OpenLDAP ab 2.4 installieren und einrichten

Vorweg

Mir ist keine Quelle im Netz bekannt, die die Einrichtung von OpenLDAP wirklich umfassend darstellt – schon gar nicht auf Deutsch. Diese Informationen hier sind aus allen möglichen Ecken zusammengeklaubt – selbst die meisten Bücher zu OpenLDAP empfinde ich als sehr wenig hilfreich.

Grundinstallation

Hinweis: domain.tld muss man natürlich immer an den eigenen openLDAP anpassen.

Zuerst installieren wir die Binaries, in Debian und seinen Abkömmlingen (Ubuntu, Mint etc.) z.B. so:

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apt-get install slapd ldap-utils

Die Installationsroutine von Debian legt dabei nur eine sehr rudimentäre Konfiguration an, sodass etwas Nacharbeit vonnöten ist. Bei anderen Distributionen kenne ich mich nicht so gut aus. Ein

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dpkg-reconfigure slapd

ermöglicht uns hier die Eingabe einer korrekten Basis-DN (auf die muss unser SSL-Zertifikat ausgestellt sein), meist sowas wie

  • dc=domain, dc=tld
  • und zusätzlich definieren wir dabei ein Rootpasswort für den LDAP-User

  • cn=admin,dc=domain,dc=de
  • .

    Handling von OpenLDAP

    Ab Debian Squeeze speichert der OpenLDAP-Server seine Konfiguration in einem internen LDAP-Baum und nicht mehr in einem Konfigurationsfile. Das macht die Pflege auf den ersten Blick erheblich aufwändiger, weil man an diesen Baum in der Standardkonfiguration nur umständlich über Konsolentools herankommt. Zudem kann eine fehlerhafte Datenbank dazu führen, dass der OpenLDAP nach einer Konfigurationsänderung gar nicht mehr hochkommt.
    Nur der Rootbenutzer des Systems kommt immer auch direkt an die Daten. Man kann sich die bestehenden Inhalt nur als root anzeigen lassen mit:

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    ldapsearch -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -b "cn=config"

    Neue Einträge können über *.ldif-Files hinzugefügt werden:

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    ldapmodify/ldapadd -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f <filename.ldif>
    Hinweis zu Ubuntu 14.04 LTS

    Der Installer setzt den Accountnamen für den Benutzer mit Zugriff auf den cn=config-Baum standardmäßig auf: cn=admin,dc=domain,dc=tld. Dann macht man Befolgen dieser Anleitung ein langes Gesicht. Um das auf den Standard zu ändern, benötigt man nur für Ubuntu 14.04 LTS noch eine kleine Änderung (change_admin.ldif):

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    dn: olcDatabase={0}config,cn=config
    changetype: modify
    replace: olcRootDN
    olcRootDN: cn=admin,cn=config

    Obligatorisch:

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    ldapmodify -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f change_admin.ldif

    Sicherheit

    OpenLDAP-Verbindungen per TLS absichern

    Vorweg: Hier kann ganz viel schiefgehen, obwohl ich dieses Kapitel mit am wichtigsten finde. Wenn OpenLDAP aus irgendwelchen Gründen die Zertifikatfiles nicht frisst, kann man mit der Konfiguration von vorne beginnen oder man hat vorher ein Backup der alten Datenbank gemacht. Deswegen überspringe ich diesen Schritt gerne und binde den OpenLDAP einfach nicht an öffentlich erreichbare Netzwerkdevices. Wenn man das machen muss, führt aus Datenschutzgründen aber kein Weg an dieser Prozedur hier vorbei. LDAP ist genau wie FTP ein Klartextprotokoll, dass ohne Transportverschlüsselung auf dem gesamten Datenweg offenliegt und gerade in WLAN-Umgebungen sehr leicht belauscht werden kann.
    Generell gibt es zwei Möglichkeiten, wie man an kostenlose Zertifikate kommen kann. Wosign oder StartSSL. Es gibt diverse Tutorials im Netz zur Nutzung dieser Dienste. Von Letsencrypt würde ich im Kontext von OpenLDAP eher abraten.

    Man hat am Ende des Zertifizierungsprozesses in der Regel drei Dateien vorliegen:

    1. domain.tld-crt.pem (enthält das Zertifikat)
    2. domain.tld-key.pem (enthält den privaten Schlüssel)
    3. ca_chain.pem (enthält die Zertifizierungschain der CA)

    domain.tld ist dabei der Wurzelbaum des openLDAP. Ich habe die Dateien nach /etc/ldap/ssl gelegt. Besser aufhoben sind sie in /etc/ssl/cert – dann muss slapd Leserechte dort bekommen.

    Folgende Datei (tls_ldap.ldif) anlegen:

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    dn: cn=config
    add: olcTLSCACertificateFile
    olcTLSCACertificateFile: /etc/ldap/ssl/domain.tld-crt.pem
    -
    add: olcTLSCertificateKeyFile
    olcTLSCertificateKeyFile: /etc/ldap/ssl/domain.tld-key.pem
    -
    add: olcTLSCertificateFile
    olcTLSCertificateFile: /etc/ldap/ssl/ca_chain.pem

    … und über die Konsole einspielen:

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    ldapadd -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f tls_ldap.ldif

    oder auch

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    ldapmodify -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f tls_ldap.ldif

    Ich bin zusätzlich ein Freund davon, sichere Verbindungen zu erzwingen. Clients, die das nicht wollen oder können, sollen bitte draußenbleiben.

    Folgende Datei (force_tls.ldif) anlegen:

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    dn: olcDatabase={1}hdb,cn=config
    changetype:  modify
    add: olcSecurity
    olcSecurity: tls=1

    Und wieder einspielen:

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    ldapadd -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f force_tls.ldif

    oder auch

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    ldapmodify -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f force_tls.ldif

    Jetzt noch in /etc/default/slapd nachschauen, ob die Services stimmen (ldaps über Port 639 gilt als veraltet und sollte nicht mehr verwendet werden). In der Regel steht da so etwas:

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    SLAPD_SERVICES="ldap://0.0.0.0:389/ ldapi:///"

    Wenn man mehrere NICs besitzt, kann man natürlich statt 0.0.0.0 auch die IP einer spezifischen Netzwerkkarte angeben oder den OpenLDAP nur an localhost (127.0.0.1) binden.

    Ein

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    service slapd restart

    bringt Aufklärung, ob das Ganze funktioniert hat. Theoretisch ist das nicht notwendig, da OpenLDAP durch das neue Verfahren ohne Konfigurationsdatei quasi live im Betrieb gepatcht wird. Jetzt sollte der OpenLDAP Verbindungen von außen nur noch verschlüsselt akzeptieren. Von der Konsole aus ( ldapi:/// ) klappt das nach wie vor auch normal. Wir vertrauen uns ja schon selbst.

    Bruteforce erschweren

    Ein offener LDAP-Server ist anfällig für brute-force Attacken – zumal gerade im Schulbereich viele unsichere Passwörter im Umlauf sein dürften. Durch das ppolicy.schema kann man z.B. nach einigen fehlgeschlagenen Logins den Account für eine Weile automatisch sperren. openLDAP bringt das dafür notwendige Schema in /etc/ldap/schema/ppolicy.ldif schon mit.

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    dn: cn=ppolicy,cn=schema,cn=config
    objectClass: olcSchemaConfig
    cn: ppolicy
    olcAttributeTypes: {0}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.1 NAME 'pwdAttribute' EQUALITY
      objectIdentifierMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.38 )
    olcAttributeTypes: {1}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.2 NAME 'pwdMinAge' EQUALITY in
     tegerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {2}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.3 NAME 'pwdMaxAge' EQUALITY in
     tegerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {3}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.4 NAME 'pwdInHistory' EQUALITY
      integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {4}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.5 NAME 'pwdCheckQuality' EQUAL
     ITY integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {5}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.6 NAME 'pwdMinLength' EQUALITY
      integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {6}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.7 NAME 'pwdExpireWarning' EQUA
     LITY integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {7}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.8 NAME 'pwdGraceAuthNLimit' EQ
     UALITY integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {8}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.9 NAME 'pwdLockout' EQUALITY b
     ooleanMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.7 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {9}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.10 NAME 'pwdLockoutDuration' E
     QUALITY integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {10}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.11 NAME 'pwdMaxFailure' EQUAL
     ITY integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {11}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.12 NAME 'pwdFailureCountInter
     val' EQUALITY integerMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.27 SINGLE-VALUE
     )
    olcAttributeTypes: {12}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.13 NAME 'pwdMustChange' EQUAL
     ITY booleanMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.7 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {13}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.14 NAME 'pwdAllowUserChange'
     EQUALITY booleanMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.7 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {14}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.1.15 NAME 'pwdSafeModify' EQUAL
     ITY booleanMatch SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.7 SINGLE-VALUE )
    olcAttributeTypes: {15}( 1.3.6.1.4.1.4754.1.99.1 NAME 'pwdCheckModule' DESC 'L
     oadable module that instantiates "check_password() function' EQUALITY caseExa
     ctIA5Match SYNTAX 1.3.6.1.4.1.1466.115.121.1.26 SINGLE-VALUE )
    olcObjectClasses: {0}( 1.3.6.1.4.1.4754.2.99.1 NAME 'pwdPolicyChecker' SUP top
      AUXILIARY MAY pwdCheckModule )
    olcObjectClasses: {1}( 1.3.6.1.4.1.42.2.27.8.2.1 NAME 'pwdPolicy' SUP top AUXI
     LIARY MUST pwdAttribute MAY ( pwdMinAge $ pwdMaxAge $ pwdInHistory $ pwdCheck
     Quality $ pwdMinLength $ pwdExpireWarning $ pwdGraceAuthNLimit $ pwdLockout $
      pwdLockoutDuration $ pwdMaxFailure $ pwdFailureCountInterval $ pwdMustChange
      $ pwdAllowUserChange $ pwdSafeModify ) )

    Eingespielt wird das Schema mit:

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    ldapadd -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f ppolicy.ldif

    Das Schema ppolicy.ldif selbst definiert nur Objekte für das entsprechende Modul, was jetzt noch geladen werden muss, wofür wir eine Datei policy_module.ldif mit folgendem Inhalt anlegen:

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    dn: cn=module{0},cn=config
    changetype: modify
    add: olcModuleLoad
    olcModuleLoad: ppolicy.la

    Und das alte Spiel:

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    ldapadd -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f policy_module.ldif

    Jetzt brauchen wir noch eine Ablage (policy_context.ldif) für die verschiedenen Regelsätze:

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    dn: ou=policies,dc=domain,dc=tld
    objectClass: organizationalUnit
    objectClass: top
    ou: policies
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    ldapadd -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f policy_context.ldif

    Und als nächstes eine Default-Policy (default_policy.ldif):

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    dn: cn=default,ou=policies,dc=domain,dc=tld
    objectClass: top
    objectClass: device
    objectClass: pwdPolicy
    cn: default
    pwdAttribute: 2.5.4.35
    pwdMaxAge: 15552000
    pwdInHistory: 3
    pwdMinLength: 6
    pwdMaxFailure: 3
    pwdLockout: TRUE
    pwdLockoutDuration: 1800
    pwdGraceAuthNLimit: 3
    pwdMustChange: TRUE
    pwdAllowUserChange: TRUE
    pwdSafeModify: TRUE

    In diesen Beispiel wird nach drei fehlgeschlagenen Loginversuchen ( pwdMaxFailure: 3 ) das Login für 1800 Sekunden ( pwdLockoutDuration: 1800 ) gesperrt. Das sollte klebrig genug sein.

    Muss ich es noch schreiben?

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    ldapadd -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f default_policy.ldif

    Da OpenLDAP ja so fluffig und intuitiv ist, brauchen wir jetzt noch ein Overlay (policy_overlay.ldif), dass dem OpenLDAP sagt, dass statt des normalen Loginhandlings jetzt immer auch die Default-Policy gelten soll:

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    dn: olcOverlay=ppolicy,olcDatabase={1}hdb,cn=config
    objectClass: olcOverlayConfig
    objectClass: olcPPolicyConfig
    olcOverlay: ppolicy
    olcPPolicyDefault: cn=default,ou=policies,dc=domain,dc=tld
    olcPPolicyHashCleartext: TRUE
    olcPPolicyUseLockout: TRUE

    Ihr wisst, was jetzt kommt:

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    ldapadd -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f policy_overlay.ldif

    Damit hätten wir grundsätzlich verschlüsselte Verbindungen erzwungen und zusätzlich Bruteforce-Angriffe erschwert. Bleibt noch eines zu tun:

    Anonymous-Bind verbieten

    Standardmäßig erlaubt openLDAP einen sogenannte anonymous bind, d.h. man erhält lesend Zugriff auch ohne die Eingabe eines Passwortes. Diese lesende Zugriff ist sehr eingeschränkt, z.B. gibt es keinen Zugriff auf bestimmte Objektklassen oder gar Passworthashes. Mir ist die Vorstellung trotzdem nicht geheuer, dass sich u.a. Nutzernamen auf diesem Weg auslesen lassen. Daher verwende ich für den lesenden Zugriff einen separaten User, der sich mit Passwort authentifizieren muss, ansonsten aber nicht mehr Rechte als beim anonymous bind hat. Deswegen unterbinden wir das mit einer neuen Datei noanonymous.ldif:

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    dn: olcDatabase={1}hdb,cn=config
    add: olcRequires
    olcRequires: authc
     
    dn: olcDatabase={-1}frontend,cn=config
    add: olcRequires
    olcRequires: authc

    Und jetzt kommt etwas anderes, weil wir einen bereits bestehenden Datenbankeintrag aktualisieren:

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    ldapmodify -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f noanonymous.ldif

    Nach dem Einspielen der letzten Änderung hat man ohne Authentifizierung auch über die Konsole keinen Zugriff mehr auf den Hauptbaum des OpenLDAP (dc=domain, dc=tld) – die war bisher auch sowas wie „anonym“ aus Sicht des LDAP. Man muss dann ausweichen auf eine andere Befehlszeile (cn=config ist davon nicht betroffen):

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    ldapadd -x -D cn=admin,dc=domain,dc=tld -W -f <example.ldif>

    Danach wird man zur Eingabe des Adminpasswortes aufgefordert und kann so den Hauptbaum beschreiben und verändern.

    Optionale Arbeiten

    Performancetuning

    Diese Datei ( index.ldif )

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    dn: olcDatabase={1}hdb,cn=config
    changetype: modify
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: cn pres,sub,eq
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: sn pres,sub,eq
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: uid pres,sub,eq
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: displayName pres,sub,eq
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: default sub
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: uidNumber eq
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: gidNumber eq
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: mail,givenName eq,subinitial
    -
    add: olcDbIndex
    olcDbIndex: dc eq

    einspielen mit

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    ldapadd -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f index.ldif
    Benutzer für die Administration von cn=config einrichten

    Wenn man sauch den cn=config-Baum auch über komfortablere Frontends wie phpldapadmin oder LAM verwalten möchte, muss man das Objekt cn=admin, cn=config noch um weitere Einträge ergänzen. Zunächst erzeugen wir uns über die Konsole ein Passwort:

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    slappasswd -h {SSHA}

    Wir erhalten einen Hash zurück, den wir in die Zwischenablage kopieren. Jetzt erstellten wir ein ldif-File (manager.ldif):

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    dn: olcDatabase={0}config,cn=config
    changetype: modify
    add: olcRootPW
    olcRootPW: {SSHA}<unser_hash_von_eben>
     
    # auskommentieren, wenn wir den Zugriff von root  auf cn=config 
    # ohne Passwort sperren wollen. Sollte als Fallback besser erhalten bleiben
     
    #dn: olcDatabase={0}config,cn=config
    #changetype: modify
    #delete: olcAccess
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    ldapmodify -Q -Y EXTERNAL -H ldapi:/// -f manager.ldif

    Wenn wir jetzt in phpldapadmin (ab Version 1.2.2) oder lam als Base-DN cn=config verwenden und als Login cn=admin, cn=config, können wir cn=config auch grafisch verwalten.

    Quelle: https://wiki.debian.org/PhpLdapAdmin

    War doch ganz einfach oder?

    OpenLDAP ist extrem sperrig, aber eine hervorragende Authentifizierungsmöglichkeit, da im Gegensatz zu Datenbanksystemen die Struktur hochgradig standardisiert sowie mustergültig objektorientiert ist und sich OpenLDAP so recht schnell in beliebige Anwendungen integrieren lässt – fast alle ernstzunehmenden Onlinetools unterstützen die Authentifizierung über LDAP. OpenLDAP diente nicht umsonst nicht als Vorlage für die LDAP-Funktionen von Samba4 – weil es eben so sperrig ist.

    Klarnamen bei g+

    Ich bin bei einem Anbieter für Serverdienstleistungen. Diese Anbieter hat sich dazu entschlossen, nicht jeden Kunden ansprechen zu wollen: Es gibt Serversysteme von der Stange zu sehr günstigen, teilweise konkurrenzlosen Preisen. Wer andere Dinge wünscht, etwa spezielle Hardware, zahlt nicht nur eine Pauschale für diese Zusatzhardware, sondern muss zunächst einmal monatlich einen Aufpreis bezahlen, damit diese Zusatzhardware überhaupt mietbar ist. Darüber gibt es viel Gejammer.

    Andererseits macht diese Policy des Anbieters die günstigen Serverpreise erst möglich, da der Techniker vor dem Rack eben nicht überlegen muss, ob in der Kiste vor ihm noch Zusatzhardware verbaut ist, die ggf. eine weitere Fehlerquelle darstellt und zusätzlichen, für den Anbieter teuren Arbeitsaufwand erfordert. Von den wirtschaftlichen Vorteilen, die eine homogene Hardwarelandschaft bietet, soll gar nicht erst gesprochen werden (Ersatzteilbevorratung, Einkaufspreise wg. Stückzahlen, Planbarkeit von Strom- und Klimabedarf usw.).

    Zudem hat sich dieser Anbieter dazu entschlossen, standardmäßig keine Controlpanels (Plesk, Cofixx) für die Server anzubieten/vorzuinstallieren – also kein Klickibunti für den Anwender, der sich mit Serverwartung nur wenig auskennt. Das schreckt gewisse Klientel ab. Der Chef des Unternehmens vertritt auch öffentlich in seinem Forum hin und wieder die Auffassung, dass bestimmte Kunden eben nicht zu dieser Firmen-Policy passen und bei einem Mitbewerber besser aufgehoben sind. Darf man das?

    Ich finde, dass die Ausgestaltung eines Angebots in der Selbstbestimmung des jeweiligen Anbieters liegt. Niemand ist gezwungen, einen Vertrag mit diesem Bewerber am Markt einzugehen. Ich fühle mich als Kunde dort sehr wohl, weil eben gewisse Probleme in diesem Netzwerk weniger auftreten und durch die Ausrichtung des Unternehmens Kunden angesprochen werden, die mir in technischen Fragen immer sehr gut im Anbieterforum weiterhelfen konnten – ich habe auf diese Weise Wissen und Kompetenzen erlangt, die bei Anbietern ohne z.B. ein eigenes Forum nie möglich wären.

    Google hat sich entschlossen, in g+ Klarnamen vertraglich vorzuschreiben. Damit eignet sich g+ schon einmal gar nicht für Menschen, die politisch verfolgt sind, Informationen leaken wollen usw.. Ebenso eignet sich g+ überhaupt nicht für Leute, die im Internet unter ihrem Pseudonym auftreten wollen oder die sich über die Jahre mit diesem Pseudonym ihre Online-Reputation aufgebaut haben. Google spricht diese Klientel mit seinem Angebot nicht an. Schade, aber eben Vertragsfreiheit. Gibt ja noch andere Angebote.

    Gegen diese recht nüchterne Sicht wird gerne ins Feld geführt, dass Google sein marktbeherrschende Stellung ausnutzt, um die Nutzer dazu zu zwingen, unter Klarnamen aufzutreten. Ich dachte immer, dass Marktbeherrschung dadurch entsteht, dass alle immer zu einem Konzern laufen. Warum läuft man denn zu g+? Um Google noch mehr Marktmacht zu geben? Google macht ein Angebot. Niemand zwingt irgendwen dazu, dieses Angebot mit diesen Konditionen anzunehmen. Und selbst Google hat in Buzz oder Wave wahrscheinlich Milliarden versenkt und für sich als Konzern genau daraus gelernt.

    Wodurch entsteht der Zwang? Manchmal denke ich, dass dieser Zwang aus der Angst geboren wird, etwas zu verpassen, wenn man nicht auf jeden neuen Produktzug aufspringt. Es gibt ja sogar Leute, die sich darum Sorgen machen, wie sie Nachrichten gleichzeitig in g+, Twitter und FB absetzen, um ja nichts zu verpassen und um ja überall präsent zu sein. Wenn dieser Zwang aus dieser Angst geboren ist, haben die Konzerne schon längst mehr erreicht, als in den kühnsten Vorstellungen von Datenverwendungshorrorszenarien anklingt.