EDV und das ewige Leid…

Irgendwie sind die Wissenden in der EDV ganz schnell die als arrogant Verrufenen. Wenn man jetzt noch einen draufsetzen wollte, könnte man sagen, dass Kompetenz von unten immer wie Arroganz ausschaut, aber so richtig weiter kommt man damit auch nicht.

Mir ist neulich zufällig eine Ausgabe von „Login“ (LOG IN Verlag) in die Hände gefallen. Darin geht es um informatische Bildung und Computer in der Schule. Nun sind Informatiker in der Regel nicht die besten Freunde von Administratoren und Möchtegernprogrammieren wie mir, aber es findet sich ein interessanter Ansatz zur Vermittlung von ITG-Wissen in einem Artikel von Siglinde Voß.

Darin entwickelt die Autorin die Idee, den objektorientierten Ansatz vieler moderner Programmiersprachen auf die Vermittlung von Kenntnissen in Anwendungssoftware zu übertragen. Das macht insofern Sinn, als dass ebendieser Anwendungsoftware unter der Haube ein objektorientierter Ansatz zugrunde liegt.

Eigentlich ist das auch gar nicht so schwer: Es gibt z.B. in jeder Textverarbeitung verschiedene Klassen. Ein Zeichen ist ebenso eine Klasse wie ein Absatz oder eine Seite. Ein konkretes Zeichen wäre dann ein Objekt mit bestimmten Eigenschaften (Farbe, Schriftgröße, Schriftschnitt usw.). Mit der rechten Maustaste kann ich über das Kontextmenu auf diese Eigenschaften zugreifen und sie verändern.

Früher musste ich sagen: Um Schrift kursiv zu setzen, markierst du sie mit der Maus und klickst dann auf „i“. Mit einem objektorientierten Ansatz kann ich sagen: Die veränderst bitte die Eigenschaft „Schriftschnitt“ des Zeichens x. Die SuS müssen dazu lediglich lernen, wie man auf die Eigenschaften eines Objektes zugreift und das funktioniert z.B. in OpenOffice immer gleich. So kann ich Klasse um Klasse einführen und die Eigenschaften ihrer Objekte entdecken lassen – kein „Zuerst klickst du auf… und dann…“ mehr – nette Vorstellung. Lässt sich gut mit Moodle kombinieren.

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