Wirtschaft, Partnerschaft, Lobbyismus und Schule

Wir versetzen uns einmal in die Lage eines CEO

 

  1. Da gibt es mit der Digi­ta­li­sie­rung der Gesell­schaft eine Ent­wick­lung, um die kein staat­li­ches Bil­dungs­sys­tem her­um­kommt, wenn eine Volks­wirt­schaft auf Dau­er wach­sen und damit Din­ge wie Wohl­stand und sozia­len Frie­den ermög­li­chen soll.
  2. Da gibt es ein Bil­dungs­sys­tem mit immensen Inves­ti­ti­ons­stau auf dem Gebiet der Digi­ta­li­sie­rung, sowohl finan­zi­ell als in Berei­chen wie Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment.
  3. Da gibt es Schu­len, die auf Wunsch des Dienst­herrn zuneh­mend selbst­stän­dig sein sol­len, die aber von den per­so­nel­le Res­sour­cen her oft opti­mier­bar auf­ge­stellt sind.
  4. Da gibt es ein Schul­sys­tem, dass von sei­ner Grund­struk­tur preu­ßisch-hier­ar­chisch struk­tu­riert und damit an Vor­ga­ben von oben gebun­den ist.
  5. Da gibt es eine Kon­kur­renz­si­tua­ti­on vie­ler unter­schied­li­cher Anbie­ter.
  6. Da gibt es ein teu­res, meist pro­vi­si­ons­ba­sier­tes Ver­triebs­sys­tem, das vor­wie­gend auf die Belan­ge der Wirt­schaft aus­ge­rich­tet ist und Schu­le von innen nicht kennt.
  7. Da gibt es Ent­schei­dungs­trä­ger, die tech­nisch manch­mal nur wenig qua­li­fi­ziert sind und die nicht in aus­rei­chen­dem Maße auf ein neu­tra­les Bera­tungs­sys­tem zurück­grei­fen kön­nen.
  8. Da gibt es einen immens vola­ti­len Markt, was die Pro­gres­si­on tech­ni­scher Ent­wick­lun­gen, Pro­dukt­fol­gen und Ansprü­che der Kun­den angeht.

 

Was ist die Natur wirtschaftlicher Player in einer sozialen Marktwirtschaft?

 

  1. Wenn sie nicht wach­sen, gehen sie unter oder wer­den von Kon­kur­ren­ten geschluckt.
  2. Wenn sie für ihre Pro­duk­te kei­nen Allein­stel­lungs­raum schaf­fen (meist weni­ger durch Fea­tures als viel­mehr durch Tup­per­par­ty­ver­mark­tungs­kon­zep­te, s.u.) wer­den sie kei­nen ver­läss­li­chen Absatz gene­rie­ren.
  3. Wenn sie kei­nen Gewinn machen, bestehen sie nicht am Markt und eben­so ihre Mit­ar­bei­ter, für die sie eine Ver­ant­wor­tung tra­gen.
  4. Wenn Sie kei­ne guten Pro­duk­te haben, die sich an den Bedürf­nis­sen ihrer Kun­den ori­en­tie­ren, bestehen sie nicht am Markt.
  5. Wenn sie nicht die hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren des Schul­sys­tems für sich selbst und ihren Absatz nut­zen und poli­ti­sche Lob­by­ar­beit betrei­ben, fal­len sie gegen­über ihren Kon­kur­ren­ten zurück. Das sieht man sehr hübsch an der Stel­lung der lob­by­lo­sen Open­So­ur­ce-Pro­duk­te im deut­schen Bil­dungsys­tem.

Ich fin­de bis­her dar­an nichts Böses oder Ver­werf­li­ches. Wirt­schaft ver­hält ent­spre­chend der Regeln einer Markt­wirt­schaft, womit dann ja auch gleich ein Schlüs­sel gefun­den wäre, das Gan­ze im Sin­ne demo­kra­ti­scher Grund­sät­ze zu steu­ern: Dafür gibt es einen Rah­men in Form von Geset­zen bzw. im Schul­sys­tem in Form von Erlas­sen.

TTIP ist nun der genia­le Schach­zug, auch die­se mög­li­che staat­li­che Ein­fluss­nah­me auf die eige­ne Pro­dukt­po­li­tik zu eli­mi­nie­ren – das wäre aber eine eige­ne Geschich­te.

Wie reagiert Wirtschaft in diesem Umfeld?

 

Von „Wirt­schaft“ kom­me ich in mei­nem Umfeld fast nur über Ver­trieb­ler und ihren rhe­to­ri­schen Tak­ti­ken in Kon­takt. Ich bin bei ihnen mitt­ler­wei­le nicht mehr so ger­ne gese­hen. Daher mögen mei­ne Beob­ach­tun­gen sehr stark ein­ge­färbt sein, aber viel­leicht erkennt ihr das eine oder ande­re wie­der.

Wirt­schaft will Tup­per­par­tys

Man möch­te sein Pro­dukt auf Ver­an­stal­tun­gen, auf der Ent­schei­dungs­trä­ger anwe­send sind, mög­lichst exklu­siv prä­sen­tie­ren und nicht in Kon­kur­renz zu Mit­be­wer­bern. „Herr Riecken, das mit ihren finan­zi­el­len Beden­ken las­sen Sie mei­ne Sor­ge sein. Ich stel­le den Ent­schei­dungs­trä­gern das Pro­dukt mit sei­nen ins­be­son­de­re inves­ti­ven Vor­tei­len ger­ne allei­ne dem Gre­mi­um vor!“

Es kom­men ins­be­son­de­re Leh­rer nach einer sol­chen Tup­per­par­ty manch­mal total begeis­tert an und allein auf Grund­la­ge die­ser Begeis­te­rung wird dann z.B. ein Pro­gramm oder ein Gerät beschafft, mit dem man über Jah­re arbei­tet. Das ist lei­der auch bei Schul­bü­chern oft nicht anders.

Mit mir gibt es kei­ne Tup­per­par­tys. Es wer­den immer min­des­tens drei Mit­be­wer­ber zu einer Ver­an­stal­tung ein­ge­la­den.

Ich ver­su­che, die pro­vi­si­ons­ba­sier­te Ver­triebs­struk­tur nach Mög­lich­keit zu ver­mei­den. Wir vor Ort stre­ben an, nach Son­die­rung des Mark­tes stan­dar­di­sier­te Leis­tungs­be­schrei­bun­gen zu erstel­len, mit denen die Ent­schei­der nach den vor­ge­ge­be­nen Richt­li­ni­en for­mal sau­ber aus­schrei­ben kön­nen. Der güns­tigs­te gewinnt.

Stan­dar­di­sie­rung kann man trotz­dem errei­chen. Auch in einer for­mal kor­rek­ten Leis­tungs­be­schrei­bung las­sen sich Allein­stel­lungs­merk­ma­le eines Her­stel­lers sau­ber unter­brin­gen. Das klingt wie ein fie­ser Trick. Es macht aber kaum Sinn, z.B. für eine Regi­on zig ver­schie­de­ne WLAN-Sys­te­me zu beschaf­fen und den Sup­port­auf­wand dafür in die Höhe zu trei­ben.

Wirt­schaft will weg vom Kauf­mo­dell

Micro­soft ver­mie­tet sei­ne Soft­ware, Ado­be auch, Aero­Hi­ve will für die Nut­zung sei­nes Hive­ma­na­gers jähr­lich Koh­le sehen (man kann den Hive­ma­na­ger jedoch auch selbst kos­ten­frei betrei­ben, wenn man das tech­ni­sche Know-How dafür hat), Lern­platt­for­men und Schul­netz­werk­lö­sun­gen wer­den nach Schü­ler­an­zahl jähr­lich abge­rech­net. Der Trend geht weg von der ein­ma­li­gen Anschaf­fung hin zu ver­läss­lich gene­rier­ten Umsät­zen. Da muss man sehr genau rech­nen – gera­de bei Lern­platt­for­men kann man für die jewei­li­ge Jah­res­ge­bühr oft hoch­wer­ti­ge Free­lan­cer vol­le zwei Mona­te für die Betreu­ung eines Open­So­ure­pro­duk­tes bezah­len. Auch bei Micro­soft soll­te man sehr genau hin­schau­en, weil deren Lizen­sie­rungs­mo­dell mitt­ler­wei­le eigent­lich einen eige­nen Stu­di­en­gang erfor­dert.

Wirt­schaft will lang­fris­ti­ge Kun­den­bin­dung

Auch das ist ange­sichts der oft immensen Inves­ti­tio­nen, die zur Ent­wick­lung eines Pro­duk­tes not­wen­dig sind, zunächst wenig ver­wun­der­lich. Man kann Kun­den auf ver­schie­de­ne Art und Wei­se an sich bin­den: Zum einen durch kon­ti­nu­ier­li­che Qua­li­tät, zum ande­ren aber auch dadurch, dass ich den Wech­sel zu einem ande­ren Anbie­ter erschwe­re. Jeder, der schon ein­mal den DSL-Anbie­ter gewech­selt hat, weiß wie das u.U. aus­se­hen kann. Allein die Scheu vor mög­li­cher­wei­se auf­tre­ten­den Pro­ble­men bewegt zumin­dest mich hin und wie­der des lie­ben Frie­dens wil­len doch bei mei­nem Anbie­ter zu blei­ben.

Wenn ich als Schu­le viel Con­tent bei irgend­wem gebun­kert und auf­ge­baut habe, ist die­ser jemand gesetzt – für Jah­re, alles ande­re wäre unrea­lis­tisch. Das weiß ein Anbie­ter und kann das z.B. indi­rekt nut­zen, indem er dafür sorgt, dass Inhal­te und Struk­tu­ren in pro­prie­tä­ren For­ma­ten vor­lie­gen oder der Zugriff auf eine Platt­form nicht über gän­gi­ge Webstan­dards, son­dern z.B. neben dem Brow­ser ledig­lich mit einer spe­zi­el­len App mög­lich ist.

Spezielle Probleme in Deutschland für Anbieter

Deutsch­land hat eini­ge Spe­zi­fi­ka, die mir als Anbie­ter die Haa­re zu Ber­ge ste­hen las­sen wür­den. So exis­tiert ein aus­ge­präg­tes Bewusst­sein hin­sicht­lich des Daten­schut­zes – gele­gent­lich auch als Abwehr­kon­zept gegen­über neu­en Tech­no­lo­gi­en. Es gibt durch­aus schon Anbie­ter, die mir vor­ge­wor­fen haben, ich wür­de markt­be­hin­dernd bera­ten, wenn ich Schu­len auf gel­ten­de Daten­schutz­ge­set­ze ver­wei­se und z.B. Din­ge wie Ein­wil­li­gungs­er­klä­run­gen und Ver­trä­ge zur Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung zum Kri­te­ri­um für die Aus­wahl eines Pro­dukts mache.

Wei­ter­hin gibt es in Deutsch­land ein weit­aus enge­res Neu­tra­li­täts­ge­bot als in ande­ren Län­dern: Staat­li­che Schu­len haben nur sehr ein­ge­schränk­te Mög­lich­kei­ten, Koope­ra­tio­nen mit der Wirt­schaft ein­zu­ge­hen, um ihre zum Teil chro­ni­sche Unter­fi­nan­zie­rung zu kom­pen­sie­ren. Anbie­ter ver­su­chen, die­ses Pro­blem zu umge­hen, indem wirt­schaft­li­che Ver­ei­ne gegrün­det wer­den, die teil­wei­se als gemein­nüt­zig aner­kannt sind und so auch eini­ger­ma­ßen „sau­ber“ durch die Poli­tik beför­dert wer­den kön­nen. Die­se Kon­struk­te sind aber nötig, weil die Rege­lun­gen in Deutsch­land eben sehr eng sind.

In Deutsch­land wird zusätz­lich digi­ta­le Tech­no­lo­gie oft­mals nicht als Chan­ce, son­dern mehr als Bedro­hung der eige­nen Lebens- und Unter­richts­pra­xis begrif­fen. Schu­le müs­se sich „dem all­ge­mei­nen Trend ent­ge­gen­stel­len“ und „Alter­na­ti­ven zum digi­ta­len All­tag bie­ten“. Gleich­zei­tig wer­den die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren durch immer neue Auf­ga­ben von Schu­le kom­ple­xer und ana­lo­ge For­men wie schwar­ze Bret­ter kom­men mehr und mehr an Gren­zen. „Dann auch noch umstel­len auf Digi­tal­zeugs?“.

In Deutsch­land gibt es an Schu­len zuhauf Lokal­prin­zen wie mich, die Sys­te­me auf­ge­baut haben und betreu­en, obwohl es nicht deren Auf­ga­be ist. Nur ver­traut man dem Lokal­prin­zen natür­lich weit mehr als einer Fir­ma, die am Tele­fon nur „Fach­chi­ne­sisch und arro­gant redet“ (das sind oft die rück­ge­mel­de­ten Erfah­run­gen). Der Lokal­prinz ist greif­bar, man ist u.U. nicht mit allem zufrie­den, aber man weiß, was man hat und was nicht. Leh­rer grei­fen nicht ger­ne zum Tele­fon, um sich hel­fen zu las­sen – das wäre ein Ein­ge­ständ­nis von Unvoll­kom­men­heit.

Und zuletzt haben wir in Deutsch­land ein merk­wür­di­ges Finan­zie­rungs­kon­strukt: Lehr­kräf­te wer­den durch das Land, Sach­mit­tel durch den Trä­ger finan­ziert – da ste­hen sich schon unter­schied­li­che Inter­es­sen gegen­über. Nun sind die­se bei­den Berei­che aber nicht zu tren­nen. Beschaf­fung von Soft­ware und Gerä­ten ist immer auch mit päd­ago­gi­schen Fra­gen ver­knüpft. Wer hier als Anbie­ter nicht die Belan­ge bei­der Sei­ten erkennt und nutzt, wird es schwer haben, im Markt Fuß zu fas­sen. Daher heu­ern vie­le Anbie­ter jetzt Lehr­kräf­te an, um ihre Pro­duk­te in den Schu­len zu plat­zie­ren. Die­se erhal­ten für ihre Arbeit natür­lich eine Ver­gü­tung und sind oft an unter­neh­mens­in­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­richt­li­ni­en gebun­den. Kei­ne gute Vor­aus­set­zung für Neu­tra­li­tät.

Wer löst es wie?

An vie­len Stel­len passt für mich der struk­tu­rel­le Rah­men nicht. Hier ist Poli­tik gefor­dert, an neur­al­gi­schen Punk­ten Klar­heit zu schaf­fen, etwa min­des­tens dafür zu sor­gen, dass es für Anbie­ter und Schu­len kla­re Check­lis­ten oder rechts­si­che­re Mus­ter­ver­trä­ge gibt, wie daten­schutz­kon­form gear­bei­tet wer­den kann.

Ich fürch­te bloß, dass von die­ser Sei­te nicht viel zu erwar­ten und das genau die­se Leer­stel­le ursäch­lich für das ist, was oft als „Lob­by­is­mus an Schu­len“ beklagt wird.

Was soll denn ein Anbie­ter ande­res machen, als sub­ver­si­ve, krea­ti­ve Wege zu fin­den, um an die poten­ti­ell lukra­ti­ve Kun­den­grup­pe zu kom­men, die sich in den Schu­len fin­det?

Ein neu­tra­les Bera­tungs­sys­tem als Schnitt­stel­le zwi­schen Anbie­tern und Schu­le kann auch viel bewe­gen. Ich mer­ke bloß bei mir selbst immer wie­der, wie sehr ich pri­va­te Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen bestimm­ten Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen gegen­über aktiv bekämp­fen muss, um wirk­lich neu­tral zu blei­ben oder eben in Fäl­len, wo ich das ein­fach nicht bin, ein­fach an Per­so­nen abzu­ge­ben, die in dem Bereich ver­sier­ter oder ggf. auch schlicht begeis­ter­ter sind.

Ich könn­te mir vor­stel­len und mei­ne, es auf Twit­ter auch immer wie­der mit­zu­be­kom­men, dass es Kol­le­gen gibt, die auch wie ich genau damit rin­gen oder den inne­ren Kon­flikt zuguns­ten einer Prä­fe­renz auch schon ganz ent­schie­den haben.

Fazit

 

Für mich ist Lob­by­is­mus pri­mär in den Struk­tu­ren von Schu­le bereits ange­legt. Wenn man dafür sen­si­bi­li­sie­ren möch­te, sehe ich den Ball bei der Kul­tus­po­li­tik. Ich habe viel Ver­ständ­nis dafür, wie Anbie­ter zur­zeit agie­ren (müs­sen) und Hoch­ach­tung vor vie­len, die ich ken­nen ler­nen durf­te, die sich trotz­dem mit Herz­blut und Ver­bes­se­rungs­wil­len als Part­ner von Schu­le ver­ste­hen – und so auch agie­ren, aber natür­lich ger­ne auch mal die teu­ers­te Lösung ver­kau­fen, die dann zwar super läuft, aber von der Dimen­sio­nie­rung und der Kos­ten­ef­fi­zi­enz in mei­nen Augen nicht unbe­dingt immer das Opti­mum dar­stellt.

Social Messenger sind der Untergang

Ges­tern bin ich wie­der mit der vol­len Band­brei­te der Hilf­lo­sig­keit gegen­über den Eigen­dy­na­mi­ken kon­fron­tiert wor­den, die ent­ste­hen, wenn sich jün­ge­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler auf Whats­App bewe­gen.

  • Belei­di­gun­gen
  • ver­än­der­te Bil­der unlieb­sa­mer Mit­schü­ler
  • Ent­haup­tungs­vi­de­os
  • […]
  • Ich kann nichts dafür“-Behauptungen (In der Schü­ler­vor­stel­lungs­welt kann man sich ja schließ­lich nicht dage­gen weh­ren, in Whats­App-Grup­pen auf­ge­nom­men zu wer­den)

Die­se Din­ge schei­nen sich nach mei­nen Beob­ach­tun­gen vor alle in den jün­ge­ren Klas­sen­stu­fen der Sekun­dar­stu­fe I zu häu­fen. Die reflex­ar­ti­gen Reak­tio­nen auf Vor­komm­nis­se sehen zunächst so aus:

  1. Han­dy weg­neh­men. Die dür­fen Whats­App erst ab 16 nut­zen!“
  2. Han­dy ver­bie­ten. Die kön­nen damit nicht umge­hen!“
  3. Medi­en­päd­ago­gen ein­la­den, der denen das mal sagt!“
  4. Eltern in die Pflicht neh­men. Die sind unver­ant­wort­lich, Kin­dern ein Smart­pho­ne zu kau­fen!“
  5. Nun sag‘ mal Maik, was soll ich denn jetzt machen? Du bist doch Medi­en­fuz­zi. Alles Schei­ße mit die­sem Digi­tal­zeugs!“

Han­deln wir das mal alles in der Kür­ze ab, die es sach­lo­gisch ver­dient:

Zu 1.)

Net­ter Ver­such. Das Han­dy gehört uns nicht und umfasst den Pri­vat­be­reich der SuS. Das ist so auf der Ebe­ne wie: „Ich ver­bie­te dir, nicht alters­ge­rech­te Fil­me in dei­ner Frei­zeit zu schau­en!“

Zu 2.)

Net­ter Ver­such. Das Han­dy gehört uns nicht und umfasst den Pri­vat­be­reich der SuS. Das ist so auf der Ebe­ne wie: „Ich ver­bie­te dir, dich in dei­ner Frei­zeit mit Han­nes und Tim zu tref­fen. Die haben einen schlech­ten Ein­fluss auf dich!“

Zu 3.)

Net­ter Ver­such. Und bequem. Dann macht der das halt (wenn er dann mal Zeit hat). Ich nen­ne sowas medi­en­päd­ago­gi­sches Fei­gen­blatt: „Wir haben was getan – wir haben jeman­den ein­ge­la­den! Wenn dann kei­ner kommt, tja, kön­nen wir auch nichts dafür!“

Zu 4.)

Völ­lig rich­tig. Wenig bis so gar nicht rea­lis­tisch. Eltern hal­ten das mit dem Han­dy oft so: Wir kau­fen dir eines. Wir ken­nen uns damit eh nicht aus. Das Erstau­nen ist dann rie­sig, wenn dann mit dem Gerät Din­ge gesche­hen, die unschön sind. Dann ist das Inter­net schuld. Oder wahl­wei­se die Schu­le, die ja nichts dage­gen macht. Mein Bild: Sie schi­cken ein vier­jäh­ri­ges Kind mit dem Rad bei Dun­kel­heit quer durch die Stadt und sind dann völ­lig über­rascht, wenn es umge­nie­tet wird. Die­ser Scheiß­ver­kehr ist dann schuld!“ (sonst müss­te man sich ja selbst sei­ner Ver­ant­wor­tung stel­len …)

Zu 5.)

Die Situa­ti­on ist sehr kom­plex. Das Sys­tem der Betei­lig­ten und der Ursa­chen auch. Wer hier ein ein­fa­che Ant­wort erwar­tet, ver­kennt die Kom­ple­xi­tät völ­lig. Bes­ten­falls ver­la­gert er das Pro­blem schlicht vor­der­grün­dig aus dem Wahr­neh­mungs­be­reich von Schu­le. Lei­der wird das immer wie­der in die Schu­le zurück­schwap­pen. mit dem Unter­schied, dass man dann noch sehr viel weni­ger über die Vor­gän­ge in der „Par­al­lel­welt“ weiß,

Maik, du Klug­schei­ßer, ich will Lösun­gen! 

Lösung 1:

Wo Ver­bo­te nicht grei­fen, kom­me ich um Ver­hand­lun­gen und päd­ago­gi­sche Ver­ein­ba­run­gen nicht her­um. Es gibt an Schu­len Gre­mi­en, die die ein­zel­nen Grup­pen ver­tre­ten. Es gibt eine Schü­ler- und eine Eltern­ver­tre­tung. Wenn ich zielof­fen hier zu Ver­ein­ba­run­gen kom­me, die den Han­dy­ge­brauch inner­halb der Schu­le regeln, habe ich eine grö­ße­re Chan­ce, dass die­se Ver­ein­ba­run­gen ein­ge­hal­ten und durch demo­kra­tisch ver­han­del­te Sank­tio­nen not­falls auch durch­ge­setzt wer­den. Zusätz­lich ist das u.U. eine Chan­ce, Demo­kra­tie prak­tisch zu leben und es ist eine Chan­ce, ins­be­son­de­re Eltern und Schü­lern auf Augen­hö­he zu begeg­nen. Die­se Gre­mi­en müs­sen ja ihrem „Wahl­volk“ Ent­schei­dun­gen ver­mit­teln. Und ins­be­son­de­re Eltern kön­nen ja schon mehr als Kaf­fee und Kuchen bei Ver­an­stal­tun­gen zu spen­den. Die­se Idee schei­tert oft an dem dafür not­wen­di­gen Para­dig­men­wech­sel: Schu­le ist ja von ihrem Wesen her hier­ar­chisch orga­ni­siert.

Lösung 2:

Wo in der Gesell­schaft bekom­men SuS vor­ge­lebt, wie man z.B. sozia­le Medi­en sinn­voll und reflek­tiert nutzt? Wo in Schu­le bekom­men SuS gezeigt, wel­che Poten­tia­le für das eige­ne Ler­nen in Soci­al­me­dia steckt? Wenn ich Schu­len Port­al­l­ösun­gen mit zar­ten Soci­al­me­dia­funk­tio­nen emp­feh­le, kommt sehr oft: „Aber die­sen Chat, den müs­sen wir drin­gend abschal­ten, da pas­siert nur Mist, wer soll das kon­trol­lie­ren!“ Wenn da „Mist“ pas­siert, ist das m.E. ein Geschenk, weil es in einem geschütz­ten Raum ent­steht und päd­ago­gisch auf­ge­ar­bei­tet wer­den kann. Wir brau­chen mehr sol­chen „Mist“, der auf Sys­te­men von Schu­len geschieht, weil wir ihm dort ohne irgend­wel­chen Anzei­gen und rich­ter­li­chen Anord­nun­gen begeg­nen kön­nen – die Daten haben wir ja selbst und idea­ler­wei­se auch kla­re Rege­lun­gen, wann die­se von wem wie ein­ge­setzt wer­den dür­fen.

Lösung 3:

Kein Unter­richt über Medi­en, son­dern Unter­richt mit Medi­en. Das erfor­dert ein schul­wei­tes Medi­en­kon­zept und es wird erstau­nen, wie viel sich sogar ganz ohne WLAN und Tablets in die­sem Bereich machen lässt. Über­ra­schen­der­wei­se sind bestimm­te Wer­te und Lebens­er­fah­run­gen auch in Zei­ten von Soci­al­me­dia noch gül­tig.

Lei­der wird die Umset­zung die­ser Erkennt­nis genau wie damals der Buch­druck eine Alpha­be­ti­sie­rung erfor­dern und zwar vor allem eine digi­ta­le Alpha­be­ti­sie­rung von Lehr­kräf­ten. Und das Lesen fällt man­chem leich­ter und man­chem schwe­rer. Wenn ich aber an den Poten­tia­len und Mög­lich­kei­ten teil­ha­ben möch­te und wenn ich hand­lungs­fä­hig sein will, kom­me ich nicht dar­um her­um, ler­nen zu müs­sen. NIcht nur wegen der SuS, son­dern vor allem aus Ego­is­mus: Digi­ta­ler Analpha­be­tis­mus führt direkt in die Anhän­gig­keit von ande­ren und in die Unsou­ve­rä­ni­tät.

 

 

Reflexionsfreie Zone

Men­schen in sozia­len Beru­fen sind teil­wei­se in ihren Arbeits­ver­trä­gen dazu ver­pflich­tet, an Super­vi­sio­nen teil­zu­neh­men. In den Sit­zun­gen wer­den z.B. Kon­flik­te inner­halb des Teams auf­ge­ar­bei­tet, Wege auf­ge­zeigt, um mit anver­trau­ten Per­so­nen bes­ser umzu­ge­hen und es wer­den auch oft genug das eige­ne Han­deln und die eige­ne Per­sön­lich­keit infra­ge gestellt.

Ich ken­ne Super­vi­si­on schon aus mei­ner Arbeit mit Klas­sen­ta­gun­gen – ein­mal im Halb­jahr war es mehr als erwünscht, wenn nicht sogar ver­pflich­tend, an Super­vi­sio­nen teil­zu­neh­men. Da ging es gut zur Sache – mit Psy­cho­dra­ma, Rol­len­tausch, Trä­nen und allem Drum und Dran. Die Sit­zun­gen beweg­ten sich oft ganz und gar nicht in der Kom­fort­zo­ne.

Wie­der in Kon­takt mit Super­vi­si­on bin ich erst zwan­zig Jah­re spä­ter in mei­ner Aus­bil­dung als medi­en­päd­ago­gi­scher Bera­ter gekom­men. Vie­le von uns haben gen­ölt und sich gefragt, was z.B. Kon­flikt­be­wäl­ti­gungs­stra­te­gi­en mit Medi­en­be­ra­tung zu tun haben. Mitt­ler­wei­le ist es mit dem Gen­öle still gewor­den. Es ent­wi­ckelt sich zu einer Kern­kom­pe­tenz, Struk­tu­ren zu ana­ly­sie­ren, Kon­flikt­ge­sprä­che zu füh­ren, Kri­tik ernst zu neh­men und mit ihr umzu­ge­hen. Tech­nik: 5% – Mensch: 95%.

Die super­du­per Home­page nützt z.B. gar nichts, wenn sich der Betreu­er immer selbst um alle Infor­ma­tio­nen küm­mern muss, den Kol­le­gen hin­ter­her­läuft und dabei kei­ne Unter­stüt­zung von der Lei­tung erhält: „Hä? Kriegt doch genau dafür eine Ent­las­tungs­stun­de!“ (Nein! Er bekommt die Ent­las­tung für eine aktu­el­le Home­page).

In Fol­low-Ups zu unse­rer Aus­bil­dung dür­fen wir Erleb­nis­se mit­brin­gen, die dann bear­bei­tet wer­den. Und das wer­den sie. Und auch ein Maik Riecken bekommt da hin und wie­der ver­dien­ten Lack. Auf die­sen Ver­an­stal­tun­gen stel­len sich für mich oft Wei­chen für die Zukunft – mir wird klar, was mir gut tut und was mich im Leben lang­fris­tig nicht wei­ter­bringt. Ich bil­de mir ein, dass das für mei­ne Zufrie­den­heit, mei­ne Distanz­fä­hig­keit und vor allem mei­ne Gesund­heit ein gro­ße Rol­le spielt.

Aber ich bin wohl auch ein Weich­ei. Die Arbeit an Schu­le ist psy­chisch immer Zucker. Da gibt es nicht auf­zu­ar­bei­ten. Da gibt es kei­ne psy­cho­lo­gisch indu­zier­ten Krank­hei­ten wie Kopf- und Rücken­schmer­zen (Ver­span­nun­gen), Alko­ho­lis­mus, Tin­ni­tus oder ein­fach inne­re Emi­gra­ti­on in die Kau­zig­keit oder ande­re Din­ge. Mit Kol­le­gen ver­steht man sich grund­sätz­lich gut.

Jede Annah­me von Hil­fe von außen ist eh ein Zei­chen von Schwä­che und davon, dass im Kol­le­gi­um etwas nicht stimmt. Wo kämen wir dahin, uns und unse­re Per­sön­lich­keit infra­ge zu stel­len! Wir sind fer­tig, wir brau­chen das nicht! Und dann die Finan­zie­rung: 120,- Euro Stun­den­satz für einen guten Super­vi­sor? 240,- Euro für zwei Stun­den durch ca. 10 Per­so­nen tei­len – jedes Vier­tel­jahr? Das muss doch der Dienst­herr bezah­len (objek­tiv völ­lig kor­rekt). Das Geld ste­cke ich doch lie­ber ins Auto – oder Motor­rad oder in den Han­dy­ver­trag und lei­de ansons­ten still vor mich hin.

Nicht nur ich bin ver­wun­dert, dass aus­ge­rech­net in Schu­le – deren päd­ago­gi­sche Aus­rich­tung ja immer als Beleg dafür her­hal­ten darf, nicht mit wirt­schaft­li­chen Struk­tu­ren ver­gleich­bar zu sein – ein in mei­nen Augen zen­tra­les Instru­men­ta­ri­um von Per­so­nal­ent­wick­lung weder finan­ziert noch ein­for­dert, wel­ches in fast allen ande­ren ver­gleich­ba­ren päd­ago­gi­schen Kon­tex­ten üblich oder gar obli­ga­to­risch ist.

Präsenztage in der Schule – das Prinzip der sozialen Rekursivität in öffentlichen Debatten

Auch auf­grund von “Vermittlungsproblemen” in der Bevöl­ke­rung sehen sich die Kul­tus­mi­nis­te­ri­en der Län­der nun­mehr “gezwungen”, Prä­senz­ta­ge für Lehr­kräf­te an den Schu­len ein­zu­füh­ren, so jeden­falls ein zunächst wenig beach­te­ter Beschluss der KMK auf ihrer letz­ten Zusam­men­kunft. Als ehe­ma­li­ger Per­so­nal­rat und durch­aus auch kri­ti­scher Betrach­ter der Pri­vi­le­gi­en unse­rer Berufs­spar­te möch­te ich doch die­se Idee nicht unkom­men­tiert las­sen.

Wäh­rend Jan-Mar­tin Klin­ge sich eher mit den resul­tie­ren­den Ver­wal­tungs­fra­gen aus­ein­an­der­setzt und sich an Din­gen wie dem Gleicheits­grund­satz im Duk­tus von Beam­ten­deutsch abar­bei­tet, lege ich den Fokus bewusst etwas anders und begin­ne dabei mit einer klei­nen Anek­do­te:

Als an unse­rer Schu­le schwe­di­sche Lehr­kräf­te zu Gast waren, haben wir Ihnen natür­lich mit eini­gem Stolz unser frisch reno­vier­tes, wirk­lich groß­zü­gig gestal­te­tes Leh­rer­zim­mer gezeigt. Die Reak­ti­on war durch­aus posi­tiv. Das ist hoch zu bewer­ten, wenn man etwas mit schwe­di­scher Schul­ar­chi­tek­tur ver­traut ist. Es kam aber sofort auch die Fra­ge mit dem für mich immer wie­der put­zig anzu­hö­ren­den schwe­di­schen Akzent: “Das ist eine schö­nes Raum. Wo triffst du dich mit dei­ne Kol­legs, um zu arbeiten?” – “Ja hier halt!”, ant­wor­te­te ich. “Nein, das hier ist eine tol­les Sozi­al­raum, aber kei­ne Arbeitsplatz!”, kam sofort der Ein­wand. Für den schwe­di­schen Kol­le­gen war es unvor­stell­bar, kei­nen Arbeits­platz in der Schu­le zu haben.

Ich fin­de, dass die­se Anek­do­te den Kern der Pro­ble­ma­tik zeigt: Selbst wenn ich in der Schu­le arbei­ten woll­te, könn­te ich es selbst nicht mit hin­rei­chen­der Effek­ti­vi­tät tun. Im Leh­rer­zim­mer trifft man sich und tauscht sich aus. Das ist Fluch und Segen zugleich: Fluch für den Wunsch, z.B. läs­ti­ge Kor­rek­tur­ar­bei­ten zügig zu erle­di­gen, Segen für den Aus­tausch zu päd­ago­gi­schen Fra­gen – letz­te­re lie­ßen sich aber weit­aus effek­ti­ver klä­ren, wenn alle Betei­lig­ten anwe­send wären. In der jet­zi­gen Form des KMK-Beschlus­ses ist den Lehr­kräf­ten ja weit­ge­hend frei­ge­stellt, wann sie sich in der Schu­le ein­fin­den.

Dass es in der Schu­le i.d.R. kei­nen geeig­ne­ten Arbeits­platz gibt außer den schnell über­füll­ten Leh­rer­ar­beits­zim­mern bedingt ja zusätz­lich qua­si einen heim­li­chen Ver­trag:

“Du Kol­le­ge setzt dein häus­li­ches Arbeits­zim­mer von der Steu­er ab, hast somit vol­le Frei­heit in dei­nem Home­of­fice und dafür spa­ren wir die eine oder ande­re Mark bei der räum­li­chen und säch­li­chen Aus­stat­tung der Schulen.”

An so Din­gen wie den Rege­lun­gen zur Daten­ver­ar­bei­tung auf pri­va­ten DV-Gerä­ten von Lehr­kräf­te (Link auf Erlass hier in Nie­der­sach­sen) sieht man recht hübsch, dass die­ses Kon­strukt auch gele­gent­lich hef­tig knirscht, aber im Gro­ßen und Gan­zen natür­lich funk­tio­niert. Wenn man mich jetzt zwingt, in der Schu­le tätig zu sein, könn­te ich ja auf die Idee kom­men, dar­aus auch Ansprü­che abzu­lei­ten – inso­fern weiß ich nicht, ob der Dienst­herr sich auf lan­ge Sicht damit wirk­lich einen Gefal­len tut.

Ich kann ver­ste­hen, war­um vie­le Men­schen uns Lehr­kräf­te als pri­vi­le­giert wahr­neh­men. Ich bin mir nicht so sicher, ob das nun gesetz­te Signal wirk­lich geeig­net ist, die übli­chen Stamm­tisch­ste­reo­ty­pe über Leh­rer wirk­sam im Sin­ne einer sicher­lich auch inten­dier­ten Für­sor­ge durch den Dienst­herrn abzu­mil­dern – da schei­nen mir Din­ge wie die Unkünd­bar­keit oder Pen­si­ons­re­ge­lun­gen durch­aus gewich­ti­ger in der Wahr­neh­mung “meiner” Stamm­tisch­kon­tak­te außer­halb der Leh­rer­sze­ne. Gera­de in Bezug auf die säch­li­che Aus­stat­tung sind wir als Lehr­kräf­te m.E. eben nicht unbe­dingt gut­ge­stellt.

Das Ein­zi­ge, was man schafft, ist “soziale Rekur­si­on” – man ändert an einer Stel­le etwas, was in der Fol­ge wei­te­re Pro­zes­se in Gang setzt, die sich auf den glei­chen Aus­gangs­punkt bezie­hen, aber im Gegen­satz zur mathe­ma­ti­schen Rekur­si­on kaum vor­her­seh­bar sind. Sicher ist: Wir kom­men immer wie­der bei der glei­chen Fra­ge an.

Was denkt ihr? Könn­ten Prä­senz­ta­ge sinn­voll dabei hel­fen, dass Lehr­kräf­te nicht mehr so pri­vi­le­giert wah­ge­nom­men wer­den? Gin­ge für euch ein sol­ches Ansin­nen auf?

Neues Jahr, neue Zielgruppen

Die­ses Blog ist ja rela­tiv breit auf­ge­stellt, was die The­men angeht. Erst­mals habe ich auch etwas an ande­rer Stel­le ver­öf­fent­licht und dabei sehr viel dar­über gelernt, wie man Lese­rin­nen und Leser nicht ver­grault – da bie­tet so man­cher Arti­kel hier doch eini­gen Opti­mie­rungs­be­darf.

Word­Press hat den ent­schei­de­nen Vor­teil, dass es rela­tiv such­ma­schi­nen­freund­lich auf­ge­stellt ist. Da hier mitt­ler­wei­le eini­ges an Inhal­ten vor­han­den ist, wer­de ich dem­nächst ein paar Din­ge ver­än­dern – für die treu­en Feed­le­ser soll­te dabei alles beim Alten blei­ben.

  1. Die Sei­te selbst wird sich mehr in Rich­tung eines Online­ma­ga­zins ent­wi­ckeln. Vie­le Arti­kel aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren kann ich so etwas pro­mi­nen­ter prä­sen­tie­ren – man sieht schon etwas im Hea­der der Sei­te oder als Wid­get. Da wer­de ich aber noch viel expe­ri­men­tie­ren. Viel­leicht kann ich den einen oder ande­ren so etwas län­ger auf der Sei­te hal­ten.
  2. Ich möch­te ver­su­chen im Zuge von Punkt 1 mehr mit Bil­dern zu arbei­ten. Das lockert die Tex­te ggf. etwas auf und macht es dem Lesen­den u.U. leich­ter, dem teil­wei­se doch recht mini­ma­lis­ti­schen Kau­der­welsch zu fol­gen. Ich wer­de dazu Bil­der unter CC0-Lizenz nut­zen, etwa von Pixabay oder Jay Man­tri.
  3. Ich wer­de mei­ne Inhal­te alle­samt nach und nach hier im Blog zusam­men­zie­hen. Wun­dert euch also nicht, wenn hier dem­nächst auch viel Tech­nik­kram aus mei­nen Admi­nis­tra­ti­ons­er­fah­rung und der Ardui­no-AG hier hin­ein­dif­fun­diert. Wenn ich das Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum fri­sie­re, soll­te da eigent­lich nicht so viel in den Feed hin­ein­wir­ken.
  4. Uneins bin ich mir noch, ob ich mich über Twit­ter hin­aus in sozia­len Netz­wer­ken enga­gie­ren soll­te. Mich machen die meis­ten Sachen und Dis­kus­sio­nen dort nicht beson­ders glück­lich. Mei­ne Twit­ter­welt besteht ja fast aus­schließ­lich aus der Edu-Welt-Fil­ter­bla­se, die ich sehr berei­chernd fin­de, die aber auch eine recht geschlos­se­ne ist.

Die­ses Blog bekommt sei­ne meis­ten Besu­cher über Such­ma­schi­nen, naja, eigent­lich über eine Such­ma­schi­ne. Die­se „belohnt“ Sei­ten mit Inhal­ten mit hohen Plat­zie­run­gen. Jeder neue Inhalt pro­fi­tiert damit von den bestehen­den, ist also u.U. in einem Wiki wie bis­her nicht gut auf­ge­ho­ben.

Ich weiß, dass es nicht „statt­haft“ ist, so zu den­ken und zu schrei­ben – Geld gibt es aber kei­nes für die­ses Blog und Kom­men­ta­re oder direk­te Rück­mel­dun­gen auch eher wenig, d.h. ich möch­te ger­ne schau­en, wie ich moti­viert bei der Sache blei­ben kann und da blei­ben neben den altru­is­ti­schen, idea­li­sier­ten Ansät­zen eigent­lich nur nack­te Zah­len.

 

 

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