Filmanalyse

… ist im Fach Deutsch dem­nächst ein ver­bind­lich vor­ge­schrie­be­nes The­ma für die Ober­stu­fe hier in Nie­der­sach­sen. Mit Titel­vor­schlä­gen wie „Lola rennt”, „Matrix” wird ein Bemü­hen um Aktua­li­tät erkenn­bar, das gera­de beim Medi­um Film aber m.E. gar nicht so wich­tig ist. Natür­lich ste­hen da auch die in mei­nen Augen stink­lang­wei­li­gen Lite­ra­tur­ver­fil­mun­gen, die über den eigent­li­chen Text nie hin­aus­kom­men wer­den, geschwei­ge denn des­sen Qua­li­tät in irgend­ei­ner Form errei­chen — das wird also nur eine Defi­zit­ana­ly­se.

Ich zei­ge in letz­ter Zeit in der Ober­stu­fe nach geschei­ter­ten Expe­ri­men­ten wie Mon­ty Python hin und wie­der die­sen „nati­ven” Film von Hal Ash­by:

Allein mit die­sem Bild könn­te ich eine Dop­pel­stun­de fül­len: Der jun­ge Mann aus rei­chem Hau­se sitzt mit sei­ner unge­fähr 45 Jah­re älte­ren Gelieb­ten aus der unte­ren Schicht auf einem Schrott­platz an der Auto­bahn und genießt den Son­nen­un­ter­gang. Wie vie­le Brü­che auf wie vie­len Ebe­nen haben wir hier? Und es geht ja wei­ter:

Die Num­mer auf dem Arm der Frau ver­steht heu­te kaum noch jemand. Das Lie­bes­paar sitzt in einer zer­stör­ten Welt, die im Her­an­zoo­men der Kame­ra ver­schwin­det, um dann unver­mit­telt in der Num­mer wie­der auf­zu­tau­chen. Leid und Lie­be, Gesell­schaft und Indi­vi­dua­li­tät, Lebens­ent­wür­fe usw.: Harold und Mau­de. Muss man sehen, muss man ken­nen, muss man schau­en, wenn man meint: „Och, alles ist Mist und mir geht es sooooo schlecht”. So schlecht fin­den vie­le SuS erstaun­li­cher­wei­se die­sen Film gar nicht…

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