Professionell, redundant, 98% Verfügbarkeit

Diese drei Schlagworte sind mir gerade bei einem Anbieter ins Gesicht gesprungen. Das letzte passt für mich nicht zu den beiden anderen in diesem Trikolon. Es wird im Netz ja an allen Orten mit diesen Verfügbarkeiten geworben. Was bedeutet eigentlich „98%“ Verfügbarkeit?

Ein Jahr besitzt 365 Tage. 1% Ausfall bedeutet, dass an genau 3,65 Tagen die Services dieses Anbieters nicht zur Verfügung stehen dürfen, ohne dass eine Vertragsverletzung seitens des Anbieters vorliegt. Im vorliegenden Fall dürften die Leistungen also theoretisch für einen Zeitraum von 7,3 Tagen/Jahr komplett ausfallen – nicht unbedingt am Stück, aber insgesamt. Ein solches Niveau erreicht jeder ernsthafte und engagierte Hobbyprovider. Im B2B-Bereich dürfte das absolut indiskutabel sein… Hier sind Verfügbarkeiten von 99,7% marktüblich.

Der Anbieter könnte einwenden, dass es sich nur um eine mögliche Absicherung für den unverschuldeten Ernstfall handelt und die tatsächliche Ausfallsicherheit erheblich höher liegen wird. Wenn aber eine Dienstleitung als „professionell“ verkauft wird und professionelle Preise verlangt werden, habe ich als Kunde auch ein Recht auf eine professionelle Leistung, die sich der Anbieter zumindest in Bezug auf die Verfügbarkeit offenbar nicht zutraut…

Sowas regelt aber zum Glück der Markt. Und vielleicht hat der Anbieter ja genau die Nische entdeckt, die ihm diese für ihn komfortable Regelung im Hochpreissegment (vierstellige Jahresbeitrage werden verlangt) erlaubt. Und vielleicht kommt es bei der verkauften Leistung ja auch gar nicht auf eine hohe Verfügbarbeit an, sodass ich dem Anbieter Unrecht tue.

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