Das Klassenspiel (Celia Rees)

Cover: \Mobbing wird zunehmend zu einem ernsten Thema an den Schulen. Vor allem Mädchen sind psychologisch gelegentlich sehr kompetent, wenn es um die bewusste Ausgrenzung und Verunglimpfung anderer Mädchen geht. Jungen in jüngeren Jahrgängen neigen eher dazu, Konflikte nonverbal endgültig zu lösen (da gibt es dann klare Gewinner und Verlierer). Hinsichtlich der Auswirkungen auf das jeweilige Opfer bin ich mir manchmal nicht mehr so sicher, welche beiden Methoden ich schlimmer finden soll.

Das Klassenspiel von Celia Rees hätte zu Referendarszeiten bei meinem ersten Mentor für hochgezogene Augenbrauen gesorgt, da es eben kein nativ deutschsprachiger, sondern ein aus dem Englischen übersetzter Text ist. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte narrativ hervorragend angelegt.

Lauri Saunders kommt neu an eine englische Schule. Äußerlich durchaus attraktiv und charakterlich gefestigt gewinnt sie schnell eine Freundin Alex. Doch einige Rädelsführer aus der Klasse schießen sich auf sie ein. Mustergültig werden alle Phasen aktiven Mobbings durchlaufen: Intrigen, verbale Übergriffe, offene Demütigung über einen längeren Zeitraum. Ein normales Jugendbuch wäre nach einem Happyend dann fertig (ihr ward böse, jetzt habt ihr euch wieder lieb und alle lernen daraus). Dieses Jugendbuch ist da etwas anders.

In der Klasse gibt es eine dunkle Vorgeschichte zum Thema Mobbing. Ziel war zwei Jahre vor der eigentlichen Handlung ein anderer Schüler. Die Mechanismen waren damals gleich. Es kam zu einem sehr unschönen Ende, dass an der Schule vollständig tabuisiert wurde: Niemand spricht mehr davon. Auch die Rädelsführer waren damals schon die gleichen. Auf der Klasse liegt während der gesamten Handlung ein dunkler Schatten, dessen Konturen sich dem Lesenden erst nach und nach offenbaren. Darin liegt ein Reiz.

Ein anderer liegt darin, dass auch die Lehrkräfte einen Spiegel vorgehalten bekommen. Nicht nur die „dummen Kinderlein“ lernen etwas – auch die ebenfalls wegsehenden Vertrauenspersonen werden als wesentlicher Teil des Systems „Mobbing“ offenbar.

Die Haupthandlung wird von der Erzählerin immer zur Vorgeschichte in Beziehung gesetzt. Der Lesende erfährt erst nach und nach die grauenvolle Vergangenheit und die unglückselige Verquickung so vieler Figuren darin.

Durch die inhaltliche Anlage und vor allem die zwei deutlich unterscheidbaren Erzählebenen bietet dieser Text eine Fülle von Ansatzpunkten für das Fach Deutsch – das hat man bei Jugendbüchern eher nicht so oft. Man kann z.B. folgende Aspekte behandeln:

  • innere Welt – äußere Welt
  • Perspektivwechsel (innerer Monolog)
  • Discours vs. Histoire (Darstellung der Ereignisse in der Erzählung vs. tatsächliche Chronologie)
  • sprachliche Mittel, Erzähltechnik (erlebte Rede, Bewusstseinsstrom)
  • Kritik am Schluss (wird hier nicht verraten)
  • und natürlich die üblichen Verdächtigen (expositorischer Anfang, Struktur der Erzählung, Spannungsaufbau und -verlauf)
  • Lässt sich gut kombinieren mit Körperübungen zum Thema

Mir ist in den letzten Jahren selten ein Jugendbuch unter die Finger gekommen, welches so ergiebig für Basisfertigkeiten im Fach Deutsch war und das auch Phasen losgelöst von der rein inhaltlichen Ebene zuließ.

Geeignet für eine leistungsstarke Klasse 7 oder eine Klasse 8. Geht auch gut in Kooperation mit Religion. Jungen und Mädchen werden gleichermaßen angesprochen.

Ach ja: Erschienen im Carlsen Verlag (6,95 Euro)

Moodle als Mittel zur schülerzentrierten Textkorrektur

Version 1:
„Man sollte Schuniformen anschafen weil, viele Jungen und Mädchen mit der Kleidung angeben.So lernt man das man nicht angeben sollte. Dann gibt es kein Mobbing wegen der Kleidung mehr.“

Version 2:
„Man sollte Schuniformen anschaffen weil, viele Jungen und Mädchen mit der Kleidung angeben.So lernt man das man nicht angeben sollte. Dann gibt es kein Mobbing wegen der Kleidung mehr.Niemand fühlt sich ausgegrezt.Man macht Werbung für die Schule und es ist nicht so viel andere Kleidung nötig.“

 

Beide Beispiele sind authentitische Schülertexte aus meinem Deutschunterricht in der 5. Klasse zum Thema „Argumentieren und Diskutieren“. Die Authentizität wird leicht durch die alterstypischen Rechtschreibfehler erkennbar. Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass der zweite Text strukturell und inhaltlich überzeugender gestaltet ist – vor allem durch die größere Zahl an Beispielen. Die Verbesserungen erfolgen rein schülerzentriert. Dazu kam methodisch das LMS (Lern Management System) Moodle mit seinem integrierten Forenmodul nach einer entsprechenden Vorbereitung zum Einsatz.

 

Folgendes sollte gegeben sein:

  • die SuS sollen einen kurzen Text verfassen
  • die SuS haben im Unterricht Kriterien zum Verfassen dieses Textes kennen gelernt und bereits in den Heften schriftlich fixiert


1. Phase (Bildung der Peergroup):
Fertigen Sie Lose an. Jeder Schülername muss auf einem roten, blauen und gelben Los vorkommen, d.h. jeweils drei verschiedenfarbige Lose enthalten den gleichen Schülernamen.
Jeder Schüler zieht nun je ein Los von jeder Farbe – er hat also jetzt drei Namen aus der Klasse.

2. Phase (Schreibphase):
Jeder Schüler verfasst nun seinen Text in Form eines Forenbeitrags. In den Titel seines Beitrag schreibt er seinen vollen Namen in Großbuchstaben.

3. Phase (Feedbackphase):
Jeder Schüler ruft die drei Forenbeiträge der Schüler auf, die auf seinen Losen stehen, und formuliert Verbesserungsvorschläge als Antwort.

4. Phase (Überarbeitungsphase):
Jeder Schüler verbessert den eigenen Text, indem er ihn kopiert und als neue Antwort unter das Feedback seiner Mitschüler hinzufügt. Dabei hebt er von ihm geänderte Passagen farblich hervor.

Variationen:
Feedback- und Überarbeitungsphase sind beliebig wiederholbar. Die Peergroups können natürlich in ihrer Größe den Fähigkeiten der Lerngruppe angepasst werden.

Erfahrungen:
Die zu schreibenden Texte dürfen nicht zu lang sein, da ansonsten die Korrigierenden schnell die Lust verlieren. Die Methode muss natürlich auch außerhalb des üblichen Unterrichts laufen. Ich habe es sehr selten erlebt, dass sich die Texte durch diese Methode nicht verbessert haben, da gerade SuS meist sehr kompetente Leserinnen und Leser sind, die oft wesentlich schärfer als der Lehrende selbst bewerten. Eine gewisse Sozialkompetenz muss natürlich gegeben sein.

Im vorliegenden Fall bekam unser authentischer Schüler – natürlich nach Feedbackübungen innerhalb der Klasse – folgende Rückmeldungen:

„Das ist sehr gut geworden. Vielleicht kannst du noch ein paar mehr Beispiele einfügen“

„Du könntest mehr Beispiele einbringen.Aber sonst hast du ein schönes Argument geschrieben!“

„das ist sehr gut geworden, aber da müssen noch mehr Beispiele rein!!!“

Kritisch hinterfragt werden muss, ob die letzten beiden Äußerungen nicht vom ersten Beitrag abgeschrieben worden sind. Entscheidend ist für mich, dass sich durch diese Methode der Text des Schülers ohne mein Dazutun verbessert hat. Idealerweise führt man diese Methode natürlich für Hausaufgaben und nicht in der Schule durch. Gleichzeitig konnte ich die Kompetenz des einzelnen Schülers sowohl für das Korrigieren der eigenen Texte als auch für das Kritisieren fremder Texte nutzen.

Ist das nicht sehr viel Aufwand? Könnte man eine solche Methode nicht auch einfach im Unterricht in Kleingruppen durchführen?

Das könnte man mit eventuell ähnlichem Erfolg, der jedoch nicht dokumentiert ist (und das scheint ja immer wichtiger zu werden). Weiterhin vermeidet man in gewisser Weise auch soziale Probleme: Oft sind die Mädchen in den Sprachen stärker, aber die Jungen in dem Alter entwicklungsbedingt nicht unbedingt gewillt, konstruktiv mit Mädchen zusammenzuarbeiten. Schlussendlich kann ich eine derartige Korrektur als Prozess außerhalb der Schule organisieren. Den Faktor der Motivation – schließlich arbeiten wir mit dem Rechner – darf man auch nicht außer Acht lassen. Ich wende diese Methode – auch wenn sie gelegentlich schiefgeht – immer gerne an, weil ich so eine Vielzahl authentitischer Schülertexte für meine Unterrichtsvorbereitung gewinne.

Diese Methode funktioniert übrigens mit jedem Forum oder Lernmanagementsystem – nicht nur mit Moodle!

 

Eine Reflexion zur einem Aufsatz mit kreativer Aufgabenstellung schreiben

Vorbemerkung

Es ist geboten, sich vor dem Verfassen des kreativen Textes Gedanken über dessen Inhalt und Sprache zu machen. Dabei gelten folgende Regeln:

  1. Nur was sich begründen lässt, sollte geschrieben werden.

  2. Nur das, was wirklich wichtig ist, sollte geschrieben und begründet werden

 

Struktur einer Reflexion

Ein Aufsatz mit kreativer Aufgabenstellung ist im Prinzip lediglich eine andere Form der Interpretation. Daher können viele Elemente aus dieser Aufsatzform übernommen werden. Es bietet sich folgender Aufbau an:

  1. Kurze Inhaltangabe der gegebenen Textabschnittes

  2. Einordnung des Abschnittes in den Gesamtzusammenhang

  3. Analyse des Inhalts

  4. Analyse der Sprache

  5. Konsequenz aus den Ergebnissen der Punkte 1-4 für den kreativen Text

 

Kurze Inhaltsangabe

Hier reichen wenige Sätze. Essentiell ist ein einleitender Satz (nein, keine Figuren…), da er zeigt, ob der Text insgesamt verstanden worden ist. Des Weiteren muss die Form einer Inhaltsangabe eingehalten werden, z.B. der korrekte Tempusgebrauch (Präsens/Perfekt).

 

Einordnung des Textabschnittes in den Gesamtzusammenhang

Hier sollte nur das erwähnt werden, was für den Inhalt des eigenen kreativen Textes von Bedeutung ist. Auf jeden Fall gehören zu einer Einordnung auch die Geschehnisse, die sich an eine gegebene Textstelle anschließen.

 

Analyse des Inhalts

Wichtig ist hier die genaue Beschreibung der konkreten Situation, in der sich der relevante Protagonist befindet. Welche Gefühle herrschen vor? In welchem inneren Konflikt befindet sich die Figur? Welche Handlungsmöglichkeiten bleiben ihr?

 

Analyse der Sprache

Sprache kann Gefühle und Befindlichkeiten verdeutlichen. Sie kann einen inneren Konflikt unterstreichen. Gerade bei Aufgaben, die eine Fortschreibung eines Textes fordern, muss der Originaltext möglichst perfekt stilistisch imitiert werden. Reflektiert ist das nur auf Basis einer vorherigen Analyse möglich!

 

Konsequenz

Ebenso wie sich eine Interpretation immer auf eine Hypothese fokussiert, richtet sich bei der Reflexion alles auf die Konsequenzen für den eigenen Text, also den Teil, mit dem der Unbedarfte sonst eigentlich begonnen hätte…

Tempus als Stilmittel in Erzählungen

Präteritum:

Das Präteritum ist als Vergangenheitstempus das Haupttempus in allen Erzählungen, die von einem erdachten (fiktiven) oder wirklichen (nichtfiktiven) Geschehen in der Vergangenheit handeln.“ (div. Autoren: „Die Grammatik“, S.150, Duden)

 

Merke:

Das Präteritum stellt den „Normalfall“ in Erzählungen dar. Abweichungen

vom Präteritum geben immer Anlass, an dieser Stelle genauer auf den Text

zu schauen.

 

Plusquamperfekt:

Das Plusquamperfekt dient in Erzählungen zur Darstellung von Sachverhalten, die bereits vor den erzählerischen Ereignissen abgeschlossen waren. Somit fungiert es quasi als „Vergangenheit der Vergangenheit“.

Sehr oft beginnen Erzählungen auch mit dem Plusquamperfekt.

 

Bsp.: Es war um Sie geschehen. Keiner konnte ihr nun mehr helfen.

 

Präsens:

In Erzählungen wird das Präsens in einem Text meist mit einer bestimmten Absicht eingesetzt., d.h. der Leser soll durch das Verlassen des normalen Erzähltempus „Präteritum“ aufmerksam gemacht werden. Dabei besitzt das Präsens verschiedene Funktionen:

 

a) Das szenische Präsens

Im szenischen Präsens bricht ein erzählender Text aus dem eigentlich vorgegebenen Präteritum aus. Durch die Verwendung des Präsens gelingt es dem Autor, den Leser mit in ein Geschehen (eine Szene des Textes) einzubeziehen.

 

Bsp.: „Und aus einem kleinen Tor bricht etwas Elementares hervor…“ (Thomas Mann)

 

Auf die Spitze getrieben wird dieser Effekt durch die „Stream-of-consciousness“-Technik, die den Leser sogar mit in die Gedankenstruktur einer Figur nimmt, indem so geschrieben wird, wie ein Mensch i.A. denkt: ungrammatisch, abgehackt, inhaltlich stark springend.

 

Bsp.: „Soll ich – nein, ich kann nicht – aber warum? Nein! Das darf doch nicht sein!“

 

b) Präsens als Ausdruck von allgemein Gültigem

Auch in erzählenden Texten wird das Präsens oft zum Ausdruck von allgemein gültigen, regelhaften Sachverhalten gebraucht, so z.B. im Epimythion einer Fabel („die Moral von der Geschichte“) oder aber auch in einzelnen Sätzen, die der Leser unbedingt „mitnehmen“ soll. Meist handelt es sich um Erzählungen, die dem Menschen allgemein etwas vermitteln, etwas lehren sollen (Parabeln, gelegentlich auch Anekdoten).

 

Perfekt:

Das Perfekt spielt in erzählenden Texten kaum eine Rolle mit zwei wichtigen Ausnahmen:

a) Es kann als Vergangenheitsform für das szenische Präsens dienen

b) Es kann allgemein gültige Aussagen für die Zukunft treffen.

 

Bsp.: Ein Unglück ist schnell geschehen!

Materialismus vs. Idealismus

Protokoll einer Doppelstunde der rauchenden Köpfe (Deutsch LK)

1. Materialismus
Der Begriff Materialismus leitet sich von Materie ab. Unter ihm wird eine philosophische Grundposition verstanden, die alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip, nämlich die Materie zurückführt. Selbst immaterielle Phänomene (z.B. Gedanken) sind lediglich durch materielle Vorgänge ausgelöst worden. Alles was sich dem naturwissenschaftlich Belegbaren entzieht, ist im Materialismus nicht wirklich, sodass dort es z.B. keinen Gott oder sonstige transzendentalen Kräfte gibt.
Demnach ist die Natur für einen Materialisten das höchste Prinzip. Wenn der Mensch ausschließlich der Natur und ihren Gesetzen folgt, wird sich sein Leben automatisch vervollkommnen. Schlüssel für ein erfolgreiches und damit wertvolles Leben ist also die Erkenntnis der Natur.

Der Mensch ist durch das Grundprinzip der Natur determiniert, besitzt also strenggenommen keinen eigenen Willen, sondern nur einen, der durch die ihn ausmachende Materie „verursacht“ worden ist. Er ist gewissermaßen Objekt der ihn bestimmenden Kräfte.
Der Natur arbeiten von Menschen künstlich geschaffene Prinzipien entgegen. Als Beispiele sind hier die Moral oder die Religion zu nennen. Auch bestimmte Gesellschaftsformen können den Menschen von dem Urprinzip der Natur entfremden.
Eine zu verurteilende Handlung ist für einen Materialisten also eine Handlung gegen das Prinzip der Natur, gewissermaßen die Entfremdung vom Urzustand, durch z.B. Moral oder Religion.

Kritiker des Materialismus werfen ihm vor, dass er die Tatsache ignoriert, dass letztlich unsere Sinne bestimmen, wie die Welt – und damit die Materie – aussieht. Er beschreibt also lediglich unsere wahrgenommene Vorstellungswelt. Gleichzeitig ist der Materialismus selbst als philosophische Richtung nicht Materie oder durch Materie erklärbar, wie es der Materialismus für alles fordert und damit für seine Kritiker ein Widerspruch ansich.

2. Idealismus

Im Idealismus – genauer gesagt im objektiven Idealismus – existiert Materie nie losgelöst von einem geistigen Sein. Nur was sich wahrnehmen lässt, ist auch vorhanden, nur was vorhanden ist, lässt sich auch wahrnehmen. In der Regel gibt ein transzendentales Prinzip, was über allem Sein steht, z.B. einen Gott oder eine geistige Kraft, die alle Phänomene auf der Welt verbindet und eint. Gedanken sind dabei vom Menschen durch seinen Willen formbar, sodass sein Leben nicht determiniert, sondern in großen Teilen frei gestaltbar ist.
Demnach spielt im Idealismus der Mensch mit seinem freien Willen eine zentrale Rolle. Er ist gestaltendes Subjekt seines Lebens. Wenn der Mensch stets danach strebt, aus sich mehr zu machen als er ist und sich durchaus auch einem Ideal nachfolgend zu entwickeln, wird sich sein Leben vervollkommnen. Dem Menschen stellen sich hierbei Widerstände in seinem Inneren (z.B. Trägheit) und seinem Äußeren (z.B. Anforderungen einer Gesellschaft) entgegen (Anpassung, Entindividualisierung). Eine idealisierte Moralvorstellung oder Religion ist auschlaggebend für den Lebenserfolg, da sie eine treibende Kraft darstellt. Mit Moral und Religion sind im deutschen Idealismus zumeist christlich-humanistische Ansätze gemeint.

Eine zur verurteilende Handlung im Sinne des Idealismus ist demnach die Verweigerung der eigenen Entwicklung bzw. sogar die Regression (Zurückentwicklung) eines Individuums, also genau die Verhaltensweisen, die auch Kant in seiner Schrift „Was ist Aufklärung“ als problematisch darstellt.

Kritiker des Idealismus, z.B. gerade auch Büchner, werfen dieser Denkrichtung vor, dass die hohen Ideale eine Vielzahl von Voraussetzungen erfordern („Moral muss man sich leisten können“). Weiterhin gilt im idealistischen Verständnis der Mensch ja stets als unvollkommen, da ja permante Entwicklung gefordert wird.

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