Regeln, um kein LdL zu machen

vom 11. Mai 2009, in Allgemein, Aus der Schule, Pädagogik, von Maik Riecken

Vorwort

In diesem Text steht viel, was ich in der Weise wie es dort steht, nicht verstanden wissen will. Wer Dinge findet, die er wiedererkennt, darf sie für sich  behalten oder einer Person oder vielen an einem Ort und in einer Art und Weise seiner Wahl mitteilen. Der Text ist stark  inspiriert durch “Fünf Regeln, Liebe zu verhindern” von Claude Steiner, quasi ein Paralleltext.

1. Regel: Zeige nicht, dass du deine SuS magst

Sei sparsam mit Anerkennung und Lob ihnen gegenüber. Behalte unbedingt für dich, wenn du dich über ein Lerngruppenmitglied sehr freust. Zeige in deinem Verhalten eher das Gegenteil, damit niemand – die betreffende Person eingeschlossen – merkt, dass du sie gerne hast. Persönliche Beziehungen trüben die Objektivität und schaden der Autorität.

2. Regel: Traue SuS nichts zu

Du bist der Lehrer, du hast studiert. Alle deine methodischen und fachlichen Fähigkeiten hast du im Studium oder in der Schulzeit erlernt. Das Leben und die Erfahrung außerhalb der Schule prägen nicht.  Schulisch relevant ist nur die Schule. SuS können z.B. Inhalte nicht strukturieren, SuS wirken nicht auf die Klasse. SuS sind unfertige Menschen und in ihrer Individualität keine Bereicherung für dein Leben und deinen Unterricht.

3. Regel: Freue dich nicht über eine gelungene Unterrichtsstunde

Eigenlob stinkt. Erzähle niemandem davon. Sei nicht stolz auf deine Fähigkeiten und Möglichkeiten. So bleiben alle Schätze bei dir und dein eigen. Lernen kann von dir niemand etwas. Dafür ist dein Stil zu individuell.

4. Regel: Bitte nicht um Hilfe oder um Lob

Nur wenn jemand von sich aus erkennt, dass du guten Unterricht machst, ist diese Anerkennung etwas wert. Äußere deshalb niemandem gegenüber, dass du Bestätigung brauchst oder gelobt werden willst, auch wenn du es von dir aus dringend brauchst. Daraus könnten sich Gespräche entwickeln, in denen deine Schwächen offenbar werden. Du bist Lehrer, nicht Mensch. Gespräche über Schwächen schaffen Distanz, nicht Nähe.

5. Regel: Freue dich nicht über Kleinigkeiten

Wende deinen Blick auf das, was schiefgelaufen ist. Den ideellen Lehrerlohn gibt es sofort oder nie. Deine Stunden spielen im späteren Lebenslauf von SuS keine Rolle.

6. Regel: Nimm kein positives Feedback an

Traue niemandem – auch und insbesondere nicht SuS – der deinen Unterricht lobt. Jemand, der das tut, möchte sich grundsätzlich bei dir einschmeicheln. Unterricht kann nie von vorne bis hinten völlig gelungen sein.

7. Regel: Traue deinen ethischen Grundsätzen nicht

Alles ist relativ. Jedes Verhalten ist in einem entsprechenden Kontext denkbar. Du musst keine Werte und Grundsätze vermitteln, weil heute sowieso alles im Fluss ist. Außerdem würde dadurch ein Teil deiner selbst offenbar, den du gerade vor SuS immer verstecken musst.

8. Regel: Sei stets verteidigungsbereit

Alles Neue ist ein Angriff auf das Bewährte. Jede Kritik richtet sich direkt gegen deine Person und gegen deine bisherige Arbeit, nicht gegen deine Rolle.

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Intrige mit (kleinen) LdL-Elementen

vom 7. Mai 2009, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

Herausragendes Merkmale von Schillers Drama “Kabale und Liebe” sind die Intrigen. Die Handlung ist etwas verworren und die Hinweise müssen aus dem Text zusammengesucht werden. Da hilft eine Visualisierung immer ganz schön. Normalerweise bringt der Lehrende die Beiträge der SuS in ein solches Schema – wer kennt nicht die obligatorische “Tafelbildseite” in Lehrprobenentwürfen. Ich hatte heute dazu keine Lust. Außerdem ist das Strukturieren in der Theorie von LdL eine Kernkompetenz und mithin auch entscheidend für den Lebenserfolg.

Daher sollten die SuS zunächst selbst einmal eine Intrige planen und dabei möglichst “böse” sein. Das macht in der Regel Spaß. Dann sollten sie selbst Strukturen in diesen Intrigen erkennen, die sie sich gegenseitig vorgestellt hatten. Diese Struktur galt es anschließend zu visualisieren. Dabei durften sie dem Lehrenden sagen, was er an die Tafel bringen sollte (sie gehen noch nicht so gerne selbst dorthin…). Das kam dabei heraus:

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LdL: Le deuxième effort

vom 18. März 2009, in Chemieunterricht, Methoden, von Maik Riecken

Die Voraussetzungen waren diesmal nicht gut: Eine Mittelstufenklasse – schwer zu führen – in einem Fach ohne viel notentechnische Bedeutung (Chemie). Ich weiß nicht, was mich an diesem Morgen geritten hat. Vielleicht der Versuch, der allgemein schwierigen Unterrichtssituation nicht allein pädagogisch, sondern auch methodisch zu begegnen.

Grundlage waren die ersten fünf Regeln des Kugelwolkenmodells, welches das Kugelschalenmodell erweitert und die Lewisschreibweise vorbereitet.

In der Hausaufgabe sollten die SuS die Atome des Wasserstoffs (H), des Kohlenstoffs (C), des Phosphors (P) und des Argon (Ar) mit Hilfe des Kugelwolkenmodells darstellen. Da kommt dann so etwas dabei heraus:

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LdL im Mathematikunterricht

vom 15. März 2009, in Methoden, von Maik Riecken

http://www.lutzlandblog.de/2009/03/auf-kaffeepause-mit-erich-hammer/

Der Lehrer ist kein 100%iger LdL-Verfechter, sondern bereichert seinen Unterricht an passender Stelle mit Elementen aus dem theoretischen LdL-Rahmen. Ich könnte mir nie vorstellen ausschließlich so zu unterrichten, aber es bietet sich in manchen Stunden oder gar nur Stundenphasen methodisch schon an.

Die grundlegenden Mechanismen (Selbstkorrektur im Prozess, verselbstständigt, ohne Lehrer-Korrektiv) findet man auch z.B. auf.

http://www.oberprima.com

In manchen Videos ist zu sehen, wie der erklärende Schüler sich beim und durch das Erklären selbst in seinem Wissen und seiner Methodik erweitert.

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Anfänger-LdL

vom 12. März 2009, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

Ich wollte es heute einmal wissen. Die Voraussetzungen waren sehr gut. Wir hatten verschiedene Texte zum Sturm und Drang besprochen und Merkmale der Epoche herausgearbeitet, sodass eine konkrete Anwendung dieses Wissens auf einen unbekannten Text in meinen Augen Sinn machen konnte.

1. Stunde der Doppelstunde

Um umfangreichere Hausaufgaben zu besprechen, arbeite ich gerne mit arbeitsteiligen Höraufträgen  (Sprache, Inhalt Aufbau) oder der Lesekonferenz. Heute war erstere Methode  zur Auswertung von Interpretationen das Mittel der Wahl, da die Hausaufgabenmoral sich so optimierungsbedürftig darstellte, dass das mit der Lesekonferenz nicht hinhauen konnte.

Die Auswertung der Hausaufgaben klappte hervorragend und ohne nennenswerte Eingriffe meiner Person. Die SuS gaben sich gegenseitig Feedback, wenngleich natürlich immer wieder der Mechanismus der 3. Person (“Also die Petra hat auf gehobenem…”) korrigiert werden musste. Das ist für mich gefühlmäßig schon methodisch sehr nah an LdL (in Niedersachsen läuft so etwas unter “schüleraktivierendem Unterricht”).

Im Anschluss habe ich die Methode gemeinsam mit den SuS reflektiert und mit der Gehirnmetapher erläutert, was die Vorteile eines solches Vorgehens sind. Das mache ich auch nicht zum ersten Mal – einzig die Gehirnmetapher war neu.

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