Korrekturhilfe und WordPress als Textabladeplatz

Kor­rek­tur­hil­fe

Seit Ein­füh­rung der neu­en deut­schen Recht­schrei­bung und ihrer wie­der­hol­ten Refor­mie­rung erwi­sche ich mich immer wie­der dabei, wie ich bei den stets glei­chen Wor­ten und Wort­kom­bi­na­tio­nen in Tru­deln kom­me. Ein Licht ist mir bei mei­ner momen­ta­nen Kor­rek­tur die Sei­te http://www.korrekturen.de gewor­den: All die Her­aus­for­de­run­gen, denen sich der Kalk in mei­nen Gan­gli­en hart­nä­ckig bezüg­lich eines Merk­pro­zes­ses ent­ge­gen­stellt, sind dort über eine ein­fa­che Such­funk­ti­on zugäng­lich. 95% mei­ner Wackel­kan­di­da­ten bekom­me ich mit dem aus­ge­klapp­ten Net­book dar­über in den Griff, vor allem die verf***** Getrennt- und Zusammenschreibung…

Word­Press als Textabladeplatz

Ich blog­ge jetzt mit mei­nen SuS – nun­ja: Sie fer­ti­gen län­ge­re Haus­ar­bei­ten in einem Blog an. Das geht natür­lich nicht, wenn nicht alle zu Hau­se über einen Inter­net­zu­gang ver­fü­gen. Damit die­ses Blog nicht öffent­lich zugäng­lich ist, nut­ze ich ein Plug­in: Mem­bers Only. Es ist zwar nicht für aktu­el­le Ver­sio­nen von Word­Press getes­tet, aber es läuft damit aus­ge­zeich­net.  Alle SuS haben die Rol­le „Autor“, sodass sie nur eige­ne Tex­te über­ar­bei­ten, aber frem­de wenigs­tens kom­men­tie­ren kön­nen. Ich bin von den Mög­lich­kei­ten abso­lut begeis­tert. Ich kann jetzt:

  1. Sprach- und Recht­schreib­phä­no­me­ne an authen­ti­schen Tex­ten besprechen
  2. Heim­lich“ SuS mit beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen för­dern, z.B. durch eine Kor­rek­tur per Mail (kom­men­tier­tes PDF)
  3. Tex­te über­ar­bei­ten las­sen auf Basis von Schülerkommentaren
  4. Beson­ders gelun­ge­ne Tex­te auf öffent­li­che Platt­for­men portieren

Teil­wei­se log­gen sich SuS mehr­mals ein und lesen ihre Haus­auf­ga­be noch­mals quer – Kor­rek­tu­ren gehen jetzt ja schnell und schmerz­los, auch weil Word­Press im Gegen­satz zu Mood­le ja extrem benut­zer­freund­lich und intui­tiv ist, wenn es um UGC (user gene­ra­ted con­tent) geht. Eben­so gestal­ten eini­ge SuS ihre Tex­te mit Bil­dern und Links – frei­wil­lig! Natür­lich kön­nen SuS Haus­auf­ga­ben auch sim­pel per Mail schi­cken, da ihre Adres­sen ja alle im Word­Press regis­triert sind. Es gibt in der Klas­se jetzt Über­le­gun­gen, ob wir alle Redak­teu­re mit einem Codex wer­den: Der Codex sähe erst­mal so aus, dass wir still­schwei­gend auch in frem­den Tex­ten Recht­schreib­feh­ler kor­ri­gie­ren (und sonst nichts).

Mei­ne SuS möch­ten ihre Haus­auf­ga­ben nicht öffent­lich blog­gen. Sie wol­len die Sicher­heit der geschütz­ten Lern­grup­pe. Das respek­tie­re ich und fra­ge jeden vor der welt­wei­ten Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Tex­tes. Es gibt jetzt die Über­le­gung, beson­ders gelun­ge­ne Arbei­ten in ein Maha­ra­port­fo­lio zu legen (statt das Heft am Ende des Jah­res in den Papier­korb). Das wäre doch ein­mal eine schö­ne Auf­ga­be  für die Woche vor den Sommerferien.

Beamen statt Kreide

Zwei klei­ne­re Erfahrungen:

Unse­re natur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­räu­me ver­fü­gen über einen fest­in­stal­lier­ten Bea­mer mit VGA-Anschluss (D‑SUB) am Leh­rer­tisch. Die Kom­bi aus Net­book und Bea­mer ist in 30 Sekun­den ein­satz­be­reit (Ubun­tu boo­tet schnel­ler als ein Win­dows aus dem Tief­schlaf auf­wacht – der Bea­mer braucht ca. eine hal­be Minu­te zum Vor­wär­men der Lam­pe). Ich habe ges­tern die Aus­wer­tung eines Ver­su­ches tabel­la­risch am Net­book mit Open­Of­fice gesi­chert. Dabei konn­te ich stets die Klas­se anschau­en und damit viel prä­sen­ter sein, als hät­te ich mich zur Tafel umge­dreht und mit Krei­de gear­bei­tet – ich konn­te sichern und simul­tan kom­mu­ni­zie­ren. Das hat mir gefallen.

Nicht bei jeder Art von Tafel­bild wird sich das anbie­ten, aber es muss nicht immer ein SMART-Board sein. Tech­nik brach­te an die­ser Stel­le für mich einen ech­ten Mehr­wert. Jetzt brau­che ich nur noch Schlit­ze an jedem Schü­ler­tisch, aus denen dann der fer­ti­ge Druck kommt – oder eben das Tafel­bild gleich in das E‑Portfolio eines jeden Schü­lers an die pas­sen­de Stel­le bea­men – dann kön­nen auch die unstruk­tu­rier­ten Heft­füh­rer bei der Vor­be­rei­tung der nächs­ten Klau­sur mit glei­chen Chan­cen antreten.

In Deutsch habe ich heu­te eine Linoit-Pinn­wand zurück auf das SMART-Board geholt – also qua­si auch gebeamt. Die SuS hat­ten sofort Zugriff auf die The­men der vor­letz­ten(!) Stun­de, sodass wir auf einem recht hohen Niveau über einen Sach­text dis­ku­tie­ren konn­ten. Das hat mir auch gefallen.

CSB-Wert: Massenäquivalente Sauerstoff berechnen

Der CSB-Wert dient dazu, Aus­sa­gen über den Umfang orga­ni­scher Ver­un­rei­ni­gun­gen von Was­ser zu tref­fen. Orga­ni­sche Ver­bin­dun­gen sind in der Regel gut oxi­dier­bar, damit liegt es nahe, die­se quan­ti­ta­tiv durch den Ein­satz eines star­ken Oxi­da­ti­ons­mit­tels wie etwa Kali­um­per­man­ga­nat oder Kali­um­dichro­mat zu bestim­men. In der Pra­xis macht man das dadurch, dass man vor­ge­be­ne­ne Volu­mi­na an Kali­um­dichro­mat- oder Kali­um­per­man­ganana­t­lö­sung mit bekann­ter ent­hal­te­ner Stoff­men­ge zusam­men mit einer Was­ser­pro­be unter Rück­fluss erhitzt und die Rest­men­ge an Oxi­da­ti­ons­mit­tel durch Titra­ti­on bestimmt – direkt oder gar durch Rück­ti­tra­ti­on. Somit kann man Aus­sa­gen über den Oxi­da­ti­ons­mit­tel­ver­brauch treffen.

Dum­mer­wei­se ist der CSB-Wert über den che­mi­schen Sau­er­stoff­be­darf defi­niert, weil in Was­ser gelös­ter Sau­er­stoff nor­ma­ler­wei­se beim Abbau orga­ni­scher Sub­stan­zen in der Natur zumin­dest indi­rekt als allei­ni­ger Ener­gie­lie­fe­rant für aero­be Mikro­or­ga­nis­men eine Rol­le spielt. Dar­aus ergibt sich die Not­wen­dig­keit, den Ver­brauch an Oxi­da­ti­ons­mit­tel in den fik­ti­ven Ver­brauch an Sau­er­stoff umzurechnen.

Kon­kret könn­te eine Fra­ge lauten:

Wie viel Mil­li­gramm Kaliumpermanganat/Kaliumdichromat ent­spre­chen dem Oxi­da­ti­on­ver­mö­gen von einem Mil­li­gramm Sauerstoff?

Wei­ter­le­sen

Bye, bye Twitter!

Ich habe mei­nen Twit­ter­ac­count ges­tern nach wochen­lan­ger Über­le­gung gelöscht. Ich habe die­se Über­le­gun­gen nicht öffent­lich gemacht, aber sie lau­fen im Kern auf einen Gedan­ken hin­aus, den Jean-Pol Mar­tin zumin­dest sinn­ge­mäß ein­mal geäu­ßert hat: Ver­ant­wor­tung für sich selbst bedeu­tet auch, sich mit Men­schen und Infor­ma­tio­nen zu umge­ben, die die eige­nen Bedürf­nis­se maxi­mal befrie­di­gen, um hand­lungs­fä­hig und explo­ra­tiv zu blei­ben. Das kommt sehr schön (und augen­zwin­kernd!) in einem sei­ner Vide­os zum Aus­druck, in dem er u.a. sei­ne Gedan­ken zum The­ma Lie­be äußert.

Ist Twit­ter jetzt kei­ne Quel­le der Bedürf­nis­be­frie­di­gung für mich?

Und ob Twit­ter das ist. Über Twit­ter habe ich eine gan­ze Rei­he von Men­schen ken­nen gelernt, die mir sehr wich­tig sind und die mir unzäh­li­ge Gedan­ken, Tex­te, Links usw. zugäng­lich gemacht haben, auf die ich ohne sie nie Zugriff erhal­ten hät­te. Twit­ter macht mir wahn­sin­nig viel Spaß und hat mich daher jeden Tag inner­lich und äußer­lich beschäf­tigt – aber genau das wur­de auch zu einem Problem.

Wel­ches Problem?

Ich habe pri­va­te Ver­ant­wor­tung, ich habe beruf­li­che Ver­ant­wor­tung und ja – ich habe auch noch Hob­bys, z.B. die­ses Blog hier. Ich habe also unzäh­li­ge Quel­len der Bedürf­nis­be­frie­di­gung, so vie­le, dass ich aus­wäh­len muss. Twit­ter hat bei mir doch eine gan­ze Men­ge an stark frag­men­tier­ten Zeit­res­sour­cen ver­langt, die dann bei ande­ren Quel­len fehl­ten. Dazu kommt, dass bei Twit­ter die bedürf­nis­be­frie­di­gen­den Ereig­nis­se, die Emer­gen­zen ein­fach immer schwer „plan­bar“ waren – das sind sie im Leben ja auch. Twit­ter hat für mich immer etwas wie ein Knei­pen­abend. Man redet über sehr viel, man hört sehr viel, aber das Infor­ma­ti­ons­de­stil­lat – so schön und voll­mun­dig es immer auch war – konn­te für mich bald nicht mehr mit dem ande­rer Quel­len kon­kur­rie­ren. Und in die Knei­pe könn­te ich übri­gens auch ein­mal öfter gehen…

Was war der end­gül­ti­ge Auslöser?

Das war Zoe (Name ver­fälscht). Ich weiß nicht, wer Zoe ist – ich ver­mu­te ein Teen­ager. Zoe hat mir zu einem Arti­kel, den ich hier geschrie­ben habe, zwei Fra­gen gestellt, die mich noch­mal ganz neu über den Lehr­in­halt aus dem Arti­kel und über den Umgang mit die­sen Lehr­in­hal­ten in mei­nen Unter­richt über­haupt haben nach­den­ken las­sen, weil es unglaub­lich gute Fra­gen sind. Zoes Fra­gen wer­den sofort mein unter­richt­li­ches Han­deln bestim­men – und allein im Han­deln liegt für mich per­sön­lich zur Zeit die „Haupt­be­dürf­nis­be­frie­di­gungs­quel­le“.

Und die gan­zen Men­schen auf Twitter?

Mein Feed­rea­der ist aber sowas von auf­ge­bohrt, dass ich hof­fe, kaum einen aus den Augen zu ver­lie­ren. Fast alle füh­ren Blogs oder sind auch noch auf ande­re Art und Wei­se im Netz zu errei­chen, z.B. über die Kom­men­tar­funk­ti­on ihrer Blogs oder bei enga­giert orga­ni­sier­ten Live-Events. Für mich waren oft die Dis­kus­sio­nen, die in den Blogs statt­fan­den, eine Quel­le der Bedürf­nis­be­frie­di­gung – nicht unbe­dingt eine bes­se­re als Twit­ter, aber eine ent­schleu­nig­te­re – denn: Man wird ja nicht jün­ger :o)…

Aber der Account hät­te doch blei­ben können?

Nee – ganz oder gar nicht. Der Fin­ger zuck­te schon jetzt viel zu oft beim Über­fah­ren des gel­ben Tweet­deck-Icons und dann woll­te man eigent­lich das Arbeits­blatt für mor­gen – aber da kam ja dann der Link auf den Arti­kel sowie­so rein und schon dau­er­te eine Arbeit, die ansons­ten in 30 Minu­ten durch gewe­sen wäre, locker ein­mal 90 Minu­ten. Die per­sön­li­chen Lern­ergeb­nis­se in den 90 Minu­ten waren super, aber das Arbeits­blatt wur­de oft ein­fach nicht fer­tig. Ich bin da ein­fach zu undis­zi­pli­niert :o)…

Aber wenn es sonst weni­ger wird – ist Twit­ter dann wie­der eine Option?

Ich bin mir nicht sicher, wie lan­ge Twit­ter noch geben wird. Schon jetzt tau­chen ande­re Diens­te am Hori­zont auf und das Web2.0‑Karussell dreht sich nun­mal sehr schnell. Auf jeden Fall gibt es für jeden, der für Twit­ter Zeit hat, dort eine Men­ge zu erle­ben und zu ler­nen. Das habe ich selbst erfahren.

Habe ich eine gelungene Geschichte verfasst?

Bei eige­nen Geschich­ten gibt es so viel zu beach­ten, dass man als Leh­ren­der natür­lich auch anfangs über vie­les hin­weg­se­hen muss, um die Lust am Schrei­ben nicht sofort mit über­trie­be­nen Deutsch­pau­ker­an­sprü­chen hin­weg­zu­fe­gen. Ein sol­cher Anspruch ist in fol­gen­der – noch­mals ver­wurs­te­ter Gra­fik (mind42.com) dargestellt:

Ein­fa­cher geht es mit einer klei­nen Tabel­le, die wie folgt auf­ge­baut sein kann:

Teil der Geschichte Wel­che Ver­ben (der Bewe­gung) habe ich verwendet? Wel­che Adjek­ti­ve habe ich verwendet?
Ein­lei­tung (Zei­le x‑y) Lis­te mit Verben Lis­te mit Adjektiven
Haupt­teil (Zei­le x‑y) dito dito
Schluss (Zei­le x‑y) dito dito

Die SuS tei­len ihre Geschich­te in drei Tei­le ein und suchen in die­sen Tei­len nach Ver­ben (der Bewe­gung) und Adjek­ti­ven. Wenn gera­de in jun­gen Klas­sen SuS die­se Wort­lis­te lesen, bekom­men sie nach mei­nen Erfah­run­gen ein Gefühl dafür, wel­che Stim­mung dadurch erzeugt wird – eher als wenn sie ihren gesam­ten eige­nen Text lesen. Wenn die­ses Gefühl im Haupt­teil bei z.B. einer Erleb­nis­er­zäh­lung „krib­be­lig“ ist (je nach Inhalt), das ist das zumin­dest ein Indiz für eine gelun­ge­ne Wortwahl.

Mei­ne Klas­se hat gleich mit mir geme­ckert: Man muss die Geschich­te doch noch wei­ter unter­tei­len, drei Tei­le rei­chen nicht aus. Man braucht noch jeweils eine Extra­zei­le für den Auf- und eine für den Abbau der Span­nung. Der Höhe­punkt muss doch mehr her­aus­ge­stellt wer­den. Und über­haupt: Die Satz­an­fän­ge und Bin­de­wör­ter sol­len jeweils eine Extra­spal­te bekommen.

Ganz gleich wie man es macht: Ich hal­te es für eine gute Metho­de, um emo­tio­na­le Distanz zu sei­nem eige­nen Text zu gewin­nen, was m.E. Vor­aus­set­zung für eine Über­ar­bei­tung ist. SuS müs­sen dafür den eige­nen Text struk­tu­rie­ren und auf ein­fa­che Wei­se sprach­lich untersuchen.

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