Heranwachsende und neue Medien – denn sie wissen nicht, was sie tun

Ein paar – natür­lich völ­lig fik­ti­ve Bei­spie­le – aus You­Tube (Vide­os):

(1) Drei offen­sicht­lich besof­fe­ne Mäd­chen gra­tu­lie­ren einer vier­ten Per­son zum Geburts­tag. Namen, Stim­men und Ges­tik las­sen Rück­schlüs­se auf natür­li­che Per­so­nen zu.

Kom­men­tar:

So lan­ge nicht irgend­wann eine Per­so­nal­ab­tei­lung die Namen der drei Schätz­chen goo­gelt und noch auf mehr Vide­os die­ser Art stößt, geht das mit einem Lächeln ab. Ich fra­ge mich nur, wie die drei Damen in fünf­zehn Jah­ren zu die­sem Ereig­nis ste­hen wer­den. Schön fän­de ich auch, wenn der spä­te­re fünf­zehn­jäh­ri­ge Sohn sei­ner Mami so etwas unter die Nase hält – die Such­al­go­rith­men wer­den sich ja eher nicht ver­schlech­tern…

Wei­ter­le­sen

Aggression aus Schule verbannen

Von Öko­lo­gen wird Aggres­si­on hin­ge­gen als Bestand­teil von „Interferenzen“ gedeu­tet. Als sol­che Inter­fe­ren­zen gel­ten Schwan­kun­gen der Popu­la­ti­ons­dich­te, die durch sozia­len Stress bei zu hohen Popu­la­ti­ons­dich­ten (sie­he Popu­la­ti­ons­dy­na­mik) ent­ste­hen. Eine hohe Popu­la­ti­ons­dich­te erzeugt einen höhe­ren Druck durch Intra­spe­zi­fi­sche Kon­kur­renz. Die Aggres­si­on gegen Art­ge­nos­sen dient häu­fig der Ver­trei­bung eines Indi­vi­du­ums oder von Grup­pen in ein ande­res Revier, um so die Popu­la­ti­ons­dich­te in einem Habi­tat auf nied­ri­gem Niveau, und damit das Nah­rungs­an­ge­bot für das Indi­vi­du­um hoch hal­ten zu kön­nen. Das Ver­hält­nis von Aggres­si­on zu sozia­lem Ver­hal­ten ist häu­fig vom Nah­rungs­an­ge­bot abhän­gig (z. B. bei Spin­nen­tie­ren). Bei genü­gen­dem Nah­rungs­an­ge­bot oder zum Schutz vor Fress­fein­den erhöht sich die sozia­le Tole­ranz. Vie­le Tie­re zei­gen aggres­si­ves Ver­hal­ten gegen Art­ge­nos­sen auch als Mit­tel zum Schutz der Nach­kom­men.

http://de.wikipedia.org/wiki/Aggression#Aggression_aus_Sicht_der_.C3.96kologie

Man hört in die­sen Tagen viel von „Anti­ag­gres­si­on­trai­ning“ und Kom­pe­ten­zen im Bereich der gewalt­frei­en Kon­flikt­lö­sung. Man liest von einer schlei­chen­den Rück­kehr der Aggres­si­on in unse­re Gesell­schaft durch z.B. Com­pu­ter­spie­le. Man hört von einer For­de­rung nach einer Kul­tur des Hin­schau­ens.

Neh­men wir an, dass Schu­le ein Lebens­raum sei. Neh­men wir an, dass das Ange­bot an sozia­len Res­sour­cen (z.B. Leh­rer­zu­wen­dung, Aner­ken­nung, Kri­tik, AGs usw.) begrenzt sei. Neh­men wir an, dass ein Klas­sen­raum ein Habi­tat sei und SuS sowie LuL eine Popu­la­ti­on. Wel­che Fak­to­ren begüns­ti­gen auf die­ser Folie Aggres­si­vi­tät?

Wei­ter­le­sen

Wusstest du?

Auf­merk­sam gewor­den bin ich auf die­se Prä­sen­ta­ti­on durch Herrn Lar­big. In einem Kom­men­tar wur­de die deutsch­spra­chi­ge Ver­si­on ver­linkt – ich bin also wie­der­um ein Nach­ma­cher.

Die Bot­schaft des Vide­os bestä­tigt mich in mei­ner lau­fen­den Kri­tik an er Aus­rich­tung von Unter­richt in Deutsch­land, an dem Feh­len sinn­vol­ler Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te im Bereich Web2.0, an der tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Aus­stat­tung unse­rer Schu­len.

Selbst mit Mit­te 50 wird man sich bei heu­ti­gen Lebens­er­war­tung ent­schei­den müs­sen, zu wel­cher Grup­pe man gehö­ren will:

  1. Zu der, die sich auf­macht, zu der, die Wis­sen neu gene­rie­ren, die Chan­cen nut­zen will
  2. Zu der, die ver­harrt, die zurück­fällt, die ihre Defi­zi­te durch Lebens­qua­li­tät und Geld teu­er bezah­len wird

Indi­en macht sich auf zum lebens­lan­gen Ler­nen, zur Aus­bil­dung stra­te­gi­scher Pro­blem­lö­se­fer­tig­kei­ten. Wis­sen wir es wirk­lich, was sich um uns ver­än­dert?

Jungen/Jungs/Männer – Verlierer des Bildungssystems?

Wann habe ich als männ­li­cher Schü­ler in der Schu­le eigent­lich Erfolg? Doch (fast) nur, wenn ich flei­ßig, ruhig, kon­trol­liert und reflek­tiert bin.

Wann habe ich als männ­li­cher Schü­ler bei Frau­en Erfolg? Also, bei den Frau­en in mei­ner Klas­se schon­mal nicht. Die ste­hen in der Regel auf älte­re Typen. Bei den jün­ge­ren muss ich oft cool, männ­lich, gut­aus­se­hend, fein­füh­lig, bestimmt sein – meist Sachen, die sich nicht in Ein­klang brin­gen las­sen und dann – dann brennt sie  nach lan­gem Gezie­re doch mit so einem domi­nan­ten Macho­ty­pen durch.

Wann habe ich als männ­li­che Schü­ler in mei­ner Cli­que Erfolg? Wenn ich auch ein­mal Unsinn mache, Gren­zen über­schrei­te, Kon­flik­te ggf. auch mit kör­per­li­cher und ver­ba­ler Gewalt löse.

Das Pro­blem ist nun das fol­gen­de:

  1. Als Mann möch­te ich schu­li­schen Erfolg (das erwar­ten mei­ne Eltern und Leh­rer von mir)
  2. Als Mann möch­te ich eine Frau oder zumin­dest eben nicht allei­ne sein (das scheint so ein evo­lu­tio­nä­res Pro­gramm zur Art­erhal­tung zu sein).
  3. Als Mann möch­te ich mit ande­ren Män­nern mes­sen, um mei­nen Stand­punkt im Leben zu fin­den

Punkt 3 gibt es in Ansät­zen noch im Sport­un­ter­richt – wahr­schein­lich ein Haupt­grund für die hohe Moti­va­ti­on von Schü­lern beim Sport (Mäd­chen wer­den da eher ein­mal spon­tan krank, Män­ner gar nicht so oft – sub­jek­ti­ver Klas­sen­leh­rer­klas­sen­buch­le­se­ein­druck). Ange­ben darf ich nicht (das ist nicht huma­nis­tisch). Hau­en darf ich nicht (das ist nicht sozi­al). Sozia­ler ist es, wenn sich Mädels solan­ge dis­sen, bis das Opfer Selbst­mord­ge­dan­ken hat. So ein non­ver­ba­les Argu­ment kann auch Klar­heit schaf­fen – dürft ihr aber nicht. Das ist Gewalt.

Wenn ich gut bin, haue ich dann vir­tu­ell und nicht real… Da kann ich mei­ne Aggres­sio­nen abbau­en. Wenn ich bes­ser bin, mache ich z.B. Sport zur Kom­pen­sa­ti­on (in dem Bereich darf man noch Mann sein in unse­rer Gesell­schaft, so auch mit z.B. Schrei­en, Schub­sen, Ange­ben).

Jungs, manch­mal ver­ste­he ich euch, auch wenn ich die Schrift als Aus­druck eures inne­ren Wider­stan­des  (habe gera­de 90+ Arbei­ten – 9. Klas­se –  auf dem Tisch) nicht lesen kann. Ech­te Freund­schaft gibt es nur unter uns. Geschrie­ben wird spä­ter eh am Com­pu­ter. So.

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