DRM — Zweitkontakt

Ich besit­ze einen Account bei Musi­cload. Den nut­ze ich hin und wie­der, wenn ich einen Song schnell auf der Plat­te, bzw. in mei­nem häus­li­chen DLNA-Netz­werk haben möch­te — das ist von den Ton­qua­li­tät nicht immer das Opti­mum, aber in den meis­ten Fäl­len erhält man dort eine eini­ger­ma­ßen sau­ber codier­te MP3-Datei ohne DRM, mit der ich dann machen kann, was ich will.

Ges­tern war ich auf der Suche nach einem Film — es soll­te natür­lich schnell gehen. Goog­le spuck­te Video­load als eine der ers­ten Platffor­men aus, die auch eine Kauf­op­ti­on anbo­ten. Beson­ders wich­tig war für mich dabei die­ser Satz:

Sie kön­nen die­se Flux-Datei auf DVD bren­nen, wel­che Sie auf jedem DVD-Play­er anschau­en kön­nen.

Eine FluxDVD-Datei ist ein DRM-geschütz­ter Con­tai­ner, mit dem sich erst­mal wenig anfan­gen lässt — immer­hin ist er mit dem Win­dows-Media­play­er abspiel­bar, so dass man das Ding etwa über HDMI an einen Fern­se­her oder Bea­mer wei­ter­rei­chen kann. Das funk­tio­niert auch gut. Neben­ef­fekt dabei ist, dass der Con­tai­ner dabei hilft, die Down­load­grö­ße zu begren­zen — nicht jeder hat schließ­lich z.B. einen Kabel­in­ter­net­an­schluss. Beim Bren­nen der DVD jedoch erleb­te ich ein Dra­ma mit meh­re­ren Akten, das in der Kata­stro­phe ende­te.

1. Akt

Ich benut­ze Win­dows ja nur in vir­tu­el­len Maschi­nen. Da galt es es vor dem Down­load zunächst ein­mal, eine spe­zi­el­le Soft­ware von Video­load zu instal­lie­ren. Die beschwer­te sich dann dar­über, dass kein AC3-Codec auf dem Sys­tem zu Ver­fü­gung stün­de, hol­te sich aber diver­se Datei­en aus dem Inter­net nach — hät­te man nicht da auch gleich den feh­len­den AC3-Codie­rer instal­lie­ren kön­nen? Um die FluxDVD-Datei bren­nen zu kön­nen, muss­te sie natür­lich wie­der kon­ver­tiert („dekom­pri­miert”) wer­den, was mit den Ein­stel­lun­gen für mei­ne VM etwa 120 Minu­ten dau­er­te. Sie ver­gin­gen etwa 2,5 Stun­den mit Kon­ver­tie­re­rei und Instal­lier­or­gi­en. Dann stell­te ich fest, dass die VM den Bren­ner des Host­sys­tems nicht durch­ge­reicht bekam. Ok — das hät­te ich vor­her mal prü­fen kön­nen.

2. Akt

Auf mei­nem Arbeits­rech­ner habe ich die Win­dows7-Par­ti­ti­on belas­sen und ledig­lich ver­klei­nert, konn­te also Win­dows nativ boo­ten. Die Down­load-, Instal­li­er- und Kon­ver­tier­or­gie begann von Neu­em, dau­er­te Dank Core i7-4-Ker­ner und 8GB RAM aber dann nur 1,5 Stun­den, bevor ich auf „Bren­nen” kli­cken konn­te. Das ging natür­lich nicht, da ich dafür auf dem neu­en Gerät kei­ne Lizenz hat­te — also rasch noch eine nach­ge­kauft — muss­te ja schnell gehen und ich fand die Idee ja ganz nett. Was soll ich sagen? Der „Brennen”-Button erschien und die Fort­schritts­an­zei­ge des Pro­gramms sowie die Geräusch­ku­lis­se aus dem Bren­ner klan­gen hoff­nungs­froh. Dumm nur, dass nach „erfolg­rei­chem” Abschluss des Brenn­vor­gan­ges eine DVD ohne Inhalt aus­ge­wor­fen wur­de. Ach ja — noch­mal bren­nen geht natür­lich nicht, da die Lizenz nur die Erstel­lung eines Daten­trä­gers erlaubt — für das Pro­gramm war ja alles erfolg­reich ver­lau­fen…

3. Akt

Ich bestel­le dem Film bei Ama­zon für 2 Euro güns­ti­ger inklu­si­ve Book­let und Bonus­da­ten­trä­ger. Um den Min­dest­be­stell­wert zu errei­chen, habe ich gleich noch drei Fil­me mehr geor­dert.

Fazit

Der Dienst ist in die­ser Form für mich unbrauch­bar. Wenn ich einen Film online „kau­fe”, erwar­te ich:

  1. dass ich ihn auf einem mir zuge­sag­tem Medi­um abspie­len kann
  2. dass er güns­ti­ger ist, als die Voll­ver­si­on mit Ori­gi­nal­me­di­um
  3. dass die Soft­ware, die mir auf­ge­zwun­gen wird, funk­tio­niert
  4. dass nach Erstel­lung des Daten­trä­gers die Inte­gri­tät geprüft wird, bevor die Brenn­li­zenz intern als „erfüllt” getaggt ist
  5. dass der Vor­gang unkom­pli­ziert ver­läuft

Ich fra­ge mich, wel­che Erfah­run­gen rei­ne Anwen­der mit so einem Dienst machen. Viel­leicht liegt es ja auch allein dar­an, dass ich im nor­ma­len Leben nur Linux nut­ze und mir die „intui­ti­ven” Pro­zes­se unter Win­dows ein­fach unge­wohnt sind. Viel­leicht möch­te mich die Film­in­dus­trie auch genau zu Akt 3 hin erzie­hen. Ein­fa­cher dürf­te es in jedem Fall sein, sich den Kram ille­gal als Tor­rent zu besor­gen — oder den Stream eines Ver­leih­vi­de­os abzu­grei­fen. Weni­ger Zeit­auf­wand wäre wohl auch erfor­der­lich. Aber das ist weder erlaubt noch in irgend­ei­ner Form fair.

Tat­säch­lich — im Inter­net ist mit Fil­men so wahr­schein­lich nichts zu ver­die­nen. Lie­be Film­in­dus­trie: Men­schen, die für Inhal­te bezah­len wol­len, sind doch für euch eigent­lich die Guten! Denkt bit­te an deren Zeit und tech­ni­sche Fähig­kei­ten.

Riecken und die Verlage II

Zur Fair­ness gehört es für mich, nicht nur zu schimp­fen, son­dern auch auf Ver­bes­se­run­gen und Reak­tio­nen hin­zu­wei­sen. Auf dem Ver­lags­sek­tor hat sich da in letz­ter Zeit doch eini­ges getan, was mich sehr freut.

  1. Der Verlag20 hat sei­ne AGB recht grund­sätz­lich über­ar­bei­tet und ich sehe die Auto­ren­rech­te nach mei­ner lai­en­haf­ten Lek­tü­re nun­mehr gestärkt. Man könn­te hie und da immer noch meckern, aber den gene­rel­len Weg fin­de ich so schlecht nicht. Das Ange­bot ist recht breit und zumin­dest im Bereich Che­mie gibt es recht schö­nes Mate­ri­al zur­zeit sogar kos­ten­los zum Down­load — das wird sich aber ändern. Ich war kurz davor, einen klei­nen Bot zu schrei­ben, der ange­mel­de­te Nut­zer und tat­säch­lich pro­du­zie­ren­de Nut­zer ein­mal sta­tis­tisch aus­wer­tet — wahr­schein­lich kommt da aber ledig­lich die übli­che Ver­tei­lung (5% : 100%) bei her­um. Die Platt­form speist sich aus einem Ver­lags- und einem Auto­ren­an­ge­bot. Für mich kommt eine Betei­li­gung dort nicht in Fra­ge, weil es nicht unbe­dingt Geld ist, was mir im Leben fehlt und mir die Reich­wei­te mei­nes Blogs eigent­lich voll und ganz genügt. Und für die­se Reich­wei­te ist es eben sehr wich­tig, dass Tex­te von Such­ma­schi­nen voll­stän­dig indi­ziert sind. Dage­gen sträu­ben sich Ver­la­ge natür­lich immer noch ziem­lich — mein Mate­ri­al wäre dort also „outer space”. Und wer immer wie­der gegen Apple wet­tert, darf sich kon­se­quen­ter­wei­se dann bei sowas nicht betei­li­gen :o)…
  2. Heu­te lag ein Frei­ex­em­plar „Wikis, Blogs und Pod­casts” von Will Richard­son bei mir im Brief­kas­ten. Gön­ner­haf­ter Spen­der ist Tibia­Press. Vor­aus­ge­gan­gen ist ein sehr net­ter und per­so­na­li­sier­ter Kon­takt mit den Mit­ar­bei­tern dort. Mein Blog wird dort als Leh­rer­blog mit Screen­shot ganz ein biss­chen erwähnt. Allein des­we­gen soll­te man das Buch kau­fen. Öhm… Nein, natür­lich nicht des­we­gen: Es gibt z.B. einen schö­nen „Rah­men­ver­trag”, der Eltern dar­über auf­klärt, war­um sich z.B. das Blog­gen mit einer Schul­klas­se lohnt. Es gibt vie­le Brü­cken­tex­te, die erklä­ren hel­fen, war­um lang­haa­ri­ge Spin­ner wie ich mit Klas­sen blog­gen, E-Port­fo­li­os betrei­ben und so ande­res moder­nes Zeugs machen — z.B. für kri­ti­sche KuK oder Eltern.

Ach­so — ich bekom­me kein Geld für die­sen Arti­kel. Wir wer­den das Know-How der Ver­la­ge noch eine Wei­le brau­chen und es gibt immer mehr Anzei­chen dafür, dass sich in den Chef­eta­gen dort wirk­lich etwas tut. Fair fin­de ich immer die Aus­ein­an­der­set­zung mit bestehen­den Ver­su­chen und Expe­ri­men­tier­fel­dern, weil sie natür­lich auch poten­ti­ell wei­te­re Betä­ti­gungs- und Ver­dienst­fel­der für Lehr­kräf­te eröff­nen, wenn die Platt­for­men dazu bes­ser wer­den. Und viel­leicht tut es uns selbst auch ganz gut, mit in nor­ma­le wirt­schaft­li­che Abläu­fe ein­ge­bun­den zu sein.

Blogerfahrungen — data consolidation

Auch in die­sem Jahr arbei­te ich mit zwei Klas­sen mit Blogs. Wie ich das bis­her tue und wie ich den Schutz­raum geran­tie­re, sieht man hier und hier.

Beob­ach­tun­gen:

  • sie kom­men klar
  • sie schrei­ben län­ge­re Tex­te als im Deutsch­heft
  • es gibt sehr erns­te Hin­wei­se dar­auf, dass bereits erstell­te Tex­te die sich noch im Erstel­lungs­pro­zess befin­den­den in irgend­ei­ner Art und Wei­se beein­flus­sen, d.h. es gibt anschei­nend eine Art sys­te­mi­sches Feed­back
  • es bewährt sich, das Blog als Klas­se und nicht als ein­zel­ner SuS zu gestal­ten, weil ein­fach mehr pas­siert, wenn sich dar­in 25–30 Leu­te tum­meln
  • es kommt mei­ner Art und Wei­se, Infor­ma­tio­nen zu erfas­sen (sprung­haft-asso­zia­tiv) sehr ent­ge­gen (Haus­auf­ga­ben­kon­trol­le)

Kon­se­quen­zen:

  • ich möch­te die bei­de Blogs auf Dau­er zu einem „Rieck’schen” Schul­blog kon­so­li­die­ren
  • ich möch­te ihnen erklä­ren, wie sie die bis­her durch Mem­bers Access geschütz­ten Inhal­te par­ti­ell öffent­lich frei­ge­ben, ent­we­der aus eige­nem Antrieb, auf mei­ne Emp­feh­lung hin oder aus der durch Kom­men­ta­re ver­ur­sach­ten Ermun­te­rung her­aus
  • ich möch­te den dabei ent­ste­hen­den Feed hier im Blog ein­bin­den, um eine exter­ne Grund­re­zep­ti­on zu initi­ie­ren

Mal sehen, ob ich mor­gen einen PC-Raum ergat­te­re…

Suchtprävention „Alkohol”

Im Rah­men des schul­in­ter­nen Prä­ven­ti­ons­kon­zep­tes wur­de in die­ser Schul­wo­che von den Klas­sen­leh­rern der 8. Klas­sen vier Tage lang die ers­ten bei­den Stun­den zum The­ma „Sucht” mit dem Schwer­punkt auf „Alko­hol” gestal­tet. Die Mit­glie­der des Prä­ven­ti­ons­teams haben dazu in Koope­ra­ti­on mit einer loka­len Bera­tungs­stel­le metho­di­sche Bau­stei­ne ent­wi­ckelt, die in ihrer Abfol­ge erst­ma­lig zum Ein­satz kamen. Die Bau­stei­ne konn­te man ent­we­der 1:1 umset­zen oder auch etwas Eige­nes machen. Da mir per­sön­lich die­ses The­ma sehr wich­tig ist und ich ja auch schon über zehn Jah­re Erfah­rung in der Jugend­ar­beit habe, koche ich bei sowas immer ger­ne mein eige­nes Süpp­chen. Ich bin dazu fol­gen­der­ma­ßen vor­ge­gan­gen und habe sehr vie­le Ide­en aus die­ser Arbeits­hil­fe der Fach­stel­le für Sucht­prä­ven­ti­on (VIVID) aus Öster­reich über­nom­men, die alles Wesent­li­che prä­gnant und pra­xis­ori­en­tiert zusam­men­fasst — habe natür­lich aber auch ide­en­mä­ßig sehr viel im vor­be­rei­te­ten Mate­ri­al unse­res Prä­ven­ti­ons­teams gewil­dert.

Wei­ter­le­sen

Von Providern

Ich habe mich lan­ge dage­gen gesträubt, etwas zu Pro­vi­dern zu schrei­ben und mich auf all­ge­mei­ne Anhalts­punk­te beschränkt. Mein Kun­den­pro­fil ist auch als eher fort­ge­schrit­ten zu beschrei­ben. Anlass die­ses Posts ist mei­ne Bestel­lung einer CO-Domain bei 1und1. Aus ver­schie­de­nen Grün­de habe ich dort seit Jah­ren wie­der ein­mal etwas bestellt, obwohl es CO-Domains vie­ler­orts weit­aus güns­ti­ger gibt.

Die Domain wur­de bei 1und1 mit einer DNS-Ver­wal­tung bewor­ben. Die brau­che ich z.B. wenn ich Sub­do­mains oder einen eige­nen Mail­ser­ver nut­zen will, an dem kei­ne SINA-Box hängt. Wich­tig ist für mich, dass ich ver­schie­de­ne A-Records im DNS kon­fi­gu­rie­ren kann, z.B. um Web- und Mail­ser­ver zu tren­nen. Natür­lich möch­te ich auch anfan­gen ipv6-Adres­sen zu nut­zen, da mehr und mehr mei­ner Anbie­ter so etwas anbie­ten und ich somit jedem Dienst sei­ne eige­ne IP zuwei­sen kann. Vie­le die­ser Fea­tures gibt die DNS-Ver­wal­tung von 1und1 nicht her — zumin­dest nicht in mei­nem Ver­trag, aber ich kann mei­ne eige­nen Name­ser­ver ein­tra­gen, die das dann alles kön­nen.

Soweit ist das rei­nes Gekli­cke und 1und1 hät­te nach der Bestel­lung nie wie­der etwas von mir gehört. Der Ein­trag auf einen eige­nen Name­ser­ver klappt bloß auf­grund eines tech­ni­schen Pro­blems bei 1und1 seit fast zwei Wochen nicht — und damit tritt ein Fall für den Sup­port ein. Der Sup­port ist  für mich ein Maß für die Qua­li­tät eines Providers.Er umfasst für mich Din­ge wie Reak­ti­ons­zeit, Bezug der Ant­wort zu mei­nem Pro­blem und natür­lich die Stö­rungs­be­sei­ti­gung — denn Fehl­funk­tio­nen kön­nen immer und über­all vor­kom­men. Mit dem Sup­port von 1und1 ste­he ich seit den besag­ten fast zwei Wochen in Kon­takt. Die Reak­ti­on via E-Mail dau­ert etwa 2–3 Tage. Zuerst mach­te es den Anschein, als kämen all­ge­mein­gül­ti­ge Text­bau­stei­ne zurück, dann wur­de mein Pro­blem bestä­tigt und geäu­ßert, dass man mit „Hoch­druck” an einer Lösung arbei­te. Das sind halt so die Abläu­fe in einem gro­ßen Unter­neh­men.

Wei­ter­le­sen

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