Tablets in der Schule: Bitte (fast) keine Androids mehr!

Vorweg

Ich set­ze per­sön­lich kei­ne Tablets im Unter­richt oder mei­nen eige­nen Work­flow ein. Für mich per­sön­lich sind das Spiel­zeu­ge und kei­ne Arbeits­ge­rä­te. Mei­ne Fin­ger sind zu dick und unmotorisch.

Ich gestal­te mei­nen digi­ta­len Unter­richt aber so, dass das Gerät dafür kaum eine Rol­le spielt, wenn es zumin­dest einen Brow­ser und eini­ger­ma­ßen per­for­man­te Leis­tungs­da­ten zum Ren­dern von Web­in­hal­ten ver­fügt. Mei­ne Tools stel­len stan­dar­di­sier­te Schnitt­stel­len bereit, sodass hof­fent­lich jeder die App und das Gerät dafür nut­zen kann, die/das zu ihr/ihm passt.

App“ ist für mich ein ande­res Wort für „Pro­gramm, des­sen Ober­flä­che auf Touch­be­die­nung zuge­schnit­ten ist“. Damit sind Tablets natür­lich will­kom­men – es gibt ja ande­re Men­schen als mich mit ande­ren Vor­lie­ben und Präferenzen.

Was ich gar nicht mag, ist als Admin Son­der­lö­sun­gen bau­en zu müs­sen, weil ein Her­stel­ler meint, eige­ne „Stan­dards“ sei­en kun­den­freund­li­cher. Des­we­gen has­se ich aus Admi­nis­tra­to­ren­sicht spe­zi­ell Apple wie die Pest. So viel zum Rant.

Was man in der Schule von der Software eines Gerätes erwarten können muss

 

  1. Regel­mä­ßi­ge Betriebssystemupdates
  2. Regel­mä­ßi­ge Sicherheitsupdates
  3. Ver­läss­li­che Sand­bo­xes für Prüfungssituationen
  4. Ver­läss­li­ches, leicht zu bedie­nen­des MDM (Lösung zum Mana­gen der Gerä­te, wenn sie schul­ei­gen sind)

… über einen Zeit­raum von min­des­tens fünf Jah­ren. Ein Her­stel­ler, der das nicht bie­ten kann, hat nach mei­ner Mei­nung in der Schu­le bei schul­ei­ge­nen(!) Gerä­ten nichts verloren.

Damit fal­len (fast) alle Andro­id­ge­rä­te heraus.

Warum keine Androids?

Das Lizenz­mo­dell von Android ermög­licht erst die Her­stel­lung extrem güns­ti­ger Gerä­te. Die Quell­tex­te lie­gen offen, das Sys­tem lässt sich recht unauf­wän­dig an fast jede belie­bi­ge Hard­ware­um­ge­bung anpas­sen, d.h. als Her­stel­ler bin ich in der Wahl mei­ner CPU, mei­nes Gra­fik­pro­zes­sors usw. recht frei. Dar­aus ent­steht eine Viel­zahl an Pro­dukt­li­ni­en. Um das Sys­tem per­for­mant und schlank zu hal­ten, bricht man mit einem Grund­prin­zip von Linux, auf dem Android basiert: Dem gene­ri­schen System.

Ein gene­ri­sches Sys­tem läuft unver­än­dert auf sehr vie­len unter­schied­li­chen Umge­bun­gen: Ubun­tu kann ich auf fast jeden Rech­ner instal­lie­ren – Linux bringt die dafür erfor­der­li­chen Trei­ber gleich mit und erkennt z.B. Hard­ware beim Start vollautomatisch.

Ein gene­ri­sches Sys­tem kann dar­über­hin­aus zen­tral geup­datet wer­den – im Prin­zip läuft ja über­all das Glei­che. Lei­der schleppt natür­lich ein gene­ri­sches Sys­tem alles nur Denk­ba­re an Trei­bern mit sich und ist daher recht groß – das passt vor allem nicht zu güns­ti­ger Hardware.

Kurz gesagt: Bei Andro­iden muss der Her­stel­ler jedes Sicher­heits- und Funk­ti­ons­up­dates für alle sei­ne Pro­dukt­li­ni­en manu­ell ein­pfle­gen und sei­nen Kun­den z.B. als Betriebs­sys­tem­image bereit­stel­len. Das lohnt sich bei Gerä­ten wie Tablets und Han­dys mit ohne­hin meist kur­zer Ver­wen­dungs­zeit in der Regel nicht, sprich:

Die meis­ten Andro­id­ge­rä­te sind nach recht kur­zer Zeit sicher­heits­tech­nisch ein Debakel

Die ein­zi­ge ech­te Aus­nah­me, die ich dies­be­züg­lich ken­ne, ist die Nexus­se­rie von Goog­le selbst. Mei­ne Nexus­ta­blets der ers­ten Genera­ti­on erhal­ten bis heu­te zeit­nah Updates – schon fast vier Jah­re mittlerweile.

Man kann aus­wei­chen auf Com­mu­nities rund um Cya­no­gen­mod – Techi­es wie ich könn­ten das ggf.. – aber für Schu­len im All­ge­mei­nen ist das kei­ne Option.

In der Schu­le brau­che ich nach mei­nem Emp­fin­den Gerä­te, die min­des­tens drei, bes­ser fünf zuver­läs­sig lau­fen. Rea­lis­tisch fin­de ich eher einen Gerä­te­wech­sel nach drei Jah­ren, d.h. min­des­tens(!) drei Gerä­te pro Schul­lauf­bahn, denn schon heu­te wer­den die meis­ten Men­schen (auch und gera­de SuS!)  Gerä­te, die noch älter sind, auf­grund des tech­no­lo­gi­schen Wan­dels als unzu­mut­bar emp­fin­den – daher noch ein Seitenhieb:

Bei Kal­ku­la­tio­nen „Tablet preis­lich gegen Schul­buch / Taschen­rech­ner / Atlas“ ohne Ein­be­zug des tech­no­lo­gi­schen Wan­dels (Pro­duk­t­up­grade nach drei Jah­ren) wäre ich SEHR vor­sich­tig ob des rea­len Preis­vor­teils gegen­über heu­te – unser Wirt­schafts­sys­tem basiert nicht dar­auf, dass wir stän­dig weni­ger ausgeben.

 

iPads und Windowstablets 

Apple ist ein in sich geschlos­se­nes Sys­tem und Micro­soft macht den Her­stel­lern sei­ner Gerä­te recht rigi­de Vor­ga­ben, was die Hard­ware­aus­stat­tung angeht – im Prin­zip fah­ren die die gene­ri­sche Stra­te­gie des Linux­ker­nels. Damit ist die Sicher­heits­pro­ble­ma­tik in einem wesent­li­chen Kern­punkt ent­schärft, weil nicht der Her­stel­ler Updates bereit­stellt, son­dern eben Apple und Micro­soft und die­se Updates auch über die betriebs­sys­tem­ei­ge­nen Mecha­nis­men instal­lie­ren. Die damit ver­bun­de­ne Lang­fris­tig­keit macht den Ein­satz z.B. einer MDM-Lösung oder Klas­sen­raum­steue­rung erst beherrsch­bar: Wenn ich nicht andau­ernd ver­seuch­te Gerä­te wie­der­her­stel­len und neu in eine MDM-Lösung inte­grie­ren muss, wird die Bewäl­ti­gung des Arbeits­pen­sums mög­lich. Und gera­de Schul­ge­rä­te, die durch vie­le Hän­de gehen, sind gegen­über der­ar­ti­gen Drang­sa­lie­run­gen extrem gefähr­det. Selbst Apple hat mitt­ler­wei­le kapiert, dass ein 1:1‑Design eben nicht in eine 1:many-Umgebung passt und ent­wi­ckelt in die rich­ti­ge Rich­tung.

Nach­trag:

Etwas aus­führ­li­cher hat sich Andre­as Hof­mann mit der neu­en Initia­ti­ve von Apple beschäftigt.

 

Anfangsgenölewiederaufgriff

Mir ist völ­lig klar, dass mit der auto­ma­ti­schen Update­po­li­tik von Apple und gera­de auch Micro­soft auch sehr streit­ba­re Mecha­nis­men Ein­zug in die mobi­len Gerä­te hal­ten – vor allem vor dem Daten­schutz­hin­ter­grund. Mir wäre ein Ubun­tu-Touch auf frei­er Hard­ware ohne UEFI- und TPM-Mist bedeu­tend lieber.

Da wir aber im „Isn­um­mal­so­land“ leben, geht es um prag­ma­ti­sche Ansät­ze. Und da hat Apple schon auf­grund des App­an­ge­bot im Ver­gleich zu Micro­soft zur­zeit die Nase für vie­le Anwen­der halt vor­ne. Ich per­sön­lich fin­de das doof.

Viel­leicht fehlt es bei Andro­ids ein­fach auch nur an Dienst­leis­tern, die das Gan­ze z.B. mit Cya­no­gen­mod schlicht pro­fes­sio­na­li­sie­ren und Ser­vice­bund­les für drei bis fünf Jah­re anbieten.

Klassische Fehler bei der Medienausstattung von Schulen

1. Fixie­rung auf End­ge­rä­te vor der Schaf­fung von Infrastruktur

Rech­ner, Note­books, inter­ak­ti­ve Tafel­sys­te­me und Tablets sehen schick aus, sind im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „begreifbar“ und zudem reprä­sen­ta­tiv nach außen. Kei­nes die­ser Gerä­te lässt sich mitt­ler­wei­le sinn­voll nut­zen ohne ein sta­bi­les Netz­werk und eine ver­nünf­ti­ge Anbin­dung des­sel­ben an das Internet.

Ohne­hin statt­fin­den­de bau­li­che Maß­nah­men an Schu­len wer­den oft nicht hin­rei­chend dazu genutzt, Infra­struk­tur gezielt auf­zu­bau­en (Ver­le­gung von Netz­werk­ka­beln in neu erstell­ten Decken, Umbau der Elek­trik oder Hei­zungs- sowie Sani­tär­in­stal­la­tio­nen etc.)

2. Mobi­le Lösun­gen für Präsentationen

Medi­en­wa­gen mit Bea­mer, Note­book und Laut­spre­chern sind fle­xi­bel ein­setz­bar. Prüft man die Betriebs­zei­ten von Bea­mer­lam­pen auf die­sen Wagen, stellt sich oft Ernüch­te­rung ein: Aus ver­schie­de­nen Grün­den wer­den die­se recht teu­ren Gerä­te wesent­lich weni­ger genutzt als fest instal­lier­te Sys­te­me z.B. Decken­bea­mer mit fest instal­lier­ten Rechner.

3. Räum­lich unsin­ni­ge Instal­la­tio­nen von Prä­sen­ta­ti­ons­sys­te­men im Klassenraum

Das End­ge­rät, wel­ches den Bea­mer oder die inter­ak­ti­ve Tafel steu­ert, muss ent­we­der so aus­ge­rich­tet sein, das die Lehr­kraft bei der Bedie­nung zur Lehr­grup­pe hin­schaut oder es muss eine mobi­le Prä­sen­ta­ti­on vom Platz des Schü­lers / Leh­rers aus mög­lich sein.

4. Tech­ni­sche Über­di­men­sio­nie­rung von PC-Arbeitsplätzen

Im klas­si­schen PC-Raum wer­den i.d.R. Office- oder Inter­net­an­wen­dun­gen genutzt. Dafür sind PC-Sys­te­me wie sie in Fir­men zum Ein­satz kom­men schlicht über­di­men­so­niert und ver­brau­chen dar­über­hin­aus unnö­tig viel Energie.

Für die Medi­en­pro­duk­ti­on – z.B. Film­schnitt – sind die­se Gerä­te dann wie­der viel zu leistungsschwach.

Ein PC-Arbeits­platz muss in sich der Aus­stat­tung an der tat­säch­lich zu erwar­ten­den Nut­zung orientieren.

5. Ver­zicht auf Soft­ware­de­ploy­ment­lö­sun­gen (zuguns­ten von z.B. Wächterkarten)

Jedes Sys­tem, wel­ches bei der Instal­la­ti­on einer Anwen­dung vor­aus­setzt, dass sich ein Ser­vice­tech­ni­ker vor jeden ein­zel­nen PC für die not­wen­di­gen Arbei­ten setzt, ist nicht mehr zeit­ge­mäß. Soft­ware lässt sich heut­zu­ta­ge ser­ver­ge­steu­ert ver­tei­len. Selbst die Betriebs­sys­tem­in­stal­la­ti­on läuft voll­au­to­ma­tisch ab. Der Schutz des jewei­li­gen Arbeits­plat­zes vor Mani­pu­la­tio­nen durch SuS kann z.B. ver­läss­lich durch ent­spre­chen­de Pro­fi­l­ein­stel­lun­gen erfolgen.

6. Feh­len­de Skalierungsplanung

Es ist eine Sache, in einem Klas­sen­raum mit Funk­über­tra­gungs­pro­to­kol­len wie Air­Play, Mira­Cast etc. und mit z.B. einem Klas­sen­satz Tablets zu arbei­ten. Es ist eine ande­re Sache, das mit einer gan­zen Schu­le in allen Räu­men zu tun. Die dazu nöti­gen Netz­werk­kom­po­nen­ten und deren Kon­fi­gu­ra­ti­on ste­hen in einem dia­me­tra­len Gegen­satz zu den ver­meint­lich tech­nisch tri­via­len Erleb­nis­sen, wie sie ins­be­son­de­re die App­le­welt ver­mit­telt.  Die Aus­stat­tung muss unter der Annah­me beschafft und kon­zi­piert wer­den, dass das irgend­wann „jeder an der Schuler“ macht.

7. Feh­len­des Fort­bil­dungs­kon­zept für die Lehrkräfte

Im Ide­al­fall wer­den die vom Schul­trä­ger beschaff­ten Gerä­te oft und gern benutzt. Nur ein kom­pe­ten­ter, lern­be­rei­ter Anwen­der ist dazu in der Lage und nutzt die Mög­lich­kei­ten die­ser teu­ren und meist war­tungs­auf­wän­di­gen Investition.

Schu­len mit einem durch­dach­ten IT-Fort­bil­dungs- und Medi­en­kon­zept sind bei der Aus­stat­tung vor­ran­gig zu behandeln.

Ein schul­über­grei­fen­des Fort­bil­dungs­kon­zept wird durch eine ein­heit­li­che Aus­stat­tung erheb­lich vereinfacht.

8. „Schmoren im eige­nen Saft“

Es gibt in der unmit­tel­ba­ren Regi­on vie­le Schu­len, die mit neu­en Medi­en und Schul­ser­ver­lö­sun­gen aus­ge­stat­tet sind. Die­se ver­fü­gen über kon­kre­te Erfah­rungs­wer­te aus metho­disch-didak­ti­schen Kontexten.

Die Besich­ti­gung ande­rer Schu­len und das Gespräch mit den dort unter­rich­ten­den Lehr­kräf­ten sind wich­tig, um als Schu­le oder Schul­trä­ger eine dif­fe­ren­zier­te Mei­nung zu erhal­ten und die­se gegen­über Fir­men ver­tre­ten bzw. über­haupt ver­ba­li­sie­ren zu können.

 

Startup – die ersten Tablets sind bereit

Ich woll­te für den ers­ten Ver­such mit Tablets nicht viel Geld ver­bren­nen, ich woll­te als Admi­nis­tra­tor die Gerä­te zen­tral ver­wal­ten und mir die­se Arbeit auch mit ande­ren tei­len kön­nen. Es han­delt sich um Schul­ge­rä­te, die ent­we­der für den ergän­zen­den Ein­satz im Kon­text mit BYOD oder für typi­sche Auf­ga­ben in Grup­pen gedacht sind. Wir wol­len dabei als Schu­le Erfah­run­gen mit die­ser Gerä­te­klas­se sam­meln, bevor wir uns Din­ge wie einen Klas­sen­satz ans Bein binden.

Die Wahl fiel schon im letz­ten Jahr auf die aus­lau­fen­de Nexus7-Rei­he (Modell 2012). Hier waren fol­gen­de Din­ge sichergestellt:

  • Ver­sor­gung mit Betrieb­sys­tem­up­dates durch Goog­le (ins­be­son­de­re das ein­ge­schränk­te Pro­fil war mir hier wichtig)
  • Robust und gut verarbeitet
  • Gute Ver­sor­gung mit Apps
  • zen­tral mana­ge­bar mit Goog­le Apps for Edu­ca­ti­on oder Meraki
  • Preis-/Leis­tungs­ver­hält­nis hervorragend

Wei­ter­hin sind wir eine recht gut ver­netz­te Schu­le. Wir woll­ten auch eine ein­fa­che Mög­lich­keit, Medi­en aller Art indi­vi­du­ell im Unter­richt nut­zen. Die Wahl fiel hier auf den DLNA-Ser­ver mediatomb. In der Pra­xis wird das so lau­fen, dass Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen Medi­en auf unse­ren Schul­ser­ver in ein ent­spre­chen­des Ver­zeich­nis hoch­la­den. Als Hier­achie wird hier das jewei­li­ge Fach gewählt, das einen Ord­ner für jede Lehr­kraft erhält. Die­ses Ver­zeich­nis wird jeden Tag auf den Medi­a­ser­ver „ent­leert“, dort auto­ma­tisch gescannt und die neu­en Medi­en ste­hen dann am nächs­ten Mor­gen im gesam­ten Schul­netz bereit. Bei uns han­delt es sich dabei vor­ran­gig um Medi­en, für das der Kreis oder das Land Online­li­zen­zen erwor­ben hat.

Sie las­sen sich dann mit einer spe­zi­el­len App, die es für fast alle Platt­for­men gibt, wie am eige­nen Fern­se­her zu Hau­se auf dem jewei­li­gen Medi­en­ge­rät (PC, Lap­top, Han­dy, Tablet, Fern­se­her etc.) abspielen.

Ver­wal­tung mit Meraki

Ich nut­ze für die Ver­wal­tung der Tablets das kos­ten­lo­se Mera­ki. Das geht natür­lich nur leid­lich gut mit Schul­ge­rä­ten, die unter einer ID lau­fen und so Per­so­nen­be­zo­ge­nes zumin­dest ver­wäs­sern. Es ist aus Daten­schutz­grün­den kei­ne Opti­on für 1:1 Lösun­gen! Mit Mera­ki kann man eine Men­ge Sache machen – bei Andro­ids z.B.:

  • die Kame­ra zen­tral ein- oder ausschalten
  • WLAN-Net­ze konfigurieren
  • Apps fern­ge­steu­ert installieren
  • Ver­schlüs­se­lung erzwingen
  • u.v.m.

Das funk­tio­niert über eine spe­zi­el­le, kos­ten­lo­se App. Die­se wie­der­um wird dadurch „ver­am­melt“, dass ich das Fea­ture „ein­ge­schränk­tes Pro­fil“ von Android ab Ver­si­on 4.3 nut­ze. Das Haupt­pro­fil ist mit einem Pass­wort geschützt. Im Haupt­pro­fil kann man fest­le­gen, wel­che Apps im ein­ge­schränk­ten Pro­fil zur Ver­fü­gung ste­hen – lei­der geht genau das noch nicht mit Mera­ki. Ich wer­de das so lösen, dass ich je Monat fünf Apps, die sich Kol­le­gen wün­schen, nach tota­li­tä­ren Kri­te­ri­en aus­wäh­le und dann zur Nut­zung freigebe.

Auch für iOS-Gerä­te könn­te übri­gens Mera­ki eine inter­es­san­te Alter­na­ti­ve zum Apple Con­fi­gu­ra­tor sein. Neben dem übli­chen App-Deploy­ment und einer VPP-Inte­gra­ti­on kann man auf iOS-Gerä­ten zur­zeit fol­gen­de Funk­tio­nen zen­tral administrieren:

iOS_meraki
Dazu kommt noch, dass mit Mera­ki auch ein cloud­ba­sier­tes Manage­ment von WLAN-Net­zen mög­lich ist (ver­gleich­bar Aero­Hi­ve)  – die Gerä­te sind aber cis­co­ty­pisch nicht ganz bil­lig.

 Unheimliches

Mera­ki führt mir zie­mich unsanft vor Augen, dass sowohl Tablets als auch Andro­id­han­dys ziem­li­che gute Über­wa­chungs­ge­rä­te sind. Die Ortung funk­tio­niert auch ohne GPS oder Han­dy­netz adress­ge­nau. Ich kann Para­me­ter wie Lade­zu­stand, ver­füg­ba­re WLAN-Net­ze, Gerä­te-ID, Betriebs­zei­ten, Geo­po­si­ti­on usw. in Echt­zeit adress­ge­nau aus­le­sen. Wenn Mera­ki das per App kann, wird Goog­le es auch kön­nen. Ob es bei iOS anders aus­sieht? Wahr­schein­lich nicht …

Getrennt- und Zusammenschreibung – meine Kapitulation

Nach der Reform der Recht­schreib­re­form bin ich als Lehr­kraft stark ver­un­si­chert, wie das mit der Getrennt- und Zusam­men­schrei­bung im Deut­schen jetzt wirk­lich und schlus­sen­dich gehand­habt wer­den soll. Weil ich so unsi­cher bin, fal­le ich per­sön­lich immer wie­der auf das Lexi­kon zurück, d.h. ich muss Din­ge eben dezi­diert nach­schla­gen. Die dies­jäh­ri­gen Abitur­kor­rek­tu­ren zei­ge eigent­lich, dass ich mit mei­nem Lei­den da nicht allein bin. Und jetzt soll ich von Schü­le­rin­nen und Schü­ler laut des haus­in­ter­nen Cur­ri­cul­ums ver­lan­gen, dass sie in die­sem Bereich ein Dik­tat schrei­ben. Mei­ne Lösung: Ich beschrän­ke mich im ers­ten Schritt auf sehr weni­ge Regeln:

  1. Im Regel­fall wird getrennt geschrieben.
  2. Aus­nah­me 1: Liegt eine Nomi­na­li­sie­rung vor, schreibt man zusam­men („das Schrei­ben­ler­nen macht Spaß“)
  3. Aus­nah­me 2: Liegt eine über­tra­ge­ne Bedeu­tung vor, schreibt man zusam­men (alle Pro­ben mit z.B. „Stei­ger­bar­keit des Adjek­tivs in Zusam­men­set­zun­gen“ die­nen eigent­lich nur dazu, her­aus­zu­fin­den, ob eine über­tra­ge­ne Bedeu­tung vorliegt)
  4. Aus­nah­me 3: Für vie­le klei­ne Zusam­men­set­zun­ge grei­fen u.U. die Regeln 1–3 nicht. Die­se sind zu lernen.

Ins­be­son­de­re die Fra­ge, ob eine über­tra­ge­ne Bedeu­tung vor­liegt, führt immer wie­der zu Grenz­fäl­len. Die Unter­schei­dung von „sit­zen blei­ben“ (auf dem Stuhl ver­har­ren) oder „sit­zen­lei­ben“ (die Klas­se wie­der­ho­len) ist da noch rela­tiv ein­gän­gig. Bei „hoch­be­gabt“ erschließt sich mir die Aus­nah­me der Zusam­men­schrei­bung nicht.

Arbeit mit dem Lexi­kon ist immer ner­vig. Außer­dem ist schwer zu ent­schei­den, wel­ches Wort nun wirk­lich rele­vant für die tat­säch­li­che Anwen­dung beim Schrei­ben ist. Daher habe ich die Wort­lis­te für Regel 4 von den Schü­le­rin­nen und Schü­lern selbst erstel­len las­sen und zwar so:

Suche auf http://www.korrekturen.de nach Pro­blem­fäl­len der Getrennt- und Zusam­men­schrei­bung für den dir zuge­wie­se­nen Buchstaben(bereich). Beschrän­ke dich dabei auf Wör­ter, die du auch schon in dei­nen Auf­sät­zen gebraucht hast oder von dene du denkst, dass sie häu­fig in Tex­ten vor­kom­men. Schrei­be sie in einem Blog­ein­trag unter­ein­an­der. Sind meh­re­re Schrei­bun­gen erlaubt, tren­ne sie durch einen Schrägstrich!“

Jeder Schü­ler bekam einen oder meh­re­re Buch­sta­ben zuge­wie­sen und klick­te sich dann durch die Wort­lis­te auf korrekturen.de. Die Ergeb­nis­se habe ich dann im Unter­richts­blog als Bei­trag sam­meln las­sen – schö­ner wäre hier tat­säch­lich ein vor­be­rei­te­tes Ether­pad, um z.B. Dop­pe­lun­gen von vorn­her­ein zu vermeiden.

Wenn Tablets in der Schu­le vor­han­den sind, gin­ge es auch damit ganz gut, so sel­bi­ge Mul­ti­tas­king beherr­schen. Das kann man mit iPads dadurch simu­lie­ren, dass man Part­ner­ar­beit macht: Einer klickt sich durch die Web­sei­te und einer trägt ins Ether­pad ein.

Über das Ergeb­nis habe ich dann noch ein­mal drü­ber­ge­schaut und dann eine Wort­lis­te sor­tiert nach Anfangs­buch­sta­ben erstellt – die kann man hier als PDF her­un­ter­la­den (Ach­tung! Ohne Gewähr auf Korrektheit!).

Den Abschluss bil­de­te wie­der ein Dik­tat mit fol­gen­dem Wortlaut:

Ein Tag in Hamburg

All­zu sehr hat­te sich die Klas­se 8a auf die­sen Tag in Ham­burg gefreut, was Herr Riecken schon sehr früh wahr­ge­nom­men hat­te. Inwie­fern der Aus­flug aber so ein Erfolg wer­den wür­de, war vor­her nicht im Ansatz abzuschätzen. 

Die Klas­se ver­stand es, durch Dis­zi­plin und Anstand ihrem Leh­rer und den bei­den beglei­ten­den Eltern die Auf­ga­be der Auf­sicht an die­sem Tag leicht­zu­ma­chen / leicht zu machen. Herr Riecken freu­te sich vor allem auch dar­über, dass sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler durch die schwe­ben­den Klein­künst­ler auf den Elb­brü­cken so beein­dru­cken lie­ßen. Bei der Bestei­gung des Michels konn­te er es in der Rück­schau nicht wun­der­neh­men, dass die Lern­grup­pe nicht voll­stän­dig begeis­tert war. Die Anstren­gung beim Trep­pen­stei­gen war gera­de für die zart­be­sai­te­ten Klas­sen­mit­glie­der schon eine ech­te kör­per­li­che Her­aus­for­de­rung. Von vorn­her­ein war aber klar, dass das Wun­der­land eine Ach­tung gebie­ten­de / ach­tung­ge­bie­ten­de Sze­ne­rie preis­ge­ben wür­de. Lei­der war dort zur­zeit der Ita­li­en­teil der Anla­ge nicht zu besich­ti­gen. Zu guter Letzt ging es mit der Elb­fäh­re 62 Rich­tung Fin­ken­wer­der. Der Kapi­tän des Schif­fes warn­te erst vor mög­li­cher Näs­se auf dem Son­nen­deck. Das woll­te ange­sichts des schö­nen Wet­ters aber nie­mand rich­tig ernst neh­men. Die­ses Mal soll­te sich das jedoch als Fehl­ein­schät­zung erwei­sen. Infol­ge­des­sen wur­de der eine oder ande­re klatschnass.

… dar­in kom­men dann tat­säch­lich nur die Wör­ter aus de Bereich der Getrennt- und Zusam­men­schrei­bung vor, die sich auch auf der Lis­te befinden.

 

Baufehler des Digitalpakts

Domi­nik Schö­ne­berg hat schö­ne Arti­kel rund um die Pro­ble­ma­tik beim Digi­tal­pakt geschrie­ben. Durch Twit­ter und die Medi­en­land­schaft gehen gera­de Arti­kel, die vor­rech­nen, wie viel Geld die ein­zel­nen Bun­des­län­der bis­her aus dem Digi­tal­pakt abge­ru­fen haben. Da das alles nach lang­läu­fi­ger Mei­nung viel zu wenig ist, wird der Feh­ler im kom­pli­zier­ten Antrags­ver­fah­ren gese­hen und nach Ver­ein­fa­chung geru­fen, damit „Gel­der schnel­ler fließen“.

Ich möch­te ger­ne dafür argu­men­tie­ren, dass die­ser Ruf abso­lut schäd­lich für das The­ma Bil­dung ist. Ich bin frus­triert, weil sich nach mei­ner Mei­nung eine durch die Bank schlech­te Recher­che­qua­li­tät selbst von „Qua­li­täts­me­di­en“ hier fort­setzt. Ich gene­ra­li­sie­re hier, weil ich bis­her wirk­lich nichts aus mei­ner Sicht Brauch­ba­res oder Dif­fe­ren­zier­tes gele­sen habe.

Der Digi­tal­pakt hat Bau­feh­ler. Die­ser deckt sich struk­tu­rell mit dem für mich wahr­nehm­ba­ren aktu­el­len Jour­na­lis­mus zum The­ma Digi­tal­pakt: Man hat nicht sorg­fäl­tig auf die ande­re, gro­ße Sei­te des Digi­tal­pak­tes geschaut: Den Schulträger.

 

Bau­feh­ler 1: Kon­zept für Selbstverständlichkeiten

Der Digi­tal­pakt unter­schei­det in der Bund-Län­der-Ver­ein­ba­rung nicht zwi­schen Infra­struk­tur und End­ge­rä­ten: Bei­des muss eine Schu­le in tech­nisch-päd­ago­gi­schen Ein­satz­kon­zep­ten“ oder ”Medi­en­bil­dungs­kon­zep­ten“ begrün­den. Aber wie begrün­de ich die Not­wen­dig­keit von Stra­ßen und Schie­nen, wenn ich mich zwi­schen Orten mit Ver­kehrs­mit­teln bewe­gen kön­nen will? Infra­struk­tur wird immer benö­tigt und ist in mei­nen Augen päd­ago­gik­neu­tral. Span­nend wird es eigent­lich erst bei der Aus­wahl von Prä­sen­ta­ti­ons­sys­te­men und End­ge­rä­ten – da sehe Schu­len in der Pflicht, sich Gedan­ken zum Ein­satz zu machen, damit sich die Geschich­te der bea­mer­ge­stütz­ten White­board­lö­sun­gen aus vor­an­ge­gan­ge­nen Kon­junk­tur­pa­ke­ten nicht wie­der­holt. Und man hät­te die Zeit, die der Auf­bau von Infra­struk­tur benö­tigt, gut dafür nut­zen kön­nen, um sich dar­um Gedan­ken zu machen. So sind die Schu­len schon vor­ab dazu gezwun­gen. Mei­ne Befürch­tung geht dahin, dass nun Kon­zep­te für den Leit­zord­ner ent­ste­hen, die ähn­lich wie Hygie­ne­plä­ne oder Metho­den­kon­zep­te in der Schu­le nicht gelebt wer­den kön­nen. Dazu bräuch­te es pro­zess­ori­en­tier­te Ansät­ze und ste­ti­ge ver­netz­te Wei­ter­ent­wick­lung – das Netz wird die nächs­ten Jah­re auch nicht ruhen.

Mei­ne Lösung: Ich stel­le Schu­len für die­sen Punkt Mus­ter­for­mu­lie­run­gen bereit. Aber nur für diesen.

 

Bau­feh­ler 2: Der Digi­tal­pakt als Einmalfeuerwerk

Der Digi­tal­pakt ver­steht sich als eine ein­ma­li­ge Anschub­fi­nan­zie­rung. Aber es besteht ein kon­ti­nu­ier­li­cher Bedarf an finan­zi­el­len und per­so­nel­len Res­sour­cen in den nächs­ten Jah­ren. Mit einem iso­lier­ten poli­ti­schen Zei­chen ist es nicht getan. Es braucht eine kon­zep­tio­nel­le Verstetigung.

Die Trä­ger sind natür­lich vor­sich­tig mit Inves­ti­tio­nen, weil sie Fol­ge­kos­ten fürch­ten und damit Recht haben.

Mei­ne Lösung: Ich bera­te zunächst(!) ganz strin­gent in Rich­tung digi­ta­le Infra­struk­tur. Die kos­tet im Betrieb wenig, in der Pla­nung viel. End­ge­rä­te sind vor­erst nett. Ohne Infra­struk­tur sind sie tota­ler Mist.

 

Bau­feh­ler 3: Die allein­ge­las­se­nen Träger
Mit der kon­kre­ten Umset­zung ste­hen die Trä­ger allei­ne da. Aus­schrei­bun­gen, Leis­tungs­ver­zeich­nis­se, die Gewähr­leis­tung von Sup­port u.v.m. sind hier die Her­aus­for­de­run­gen. Auf­grund tarif­li­cher Ver­ein­ba­run­gen sind Trä­ger gegen­über der frei­en Wirt­schaft bei der Gewin­nung kom­pe­ten­ter IT-Mit­ar­bei­ter im Nach­teil. Das Arbeits­um­feld Schu­le ist zudem nur für weni­ge ITler attrak­tiv – zu wenig struk­tu­riert gewach­se­ne IT-Land­schaf­ten, sehr anspruchs­vol­le Lehr­kräf­te und sehr indi­vi­du­el­le Anfor­de­run­gen gilt es zu kon­so­li­die­ren. Da sind erheb­li­che kom­mu­ni­ka­ti­ve Kon­se­quen­zen erfor­der­lich. Ent­spre­chend ange­spannt ist die Bewer­ber­la­ge und ent­spre­chend hoch die Fluktuation.

Mei­ne Lösung: Gibt es nicht. Hier müs­sen die Trä­ger fach­li­che Unter­stüt­zung erfah­ren. Nie­der­sach­sen hat Stan­dards für IT-Infra­struk­tur ver­öf­fent­licht. Den dort for­mu­lier­ten Anspruch habe ich mit zu ver­tre­ten. Die Vor­ga­ben nüt­zen aber nichts, da sie in indi­vi­du­el­le Leis­tungs­ver­zeich­nis­se und Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen über­führt wer­den müs­sen. Hier braucht es Erleich­te­run­gen. Im länd­li­chen Bereich ist es üblich, dass Mit­tel­ständ­ler vor Ort Schu­len betreu­en. Sobald die­se aber in Pla­nun­gen invol­viert sind, dür­fen sie sich nicht mehr an Aus­schrei­bun­gen betei­li­gen. Es gibt aber oft in der Flä­che nicht mehr Kom­pe­tenz als die­se Mit­tel­ständ­ler. Also muss ich Gemein­den raten, den lan­gen Weg über Pla­nungs­bü­ros zu gehen, obwohl man es im Klei­nen vor Ort bes­ser lösen könn­te. Das erzeugt immense Trans­ak­ti­ons­kos­ten und Ver­zö­ge­run­gen und Mit­tel­ab­fluss zum Planer.

 

Bau­feh­ler 4: Die (eigent­lich) unlös­ba­re Auf­ga­be der Lehrkräftequalifikation
Momen­tan ist so gut wie kei­ne Pha­se der Leh­rer­aus­bil­dung inhalt­lich oder metho­disch hin­rei­chend an eine Schu­le im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung ange­passt. Die Lehr­kräf­te, die die Aus­bil­dung mit hin­rei­chen­den Kom­pe­ten­zen ver­las­sen, haben die­se in gro­ßen Tei­len auto­di­dak­tisch erwor­ben. Gleich­zei­tig besteht die Not­wen­dig­keit für eine Qua­li­fi­ka­ti­on ja nicht nur für Leh­re­rin­nen und Leh­rer in Aus­bil­dung, son­dern für sämt­li­che Lehr­kräf­te im deut­schen Bil­dungs­sys­tem. Genau wie bei den IT-Sup­port­kräf­ten stellt sich hier schnell die Fra­ge, wer das in die­sem gewal­ti­gen Umfang momen­tan leis­ten soll. In eini­gen Bun­des­län­dern scheint man dem Mut der Ver­zweif­lung auf Blen­ded-Lear­ning­an­ge­bo­te im Inter­net zu set­zen. Mul­ti­pli­ka­to­ren ent­wi­ckeln Online­kur­se, in den dann im güns­tigs­ten Fall ein Rah­men für die Kom­pe­tenz­ent­wick­lung der Teil­neh­men­den gesetzt wird. Ver­schär­fend kommt hin­zu, dass Schu­le Men­schen lan­ge Zeit einen Schutz­raum gebo­ten hat: Sie kön­nen heu­te noch VHS-Kas­set­ten weit­ge­hend pro­blem­los in einer Schu­le abspie­len. Allein die Ankün­di­gung, dass auch die DVD auf Dau­er ver­schwin­den wird, kann an man­cher Schu­le vie­le Lehr­kräf­te immer noch erheb­lich irri­tie­ren. Auch das ändert sich, jedoch immer noch lang­sa­mer als der tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt mit sei­ner engen Ver­flech­tung mit kul­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen. Wir ste­hen wie­der ein­mal mehr vor einer bei­spiel­lo­sen Situation.

Mei­ne Lösung: Coro­na hat hier viel ver­än­dert und ermög­licht Din­ge, die ich bis­her nicht für mög­lich gehal­ten hät­te. Im Team mit der Medi­en­be­ra­tung, ein­ge­kauf­ten Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten und den Kom­pe­tenz­zen­tren haben wir in der Feri­en­zeit über 4000 Lehr­kräf­te erreicht. Die Initia­ti­ve geht hier in Nie­der­sach­sen wei­ter und wird in über 1000 staat­lich getra­ge­nen Ange­bo­ten mün­den. Schon in der kur­zen Coro­na­zeit hat sich enorm viel getan. 

 

Das Nadel­öhr im Digi­tal­pakt sind die Trä­ger, weil man sie nicht ange­mes­sen mit­ge­dacht hat. Wenn man jetzt von Grund­prin­zi­pi­en wie „Infra­struk­tur zuerst“ (und par­al­lel dazu Beglei­tung, Schu­lung und Gedan­ken zum Ler­nen mit und über Medi­en) abweicht, hilft man Trä­gern natür­lich auch: End­ge­rä­te aus­zu­schrei­ben ist pil­le­pal­le. Dann noch schön die Auf­la­gen für die Schu­len lockern, dass sie ohne gedank­li­che Vor­be­rei­tung Tablets in Men­gen beschaf­fen kön­nen (so hät­te es ja auch ger­ne der Phi­lo­lo­gen­ver­band) und wir sind wie­der im Jah­re 2009 bei den geschei­ter­ten kom­mu­na­len Kon­junk­tur­pa­ke­ten ange­langt. Das ist das vor­her­seh­ba­re Ergeb­nis von For­de­run­gen nach „Ver­ein­fa­chung des Antragsverfahren“.

Was Trä­gern und Bil­dung glei­cher­ma­ßen hel­fen wür­de sind Ände­run­gen bei Aus­schrei­bungs- und Ver­ga­be­ver­fah­ren – das dürf­te aber EU-Recht betref­fen. Was Trä­ger wei­ter­hin hel­fen wür­de, sind Qua­li­fie­rungs­an­ge­bo­te für Mitarbeiter:innen oder bes­ser: Ein Bus vol­ler tol­ler Leu­te, die vor dem Rat­haus aus­stei­gen und den Digi­tal­pakt rocken und gegen­fi­nan­ziert wer­den. Solan­ge die­se Bus­se nicht fah­ren, wird es eben lang­sam gehen. Aber bes­ser so als die zwei­te Wel­le inter­ak­ti­ver Tafel­sys­te­me oder (kli­schee­haf­te) Tablet­klas­sen, in denen (kli­schee­haft) PDF-Doku­men­te mit App­lepen­cils aus­ge­füllt werden.

 

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