Neue Unterrichtsmethoden und Vermarktung

Ich stel­le in letz­ter Zeit ver­mehrt fest, dass es eine Rei­he von inno­va­ti­ven und inter­es­san­ten Initia­ti­ven  gibt, die alle­samt das Ziel ver­fol­gen tra­di­tio­nel­len Unter­richt zu erset­zen. Da gibt es dann tol­le eng­li­sche Abkür­zun­gen und noch tol­le­re super­la­ti­ve Aus­sa­gen über Erfol­ge bei den SuS.

Dazu ein­mal eine Hypo­the­se:

Wenn eine Metho­de oder ein Kon­zept erfolg­rei­cher als tra­di­tio­nel­ler Unter­richt ist, so müs­sen es eigent­lich auch die Arbeits­er­geb­nis­se sein, es sei denn, die Moti­va­ti­on der SuS durch die neue Metho­de ist für sich genom­men schon das Unter­richts­ziel.

Ich stel­le fest, dass es bei vie­len inno­va­ti­ven Pro­jek­ten zwar vie­le Fotos von glück­li­chen Men­schen und unzäh­li­ge Zita­te noch glück­li­che­res SuS gibt, jedoch sehr sel­ten kon­kre­te, authen­ti­sche Arbeits­er­geb­nis­se – in Deutsch könn­ten das z.B. Schü­ler­tex­te sein, die den Ver­gleich mit Tex­ten aus tra­di­tio­nel­len Unter­richts­for­men stand­hal­ten oder über­tref­fen. Dabei dür­fen dann bei­de Par­tei­en ger­ne ihre „Best-of“-Kiste bemü­hen.

Ich fra­ge mich, war­um das so ist. Ket­ze­risch könn­te man sagen, dass es  dann eher dar­um geht, prin­zi­pi­ell zu ver­mark­ten und aus­zu­schlach­ten, als dar­um nach­hal­tig zu arbei­ten. Ver­söhn­lich lie­ße sich anfüh­ren, dass sich moder­ne Didak­tik als eine Didak­tik der Lern­we­ge und nicht als eine der Lern­zie­le ver­steht – dar­über und den Sinn sowie Ertrag müss­te man auch noch ein­mal spre­chen…

Ich glau­be Pro­jek­ten ohne authen­ti­sche Arbeits­er­geb­nis­se nicht. Viel­leicht bin ich dafür zu tra­di­tio­nell.

Funktionalistische Didaktik

Die­sen Begriff gibt es nicht. Ich habe ihn erfun­den – aller­dings nicht allei­ne. Ich möch­te ihn wie folgt ver­stan­den wis­sen: Die funk­tio­na­lis­ti­sche Didak­tik umfasst alle inhalt­li­chen Stra­te­gi­en, um in der Wirt­schaft erfolg­rei­che Pro­zes­se auf päd­ago­gi­sche Sys­te­me abzu­bil­den.

Wirt­schaft wie­der­um bedient sich ger­ne an mir durch die Zeit lieb gewor­de­nen Theo­ri­en, etwa der huma­nis­ti­schen Psy­cho­lo­gie. Wenn Per­sön­lich­keits­stär­kung mit Metho­den der huma­nis­ti­schen Psy­cho­lo­gie bzw. Päd­ago­gik mit dem ZIel der Pro­fit­ma­xi­mie­rung betrie­ben wird, ist das in mei­nen Augen Funk­tio­na­lis­mus, d.h. man nutzt z.B. in die­sem Fall eine Theo­rie der Frei­heit, um Ange­stell­te und sogar Kun­den an eine Fir­ma zu bin­den – eigent­lich ein unauf­lös­li­cher Wider­spruch. Gerecht­fer­tigt wird das damit, dass dadurch die Team­fä­hig­keit und Pro­duk­ti­vi­tät gestei­gert wird – schwie­ri­ges The­ma.

Auf Schu­le bezo­gen ent­wi­ckeln Anhän­ger des Funk­tio­na­lis­mus momen­tan fol­gen­de Visi­on, die ich ich in Anleh­nung zur Rhe­to­rik der Fern­seh­wer­bung ein­mal mehr unkon­ven­tio­nell dar­stel­len möch­te:

Wei­ter­le­sen

1 2