Geister

vom 26. November 2011, in Aus der Schule, von Maik Riecken

In meiner Tätigkeit als medienpädagogischer Berater begegnen mir zur Zeit eine ganze Menge Geister, die ich frei nach Charles Dickens  hier einmal vorstellen möchte. Gemeinsam mit Dickens Geistern haben sie, dass sie mich zurzeit ganz stark in Grübeln bringen und vieles aus den letzten Jahren in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Die Dämonen

Dämonen sind für einen Techniker ziemlich wichtig: Man sieht von ihnen nichts, aber sie lauschen unaufhörlich, ob Aufgaben anliegen, die sie immer oder auch zeitgesteuert abarbeiten. Ohne Dämonen kommt ein Unixsystem völlig zum Erliegen – die CPU bekommt keine Aufgaben, die Aufgaben keine Rechenzeit. Dämonen nimmt man als etwas Selbstverständliches hin – sie funktionieren halt.

Jeder Lehrer erfüllt Dämonen-Aufgaben, die Schulleitung mehr, der normale Kollege weniger. Der Unix-Dämon braucht eigentlich nichts außer Updates (von anderen Dämonen gesteuert), eine Laufzeitumgebung oder Energie. Daran hapert es auf einem IT-System meist nicht. Stirbt ein Dämon, startet man ihn neu und er ist derselbe wie vorher – genau so belastbar, genauso effektiv, gefühlslos, nicht nachtragend.

Geben wir den menschlichen Dämonenaufgaben immer die Energie, die sie brauchen? Anerkennung – still oder offen? Haben sie eine Laufzeitumgebung, die ihnen gibt, was sie für ihre Funktion benötigen?

Geisterkonzepte

Wir produzieren in Niedersachsen an den Schule zurzeit viele Konzepte. Die Produktionsrate steigt im Vorfeld einer Inspektion dabei erheblich an. Viele davon sind schön geschrieben und voller Kompetenzbuzzwords. Wie viele werden gelebt? Wie misst man das Gelebtwerden von Konzepten durch z.B. eine Evaluation? Wie lebt man geschätzte 20 Konzepte gleichzeitig anm ein und derselben Schule? Ein nicht gelebtes Konzept ist halt so da – ein Produkt, was man vorzeigen kann. Es ist aber ohne die Handlung, die dichotomisch zu ihm gehören muss, wenn es einen Wert haben soll, nicht real. Es ist dann ein Geist. Für die einen ein guter, weil er die Inspektoren beglückt, für die anderen ein abgrundtief böser, weil er die Ressourcen Zeit und Wahrnehmung ohne Gegenleistung verschwendet. Drei wirklich gelebte Konzepte an einer Schule. Wäre das nicht eine Basis?

 Der Geist einer Schule

Es ist ziemlich verrückt und es klingt total eingebildet: Bei den bisherigen Schulen, die ich besucht habe, war mir schon nach wenige Metern im Gebäude klar, wie das sich anschließende Gespräch mit dem meist Schulleiter verlaufen würde. Die Mixtur als Geräuschen und Stille, aus Architektur, aus Geruch und Lichtstimmung spricht Bände bar jedweder Rationalität. Das Seltsame daran ist, dass ich den Geist meiner eigenen Schule am wenigsten von allen erlebten beschreiben kann- vielleicht weil alles schon viel zu gewohnt und vertraut ist.

Mir sind Äußerlichkeiten eigentlich immer recht egal gewesen, obwohl ich immer neidvoll in reich geschmückte Klassenzimmer gehe – ich denke dabei dann doch eher an: “Und wer räumt das alles wieder auf?”. Ich weiß, dass ich einen eigenen Raum möchte, den ich selbst gestalten kann, in dem mein Geist herrscht, in dem ich Lernangebote und -medien bereithalten kann, die mir eine weitere Öffnung des Unterrichts ermöglichen.

An diesen Ideen merke ich, wie sehr ich das, was Schule im Allgemeinen als Geist vorgibt, als unabänderlich hingenommen habe. Jetzt, wo die Mühle zwar noch läuft – aber an mindestens zwei verschiedenen Orten, begreife ich, was noch alles möglich ist und was schon anderswo tatsächlich gemacht wird. Viel zu lernen gibt es für mich an den Grundschulen.

Es ist, was den Geist angeht, aber bisher recht egal, was draußen an der Tür steht.

Bleibt noch dies:

Wer mir sagt, dass man Geister messen, beschreiben und allein durch diese beiden Operationen entwickeln kann, der hat ein Weltbild, das zu dem meinen nicht passt. Ich habe noch nie einen bösen Geist gesehen, der dadurch verschwand oder einen guten, der dadurch zum übermächtigen Dschinn wurde.

MoodleMoot2010 – Vortragsnachlese

vom 27. März 2010, in Moodle, von Maik Riecken

Nach meinem Vortrag bin ich gebeten worden, noch einmal eine Linkliste mit allen erwähnten Referenzseiten und Tools zur Verfügung zu stellen. Also los:

1. Datenschutz:

http://www.datenschutzzentrum.de (ULD Schleswig-Holstein)

Sie finden dort ein reichhaltiges Angebot und Veröffentlichungen und Broschüren auch zu Datenschutzfragen in der Schule.

http://www.riecken.de/projects (ID-Generator für Moodle)

Sie können auf dieser Seite meinen ID-Generator für Moodle finden. Er erstellt Ihnen direkt eine CSV-Datei, die Sie in Ihr Evaluationsmoodle importieren und für die Erstellung eines Serienbriefes nutzen können. Bitte beachten Sie, dass bei jedem Aufruf neue IDs erstellt werden!

2. Anleitungen

http://riecken.de/index.php/2008/12/schulische-evaluation/ (allgemeine Tipps zur Planung der Evaluation)

http://riecken.de/index.php/2008/12/schulische-evaluation-mit-moodle-ldap-und-dem-feedbackmodul/ (Übersicht über die technische Durchführung unserer Evaluation)

Beachten Sie bitte, dass Sie dank des ID-Generators nicht auf den LDAP-Server angewiesen sind.

http://riecken.de/index.php/2009/01/evaluationssystem-konfiguration-des-feedbackmoduls/ (Konfiguration des Feedbackmoduls)

http://riecken.de/index.php/2009/01/evaluationssystem-vereinfachung-der-usability/ (Meta-Umleitung auf Deeplink in Moodle)

Ihre Nutzer rufen eine einfache URL auf und gelangen nach dem Login und Eingabe des Kursschlüssels direkt zur der für Sie bestimmten Umfrage.

3. Sonstiges

http://riecken.de/index.php/2009/03/riecken-lasst-evaluieren/

Man muss nicht die ganze Schule evaluieren, um Unterricht zu verbessern… Hier ist gezeigt, was Sie direkt, jetzt und hier als Lehrkraft bereits unbürokratisch tun können, um in das Thema “Evaluation” für sich selbst einzusteigen.

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Evaluationssystem: Vereinfachung der Usability

vom 8. Januar 2009, in Tech-Talk, von Maik Riecken

Alle Umfrageteilnehmer erhalten von uns einen zufälligen Benutzernamen und ein zufälliges Passwort. Es wäre ja sehr hübsch, wenn man gleich nach dem Anmelden direkt zu Umfrage gelangte. Das gelingt durch einen kleinen Trick:

Zunächst wird eine einfach zu merkende Subdomain angelegt, etwa

http://umfrage.schuldomain.tld

Unterhalb dieser Subdomain spielt man eine Datei “index.html” mit folgendem Inhalt ein:

<html>
<head>
<meta http-equiv=”refresh” content=”0; URL=<link>“>
</head>
<body>
Klicken Sie <a href=”<link>“>here</a> wenn Sie nicht automatisch zur Umfrage weitergeleitet werden…
Click <a href=”<link>“>here</a> if you are not redirected automatically…
</body>
</html>

Den Inhalt von <link> erhält man, wenn man im Kurs, in dem sich die Umfrage befindet, mit der Maus auf den Link zur Umfrage geht und dort mit der rechten Maustaste “Link-Adresse kopieren” wählt.

link_feedbackDanach befindet sich der Link in der Zwischenablage und kann mit <STRG+V> in die Datei eingefügt werden.

Jetzt gibt der Benutzer einfach unsere Domain in seinen Browser ein, meldet sich mit den Zugangsdaten an und landet dann direkt in der Umfrage – vorausgesetzt es ist kein Kursschlüssel gesetzt.

Wenn man diesen setzt – und das ist mehr als sinnvoll – muss man diesen den Umfrageteilnehmenden zusammen mit der Zufalls-ID mitteilen.

Mit diesem Verfahren gab es bei 150 Teilnehmenden nur in zwei Fällen Probleme beim Einloggen (Tippfehler bei der Eingabe der Zugangsdaten).

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Evaluationssystem: Konfiguration des Feedbackmoduls

vom 5. Januar 2009, in Tech-Talk, von Maik Riecken

Eigentlich wäre die Geschichte keinen eigenen Blogbeitrag wert gewesen. Ich empfehle aus einigen rechtlichen Gründen folgende Einstellungen für das Feedbackmodul:

Anonym ausfüllen => anonym

Die zuvor mühsam generierten Zufalls-IDs sind schon anonym. Dennoch bleibt eine Gefahr erhalten, die man im Datenschutz als Verkettung bezeichnet. Es ist schlicht nicht notwendig eine bestimmte Zufalls-ID mit einer bestimmten Datenreihe zu verketten, d.h. z.B. genau zu wissen, wie “xzf56ez” jetzt das Feedback beantwortet hat. Das wäre ein klarer Verstoß gegen das Gebot der Datensparsamkeit. In diesem Modus verkettet das Feedbackmodul  stets den Anwender “anonymer Benutzer” mit der Datenreihe.

Beachten Sie:

Der Erfolg und die Qualität Ihrer Umfragergebnisse hängen massiv vom vorher transparent dargestellten und vermittelten Grad der Anonymisierung ab. Diese simple Einstellung bietet in der Hinsicht viel mehr Sicherheit für den Teilnehmenden.

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Evaluationssystem: Generierung der Zufalls-IDs

vom 4. Januar 2009, in Tech-Talk, von Maik Riecken

Viele Wege führen nach Rom. Ich stelle einen einfachen vor (Bulkupload) und einen komplexeren (LDAP). Bei LDAP setze ich etwas mehr Kenntnisse auf der Konsole voraus.

Bei beiden Wegen muss man auf jeden Fall die Serienbrieffunktion einer Textverarbeitung beherrschen, um die IDs dann in individualisierter Form an die Umfragebeteiligten ausgeben zu können. Natürlich wird  auch gleich die Fantasieemailadresse deaktiviert (emailstop).

Die eigentliche Zufallsroutine sieht so aus:

function getrandstr($length) {
$newpass = “”;
$laenge=$length;
$string=”abcdefghikmnopqrstuvwxyz23456789″;
mt_srand((double)microtime()*1000000);
for ($i=1; $i <= $laenge; $i++) {
$newpass .= substr($string, mt_rand(0,strlen($string)-1), 1);
}
return $newpass;
}

Aus dem Zeichenvorrat wurde alle Zeichen entfernt, die sich verwechseln lassen, etwa “1″ und “l” (kleines L und die Zahl Eins) oder “0″ und “O” (Null und Buchstabe O), damit es später nicht zu Tippfehlern kommt.

Ich habe das Script für mich inzwischen so weiterentwickelt, dass es nicht nur die IDs selbst, sondern auch noch via fpdf die Briefe für die Umfragebeteiligten als hübsches PDF erstellt – ein Klick, alles zum Drucken/Verteilen fertig. Da erfahrungsgemäß jede Schule ihr individuelles Layout wünscht, erscheint mir der Weg über die Serienbrieffunktion für die Allgemeinheit der gangbarste zu sein.

Wir nutzen für die Umfragen übrigens ein separates “Müllmoodle”, dessen Datenbank uns nicht viel bedeutet und gerne “versaut” werden darf. Nebenbei entfällt gleich das Risiko, dass Dritte ungewollt Zugriff auf die Ergebnisse erhalten. Das Rechtesystem von Moodle wird nämlich gerne einmal unüberschaubar…

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