Moodle 2.0: Kurseinstellungen

Jeder Trainer eines Kurses kennt den Block mit den Einstellungen. Dort lassen sich z.B. NutzerInnen verwalten, der Kursschlüssel setzen, Objekte aus anderen Kursen importieren usw.. In unserem Schulmoodle habe ich in den letzten Tagen etwas herumexperimentiert und z.B. ausgetüftelt, wie ich den Chemiekolleginnen und -kollegen nur in ihrem Bereich das Recht einräume, Kurse selbst zu erstellen. Das klappt auch erstaunlich gut, ohne dass sie gleichzeitig Zutritt zu den anderen Kursen dieses Fachbereichs erhalten.

Heute morgen mailte mich eine Kollegin an, dass ich gar nicht klar sei, wie das denn nun mit der Einschreibung und so genau funktioniert. Es zuckte kurz in den Fingern, den üblichen Standardklickpfad zurückzumailen, aber stattdessen habe ich mich vorsichtshalber einmal in ihrer Rolle (Login als) angemeldet – der Block für die Kurseinstellungen war verschwunden! Das muss höchst irritierend sein. Ich habe wie wild durch das System geklickt, bis mir das hier auffiel:

Dieser kleine Reiter blieb auch beim vertikalen Scrollen immer im Bildbereich, also musste er eine Bedeutung besitzen. Und siehe da:

 

Da war es wieder, das Einstellungsmenu. Die Positionierung macht natürlich Sinn, dann man so das Ganze immer griffbereit hat. Nicht jedes Theme unterstützt dieses Feature. Aber darauf muss man erstmal kommen. Befindet man sich nicht in einem eigenen Kurs, reduzieren sich die verfügbaren Optionen automatisch:

Interessante Dinge tun sich auf, wenn man das Menu durchstöbert, z.B. der persönliche Schlüssel zum Abonnieren geschützter RSS-Feeds von Foren, die in Moodle 1.9 allesamt öffentlich ins Netz gepustet wurden – so man RSS zuließ…

Merke:

Schau dir den Mist, den da als Admin verzapfst, immer auch in der Ansicht anderer Rollen an!

 

 

 

 

Virtual Choir 2.0 – Hach…

Lisa Rosa will auf Twitter gerade der Frage nachgehen, welches Gefühl sich hinter „Hach!“ in Tweets verbirgt – nun denn: Ich bin immer noch beeindruckt (relativ weit unten, etwas rechts von der Mitte) – Klick für volle Größe:

Und die Credits sind an einer Stelle auch gaaanz toll (unten rechts, Klick für volle Größe):

In Deutschland schreibt so gut wie nie einer meinen vollen Namen richtig. So – jetzt aber Schluss mit der Selbstbeweihräucherung – Korrekturen warten…

Moodle2.0 und Links auf Ordner

Mit Moodle2.0 hat sich einiges geändert, z.B. scheint es nicht mehr möglich zu sein, Links auf Ordner im Dateisystem zu setzen. Auf moodle.org werden einige furchtbar komplizierte Würgarrounds diskutiert, die nach meinem Dafürhalten allesamt nicht notwendig sind: Es geht eigentlich ganz einfach – nur eben anders als früher. Meine Variante klappt mit Moodlebordmitteln ohne zusätzlich aktivierte Repositories.

Schritt 1 – Die Hülle erstellen:

  • Bearbeiten einschalten => Arbeitsmaterial anlegen => „Verzeichnis“ wählen
  • Dort den Namen für den Link zum Verzeichnis unter „Name“ eintragen, er sollte mit dem Verzeichnisnamen identisch sein
  • Eine aussagekräftige Beschreibung unter „Beschreibung“ eintragen
  • „Verzeichnis erstellen“ auswählen
  • Einen Namen für das Verzeichnis eingeben und mit „ok“ bestätigen
  • Ganz unten auf die Schaltfläche „Speichern und zum Kurs“ auswählen

Damit entsteht erstmal eine Art „Hülle“, in die wir jetzt Dateien einfügen können. Ein Verweis auf diese Hülle entsteht an zwei Stellen:

  1. Im Themenblock, in dem wir das Verzeichnis erstellt haben
  2. Im Block „Navigation“ unter „Allgemein“

Schritt 2 – den Inhalt für die Hülle erstellen:

  • Erstellen Sie auf Ihrem Rechner ein Zip-Archiv, welche die später gewünschte Dateistruktur aufweist. Wenn Sie keinen weiteren Unterordner wünschen, erstellen Sie auch keinen Unterordner im Zip-Archiv.

Schritt 3 – die Inhalte in Moodle einpflegen:

  • Klicken Sie entweder im Themen- oder im Navigationsblock auf das soeben erstellte Verzeichnis
  • Klicken Sie auf die Schaltfläche „bearbeiten“
  • Klicken Sie nochmals auf den Verzeichnisnamen
  • Klicken Sie auf  „hinzufügen“ – es erscheint der Filepicker
  • Wählen Sie „Datei hochladen“
  • Laden Sie ihr eben erstelltes Ziparchiv hoch
  • Entzippen Sie es
  • Löschen Sie ggf. die hochgeladene Zip-Datei, um Ihren Admin zu beruhigen
  • Achja: SCORM-Leute können z.B. jetzt zusätzlich die Datei auswählen, die beim Starten des Verzeichnisses erscheinen soll…

Schritt 4 – Der Genuss:

Entweder im Themen- oder Navigationsblock auf das Verzeichnis klicken und freuen!

Update auf Moodle 2.0

Heute Vormittag war es dann so weit: Ich habe unsere Schulinstallation auf die neue Moodleversion geupdatet. Ich musste noch etwas warten, da die von uns recht rege genutzten Module „book“ und „hotpot“ noch nicht für Moodle 2.0 überarbeitet worden waren – mittlerweile liegen sie beide in einer aktualisierten Fassung vor, die auch unter der aktuellsten Moodleversion ihren Dienst tun. Für diese Arbeit sollte man inkl. aller Vorarbeiten (Backups, Restoretests…) 4-5 Stunden einplanen – ich habe es für zwei recht große Plattformen in zweieinhalb Stunden geschafft.

Erste Eindrücke:

  1. Moodle 2.0 läuft im Vergleich zur 1.9er Reihe sehr, sehr langsam. Auf nicht besonders üppig ausgestatteten Standardwebspace dürfte schon der Upgradeprozess scheitern – den sollte man unbedingt dann lokal vornehmen, weil ein Großteil der auf moodle.org dokumentierten Upgradeprobleme wohl auf Ressourcenknappheit im Hostsystem zurückzuführen sein dürften – sie lassen sich manchmal durch wiederholten Aufruf von http://www.moodleurl.tdl/admin/index.php beheben. Auf unserem System mit 4GB RAM ist die Ausführungsgeschwindigkeit allenfalls erträglich zu nennen trotz erheblicher Tuningmaßnahmen (lighttpd, MySQL-Optimierung mit tuning_primer.sh usw.). Damit dürfte zum jetzigen Zeitpunkt für ca. 80% der mir in Deutschland bekannten Installationen von einem Update dringend abzuraten sein – zumal für die, die umfangreiche Addons installiert haben. Ich werde wohl wieder den guten alten Squid als Reverse-Caching-Proxy bemühen – das hilft in der Regel in Verbindung mit einer kleinen Ramdisk ganz gut.
  2. Moodle 2.0 bringt eine komplett überarbeitete Oberfläche mit – kein Vergleich zu der archaischen GUI der Vorgängerversion. Das kann man auf folgendem Screenshot sehr gut sehen: Sehr gut gelungen finde ich die anpassbare Oberfläche – auf eine eigene, verschachtelte Menustruktur kann unter  Website-Administration 〉 Darstellung 〉 Designs 〉 Einstellungen im Feld „Angepasste Menuelemente“ in einer wikiähnlichen Syntax unabhängig vom verwendeten Theme zugegriffen werden, es lassen sich URLs zu Logos setzen oder andere Farben definieren. Insgesamt machen schon die mitgelieferten Designs sehr viel Spaß.
  3. In der Grundeinstellung wird man von Menus und Untermenus erschlagen. Am besten klappt man erstmal alles Erreichbare ein, um einen Überblick zu gewinnen.
  4. Es lassen sich Elemente aus externen Quellen einbetten, z.B. GoogleDocs, Flickr, Dropbox, YouTube… Das schimpft sich „Repositories“ und erleichtert die Kurserstellung erheblich. Auch sind Dateien nicht mehr Kurse, sondern an Nutzer gebunden, sodass ich eine Datei in mehreren Kurse nutzen kann. Dafür sind die beliebten FTP-Uploads nur noch über Tricks  (Repository „lokales Dateisystem“) möglich: Moodle verschlüsselt die Namen aller hochgeladenen Dateien – ohne die Datenbank findet sich im Dateisystem nichts wieder.
  5. Die Rollenzuweisung in Kursen hat sich grundlegend verändert, ebenso wie der Dateiupload. Bei unsicheren KuK muss man mit dem Erklären wahrscheinlich wieder bei Null beginnen.

Moodle hat bedeutend mehr Sex-Appeal und in Zeiten von iToucherei wird allein das schon bei vielen für eine größere Akzeptanz des Systems sorgen. Es macht einfach mehr Spaß. Auch das Repositorysystem halte ich für gelungen: So kann ich meine über Web2.0-Dienste verteilten Artefakte endlich auch einfach und intuitiv in Moodle nutzen.

Moodle ist und bleibt auch in dieser Version ein lehrerzentriertes System – gerade im Vergleich zu anderen Tools. Ich persönlich schustere in Moodlekursen nur noch „Sprunglinks“ zu GoogleDocs, Etherpad usw. zusammen (was in WordPress fast noch einfacher geht). In Verbindung mit Mahara können SuS Inhalte aus Moodlekursen in ein Portfolio überführen und sie sich so zu eigen machen. Da teste ich noch. Kurse baue ich selbst eigentlich nur für Distanzfrontalunterricht. Auch das wird noch eine Weile nötig sein.

Aber denke manchmal auch unbescheiden, meiner Zeit technisch und in der Nutzung des Webs voraus zu sein. Hoffentlich erdet mich das EduCamp in Bremen wieder.

Verlorene Links – Teil 3

  1. Dieser Tweet spricht mir aus dem Herzen. Seit Jahren gebe ich solche und andere Sprüche von mir und sehe mich immer wieder mit Argumenten wie „Das muss jeder für sich ausprobieren“, „Da muss jeder eigene Wege finden“ auf allen Ebenen – Schulreformebene und Unterrichtsebene konfrontiert. Wir im Norden nennen hier solche Sprüche „Gelaber“ und fordern „Butter bei die Fische“ und „Konzepte her“ – zumindest für die Ausbildung der neuen Lehrergeneration (Wer? Wie? Was?).
  2. Kristian Köhntopp schreibt über die Lameness des Web 2.0 und mir wiederum aus der Seele.  Manchmal fühle ich mich bei manchen Socialweb-Auftritten gefühlsmäßig an Terminator II erinnert, wenn Aggregator II wieder unzählige Timelines mit geaddeten YouTube-Videos und geliketen Seite automatisiert vollkippt und ich dank fehlender Filterfunktionen keine Chance habe, das alles nicht doppelt und dreifach zu bekommen, obwohl ich es prinzipiell interessant finde. Das ist nicht effizient. Manche befüllen ja sogar ihre Blogs auf diese Weise…
  3. Die letzten Vorbereitungen für den tatsächlichen Umzug des Schülerservers sind nahezu abgeschlossen – nur noch das Wildcard-SSL-Class2-Zertifikat fehlt – aber die Hinweisseiten sind schon in Stellung. Vielleicht mache ich heute Abend im DNS wirklich ernst.
  4. Das Schreiben in Metaphern wird „en vogue“. Hokey bekommt durch eine Parallelgeschichte Lust auf’s Unterrichten. Ich mag sowas ja.
  5. Schon etwas älter, aber immer noch spannend: „Sparen an Lehrern„. Ich finde es absolut super, dass sowas gemacht wird. Ich bin auch dafür, dass Lehrerbild immer mehr öffentlich ins Negative zu ziehen. So werden immer mehr junge Menschen motiviert, den Beruf zu ergreifen. Die Unterrichtsqualität wird steigen, da immer mehr Länder „eigene Wege“ finden, die sich abzeichnenden Lücken zu stopfen. Liebe Lehrerkolleginnen und Kollegen: Bald sind wir die neuen Lokführer, Ärzte und Piloten dieser Gesellschaft und können auch so bestimmt auftreten – vielleicht sogar ohne viel ändern zu müssen. Das Bildungssystem ist ja super.

Coming soon hier an dieser Stelle:

  • vielleicht die eine oder andere Rede aus meinem Projekt: „Freie Rede in Klasse 9“
  • Coffeinnachweis photometrisch über Coffeinperiodid (Man, waren das Rückschläge und Lernprozesse)
  • Elternstammtisch – aktive Elternarbeit
  • innere Monologe in Klasse 6
  • natürlich die eine oder andere Geschichte vom Serverumzug
  • […]
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