Das Burgspiel

Was man braucht:

  • 10-30 Leute, die sich schon etwas kennen
  • zwei abgetrennte Räume

Wie das geht:
Es werden zwei Gruppen gebildet, wobei die eine den Raum verlässt. Die im Raum Verbliebenen bekommen die Aufgabe eine Burg zu bauen, indem sie einen geschlossenen Kreis mit dem Köpfen nach innen bilden. Sie einigen sich vorher auf ein Zeichen, welches zum Eintritt in ihre Burg berechtigt. Dieses Zeichen sollte aus einer Berührung bestehen, die weder ehrverletzend noch schmerzvoll sein darf und nicht so komplex ist, dass sie nicht erraten werden kann.
Die andere Gruppe wird hereingebeten. Sie muss nun das Zeichen herausfinden, welches Eintritt in die Burg gewährt. Dabei solltet ihr als Spielleiter darauf achten, dass es auch hier nicht zu ehrverletzenden oder schmerzhaften Berührungen kommt. Ziel eines jeden ist es, in das Innere der Burg zu gelangen. Diejenigen, die es geschafft haben, dürfen es denen, die es ‚außen‘ noch versuchen nicht verraten, welche Berührung zum Erfolg geführt hat.

Erfahrungen:
Anhand dieses Spieles lässt sich sehr gut die Außenseiterproblematik in den Blickpunkt der Gruppe rücken. Die Gefühle ‚Ausgeschlossensein‘ und ‚Dazugehörenwollen‘ sind hier spielerisch zugänglich und können anschließend zusammen mit der Gruppe thematisiert werden. In stark cliquenbestimmten Gruppen ist dieses Spiel sehr interessant, stellt aber auch bei einer Nachbereitung einige Anforderungen an euch als Leitende.

Sitzschlange

Was man braucht:

  • 20-40 Leute (möglichst mit annähernd gleicher Statur)
  • einen möglichst ebenen Untergrund

Wie das geht:
Ihr bildet einen Kreis, indem Ihr Euch an den Händen faßt und auseinandergeht. Es ist unbedingt erforderlich, daß Ihr ‚eiförmige‘ Anwandlungen nach Möglichkeit vermeidet. Nun laßt Ihr die Hände los und führt eine Vierteldrehung nach rechts (im Uhrzeigersinn) aus, so daß jeder den Rücken seines Vordermannes sieht. Jetzt geht Ihr seitwärts solange Schritt für Schritt der Mitte des Kreises entgegen, bis nicht einmal eine Briefmarke zwischen Euch und Eure jeweiligen Nachbarn paßt. Jetzt gibt es drei Stufen:
Stufe 1:
Ihr geht alle leicht in die Hocke, so daß Euer Körpergewicht zu 50% vom Hintermann und zu 50% von Euch selbst getragen wird.
Stufe 2:
Ihr setzt Euch mit vollem Körpergewicht auf den Schoß Eures Hintermannes.
Stufe 3:
Im Sitzen macht ihr auf Kommando gleichzeitig einen Schritt mit dem linken und dann auf Kommando mit dem rechten Bein, so daß sich die Sitzschlange im Kreis bewegt.

Erfahrungen:
Es ist hilfreich, wenn einige etwas kräftigere Naturen von außen zusätzlich für Halt sorgen. Mit etwas Übung ist es ohne weiteres möglich, Stufe 3 zu erreichen. Unser Preetzer Rekord liegt übrigens bei eineinhalb Umrundungen mit 25 Leuten!

Rübenziehen

Was man braucht:

  • 20-40 Leute
  • einen großen Raum oder gutes Wetter und eine Rasenfläche

Wie das geht:
Es werden zwei Gruppen gebildet. Eine Gruppe legt im Kreis mit Armen und Köpfen nach innen und versucht, sich möglichst fest zu verkeilen, indem die Arme auf irgendeine Weise miteinander verschlungen werden. Die andere Gruppe muss versuchen, einzelne Leute (Rüben) aus diesem Wust zu entfernen, indem sie sie an den Beinen herausziehen. Das müssen diejenigen in der Mitte solange verhindern, wie sie es vermögen. Es darf ’nachgefasst‘ werden. Das Ende ist meist chaotisch. Die Rollen der Gruppen werden dann getauscht.

Erfahrungen:
Ihr solltet ein wenig darauf achten, daß es nicht zu brutal dabei zugeht. Mit Jugendlichen empfiehlt es sich, getrenngeschlechtliche Gruppen zu bilden, da sich so die erforderliche ‚Nähe‘ besser aufbauen läßt.

Plätzchen backen

Was man braucht:

  • 30-50 verlässliche Leute
  • dieses Spiel läßt sich nur im Freien spielen

Wie das geht:
Die Gruppe stellt sich in zwei Reihen gegenüber auf, Schulter an Schulter. Die Reihen müßen gut durchmischt sein – robustere und feinere Naturen sollte einander abwechseln. Jeder ergreift die Handgelenke seines Gegenübers, so daß pro Arm eine Doppelverbindung besteht. Es langt nicht aus, sich die Hände zu reichen. Wenn jemand von Euch einen 1.Hilfe Kurs absolviert hat, kennt er eine weitere, noch stabilere Möglichkeit, vier Arme fest miteinander zu koppeln (Karré – wird zum Verletztentransport im Gelände eingesetzt), die er den anderen zeigen kann.
Wir haben also eine Doppelreihe von Menschen, die sich an den Armen halten (der Backofen). Ein Freiwilliger (das Plätzchen) – anfangen solltet Ihr mit eine leichten Person – legt sich nun auf die Arme der anderen und wird nun durch Schunkeln, leichtes Werfen usw. bis an das Ende der Reihe bewegt. Dann ist das Plätzchen fertig und das nächste kann gebacken werden.

Erfahrungen:
Ein Spiel welches viel Vertrauen auf zwei Ebenen erfordert. Ihr als Leiter müßt der Gruppe vertrauen können, daß das Plätzchen gut behandelt und aufgefangen wird. Das Plätzchen wiederum muß der Gruppe vertrauen. Als Steigerung des Vertrauensmomentes kann das Plätzchen während des ‚Backvorganges‘ auch die Augen schließen.
Das Spiel ist erst ab einem Durchschnittsalter von ca. 14 Jahren sinnvoll durchführbar. Die Körperkraft und Disziplin in jüngeren Semestern ist oft nicht ausreichend. Das hängt jedoch immer von der jeweiligen Gruppe ab.

Paranoia

Was man braucht:

  • 14-30 Leute
  • Einen wirklich großen Raum oder ein entsprechend abgegrenztes Gelände im Freien

Wie das geht:
Jeder sucht sich zu Beginn des Spieles irgendjemanden aus der Gruppe, der sein Beschützer sein soll und jemanden, der sein persönlicher Verfolger wird. Die Wahl trifft jeder für sich vollkommen willkürlich. Niemand tauscht sich über seine Wahl mit anderen aus.
Die Aufgabe ist nun eigentlich sehr einfach: Jeder muß sich nun eine Position suchen, auf der gewährleistet ist, dass sich sein Beschützer zwischen ihm und seinem Verfolger befindet. Das Spiel läuft irgendwann mit offenem Ende aus.

Erfahrungen:
Das Spiel verdient seinen Namen. Alles läuft bunt durcheinander, ohne dass für einen Außenstehenden ein System erkennbar wäre. Es erfordert keinen Körperkontakt und eignet sich daher auch für Gruppen, die sich noch nicht so gut kennen.
Ach ja: Nachdenken und systematisches Vorgehen kann man zwar versuchen, aber nützen wird es nicht viel… Viel Spaß!

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