Warum schwimmt etwas? Weintraubendidaktik

Ich finde es immer wieder witzig, wie zufällig sich Stunden ergeben. Auf die Idee zu der folgenden Stunde kam ich durch diese Seite der Universität Oldenburg. Bei der Beschreibung dort dachte ich: „Da geht doch auch was auf dem Niveau einer 7. Klasse!“. Grundpfeiler sind folgende Beobachtungen:

Diese Weintraube schwimmt nicht in Wasser

Diese Weintraube schwimmt nicht in Wasser

Ganz anders hier:

Diese Weintraube schwimmt in Wasser

Diese Weintraube schwimmt in Wasser

Offenbar ist die eine Weintraube kaputt :o)… Nee, natürlich nicht. Oben liegt die Weintraube in Süßwasser, unten wurde zünftig Kochsalz hinzugefügt und immer wieder umgerührt.  Die Arbeitsaufträge für die SuS hätten am besten gelautet:

  1. Bestimmt die Dichte von Leitungswasser, indem ihr 50mL in einem Messzylinder wiegt
  2. Bestimmt die Dichte der Weintraube, indem ihr sie wiegt und anschließend das Volumen an Wasser bestimmt, welches sie in einem Messzylinder verdrängt
  3. Legt die Traube in ein Becherglas mit 100mL Wasser und fügt löffelweise Kochsalz hinzu. Sorgt durch Umrühren mit einem Glasstab dafür, dass sich das ganze Salz aufgelöst hat, bevor ihr einen weiteren Löffel hinzufügt.
  4. Notiert eure Beobachtungen, wenn sich etwas verändert
  5. Bestimmt die Dichte des Salzwassers, indem ihr 50mL in einem Messzylinder wiegt

Ich habe die Werte an der Tafel in eine Tabelle eintragen lassen:

Da es sich bei den Arbeitsaufträgen oben bereits um reflektierte Formulierungen handelt, sind die ermittelten Werte natürlich optimierbar – so wurde die Dichte des Wassers etwa in einem schnöden Becherglas und nicht in einem Messzylinder ermittelt, für die Weintraube wurde ein viel zu großer Zylinder verwendet usw. – ja, und idealerweise hätte man die Werte gleich am Laptop in z.B. eine GoogleDocs-Tabelle eintragen lassen sollen, um gleich in der Stunde ein Ergebnis zu haben – meine Werte sind jetzt so und nicht anders:

Gruppe Dichte(Wasser) [g/mL] Dichte(Weintraube) [g/mL] Dichte(Salzwasser) [g/mL]
A 0,29 1,21 1,15
B 0,91 1,13 #WERT!
C 0,95 1,05 1,00
D 0,95 1,11 1,09
E 0,90 0,22 1,50
F 0,94 0,12 0,31
G 0,88 1,16 1,15
H 0,94 0,95 0,93

Die Werte spiegeln in etwa den Verlauf der Stunde wieder, aber gerade bei Gruppe D und bei Gruppe G stimmt schon einmal die Richtung: Die Weintraube schwimmt später, weil das dem Wasser zugefügte Salz dessen Dichte erhöht. Damit ein Körper in einem Stoff schwimmt, muss dessen Dichte also kleiner sein als die des umgebenden Stoffes.

Im nächsten Jahr nehme ich auf jeden Fall immer Messzylinder zur Volumenbestimmung und mache vielleicht zusätzlich eine Stunde zum Thema: Richtiges Wiegen…

Facebook Like

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.