Von Löwen und Lämmern

vom 2. Mai 2011, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

Filmanalyse ist bei uns in NDS fest im Kerncurriculum verankert – warum also nicht einmal eine Einheit dazu in der Mittelstufe durchführen? Auf meiner letzten Fortbildung fiel dabei seitens des Netzwerkbetreuers ein für mich entscheidender – hier gleich sinngemäß wiedergegebener – Satz, der mit herausgefordert hat:

Film wird nie die Zwischentöne erreichen, die Literatur zu erreichen vermag und damit immer hinter dem Medium Text zurückstehen.

Natürlich gilt das für jede Literaturverfilmung, die man im klassischen Unterricht gerne mal in Opposition zum gerade gelesenen Werk stellt: “Seht doch mal, was da alles fehlt – das Buch ist eben doch besser!”. Dann ist ein solcher Vergleich natürlich unfair – wenn man Film betrachtet, so muss man natürlich von “nativen” Filmen ausgehen, die es auch in die Vorschlagslisten des Curriculums geschafft haben – eine Zeit lang war “Lola rennt” der Renner.

Bin Laden ist heute “ums Leben gekommen”. Meine SuS wollten schon immer mal mit mir einen Film schauen. Ich bin in den Ferien über ein VDR-Schätzchen gestolpert: “Von Löwen und Lämmern“. Ja, das ist quasi auch eine Literaturverfilmung – ich bin schuldig. Da er gerade nicht in der Vorschlagsliste der Kerncurriculums vorkommt episodenartig strukturiert ist und keinen echten “klassischen” Spannungsbogen besitzt, halte ich ihn aber gerade auch in Hinblick auf seine außenpolitische Aktualität für geeignet – meine letzten ernsthaften Experimente mit Filmanalyse liegen etwas zurück. Auch könnte ich mir gut eine Einheit vorstellen, die die drei einzelnen Episoden zunächst einmal einzeln betrachtet (vielleicht sogar zusammengeschnitten), um dann auf die inhaltlichen Verbindungen zu kommen. Nun denn: Hier schon einmal der Trailer als Vorgeschmack:

Spannend an dem Film finde ich, dass es nicht nur um die Außenpolitik der USA geht – es geht um das Verhältnis des Menschen zu Verantwortung und Politik allgemein – natürlich nicht bar des unweigerlichen Hollywood-Patriotismus…

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Aus einer kürzlich geschriebenen Klassenarbeit – zwischen den beiden Aufgaben konnte gewählt werden:

Aufgabenstellung 1:

Während des im beiliegenden Textauszuges wiedergegebenen Gespräches geht Olivier Brusson einiges durch den Kopf.

a) Gib seine Gedanken durch einen inneren Monolog wieder. (66%)

b) Begründe die Ausgestaltung deines Textes in der im Unterricht geübten Art und Weise. Beachte dabei auch die Entwicklung des Gesprächs. (34%)

 

Aufgabenstellung 2:

Während des im beiliegenden Textauszuges wiedergegebenen Gespräches geht Rene Cardillac einiges durch den Kopf.

a) Gib seine Gedanken durch einen inneren Monolog wieder. (66%)

b) Begründe die Ausgestaltung deines Textes in der im Unterricht geübten Art und Weise. Beachte dabei auch die Entwicklung des Gesprächs. (34%)

Und die zu bearbeitende Textstelle:

Ganz verwirrt, beinahe besinnungslos sitze ich in meiner Dachkammer, da geht die Tür auf, und René Cardillac tritt herein. ‘Um Christus’ willen! was wollt Ihr?’ schrie ich ihm entgegen. Er, das gar nicht achtend, kommt auf mich zu und lächelt mich an mit einer Ruhe und Leutseligkeit, die meinen innern Abscheu vermehrt. Er rückt einen alten, gebrechlichen Schemel heran und setzt sich zu mir, der ich nicht vermag, mich von dem Strohlager zu erheben, auf das ich mich geworfen. ‘Nun Olivier’, fängt er an, ‘wie geht es dir, armer Junge? Ich habe mich in der Tat garstig übereilt, als ich dich aus dem Hause stieß, du fehlst mir an allen Ecken und Enden. Eben jetzt habe ich ein Werk vor, das ich ohne deine Hilfe gar nicht vollenden kann. Wie wär’s, wenn du wieder in meiner Werkstatt arbeitetest? – Du schweigst? – Ja, ich weiß, ich habe dich beleidigt. Nicht verhehlen wollt’ ich’s dir, daß ich auf dich zornig war wegen der Liebelei mit meiner Madelon. Doch recht überlegt habe ich mir das Ding nachher und gefunden, daß bei deiner Geschicklichkeit, deinem Fleiß, deiner Treue ich mir keinen bessern Eidam wünschen kann als eben dich. Komm also mit mir und siehe zu, wie du Madelon zur Frau gewinnen magst.<<BR> Cardillacs Worte durchschnitten mir das Herz, ich erbebte vor seiner Bosheit, ich konnte kein Wort hervorbringen. ‘Du zauderst’, fuhr er nun fort mit scharfem Ton, indem seine funkelnden Augen mich durchbohren, ‘du zauderst? – du kannst vielleicht heute noch nicht mit mir kommen, du hast andere Dinge vor! – du willst vielleicht Desgrais besuchen oder dich gar einführen lassen bei d’Argenson oder la Regnie. Nimm dich in acht, Bursche, daß die Krallen, die du hervorlocken willst zu anderer Leute Verderben, dich nicht selbst fassen und zerreißen.’ Da macht sich mein tief empörtes Gemüt plötzlich Luft. ‘Mögen die’, rufe ich, ‘mögen die, die sich gräßlicher Untat bewußt sind, jene Namen fühlen, die Ihr eben nanntet, ich darf das nicht – ich habe nichts mit ihnen zu schaffen.’ ‘Eigentlich’, spricht Cardillac weiter, ‘eigentlich, Olivier, macht es dir Ehre, wenn du bei mir arbeitest, bei mir, dem berühmtesten Meister seiner Zeit, überall hochgeachtet wegen seiner Treue und Rechtschaffenheit, so daß jede böse Verleumdung schwer zurückfallen würde auf das Haupt des Verleumders. – Was nun Madelon betrifft, so muß ich dir nur gestehen, daß du meine Nachgiebigkeit ihr allein verdankest. Sie liebt dich mit einer Heftigkeit, die ich dem zarten Kinde gar nicht zutrauen konnte. Gleich als du fort warst, fiel sie mir zu Füßen, umschlang meine Knie und gestand unter tausend Tränen, daß sie ohne dich nicht leben könne. Ich dachte, sie bilde sich das nur ein, wie es denn bei jungen verliebten Dingern zu geschehen pflegt, daß sie gleich sterben wollen, wenn das erste Milchgesicht sie freundlich angeblickt. Aber in der Tat, meine Madelon wurde siech und krank, und wie ich ihr denn das tolle Zeug ausreden wollte, rief sie hundertmal deinen Namen. Was konnt’ ich endlich tun, wollt’ ich sie nicht verzweifeln lassen? Gestern abend sagt’ ich ihr, ich willige in alles und werde dich heute holen. Da ist sie über Nacht aufgeblüht wie eine Rose und harrt nun auf dich, ganz außer sich vor Liebessehnsucht.’ – Mag es mir die ewige Macht des Himmels verzeihen, aber selbst weiß ich nicht, wie es geschah, daß ich plötzlich in Cardillacs Hause stand, daß Madelon, laut aufjauchzend: ‘Olivier – mein Olivier – mein Geliebter – mein Gatte!’ auf mich gestürzt, mich mit beiden Armen umschlang, mich fest an ihre Brust drückte, daß ich im Übermaß des höchsten Entzückens bei der Jungfrau und allen Heiligen schwor, sie nimmer, nimmer zu verlassen!”

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/3084/1

Bei der Reflexion sollten der inhaltliche Kontext der Textstelle, die innere Welt, die äußere Welt, der Charakter der jeweiligen Figur und ggf. sprachliche Besonderheiten des Originaltextes Berücksichtigung finden. Das ist gar nicht so einfach…

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Diesmal wurde der inhaltliche Rahmen durch eine Einheit zur Erörterung gebildet. Wesentliche Elemente (Aufbau eines Arguments, Abfolge der Argumente bei steigernden bzw. dialektischen Erörterungen) habe ich klassisch im Unterricht mit Regelhefteinträgen und normalen Schreib- und Bewertungsaufträgen erledigt.

Aber schon für Stoffsammlungen erschien mir der klassische Ansatz (Zettel nehmen, jeder sucht Argumente und ordnet sie nach Gewichtigkeit usw.) nicht mehr zeitgemäß – vor Augen geführt wurde mir das durch eine spontane, kritische Schüleräußerung, die sinngemäß lautete:

“Herr Riecken, wie soll man denn aus sich selbst heraus, nur auf eigene Erfahrungen Bezug nehmend, zu wirklich inhaltlich überzeugenden Argumenten kommen?”

Recht hat er – fand ich. Passend zu den Vorkommnissen in Japan habe ich in einem GoogleDocs-Dokument Argumente pro und contra Atomkraft sammeln und jeweils ausformulieren lassen. Diese durften dann die SuS je nach Geschmack für eigene, steigernde Erörterungen in unserem Blog verwenden. So war ein solche Hausaufgabe auch unter der Woche durch die Vorentlastung einigermaßen zu bewältigen. Anhand der Blogeinträge konnte ich dann gezielt nochmal auf einzelne Herausforderungen im Unterricht eingehen – ein authentisches Arbeitsblatt ist schnell zusammenkopiert.

Heute bin ich nach einigen weiteren klassischen Stunden dann völlig verrückt geworden. Hausaufgabe war eine dialektische Erörterung zum Thema “Sollen sich SuS in den Pausen im Schulgebäude aufhalte dürfen?” (ein authentisches Problem in dieser kälteempfindlichen Klasse) in Form eines Briefes an unsere Schulleitung. Im Blog gab es dazu diese Aufgabe:

  1. Lies dir deinen zugewiesenen Text sorgfältig durch und verfasse einen Kommentar auf Basis der Kriterien aus dem Regelheft!
  2. Wähle je ein Pro- und ein Contraargument aus, von dem du überzeugt bist und kopiere es in dieses GoogleDocs-Dokument.
  3. Schreibe gemeinsam mit deinen Mitschülern die Gelenkstellen in dem GoogleDocs-Dokument – es soll am Schluss der Stunde ein fertiger Brief entstehen.

Die kursiv gedruckten Passagen verlinkten im ersten Fall auf eine GoogleDocs-Tabelle (nur lesender Zugriff), die regelte, wer welchen Text im Blog kommentiert und im zweiten Fall auf ein GoogleDocs-Dokument (anonym, schreibender Zugriff). Die SuS durften in einem Zwischenschritt (von 2 auf 3) noch die einzelnen Argumente durch Hinzufügen von Sternchen bewerten – jeder hatte für pro und contra je fünf Sternchen (*) zu vergeben.  Das Ergebnis haben wir uns angeschaut und dann Aufgaben verteilt -

  • Wer kümmert sich um die Sortierung entsprechend der Sternchenanzahl?
  • Wer formuliert welches Argument inkl. Anschluss an die umgebenden genauer aus?
  • Wer kümmert sich im die Gelenkstelle (Übergang von Antithese auf These)?
  • Wer kümmert sich um die Einleitung?
  • Wer kümmert sich um den Schluss?

Erfahrungen

  1. Eine Doppelstunde reicht für das gesamte Vorhaben nicht
  2. Es gibt Phasen des totalen Chaos – z.B. wurde zwischenzeitlich die schon durch Sternchen bewerteten Argumente für die Antithese versehentlich(?) gelöscht – leider fand Riecken die Versionierung in der konkreten Unterrichtssituation nicht… ( Jetzt weiß ich: Datei => Überarbeitungsverlauf anzeigen )
  3. Natürlich haben einige Witzbolde im Schutz der Anonymität auch Blondinenwitze integriert oder bereits zugewiesene Namen für die Bearbeitung von Textteilen nachträglich verändert
  4. Nach einigem gezielten Geschimpfe kam das Dokument dann doch in die Spur
  5. Der Sinn des Verfahrens erschloss sich den SuS in seinen Vorteilen zur klassischen Heft- oder Zettelklebearbeit erst prozessual
  6. Ich habe für Morgen jetzt genug Material, um den Übergang zwischen Argumenten zu üben (Arbeit am Lexikon und der Sprache)

Mir kamen heute Zweifel, ob gerade die anonyme Nutzung von GoogleDocs auf Dauer wirklich noch Sinn macht, weil das mehr und mehr ein Tool wird, dessen Nutzen von den SuS gesehen und auch anderweitig genutzt wird – hat dazu jemand schon einen Elternbrief entwickelt?

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Literarische Charakteristik

vom 23. Februar 2011, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

Gar nicht einmal so selten passiert das hier:

Originalstelle:

“Diese Abgeneigtheit, sich mir zu schmiegen, ja diese stolze Art mir auszuweichen, erregt in mir die widrigsten Gefühle. – Es ist ein sublimer Gedanke , die Blume, die auf dem Prunk ihrer glänzenden Farben so stolz tut, gebrochen und dahinwelken zu sehen” (aus: “Die Elixiere des Teufels” von E.T.A. Hoffmann)

Aus einer Charakteristik (fiktiv):

“Aurelie ist ein stolzes Mädchen, die sich nicht schnell anderen Personen gefügig zeigt (S.64,Z.2-4)”

Dumm ist nur, dass die oben zitierte Originalstelle von der Stiefmutter der zu charakterisierenden Figur in wörtlicher Rede in einer Situation gesprochen wird, die sich mit Fug und Recht als gemeine Intrige beschreiben lässt.

In der letzten Woche kam mir erstmalig der Gedanke, wie man den SuS diese Problematik bewusst machen könnte. Ich bin mit einen Persönlichkeitstest eingestiegen, den man in diesem Materialkleinod finden kann. Die SuS sollten sich auf einer Skala von -3 bis 3 hinsichtlich bestimmter Charaktermerkmale selbst einschätzen (Selbstsicht), z.B. “rational”, “extrovertiert” usw. Auf der Rückseite des Zettels befand sich ein identischer Fragebogen, der jedoch für den Betroffenen Schüler von einem Mitschüler ausgefüllt wurde (Fremdsicht). Das geht natürlich nicht mit jeder Klasse, da man einen Partner braucht, der einen gut kennt. Oh Wunder – es gab neben Übereinstimmungen natürlich auch Abweichungen – und es konnte auch kaum jemand erwarten, seinen Zettel endlich zurückzubekommen… Wichtig dabei ist natürlich, den SuS klarzumachen, dass man als Lehrer diese Zettel weder einsammeln noch anschauen wird.

Dann ist der Fokus schon ganz gut auf die Problematik der obigen Aussage in der Charakteristik fokussiert. Eigen- und Fremdwahrnehmung können danebenliegen. Aber auf was kann man sich denn in einem Text verlassen?

1. Der Erzähler

… kann ein Schelm sein, indem er die Wahrnehmung des Lesers lenken möchte – häufig in der auktorialen Gestalt. Dem neutralen Erzähler darf man da z.B. mehr trauen.

2. Aussagen anderer Figuren

… sind bei emotionaler Befangenheit kritisch zu hinterfragen, gelegentlich aber durchaus hilfreich, z.B. wenn mehrere unterschiedliche Charaktere die gleiche Ansicht teilen.

3. Aussagen der zu charakterisierenden Figur

… auch nicht ganz unproblematisch. Selbst ein Computergehirn wie HAL kann in der Selbstdarstellung danebenliegen.

4. Das Verhalten einer Figur

…empfinde ich als eine der noch verlässlichsten Quellen. Informationen darüber sind zudem aus eigenen Aussagen der Figur, Aussagen von anderen Figuren oder dem Erzähler ableitbar.

Nach dieser Stunde kam in der Überarbeitung einer mit Etherpad in Gruppen erstellten Hausaufgabe dieser Text heraus – 1:1 übernommen, 9. Klasse:

In dem Buch “Die Elixiere des Teufels” von E. T. A. Hoffmann wird man auf eine der Hauptfiguren aufmerksam, namens Aurelie. Sie ist die Tochter des Barons und die Geliebte des Medardus, dessen Mönchesleben in dem Buch beschrieben wird und die Hauptfigur ist und ihren Bruder umbrachte.
Aurelie wird von Rheinhold als ein ,, blödes unerfahrenes Mädchen” (Z.46, S. 26),  doch gleichzeitig auch als hübsche Frau angesehen ( S.27 Z.45). Rheinhold erzählt Medardus, dass ,,Aurelie  immer mehr das Ebenbild ihrer Mutter wurde”.
Verglichen dazu ist (S.45 Z.13) von dem gleichen die Beschreibung der Mutter: Sie sei eine ,,Braut, ein herliches von der Natur reich ausgestattetes Wesen”.
Nur mit ,,unbeschreiblicher Zartheit”(Z. 46, S. 22) kann sie sich einem öffnen, ansonsten bleibt sie in sich verschlossen und frisst alles in sich hinein.
,,Aurelie, das liebe, ahnungsvolle Kind, zerfloss in Tränen ”(S.48 Z.26), als sie Euphemies wahren Absichten von der Heirat des Vaters ahnt, jedoch, aus Schüchternheit bedrückt, sagt sie nichts, stattdessen weint sie nur demonstrativ .
Aurelie ist Euphemie´s Gegenbild, das bedeutet auch das ihr Verhalten mit dem von ihrer Stiefmutter Euphemie nicht übereinstimmt. Denn ”ihre Anspruchslosigkeit, ihr stilles Frommtun, hinter dem sich ein unleidlicher Stolz versteckt, ärgert” (S.63 Z.40) dieser. Euphemie ist gegenüber Aurelie eine egoistisch wirkende Person, die keine Rücksicht auf Verluste nimmt.
Euphemie stellt Aurelie gegenüber Medardus als “gutes Kind” (S.57 Z.36) dar. Bei der Durchsetzung ihres Planes hätte sie “es nur mit Hermogen zu tun” (S.57 Z.34) und nicht mit Aurelie.
Sie meint, entgegen ihrer Vorstellungen dass Aurelie ein anderes, immer zufriedendes Gesicht zeigt, statt das echte, mit großem Selbstwertgefühl, und bekennender Liebe.
Diese spricht nur im Beichtstuhl zu ihrer “verbotenen Liebe” (S.35 Z.2) Medardus ihre Gefühle offen aus (S.35 Z.8), doch auch hier war sie “im Wahnsinn hoffnungsloser Verzweiflung” (S.35 Z.5) und steht nicht dazu. Durch ihr Verschwinden wird ihre Unentschlossenheit nochmals deutlich.
Zusammenfassend kann man sagen, dass sie einerseits unschuldig, andererseits leidenschaftlich in Medardus verliebt ist, durch Unentschlossenheit und Leidenschaft geprägt.

Multimedialer Wahnsinn: Drei Tools in einer Stunde

vom 18. Februar 2011, in Deutschunterricht, von Maik Riecken

Ausgangslage:

Es galt zwei Figuren aus E.T.A. Hoffmanns Text “Die Elixiere des Teufels” auf Basis einer Menge Lesestoff pointiert zu charakterisieren. Dazu gab es zunächst eine vorbereitendeHausaufgabe, in der 10 Textstellen mit Ausdeutung zu ermitteln waren. Die klassische Auswertungsvariante wäre z.B. eine Gruppenarbeit gewesen, in der man sich auf wenige wesentliche Textstellen einigt oder die bestehenden kategorisiert.

Aufgaben im Klassenblog:
Stelle auf Basis deiner Hausaufgabe und dem im Anschluss verlinkten Originaltext Zitate in den gemeinsam bearbeitbaren Dokumenten zusammen, die die dir zugewiesene Figur charakterisieren. Du kannst dafür den Originaltext durchsuchen und auch Zitate direkt herauskopieren (Menu “Bearbeiten” => “Suchen und ersetzen”.

  • <Link auf ein GoogleDocs-Dokument, welches den Text enthielt>
  • <Link auf Etherpaddokument zu Figur 1>
  • <Link auf Etherpaddokument zu Figur 2>

Schreibe auf Basis von Aufgabe 1 eine kurze Charakteristik der jeweiligen Figur, indem du <Link auf Schuletherpad> folgst (Create new Pad). Verlinkt euer Dokument in einem Blogbeitrag.

Zuschauen im Etherpaddokument:

Spannend ist der phasenartige Verlauf: Zunächst herrscht noch wenig Aktivität, dann stoßen mehr und Mehr SuS dazu. Da alle ihre Hausaufgabe einbringen, entstehen schnell Doppelungen und der Einzelne muss ziemlich schauen, damit er noch etwas Neues beiträgt. Der Screencast wurde mit der Time-Slider-Funktion von Etherpad und ffmpeg realisiert. Am besten schaut man sich das in der Vollbildansicht an – die Artefakte sind doch beträchtlich.

Erfahrungen:

  1. Es sollte ein moderner Browser sein – ansonsten funktionieren die Skripten für Etherpad und GoogleDocs nicht
  2. Ich habe die Chance vertan, die Ergebnisse im Pad kategorisieren zu lassen (merken!)
  3. Alle waren beteiligt an der Erstellung des Arbeitsergebnisses
  4. Die SuS gingen sehr intuitiv mit Etherpad um

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