Wasser auf meine Mühlen…

Ich wer­de heu­te eine empi­ri­sche Unter­su­chung vor­stel­len, nach der wir in der neun­ten Jahr­gangs­stu­fe eines nord­rhein-west­fä­li­schen Gym­na­si­ums eine Abitur-Leis­tungs­kurs­ar­beit Bio­lo­gie haben schrei­ben las­sen – ohne jede inhalt­li­che Vor­be­rei­tung. Das Ergeb­nis war erschre­ckend, denn zwei Drit­tel Schü­ler hät­ten die Abitur­ar­beit bestan­den, einer sogar mit einer Eins.“

Fund­stel­le: FR-online

Nun ist der gute Hans Peter Klein ursprüng­lich ein Gym­na­si­al­leh­rer und damit für eine Viel­zahl von Ste­reo­ty­pen prä­de­sti­niert – aber die­se Stu­die deckt sich mit mei­nen sub­jek­ti­ven Erfah­run­gen in mei­nen Fächern hier in Nie­der­sach­sen.

Mein Spruch dazu letz­tens im Che­mie­kurs auf erhöh­tem Niveau: „Ich berei­te euch nicht auf das Abitur vor – ich möch­te, dass ihr spä­ter im Grund­stu­di­um klar­kommt“. In mei­nem Deutsch­kurs auf erhöh­tem Niveau gab es in die­sem Jahr auch einen sat­ten Schnitt – nur: Das dazu not­wen­di­ge Wis­sen hät­te  wahr­schein­lich auch in einem hal­ben Jahr ver­mit­telt wer­den kön­nen.

Viel­leicht bin ich ein unglaub­li­cher Mie­se­pe­ter und freue mich nicht des eige­nen „Erfolgs“. Viel­leicht sind mei­ne Ansprü­che mitt­ler­wei­le welt­fremd, ich weiß es manch­mal nicht mehr.

Moodle und Benutzerverwaltung…

… ist in mei­nen Augen so gar nicht gelun­gen, da immer wie­der glei­che Pro­ble­me auf­tre­ten:

  1. Mood­le akt­zep­tiert z.B. nur Daten­sät­ze, die eine – im For­mat gül­ti­ge E‑Mailadresse – ent­hal­ten. Nun besitzt nicht jeder Schü­ler oder jede Schü­le­rin eine sol­che – von Lehr­kräf­ten ein­mal ganz zu schwei­gen. Das führt oft dazu, dass die Admins „Fan­ta­sie­adres­sen“ erfin­den – im aller­schlimms­ten Fall mit einem gül­ti­gen Domai­n­an­teil – womit man mit sei­ner Ser­ver-IP schnell auf gän­gi­gen Black­lists lan­det und dann kaum Mails mehr ver­schickt wer­den kön­nen.
  2. Mood­le loggt exzes­siv Benut­zer­ak­ti­vi­tä­ten (eigent­lich jeden Klick) – das Bewusst­sein für Daten­schutz scheint mir gera­de in anglo­ame­ri­ka­ni­schen Kon­tex­ten nicht so sen­si­bel ent­wi­ckelt. In Deu­sch­land gilt der Grund­satz der Daten­spar­sam­keit. Man kann recht­li­chen Pro­ble­men vor­beu­gen, indem man die Eltern ent­spre­chen­de Ein­ver­ständ­nis­er­klä­run­gen unter­schrei­ben lässt, was einen erheb­li­chen Auf­wand bedeu­tet. Die Anzei­ge einer Infor­ma­ti­on vor der erst­ma­li­gen Anmel­dung, wel­che Daten in wel­chem Umfang erho­ben wer­den, dürf­te bei Min­der­jäh­ri­gen recht­lich ins Lee­re lau­fen. Die­ses Pro­blem wird immer wie­der ger­ne weg­dis­ku­tiert mit dem Argu­ment, dass man sich zwi­schen dem päd­ago­gisch Sinn­vol­len und der Gän­ge­lung durch recht­li­che Kon­tex­te krea­tiv bewe­gen muss. Fakt ist aber lei­der, dass Mood­le nicht das Prin­zip der Daten­spar­sam­keit erfüllt.
  3. Inter­ope­ra­bi­li­tät zwi­schen ver­schie­de­nen Mood­le­sys­te­men (und dadurch zwi­schen Schu­len) wird durch MNET – das Mood­le­net­work mög­lich. Ich war bis­her immer ent­schie­den zu doof, das zu kon­fi­gu­rie­ren. Außer­dem ist mir nie ganz klar­ge­wor­den, wel­che Daten da tat­säch­lich aus­ge­tauscht wer­den.

Es folgt eine klei­ne Spin­ne­rei, wie der­ar­ti­ge Pro­ble­me tech­nisch gut in den Griff zu bekom­men sind. Das erfor­dert jedoch eini­ges an Brain 2.0 – denn die Lösung heißt in mei­nen Augen LDAP. Wei­ter­le­sen

Zentrale Abiturprüfung – effiziente, kostenneutrale Lehrerfortbildung

Wäre ich ein Kul­tus­mi­nis­te­ri­um und hät­te kein Geld für Fort­bil­dung mei­ner Bediens­te­ten, wür­de ich ein Zen­tral­ab­itur mit ver­bind­li­chen the­ma­ti­schen Vor­ga­ben ein­füh­ren.

Ich wür­de die Vor­ga­ben so wäh­len, dass sich sich grund­sätz­lich nicht auf bis­her exem­pla­ri­sche Tex­te ein­zel­ner Epo­chen bezie­hen und so den Hori­zont mei­ner Leh­rer­schaft wir­kungs­voll erwei­tern. Zudem ist es abso­lut ver­mes­sen zu glau­ben, dass es inner­halb der Deutsch­di­dak­tik auch über Jahr­zehn­te bewähr­te Tex­te geben soll­te. Leh­rer unter­rich­ten schließ­lich metho­disch und inhalt­lich ver­al­tet.

Wei­ter­le­sen