Der Baum meiner Stärken

vom 8. März 2008, in Pädagogik, von Maik Riecken

Wir erleben in unserem Alltag sehr oft Grenzen. Diese Grenzen sind viel öfter Thema, als die Horizonte, die jeder für sich persönlich schon erschlossen hat. Es geht seltener um das, “was man kann” als um das, “was man nicht kann”.
Bei dieser Übung hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, bei sich nach seinen eigenen Stärken zu suchen. Wer mag, darf sein Ergebnis der Gruppe vorstellen.Was man braucht:

  • Für jeden Teilnehmer ein Bogen Papier DINA3
  • Malutensilien (Wachser, Buntstifte, farbige Kreide…)
  • eine Gruppe, die miteinander ein wenig vertraut ist

Wie das geht:
Die Teilnehmer sollen jeder für sich in Einzelarbeit einen Baum ihrer Stärken zeichnen. So ein Baum besitzt Wurzeln, woher er seine Kraft besitzt. Er besitzt einen Stamm, der in trägt und dem Wind Widerstand leistet. Der Baum kann Früchte tragen. Aber es vertrocknen auch Blätter und fallen herab. Vielleicht symbolisieren diese Blätter die Dinge, die nicht gelingen. Erstaunlicherweise werden abgestorbene Blätter zu Humus, der dem Baum wieder neue Kraft gibt und wachsen lässt.
Das war jetzt die blumige Beschreibung der Übung: Tatsächlich könnte an den Wurzeln etwa die Familie stehen, die einem Rückhalt und Kraft gibt. Der Stamm könnte z.B. mein Selbstbewusstsein und meine Erfahrung sein. Die nach außen sichtbaren Fähigkeiten sind die Früchte und die Blätter die Schwächen, die ich habe. Der Baum sieht bestimmt für jeden Teilnehmer anders aus.
Diese Übung braucht etwas Zeit, ca. eine halbe Stunde sollte es schon sein. Danach werden die einzelnen Bäume in der Gruppe vorgestellt. Hier gilt das Prinzip: Jeder sagt, soviel wie er mag und nicht mehr. Der Einzelne bestimmt, inwieweit er Rückfragen von anderen Gruppenmitgliedern beantworten möchte. Die Auswertung im Plenum lässt sich durch folgende Impulse intensivieren:
Was hängt an die Zweigen?
Wie wirkt der Baum von xy insgesamt auf Euch?
Gibt es Dinge, die an Deinem Baum noch wachsen oder entwickelt werden könnten?
Was sind Dinge, die tragen?

Erfahrungen:
Diese Übung ist relativ intensiv und je nach Art eurer Anleitung unterschiedlich tiefgehend. Da ist schlicht und ergreifend eure Einschätzung der Gruppe gefragt. Die persönlichen Stärken des jeweiligen Teilnehmers werden in einer größeren Gruppe “besprochen”. Das kann manchmal schwierig sein.
Es gibt auch die Möglichkeit, die fertigen Bäume in Kleingruppen auswerten zu lassen. Die Gruppe sollte zumindest einander zuhören können und nicht zu groß sein. Bei 25 Bäumen dürfte die Schmerzgrenze der meisten Teilnehmer spätestens erreicht sein. 2-3 Minuten dauert die Auswertung eines Baumes durchaus.

 

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Die Tütenaktion

vom 8. März 2008, in Pädagogik, von Maik Riecken

Ihr wollt alle von eurer Freizeit etwas mit nach Hause nehmen? Ihr brennt darauf, anderen Menschen etwas zukommen zu lassen und freut euch auch selbst über Rückmeldung? Ihr sucht als Gruppenleiter noch die Aktion, die auf einer Freizeit so nebenher laufen kann? Ihr wollt ein Highlight am Ende der Fahrt? Dann habe ich hier genau das Richtige für euch…Das Schöne an dieser Aktion ist die Tatsache, dass man zwei Arten von Rückmeldung geben kann:

1.Für alle sichtbar außen auf der Tüte,

2.Durch das Schreiben von Briefen, Malen von Bildern usw. persönlich an den Tütenbesitzer adressiert. Neugierig geworden? Dann mal nix wie los und abwärts scrollen!

Was man braucht:

  • Für jeden Teilnehmer eine Papiertüte DINA4 (erhältlich z.B. in Großmärkten)
  • alte Zeitschriften zum Ausschneiden von Bildern, Texten usw.
    Klebstoff
  • Malutensilien (Wachser, Buntstifte…)
  • eine zentralen Ort im Gemeinschaftsraum (Tisch)
  • eine überschaubare Gruppe
  • eine mindestens fünftägige Freizeit

Wie das geht:
Am ersten gemeinsamen Abend erhält jeder Teilnehmer und Mitarbeiter eine Papiertüte. Es ist seine Aufgabe, diese so zu gestalten, daß jeder weiß, wem die Tüte gehört. Alle Tüten werden auf einen großen Tisch in den Gemeinschaftsraum gestellt. Im Laufe der Freizeit darf jeder jede Tüte mit Dingen bekleben oder bemalen, von denen er glaubt, daß sie zu dem Besitzer in irgendeiner Form passen. Das Bekleben kann anonym erfolgen, jedoch hat der Besitzer am letzten Abend, wo alle Tüten ausgegeben werden, die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen.
Es können auch Briefe, Bilder usw. in die Tüte gesteckt werden, jedoch sollte alles, was sich im Inneren befindet, einen Absender tragen. Wann die einzelnen Dinge gestaltet und in die Tüte gesteckt werden, sollte offen bleiben.
Der Besitzer darf während der Freizeit nicht in seine oder gar in eine fremde Tüte schauen. Es spricht aber nichts dagegen, die äußere Gestaltung zu begutachten. Erst am Ende der Freizeit werden alle Tüten ausgegeben und die Geheimnisse gelüftet. Es sollte an dem betreffenden Abend noch Raum für das ein oder andere Gespräch sein.

Ergänzung:
Das Problem besteht bei dieser Aktion oftmals darin, daß bestimmte Tüten überquellen, während andere nahezu leer bleiben. Dieses Dilemma läßt sich jedoch umgehen. Als zusätzliche Aufgabe kann man die Gruppe bitten, daß sich jeder für jeden aus der Gruppe ein Wort ausdenkt, es auf einen Zettel schreibt und diesen in die Tüte des Betreffenden steckt. Das Wort sollte in irgendeiner Form zum anderen passen. Es sind jedoch auch Assoziationen möglich. Die “Wortfindung” sollte spätestens am letzten Tag der Freizeit beendet sein. Auf diese Weise hat jeder von jedem irgendeine Form vom Rückmeldung und jeder muß sich mit jedem gedanklich auseinandersetzen.

Erfahrungen:
Ich denke, daß sich ein Hinweis von selbst versteht: Die Tüten sind nicht als ultimative Medien für Racheakte oder ähnliche Gehässigkeiten gedacht. Das solltet ihr als Leiter auch am ersten Abend entsprechend deutlich machen. Auch bei dieser Methode gibt es das “Außenseiterproblem”. Es wird immer Leute geben, deren Tüte recht karg und leer bleibt. Eure Aufgabe als Leiter besteht darin, soetwas zu sehen und entsprechend zu reagieren.
Diese Aktion ist ansonsten sehr spannend, wenn sie entsprechend verpackt und angeleitet wird. Man stellt oftmals erstaunliche Dinge fest oder bekommt Kontakt zu Leuten aus der Gruppe, die vorher nicht im Blickfeld waren. Das Feedback kann öffentlich und persönlich gegeben werden. Ich denke, daß man an meiner Tüte, die ich euch oben auf der Seite mal gescannt habe, schon vieles deuten und interpretieren kann, nur das ihr die Entstehungs-Geschichten nicht kennt :o)…

 

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Die Inselaktion

vom 8. März 2008, in Pädagogik, von Maik Riecken

Nun seid Ihr mit eurer Gruppe im Freizeitheim angekommen, und der erste Abend steht bevor. Irgendwie ist ein Einstieg fällig. Ein Einstieg, wo jeder etwas für sich gestalten kann, ein Einstieg, an dessen Ende ein Ergebnis der Gruppe steht. Diese Methode ermöglicht einen stimmungsvollen Freizeitbeginn…Was man braucht:

  • einen großen Raum mit ebenem Boden
  • Papierollen oder Tapetenrollen, der ganze Raum muß mit festem Papier ausgelegt werden
  • Tesakrepp
  • rote Waxmalstifte
    • sauberer, etwas feuchter Sand in einer Plastikwanne o.ä.
    • Blätter
    • Steine in verschiedenen Größen
    • Äste und Stöckchen
    • evt. Muscheln, Strandgut (wenn ein Strand in der Nähe ist)
  • Verschiedene Naturmaterialien:

Vorbereitungen:
Das Vorbereitungsteam geht in die Umgebung und sammelt die benötigten Materialien in ausreichender Menge (abhängig von der Gruppengröße). Der Gruppenraum wird vollständig mit Papier ausgelegt. Die einzelnen Papierbahnen sollten etwas mit Tesakrepp fixiert werden. Schön wäre es zudem, wenn ihr zusätzlich noch einen Stuhlkreis im Raum unterbringen könntet.

Wie das geht:
Nach dem üblichen Vorgeplänkel, den ein erster gemeinsamer Abend so mit sich bringt, bekommen die Teilnehmer die Aufgabe, mit den vorhandenen Materialien eine Insel zu gestalten. Diese Insel sollte irgendwas über den Erbauer aussagen. Mal ein paar Beispiele: Eine Schlucht kann z.B. für einen inneren Widerspruch, ein Wald für den Wunsch nach Rückzugsmöglichkeit usw. stehen.
Als Ergebnis bekommt man dann das “Meer des Lebens” mit allen Individuen, die allerdings noch durch das Wasser (z.B. “geringer Bekanntheitsgrad”) getrennt sind. Daher darf jeder noch mit dem Waxmalstift Verbindungen zu anderen Inseln seiner Wahl herstellen.
Nach einer angemessenen Zeitspanne stellt jeder aus dem Kreis “seine” Insel kurz oder etwas länger – je nach facón – vor.

Erfahrungen:
Diese Aktion dauert schon ein bißchen. Nehmt euch also Zeit dafür. Mit etwas ruhiger Musik im Hintergrund gestaltet es sich bedeutend besser. Wir hatten bei der Duchführung einen Strand in unmittelbarer Nähe, so daß die Materialbeschaffung keinerlei Schwierigkeiten aufgeworfen hat. Ich denke aber, daß man auch an einem See oder gar im Gebirge soetwas tendenziell durchführen kann.
Es empfiehlt sich, das neu geschaffene Meer auf Video oder besser noch auf Fotos festzuhalten, da es sich nicht die Freizeit über konservieren läßt. Man braucht den Gruppenraum ja vielleicht auch noch an anderen Tagen…

 

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