Lernplattformen

Vorbemerkung:

Ich äußere hier meine Sicht und meine Meinung zum Thema Lernplattformen, die sich allein auf meinem persönlichen Erfahrungswissen gründet. Auch ich kenne Schulen, an denen es mit einer Lernplattform gut läuft und auch ich denke, dass in bestimmten Konstellationen eine Lernplattform ggf. hilfreich für Schulentwicklung sein kann.

Warum ich Lernplattformen sehr kritisch sehe

Lernplattformen wie Moodle, Commsy oder auch kommerzielle Varianten wie itslearningWebweaver, Google Classroom und iTunes U stellen eine virtuelle Lernumgebung bereit.

Das Prinzip ist fast immer gleich: Ein zentrales Login ermöglicht Zugriff auf bestimmte Funktionen, die sich gruppieren und strukturieren lassen, z.B. kann ich innerhalb von Moodle sogenannte Kurse anbieten, die diverse Funktionen bereitstellen, etwa ein Forum, Arbeitsmaterialien, eingebettete Medien, Onlinetests u.v.m.. Diese Kurse kann ich teilen, exportieren, wiederverwerten, gemeinsam mit anderen Lehrkräften entwickeln. Darüberhinaus werden zunehmend Kurationstools eingesetzt, etwa bei iTunes U: Ich kann ähnlich wie bei paper.li Webinhalte auf einer speziellen Seite zusammenstellen – quasi ein Webquest auf multimedial.

Das hört sich erstmal prima an. Ich war in Deutschland lange Zeit sehr aktiv in der Moodleszene und hatte als Berater Zugriff auf zahlreiche Testinstallationen kommerzieller Produkte. Ich bin kein Maßstab, weil ich zentralisierte Dinge für die Arbeit mit digitalen Medien nicht mehr benötige, aber keine der Teststellungen und keine meiner Testinstallationen in den letzten Jahren hat mich in irgendeiner Weise dazu gebracht, Spaß oder Freude bei der Arbeit mit dem jeweiligen System zu empfinden.

Das ist ja auch nicht zwingend notwendig, aber dazu kam, dass auch der für mich sehr typische pragmatische Zugang auf keiner der Lernplattformen möglich war: Sie kosteten mich einfach nur Zeit durch die komplizierte Bedienung, die vorgegebenen Strukturen, das oft haarsträubende Dateimanagement, die proprietären Schnittstellen – und ich halte mich selbst für einen mittelmäßig begabten Anwender (das ist etwas völlig anderes als ein Techniker oder Administrator). Es gibt eine Reihe von Werbeaussagen zu Lernplattformen, die ich im Folgenden einmal aufs Korn nehmen möchte:

1. Eine Lernplattform bietet schulweit einen geschützten Raum mit klar definierter Benutzerführung

Das stimmt von einem technologischen Standpunkt aus. Hypothetisch bietet sie das. „Schulweit“ bedeutet für mich, dass alle Lehrkräfte in diese Plattform eingewiesen sind und regelmäßig im Unterricht mit ihr arbeiten. Nur so entwickeln sich Routinen im Alltag. Tatsächlich höre ich von Schulen, in denen Lernplattformen „eingeführt“ sind, ganz oft ganz andere Dinge. „Schulweit“ bedeutet in der Realität oft genug „drei oder vier besonders aktive Lehrkräfte mit ihren Lerngruppen“.

„Schulweit“ ist eine Haltung, die schon vorhanden sein muss, bevor eine Lernplattform ihr unterstützendes Potential überhaupt entwickeln kann.

„Einfach mal machen“ führt oft genug lediglich dazu, dass eine Lernplattform 1:1 die Strukturen an einer Schule abbildet – somit ist sie für mich dann zwar ein tolles Beratungsinstrument, aber oft genug sehr bald für die Schule selbst eine zusätzliche Belastung.

Man sieht das recht hübsch an den Diskussionen im deutschen Forum auf moodle.org. Immer noch drehen sich gefühlt 90% der Fragen um Sperren, Einschränken, Bewertungsraster feintunen und ähnliche Dinge.

Wenn ich versuche, in Richtung  „schulweit“ zu beraten, kommt seltsamerweise am Schluss oft eben nicht die Entscheidung für eine Lernplattform dabei heraus, sondern erstmal sowas in die Richtung wie Dateiaustausch, Termine, E-Mail – also typische Cloudfunktionen. Danach entwickelt es sich oft eher von dem Grundkonstrukt „Lernplattform“ weg.

2. Eine Lernplattform bietet erweiterte Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften durch z.B. Austausch von Materialien, Aufgabenstellungen und Medien

Das stimmt von einem technologischen Standpunkt aus. Hypothetisch bietet sie das. Ich kann z.B. bestimmte Strukturen exportieren und im nächsten Jahr wiederverwenden. Wenn ich einen Kurs zum Thema „Programmieren mit Arduino“ erstellt habe, kann ich diesen darüberhinaus mit anderen Lehrkräften teilen. Bei Moodle kann ich sogar im gleichen Kurs mit verschieden Gruppen gleichzeitig arbeiten, ohne dass diese Gruppen sich gegenseitig sehen. Ich kann das. Was ist mit meinem Kollegen, der nicht einmal weiß, wie er das Bild des Notebooks auf den Beamer bekommt? Der wird schon an der Anmeldung und der Einrichtung eines Kurses in Moodle scheitern – andere Systeme sind da aber tatsächlich entschieden intuitiver.

Wer darüberhinaus schon einmal einen Kurs in einer Lernplattform gebaut hat, weiß, dass das oft Stunden dauert – für mich völlig ineffizient. Zudem will ich ja gerade nicht nur Inhalte bereitstellen, sondern ich möchte mich z.B. im Fach Deutsch mit meinem Fachwissen mit den von SuS erstellten Inhalten auseinandersetzen und sie selbst darüber ins Gespräch bringen.

Wenn ich hingegen Inhalte bereitstellen muss (z.B. im Fach Chemie), dann tue ich das doch nicht auf einer proprietären Lernplattform mit ihren für mich extremst eingeschränkten Im- und Exportfunktionen. Meine Inhalte sind für mich als Lehrer eine essentielle Ressource, mit der ich mich nicht an ein Format binden möchte, was ich nicht selbst kontrollieren kann. Wenn eine Schule z.B. jahrelang bei Anbieter x auf Lernplattform y gearbeitet und der Anbieter dann z.B. die Preisstruktur massiv ändert (das ist kein hypothetisches Setting, sondern das kommt vor!) – sage ich dann als Schule: „Och, jetzt ist zwar die Arbeit von Jahren im System, aber den Preis, nö, den zahle ich nicht und wechsle jetzt zu Anbieter z!“

Meiner Meinung nach unterschätzen viele Anbieter genau diesen Aspekt, weil er selten so klar formuliert wird, aber intuitiv bei vielen Lehrkräften eine sehr große Rolle spielt. Dazu kommt die Angst, dass Materialien durch die digitale Präsenz auf einmal auch beurteil- und evaluierbar werden. Das kann man kritisieren und doof finden. Die Angst bleibt trotzdem.

3. Eine Lernplattform ist ein zentrales Instrument zur Organisation von Kommunikationsprozessen an Schulen und schafft so Transparenz

Das stimmt von einem völlig veralteten technologischen Standpunkt aus. Meist funktionieren Lernplattformen so, dass man sich über eine Weboberfläche einloggen muss, um dann auf eine Art Dashboard zu kommen, was alle relevanten Informationen für mich anzeigt. Oder es gibt eine gesonderte App für ein Mobilgerät (Handy, Tablet), die das für mich erledigt. In meiner Welt (und in der Welt der Mobilgeräte überhaupt) findet Datenaustausch aber recht anders statt:

  • E-Mail über imaps
  • Termine über CalDAVs
  • Dateien über WebDAVs
  • Nachrichten über XMPP (mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung)
  • Kontaktdaten über CardDAVs
  • Inhalte über XML
  • […]

Das sind alles offene Protokolle/Formate, wie sie jeder von uns täglich nutzt ohne es zu wissen, weil irgendeine App das erledigt, die wir entweder vom Hersteller des Betriebssystem übernehmen oder aber selbst bestimmen. Hersteller von Lernplattformen neigen zum überwiegenden Teil dazu, diese offenen, freien und verschlüsselten Standards durch irgendetwas zu ersetzen, das nur zu ihrer jeweiligen Lernplattform passt.

Schlachtung meiner Thesen durch Anbieter

In der Kommunikation mit Anbietern, werden derartige Thesen von mir nicht geschlachtet, sondern in einer ganz bestimmten Art und Weise gekontert.

  • proprietäre Formate sind für die Konsistenz der Daten notwendig. Zudem sind technisch keine übergreifenden Austauschformate möglich (PS: Das XML-Format von Moodle oder WordPress zeigt, dass das wohl schon irgendwie geht)
  • die Schulkultur, die zu der von mir geforderten „schulweit“-Lösung notwendig ist, kann sich ja evolutionär durch Unterstützung mit einer Lernplattform bilden – ohne ginge es ja gar nicht – das sei ja gerade die Verantwortung der Schule (PS: Da liegt der Kern der Arbeit, bei dem eine Lernplattform gerade nicht unterstützt)
  • für die meisten Schulen sind die durch Lernplattformen gebotenen Kommunikationserweiterungen schon Quantensprünge gegenüber der bisherigen Kommunikationskultur (PS: Die Sache wäre wesentlich niederschwelliger zu bewerkstelligen ohne den Umweg über Weboberflächen)
  • Lernplattformen lassen sich durch Zusatztools hervorragend ergänzen und in ihren Möglichkeiten erweitern – Moodle etwa durch das schülerzentrierte Mahara (PS: Die Integration der dabei entstehenden Inhalte in die ursprüngliche Lernplattform ist dann meist eher recht rudimentär implementiert)
  • Lernplattformen haben als Mittel zur Organisation von instruktiven Lernprozessen eine wichtige Rolle

Ich sehe das viel zu negativ, weil ich immer mit der „Kundenbindungspotentialbrille“ auf die verschiedenen Angebote schaue: Ein Anbieter ist auf Wertschöpfung angewiesen – daran ist überhaupt nichts Verwerfliches.

Ich halte die Kundenbindung aber auch für ein Motiv, eben z.B. keine anbieterübergreifenden Im- und Exportstandards zu implementieren – natürlich wird das niemand so offen nach außen kommunizieren.

 

Wie soll man es denn sonst machen?

Das wäre eine eigener Artikel. Deswegen hier nur zwei Thesen:

  • Identity-, Gruppen- und Rollenmanagement gehören nicht in eine Lernplattform, sondern öffentlich organisiert. Durch ACLs wird festgelegt, was die Lernplattform (oder die jeweilige Applikation) lesen/sehen darf und was nicht und welche Rolle wer wo im System erhält.
  • Die zentrale Verwaltung des Identitymanagements gibt jeder Lehrkraft bzw. jeder Schule die Möglichkeit, die Tools einzusetzen, die sie für ihren Unterricht für notwendig hält: Lernplattform, Blog, Wiki, Videokonferenzsoftware – alles werden lediglich „Apps“, die daran anbindbar sind – auf Knopfdruck installiert, mit Nutzern befüllt.

PS: Das geht alles schon und ist auch schon so umgesetzt – allerdings eher auf Firmenebene.

Wasmanie und Komplexitätsreduktion

Bei der Diskussion um Veränderungen in der Schule werden m.E. zwei schwerwiegende Fehler gemacht:

  1. Es gibt viele Definitionen (z.B. Wissensbegriff, Lernbegriff, Medienbegriff) und Formulierungen „wie Schule sein soll“. Ich nenne diese Konzepte „Wasmatisch“ – die beschreiben, was geschehen soll. Es gibt so gut wie keine Transformationsforschung dazu, wie man dahinkommt. Das überlässt man dem System selbst und wundert sich, ja ist manchmal sogar nahezu kindlich-verbockt, wenn da nichts passiert.
  2. Man greift sich Aspekte aus dem System heraus: „Was macht den guten Lehrer aus?“, „Wie muss ein Klassenraum ausgestattet sein?“, „Die zehn besten Apps für den Unterricht – übrigens jede Woche gibt es zehn neue“ usw. – eine isolierte Veränderung einer Komponente wird im System nichts ändern, weil sich selbiges einfach so umkonfiguriert, dass die Auswirkungen der Störung minimiert werden. Man kann z.B. „Tabletklassen“ nicht erfolgreich isoliert denken. Das ist Komplexitätsreduktion.

Ich docke mit diesem Artikel an Herr Larbigs lesenswerte Gedanken zum Ausbleiben der Revolution im Schulsystem an. Spannend ist für mich seine Abkehr von z.B. dem Konzept „iPad-Klasse“, weil meine Einstellung zu solchen Settings über die Jahren benfalls grundlegend anders geworden ist und sich mittlerweile mit der von Thorsten deckt.

Was heißt „das System definiert sich um“?

Mir fällt zur Erklärung kein besseres Beispiel als das Chemische Gleichgewicht ein – ein fundamentales naturwissenschaftliches Konzept.

Ausgangssitation:

Wir haben ein Bällebad, welches in der Mitte geteilt ist. Ein jedem Bällebad befindet sich eine Anzahl von Werfern – ein Team. Die Aufgabe besteht darin, die Bälle aus der eigenen Hälfte möglichst vollständig in die gegnerische zu werfen. Das grüne Team ist das stärkere.

syst_gleichgewicht_01

Nach einer Weile:

syst_gleichgewicht_02

Das grüne Team ist zwar die stärkere, jedoch hat es nach einer Weile im Schnitt weniger Bälle im Feld, die es länger suchen muss. Daher kann es die Bälle nicht so schnell zurückwerfen wie das blaue Team, das zwar schwächer ist, aber viel schneller Bälle zum Werfen findet.

Es kann Situationen geben, in denen die Bälle anders verteilt sind, aber über die Zeit wird sich ein Mittelwert einpendeln – in diesem Fall von 15 Bällen im blauen und 5 Bällen im grünen Feld. In der Chemie würde man jetzt die Anzahl der Bälle im grünen Feld durch die Anzahl der Bälle im blauen Feld teilen und feststellen, dass über die Zeit gesehen eine Konstante dabei herauskommt ( 5:15 = 1/3 ).

Noch ein Nachtrag, der mir im Kontext von Diskussionen der letzten Tage zu diesem Artikel wichtig erscheint: Bezogen auf Schule handelt es sich bei den Spielern im Feld NICHT um Menschen, z.B. Digi-Lehrer gegen Analog-Lehrer oder andere Stereotype. Vielmehr sind abstrakte Kräfte am Werk, z.B. „Reformdruck“ und „Bewahrungsstrategien“. Die Kräfte sind leider oft konträr. Das darf man gerne leugnen, aber das ändert daran nichts. Ein wünschenswertes Miteinander basiert dann auf Dingen wie Verständnis, Ernstnehmen, Interesse auf beiden Seiten – d.h. es geht darum, abstrakte Kräfte zu beeinflussen. Bezogen auf die Chemie ist dieses Bild völlig neutral. Teilchen haben eine Natur, sie „wollen“ nichts, sondern streben lediglich nach der Erfüllung physikalischer Gesetze (z.B. einem energetisch günstigen Zustand) – Was u.U. aber auch für Menschen gilt – aber das ist eine andere Geschichte.

 

Das Wesentliche:

In unserem kleinen System passiert ganz viel – ständig fliegen Bälle hin und her (manchmal mag es sogar scheinen, als gewänne Team grün), aber trotzdem bleibt das Anzahlverhältnis der Bälle in den jeweiligen Feldern im Mittel konstant. Das System befindet sich in einer Art Gleichgewicht. Wir Chemiker nennen das ein dynamisches Gleichgewicht.

Die Störung:

Nun kann es sein, dass ein Spieler des blauen Teams eine Taktik entwickelt, mit der es möglich ist, die Bälle schneller ins andere Feld zu werfen. Diese Taktik wird nun von allen Teammitgliedern adaptiert. Dadurch ändert sich die Bälleverteilung. Aber diese Taktikänderung hat auch Folgen für die Strategie des grünen Teams, das sich auf die nun veränderten Bedingungen einstellt und ja immer noch gewinnen will. Da die Bälleverteilung in den Feldern für die Geschwindigkeit des Zurückwerfens immer noch eine Rolle spielt, kehrt das System irgendwann in seine Ausgangslage zurück.

Auch ein einzelner Teamplayer, der sich ganz besonders anstrengt, verliert irgendwann seine Kraft und wird in seinen Leistungen dann von dem anderen Team mit dann mehr konditionellen Reserven kompensiert.

Das System konfiguriert sich bei Störungen also immer so um, dass die Auswirkungen der Störung minimiert werden.

Das Digitale als Störung

Das Digitale ist eine Störung im (Schul-)System, mit der es (noch) nicht gut umgehen kann. Mit dem Digitalen ist – genau wie z.B. mit einem besonders engagierten Spieler – oft die Hoffnung auf eine Systemänderung verbunden. Das System sucht aber nach Kompensationsmöglichkeiten – nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil genau das seine Natur ist. Typische Kompensationsmöglichkeiten sind:

  • Verbote
  • In meinen Augen viel schlimmer: Übertragung analoger Arbeitsformen in den digitalen Raum

Es gibt m.E. keinen Mehrwert, statt eines Schulheftes ein Blog zu führen, solange man die veränderten kollaborativen Möglichkeiten des Blogs (z.B. Peer-Review, asynchrone Feedbackprozesse etc.) nicht nutzt.

Komplexitätsreduktion

Das System von oben ist unglaublich simplifiziert, da es nur eine Sorte an Bällen gibt und das Spiel ziemlich einfach strukturiert ist. Es könnte ja z.B. auch so sein, dass ein jedem Feld Beutel mit bestimmten Anzahlen verschiedenfarbiger Bälle gepackt werden müssen, die man dann ins gegnerische Feld wirft, wo dann die Beutel wiederum umsortiert zurückgeworfen werden. Dann ist die Systemkonstante nicht mehr durch ein einfache Zählung bzw. Quotientenbildung zu bestimmen, sondern vielleicht durch sowas hier:

    \[ K\textsubscript{(Ausstattung, gesellschaftliche Anerkennung)}=\frac{Ressourcen^4 \cdot Reformabwehr}{Innovationsf{\"a}higkeit \cdot Selbstschutz} \]

Wenn ich in diesem nicht zuende gedachten Beispiel z.B. die Ressourcen erhöhte, wächst eben der Selbstschutzfaktor zur Kompensation. K selbst bleibt konstant – die Auswirkung der „Störung“ ist minimiert.

Man tut aber oft so, als würde sich durch Konzepte, die einen bestimmten Bereich beackern, irgendetwas Substantielles ändern. Damit verkennt man in meinen Augen die Komplexität und die Kompensationskompetenz des Systems vollkommen.

Wenn ich z.B. über eine Präsentationslösung Arbeitsblätter vom Platz der Schüler ausfüllen und präsentieren lasse, mache ich ja nichts Neues, sondern lediglich etwas Analoges 1:1 digital. Die Denkweise hinter dem Arbeitsblatt ändert sich dadurch ja nicht – es wird halt nur etwas bequemer und verspielter im Klassenraum. Die Ausstattung wird verbessert, aber andere Dinge regulieren sich dann einfach anders ein.

Was tun?

Einstein soll angeblich gesagt haben:

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Wenn Schule sich verändern soll, reichen alte geisteswissenschaftliche Strategien wie „Begriffsbildung“, „Beschreibung“, „Analyse“ nicht aus, um den Veränderungsprozess nachhaltig zu implementieren. Es braucht neue Ansätze, auf übrigens sehr vielen gesellschaftlichen Ebenen, z.B. Forschung darüber, wie Transformationsprozesse gelingen können, die man bisher gerne dem System selbst überlässt und diesem dann vorwirft, es „begegne“ den „neuen Herausforderungen“ nicht hinlänglich. Wann wird nicht umhinkönnen, die bequeme (und risikolose) „Wasmanie“ zu verlassen und sich dem „Wie“ zuzuwenden. Ich kann mir natürlich gerne ein neues System wünschen oder eben mit dem arbeiten, was nunmal da ist.

Mailmanagement mit osTicket

Seit langem nervt es mich, dass ich keine klare Trennung zwischen der Bearbeitung von E-Mails und sonstigen Aufgaben  hinbekomme. Mir schreiben viele Menschen E-Mails: Meine Kolleginnen und Kollegen bei Problemen mit unserer Schulserverlösung, Menschen, mit denen ich im Rahmen der Medienberatung zu tun habe. Oft geht es dabei um Terminvereinbarungen, technische Probleme, Erstellung von Ausstattungsvorschlägen, also klassische Themen, die man dem „Supportbereich“ zuordnen kann. Da geht viel durcheinander, sodass ich das eine oder andere auch schon einmal vergesse. Zum Glück gibt es ein Stück Technik, welches genau für diese Anforderung erschaffen wurde, denn Firmen haben im Support genau die gleichen Herausforderungen: Das Ticketsystem. Ich setze dafür das kostenlose Opensource-System  osTicket ein (hier gibt es eine Demo – Login: demo / Passwort: anmelden ).

logo

osTicket sollte auf fast jedem Webspace problemlos laufen, der folgende Bedingungen erfüllt:

  • MySQL-Unterstützung
  • PHP ab Version 5.3
  • PHP IMAP – Modul
  • imap-fähiger E-Mailaccount mit der Berechtigung, eigene Ordner anzulegen

Was ändert sich?

osTicket macht eigentlich technisch genau das, was ein beliebiges E-Mailprogramm wie Outlook oder Thunderbird tut: Es holt die Mails eines Kontos per imap ab, schreibt diese jedoch in eine Datenbank. Jede neue Mail erhält eine Ticket-ID, die automatisch mit in die Subject-Zeile geschrieben wird, wenn ich jemandem antworte. Antwortet mir mein Gegenüber auf diese Mail, erkennt osTicket anhand der Ticket-ID, zu welchem Kommunikationsvorgang die Antwort gehört und weist diesen automatisch zu. Ein Kommunikationsvorgang heißt „Ticket“. Das ist erstmal alles.

Hä? Und wo ist da jetzt der Unterschied zu vorher?

Bleibt ein Ticket zu lange liegen (bei mir sind es drei Tage), schreibt osTicket Jammermails und priorisiert das jeweilige Ticket, indem es den Kommunikationsprozess in einer Liste nach oben schiebt. Erst wenn ich antworte, ist wieder für drei Tage Ruhe – ich brauche das.

Wenn ein Prozess abgeschlossen ist, kann ich das Ticket „schließen“. Natürlich wird eine Statistik erstellt (mein Dienstherr mag Statistiken als „Arbeitsnachweis“ und ich habe keinen Bock, die selbst zu erstellen) und ich kann geschlossene Tickets ganz einfach finden, z.B. mit einer Suche nach einem Namen oder einer E-Mailadresse. Damit weiß ich, was ich wie oft mit welcher Person verhackstückt habe.

Und sonst?

Ich kann vordefinierte Antworten anlegen – wenn eine Schule z.B. über unsere Medienzentrum eine Homepage hosten und betreuen lassen möchte, ähneln sich die Prozesse doch sehr. Die Antworten klicke ich einfach in die Mail hinein.

Auch für telefonische oder mündliche Anfragen kann ich selbst Tickets eröffnen. Da alle Prozesse in osTicket mehrbenutzerfähig sind, wüssten z.B. auch Kolleginnen und Kollegen von mir, wo ich gerade stehe.

Wer es mag, kann osTicket auch mit Android und Co. über eine App managen. Das ist für mich und meinen Workflow aber eher ein Nachteil. Ich setze mich lieber gezielt 1-2x am Tag an einen Rechner und arbeite den Kram dann konzentriert ab.

Außerhalb meiner Arbeitszeit gibt es eine höfliche, aber bestimmte Mail, die den Empfang bestätigt, aber dann auf z.B. Montag vertröstet.

Und nicht zuletzt: Das Backup einer MySQL-Datenbank ist auch viel performanter als dasjenige tausender Fitzeldateien auf der Festplatte.

Und der E-Mailclient zu Hause?

osTicket löscht normalerweise empfangende Mails auf dem Server, kann aber diese auch in einen imap-Unterordner verschieben. Wenn sich eine wirklich private Mail auf einen Dienstaccount verirrt, kann ich sie immer noch aus dem Archivordner heraus ganz normal ohne Ticket-ID persönlich mit der privaten Mailadresse beantworten.

 

Als Interner das eigene System beraten

Auf dem EduCamp in Stuttgart habe ich beiläufig erwähnt, dass ich an meiner Schule zwar die IT manage und deren Weiterentwicklung plane, in pädagogischen und strukturellen Fragen aber keine aktive Rolle einnehme – die Reaktion war mehr oder minder blankes Unverständnis:

„Es ist doch deine Arbeitsumgebung, es ist deine Schule, da bist du doch verantwortlich!“.

Warum das bei mir so ist, erfordert eine kleine Geschichte, die nicht von mir stammt, sondern aus einem Blog einer hochsensiblen Persönlichkeit.

Ihr seid Beifahrer auf der Autobahn, und plötzlich streikt der Wagen! Es wird rechts rangefahren, der Motor wird abgestellt, und man steigt aus um zu gucken was los ist…

Du: „Guck mal, der Reifen ist platt, den müssen wir wechseln!“
Fahrer: „Oh man, was ist denn jetzt los?“
Du: „Der Reifen ist platt, einfach mal wechseln, dann geht’s weiter!“
Fahrer: „Gerade eben fuhr der Wagen doch noch“
Du: „Ja, aber jetzt ist der Reifen platt! Komm, wir wechseln den!“
Fahrer: „Hast DU ’ne Ahnung was los ist? Du bist doch angeblich so gut“
Du: „Ja, der Reifen! Der muss gewechselt werden!“
Fahrer: „Ach Quatsch, was für ein Reifen! Ich glaube der Aschenbecher ist voll, vielleicht liegt’s daran!“
Du: „Nein, es ist der Reifen!“
Fahrer: „Ich hab gar nicht gemerkt was mit dem Aschenbecher los war!“
Du: „Der REIFEN!“
Fahrer: Du musst ja jetzt nicht laut werden, ich such ja schon das Problem!“
Du: „Es ist der gottverdammte R-E-I-F-E-N!“
Fahrer: „Ich glaube, ich hätte den Aschenbecher mal vorm losfahren leer machen sollen!“
Du: „…“
Fahrer: „Hättest Du mich aber auch mal dran erinnern können! Du immer mit Deinem blöden Reifen“
Du: „Es ist aber nun mal der Reifen, der Reifen, der gottverdammte Reifen! Sieh auf den Reifen!“
Fahrer: „Mal ehrlich, glaubst Du es könnte auch der Reifen sein?“
Du: „Ja, verdammt nochmal, das sag ich doch die ganze Zeit“
Fahrer: „Oh man, wer kommt schon drauf dass es der Reifen sein könnte? Hättest mich aber auch ruhig mal fragen können ob der Aschenbecher voll ist, oder nicht… Du interessierst Dich irgendwie überhaupt nicht für meine Probleme… Na komm, jetzt steh da nicht so doof rum, dann wechseln wir mal den Reifen!“

Quelle: http://hsp-gedanken.blog.de/2014/10/20/interessierst-gar-19589428/

Die Geschichte rekontextualisiere ich hier einmal als Bild. Den Fahrer gibt es nämlich nicht. Der Fahrer ist bezogen auf Schule immer ein ganzes System. Ein System besteht aus vielen Menschen und Regeln – viele davon heimlich.

Systeme möchten sich und ihre Regeln erhalten, weil das Sicherheit und Bestätigung schafft. Das ist also nichts per se Böses, sondern ein völlig normaler Selbsterhaltungsreflex. Abgeschlossene Systeme sind in besonderer Weise davon überzeugt, dass ihre Regeln und Verfahren gut und richtig sind. Wenn etwas nicht klappt, liegt das aus Sicht des Systems immer schnell am Verhalten einiger weniger Menschen, nie an Strukturen. Läge es tatsächlich an Strukturen, dürfte es aus Sicht des Systems das Essentielle gar nicht mehr funktionieren. Und das tut es ja. Solange sind andere Wahrnehmungen natürlich falsch.

Das Wesen von Beratung ist für mich aber die Arbeit an Strukturen. Dabei gibt es einige wenige Kernfragen:

  1. Was sind unsere Strukturen?
  2. Wie erfolgreich sind wir mit unseren Strukturen?
  3. An welchem Punkt einer Struktur setzen wir an, damit sich etwas substantiell verändert?

Im eigenen System bin ich Teil der Strukturen. Im besten Falle stabilisiere ich die Struktur gerade dadurch, dass ich etwas aufbaue, gegen das das System sich verteidigen muss – und auch wird! Das System wird jahrelang den Aschenbecher reinigen („Die Wahrnehmung des Beifahrers stimmt nicht!“), dann durch einen blöden Zufall auf den Reifen schauen, um schließlich dem Beifahrer vorzuwerfen, er hätte nicht konsequent genug auf den Misstand hingewiesen (Rückspiegelung: „Du hättest ja handeln können / müssen!“).

Das schließt paradoxerweise übrigens nicht aus, dass einzelne Menschen in diesem System ganz anders fühlen und denken und auch Visionen haben, die es für mich mit allem, was ich habe zu stärken gilt. Die Umsetzfähigkeit hängt aber in erheblichen Umfang davon ab, ob eine kritische Masse entsteht, die neue Strukturen und Regeln  implementieren kann, die dann faktisch nicht nur auf dem Papier in einem Konzept stehen. Und für mich ist zunehmend die Frage, ob das zum jetzigen Zeitpunkt auf demokratischem Wege in angemessener Zeit gelingen kann.

Ebenfalls auf dem EduCamp in Stuttgart gab es eine Session zu subversiver Arbeit. Natürlich kann ich als Teil des Systems Netzwerke und Ängste nutzen, um Veränderung zu initiieren oder ich kann Organe mit Informationen und meinem Wissen von „Angelpunkten“ versorgen. Das ist dann aber keine Beratung, sondern Manipulation. Auch das zurzeit hochmoderne Nudging ist für mich im Kern manipulativ. Beides klappt umso besser, je eher es dem System später gelingt, die positiven Effekte der entstandenen Veränderung sich selbst zuzurechnen. Das ist bei subversiven Verfahren immer mit zu berücksichtigen, wenn man erfolgreich sein will. Es hat den Preis, dass man natürlich dann nicht die Lorbeeren erhält. Die bekommen immer die Träger institutioneller Macht.

Der logische Schritt wäre auf den ersten Blick also, sich in institutioneller Machtpositionen zu begeben  (z.B. durch Aufstieg in der Hierarchie im Schulsystem). Damit meine ich nicht die Übernahme primärer Dienstleistungen im Verwaltungsbereich, sondern Positionen, die strukturelle Gestaltungsräume bieten.

Das hat seinen Preis, z.B. den, dass man immer noch Teil des Systems ist, nun aber in ganz andere Zwänge hineingerät: Das System erwartet schließlich, dass es weiter funktioniert – am besten soll sich nichts ändern. Die Konsequenz muss man tragen können und wollen. Man wird nur kleine Teile in sehr kleinen Schritten bewegen können. Die Arbeit an Haltungen, die dafür notwendig ist, bleibt immens komplex.

Das kann ich im Prinzip alles aushalten. Aber innerhalb meines eigenen Systems fehlt mir dafür die Geduld. Ich nehme Dinge schnell persönlich oder fühle mich angegriffen – und dahin ist es mit meiner Objektivität und meiner Souveränität in Konfliktsituationen – quasi der Tod der Sachebene. Es gibt schließlich eine Geschichte zu meiner Person im eigenen System.

Diese persönlichen Implikationen habe ich als externer Berater für andere Schulen nicht. Der Anspruch einer guten Beratung bleibt. Wenn aber Prozesse scheitern – und das tun sie natürlich gelegentlich – ist mein Name zwar an der betreffenden Schule „verbrannt“, aber ich gehe meist trotzdem gestärkt um Erfahrungen aus der Beratung in die nächste Schule. Ich trage Niederlagen nicht in meinem System mit mir als Geschichte herum. Ich kann in Konflikten anders bestehen: Weil meine Persönlichkeit im Grunde nicht bekannt ist, ist es z.B. deutlich schwerer, Konflikte auf eine persönliche Ebene zu bringen, bzw. für mich deutlich leichter, genau das zu erkennen und „professionell“ zu reagieren. Maximal verliere ich ein System als Kunden.

Meinem System wünsche ich daher immer die Offenheit für externe Beratung, weil allein das neue Perspektiven ermöglicht. Ein System, welches nur in sich selbst ruht, wird es mit der Entwicklung nach meinen Erfahrungen sehr schwer haben. Hier und da lässt sich vielleicht mal eine Schramme kitten, aber eine substantielle Veränderung wird so eher schwer.

Zum Glück kenne ich mittlerweile viele, sehr kompetente und von mir geschätzte Menschen, die ich dafür immer empfehlen kann.

Das geht alles nicht und es ändert sich nichts!

Immer noch reden alle von den „10 best apps for education“, immer noch verharrt das Schulsystem im bildungsbürgerlich-konservativem Duktus, immer noch passiert nichts bei der Medienaustattung der Schulen, immer noch ist mein Medienbegriff falsch (oder wahlweise nicht weit genug entwickelt) und immer noch begreift Politik nicht, wie es eigentlich funktioniert und immer noch gibt es keine Lösungen. Schon schlimm, diese Welt.

Ich stand letzte Woche vor der Aufgabe, acht Kubikmeter Erde und vier Kubikmeter Schutt aus dem Haus schaffen zu müssen. Ich hätte stundenlang darüber sinnieren können, wie schlimm das ist – vor allem mitten im Alltag in einem bewohnten Haus. Aber durch das Sinnieren wurde die Aufgabe nicht kleiner. Nicht eine Schubkarre Schutt fuhr aus dem Haus. Nicht ein Container lieferte sich von selbst.

Mir kommen die Herausforderungen im Bildungssystem momentan vor wie dieser Schuttberg. Ideell, politisch, ideologisch.  Ein Haufen Anzugträger und Wissenschaftler läuft mehr oder minder krakelend um ihn herum: „Schaut her, es ist schlimm, er muss aus dem Haus!“ Es werden Vorträge gehalten, Blogposts wie dieser geschrieben, die immer gleichen Stereotype von den bildungsbürgerlichen Ängsten und Vorbehalten gegenber digitalen Medien beklagt, die immer gleichen Argumente bemüht. Der Schuttberg liegt immer noch. Und das liegt natürlich daran, dass ihn keiner der Verantwortlichen wegräumt. Meist, weil diese halt nicht begreifen, dass er weggeräumt werden muss. Reden ist eine Handlung, Denken ist eine Handlung. Leider kümmert sich der Schuttberg einen Scheißdreck darum und bleibt einfach liegen.

Ein schöner Rand bis jetzt, aber was macht der Riecken eigentlich? Ich handle nach bestimmten Strategien, die bisher insofern funktionieren, als dass der lokale Schuttberg hier vor Ort schwindet. Langsam. Sehr langsam.

  1. Ich habe mich darum bemüht, mit einem Teil der Stunden für andere Aufgaben abgeordnet zu werden. Es ist ein Glück, dass das hier in Niedersachsen möglich ist.
  2. Verweigerer im Bereich des Digitalen haben gute Gründe für ihre Verweigerung. Und ein guter Grund darf auch Selbstschutz sein. Ein Lehrer, der anwesend ist und guten analogen Unterricht macht, ist für mich einem digitalen Flippie vorzuziehen, der unter seinen Engagement zusammenbricht oder durch ebendieses selten vor Ort ist.
  3. Ich arbeite politisch. Ich helfe Schulamtsmitarbeitern, Vorstellungen im entscheidenden Gremium zu präsentieren oder rede dort selbst. Ich knüpfe Bande mit politisch aktiven Menschen. Ich halte Politik für eine anspruchsvolle Aufgabe und bewundere Menschen, die diese Aufgabe wahrnehmen. Ich bewundere dabei nicht jede Einstellung und Haltung. Und das sage ich auch beides: Das eine wie das andere.
  4. Ich stelle Schulen selbst mit meinen Händen auf zeitgemäßere Technik um. Von der Hardwareempfehlung bis zur Raumausstattung. Ich habe mir über Jahre ein kleineres Netzwerk aus Firmen und Händlern dafür aufgebaut. Menschen rufen mich an, wenn sie unsicher sind. Ich kann mich darauf verlassen, dass die Arbeit fachgerecht erledigt wird und von mir verzapfter Stuss auch direkt thematisiert ist.
  5. Ich habe Geduld und ertrage auch herbe Rückschläge, die es dabei gibt. Das ist so im Leben. Insbesondere ist es so in beamtischen Strukturen.
  6. Ich berate und schule nicht mein eigenes System. Ich entscheide und bestimme dort in Hardware- und Netzwerkfragen, stelle Fragen, äußere Strukturideen, höre Bedarfe und habe eine Zielvorstellung vom Netzausbau und der Medienausstattung. Ich organisiere gerne externe Beratung und Schulung, wenn diese gewünscht und angefordert wird. Ich unterstütze Kollegen, die etwas zu organisieren haben technologisch mit geeigneten Systemen. Dieser Punkt mit dem eigenen System ist für mich sehr wichtig. Insbesondere diese klare Grenzziehung. Wenn Kollege z.B. das SMARTBoard so nutzt, dass er einen Zettel unter den Presenter legt und darauf sein Tafelbild malt, dann ist das so.
  7. Ich entwickle mich weiter. Ich lerne dazu. Ich bleibe nicht bei einer Strategie stehen, sondern hinterfrage ihre Wirksamkeit spätestens nach 1,5 Jahren. Die Wirksamkeit der Rede und des Denkens war bisher im Hinblick auf den Schuttberg eher ein wenig schlecht bis mies.
  8. Ich teile Ideen und Strategien, z.B. hier im Blog, aber auch mit Firmen. Ich teile sie noch so, dass daraus für mich keine Verbindlichkeiten oder Verpflichtungen erwachsen. Wenn Geld fließt, entstehen immer diese Verbindlichkeiten.
  9. Ich bediene außer hier mit diesem Blog und ein wenig auf Twitter keine Öffentlichkeit. Wenn eine Öffentlichkeit bedient werden muss, bindet das Resourcen, die mir hier vor Ort fehlen würden. Die Erfolge hier in der Region sind für mich der Motor. Aus ihnen entstehen die einzig für mich wichtigen Währungen wie Vertrauen oder das Gespräch beim gemeinsamen Bierchen.

Das Schuttbergbeispiel hinkt. Dafür könnte man sich nämlich durchaus Dienstleistungen einkaufen. Im Bereich des Digitalen muss man diese Dienstleistungen vor allem in der Fläche erst noch entwickeln oder sogar selbst erbringen. Das wird irgendwann einmal anders sein. Vielleicht wenn genug geredet und sinniert worden ist.

 

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