GEHEIMHALTUNGSPFLICHT

vom 11. April 2010, in Allgemein, Gesellschaft, von Maik Riecken

GEHEIMHALTUNGSPFLICHT: Diese E-Mail und alle damit verbundenen Anlagen sind vertraulich und dürfen nur bestimmten Personen zugänglich gemacht werden. Sofern Sie nicht zu den angegebenen Empfängern gehören sollten, benachrichtigen Sie bitte unverzüglich den Absender. Der Inhalt darf in diesem Fall weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet werden.

Dieser Hinweis war in einer E-Mail an mich von einem Verlag enthalten – die Blogger unter uns Lehrern werden gleich wissen, um welchen Verlag es sich dabei handelt, weil sie wahrscheinlich auch angeschrieben wurden.  Diese Mail ist ein offensichtlicher Textbaustein und geht in keiner Weise inhaltlich auf irgendetwas in meinem Blog ein. Ich soll in dieser Mail mit einem “persönlichen Freischaltungscode” für ein Portal dieses Verlages (nicht, dass es sowas schon gäbe…) gewonnen werden und mich dort durch Publikation meiner Inhalte mit anderen Lehrern “vernetzen”. Ich habe gelernt, sofort die AGB bei so etwas zu lesen. Ich gebe die interessanten Passagen einmal mit eigenen Worten wieder:

  • ich soll sicherstellen, dass meine Inhalte frei von Rechten Dritter sind
  • der Verlag behält sich vor, später Teile des Angebots kostenpflichtig zu machen
  • ich darf die mir zugänglichen Inhalte in meinem Unterricht nutzen – aber nur dort!
  • der Verlag darf die Inhalte zu allem nutzen, z.B. für Publikationen, Lernsoftware, Bücher…
  • der Verlag darf die AGB jederzeit anpassen
  • der Verlag darf Inhalte und Kommentare jederzeit löschen oder sperren oder kostenpflichtig machen

Da kann ich ja gleich wieder zum FB gehen. Ich frage mich, was sich jemand bei so einer E-Mail eigentlich denkt. Man kann das im Prinzip wie folgt zusammenfassen: “Wir möchten gerne über deine Inhalte beliebig verfügen, d.h. sie auch z.B. verkaufen können. Dafür bieten wir nichts, was du nicht auch überall besser bekommen kannst – z.B. in einer FB-Gruppe  (die Urheberechtsbestimmungen sehen da nur unwesentlich schlechter aus). Aber wenn du diese Mail weitergibst, dann ist das böse.”

Der Disclaimer ist übrigens ohne rechtliche Relevanz – das spricht in meinen Augen nicht unbedingt für die Kompetenz dieses Verlags. Ich darf hier auch die ganze Mail inkl. Absender veröffentlichen – das zitierte angehängte Urteil eines Amtsgerichtes dürfte sich wohl auf einen ganz anderen Fall beziehen. Das ist für mich ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man als Verlag nicht an qualitativ hochwertige Inhalte kommt – das Prinzip hat doch jeder Nutzer nach spätestens einem Jahr duchschaut.

Was erwarte ich von einem Verlag, mit dem ich zusammenarbeiten möchte?

  1. Eine persönliche Ansprache, die zeigt, dass man sich mit mir und meinen Inhalten beschäftigt hat
  2. Ein inhaltsoffenes Verhandlungsangebot, welches nicht von vornherein durch AGB und Vertragsklauseln festgelegt ist – reden lässt sich über alles
  3. Fairness bei der Verwertung von Inhalten. Ein Verlag soll und muss Geld verdienen. Ich brauche aber eine Gegenleistung für diese Rechteübertragung, mit der ich leben kann.
  4. Innovation. Lehreraustauschportale gibt es viele – manche laufen manche nicht. Innovation kann bedeuten, fantasievolle Autorenaquise zu betreiben, kann aber auch bedeuten neue Portalformen zu entwickeln. Bringt irgendwer z.B. Eltern, Lehrer und Schüler attraktiv auf einem Portal zusammen?

Aber wenn man einigen Aussagen von Verlagen glauben schenken darf, besteht das Netz eh nur aus inhaltlichem, weit verstreutem Schrott. Dummerweise bedeutet Web2.0 inhaltliche und teilweise dokumentierte Evolution (vgl. Wikipedia) sowie immer intelligentere Suchalgorithmen (da leben ja Leute gar nicht so schlecht von). Noch habt ihr einen Vorsprung, liebe Verlage, noch… Also nutzt ihn endlich!

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Mit WordPress Hausaufgaben einsammeln

vom 13. Juli 2009, in Methoden, von Maik Riecken

Mich nervt die kolossal umständliche Aufgabenverwaltung in z.B. Moodle. Bis ich mich da einzeln durchgeklickt habe, lasse ich mir den Kram lieber als Zettel auf den Tisch legen. Daher experimentiere ich gerade mit einem Feature von WordPress herum. Es erlaubt per E-Mail zu posten. Man schickt dazu einfach eine Mail an eine E-Mailadresse und ruft periodisch wp-mail.php auf (etwa per cronjob). Der Betreff der Mail wird der spätere Titel des Artikels und der Body dann der eigentliche Text. Man kann sogar HTML und Bilder in die Mail einfügen. Jeder per Mail eingetroffene Artikel bekommt zunächst den Status “Entwurf”, erscheint also nur im Admin-Interface. Dort könnte man ihn korrigieren, kommentieren und über ein ensprechendes Plugin per Klick an den Einreicher zurücksenden. Archivieren lässt sich die Geschichte durch die Massenbearbeitung auch sehr gut: Jede Klasse bekommt eine Kategorie, jeder Schüler und jede Schülerin eine Unterkategorie. Am Schluss gibt es dann ein nettes kleines Portfolio mit Texten von jedem.

Nachteile:

Man muss die Einsendeadresse in der Lerngruppe publik machen und eine standardisierte Subjectzeile vorgeben, damit man die Aufgabe auch einem Schüler zuordnen kann – etwa:

MAIK RIECKEN: Titel der Hausaufgabe

Wenn sich die Adresse herumspricht, hat man sehr bald sehr viel Müll im Interface…Das eigentliche Blog muss man dann natürlich mit .htaccess oder so vor Bots und anderem Geschmeiß verrammeln.

Vorteile:

Man kann Jäger und Sammler spielen, sehr schnell und überall korrigieren und hat die komfortablen Massenverwaltungsfunktionen von WordPress zur Verfügung. Ich arbeite gerne mit dem Backend von WP. Man kann sogar Hausaufgaben zum Kommentar durch die Klasse freigeben oder kleine Miniportfolios als Argumentationshilfe für den Elternsprechtag anlegen. Auch “vorher”-”nachher”-Spiele sind möglich: Wie schreibt jemand nach einem Jahr Riecken die gleiche Textform. Und: Kein Login – keine Oberflächen. Einfach nur eine Mail verfassen.

Wie aktiviere ich das Ganze?

Unter Einstellungen => Schreiben findet sich die Rubrik “per E-Mail bloggen”. Mit dem Standardrepertoire von WordPress kann man nur die Kategorie festlegen, in die neue Beiträge aufgenommen werden. Weitere Hinweise finden sich direkt bei den Einstelloptionen.

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MME – Moodle Mail Essentials

vom 15. April 2009, in Moodle, Tech-Talk, von Maik Riecken

Aus Moodlesystemen werden viele Mails verschickt:

  • Mails bei neuen Forenbeiträgen
  • Mails nach Benutzerregistrierungen
  • Mails für den Admin nach Backupläufen
  • usw.

Je nach Größe des Moodlesystems können das sehr viele Mails sein – z.B. wenn der Admin im Nachrichtenforum eine neue Nachricht schreibt und alle Nutzer des Systems dieses Forum abonniert haben. Oft macht man dabei am Anfang die Erfahrung, dass ein Teil dieser Mails nicht ankommt. Daran ist sehr oft mitnichten Moodle schuld. Einige Anbieter schieben zusätzlich die Schuld auf Freemaildienste, bei denen die Mails “aus unerfindlichen Gründen” im Spamordner landen würden. Die Gründe sind in den seltensten Fällen unerfindlich, sondern lassen sich durch eine Analyse der betreffenden Mail sehr leicht ermitteln. Es gibt also Aspekte des Mailproblems, die der Moodleadmin lösen kann und es gibt Aspekte, die nur der Provider zu richten vermag.

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Privater Support per Mail?

vom 9. August 2008, in Allgemein, Tech-Talk, von Maik Riecken

Wenn man in Foren unterwegs ist und dort einigermaßen kompetent auf Fragen anderer antwortet, geschieht es immer wieder, dass man recht schnell E-Mails von Hilfesuchenden erhält. Deswegen besitzen viele Foren mittlerweile eine Funktion, um die eigene Mailadresse zu verbergen.

Aber was ist daran eigentlich so schlimm, wenn man auch direkte Rückmeldung zu seinen Beiträgen erhält und auf diese Weise neue, interessante Menschen kennen lernt? Warum sollte man die “Selbstlosigkeit” in einem Forum nicht auch auf privaten Mailverkehr übertragen?

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