Als Linuxer kann man nicht tiefer sinken …

Die­se Woche Ein­ar­bei­tung in:

  • Apple School Mana­ger (ASM)
  • Inter­na des iPads, z.B. Pro­fi­ler­stel­lung (Apple)
  • Inter­na der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Kom­po­nen­ten (ASM, MDM)
  • IServ-MDM

Hin­ter­grund:

Die ers­te iDin­gens­wel­le rollt hier im Land­kreis. Es wur­den trä­ger­sei­tig Gerä­te für die Lehr­kräf­te beschafft. Das fin­de ich auch sinn­voll, bevor irgend­wann gan­ze Jahr­gän­ge pla­niert wer­den – mit wel­chem Gerät dann auch immer. Es gibt mir die Zeit, ganz vie­le Schu­lun­gen zu orga­ni­sie­ren.

Die Din­ger lie­gen jetzt hier aber seit Juni. Da muss mal was pas­sie­ren.

Erkennt­nis­se:

  1. Man soll­te als Trä­ger einen School Mana­ger für alle Schu­len in der Trä­ger­schaft bean­tra­gen, z.B. als Medi­en­zen­trum. Die Schu­len kann man dann als Stand­or­te ver­wal­ten und den Schu­len trotz­dem dar­in vol­le Rech­te für ihren Stand­ort geben. Das ist deut­lich inter­ve­nier­ba­rer als eine Lösung für jede Schu­le – auch in Hinklick auf die Ver­tei­lung von VPP-Bud­get durch den Trä­ger.
  2. Der School Mana­ger ist von sei­nen Funk­tio­na­li­tä­ten sehr gut. Aber mit der von Apple sonst gewohn­ten UX hat der nicht viel zu tun. Ich fin­de nicht, dass das ein Tool für Schu­len ist. Eher für Sup­por­ter.
  3. Das Pro­ze­de­re der Erst­kon­fi­gu­ra­ti­on (bis zur Auf­nah­me der Gerä­te im MDM) ist tech­nisch schon not­wen­dig, aber das könn­te man auch schi­cker bau­en. Ich ver­blog­ge mal irgend­wann, was dabei im Hin­ter­grund geschieht. Man merkt m.E. deut­lich, dass Apple in dem Bereich noch nicht vie­le Erfah­run­gen hat.
  4. Es gibt ganz bestimmt deut­lich kom­for­ta­ble­re MDMs (z.B. Zulu­Desk, haben wir hier im Hau­se auch für die medi­en­zen­trums­ei­ge­nen iPads) als das momen­ta­ne von IServ. Wir müs­sen das hier aus bestimm­ten Grün­den für die Schu­len neh­men. Es tut leid­lich, was es soll, kann aber noch deut­lich zu wenig.
  5. Als Linu­xer gefällt mir sehr, dass ein iPad-Pro­fil nichts wei­ter als bil­li­ges XML ist. Hübsch. Kann man mit spie­len.
  6. Ich fin­de den gan­zen Kram jetzt nicht ein­fa­cher ein­zu­rich­ten oder zu war­ten als jede übli­che Deploy­ment­lö­sung (qua­si ein MDM für Rech­ner und Note­books). Es hat mir aber noch ein­mal bewusst gemacht, wie viel Apple­ge­rä­te „nach Hau­se tele­fo­nie­ren“, damit bestimm­te Pro­zes­se über­haupt so „kom­for­ta­bel“ lau­fen kön­nen – nicht nur bei ver­wal­te­ten iPads.
  7. Ins­ge­samt so wie ursprüng­lich erwar­tet: Kei­ne Zau­be­rei. Die meis­ten Pro­blem­chen waren nach zwei Tagen gelöst.
  8. Die App­le­hot­line lei­det bei exzel­len­ter Erreich­bar­keit sehr unter Com­pli­an­ce­vor­ga­ben und ist eher auf ganz nie­der­schwel­li­ge Vor­ge­hens­wei­sen ein­ge­schwo­ren (man will immer „Vor­spu­len“ drü­cken). Aber sie hat mich nach zehn Minu­ten zumin­dest impli­zit auf die rich­ti­ge Idee gebracht.

Kun­de ist König. Und nur weil Riecken nix mit dem Yup­pie­kram von Apple anfan­gen kann (und hier auch schon wie­der mit pro­vo­kan­ten Wor­ten dazwi­schen­läs­tert, um die Fan­boys zu rei­zen und Grä­ben zu zie­hen) ist der Bedarf halt so wie der Bedarf ist.

 

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9 Kommentare

  • Ludger Hamm

    Hal­lo Maik,

    sehr tref­fend und mir aus der See­le geschrie­ben ;)

    LG, Lud­ger

  • Andreas

    Als Linu­xer kannst Du ja Ver­gleichs­ge­rä­te dane­ben­stel­len. Die ach-so-bil­li­gen IPads kos­ten mit Stift + Tas­ta­tur­co­ver ja auch gute 600 € (660 habe ich beim aktu­el­len IPad 7 aus­ge­rech­net, obwohl da sicher ein Schul­ra­batt noch abgeht), dafür bekommt man schon ein voll aus­ge­stat­te­tes Con­ver­ti­ble ( das hier etwa mit vor­in­stal­lier­tem Linux https://www.ixsoft.de/cgi-bin/web_store.cgi?cart_id=7624357_26089&page=Products/de/ASTP412UAHW-i8145-GY.html ). Da hat man ein rich­ti­ges Betriebs­sys­tem, ein rich­ti­ges Note­book mit Anschlüs­sen, 8 mal so viel Spei­cher, kein Apple-Schi­cki-Micki, dafür ein höhe­res Gewicht und eine viel schlech­te­re Kame­ra. Oder man nimmt gleich ein rich­ti­ges Note­book, da bekommt man dann noch mehr Leis­tung für’s Geld (wobei ich per­sön­lich den Stift viel Nut­ze, bin Think­pad Yoga Nut­zer). Ich wüss­te, was ich neh­men wür­de!

    • Hal­lo Andre­as,

      Ich bin nicht der­je­ni­ge, der hier Ent­schei­dun­gen trifft. Ich gehe mit dem Zeug um und samm­le Erfah­run­gen. Es gibt da noch so eini­ge Din­ge mehr, war­um Linux sich in die­sem bestehen­den Schul­sys­tem schwer tun wird – zumin­dest cli­ent­sei­tig – ser­ver­sei­tig kann ich mich ja immer noch aus­to­ben.

      Gruß,

      Maik

  • Andreas

    Ich weiß ja nicht.

    Zitat: „Kun­de ist König. Und nur weil Riecken nix mit dem Yup­pie­kram von Apple anfan­gen kann (und hier auch schon wie­der mit pro­vo­kan­ten Wor­ten dazwi­schen­läs­tert, um die Fan­boys zu rei­zen und Grä­ben zu zie­hen) ist der Bedarf halt so wie der Bedarf ist.“

    Anders­wo schreibst Du aber, dass es (aus Dei­ner Sicht) kei­ne Alter­na­ti­ve zu den Apple-Gerä­ten gibt. Das klingt mir nicht so, als könn­test Du damit nichts anfan­gen. Und der „Kun­de“ (=Leh­rer) hat über­wie­gend erheb­li­che Kom­pe­tenz­lü­cken im Bereich IT. Damit der sich über­haupt qua­li­fi­ziert eine Mei­nung bil­den kann, müss­te er Alter­na­ti­ven ken­nen!

    Und: „Ich bin nicht der­je­ni­ge, der hier Ent­schei­dun­gen trifft.“

    Bei Euch gibt es also EINEN, der Ent­schei­dun­gen trifft, und alle ande­ren wer­den über­haupt nicht gefragt. Ich wuss­te nicht, dass die Medi­en­zen­tren Dik­ta­tu­ren sind.

    Man kann nicht gleich­zei­tig Apple schei­ße fin­den, sagen man sei Linu­xer, auf die Fan­boys schimp­fen, und dann trotz­dem die App­le­vor­herr­schaft im Bil­dungs­be­reich zemen­tie­ren. Und genau das tut ihr, indem ihr die Lehr­kräf­te mit kos­ten­lo­sen IPads anfixt. Es mag ja sum­ma sum­ma­rum an vie­len Schu­len die rich­ti­ge Lösung sein (das ist aus­drück­lich nicht mei­ne Mei­nung, aber ande­re kom­men eben zu ande­ren Ergeb­nis­sen), aber dann soll­te man wenigs­tens dazu ste­hen!

  • Hm Andre­as – ich glau­be, dass du die Lage hier vor Ort ein­fach nicht gut genug kennst. Ich habe schlicht gar nicht das Geld, um Lehr­kräf­te mit kos­ten­lo­sen iPads anzu­fi­xen. Die lagen da schon – also ent­we­der jung­fräu­lich auf Palet­te lie­gen las­sen oder nut­zen.

    Ich muss mit Ver­hält­nis­sen umge­hen, wie sie halt so sind. Mit der Beschaf­fung hat­te ich tat­säch­lich nichts zu tun. Die Ver­hält­nis­se hier sind so, dass sup­port­sei­tig kaum bis kei­ne Linux­kennt­nis­se bei loka­len IT-Fir­men vor­han­den sind (bzw. wahr­schein­lich nicht ein­mal aus­rei­chend IT-Fir­men vor­han­den sind) – d.h. ICH wäre dann der Sup­port für meh­re­re Schu­len und 100e von Lehr­kräf­ten und bald ggf. 1000e von Schü­le­rin­nen und Schü­lern.

    Die Ver­hält­nis­se sind hier so, dass kurz über lang ein Sin­gle-App-Modus für Prü­fun­gen gefor­dert sein wird (das liegt tat­säch­lich auch an Lan­des­vor­ga­ben). Das bekommt man mit der Prü­fungs­um­ge­bung aus der Schweiz auch unter Linux super hin – an der eige­nen Schu­le. Pri­vat fin­de ich das alles tat­säch­lich scha­de.

    Und ja: Ich ste­he dazu, dass ich pri­vat nie etwas mit Apple machen wür­de, man aber unter den gege­be­nen Rah­men­be­din­gun­gen Schwie­rig­kei­ten haben wird, tat­säch­lich etwas ande­res in der Flä­che zu eta­blie­ren, was dann auch wart- und sup­port­bar ist (das war glau­be ich der Tenor des Tex­tes, auf den du dich beziehst). Ich fän­de es sehr gut, wenn da bald Alter­na­ti­ven kämen und sich die IT-Fach­kräf­te mit Linux­back­ground um die Stel­len bei den Kom­mu­nen zum IT-Sup­port an Schu­len bal­gen.

    • Andreas

      Moin,
      ich bit­te erst mal um Ent­schul­di­gung für den schar­fen Ton. Ich war in Streit­lau­ne an dem Abend.

      Ein paar Sachen blei­ben mir aber unklar. Zitat:

      Ich fin­de den gan­zen Kram jetzt nicht ein­fa­cher ein­zu­rich­ten oder zu war­ten als jede übli­che Deploy­ment­lö­sung (qua­si ein MDM für Rech­ner und Note­books). Es hat mir aber noch ein­mal bewusst gemacht, wie viel Apple­ge­rä­te „nach Hau­se tele­fo­nie­ren“, damit bestimm­te Pro­zes­se über­haupt so „kom­for­ta­bel“ lau­fen kön­nen – nicht nur bei ver­wal­te­ten iPads.
      Ins­ge­samt so wie ursprüng­lich erwar­tet: Kei­ne Zau­be­rei. Die meis­ten Pro­blem­chen waren nach zwei Tagen gelöst.
      Die App­le­hot­line lei­det bei exzel­len­ter Erreich­bar­keit sehr unter Com­pli­an­ce­vor­ga­ben und ist eher auf ganz nie­der­schwel­li­ge Vor­ge­hens­wei­sen ein­ge­schwo­ren (man will immer „Vor­spu­len“ drü­cken). Aber sie hat mich nach zehn Minu­ten zumin­dest impli­zit auf die rich­ti­ge Idee gebracht.“

      Das klingt so, als hät­test Du durch­aus Zeit inves­tiert in den Kram.

      Ver­sus:
      „Ich muss mit Ver­hält­nis­sen umge­hen, wie sie halt so sind. Mit der Beschaf­fung hat­te ich tat­säch­lich nichts zu tun. Die Ver­hält­nis­se hier sind so, dass sup­port­sei­tig kaum bis kei­ne Linux­kennt­nis­se bei loka­len IT-Fir­men vor­han­den sind (bzw. wahr­schein­lich nicht ein­mal aus­rei­chend IT-Fir­men vor­han­den sind) – d.h. ICH wäre dann der Sup­port für meh­re­re Schu­len und 100e von Lehr­kräf­ten und bald ggf. 1000e von Schü­le­rin­nen und Schü­lern. “

      War­um hat das dann nicht alles eine der loka­len IT Fir­men getan? Dann hät­test Du genau null Arbeit damit haben müs­sen.

      Hier in der Gegend beob­ach­te ich näm­lich: Die Lehr­kräf­te vor Ort haben super viel Arbeit mit dem Apple-Kram. Die Fir­men, die das angeb­lich sup­por­ten, wol­len ver­kau­fen. Sobald man aber gekauft hat, sind die schon viel weni­ger hilfs­be­reit. Ich möch­te Dich also war­nen, dass es Dir pas­sie­ren kann, dass Du die Arbeit, die Du oben hast ver­mei­den wol­len (Sup­port für 100e Leh­rer und 1000e Schü­ler) dann doch hast, aber mit einem Sys­tem, das Du eigent­lich ablehnst!

      Für mich per­sön­lich heißt das ganz klar: Sobald man uns zwingt, IPads zu neh­men (könn­te der Schul­trä­ger ja beschlie­ßen), bit­te ich mei­ne SL um ein ande­res Auf­ga­ben­ge­biet. Denn: Ich habe nur Linux-Kom­pe­ten­zen (und ein wenig Win­dows auch, und natür­lich ganz viel all­ge­mei­ne IT Kom­pe­tenz). Wenn mit Apple alles so ein­fach ist, braucht man ja kei­nen Exper­ten mehr. Komisch nur, dass es an den IPad-Schu­len hier in der Gegend dann doch von den Infor­ma­tik­leh­rern mit­be­treut wird, scheint dann doch nicht so ein­fach zu sein! Ein Kol­le­ge an einer ande­ren Schu­le mein­te ganz kon­kret, dass er mind. 100 Stun­den inves­tiert hat, bis das gan­ze MDM lief! Und das, obwohl man ihm vor­her ver­spro­chen hat­te, das sei alles ganz ein­fach.

      Damit die Lehr­kräf­te vor Ort auch eine Alter­na­ti­ve sehen, könn­test Du ja (6,99 € Unkos­ten­bei­trag von den Leh­rern ein­sam­meln) jedem noch einen Lern­stick mit­ge­ben, der ja, wie Du sagst, auch für Prü­fun­gen ver­wen­det wer­den kann. Dann kön­nen sie preis­wert auf dem eige­nen Com­pu­ter (den schät­zungwei­se 99% der Leh­rer ja ohne­hin haben, der Lern­stick läuft auch auf Macs) die­se Alter­na­ti­ve tes­ten. Ich wäre sehr gespannt, was die Kol­le­gen dazu sagen!

      Die Sup­port­si­tua­ti­on an unse­rer Schu­le ist aktu­ell so:
      – zum vor­in­s­ta­lier­ten Linux-Sys­tem kom­men weni­ge Fra­gen
      – die IPads (die die Kol­le­gen sich pri­vat kau­fen) haben das Pro­blem, dass sie sich mit einem bil­li­gen Adap­ter nicht an VGA anschlie­ßen las­sen (wir haben aktu­ell noch vie­le Bea­mer ohne HDMI). Komi­scher­wei­se fin­den dann vie­le, das sei Schuld der Schul-IT (?!?)
      – die Andro­id-Tablets, die man­che Kol­le­gen haben, haben oft gar kei­nen phy­si­schen Gra­fik­aus­gang mehr (der USB C Port ist da oft nur zum Laden)
      – die Win­dows-Note­books, die vie­le haben, nei­gen dazu, sich selbst zu zer­le­gen. Es wer­den immer mehr, die sich ein Linux instal­lie­ren (teil­wei­se hel­fe ich dabei, zuge­ge­ben), weil’s ein­fach funk­tio­niert
      – Schü­ler, die zu Hau­se Win­dows haben, berich­ten, dass sie (wegen Viren­scan­nern usw) dar­auf kei­ne Infor­ma­tik­soft­ware instal­lie­ren kön­nen (JDK etwa), denen gebe ich einen Lern­stick mit (wofür die dann auch kräf­tig Dan­ke sagen, scheint für die einen ech­ten Fort­schritt gegen­über Win­dows dar­zu­stel­len)

      Für den Anwen­der jeden­falls ist Linux abso­lut nicht mehr super­schwer zu bedie­nen, eher ver­gleich­bar mit einem Win­dows-Gerät (also schon schwie­ri­ger als ein Tablet, zuge­ge­ben). Für den Sup­por­ter braucht es Exper­ten­wis­sen, aber das braucht es bei den ande­ren Platt­for­men auch.

      Vie­le Grü­ße Andre­as

      • Hal­lo Andre­as,

        Ich selbst nut­ze Linux seit über 25 Jah­ren als Haupt­sys­tem und auf Ser­ver­sys­te­men aus­schließ­lich. Als medi­en­päd­ago­gi­scher Bera­ter mache ich mir natür­lich auch ein Bild von ande­ren Sys­te­men – das war der Haupt­grund: Ein­mal von Grund auf alles am eige­nen Leib mit­ma­chen, um zu wis­sen, wovon ich spä­ter rede. Die­se Offen­heit ist für mich wich­tig.

        Du hast bezo­gen auf Apple mit vie­lem abso­lut Recht – etwa ist die Sup­port­be­reit­schaft mei­ner Mei­nung tat­säch­lich anti­pro­por­tio­nal zum Ver­brei­tungs­grad von iPads in einer Gegend.

        Apple kann man als Sup­port­fir­ma tat­säch­lich noch eher als Linux, weil das Zeug sich zuneh­mend auch in poli­ti­schen und Ver­wal­tungs­gre­mi­en ver­brei­tet – und in der Krea­tiv­sze­ne weit ver­brei­tet ist. Auch die Hal­tung „Wenn es mit Apple nicht läuft, kann es nicht an Apple lie­gen!“ ken­ne ich nur zu gut. Die App­le­ver­tre­ter woll­ten mir tat­säch­lich erzäh­len, dass Cli­en­tiso­la­ti­on in WLANs völ­lig über­flüs­sig ist, wenn aus­schließ­lich die siche­ren Apple­ge­rä­te zum Ein­satz kom­men – und deren Class­room­zeug offen­bar nur läuft, wenn das WLAN unre­gle­men­tiert ist. Ich kann dir vie­le Geschich­ten zum Habi­tus von App­le­leu­ten erzäh­len. Die kom­men hier nicht mehr.

        Es gibt vie­le gute Argu­men­te für Linux – bei den meis­ten Sachen mer­ken die Leu­te nicht ein­mal, dass Linux dar­un­ter wer­kelt. Die guten Argu­men­te sind jahr­zehn­te­lang immer die glei­chen. Sogar MacOS nutzt einen BSD-Ker­nel.

        Es ist aber nach wie vor eine Nische. Ich habe als Bera­ter gera­de zwei Schu­len zusam­men­ge­bracht, die bei­de seit Jah­ren Linux machen – die eine mit LTSP, wor­über sie sogar das Image für Prü­fungs­si­tua­tio­nen in Prü­fungs­si­tua­tio­nen deploy­en – ganz ohne loka­le Instal­la­ti­on. Wenn aber die 2–3 Leu­te (maxi­mal) mor­gen „vom Bus über­fah­ren wer­den“ war es das. Schlim­mer: Mit den aktu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen im Schul­ge­setz wird es in der Flä­che nicht ein­fach, etwas ande­res als iPads zu neh­men – wenn man alte Prü­fungs­for­ma­te erhal­ten will – und das will man offen­sicht­lich. Da pas­sen Wal­let-Gar­dens pri­ma. Das ist so nicht gut.

        Ich weiß kei­nen Aus­weg. Da muss man auf so vie­len Ebe­nen ran. Und die ande­ren haben bes­se­re Lob­by­is­ten. Linux und freie Soft­ware haben das nicht …

        Gruß,

        Maik

        • Andreas

          Hal­lo Maik,
          Du warst doch auch bei der Fort­bil­dung (war das in Clop­pen­burg? Irgend­wo im Nor­den jeden­falls), wo Du die Key­note gespro­chen hast, und wo einer das Abitur mit IPads vor­ge­stellt hat. Den Vor­trag selbst hast Du aber, glau­be ich, nicht gehört.

          Das war abso­lut ultra-mega-kom­pli­ziert. Zwi­schen „es geht“ und „es geht ein­fach“ ist, auch bei Apple, ein him­mel­wei­ter Unter­schied.

          Die Erlas­se zum Abitur mit Computern/Tablets und zu Prü­fungs­um­ge­bun­gen sind ja alle noch nicht fer­tig. Aktu­ell gibt es kei­ne ein­zi­ge Lösung, die man sich nicht extra geneh­mi­gen las­sen muss, das ist auch mit IPads so. Man bekommt beim NLQ aber pro­blem­los ande­re Ansät­ze geneh­migt, wenn die mer­ken, dass sich da jemand Gedan­ken gemacht hat und dass es hin­rei­chend sicher ist.

          Bei uns an der Schu­le gibt es das „vom Bus über­fah­ren“ – Argu­ment auch, wes­we­gen ich im kom­men­den Jahr ver­stärkt statt unse­res eige­nen Sys­tems den Lern­stick (den man ja auch lokal instal­lie­ren kann) tes­ten wer­de. Das ist ein von einer gro­ßen Grup­pe ent­wi­ckel­tes und gepfleg­tes Sys­tem ‚das auch gut finan­ziert ist und das die Kol­le­gen vor Ort auch dann wei­ter­ver­wen­den könn­ten, wenn die Linux-Enthu­si­as­ten vom Bus über­fah­ren wer­den. Nur ist das Argu­ment eben kei­nes: Wenn bei uns die, die Linux kön­nen, vom Bus über­fah­ren wer­den, sind gleich­zei­tig auch die, die über­haupt IT kön­nen, vom Bus über­fah­ren. Ich sehe nicht, dass die übri­gen Kol­le­gen dann eine IPad-Schu­le mit MDM, Prü­fun­gen usw. usf. auf­zie­hen könn­ten, das ist nicht rea­lis­tisch (auch mit Hil­fe des Schul­trä­gers nicht), und ich kann mir nicht vor­stel­len, dass das anders­wo anders ist. War­um lagen denn bei Euch die IPads seit Juni rum? Weil der, der die meis­te Ahnung hat (also Du) es rich­ten muss, und Du hät­test es auch mit Linux gekonnt.

          Blei­ben also nur die Sach­ar­gu­men­te. IPads haben eine super Kame­ra, einen super Bild­schirm, und sie sind leicht. Wirk­lich arbei­ten tun aber die wenigs­ten Leu­te mit Pads egal wel­cher Art, das fin­det nach wie vor mit PCs/Notebooks (egal mit wel­chem Sys­tem) statt.

          Wie siehst Du denn die Mög­lich­kei­ten , Infor­ma­tik auf IPads zu machen? Mein Kennt­nis­stand ist immer noch, dass Ent­wick­lung auf IPads von Apple nicht gewünscht ist (die Ent­wick­ler, die für IPads ent­wi­ckeln, brau­che alle selbst einen „rich­ti­gen“ Mac Mit XCode drauf). Jetzt wur­de das ein wenig geöff­net für didak­ti­sche Pro­gram­mier­um­ge­bun­gen, aber für die Ober­stu­fe reicht das wohl noch nicht.

          Von daher sehe ich das für mich als Infor­ma­tik­leh­rer immer noch so, dass ich selbst dann, wenn alle ande­ren IPads wol­len, ohne­hin noch „rich­ti­ge“ Com­pu­ter brau­che. Dann wan­dert halt Infor­ma­tik auf die Insel (und ich mit). Ist es nicht gera­de­zu absurd, in einer Demo­kra­tie für die Bil­dung auf Sys­te­me zu set­zen, wo eine Soft­ware nur drauf lau­fen darf, wenn ein ame­ri­ka­ni­scher Kon­zern das erlaubt?

          Vie­le Grü­ße, Andre­as

          • Hal­lo Andre­as,

            Hier in Clop­pen­burg ist sup­port­tech­nisch zum Glück man­ches anders. Wir haben drei IT-Mit­ar­bei­ter für den Sup­port an Schu­len am Medi­en­zen­trum und zusätz­lich finan­ziert der Trä­ger für jede ein­zel­ne Schu­le noch Stun­den­kon­tin­gen­te (8–10 Wochen­stun­den) für exter­ne Fir­men. Wer etwas kann oder gelernt hat, gibt sein Wis­sen wei­ter – mal ich an unse­re ITler, mal die ITler an mich – vor allem aber die ITler an die Exter­nen. Bei IServ ist es oft auch Linux­wis­sen.
            Das ist natür­lich nicht immer kon­flikt­frei, weil das auch ide­el­le Macht­struk­tu­ren an der einen oder ande­ren Schu­le „bedroht“ – der lan­ge Jah­re ver­dien­te Leh­rer oder die lan­ge ver­dien­te Leh­re­rin bekommt jetzt „Kon­kur­renz“ – da gilt es, sehr sen­si­bel zu sein und vie­le Gesprä­che zu füh­ren.
            Bei Infor­ma­tik (ich bin grö­ßen­wahn­sin­ni­ger Auto­di­dakt) wan­de­re ich zuneh­mend ins Netz. Mit Brow­ser kommt man in Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen online schon ver­dammt weit. Ansons­ten gibt es hier immer noch PC-Räu­me oder Linux­note­books.
            Auch die Erlass­la­ge wird sich nach der letz­ten Schul­ge­setz­än­de­rung deut­lich kon­kre­ti­sie­ren … Da ist eini­ges in Vor­be­rei­tung und Abstim­mung mit den Ver­bän­den. Und die Prü­fungs­um­ge­bung aus der Schweiz wird auch die­sen Vor­ga­ben gerecht wer­den – da bin ich mir sicher. Wahr­schein­lich aber auch Tablets …

            Gruß,

            Maik

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