Beamen statt Kreide

Zwei klei­ne­re Erfah­run­gen:

Unse­re natur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­räu­me ver­fü­gen über einen fest­in­stal­lier­ten Bea­mer mit VGA-Anschluss (D-SUB) am Leh­rer­tisch. Die Kom­bi aus Net­book und Bea­mer ist in 30 Sekun­den ein­satz­be­reit (Ubun­tu boo­tet schnel­ler als ein Win­dows aus dem Tief­schlaf auf­wacht – der Bea­mer braucht ca. eine hal­be Minu­te zum Vor­wär­men der Lam­pe). Ich habe ges­tern die Aus­wer­tung eines Ver­su­ches tabel­la­risch am Net­book mit Open­Of­fice gesi­chert. Dabei konn­te ich stets die Klas­se anschau­en und damit viel prä­sen­ter sein, als hät­te ich mich zur Tafel umge­dreht und mit Krei­de gear­bei­tet – ich konn­te sichern und simul­tan kom­mu­ni­zie­ren. Das hat mir gefal­len.

Nicht bei jeder Art von Tafel­bild wird sich das anbie­ten, aber es muss nicht immer ein SMART-Board sein. Tech­nik brach­te an die­ser Stel­le für mich einen ech­ten Mehr­wert. Jetzt brau­che ich nur noch Schlit­ze an jedem Schü­ler­tisch, aus denen dann der fer­ti­ge Druck kommt – oder eben das Tafel­bild gleich in das E-Port­fo­lio eines jeden Schü­lers an die pas­sen­de Stel­le bea­men – dann kön­nen auch die unstruk­tu­rier­ten Heft­füh­rer bei der Vor­be­rei­tung der nächs­ten Klau­sur mit glei­chen Chan­cen antre­ten.

In Deutsch habe ich heu­te eine Linoit-Pinn­wand zurück auf das SMART-Board geholt – also qua­si auch gebeamt. Die SuS hat­ten sofort Zugriff auf die The­men der vor­letz­ten(!) Stun­de, sodass wir auf einem recht hohen Niveau über einen Sach­text dis­ku­tie­ren konn­ten. Das hat mir auch gefal­len.

Rückschau: Smartboard, Web2.0, Lesekonferenzen

In letz­ter Zeit habe ich so eini­ge Din­ge ange­dacht – es wird Zeit ein­mal von kon­kre­ten Erfah­run­gen zu berich­ten.

1. Smart­board-Erfah­run­gen

Ich habe jetzt eini­ge Erfah­run­gen mit der Smart­board-Soft­ware sam­meln dür­fen. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ganz schlech­ter Kli­cker bin. Ganz viel lässt sich damit anstel­len und noch mehr ist intui­tiv bedien­bar, aber es macht mir viel zu oft „Pop“ auf dem Board (wenn ich mit dem Fin­ger dar­auf tip­pe, um z.B. Werk­zeu­ge zu wech­seln oder die Hand­schrift­er­ken­nung zu akti­vie­ren). Bes­ser haben mir in Kom­bi­na­ti­on mit dem Smart­board zwei Web2.0-Dienste gefal­len:

  • http://en.linoit.com/ – eine vir­tu­el­le Pinn­wand, die sich sehr intui­tiv und ein­fach bedient und eigent­lich auch genug kann, um z.B. Meta­pla­ning zu vir­tua­li­sie­ren. Die durf­te ich ein­mal mehr durch René Schepp­ler ken­nen ler­nen. Es fehlt mir noch eine Export­funk­ti­on, etwa als PDF, oder ich fin­de sie nicht.
  • http://mind42.com/ – ein Dienst zur kol­la­bo­ra­ti­ven Erstel­lung von Mind­maps, man kann sogar simul­tan mit meh­re­ren Per­son an einer Map arbei­ten. Ken­nen gelernt habe ich die­sen Dienst durch Dani­el Juling auf dem Edu­Camp in Ham­burg.

Oberst ner­vig ist für mich der Medi­en­bruch bei der Pinn­wand, wenn gesi­chert wer­den soll. Bei mind42 expor­tie­re ich ein PDF und lade das z.B. in einem Mood­le­kurs hoch, bei linoit bleibt mir bis­her nur der Griff zum Bild­schirm­fo­to. Tja – wenn wir jetzt Schü­ler­note­books hät­ten…

2. Lese­kon­fe­renz­erfah­run­gen

Ich war heu­te sehr stolz auf eine mei­ner Klas­sen. Die Bei­trä­ge (Haus­auf­ga­ben) wur­de so dif­fe­ren­ziert und eben nicht aus­schließ­lich defi­zit­ori­en­tiert von den SuS bespro­chen, dass man wirk­lich sehen konn­te, wie dem einen oder ande­ren Vor­tra­gen­den die Brust schwoll. Außer­dem kam ich mir in die­sen ers­ten 15 Minu­ten ziem­lich über­flüs­sig vor. Hof­fent­lich ver­lie­ren sie nach­hal­tig die Angst vor dem Haus­auf­ga­ben­vor­trag. Ob das jetzt an mei­nen päd­ago­gi­schen Impe­tus liegt oder an der Klas­se selbst oder an bei­den ist mir eigent­lich egal. Das Ergeb­nis zählt.

3. Blog im Unter­richt

Ich ver­su­che gera­de eine Art Zei­tungs­pro­jekt mit einer mei­ner Klas­sen auf die Bei­ne zu stel­len. Dafür nut­ze ich ein Word­Press-Blog – natür­lich (wer mich kennt, weiß es…) kein öffent­li­ches, son­dern ein selbst auf unse­rem Schul­ser­ver instal­lier­tes. Schei­tern, schei­tern, schei­tern. Die Regis­trie­rungs­mails kom­men nicht an, die ver­schick­ten Pass­wor­te funk­tio­nie­ren nicht usw. Seufz – mit wordpress.com wäre das schon ein­fa­cher, aber eben total öffent­lich und eben noch’n Account noch’n Gedicht… Aber heu­te scheint es end­lich geklappt zu haben. Viel­leicht kön­nen wir mor­gen schon los­blog­gen. Und am Schluss der Ein­heit zei­ge ich ihnen natür­lich auch Blog­diens­te wie wordpress.com.