Für dumm verkauft – EC-Karten

Hier einmal eine für mich zentrale Aussage in dem ganzen Desaster:

„Der derzeitige Workaround, damit die Händler-Terminals die betroffenen Karten wieder akzeptieren, ist nur ein Downgrade vom sicheren EMV-Verfahren auf die alten, unsicheren Verfahren. Dazu werden alle „TA-7.0“-Terminals von den jeweiligen Netzbetreibern umkonfiguriert, damit diese die Karten nicht mehr per EMV-Anwendung ansprechen, sondern über die Anwendungen „electronic cash ecc“ oder die magnetstreifenbasierten Anwendung „electronic cash Spur 2“ authentisieren. Gerade den Magnetstreifen wollte man aber mittelfristig ablösen, um beispielsweise Skimming-Angriffe abzuwehren.(http://www.heise.de/security/meldung/Desaster-mit-EC-Karten-kann-teuer-werden-896988.html)

Eine große deutsche Bank schreibt dazu in ihrer Kundeninformation:

„Es besteht keinerlei Sicherheitsproblem für Ihr Konto und Ihre Karte.“

So so.Vielleicht bin ich ja doof – Ich lese aus der ersten Pressemitteilung übersetzt etwa folgendes heraus: Ihre Karte hat ein Schloss mit einem Sicherheitsschlüssel und eines mit einem Schlüsselbart. Das Schloss mit dem Sicherheitsschlüssel passt nicht mehr zu gängigen Schlüsseln, die es öffnen sollen, deswegen wird nur noch das Schloss für die Bartschlüssel verwendet.

Das ist für die zitierte Bank kein Sicherheitsproblem. Spannend.

Fehler können überall vorkommen – wobei man sich schon darüber streiten kann, wie ein derartiger Programmierlapsus sämtliche Kontrollgremien und Prüfverfahren der deutschen Kreditwirtschaft passieren konnte. Wenn ich im Unterricht oder bei einer Klausurkorrektur einen solchen Fehler mache, rudere ich zurück und biege das u.U. auf Kosten meiner Autorität wieder hin. Auf jeden Fall kläre ich die Lerngruppe aber über die Folgen des Fehlers auf. Sich hinzustellen und quasi zu behaupten, alles sei wieder absolut in Ordnung empfinde ich als einen Angriff auf meine Intelligenz.

Wir brauchen kein Wissen mehr. Das stört nur beim Programmieren. Es ist vielleicht wirklich besser, wenn wir SuS mit den Kompetenzen ausstatten, sich die Lösungen für künftige Probleme zusammenzugooglen und zusammenzunetzwerken. Das hilft vor allen Dingen immer dann, wenn man etwas Neues entwickelt. Unglaublich.

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