Das Album der Charakterbilder – Papiertwitter?

vom 23. Dezember 2009, in Methoden, von Maik Riecken

Was tun in der letzten Stunde vor Weihnachten? Der Magen quillt über vor Mandarinen und Nüssen, Lebkuchenherzen und Dominosteinen. Filme werden eh schon genug geschaut, gefrühstückt und gespielt wird sowieso. Daher habe ich in diesem Jahr mit meine Klasse einmal mehr das Album der Charakterbilder erleben lassen. Das ist eine kleine Übung, um ruhig noch einmal jedem aus der Klasse etwas zu schenken: Aufmerksamkeit und Wahrgenommensein.

Das Prinzip ist sehr einfach: Wenn die Klasse 30 SuS umfasst, gibt  es einen DINA3-Zettel, auf dem sich 29 Fragen und Impulse befinden. Ein Impulse könnten z.B. sein:

Deine größte Sorge

Dein Lieblingsschauspieler

Was du an der Schule nicht magst

Deine größte Stärke

usw.

Meine Vorlage für dieses Jahr kann man hier natürlich downloaden (*.odf, *.doc, *.pdf). Jede/r SuS schreibt ihren/seinen Namen oben auf das Blatt. Danach setzt man sich im Kreis am besten an einen großen Tisch. Das Blatt wird jetzt gegen den Uhrzeigersinn an den Nachbarn weitergereicht. Dieser Nachbar beantwortet jetzt die erste Frage für denjenigen, der auf den Blatt steht, d.h. Paul hat das Blatt von Peter und überlegt, was nun Peters größte Sorge sein könnte.

Bei der Aktion muss es mucksmäuschenstill sein – es geht nicht darum, im Team eine mögliche Antwort zu diskutieren, sondern darum, sich einmal für 2-3 Minuten alleine mit einem Menschen zu beschäftigen. Ein wenig ruhige Musik im Hintergrund hilft dabei. Als Zeichen, dass alle fertig sind, legt jeder seinen Stift vor sich hin. Erst wenn alle Stifte liegen, wird gemeinsam weitergegeben und die nächste Frage beantwortet. Irgendwann kommt das Blatt dann wieder bei seinem Besitzer an, womit die Aktion beendet ist. Bei einer 30er-Klasse sollte man 60 Minuten einplanen.

Natürlich lässt sich nicht jede Frage für jeden beantworten. Dann kann es helfen, einfach den Grund dafür aufzuschreiben, warum das nicht möglich ist. “Ich kenne dich nicht!” ist mir immer zu dünn. Gleichzeitig könnte Brunhilde als allerbeste Freundin von Petra den Impuls “Lieblingsfarbe” bekommen, obwohl sie zu anderen Impulsen viel mehr schreiben könnte – da ist dann Kreativität gefragt – warum ist es denn z.B. “rot”? Oberste Regel ist: “Was ich selbst als verletzend empfinden würde, schreibe ich auch nicht bei jemand anderem hin!”

Nach der Aktion sollte Zeit sein, die Sache auszuwerten, z.B. ein Runde im Stuhlkreis, in der jeder sagt:

Welche Antwort hat mich überrascht?

Welche Antwort ärgert mich?

Welche Antwort hätte ich gerne mit dem Schreibenden geklärt?

Ganz selten erlebe ich es, dass ich nach einer solchen Aktion Zettel im Klassenraum finde. Hin und wieder sehe ich bei Kurstreffen einen an der Pinnwand des Zimmers angeheftet. Ganz oft spüre ich eine gewisse Spannung während der Aktion.

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Rock your Schweinehund – die freie Rede üben

vom 21. November 2008, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

“Och menno, Herr Riecken, stand das etwa in dem Buch, dass Sie jetzt hier nebenbei Musik im Hintergrund

Roch your Schweinehund!
Rock your Schweinehund!

laufen lassen sollen?”

Das stand da natürlich nicht, aber ich dachte mir: “Wenn schon esotero, dann richtig esotero!”. Und jetzt im Ernst: Dieses nicht ganz günstige Paket ( ca. 35,- Euro ) zum Erlernen und Üben der freien Rede liefert im Wesentlichen das, was Lehrer braucht, nämlich keine fertigen Konzepte, sondern Ideen, Anregungen, witzige Übungen und Texte, die sich als Steinbruch für z.B. auch das so beliebte Seminarfach nutzen lassen. Da gibt es Theorie (Universalquantoren, Milton) genau so wie Texte zum Spielen mit der eigenen Stimme. Da gibt es ein wenig Psychologie, wenn aufgedeckt werden soll, welche meist inhaltslosen Lieblingsphrasen auch wir Lehrende manchmal dreschen, z.B. “Das war ein stressiger Tag”. “Stress” ist ein Sammelbegriff für alle möglichen Emotionen geworden und hat daher innerhalb einer freien Rede oder in einem Vortrag keinen Platz.  Eigentlich sprucht gegen diese manchmal etwas “managerhafte” Box nur der hohe Preis pro geliefertem Wort. Dafür ist der Druck sehr aufwendig, weil sämtliches Material, eine CD und drei witzige Büchlein beiliegen. Aber eine Menge Seminarfachstunden sind damit gerettet… Bisher mögen es die SuS. Und schaden kann eine gut begleitete Präsentation auch nie…

Tschepp, Kirchmeyer: Rock Your SchweineHund!? , bei: Jungfermann

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Onlineübungen deutsche Grammatik

vom 12. Juni 2008, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

… eine sehr nett und umfangreich gestaltete Seite mit viel Übungsmaterial rund um Satzglieder, Wortarten u.v.m. Außerdem bekommt man durch diese Seite hervorragende Anregungen zur Gestaltung eigener Moodleübungen.

Hier der Link: Grammatikübungen

 

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Der warme Rücken

vom 8. März 2008, in Pädagogik, von Maik Riecken

Was man braucht:

  • eine gewachsene, positiv gestimmte Gruppe
  • Tesakrepp
  • DIN A3 – Tonpapierbögen in hellem Farbton und dunkle Stifte (jeweils einmal pro Person)

  • Zeit (ca. eine Stunde, je nach Gruppengröße)

Wie das geht:
Jeder bekommt einen Tonpapierbogen, auf dem oben mit großen Buchstaben notiert ist: “Ich mag an Dir…)” mit Tesakrepp auf den Rücken geklebt. Wenn alle fertig ausgestattet sind, werden die Stifte verteilt (vorzugsweise dünne Eddings o. ä.).
Jeder soll nun jedem etwas Positives “auf den Rücken schreiben”, d.h. den Satz “Ich mag an Dir…” vervollständigen. Wichtig ist, dass immer ein Name dabeisteht. Es sind ausschließlich positive Formulierungen erlaubt. Der “Ton” darf auf keinen Fall ausfallend oder unangemessen sein.
Während der Übung sollte nicht gesprochen werden. Am Ende nehmen alle gleichzeitig ihren Zettel von Rücken ab und können sich dann über viel positive und manchmal auch überraschende Rückmeldung freuen. Bei Klärungsbedarf können Rückfragen an der Schreiber gestellt werden.

Erfahrungen:
Diese Übung eignet sich ausschließlich für das Ende einer Freizeit, eines Seminars o.ä. Eine gute und klare Einleitung ist ausgesprochen wichtig z.B. á la “Jetzt am Ende der sehr intensiven Zeit zusammen möchten wir Euch nocheinmal Gelegenheit geben, einander etwas Gutes zu tun. Dazu…”. Bitte achtet während der Übung darauf, dass immer ein Name beim Geschriebenen dabeisteht. Die erforderliche ruhige Atmosphäre läßt sich ggf. noch durch geeignete Musik unterstreichen.
Diese Übung ist schon in relativ jungen Alter (ab ca. 10-12 Jahre) mit gutem Erfolg durchführbar.
Dies ist eine Übung für die Gruppe. Es kann manchmal schwierig sein, als Leiter an der Übung teilzunehmen. Ihr solltet das von Fall zu Fall abschätzen, da ihr ja schon jeden so gut kennen solltet, dass es nicht bei “Standardsätzen” bleibt…

 

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Drei Stühle Feedback

vom 8. März 2008, in Pädagogik, von Maik Riecken

Was man braucht:

  • Einen großen Raum oder gutes Wetter
  • Eine Sitzgelegenheit für jeden
  • Drei verschiedenfarbige DINA4-Tonpapierblätter
  • Edding, Waxer, o.ä.
  • drei Stühle

Wie das geht:
Ihr bildet einen Kreis, lasst jedoch an einer Stelle eine Lücke, so dass dort drei Stühle nebeneinander bequem Platz finden. Es sollte schon deutlich werden, dass die drei Stühle “gesondert” stehen.
Auf die Rückenlehne der drei Stühle wird je ein Papierbogen geklebt. Auf dem Ersten steht ein dickes Minuszeichen, auf dem Zweiten ein Pluszeichen und auf dem Dritten ist ein geschlossener Koffer mit Edding o.ä. skizziert.
Jeder aus der Gruppe setzt sich nun nacheinander auf die drei Stühle. Auf dem “-”-Stuhl sagt er, was ihm nicht so gut gefallen hat, auf den “+”-Stuhl das, was er gut fand und auf dem letzten Stuhl teilt er der Gruppe mit, was er jetzt mit (nach Hause) nimmt.

Erfahrungen:
Es ist mir bei dieser Übung wichtig, dass jeder aus der Gruppe etwas sagt. Dabei spielt es keine Rolle, ob einiges auch doppelt vorkommt, denn es ist auch von Bedeutung, wie etwas geäußert wird. Sinnvollerweise macht ein Freiwilliger den Anfang und danach geht es der Reihe nach weiter. So “vergißt” man niemanden. Bei einer überschaubaren Gruppe kann evt. auch eine chaotische Reihenfolge passender sein.
Diese Übung eignet sich primär für den Abschluss längerer Zeiträume (Seminare, Tagungen, Freizeiten). Bei einer Nachmittagseinheit schießt man hiermit eher mit Kanonen auf Spatzen…

 

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