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Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

Blogerfahrungen – data consolidation

Sonntag 5. September 2010 von Maik Riecken

Auch in diesem Jahr arbeite ich mit zwei Klassen mit Blogs. Wie ich das bisher tue und wie ich den Schutzraum gerantiere, sieht man hier und hier.

Beobachtungen:

  • sie kommen klar
  • sie schreiben längere Texte als im Deutschheft
  • es gibt sehr ernste Hinweise darauf, dass bereits erstellte Texte die sich noch im Erstellungsprozess befindenden in irgendeiner Art und Weise beeinflussen, d.h. es gibt anscheinend eine Art systemisches Feedback
  • es bewährt sich, das Blog als Klasse und nicht als einzelner SuS zu gestalten, weil einfach mehr passiert, wenn sich darin 25-30 Leute tummeln
  • es kommt meiner Art und Weise, Informationen zu erfassen (sprunghaft-assoziativ) sehr entgegen (Hausaufgabenkontrolle)

Konsequenzen:

  • ich möchte die beide Blogs auf Dauer zu einem “Rieck’schen” Schulblog konsolidieren
  • ich möchte ihnen erklären, wie sie die bisher durch Members Access geschützten Inhalte partiell öffentlich freigeben, entweder aus eigenem Antrieb, auf meine Empfehlung hin oder aus der durch Kommentare verursachten Ermunterung heraus
  • ich möchte den dabei entstehenden Feed hier im Blog einbinden, um eine externe Grundrezeption zu initiieren

Mal sehen, ob ich morgen einen PC-Raum ergattere…

Kategorie: Methoden | 2 Kommentare »

Suchtprävention “Alkohol”

Donnerstag 12. August 2010 von Maik Riecken

Im Rahmen des schulinternen Präventionskonzeptes wurde in dieser Schulwoche von den Klassenlehrern der 8. Klassen vier Tage lang die ersten beiden Stunden zum Thema “Sucht” mit dem Schwerpunkt auf “Alkohol” gestaltet. Die Mitglieder des Präventionsteams haben dazu in Kooperation mit einer lokalen Beratungsstelle methodische Bausteine entwickelt, die in ihrer Abfolge erstmalig zum Einsatz kamen. Die Bausteine konnte man entweder 1:1 umsetzen oder auch etwas Eigenes machen. Da mir persönlich dieses Thema sehr wichtig ist und ich ja auch schon über zehn Jahre Erfahrung in der Jugendarbeit habe, koche ich bei sowas immer gerne mein eigenes Süppchen. Ich bin dazu folgendermaßen vorgegangen und habe sehr viele Ideen aus dieser Arbeitshilfe der Fachstelle für Suchtprävention (VIVID) aus Österreich übernommen, die alles Wesentliche prägnant und praxisorientiert zusammenfasst – habe natürlich aber auch ideenmäßig sehr viel im vorbereiteten Material unseres Präventionsteams gewildert.

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Kategorie: Pädagogik | 2 Kommentare »

Von Providern

Donnerstag 5. August 2010 von Maik Riecken

Ich habe mich lange dagegen gesträubt, etwas zu Providern zu schreiben und mich auf allgemeine Anhaltspunkte beschränkt. Mein Kundenprofil ist auch als eher fortgeschritten zu beschreiben. Anlass dieses Posts ist meine Bestellung einer CO-Domain bei 1und1. Aus verschiedenen Gründe habe ich dort seit Jahren wieder einmal etwas bestellt, obwohl es CO-Domains vielerorts weitaus günstiger gibt.

Die Domain wurde bei 1und1 mit einer DNS-Verwaltung beworben. Die brauche ich z.B. wenn ich Subdomains oder einen eigenen Mailserver nutzen will, an dem keine SINA-Box hängt. Wichtig ist für mich, dass ich verschiedene A-Records im DNS konfigurieren kann, z.B. um Web- und Mailserver zu trennen. Natürlich möchte ich auch anfangen ipv6-Adressen zu nutzen, da mehr und mehr meiner Anbieter so etwas anbieten und ich somit jedem Dienst seine eigene IP zuweisen kann. Viele dieser Features gibt die DNS-Verwaltung von 1und1 nicht her – zumindest nicht in meinem Vertrag, aber ich kann meine eigenen Nameserver eintragen, die das dann alles können.

Soweit ist das reines Geklicke und 1und1 hätte nach der Bestellung nie wieder etwas von mir gehört. Der Eintrag auf einen eigenen Nameserver klappt bloß aufgrund eines technischen Problems bei 1und1 seit fast zwei Wochen nicht – und damit tritt ein Fall für den Support ein. Der Support ist  für mich ein Maß für die Qualität eines Providers.Er umfasst für mich Dinge wie Reaktionszeit, Bezug der Antwort zu meinem Problem und natürlich die Störungsbeseitigung – denn Fehlfunktionen können immer und überall vorkommen. Mit dem Support von 1und1 stehe ich seit den besagten fast zwei Wochen in Kontakt. Die Reaktion via E-Mail dauert etwa 2-3 Tage. Zuerst machte es den Anschein, als kämen allgemeingültige Textbausteine zurück, dann wurde mein Problem bestätigt und geäußert, dass man mit “Hochdruck” an einer Lösung arbeite. Das sind halt so die Abläufe in einem großen Unternehmen.

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Kategorie: Tech-Talk | 1 Kommentar »

GoogleDocs: Die Suche geht weiter nach vorn

Donnerstag 20. Mai 2010 von Maik Riecken

Nachdem ich in diesem Artikel erste Erfahrungen mit GoogleDocs beschrieben habe, kann ich nun sogar mit ersten Ergebnissen aufwarten.  Metareflexionen ohne authentisches Schülermaterial kranken ja  oft an dem “Oberflächlichkeitsverdacht”. Der Weg ist bei der ersten Erfahrung didaktisch einmal mehr sehr unkonventionell, aber es galt neben dem notwendigen inhaltlichen Übel gleichzeitig die neue Methode in ihren Möglichkeiten auszuloten – da muss man manchmal recht stumpf neue Wege gehen.

Erfahrung 1:

Thema ist die allseits beliebte und immer wieder gerne unterrichtete “indirekte Rede” mit ihrem bis ins Abitur hinein verfluchten Regeln zum Konjunktivgebrauch. Die Bildungsregeln waren eingeführt. Auch habe ich schon sehr klassisch in unserem Regelheft die Sache mit der Grundform (Konjunktiv I) und den beiden Ersatzformen (Konjunktiv II/würde) besprochen und eingeübt. Soweit zum Thema “traditioneller Unterricht”.

Meine ersten Versuche mit den Textdokumenten von Google waren recht ernüchternd, da sie gerade in jüngeren Klassen zu Fehlbedienungen einladen (“Oh, jetzt ist alles gelöscht, da wollte ich nicht!”). Das lässt sich retten, da Google eine umfangreiche Versionierungsfunktion mitliefert, mit der man vieles wieder gerade rücken kann. Hauptgrund für die häufigen Irritationen ist die Nähe der vielen Cursor zueinander – da braucht es erstmal vor allem eines: Abstand.

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Kategorie: Methoden | 1 Kommentar »

Die Welt der literarischen Fantasie

Samstag 27. Februar 2010 von Maik Riecken

Tzvetan Todorov hat in der Auseinandersetzung mit Literatur aus der Epoche der Romantik (überwiegend) eine Theorie entwickelt, wie Fantastik eigentlich funktioniert. Diese Idee lässt sich auch auf moderne Texte oder Filme anwenden. In Filmen oder Texten begegnen uns fantastische Ereignisse:

Das Unheimliche

In der Matrixtrilogie wird eine Welt entworfen, die fantastisch und bedrohlich ist. Maschinen nutzen Menschen als Energiequelle und erhalten ihre Körper dadurch am Leben, dass sie ihnen eine neue Welt, eine “Matrix” schaffen, in der sich das Leben abspielt. Diese Welt existiert nur im Geiste der Menschen, Sinnesreize werden durch Stimulation von Nerven künstlich erzeugt. Die Körper liegen tatsächlich in “Brutkästen” und liefern biochemische Ernergie. Diese Welt nehmen die meisten Menschen als wirklich wahr. Die Matrixtrilogie ist deswegen unheimlich, weil es theoretisch denkbar ist, die dazu notwendigen Mensch-Maschineinterfaces zu bauen. Es mag mit der heutigen Technologie nicht möglich sein, aber vielleicht mit einer zukünftigen. Gleichwohl gibt es Menschen (Identifikationsfiguren) in dieser Welt, die aus ihr ausbrechen, die in die Wirklichkeit gelangen und die Brutkästen sehen.

Das Wunderbare

Der “Herr der Ringe” – als Buch oder Kinofilm – bietet hingegen eine Welt an, die voller Zauberei und Fabelwesen ist. Teilweise sind übernatürliche, tranzendentale Kräfte am Werk. Die Existenz von Wesen wie Dämonen oder sich bewegenden Bäumen steht nicht mit den Naturgesetzen in Einklang. Die Menschen in dieser fantastischen Welt sehen diese Elemente als selbstverständlich an – der Leser weiß es natürlich besser: So etwas kann es nicht geben. Daher löst er diesen Widerspruch für sich so auf, dass er Wunderbares sieht. Das Wunderbare berührt in ganz anderer Art und Weise wie das Unheimliche.

Die Postmoderne

Viele fantastische Texte wird man mit Todorovs Theorie sehr gut in den Griff bekommen, weil der Text selbst und die Erfahrung des Lesers den Weg der individuellen Auflösung der Fantastik bestimmen. Im Text werden durch unzählige Signale Deutungshinweise gegeben. Es gibt jedoch auch Texte, die sich den Kategorien Todorovs entziehen, z.B. Christoph Ransmayrs Roman “Die letzte Welt“. Hauptansatzpunkt von Todorov ist ja, dass Leser und handelnde Figuren gleichermaßen unschlüssig sind, der Leser jedoch die Unschlüssigkeit für sich auch mit Hilfe des Textes auflösen kann. Das ist in diesem postmodernen Roman an vielen Stellen jedoch nicht erfüllt, weil er inkompatible “Unschlüssigkeitsbewältgungssignale” sendet und damit vor allem auch den Aspekt der Wirklichkeitserfahrung von Leser und Figuren (“In welchen Verhältnis stehen Fantasie und Wirklichkeit?”) vielschichtig problematisiert.

Durch die dadurch – und viele weitere Elemente, z.B. “invertierte Personifikationen” – ausgelöste Irritation eröffnet sich für mich ein ganz anderer Blick auf “klassische Literatur” mit den Fantastikkonzepten, wie sie mit Todorov fast immer zu knacken sind.

Wer mehr dazu erfahren möchte, dem sei der Roman selbst empfohlen wie auch eine ausgearbeitete Unterrichtsreihe von Dr. Carsten Lange. In Kombination aus beidem wird der Roman mit seinem extrem hohen Lesewiderstand (er hält sich einfach nicht an Literaturregeln…) viel besser zugänglich. Mit einem fitten Leistungskurs Deutsch lässt sich dieses Werk nach meiner Erfahrung ganz gut angehen – ich habe eine Unterrichtsreihe selbst gesehen und eine durchgeführt. Es ist natürlich ein Luxusthema, für das man sich in Zeiten zentraler Prüfungen den Raum schon schaffen muss.

Kategorie: Deutschunterricht | 1 Kommentar »

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