Wann ist eine Vergleichsarbeit eine Vergleichsarbeit?

In zahlreichen Bundesländern sind mittlerweile Vergleichsarbeiten in bestimmten Jahrgängen obligatorisch – hier in Niedersachsen ist sogar eine zentrale Aufgabenstellung angedacht. Das kann wahrscheinlich dann ganz gut funktionieren, wenn die Schulen selbst entscheiden können, wie sie die Anforderungen einer Vergleichsarbeiten bewältigen wollen und nicht durch fachliche und methodische Vorgaben meist ideologisch eingefärbter Prägung der jeweiligen Kultuspolitik ausgesetzt sind.

Steigerung von Qualität hat zumindest für mich immer etwas mit stetig evaluierter Kontinuität zu tun. Deswegen träumen wir mal davon, dass die Ausgestaltung der Curriculums irgendwann Sache der Schule sein wird – seltsamerweise ist das in den bei PISA erfolgreichen Ländern meist der Fall. In Deutschland wird man darauf wahrscheinlich lange warten müssen – Kultuspolitik ist schließlich ein Konkurrenzprodukt und Ländersache.

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ISBN: 3639047079

Das Leben schreibt manchmal merkwürdige Geschichten. Wie jeder Lehrer musste ich auch während meines Referendariats eine zweite Staatsexamensarbeit erstellen. Das sollte ein innovatives Unterrichtsprojekt sein.

Da mich Captain Picard und seine Crew während des Studiums oft genug von den wichtigen Dingen des Lebens abgehalten haben, dachte ich mir: Nun gut – machste einmal etwas dazu. Die damalige Fachleiterin (Gruß, Frau Schütz!) hatte auch nichts einzuwenden, also ab die Post. In einer 11ten KLasse habe ich dann den Kinofilm „Startrek – Insurrrection“ besprochen, der im Übrigen fast wieder aktuell werden könnte: Angehörige eines demokratisch hierarchischen Systems rebellieren auf Grund ihrer moralischen Überzeugungen gegen die ihnen gegenüber Weisungsbefugten. Da hat man man heute als Lehrer gelegentlich auch nicht übel Lust zu, aber lassen wir das…

Primär erhoffte ich mir durch die Einheit den Aufbau von Kompetenzen im Bereich des Rezeptionsverhaltens von SuS: Der Film enthält nämlich einige philosophisch hinterfragbare Klopfer, die durch maniplative Techniken der Filmsprache überdeckt werden.

Wie dem auch sei: Fünf Jahre später, also ungefähr vor 4-6 Wochen schreibt mich ein Verlag an, ob ich Ihnen nicht einmal mein Manusskript schicken könnte. Das war sogar noch elektronisch vorhanden, was bei mir schon etwas heißen will, da das damals fast noch Windowszeiten waren.

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Nobody is perfect

… ein nettes Spiel für die Vetretungsstunde. Der Lehrer/die Lehrerin teilt die Klasse dazu in Kleingruppen zu je fünf Personen auf und schreibt einen Begriff an die Tafel, den die Lerngruppe mit verhältnismäßig großer Wahrscheinlichkeit nicht kennt, z.B.

Drempel, Fock, Lenzer, Verklicker, Engländer u.ä.

Jede Kleingruppe soll nun eine möglichst plausibel klingende Erklärung für diesen Begriff auf einen Zettel schreiben. Natürlich muss das unter größter Geheimhaltung geschehen. Der Lehrer/die Lehrerin schreibt derweil die korrekte Erklärung ebenfalls auf.

Jetzt werden alle Erklärungen in wilder Reihenfolge vom Lehrer/von der Lehrerin vorgelesen, wobei die korrekte Antwort mit „untergemischt“ ist. Jede Gruppe gibt nun einen Tipp ab, welches die richtige Antwort ist. Danach gibt es Punkte:

  1. Rät eine Gruppe die richtige Erklärung, gibt es einen Punkt
  2. Schafft es eine Gruppe durch ihre gute Erklärung andere Gruppen auf eine falsche Fährte zu locken, erhält sie für jede dieser Gruppen zwei Punkte

Demnach macht es also mehr Sinn, die eigene erfundene Erklärung sprachlich und inhaltlich hochwertig zu formulieren als zu hoffen, dass man richtig rät. Der Lehrer/die Lehrerin sollte die korrekte Erklärung sprachlich an die vorhandenen Kompetenzen anzupassen, da es sonst schnell zu auffällig wird. In eine 45 Minutenstunde schafft man etwa 4-5 Durchgänge – je nach sprachlichem Eifer der Gruppen.

Ganz nebenbei fördert man durch dieses Spiel eine sprachliche korrekte und prägnante Ausdrucksweise, da nur in diesem Bereich sorgfältig arbeitende Gruppen gewinnen…

Dieses Spiel lässt lässt sich auch asynchron etwa mit Hilfe eines Moodleforums gestalten.

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