Temperatur im Kugelteilchenmodell als Körperübung

Wenn man Luft in einem Luft­bal­lon erhitzt und gleich­zei­tig das Kugel­teil­chen­mo­dell bereits ein­ge­führt hat, bekommt man als Erklä­rung für das Grö­ßer­wer­den des Bal­lons oft zu hören, „dass sich die Kugel­teil­chen aus­deh­nen.“ Da nützt es auch nichts, wenn vor­her sau­ber defi­niert wur­de, das Kugel­teil­chen in Gestalt und Form unver­än­der­lich sind.

Was nach mei­ner Erfah­rung etwas nüt­zen kann, ist ein klei­ne Kör­per­übung, die das Phä­no­men „Aus­deh­nung bei Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung eines Gases“ erfahr­bar macht. Dazu bil­det man zwei Grup­pen: Grup­pe 1 (blau) bil­det einen Kreis (mit Anfas­sen..). Grup­pe 2 (oran­ge) bewegt sich inner­halb die­ses Krei­ses, wie in fol­gen­der Abbil­dung dargestellt:

Temperatur im KugelteilchenmodellJetzt gibt es zwei Pha­sen: In der ers­ten Pha­se bewe­gen sich die Mit­glie­der von Grup­pe 2 lang­sam (gehen), in Pha­se 2 schnell (lau­fen). Eine leb­haf­te Klas­se ist dabei kein Nach­teil: Der Kreis soll in der 2. Pha­se ger­ne „zer­stört“ werden.

Das Erstaun­li­che:

Die Mit­glie­der der Grup­pe 2 deh­nen sich nicht aus, son­dern benö­ti­gen durch ihre höhe­re Geschwin­dig­keit ein­fach mehr Platz, sodass es zur „Aus­deh­nung“ des Krei­ses kommt. Das ist ein Modell für die Vor­gän­ge in einem Gas bei Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung, das sich dann in der Bespre­chung abs­tra­hie­ren lässt – auch mit einer 6. Klas­se. Nach die­ser Kör­per­übung (bit­te auf dem Schul­hof durch­füh­ren) habe ich den Satz „Die Kugel­teil­chen deh­nen sich aus“ weit­aus weni­ger oft gelesen…

Übri­gens spielt man aus dem glei­chen Grund in einer Hal­le mit weni­ger Feld­spie­lern Fuß­ball: Der Raum­be­darf bleibt gleich, jedoch nicht der zur Ver­fü­gung ste­hen­de Raum (Feld­grö­ße). Damit wür­de das Ver­let­zungs­ri­si­ko stei­gen, hät­te man dort auch zehn Feld­spie­ler auf dem Platz. Über sol­che „Links“ bil­de ich mir ein, SuS zu erreichen.

Es ist eine Minderheit…

… die im Netz auf­be­gehrt gegen eine Zen­sur­in­fra­struk­tur und Kon­troll­be­dürf­nis­se poli­ti­scher Insti­tu­tio­nen. Aber die­se Min­der­heit erzeugt zur Zeit ein der­ma­ßen gro­ßes Auf­merk­sam­keits­po­ten­ti­al, wie ich es sel­ten erlebt habe. Die­se Min­der­heit hat sich jetzt poli­tisch im Netz orga­ni­siert. Selbst die Zeit, die ich bis­her für eine gemä­ßig­te, abge­klär­te und poli­tisch recht breit auf­ge­stell­te Wochen­zei­tung hal­te, bie­tet Kom­men­ta­to­ren ein Forum, deren Rhe­to­rik for­mal doch stark zu wün­schen übrig lässt. Da wer­den Grä­ben zwi­schen „den Ana­lo­gen“ und den­je­ni­gen gezo­gen „die ihr eige­nes Leben per Social Net­work und Twit­ter beden­ken­los vor aller Welt aus­brei­ten.“ – ste­reo­ty­per geht’s nim­mer. Da wird davor gewarnt, dass die größ­te Gefahr für die Par­tei aus den eige­nen Rei­hen kommt.

Alle die­se Gedan­ken sind nicht neu. Es liegt mir fern, an die­ser Stel­le eine Lobes­re­de für die Pira­ten­par­tei zum Bes­ten zu geben. Als Par­tei soll­te man in der Lage sein, auf allen wich­ti­gen poli­ti­schen Fel­dern sicher zu agie­ren und das sehe ich bei den Pira­ten in der Tat noch nicht – aber immer­hin hat man das auch ein­mal über die Grü­nen gesagt, die sich spä­tes­tens mit Josch­ka Fischer auch außen­po­li­tisch eta­blie­ren konn­ten. Der Weg dahin war lang und ob die Pira­ten ihn bestehen wer­den, bleibt abzuwarten.

Ich habe mich an einem Satz fest­ge­dacht, der als Unter­ti­tel den Leit­ge­dan­ken von Bernd Ulrich markiert:

Die größ­te Gefahr für die neue Par­tei droht nicht vom Staat, son­dern aus den eige­nen Reihen“

Wei­ter­le­sen

Verben für Sprechakte

Du sollst nicht immer „sagen“ schrei­ben. Es gibt doch so vie­le schö­ne ande­re Wor­te, um einen Sprech­akt aus­zu­drü­cken. Hier ein­mal eine klei­ne(?) Lis­te für die klas­sen­in­ter­ne Worschatz­ar­beit – gefun­den auf einer alten Schrad­del­ko­pie beim Aus­mis­ten des Arbeitszimmers:

war­nen, über­neh­men, ein­wen­den, vor Augen füh­ren, auf­grei­fen, zitie­ren, unter­su­chen, anspre­chen, beja­hen, über­den­ken, wider­spre­chen, gegen­über­stel­len, ein­schrän­ken, prü­fen, zur Dis­kus­si­on stel­len, anfüh­ren, aus­schlie­ßen, schil­dern, auf­ru­fen, sich beru­fen auf, auf­for­dern, beschrei­ben, ermun­tern, (sich) anschlie­ßen, ein­len­ken, ver­nei­nen, ver­bin­den, anneh­men, fort­fah­ren, ablei­ten, bestrei­ten, wün­schen, urtei­len, aus­klam­mern, anknüp­fen, kenn­zeich­nen als, ord­nen, her­aus­stel­len, zuord­nen, aus­spa­ren, zustim­men, behaup­ten, pro­ble­ma­ti­sie­ren, the­ma­ti­sie­ren, anfü­gen, vor­aus­set­zen, ein­schie­ben, gel­tend machen, ver­ur­tei­len, bele­gen, bei­läu­fig bemer­ken, for­dern, unter­strei­chen, aus­ge­hen von, anset­zen bei, begrün­den, unter­mau­ern, fol­gern, schlie­ßen, fest­stel­len, wie­der­ge­ben, ver­deut­li­chen, dar­le­gen, Kri­tik üben, her­aus­he­ben, ver­mu­ten, eine Par­al­le­le zie­hen, aus­füh­ren, andeu­ten, hin­wei­sen auf, schluss­fol­gern, (sich) fra­gen (nach), wün­schen, zu beden­ken geben, vor­ge­ben, unter­stel­len, ver­wei­sen, beto­nen, erklä­ren, erläu­tern, erwei­tern, defi­nie­ren als, akzen­tu­ie­ren, her­aus­grei­fen, her­vor­he­ben, ver­an­schau­li­chen, sich lus­tig machen (über), erwäh­nen, hin­zu­fü­gen, bezwei­feln, wider­le­gen, kri­ti­sie­ren, belä­cheln, angrei­fen, ver­lan­gen, hof­fen auf, ein­räu­men, ankla­gen, in Fra­ge stel­len, ver­knüp­fen, zusam­men­fas­sen, sich bezie­hen auf, dar­stel­len, vor­aus­grei­fen, lieb­äu­geln mit

Gele­gent­lich den­ke ich, dass es das Deut­sche immer ein wenig über­treibt mit den Gra­du­ie­rungs- und Ausdifferenzierungsmöglichkeiten…

Von der Kunst Fragen zu stellen

Immer wie­der bin ich ent­setzt, wenn ich in einem Forum auf bestimm­te Fra­gen­stel­ler tref­fe. Ich spre­che von Men­schen, bei denen ich drei bis vier Nach­fra­gen stel­len muss, bevor die rele­van­te Infor­ma­ti­on zur Lösung des Pro­blems mei­nes Gegen­übers end­lich ver­ba­li­siert ist. Meist ist das ein Bruch­stück, was eben nicht erwähnt wur­de – bewusst oder unbe­wusst. Ich wün­sche mir im Sin­ne der Effi­zi­enz oft Fol­gen­des von mei­nem Gegenüber:

  1. Dei­ne Welt ist nicht mei­ne Welt: Was kann eine Frem­der wis­sen und was muss ich ihm expli­zit mit­tei­len, weil er nicht mei­ne Hand­lun­gen mit­er­lebt hat?
  2. Wenn du offen­sicht­lich Mist gebaut hast, bist du fehl­bar, ein Mensch und sym­pa­thisch: War­um muss der Feh­ler so oft ver­schwie­gen oder ver­deckt wer­den? War­um muss ich als Ant­wort­ge­ber auch noch rhe­to­risch dafür sor­gen, dass jemand sein Gesicht wah­ren kann? Ich hel­fe doch schon auf der Sachebene.
  3. Der Wunsch nach Effi­zi­enz ist kein per­sön­li­cher Angriff: Durch Nach­fra­gen möch­te ich nie­man­den Bloß­stel­len und zei­gen, was er/sie nicht berück­sich­tigt hat. Ich möch­te in Erfah­rung brin­gen, wie ich am bes­ten und schnells­ten hel­fen kann.
  4. Threads sind Tex­te, die man lesen muss: Ich fin­de es immer doof, wenn ich expli­zit dar­auf hin­wei­sen muss, dass die und die Infor­ma­ti­on wei­ter oben doch schon steht. Das ist immer ein wenig pein­lich. Ander­seits mag oft nicht das Glei­che noch­mals tippen.

Bei Kin­dern und Jugend­li­chen fin­de ich eine sub­op­ti­ma­le Fra­ge­tech­nik abso­lut in Ord­nung, weil sie noch ler­nen und expe­ri­men­tie­ren. Bei Erwach­se­nen scho­ckiert mich manch­mal der aus­ge­präg­te Man­gel an Empa­thie – bei Erwach­se­nen in „päd­ago­gi­schen Beru­fen“ fürch­te ich mic immer davor, dass vor Grup­pen mit dem glei­chen Grad an Empa­thie wie im Forum x agiert wird – glück­li­cher­wei­se ist das nicht so, weil das Netz eben bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen durch sei­ne Anony­mi­tät begünstigt.

Bildung im Gleichschritt vs. Kompetenzmodell

Über die Rich­tung im Bil­dungs­sys­tem bin ich immer ver­wirr­ter. Auf einer Fort­bil­dung zum neu­en Kern­cur­ri­cu­lum Deutsch habe ich gehört, dass eine stär­ke­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen LuL – aus mei­net­we­gen einer Fach­schaft – gewünscht wird. Man ent­wi­ckelt z.B. gemein­sam Ein­hei­ten mit­ein­an­der und pro­biert die­se dann im „Gleich­schritt“, aber mit indi­vi­du­el­ler Leh­ren­den­per­sön­lich­keit aus. Danach erfolgt eine Eva­lua­ti­on und eine Über­ar­bei­tung der Ein­heit, sodass ein evo­lu­tio­nä­rer Pro­zess der Ver­bes­se­rung ein­tritt, alle SuS die glei­chen Chan­cen haben und LuL von Unter­richts­vor­be­rei­tun­gen ent­las­tet sind.

Ich fin­de den Grund­ge­dan­ken nicht falsch, aber das ist natür­lich Bil­dung im Gleich­schritt, wobei ich immer ger­ne Viel­falt mag. Die prak­ti­schen Pro­ble­me – man braucht z.B. Arbeits­mit­tel, Räu­me und Zeit – las­se ich hier uner­wähnt – das ist eine rei­ne Geld- und Wil­lens­sa­che in der Politik.

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