z.B. eine Ände­rung im Stun­den­plan oder im Klas­sen­kol­le­gi­um. Sie muss genau wie das Büro nicht mehr müh­sam das Leh­rer­zim­mer nach dem betrof­fe­nen Kol­le­gen durch­fors­ten und z.B. sei­ne Pau­sen­zeit in Anspruch neh­men.

Wei­te­re Visio­nen

  • Ver­net­zung über MNET mit einem Eltern- und Schü­ler­sys­tem
  • Nut­zung der Kalen­der­funk­ti­on (Grup­pen­ter­mi­ne)

Wor­an wird das schei­tern?

Auch das steht, dies­mal aller­dings in einem Kom­men­tar zu Felix’ Arti­kel: Eini­ge KuK wer­den sich schlicht wei­gern, denn:

  • sie wol­len nicht zeit­nah infor­miert sein
  • sie wol­len nicht täg­lich den Rech­ner anwer­fen
  • sie wol­len sich nicht in das neue Sys­tem ein­ar­bei­ten
  • sie bezwei­feln des­we­gen in einem Stell­ver­tre­ter­krieg die recht­li­che Ver­bind­lich­keit die­ses elek­tro­ni­schen Ver­fah­rens
  • ihr Blick ist auf die anfäng­li­che hohe Lern­kur­ve und nicht auf den resul­tie­ren­den Zeit­ge­winn und die Ent­las­tung fokus­siert
  • sie emp­fin­den den per­sön­li­chen Kon­takt mit Men­schen als ange­neh­mer
  • sie sehen nicht, dass gera­de durch ein sol­ches Sys­tem mehr Raum für per­sön­li­che Kon­tak­te besteht
  • sie haben Angst, in die­sem Sys­tem Feh­ler zu machen, die Schwä­chen zei­gen — das hat Schu­le stets bestraft

Ach­so:

  • Wir haben SuS und KuK in getrenn­ten LDAP-Bäu­men orga­ni­siert
  • Wir haben Maha­ra via SSO mit dem Schul­mood­le gekop­pelt
  • Wir haben einen Ver­tre­tungs­plan im Netz, das Script zum Pipen für Maha­ra ist so auf­wen­dig nicht
  • Wir haben auto­ma­ti­siert gene­rier­te Schul-E-Mail­ac­counts via LDAP (SuS und KuK)
  • Wir haben ein Schulether­pad
  • Wir haben zu wenig Res­sour­ce Mensch, um KuK zu schu­len und zu beglei­ten, ihnen Ängs­te zu neh­men und ihnen die Vor­tei­le erfahr­bar zu machen. Damit wer­den wir an den Ein­wän­den schei­tern.

Bevor es kommt…

Ich glau­be nicht, dass das mit Mood­le ähn­lich gut funk­tio­niert, die Mood­le kaum Frei­heit bei der Gestal­tung sei­ner Struk­tur und Nut­zer­or­ga­ni­sa­ton gewährt. Das muss fast immer der Admin erle­di­gen. Damit fällt ein Spaß­fak­tor kom­plett weg.

Mahara: Erste Anwendungsszenarien

Ich arbei­te zur­zeit sehr viel mit Blogs ( hier, hier, hier und hier ). Die­se sind vor­erst nicht öffent­lich, jedoch gibt es bereits schö­ne Pro­duk­te dar­in. Die­se bie­ten vor allem für stil­le­re SuS eine Chan­ce, zu einer pas­sa­ble­ren „sons­ti­gen Leis­tung” zu gelan­gen als es mit der rei­nen Mit­ar­beit im Unter­richt für sie per­sön­lich wahr­schein­lich zu errei­chen wäre. Bei uns schlum­mert immer noch eine Maha­ra­in­stal­la­ti­on vor sich hin, die via MNET mit unse­rem Schul­mood­le gekop­pelt ist.

Ich habe in die­ser Woche vor den Halb­jah­res­zeug­nis­sen noch ein­mal nach­ge­dacht, ob sich das in Zusam­men­hang mit mei­nen Blo­gak­ti­vi­tä­ten nicht nut­zen lie­ße. Maha­ra ermög­licht den SuS auf sehr ein­fa­che Wei­se, soge­nann­te Ansich­ten anzu­le­gen. Eine Ansicht besteht immer aus drei Spal­ten, die mit ver­schie­den­ar­ti­gen Blö­cken befüllt wer­den kön­nen. Hier ein­mal ein Bei­spiel:

Man zieht die Blö­cke ein­fach mit der Maus (oder dem Touch­screen) aus den obe­ren Bereich in den unte­ren und kann so kin­der­leicht alle Arten von Medi­en ein­bet­ten, Tex­te schrei­ben… — qua­si eine Art digi­ta­les Pla­kat erstel­len. Klar ist das Lay­out arg ein­ge­schränkt, aber dafür kom­men auch unbe­darf­te Natu­ren recht intui­tiv damit zurecht. Ich erpro­be zwei Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten:

  1. Mate­ri­al­samm­lung und -hier­ar­chi­sie­rung für einen Kurz­vor­trag (Klas­se 6)
  2. Best-of-Com­pi­la­ti­ons” aus den eige­nen, gelun­gens­ten Blog­tex­ten, unter­malt mit Bil­dern, Wiki­pe­di­alinks, Vide­os…

Wenn man kon­se­quent mit klei­ne­ren Infor­ma­ti­ons­ar­te­fak­ten in den Blö­cken arbei­tet, erhält man durch­aus fle­xi­ble, anschau­li­che Ergeb­nis­se. Vie­le SuS gehen noch sehr line­ar an die Sache her­an und nut­zen z.B. ledig­lich die mitt­le­re Spal­te. Ich bin noch nicht ganz sicher, inwie­weit das einen Mehr­wert zu Blogs dar­stellt — zumin­dest ist die Nut­zung exter­ner Quel­len (You­Tube, Vimeo, RSS…) bedeu­tend leich­ter mit Maha­ra. Die Ansich­ten kön­nen für das Kopie­ren durch ande­re (Über­ar­bei­tung, Wei­ter­nut­zung) frei­ge­ge­ben wer­den, der Nut­zer bestimmt, wer die jewei­li­ge Ansicht sehen kann… Die Gru­pen- und Soci­al­net­wor­king­funk­tio­nen bedür­fen kei­ner­lei Ein­füh­rung — das ken­nen die SuS irgend­wo­her.

Moodle, MNET, SSL

Mood­le kann mit ande­ren Sys­te­men so gekop­pelt wer­den, dass Benut­zer naht­los zwi­schen ihnen wech­seln kön­nen, ohne dass sie es mer­ken. Kon­zep­tio­nell ist Mood­le damit Pro­jek­ten wie Dia­spo­ra von der Idee schon längst vor­aus gewe­sen. In „Mood­le-Sprech” heißt die­ses Fea­ture MNET, nutzt aber im Grun­de genom­men einen stan­dar­di­sier­ten SSO-Mecha­nis­mus auf Basis von XMLRPC dazu. Meh­re­re Mood­le­sys­te­me las­sen sich so zu einer gro­ßen Fami­lie zusam­men­fas­sen: So kann z.B. die Klas­se XY von mei­ner Schu­le direkt den Kurs von Leh­rer Lem­pel auf dem Sys­tem von Leh­rer Lem­pels Schu­le nut­zen — d.h. man kann schul-, bun­des­land- bzw. euro­pa- oder sogar kon­ti­nent­über­grei­fend zusam­men­ar­bei­ten, ohne die Kon­trol­le über die eige­nen Daten zu ver­lie­ren. Zusätz­lich sind Sprün­ge über Appli­ka­tio­nen hin­weg mög­lich: Auch Maha­ra oder Elgg — Sys­te­me, die kon­zep­tio­nel­le Nach­tei­le von Mood­le aus­glei­chen, z.B. die feh­len­de Schü­ler­zen­trie­rung — las­sen sich über MNET-Funk­tio­nen anbin­den. Selbst für die Goo­g­le­Apps-Fami­lie ist ein ent­spre­chen­des Plug­in ent­wi­ckelt — ich bin bei letz­te­rem noch vor­sich­tig, obwohl es immer ver­lo­cken­der wird.

Ich war lan­ge Zeit sehr miss­trau­isch MNET gegen­über — ich hat­te vor allem Sor­ge um die Art der Daten­über­tra­gung bzw. deren Sicher­heit. Das ist aber unnö­tig, da MNET ein asym­me­tri­sches Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren nutzt — hier am Bei­spiel der Kopp­lung zwi­schen Maha­ra und Mood­le:

Wei­ter­le­sen

1 2