AirPlay stinkt

Aus einem Forum us-amer­ka­ni­scher Uni­ver­si­täts­ad­mi­nis­tra­to­ren zu Bon­jour (Grund­la­ge von Air­Play) und Mul­ti­cast­pro­to­kol­len im All­ge­mei­nen. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gibt es schon meh­re­re Jah­re Erfah­run­gen mit App­le­pro­duk­ten in gro­ßen Net­zen, Deutsch­land steht da noch am Anfang:

  • Broad­cast traf­fic and per­for­mance are mor­tal enemies.  Sup­port­ing a few users who want to do iPad mir­ro­ring, for exam­p­le could end up pena­li­zing pro­duc­ti­vi­ty for a lar­ge num­ber of users who do not participate.
  • Will need to sup­port a sin­gle sub­net span­ning your enti­re infra­struc­tu­re, for both wired and wire­less devices.
  • No trou­ble­shoo­ting mecha­nism or tools to help deter­mi­ne con­nec­ti­vi­ty issues.
  • No cen­tra­li­zed moni­to­ring, manage­ment of such devices like num­ber of devices online, num­ber of devices con­nec­ted, qua­li­ty of ser­vice pro­vi­ded, etc.
  • No cen­tra­li­zed admis­si­on con­trol for tho­se devices – If you wan­ted to only allow cer­tain peo­p­le to be able to connect/disconnect, you could not do that
  • Litt­le Secu­ri­ty – Any device on the same sub­net can enu­me­ra­te all devices.  Anyo­ne with phy­si­cal access to a device can easi­ly pair and con­trol the device fair­ly quickly.
  • As the num­ber of Air­play-com­pa­ti­ble devices increa­ses on the net­work, it will be more and more dif­fi­cult for users to find and con­nect to their own devices, as the list gets lon­ger.  It will be only a mat­ter of time whe­re a naming con­ven­ti­on for iDe­vices will have to be mana­ged for tho­se users, and it pro­ba­b­ly would be assi­gned to an fte in IT to do so.
  • If a user deci­des to con­su­me an inor­di­na­te amount of band­width using an appli­ca­ti­on such as video, the­re is no easy way to imme­dia­te­ly iden­ti­fy that user and con­strict it on the fly.

http://community.arubanetworks.com/t5/Unified-Wired-Wireless-Access/Pro-and-Con-of-AirPlay/td‑p/21936

http://www.networkcomputing.com/wireless/academia-to-apple-fix-your-airplay-wirel/240003500

https://discussions.apple.com/thread/3538172?start=0&tstart=0

Etwas aus­ho­len

Zunächst ein­mal der Ver­such zu erklä­ren, was das Pro­blem an Mul­ti­cast­pro­to­kol­len wie Air­Play (und übri­gens auch DLNA) ist. Man kann sich ein Netz­werk ver­ein­facht als Post­kar­ten­ver­tei­lungs­sys­tem vor­stel­len (Netz­werk­tech­ni­ker ver­zei­hen das etwas kran­ke Bild).

uni_multicastBei Uni­cast tau­schen Sen­der und Emp­fän­ger mit­ein­an­der Post­kar­ten aus. Der Switch erkennt an Auf­kle­bern auf den Post­kar­ten, wo er sie hin­schi­cken muss. Jede Post­kar­te kommt genau dahin, wo sie einen Sinn hat.

Bei Mul­ti­cast klebt ein Sen­der fol­gen­den Auf­kle­ber auf die Post­kar­ten: „An alle Haus­hal­te mit Tages­post“. Für Tages­post muss sich jeder Emp­fän­ger expli­zit anmel­den und bekommt dann alle Post­kar­ten mit die­sem Auf­kle­ber – ob sie etwas nüt­zen oder nicht. Zudem schi­cken alle Mul­ti­cast­emp­fän­ger phro­phy­lak­tisch immer wie­der die gene­rel­le Nach­richt ind Netz­werk, dass sie ger­ne Tages­post hät­ten. Die­se Tages­port­struk­tur baut sich in gro­ßen Net­zen erst nach und nach auf. Der Switch kopiert die Tages­post­post­kar­ten für jeden Emp­fän­ger, der signa­li­siert, dass er sie ger­ne hät­te und schickt sie auch dahin.

Was bei zwei Emp­fän­gern noch pri­ma klappt, kann bei vie­len Emp­fän­gern zum Pro­blem wer­den, da ein Groß­teil der Kapa­zi­tät des Net­zes hin­ter einem Switch dann irgend­wann durch Tages­post ver­stopft ist – wie der hei­mi­sche Brief­kas­ten zu Hau­se. Außer­dem klagt der Brief­trä­ger zwi­schen dem Sen­der und dem Switch bald über Rücken­schmer­zen und macht sei­ne Arbeit nur noch, so gut es eben geht – zudem haben hat für ihn Tages­post nicht unbe­dingt Vor­rang vor „rich­ti­ger“ Post und er fängt an, Tages­post in die Bota­nik zu werfen.

Typi­sche Pro­ble­me mit AirPlay

Daher gibt es mit Air­Play in gro­ßen Net­zen sehr typi­sche Pro­ble­me (mit DLNA eher weni­ger, aber das ist eine ande­re Geschichte):

  1. Die Gerä­te fin­den sich anfangs nicht (die Mul­ti­cast­struk­tur ist von den Swit­chen noch nicht aufgebaut)
  2. Die Wie­der­ga­be stockt (das gesam­te von Mul­ti­cast betrof­fe­ne Netz­seg­ment ist über­las­tet von Tagespost)
  3. Die Gerä­te fin­den sich nach einer Wei­le nicht mehr (der Brief­trä­ger wirft aus Ver­zweif­lung Tages­post in die Botanik)

Nichts davon ist durch den Nut­zer oder dem Admi­nis­tra­tor in irgend­ei­ner Form beein­fluss­bar! Damit erkauft man sich die Bequem­lich­keit von AirPlay.

Und jetzt die Über­set­zung der obi­gen Forenauszuges:

  • Tages­post und Per­for­mance sind töd­li­che Fein­de.  Wenn man weni­gen iPad-Usern die Mög­lich­keit gibt, ihre Anzei­gen zu spie­geln, sind davon vie­le Unbe­tei­lig­te im glei­chen Netz­seg­ment betroffen.

  • Man muss die Netz­seg­men­te, die für Mul­ti­cast genutzt wer­den sol­len, mög­lichst klein hal­ten, sowohl für WLAN- als auch für LAN-betrie­be­ne Geräte

  • Es gibt kei­ne Tools, um Ver­bin­dungs­pro­ble­me zwi­schen Gerä­ten einzugrenzen

  • Man kann Tages­post nicht zen­tral über­wa­chen, um hin­sicht­lich von z.B. Per­for­man­ce­pro­ble­men zu optimieren

  • Man kann den Zugriff auf Tages­post nicht nut­zer- oder rech­te­be­zo­gen steuern

  • Es gibt kei­ne Sicher­heits­me­cha­nis­men. Das letz­te Gerät gewinnt immer.

  • Je mehr Gerä­te sich im glei­chen Netz­werk befin­den, des­to län­ger wird die Lis­te für die mög­li­chen Anzei­ge­ge­rä­te. Ori­en­tie­ren­de Namens­kon­ven­tio­nen sind für Pri­vat­ge­rä­te nicht sinn­voll durchsetzbar.

  • Wenn ein Benut­zer viel Band­brei­te für sich bean­sprucht, gibt es kei­nen Weg, das Pro­blem näher zu lokalisieren.

 

Also bei mir in der Klas­se klappt das doch wunderbar!

Ja! Es klappt auch im Wohn­zim­mer zu Hau­se. Die meis­ten Lehr­kräf­te span­nen für die Arbeit mit Air­Play ein eige­nes Netz im Klas­sen­raum auf, z.B. durch einen Air­Port-Extre­me (jeder ande­re Dual­band­rou­ter wür­de es übri­gens auch tun).  Rou­ter trans­por­tie­ren im Gegen­satz zu Swit­chen kei­ne Tages­post in ein ande­res Netz.

Ziel soll­te aber doch sein, dass das nicht die Lehr­kraft, son­dern ein Tech­no­lo­gie­part­ner tut. Vie­le Sub­net­ze sind wie­der­um war­tungs­auf­wän­dig und ste­hen dem Anspruch einer kos­ten­güns­ti­gen, zen­tra­len War­tung dia­me­tral entgegen.

Wenn ich die Auf­ga­be bekä­me, für eine gan­ze Schu­le oder auch nur einen Gebäu­de­teil, Air­Play zer­ver­läs­sig zu garan­tie­ren, müss­te ich sehr teu­re Gerä­te und viel War­tungs­auf­wand pro­jek­tie­ren. Denn es wird auch in klei­nen Net­zen immer mal wie­der spon­tan „nicht gehen“ – das ist band­brei­ten­ab­hän­gig. Da es kei­ne Feh­ler­dia­gno­se­mög­lich­keit gibt, ist Feh­ler­be­he­bung nur wie zu guten, alten Win­dows­zei­ten nur per Pass&Fail möglich.

Bes­ser wäre aus Admi­nis­tra­to­ren­sicht eine Wei­ter­ent­wick­lung des Air­Play­pro­to­kolls, sodass es auch für Enter­pri­se­umge­bun­gen taugt. Ich als Admin­sis­tra­tor bekom­me näm­lich jetzt im Feh­ler­fall die Anfor­de­rung „Geht nicht (ist ja dein blö­des Netz, vorher/zu Hau­se ging’s ja immer!), mach’s heil, Maik!“ Ich habe bei Mul­ti­cast jedoch kein Ana­ly­se­instru­ment zur Ver­fü­gung, kann also höchs­tens Ste­cker rein- und raus­zie­hen und wür­de am liebs­ten ant­wor­ten: „Kann ich nicht, selbst wenn ich es woll­te, weil du ein däm­li­ches, ver­schwen­de­ri­sches Wohn­zim­mer­pro­to­koll ver­wen­dest, Air­Play stinkt eben!“

SchiLf Leitbildentwicklung

Ein Leit­bild ist eine schrift­li­che Erklä­rung einer Orga­ni­sa­ti­on über ihr Selbst­ver­ständ­nis und ihre Grund­prin­zi­pi­en. Es for­mu­liert einen Ziel­zu­stand (Rea­lis­ti­sches Ide­al­bild)[1]. Nach innen soll ein Leit­bild Ori­en­tie­rung geben und somit hand­lungs­lei­tend und moti­vie­rend für die Orga­ni­sa­ti­on als Gan­zes und die ein­zel­nen Mit­glie­der wir­ken. Nach außen (Öffent­lich­keit, Kun­den) soll es deut­lich machen, wofür eine Orga­ni­sa­ti­on steht. Es ist eine Basis für die Cor­po­ra­te Iden­ti­ty einer Orga­ni­sa­ti­on. Ein Leit­bild beschreibt die Mis­si­on und Visi­on einer Orga­ni­sa­ti­on sowie die ange­streb­te Orga­ni­sa­ti­ons­kul­tur. Es ist Teil des nor­ma­ti­ven Manage­ments und bil­det den Rah­men für Stra­te­gien, Zie­le und ope­ra­ti­ves Handeln.

Quel­le: http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmensleitbild

Unse­re Schu­le hat sich in den letz­ten bei­den Tagen auf den Weg gemacht, ein sol­ches Leit­bild zu ent­wi­ckeln, wobei auf exter­ne Mode­ra­ti­on zurück­ge­grif­fen wur­de. Vor­be­rei­tet wur­den die­se zwei Tage in einer Steue­rungs­grup­pe. Her­aus­ge­kom­men sind zwölf Sät­ze, die nun redak­tio­nell über­ar­bei­tet wer­den. Mit in die­se zwölf Sät­ze sind die Vor­schlä­ge der Eltern- und Schü­ler­ver­tre­tung ein­ge­flos­sen.  Im Wesent­li­chen erfolg­te die Erar­bei­tung in vier Schritten:

Schritt 1 – SOFT-Analyse

Eine SOFT-Ana­ly­se lehnt sich an das Prin­zip der SWOT-Ana­ly­se an. Nach einer Vor­stel­lung der kom­men­den SchiLf auf einer Dienst­be­spre­chung soll­te zu den Punk­ten der SWOT-Ana­ly­se ein Papier in Stich­wor­ten aus­ge­füllt wer­den, des­sen Aus­wer­tung dann den Ein­stieg zur SchiLf bildete.

Schritt 2 – Kritikphase

In klei­nen Grup­pen hat jeder auf eine Kar­te geschrie­ben, wel­che Pro­ble­me an der Schu­le auf­tre­ten. Aus die­sen Kar­ten hat die Grup­pe dann drei aus­ge­wählt und auf ein Pla­kat geklebt. Die­se Kar­ten konn­ten dann vom Ple­num spä­ter „bepunk­tet“ (Kle­be­punkt)  wer­den. Die Top 10 wur­den zu einer Vor­la­ge verarbeitet.

Schritt 3 – Utopiephase

In klei­nen Grup­pen hat jeder auf eine Kar­te geschrie­ben, wel­che Wün­sche er – los­ge­löst von orga­ni­sa­to­ri­sche, räum­li­chen oder finan­zi­el­len Beschrän­kun­gen hat. Aus die­sen Kar­ten hat die Grup­pe dann drei aus­ge­wählt und auf ein Pla­kat geklebt. Die­se Kar­ten konn­ten dann vom Ple­num spä­ter „bepunk­tet“ (Kle­be­punkt)  wer­den. Die Top 10 wur­den zu einer Vor­la­ge verarbeitet.

Schritt 4 – Leitsatzformulierung

Nach einem kur­zen Input zum Wesen eines Leit­bil­des ging es mit einer umfang­rei­chen Mate­ri­al­samm­lung dar­an, kon­kre­te Sät­ze für das Leit­bild zu for­mu­lie­ren. Als Mate­ri­al stand zur Verfügung:

  1. Das Arbeits­er­geb­nis der Schü­le­rin­nen und Schüler
  2. Das Arbeits­er­geb­nis der Eltern
  3. Das Arbeits­er­geb­nis der der ers­ten bei­de Phasen
  4. Ergeb­nis­se der letz­ten SchiLf
  5. Der theo­re­ti­sche Input
  6. Wei­te­re Din­ge, die ich jetzt ver­ges­sen habe

Die For­mu­lie­rung erfolg­te wie­der in Grup­pen. Die Sät­ze wur­den wie­der­um im Ple­num bepunk­tet und ein Ran­king (Top 12) ent­wi­ckelt. Unnö­tig zu erwäh­nen, dass es alle Sät­ze unse­rer Klein­grup­pe in die Top 12 geschafft haben :o)…

Schritt 5 – Vor­stel­lung des Ergeb­nis­ses und Ausblick

Die Steue­rungs­grup­pe stell­te die for­mu­lier­ten Sät­ze und das wei­te­re Ver­fah­ren vor. Die Sät­ze wer­den jetzt redak­tio­nell bear­bei­tet und an die Eltern- und Schü­ler­ver­tre­tung zurück­ge­ge­ben, um sie nach einer Art Beneh­mens­her­stel­lung dann in der Gesamt­kon­fe­renz zu beschließen.

Der Rah­men

Die SchiLf erfor­der­te zwei Tage, wobei an einem Tag der Unter­richt noch bis zur 6. Stun­de statt­fand. Für das leib­li­che Wohl, für eine gute Atmo­sphä­re und für viel Zeit zwi­schen den Arbeits­pha­sen zum Aus­tausch war her­vor­ra­gend gesorgt. Deut­lich war zu mer­ken, wie viel Arbeit, Gedan­ken und Sinn für Details im Vor­feld  in die­se SchiLf gesteckt wur­de. Ich habe es als eine Form von Wert­schät­zung gegen­über dem Kol­le­gi­um emp­fun­den. Es gab für die Betei­lig­ten kei­nen Blu­men­strauß oder obli­ga­to­ri­schen Fla­schen zum Dank. Es gab etwas voll­kom­men ande­res, was die­se erfah­re­ne Wert­schät­zung wie­der­um erwi­der­te und was in die­ser Form noch nie da gewe­sen ist.

Kom­men­tar

Die Mode­ra­ti­on wen­de­te Metho­den des Pro­jekt­ma­nage­ments an, wie es in Fir­men und vie­len Ver­wal­tun­gen üblich ist (und zum Glück auch zuneh­mend bei uns in der Medi­en­be­ra­tung). Beein­druckt hat mich vor allem die Ein­wand­be­hand­lung im Ple­num. Ein­wän­de las­sen sich für mich immer in zwei Kate­go­rien unterteilen:

  1. Pro­zess­re­flek­tie­ren­de Ein­wän­de (z.B. „War­um machen wir das eigent­lich so und nicht anders?“)
  2. Risi­ko­mi­ni­mie­ren­de Ein­wän­de (z.B. „Kommt dabei denn wirk­lich auch das her­aus, was wir an Qua­li­tät erwarten?“

Die Mode­ra­ti­on ging sehr sou­ve­rän und schlag­fer­tig mit die­sen Ein­wän­den um. Dahin­ter steckt natür­lich die Über­zeu­gung, dass das Ver­fah­ren erprobt war, aber auch die Fähig­keit zu „reframen“, d.h. den Ein­wand selbst als wert­schät­zen­des Moment und nicht als Angriff umzu­deu­ten. Das ist immer ein­fa­cher, wenn man als Exter­ner agiert und daher bera­te ich mein eige­nes Sys­tem z.B. grund­sätz­lich nicht, wur­de aber in den Klein­grup­pen dabei „erwischt“, selbst in die Bera­ter­rol­le zu fal­len :o)…

Leit­bild­ent­wick­lung sehe ich aus einer exter­nen Bera­ter­rol­le immer etwas kri­tisch: Leit­bil­der zei­gen mir eher, wor­an eine Orga­ni­sa­ti­on noch arbei­ten muss. Gleich­wohl habe ich als Teil­ge­ben­der der SchiLf vor allem den Pro­zess zur For­mu­lie­rung der Leit­bild­sät­ze auch als iden­ti­täts­stif­tend und damit sehr wert­voll erlebt. Ein­mal mehr ist mir auf­ge­fal­len, dass unter­schied­li­che Men­schen mit unter­schied­li­chen Begrif­fen unter­schied­li­che Din­ge mei­nen, aber im Grun­de das Glei­che wol­len und die glei­chen Bedürf­nis­se haben – übri­gens ein zen­tra­les Kon­zept sys­te­mi­schen Denkens.

Extern betrach­tet hät­te man all das auch in einer Stun­de mit digi­ta­len Werk­zeu­gen erle­di­gen kön­nen. Aber ich glau­be, dass die Ver­bin­dung zwi­schen Ergeb­nis und Gefühl eben auch gemein­sa­me Zeit erfordert.

Die Feh­len­de Zeit und der All­tag arbei­ten da oft gegen ein Sys­tem – aber das kennt auch jeder, der eine Bezie­hung führt. Funk­ti­on und Zufrie­den­heit kom­men nicht allein, sie müs­sen erar­bei­tet sein, weil sie eben durch die­se Arbeits­leis­tung erst ihren Wert erhalten.

Inso­fern darf sich die Schu­le jetzt dar­auf freu­en nach die­sem initia­len Schritt zur Schul­ent­wick­lung wei­ter arbei­ten zu dür­fen :o)…

AirPlay, DLNA, Miracast in schulischen Netzwerken

Mit Air­Play, DLNA oder neu­er­dings auch Mira­Cast las­sen sich Bild­schirm­in­hal­te digi­ta­ler End­ge­rä­te kabel­los an ein Wie­der­ga­be­ge­rät sen­den. In der Schu­le wird das im Ide­al­fall ein Bea­mer sein.

Für Bea­mer gibt es net­te Zusatz­ge­rä­te mit HDMI-Ausgang:

  • Mira­cast-Adap­ter (muss nicht auf­wän­dig kon­fi­gu­riert werden)
  • Minix-TV-Boxen (besit­zen Android, bedür­fen daher etwas Auf­merk­sam­keit, sind aber sehr fle­xi­bel durch das gro­ße App-Ange­bot und las­sen sich auch mit z.B. Mera­ki zen­tral managen)
  • jeder güns­ti­ge HDMI-Stick mit Android
  • App­leTV

Die Pro­to­kol­le zum Spie­geln des End­ge­rä­te­bild­schirms haben alle einen Schön­heits­feh­ler, der in gro­ßen Net­zen mit meh­re­ren Gerä­ten ein Pro­blem wer­den kann: Sie sind für den Heim­be­reich ent­wi­ckelt und wen­den sich daher an tech­nisch nicht ver­sier­te Anwender.

Die Fol­gen:

  • alle Gerä­te im glei­chen Netz­werk sind für alle End­ge­rä­te als Wie­der­ga­be­ge­rät sichtbar
  • das letz­te Gerät gewinnt immer

Ich kann Herrn Mei­er in Raum XY mei­nen Bild­schirm­in­halt „bea­men“, wenn Herr Mei­er dort gera­de arbei­tet. Ich muss nur das von Herrn Mei­er benutz­te End­ge­rät als Wie­der­ga­be­ge­rät aus­wäh­len – es braucht dafür kei­ne Bös­wil­lig­keit, son­dern ledig­lich einen klei­nen Ver­tou­ch­er oder Vertipper.

Ein­zi­ge löb­li­che Aus­nah­me ist App­leTV – hier lässt sich zumin­dest ein Pass­wort für die Benut­zung ver­ge­ben – in der Schu­le bringt die­ses Fea­ture jedoch kei­ner­lei Vor­tei­le – schließ­lich muss das Pass­wort ja allen bekannt sein, die Inhalt strea­men wol­len. Für jedes Gerät ein eige­nes Pass­wort zu ver­wen­den, dürf­te kaum prak­ti­ka­bel sein.

Aus­weg:

Ich span­ne in den „betrof­fe­nen“ Klas­sen eige­ne WLAN-Net­ze mit eige­nem IP-Bereich auf. Mit geeig­ne­ter Firm­ware lässt sich die Sen­de­leis­tung so weit her­un­ter­re­geln, dass Raum­gren­zen nur mit Mühe über­sprun­gen wer­den. Schu­len rate ich zur Anschaf­fung von Acces­s­points bzw. WLAN-Rou­tern, die sowohl rou­ten als auch bridgen kön­nen – idea­ler­wei­se bei­des gleich­zei­tig mit ver­schie­de­nen SSIDs (z.B. Bea­mer & Inter­net). Das HDMI-Zusatz­ge­rät hängt dann mit im gerou­te­ten Netz­werk. Das klappt recht zuver­läs­sig und eben nicht über Raum­gren­zen hinweg.

Bei den HDMI-Zusatz­ge­rä­ten emp­feh­le ich zur­zeit die Andro­iden in Ver­bin­dung mit Mera­ki, wenn es meh­re­re Gerä­te sein sol­len. So lässt sich das Gan­ze zen­tral per Web­ober­flä­che ver­wal­ten und die gan­ze App-Welt des Play­s­to­re steht auf dem Bea­mer zur Ver­fü­gung – für vie­les braucht man dann zudem kei­nen Rech­ner mehr :o)…

 

 

Blogparade „Versager im Staatsdienst“

Bob Blu­me ruft zu einer Blog­pa­ra­de „Ver­sa­ger im Staats­dienst“ auf. Ich betei­li­ge mich aus mei­ner Sicht als Vater, ehe­ma­li­ger Per­so­nal­rat, medi­en­päd­a­gischer Bera­ter und Blog­ger dar­an, der gera­de gefor­dert hat, dass Leh­rer­blogs sich mehr auf­ein­an­der bezie­hen soll­ten – also eigent­lich ist mei­ne Teil­nah­me alter­na­tiv­los. Ich habe bewusst vor­her kei­nen der ande­re Arti­kel der Para­de gelesen.

A) Gibt es an deut­schen Schu­len gene­rell zu vie­le schlech­te Lehrer?

Eine Ant­wort aus mei­nem sehr begrenz­ten Kon­text wäre ver­mes­sen. Ich ken­ne bis jetzt zwei „deut­sche Schu­len“ aus der Sicht eines Arbeit­neh­mers und eine gan­ze Zahl an Kol­le­gi­en aus der Sicht eines Bera­ters. Ich den­ke, dass in jedem Kol­le­gi­um (Amt, jeder Fir­ma, jedem Ver­ein usw.) Men­schen arbei­ten, die ihren Job nicht gut machen. Vor einer Quan­ti­fi­zie­rung müss­te man zunächst Kri­te­ri­en haben, was denn nun genau ein „Ver­sa­ger im Staats­dienst“ ist, was mich zur zwei­ten Fra­ge bringt:

B) Wor­an erkennt man, ob ein Leh­rer sei­nem Job nicht gerecht wird?

Es gibt natür­lich eine Men­ge „har­te Fak­ten“: Sind Unter­richts­do­ku­men­ta­tio­nen for­mal aus­ge­füllt (Klas­sen- und Kurs­buch)? Wie sieht die Kor­rek­tur einer schrift­li­chen Arbeit aus? An wie vie­len Fort­bil­dun­gen nimmt eine Lehr­kraft teil? Wer­den Ter­min­vor­ga­ben z.B. inner­halb der Prü­fungs­kom­mis­si­on einer Abitur­prü­fung ein­ge­hal­ten? Erscheint eine Lehr­kraft pünkt­lich zum Dienst (und zur jewei­li­gen Unter­richts­stun­de)? Sind Schü­le­rin­nen und Schü­ler wäh­rend der Unter­richts­zeit ange­mes­sen beauf­sich­tigt? Wer­den Pau­sen­auf­sich­ten wahr­ge­nom­men? Wer­den Noten ter­min­ge­recht ein­ge­tra­gen? usw.. Natür­lich muss es hier um einen Gesamt­ein­druck gehen, denn jeder wird an die­ser oder jener Stel­le mal schlurren.

Viel ent­schei­den­der wären für mich als Schul­lei­ter die „wei­chen Fak­ten“, an die schwer her­an­zu­kom­men ist, wenn kaum Zeit für Din­ge wie z.B. Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­che bleibt. Zen­tra­le Fra­gen dabei sind für mich: Was tut eine Lehr­kraft kon­kret für die Ent­wick­lung ihres aus mei­ner Sicht wich­tigs­ten Instru­ments: Ihrer Per­sön­lich­keit? Was tut eine Lehr­kraft kon­kret für die Ent­wick­lung der Schule?

Ein Indiz für Defi­zi­te in die­sem Bereich kann z.B. unkol­le­gia­les Ver­hal­ten sein – etwa wenn Beschlüs­se des gesam­ten Kol­le­gi­ums von ein­zel­nen Per­so­nen „auf­ge­weicht“ wer­den, wenn Kol­le­gen über ande­re Kol­le­gen vor Schü­le­rin­nen und Schü­lern her­zie­hen, wenn Kol­le­gen sich prin­zi­pi­ell päd­ago­gisch sinn­vol­len Ver­än­de­run­gen ver­wei­gern etc. . Ein wei­te­res Indiz für eine nicht mehr trag­ba­re Lehr­kraft ist z.B. ihr ein­ge­schränk­ter Unter­richts­ein­satz, wenn sie z.B. nicht län­ger als ein Jahr in der glei­chen Lern­grup­pe ein­ge­setzt wer­den kann. Die­se „Maß­nah­me“ hat ja immer ihre Ursa­chen und ihre Geschichte.

C) Wie soll­te man mit sol­chen Leh­rern ver­fah­ren (dür­fen)?

Es soll­te eine mit den Per­so­nal­ver­tre­tun­gen abge­stimm­te Dienst­ver­ein­ba­rung mit einer fes­ten Eska­la­ti­ons­ket­te geben, an deren Ende die Ent­fer­nung aus dem Staats­dienst steht. Eine Ver­set­zung löst kein Pro­blem. Modell­haft gab oder gibt es es sowas in Nie­der­sach­sen bereits für das The­ma „Umgang mit Sucht bei Beschäf­tig­ten im Schul­dienst“ – so ganz wer­de ich da aus mei­nen Recher­che­er­geb­nis­sen nicht schlau. Ein der­ar­ti­ges recht­li­ches Kon­strukt mit einer Kom­bi­na­ti­on aus Hilfs­an­ge­bo­ten und Sank­tio­nen hal­te ich für möglich.

D) Wel­chen Anteil hat das Lehramtsstudium?

Den Umgang mit Men­schen lernt man im Umgang mit Men­schen. Wer Men­schen erst im Refe­ren­da­ri­at sieht, bekommt ein Pro­blem. Das Stu­di­um kann sich pra­xis­nä­her aus­rich­ten. Das Inter­es­se an Men­schen hal­te ich nicht für indu­zier­bar. Da ist auch Eigen­in­itia­ti­ve gefor­dert, die aber mit der zuneh­men­den Ver­schu­lung gera­de des Gym­na­si­al­leh­rer­stu­di­ums immer weni­ger von Stu­den­ten zu leis­ten ist.

Die 18jährige Übungs­lei­te­rin der Hand­ball-F-Jugend weiß mehr z.B. über Men­schen mehr als so man­cher Ori­en­tie­rungs­prak­ti­kant. Wenn letz­te­rer sich dann noch wei­gert, wenigs­tens eine Unter­richts­pha­se in mei­ner Beglei­tung zu gestal­ten („Ich muss das nicht!“), stel­le ich hin­ter­her schon­mal die eine oder ande­re gemei­ne Fra­ge. Es gibt auch schon im Stu­di­um Ver­sa­ger und sol­che, die es spä­ter als Leh­rer wer­den wollen.

E) Was soll­te verändert/ ver­bes­sert werden?

Ich wäre nicht ein­fa­cher Leh­rer, son­dern reich und berühmt, wenn ich das wüss­te. Ich wür­de aber bei der Qua­li­fi­zie­rung von Schul­lei­tun­gen und der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung von Lehr­kräf­ten anfan­gen, z.B. durch kom­pe­ten­te Super­vi­si­on, die teu­er ist. Alter­na­tiv könn­te man bis zum Break­down war­ten und von vor­ne anfan­gen. Aber der Pati­ent ist zäh :o)…

F) Soll­ten die Schu­len die Leh­rer selbst aus­su­chen dürfen?

Ja und nein. Eine Schu­le in einer attrak­ti­ven Regi­on wird mehr Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber anzie­hen als eine auf dem Lan­de, wo eh nie­mand hin­möch­te, aber eben auch Kin­der leben. Klar kann sich eine länd­li­che Schu­le durch attrak­ti­ve Kon­zep­te sexy machen. Dafür braucht es aber enga­gier­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, womit sich die Kat­ze in den Schwanz beißt. Aus Sicht einer Groß­stadt­schu­le also ein kla­res Ja.

G) Soll­te der Beam­ten­sta­tus abge­schafft werden?

Alle mei­ne Auf­ga­ben wer­den bereits von ange­stell­ten Lehr­kräf­ten wahr­ge­nom­men, deren BMI oder sonst­was nicht passt (Ich stel­le mir gera­de einen Streik zur Zeit der Abitur­prü­fun­gen vor). Ob die Ver­be­am­tung das Haupt­pro­blem ist, weiß ich nicht. Ob es es ohne die Ver­be­am­tung aus­rei­chend qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs geben wird, weiß ich nicht. Ich weiß zur­zeit nicht ein­mal, ob es mit Ver­be­am­tung aus­rei­chend qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs geben wird. Es gibt aber Leu­te, die das eigent­lich wis­sen müss­ten. Und es gibt immer Schu­len, bei denen alles auch ohne Ver­be­am­tung klappt. Wie vie­le davon gibt es noch­mal in einem Flä­chen­land in der Fläche?

H) Soll­te es eine Art „Belohnungssystem“ wie in der frei­en Wirt­schaft geben?

Das Belo­hungs­sys­tem gibt es: Freu­de am Beruf.  Kann man in Geld mes­sen. Muss man aber nicht. Schu­le ist kein Wirt­schafts­un­ter­neh­men, obwohl es die Wirt­schaft ger­ne so hät­te, son­dern im Ide­al­fall ein sozia­les Sys­tem. Ob Geld bes­se­re Leh­rer macht? Idea­lis­tisch-naiv. Ich weiß.

I) Wor­an gehen die Kol­le­gen denn kaputt?

An der Dis­so­zia­ti­on zwi­schen Wol­len und Kön­nen. Das fin­det immer auch in einem Umfeld statt, wel­ches nach mei­ner Ansicht die­se Dis­so­zia­ti­on zuneh­mend begünstigt.

J) Wie ent­ste­hen die 30% Leh­rer, die laut Schaar­schmidt qua­si dis­so­zi­iert sind?

Das wäre ein eige­ner Arti­kel. Die Ursa­chen sind sehr mul­ti­di­men­sio­nal. Ich ken­ne aber ehe­mals „dis­so­zi­ier­te“ Lehr­kräf­te, die durch exter­ne Hilfs­an­ge­bo­te heu­te zu den ver­läss­lichs­ten Kol­le­gen gehören.

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