Selfiegate

Eine Mit­ar­bei­te­rin des Schwei­zer Par­la­ments hat von sich frei­zü­gi­ge Fotos ver­öf­fent­licht, die teil­wei­se sogar in den Amts­räu­men ihres Arbeit­ge­bers ent­stan­den sind. Die­se Fotos wur­den unter einem pseudonymisierten1)Pseudonymisierung: Tat­säch­lich han­delt es sich nicht um eine Anony­mi­sie­rung, da die­se dem Grund­satz der Nicht­ver­kett­bar­keit folgt. Der Twit­ter­ac­count der Dame lie­fer­te offen­bar aus­rei­chend Infor­ma­tio­nen (Ver­ket­tun­gen), die eine Auf­lö­sung des Real­na­mens ermög­lich­te. Anony­me Leh­rer­blogs gibt es damit auch nicht, da bei kon­kre­ten Erleb­nis­be­rich­ten zumin­dest für die Betei­lig­ten oder Freun­de der Real­na­me ermit­tel­bar ist — auch von Per­so­nen, über die geschrie­ben wird. Twit­ter­ac­count ver­öf­fent­licht. Fin­di­ge Men­schen ver­moch­ten jedoch, die­sen Account zu dep­seud­ony­mi­sie­ren. Dar­um ent­spinnt sich jetzt in Blogs und auf Twit­ter (Hash­tag: #sel­fie­ga­te) eine Debat­te dar­über, inwie­fern auf sol­chen Platt­for­men wie Twit­ter oder Face­book gepos­te­te Text­nach­rich­ten, Bil­der und Vide­os von Drit­ten (z.B. Pres­se­or­ga­nen) ver­wen­det wer­den dür­fen. Die Kern­fra­ge lau­tet dabei:

Darf alles, was im Netz ver­füg­bar ist, auch belie­big von Drit­ten ver­wen­det wer­den?

Beson­de­re Bri­sanz erhält die­se Fra­ge, wenn es um Bil­der, Text­nach­rich­ten oder Vide­os von Jugend­li­chen oder Kin­dern geht, die sich in sozia­len Netz­wer­ken bewe­gen. Immer­hin heißt es in den Geschäft­be­din­gun­gen von z.B. Face­book:

 Für Inhal­te, die unter die Rech­te an geis­ti­gem Eigen­tum fal­len, wie Fotos und Vide­os („IP-Inhal­te“), erteilst du uns vor­be­halt­lich dei­ner Pri­vat­sphä­re- und Anwen­dungs­ein­stel­lun­gen die fol­gen­de Erlaub­nis: Du gibst uns eine nicht-exklu­si­ve, über­trag­ba­re, unter­li­zen­zier­ba­re, unent­gelt­li­che, welt­wei­te Lizenz für die Nut­zung jeg­li­cher IP-Inhal­te, die du auf oder im Zusam­men­hang mit Face­book pos­test („IP-Lizenz“). Die­se IP-Lizenz endet, wenn du dei­ne IP-Inhal­te oder dein Kon­to löscht, außer dei­ne Inhal­te wur­den mit ande­ren Nut­zern geteilt und die­se haben sie nicht gelöscht.

Quel­le: https://www.facebook.com/note.php?note_id=10150282876970301

Was das im Ein­zel­nen bedeu­tet, ist recht­lich hier sehr schön zusam­men­ge­fasst. Hier gibt mehr unge­klär­te als geklär­te Fra­gen, z.B. ob eine nicht voll geschäfts­fä­hi­ge Per­so­nen die­se Rech­te über­haupt ein­räu­men kann. Des­sen unge­ach­tet erklärt man sich bei der Nut­zung von Face­book mit deren AGB ein­ver­stan­den. Gel­ten die­se AGB, darf Face­book z.B. eine Wer­be­kam­pa­gne mit mei­nem Kon­ter­fei star­ten ohne mich zu fra­gen.

Dua­lis­men

Die reflex­ar­ti­ge Ant­wort auf die­se Pro­ble­ma­tik der Anders­den­ken­den ist im Wesent­li­chen die, die man Eric Schmidt (Goog­le) mal in den Mund gelegt hat

Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wol­len, dass es irgend­je­mand erfährt, soll­ten Sie es viel­leicht ohne­hin nicht tun.” — Zitiert von Chris­ti­an Stö­cker in: Goog­le will die Welt­herr­schaft (Auf die Fra­ge nach dem Daten­schutz bei Goog­le), 8. Dezem­ber 2009. spiegel.de/netzwelt

Quel­le: http://de.wikiquote.org/wiki/Eric_Schmidt

Die Lösung soll also laut der Kri­ti­ker sein, nichts im Netz zu ver­öf­fent­li­chen, von dem man nicht will, dass es miss­braucht oder in einen ande­ren Kon­text wird. Bis­her ist das sehr dua­lis­tisch: Ganz oder gar nicht.

Inten­dier­te Öffent­lich­keit

Da Dua­lis­mus einer der beson­ders unbe­lieb­ten Din­ge im Netz ist, gibt es Bestre­bun­gen, Zwi­schen­tö­ne zwi­schen „pri­vat” und „öffent­lich” zu kon­stru­ie­ren bzw. mora­lisch ein­zu­for­dern, z.B. bei Phil­ip­pe Wampf­ler bereits in meh­re­ren Arti­keln.

Das, was dort beschrie­ben wird, lässt sich für mich am ehes­tens mit dem Begriff „inten­dier­te Öffent­lich­keit” fas­sen. Äuße­run­gen, Foto- oder Videou­ploads sind in die­ser Les­art nicht welt­öf­fent­lich gemeint, son­dern für einen bestimm­ten Zweck und Adres­sa­ten­kreis bestimmt.

Zum Bei­spiel ist das Face­book­pro­fil eines Freun­des für die Men­schen bestimmt, mit denen er aus eige­ner Ent­schei­dung Infor­ma­tio­nen teilt. Obwohl es öffent­lich zugäng­lich ist, darf ich es in der Les­art der inten­dier­ten Öffent­lich­keit nicht ein­fach in einem Kon­text auf­ru­fen, der von ihm nicht vor­ge­se­hen wor­den ist — etwa im Rah­men einer Unter­richts­stun­de zur Medi­en­kom­pe­tenz oder von sei­nen Eltern zur Aus­for­schung des Pri­vat­le­bens.

Über­tra­gen auf Sel­fie­ga­te ist es Unrecht, dass die Iden­ti­tät der Frau auf­ge­deckt und für die gewinn­ori­en­tier­te Nut­zung im Rah­men von Bericht­erstat­tung in der Pres­se ver­wen­det wur­de, weil es für die Frau eben ekla­tan­te Fol­gen hat und sie einer sol­chen Ver­wen­dung über ihre inten­dier­te Öffent­lich­keit hin­aus nie zuge­stimmt hät­te.

Ich als Lehr­kraft muss eine Bewer­tung mei­ner dienst­li­che Iden­ti­tät auf Bewer­tungs­por­ta­len dul­den. Muss ich auch dul­den, dass die­se Ergeb­nis­se z.B. in einer Schü­ler­zei­tung frei ver­wen­det wer­den?

Gera­de das letz­te Bei­spiel zeigt, dass ich nicht ein­mal selbst Din­ge preis­ge­ben muss, um mit die­ser grund­sätz­li­chen Fra­ge­stel­lung kon­fron­tiert zu sein und nicht unmit­tel­bar „selbst schuld” bin, weil ich frei­wil­lig Daten ver­öf­fent­licht habe.

Mit der Anmel­dung zu Face­book hat man aber zumin­dest gegen­über Face­book selbst zuge­stimmt, dass es eine inten­dier­te Öffent­lich­keit in Bezug auf Face­book nicht gibt.

Mei­ne Webrea­li­tät

Über die Mög­lich­keit, Daten zu kon­trol­lie­ren, habe ich schon an ande­rer Stel­le geschrie­ben. Ich gehe davon aus, dass mit Daten im Netz das gemacht wer­den wird, was für irgend­wen einen Sinn ergibt. Das ist nicht schön. Das mag mora­lisch ver­werf­lich sein. Es ist viel­leicht aber die Natur des Mensch­li­chen.

Was genau wäre nötig, um ein ehr­ba­res Anlie­gen wir eine Ver­an­ke­rung der „inten­dier­ten Öffent­lich­keit” in einem glo­ba­li­sier­ten Netz zu eta­blie­ren? Zusätz­lich natür­lich — wie immer — am bes­ten ohne staat­li­che Ein­grif­fe?

Rea­lis­ti­scher erscheint mir die Ein­sicht, dass ich die Kon­trol­le über mei­ne Daten an der Pfor­te zum Netz schlicht abge­be. Dazu muss man — fin­de ich — begrei­fen, dass der Begriff der Kopie im Netz völ­lig unan­ge­bracht ist. Die digi­ta­le Reprä­sen­ta­ti­on z.B. eines Fotos auf mei­nem Rech­ner und im Brow­ser eines Web­sur­fers ist iden­tisch. Die Res­sour­ce wird qua­li­ta­tiv nicht schlech­ter.

Ich kann in Euro­pa ger­ne ethi­sche Stan­dards haben und mich dar­an hal­ten, muss viel­leicht aber hin­neh­men, dass die­se in ande­ren Berei­chen der Welt belä­chelt wer­den wer­den.

Ich kann also momen­tan eigent­lich nur — zumin­dest für die Daten, die ich selbst ver­brei­te — immer einen Fil­ter vor­schal­ten und genau prü­fen, ob ich mit dem Ver­lust der Kon­trol­le über die­se Daten leben kann, bis es welt­weit gül­ti­ge mora­li­sche Regeln gibt. Das ist ziem­lich unbe­quem nicht mehr auf Ver­hal­ten in der Ver­gan­gen­heit anwend­bar, also eigent­lich unrea­lis­tisch.

Ein­fa­cher bekom­me ich ggf. die Pro­ble­ma­tik mit den Daten in den Griff, die Drit­te über mich ins Netz ein­stel­len — daher kann ich theo­re­tisch jetzt schon weit­aus bes­ser vor­ge­hen, als gegen ein Nackt­fo­to, wel­ches ich selbst ver­öf­fent­li­che und wel­ches dann über die von mit inten­dier­te Öffent­lich­keit hin­aus Krei­se zieht.

Pro­vo­zie­ren­des

Die unbe­küm­mer­ten Daten­ge­ber der letz­ten Jah­re bekom­men lang­sam aber sicher eine Ahnung davon, was mit ihren Daten gesche­hen kann, bzw. was der Preis für Bequem­lich­keit in der Nut­zung digi­ta­ler Werk­zeu­ge ggf. ist. Das Kon­zept der inten­dier­ten Öffent­lich­keit kommt mir ein wenig so vor wie eine Aus­re­de zum Erhalt des eige­nen Selbst­bil­des: „Ja nun, die Daten habe ich aus Bequem­lich­keit ver­brei­tet, aber das die so und so ver­wen­det wer­den, habe ich nicht gewollt und auch nicht gewusst! Und eine Rück­kehr ist doch gar nicht mehr mög­lich, so sehr wie sich die­se Diens­te in mei­nem Leben eta­bliert haben.” — Bei Face­book hät­te man es aber wis­sen kön­nen — es gab genug Leu­te, die die AGB gele­sen und dar­über auf­ge­klärt haben.

Auf mei­nen Eltern­aben­den zur Medi­en­kom­pe­tenz erge­ben sich genau dar­aus immer wie­der für das Publi­kum recht ver­stö­ren­de Ant­wor­ten auf bestimm­te Fra­gen, z.B. nach der Her­kunft von Sexting (es waren wahr­schein­lich Erwach­se­ne in Fern­be­zie­hun­gen, die damit ange­fan­gen haben) und grund­sätz­lich waren es auch immer Erwach­se­ne, die aus Bequem­lich­keit nut­zen und Diens­te ver­wen­den, sich aber nun über das unre­flek­tier­te Ver­hal­ten ihrer Kin­der auf­re­gen. Der Gip­fel war neu­lich das Ver­schi­cken einer PIN für eine Kre­dit­kar­te über Whats­App in die USA. Mein Lieb­lings­satz dabei:

Kin­der und Jugend­li­che sind oft genug Spie­gel des Ver­hal­tens ihrer Vor­bil­der.

Wenn wir als Vor­bil­der Kon­zep­te wie die inten­dier­te Öffent­lich­keit für uns und unse­re Kin­der ent­wer­fen und über die damit ver­bun­de­ne Moral nach­den­ken, ist das wich­tig und gut. Wir dür­fen nur (noch nicht) Vor­bild in dem Glau­ben sein, das Netz (und die Mensch­heit) wäre dies­be­züg­lich bereits zu ethi­schen Grund­sät­zen bekehrt. Dar­auf weist zur­zeit eher wenig hin.

Daher ist der Begriff „inten­dier­te Öffent­lich­keit” ein theo­re­ti­sches Kon­strukt und kann als sol­ches m.E. nicht zur Recht­fer­ti­gung von vor­han­de­nem Ver­hal­ten die­nen, obwohl es etwas Trös­ten­des hat, zu kon­stru­ie­ren, dass gera­de Jugend­li­che viel­leicht ins­ge­heim schon immer impli­zit nach dem Kon­strukt der inten­dier­ten Öffent­lich­keit im Netz han­deln.

Die Ant­wort auf die Ein­gangs­fra­ge lau­tet also für mich zu die­sem Zeit­punkt:

Nein, es ist nicht in Ord­nung, dass Inhal­te von mir durch Drit­te belie­big ver­wen­det wer­den. Es ist aber naiv so zu tun, als geschä­he das nicht oder wür­de in abseh­ba­rer Zeit nicht mehr gesche­hen.

Fußnoten   [ + ]

1. Pseudonymisierung: Tat­säch­lich han­delt es sich nicht um eine Anony­mi­sie­rung, da die­se dem Grund­satz der Nicht­ver­kett­bar­keit folgt. Der Twit­ter­ac­count der Dame lie­fer­te offen­bar aus­rei­chend Infor­ma­tio­nen (Ver­ket­tun­gen), die eine Auf­lö­sung des Real­na­mens ermög­lich­te. Anony­me Leh­rer­blogs gibt es damit auch nicht, da bei kon­kre­ten Erleb­nis­be­rich­ten zumin­dest für die Betei­lig­ten oder Freun­de der Real­na­me ermit­tel­bar ist — auch von Per­so­nen, über die geschrie­ben wird.

Zukunftsapodiktionen

Hin­weis:

Das fol­gen­de Inter­view ist eine Fik­ti­on. Eine ein­sei­ti­ge Fik­ti­on, in die jede gut­mei­nen­de Kraft des heu­ti­gen Net­zes — etwas Bos­haf­tig­keit vor­aus­ge­setzt — inte­griert wer­den kann. Der Gegen­text exis­tiert auch schon in mei­nem Kopf, klingt aber bei Wei­tem nicht so rea­lis­tisch :o)…

 

Erst­ma­lig ist es Repor­tern der Hau­te Dai­ly gelun­gen, Eric Bald­win, CEO des Inter­net­mo­no­po­lis­ten „Event Hori­zon Inc.” zu einem Inter­view anläss­lich der Imple­men­tie­rung des Ethik­ra­tes inner­halb des Unter­neh­mens zu bewe­gen. Details zu die­sem Rat wur­den durch den Whist­leb­lo­wer Peter Foo­ma­tic im Ver­lauf des letz­ten Jah­res bekannt.

HDHerr Bald­win, wie kam es zu der Ein­set­zung es Ethik­ra­tes bzw. über­haupt zu der Idee, tech­no­lo­gi­sche Inno­va­ti­on durch Phi­lo­so­phen, Rechts­ge­lehr­te und Volks­wir­te beglei­ten bzw. die spä­te­re Umset­zung selbst von ethi­schen Kate­go­ri­en abhän­gig zu machen?

EB: Dazu müss­te man weit in die Geschich­te des Inter­nets zurück­ge­hen, die ja auch Teil der Geschich­te unse­res Unter­neh­mens ist. Im Grun­de genom­men ist der Ethik­rat Aus­druck einer Arro­ganz. Ver­kürzt dar­ge­stellt wol­len wir den Nut­zer vor sich selbst schüt­zen.

HD: Das bedarf jetzt aber einer Erläu­te­rung, Herr Bald­win!

EB: Wir gehen ein­mal in die Jah­re 2008–2018 zurück, also in eine Zeit, in der der Peach­kon­zern noch selbst­stän­di­ge Akti­en­ge­sell­schaft war, bevor er schließ­lich in unse­rem Kon­sor­ti­um auf­ging. Peach ist es gelun­gen, einen fun­da­men­ta­len Bedarf in der Bevöl­ke­rung zu decken, der sich in den Jah­ren zuvor in der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Betriebs­sys­tem „Weich­fens­ter” ent­wi­ckelt hat­te: Tech­nik als Geg­ner und Zeit­fres­ser, der User als stän­di­ger Ver­lie­rer. Vor allem letz­te­res hat­te immense psy­cho­lo­gi­sche Kon­se­quen­zen: Nie­mand steht ger­ne hilf­los da, das Beloh­nungs­sys­tem unse­res Gehirns braucht Erfolgs­er­leb­nis­se. Mit Peach­pro­duk­ten waren auf ein­mal die­se Erfolgs­er­leb­nis­se wie­der da: Man konn­te Daten über meh­re­re Gerä­te hin­weg syn­chro­ni­sie­ren, man konn­te Medi­en auf ein­fa­che Art und Wei­se an fast jedem Ort kon­su­mie­ren, man konn­te sein Zeit effek­ti­ver gestal­ten durch z.B. eine funk­tio­nie­ren­de Ter­min­ver­wal­tung und Bün­de­lung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge — man konn­te über­haupt „sein Netz” über­all hin mit­neh­men — das pTalk, ers­tes SMART­Pho­ne sei­ner Art,  hat die Welt ver­än­dert: Ergo man war in sei­ner Wahr­neh­mung tech­nisch wie­der kom­pe­tent und zahl­te dafür auch ger­ne.

HD: Ein pro­fi­ta­bles Geschäfts­mo­dell, das im Wesent­li­chen auf Nied­rig­lohn­po­li­tik in Asi­en basier­te, qua­si eine moder­ne Form des Kolo­ni­al­lis­mus.

EB: Nen­nen Sie mir eine Fir­ma, die die­ses Prin­zip in die­ser Peri­ode nicht ver­folgt hat. Die Anfor­de­run­gen des Mark­tes waren halt so. Es ging nicht um eine lan­ge Nut­zungs­dau­er oder Nach­hal­tig­keit der Gerä­te. Spe­zi­ell Peach­ge­rä­te wie­sen zwar eine lan­ge Lebens­dau­er auf, jedoch woll­ten die Nut­zer immer etwas Neu­es, was kur­ze Inno­va­tions- und Pro­duk­ti­ons­zy­klen erfor­der­te, damit das Unter­neh­men wirt­schaft­lich wach­sen und die Ansprü­che sei­ner Aktio­nä­re bedie­nen konn­te. Also war das pri­mä­re Ziel Wirt­schaft­lich­keit, hier ins­be­son­de­re in Form hoher Mar­gen. Wei­ter­hin war es Stra­te­gie, die Kun­den an das eige­ne Öko­sys­tem zu bin­den, wie es Sear­chie­gi­gant schon etwas län­ger vor­mach­te. Den Kun­den mach­te das wenig aus, da das Gan­ze bei Peach­ge­rä­ten eben ein­fach funk­tio­nier­te und bei Sear­chie­gi­gant eben tech­nisch leis­tungs­fä­hig und kos­ten­los war.

HD: Also eine Befrei­ung durch tech­no­lo­gi­sche Inno­va­ti­on. 

EB: Ja und nein. Die­se Zeit ist Ursprung einer Ent­wick­lung, die wir heu­te kri­tisch sehen. Wir haben her­vor­ra­gend davon gelebt, dass die Nut­zer in der Mehr­zahl tech­nisch weit­ge­hend inkom­pe­tent waren. Sie kön­nen oder wol­len Ihren DSL-Rou­ter nicht kon­fi­gu­rie­ren? Kein Pro­blem, sie bekom­men von uns eine fern­wart­ba­re Black­box. Ihr Betriebs­sys­tem soll ein­fach funk­tio­nie­ren? Ger­ne, wir kon­fi­gu­rie­ren es zen­tral aus der Cloud usw.. So kam es, dass die meis­ten Nut­zer sich zwar auf einer kom­mu­ni­ka­ti­ve Ebe­ne kom­pe­tent im Netz bewe­gen konn­ten, von der Funk­ti­ons­wei­se von Hard- und Soft­ware aber zuneh­mend ent­frem­det wur­den — genau das war das Geschäfts­mo­dell, da wir so Abhän­gig­kei­ten schaf­fen konn­ten, die zu einer Kun­den­bin­dung führ­ten.

HD: Aber es gab doch immer schon kri­ti­sche Stim­men. Vor allen in den dama­li­gen klas­si­schen Print­me­di­en fan­den in den Feuil­le­tons und in zahl­rei­chen Blogs dezi­dier­te Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit ihren Geschäfts­prak­ti­ken statt. Wol­len Sie Ihre dama­li­gen Kun­den als inkom­pe­tent dar­stel­len? 

EBAls tech­no­lo­gisch (das ist eine wich­ti­ge Ein­schrän­kung!) inkom­pe­tent und vor allem naiv, ja. Das klingt hart. Aber aus die­ser Zeit stam­men aber alle Daten, die wir heu­te für die Geschäfts­zwei­ge nut­zen, die für uns die pro­fi­ta­bels­ten sind. Die Ent­wick­lung hin zu neu­en Geschäfts­fel­dern wie dem Ver­si­che­rungs- und dem Kre­dit­we­sen basiert auf Daten, die die Men­schen uns frei­wil­lig gege­ben haben auf Platt­for­men, die sie als inte­gral für ihr Leben emp­fun­den haben und immer noch emp­fin­den. Dabei haben wir anfäng­lich die Algo­rith­men bewusst „dumm” gestal­tet: Wer z.B. eine Kaf­fee­ma­schi­ne kauf­te, bekam über unse­re Wer­be­netz­wer­ke nur noch Kaf­fee­ma­schi­nen in Wer­be­an­zei­gen ange­prie­sen. Er konn­te dann mit dem Fin­ger auf uns zei­gen und sagen: „Schaut her, was für eine däm­li­che Algo­rith­mik!” Es war wich­tig, Men­schen die­ses Über­le­gen­heits­ge­fühl gegen­über Tech­nik zu geben, obwohl sie schon längst davon ent­frem­det waren, damit sie uns wei­ter Infor­ma­tio­nen über sich lie­fer­ten.

Wir kön­nen heu­te so die ver­läss­lichs­ten Aus­sa­gen zu Kre­dit­wür­dig­keit eines Men­schen machen. Wir wis­sen heu­te über den Lebens­wan­del und damit über mög­li­che gesund­heit­li­che Risi­ken eine Men­ge, sodass wir maß­ge­schnei­der­te Tari­fe anbie­ten kön­nen. Eben­so hel­fen uns die gesam­mel­ten Geo­da­ten von Tablets und Han­dys, um Aus­sa­gen über das Fahr- und Rei­se­ver­hal­ten machen zu kön­nen. Damit zahlt jeder bei uns für sein indi­vi­du­el­les Risi­ko­pro­fil. Im Prin­zip pro­fi­tie­ren die­je­ni­gen davon, die sich mög­lichst risi­ko­arm im Sin­ne unse­rer Algo­rith­mik ver­hal­ten — was für unse­re Ent­wick­lungs­ab­tei­lung hin­sicht­lich der Nach­wuchs­aqui­se zuneh­mend pro­ble­ma­tisch wird — dazu aber spä­ter mehr. Es ging ja um die Nai­vi­tät: Die Nai­vi­tät bestand dar­in zu glau­ben, dass per­sön­li­che Daten für nie­man­den einen Wert besit­zen. Dass dem nicht so ist, wur­de durch die Snow­den-Affä­re zwar über­deut­lich, aber die Kon­se­quenz für die meis­ten Nut­zer wäre gewe­sen, Bequem­lich­kei­ten auf­ge­ben zu müs­sen — und sei es nur die Bequem­lich­keit, die poli­ti­schen Grup­pen nicht aktiv oder pas­siv zu unter­stüt­zen, die uns hät­ten Paro­li bie­ten kön­nen. Das erschien jedoch den meis­ten nicht rea­lis­tisch, ja es ging sogar noch wei­ter: Mah­ner in die­ser Ent­wick­lung wur­den oft als recht­ha­be­risch, bzw. von „oben her­ab” emp­fun­den. Psy­cho­lo­gisch ver­ständ­lich, da ihnen zu fol­gen bedeu­tet hät­te, Ver­hal­ten ändern zu müs­sen. Für uns lief das so schon ganz gut.

Dabei kam uns zusätz­lich eine Para­do­xie sehr zu pass: Gegen­über dem Staat gab es enor­me Emp­find­lich­kei­ten, wenn die­ser sei­ne Zugriffs­mög­lich­kei­ten erwei­tern woll­te, gegen­über uns nicht. Der Staat muss­te zumin­dest demo­kra­ti­sche Kon­se­quen­zen befürch­ten — im Prin­zip konn­te man Regie­run­gen abwäh­len, wir konn­ten die Infor­ma­ti­ons­strö­me so steu­ern, dass unse­re Begehr­lich­kei­ten und Ver­feh­lun­gen  nicht lan­ge im Fokus der Öffent­lich­keit blie­ben. Mit jeder AGB-Ände­rung im Juris­ten­deutsch konn­ten wir aus­ta­rie­ren, wie weit man gehen konn­te. Das las ja nie­mand und liest es bis heu­te nicht. Die gut gemein­ten staat­li­chen Auf­klä­rungs­pflich­ten kamen uns dabei sehr ent­ge­gen, weil sie die Ver­trags­wer­ke ledig­lich wei­ter auf­blie­sen.

Der Staat hät­te uns zwar poli­tisch Ein­halt gebie­ten kön­nen, aber das hät­te kaum eine Regie­rung län­ger als eine Legis­la­tur­pe­ri­ode über­lebt. Des­halb der Deal mit den stan­dar­di­sier­ten Schnitt­stel­len wie in den frü­hen Anfän­gen die SINA-Box. Das Staat bekam die Infor­ma­tio­nen, die er mein­te zu brau­chen und ließ im Gegen­zug uns dafür in Ruhe.

HD: Sie leben doch aus­ge­spro­chen gut von der Tak­tik, die Sie da gefah­ren haben. Soll­ten Sie den Nut­ze­rin­nen und Nut­zern nicht dank­bar sein?

EB: Unse­re Natur ist nicht die Dank­bar­keit. Das ist ein wirt­schaft­li­ches Über­le­bens­prin­zip. Und es war kein Plan, son­dern es hat eben so erge­ben, weil es unse­re Natur ist. Und es wäre so nicht mög­lich gewe­sen, wenn wir die Welt für den Nut­zer nicht auch zum Posi­ti­ven gewen­det hät­ten. Der Zugang zu Bil­dung, Kunst und Kul­tur ist durch uns welt­weit für jeder­mann mög­lich gewor­den. Jeder konn­te auf ein­mal ein Sen­der sein und sei­ne Ide­en ver­wirk­li­chen — frei­lich blie­ben die meis­ten Kon­su­men­ten. Das ist objek­tiv ein media­ler Wan­del, der ohne Wei­te­res mit dem des Buch­drucks ergleich­bar ist. Dabei haben wir nie zwi­schen gro­ßen und klei­nen Play­ern unter­schie­den, son­dern vor allem unse­re Such­al­go­rith­men nach qua­li­ta­ti­ven, mög­lichst neu­tra­len Gesichts­punk­ten gestal­tet. Wer kei­ne Qua­li­tät in unse­rem Sin­ne bie­ten konn­te, muss­te sich eben hoch­kau­fen, indem er uns direkt Geld bezahl­te oder sein Glück mit SEO-Agen­tu­ren ver­such­te, mit denen wir uns immer ein Ren­nen lie­fer­ten, was für die SEOs schluss­end­lich nicht zu gewin­nen war. Das merk­ten die Kun­den dann und zahl­ten gleich direkt an uns.

Tak­ti­ken gab es aber auch: So such­ten wir uns gezielt Per­so­nen, die in den sozia­len Netz­wer­ken über einen hohen Repu­ta­ti­ons­grad ver­füg­ten, um vor­geb­lich kri­ti­sche Mei­nun­gen zu streu­en, die aber letzt­lich in unse­rem Sin­ne waren. Die Idee kam dabei von Agen­tu­ren, die über ein­ge­kauf­te Agen­ten Pro­dukt­be­wer­tun­gen plat­zier­ten. Wir muss­ten ler­nen, wie die­se Bewer­tun­gen zu for­mu­lie­ren waren, damit sie als authen­tisch akt­zep­tiert wur­den. So lie­ßen sich auch Waren­strö­me steu­ern und Über­ka­pa­zi­tä­ten viel geschick­ter nut­zen als über klar erkenn­ba­re Abschrei­bungs­kam­pa­gnen, wenn sich ein Her­stel­ler mal hin­sicht­lich der Attrak­ti­vi­tät sei­nes Pro­duk­tes ver­kal­ku­lier­te und es zum Schleu­der­preis auf den vor­wie­gend dann Bil­dungs­markt warf. Im Bil­dungs­markt ziel­ten wir dabei auf Mul­ti­pli­ka­to­ren. Wenn man die­sem das lang ver­lo­re­ne Kom­pe­tenz­ge­fühl in tech­ni­schen Din­gen zurück­gab, kauf­ten Sie auch Gerä­te zum Nor­mal­preis und war­ben Gel­der für die Beschaf­fung grö­ße­rer Char­gen wie selbst­ver­ständ­lich ein. „Psy­cho­lo­gy over­ri­des costs” sag­te da unser Ver­trieb immer.

HD: Das ist doch unglaub­lich unfair. Gera­de der Bil­dungs­be­reich war doch über Jah­re dem tech­ni­schen Fort­schritt weit hin­ter­her. Wer­fen Sie jetzt den dort Täti­gen auf noch Nai­vi­tät und Unwis­sen­heit vor, denen doch vor­wie­gend das Auf­ho­len die­ses Rück­stands und damit die Vor­be­rei­tung der ihnen anver­trau­ten Men­schen auf den Arbeits­markt am Her­zen lag und — mit Ver­laub — auch immer lie­gen wird?

EB: Die Moti­ve die­ser Men­schen stel­le ich doch nicht infra­ge. Wir haben doch gera­de die Situa­ti­on, die sie da beschrei­ben zu nut­zen gewusst, wobei bei­de Sei­ten schluss­end­lich pro­fi­tiert haben. Dar­an ist nichts ver­werf­lich. Wir hat­ten etwas, was ande­re nicht hat­ten und es ihnen ver­kauft. So ist das in unse­rem Wirt­schafts­sys­tem. Hät­te man jetzt alle dazu nöti­gen sol­len Open­Sour­ce-Pro­duk­te ein­zu­set­zen und alles an mög­li­chen Diens­ten selbst zu hos­ten? Sie haben viel­leicht schon ver­ges­sen, wie es um die Patch­le­vel der aller­meis­ten Joomla!-Installationen von Schu­len bestellt war und hät­ten dann das Gejam­mer hören sol­len, wenn wir die­se wegen Viren­be­fall aus den Such­ergeb­nis­sen aus­ge­lis­tet haben. Leh­rer und Bil­dungs­trei­ben­de waren bemüht, aber letzt­end­lich doch eher dil­le­t­an­tisch bei der tech­ni­schen Umset­zung. Das kön­nen wir bes­ser, ver­läss­li­cher und vor allem siche­rer. Das zeigt die Zuver­läs­sig­keit unse­rer Diens­te über Jah­re hin­weg. Wenn der Staat es anders gewollt hät­te, wäre sogar mit uns etwas mög­lich gewe­sen.

Aber der Staat war den ver­än­der­ten Umstän­den mit sei­nen alt­her­ge­brach­ten poli­ti­schen Sys­tem nicht gewach­sen, qua­si kaum noch reak­ti­ons­fä­hig — anders sind Ent­wick­lun­gen wie das dama­li­ge Leis­tungs­schutz­recht kaum zu erklä­ren. Die einst mäch­ti­gen Pres­se­ver­la­ge sind aber dann ja schluss­end­lich an ihrer Per­so­nal- und Ver­gü­tungs­po­li­tik zugrun­de gegan­gen. Wir bie­ten Buch­au­to­ren und Jour­na­lis­ten mitt­ler­wei­le pro­fi­ta­ble­re Ver­dienst­mög­lich­kei­ten.

HD: Und Sie haben selbst von unzäh­li­gen kos­ten­los agie­ren­den Leis­tungs­trä­gern pro­fi­tiert.

EB: Natür­lich nut­zen wir Ent­wick­lun­gen aus dem Open­Sour­ce­be­reich. Natür­lich ver­bes­sern wir unse­re Tex­ter­ken­nungs- und Über­set­zungs­al­go­rith­men mit Hil­fe von Men­schen, die davon kaum etwas mit­be­kom­men. Nur ist der Bei­trag jedes Ein­zel­nen dabei so mini­mal, dass man da kaum von Aus­nut­zung spre­chen kann. Die Men­schen geben uns die­se Leis­tung frei­wil­lig, genau wie damals bei Wiki­pe­dia, das wir nun als Pro­jekt wei­ter­ent­wi­ckeln und es geschafft haben, die Auto­ren­knapp­heit maß­geb­lich zu kom­pen­sie­ren.

HDSind nicht Sie mitt­ler­wei­le der­je­ni­ge, der für uns die Part­ner auf­grund der Soci­al-Media-Pro­fi­le über Gesichts­er­ken­nungs­al­go­rith­men aus­sucht? Steu­ern Sie nicht die Inter­es­sen des Ein­zel­nen durch maß­ge­schnei­der­te Such­ergeb­nis­se? Kon­trol­lie­ren Sie nicht damit auch das Wis­sen? Sind Sie nicht schon viel zu mäch­tig gewor­den?

EB: Genau das ist unser momen­ta­nes Pro­blem, wes­we­gen wir zukünf­tig jede tech­no­lo­gi­sche Inno­va­ti­on durch eine Ethik­kom­mis­si­on beglei­ten las­sen wol­len. Die Leu­te sehen mehr und mehr das, was unse­re Algo­rith­mik als sinn­voll für sie aus­wählt. Wir füh­ren genau dar­auf zurück, dass wir immer weni­ger krea­ti­ve Köp­fe für die Arbeit in unse­rem Unter­neh­men fin­den. Die meis­ten Bewer­ber kön­nen wohl Bekann­tes reas­sem­blie­ren und reme­dia­li­sie­ren und das auch ästhe­tisch anspre­chend, aber es fehlt zuneh­mend an fun­dier­tem tech­no­lo­gi­schen Wis­sen (das haben auch wir der Bevöl­ke­rung „weger­zo­gen”) gepaart mit Quer­trei­be­rei. Die Absol­ven­ten sind uns zu uni­form, so sehr auf das gefäl­li­ge Lösen immer neu­er Auf­ga­ben gepolt. Sie gehen ins­ge­samt weni­ger Risi­ken ein. Sie haben oft Angst, im pri­va­ten Bereich Ver­än­de­run­gen hin­neh­men zu müs­sen und pas­sen sich daher im Beruf aus unse­rer Sicht zu stark an.

Des­we­gen wol­len wir nun selbst das Rad ein wenig zurück­dre­hen und dar­über dis­ku­tie­ren, was es eigent­lich bedeu­tet, wenn eine Frau einem Mann in einer Bar kei­nen Drink aus­gibt, weil ihr unser Gesichts­er­ken­nungs­al­go­rith­mus mit­ge­teilt hat, dass sie mit der „Ziel­per­son” auf­grund unter­schied­li­cher Inter­es­sen und des vor­an­ge­hen­den Lebens­wan­dels nicht kom­pa­ti­bel ist. Unse­re Vor­stel­lung von Kom­pa­ti­bi­li­tät hat eben immer auch ethi­sche Dimen­sio­nen.

War­um soll­te wei­ter­hin der schon zwei­mal geschei­ter­te Start-Up-Grün­der nicht kre­dit­wür­dig sein, wenn es doch in sei­nem Schei­tern viel­leicht für den drit­ten Ver­such gereift ist. Wo lie­gen da die Gren­zen der Algo­rith­mik, wo ihre Chan­cen?

Im Grun­de genom­men waren die­se Fra­gen immer schon da — etwa als die dama­li­ge auto­ma­ti­sche Ergän­zung von Such­be­grif­fen Per­so­nen in eine ein­deu­ti­ge „Ecke” stell­ten und Gerichts­ent­schei­dun­gen uns da Ein­halt gebo­ten. Ent­schei­dend für die Per­son ist ja nicht, dass die­se Daten aus Anfra­gen Drit­ter algo­rith­mi­siert wur­den — ent­schei­dend ist die dar­aus resul­tie­ren­de Wahr­neh­mung.

Für uns war in der Rück­schau sehr wich­tig, dass es Leu­te gab, die die Exis­tenz von Pri­vats­sphä­re und so etwas wie Eigen­tum an Daten als Relik­te der bür­ger­li­chen Welt abta­ten, weil es uns eben weit mehr nütz­te als den Gut­men­schen in ihrem Glau­ben an eine bes­se­re Welt. Auch das ist ethisch schwie­rig, wie wir heu­te wis­sen.

HD: Wir dan­ken ihnen für die­ses Gespräch, Herr Bald­win!