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	<title>riecken.de &#187; Bildung</title>
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	<description>Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule</description>
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		<title>Warum reflektiertes Benutzen nicht reicht (ipv6)</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 10:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tech-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[IPv4]]></category>
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		<description><![CDATA[
"Ich möchte meinen Computer und das Internet einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Ich möchte meinen Computer und das Internet einfach nur benutzen. Technisches Verständnis über die Vorgänge hinter den Kulissen interessieren mich nicht. Bei meinem Auto wird auch niemand von mir verlangen, dass ich die Spur einstellen oder die Zylinderkopfdichtung wechseln kann. Um ein Auto zu fahren, sind Praxis und Kenntnisse über die allgemeinen Regeln des Straßenverkehrs ausreichend. Um das Internet oder den Computer zu nutzen reichen Fähigkeiten auf analogen Ebenen aus. Ich will nichts über Übertragungsprotokolle wissen &#8211; ich will einfach nutzen.&#8221;</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">So oder so ähnlich lassen sich gelegentlich Aussagen zur Ausrichtung eines medienpädagogischen Konzeptes zusammenfassen, wenn es darum geht, wie das Internet genutzt werden soll und welche Kompetenzen dafür tatsächlich notwendig sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt zur Zeit einen Bereich, der evolutionären Fortschritt durch das Internet in meinen Augen massiv verhindert, weil eben viele Nutzer und Lehrende genau so denken: Ich spreche von der Einführung von ipv6. Was ist das?</p>
<p style="text-align: justify;">Jedes Gerät in einem Computernetzwerk wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert, die sogenannte IP. Vernetzte Geräte reden nicht durch &#8220;Domainnamen&#8221; wie z.B. &#8220;riecken.de&#8221; miteinander, sondern erkennen sich an einer Nummer, die für das jeweilige Gerät eindeutig. Diese Nummer hat zur Zeit folgendes Format:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="font-size: medium;">xxx.xxx.xxx.xxx</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dabei ist &#8220;xxx&#8221; eine Zahl zwischen 0 und 255, z.B. ist &#8220;88.198.182.180&#8243; die IP des Rechners von riecken.de. Rechnerisch gibt es nur eine begrenzte Anzahl von zur Verfügung stehenden IPs, nämlich</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>4.294.967.296</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Davon sind zur Zeit noch übrig:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>ca. 245.000.000</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die Vergabestelle für IP-Adressen rechnet damit, dass in spätestens zwei Jahren der letzte Adressblock aus diesem Pool an einen Anbieter vergeben wird. Durch ein paar Tricks wie z.B. NAT lassen sich die Adressen besser ausnutzen, jedoch bringt <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Network_Address_Translation" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Network_Address_Translation" target="_blank">NAT</a> so einiges an anderem Ärger mit sich. Bei Beibehaltung des jetzt bestehenden <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv4" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv4" target="_blank">IPv4-Systems</a> gehen &#8220;uns&#8221; die Adressen bald aus &#8211; es soll ja auch bevölkerungsreiche Schwellen- und Entwicklungsländer geben, die auch ins Internet wollen.  Deshalb wurde schon vor längerer Zeit ein neues System &#8211; <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv6" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv6" target="_blank">IPv6</a> &#8211; ersonnen, welches die Anzahl der Geräte in einem Netzwerk massiv erhöht, nämlich auf:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>≈ 340 Sextillionen = 3,4·10<sup>38</sup></strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Jedes Handy, jeder Dienst auf meinem Server &#8211; einfach alles, was in einem Netzwerk hängt &#8211; könnte eine eigene IP erhalten, wodurch viele, viele nette Spielereien möglich würden, für man heute einiges an Klimmzügen machen muss. Vor alle das Thema Sicherheit wäre ein ganz anderes, weil hinter jeder IP nur ein Dienst &#8220;lauert&#8221;, der eventuell eine Angriffsfläche bietet statt heute z.B. bei einem populären Betriebssystem mehrere. Zertifikatsbasierte Kommunikation wäre auch ohne staatliche Instanz möglich, von Bürgern initiierte Mininetzwerke und und und..</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;"><span id="more-2316"></span><br />
</span><span style="font-size: small;">IPv6 wird nicht eingeführt. Hier nur die wichtigsten Gründe:</span></span></p>
<ul>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Der DSL-Router des Durchschnittskunden braucht mindestens ein Firmware-Upgrade</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Einfache Netzwerkhardware in der Hausinstallation funktioniert u.U. nach der Umstellung auf IPv6 nicht mehr (richtig)</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Das Betriebssystem des Kunden und sämtliche Software müssen IPv6-fähig sein</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Jeder V- und Rootservermieter muss alle seine Dienste auf IPv6 umstellen (das Ende für confixx- und pleskklickende &#8220;Administratoren&#8221;)</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">auch das Handy müsste IPv6-tauglich sein</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">&#8230;</span></span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Die Anbieter fürchten massiv, dass ihre Kunden mit &#8220;all dem Kram&#8221; nicht zurechtkommen werden und sich massive Supportstürme ergießen. Die Anbieter müssen fürchten, dass der &#8220;benutzende Kunde&#8221; das einfach für einen Marketinggag der IT-Industrie hält und nicht einsieht, sich neue Endgeräte anzuschaffen, wenn die seinen sich nicht IPv6-fähig machen lassen oder gar an seinem Betriebsystem Einstellungen verändern muss (der IE6 wird wohl damit auch nicht funktionieren, ebenso wie viele ältere Smartphones). IPv6 ist aber notwendig, um das weltweit zu garantieren, was im Web2.0 wieder und wieder proklamiert wird: Persönliche Entfaltung und maximale Vernetzung. Aber: Lasst uns damit unbedingt warten, bis die IPv4-Adressen alle sind.</p>
<p style="text-align: justify;">IPv6 wird in Schwellen- und Entwicklungsländern, die neu ins Internet aufbrechen gar kein Thema sein &#8211; es wird von Anfang an dort eingeführt. Die &#8220;Wende im Internet&#8221; ist im Bereich von IPv6 finanziell kaum ohne die Nutzer zu schaffen. Technische Kompetenz wird dabei eine zentrale Rolle spielen: Ich muss einsehen, warum das notwendig ist und was es mir persönlich bringt &#8211; schwierig &#8211; denn es ist schwer vorherzusagen, was sich die menschliche Kreativität für ein System wie IPv6 ersinnt.  Ich werde IPv6 nicht &#8220;<em>einfach nutzen</em>&#8221; können, wie mein Auto, sondern ich werde u.U. viel Geld für Hardware und Dienstleistungen in die Hand nehmen müssen, wenn ich nicht bereit bin, mir die zur Umstellung notwendige technische Kompetenz anzueignen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gut, dass das beim neuen Auto ganz anders ist. Da will ich nutzen, ich will schick und ich will Status. Ok &#8211; die XENON-Birne muss in der Werkstatt gewechselt werden und bei jedem Defekt werden ganze Baugruppen getauscht, auch wenn das eigentliche kleine Ersatzteil nur ein paar Euro kostet &#8211; aber das hat alles nichts mit der technischen Kompetenz des Kunden zu tun. Die Ersatzbaugruppe für 800 Euro ist schließlich günstiger als zwei Stunden Fehlersuche eines geschulten Mechatronikers &#8211; oder?</p>
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		<title>Ein kleines, fiktives Interview mit Herrn Riecken</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 11:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Position]]></category>
		<category><![CDATA[Riecken]]></category>

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		<description><![CDATA[... welches klammheimlich die Seite "Über dieses Blog" [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8230; welches klammheimlich die Seite &#8220;Über dieses Blog&#8221; ersetzt hat, jedoch so natürlich nicht im Feed auftaucht. Es ist dafür gedacht, mehr Orientierung für diejenigen zu schaffen, die hier nur zufällig vorbeistreifen und unbedingt etwas von mir wissen wollen. Dazu sollte ich noch sagen, dass das hier alles Meinung, Erfahrung und keineswegs Wissenschaft ist.  Zudem denke ich, dass viele meiner hier dargelegten Positionen streitbar sind. Absicht.</p>
<p><strong>Herr Riecken, bitte stellen sie sich unseren Leserinnen und Lesern  kurz vor!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mein Name ist Maik Riecken, ich bin Jahrgang 1974. Ich habe 1. und 2. Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Chemie und unterrichte heute &#8211; an einem Tag im Jahr 2010 seit sieben Jahren an einem Gymnasium in einer Kleinstadt in Niedersachsen ebendiese Fächer. Vorher war ich im Referendariat an einem Gymnasium in Itzehoe, Schleswig-Holstein, dem ich bei Lichte betrachtet, jeden meiner schulischen Grundsteine verdanke. Ich bin nicht pädagogisch arm in die Schule gekommen, sondern konnte auf vielfältige Erfahrungen innerhalb der  kirchlichen Jugendarbeit zurückblicken. Von der Organisation von großen Freizeiten mit ca. 300 Teilnehmenden bis zur Leitung von Gruppenstunden war in dieser Zeit eigentlich alles dabei &#8211; auch Kochen oder Einkaufen für Großgruppen oder das Flicken von Zelten., später sogar die thematische Arbeit mit Schulklassen, bei denen oft genug dann der Lehrer das eigentliche Problem war. Das Entscheidende für meinen heutigen Beruf war dabei meine Arbeit mit Menschen &#8211; etwas, was in der gesamten Studien- und Lehrerausbildungszeit so gut wie gar nicht vorkam. Entscheidend war aber auch die Erfahrung, dass man auch in desolaten Situationen handlungsfähig bleiben kann, wenn man muss.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Haben Sie Familie?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja &#8211; und Sie wären über ihre Größe überrascht. Aber die entscheidet selbst über den Grad an Öffentlichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sind Sie ein guter Lehrer?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich bringe meinen SuS bei, dass die Kategorien &#8220;gut&#8221; und &#8220;schlecht&#8221; nichts taugen. Für jemanden, der bei mir nur optimierbare Noten schreibt, dem ich aufgrund des Systems <a title="http://riecken.de/index.php/2010/03/ich-bin-ein-schlechter-lehrer/" href="http://riecken.de/index.php/2010/03/ich-bin-ein-schlechter-lehrer/">kaum gerecht </a>werden kann, der auch bei mir wie bei allen anderen nicht auffällt, bin ich ein schlechter Lehrer. Für jemand anderen vielleicht ein guter. Vor dem eigenen Selbst zählt für die Bewertung nur eine Sache: Mag man als Lehrer seinen Job? Ich mag ihn.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was mögen Sie an ihrem Beruf?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dass er für mich nicht einfach nur ein Beruf ist, sondern ein soziales Experimentierfeld, eine Tätigkeit, die mein Leben lang ausgeübt habe und noch heute immer wieder genieße: Den Umgang mit Menschen. Dazu gehören schwere Niederlagen ganz genauso wie ergreifende Momente, etwa wenn SuS mir unter vier Augen ehrlich sagen, dass sie eine Handlung oder ein Verhalten von mir nicht angemessen fanden &#8211; im Grunde gibt es für eine Lehrkraft kein größeres Lob als das, weil es zeigt, dass Vertrauen jenseits von fachlicher Wissensvermittlung vorhanden ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2123"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was mögen sie nicht an ihrem Beruf?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zur Zeit mag ich die Tatsache nicht, dass es neben den eigentlich wichtigen Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen noch ganz <a title="http://riecken.de/index.php/2010/01/lieber-bildungsforscher/" href="http://riecken.de/index.php/2010/01/lieber-bildungsforscher/" target="_blank">viele andere Menschen</a> gibt, die meine Arbeitskraft direkt oder indirekt von den eben genannten, zentralen Personen abziehen. Guter Unterricht an sich ist ein Fulltimejob.</p>
<p style="text-align: justify;">Momentan soll ich zusätzlich auch noch <a title="http://riecken.de/index.php/2008/12/schulische-evaluation/" href="http://riecken.de/index.php/2008/12/schulische-evaluation/" target="_blank">evaluieren</a>, messen und &#8220;Traumtänzerkonzepte&#8221; umsetzen, die für mich immer den latenten Vorwurf enthalten, dass die Arbeit, die ich gerade mache, einfach nicht genügt, weil ich selbst Schuld bin. Ganz schlimm finde, wenn einige dieser  Bildungsexperten  ein Ziel vorgeben, sich aber überhaupt nicht darüber bewusst sind, dass die eigentliche Arbeit nicht in der Formulierung des Ziels, sondern in dem Weg dorthin liegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Sprachlich findet für mich diese Position dadurch Ausdruck, dass man davon spricht, dass Schule sich sowieso &#8220;selbst abschafft&#8221;, dass wir nicht eine Tranformation (Weg), sondern eine Revolution (Ziel) benötigen, als wenn die dazu notwendigen Strukturen vom Himmel regnen würden.</p>
<p style="text-align: justify;">Unglaubwürdig wird es für mich vollends, wenn die &#8220;Reformer&#8221; so wichtige Schlüsseltechnologien, wie sie im Web2.0 zu finden sind, nicht oder nur stark eingeschränkt beherrschen. Wenn ich z.B.  Kompetenzen fordere, dann muss ich auch auf Basis meiner eigenen Kompetenzen jeden Tag in der Lage sein, zu lernen &#8211; dabei beherrsche ich dann automatisch immer mehr Tools &#8211; objektorientiert aufgebaut sind sie z.B. alle irgendwie.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit neuen Konzepten kann man zwar in der Öffentlichkeit Eindruck machen, holt jedoch keine Lehrkraft hinter dem Ofen hervor. Klar sind wir weisungsgebunden und klar kann man &#8211; so man wollte &#8211; diese Konzepte befehlen, sie verordnen. In Schule mache ich jedoch die Erfahrung, dass derartige Konzepte die jeweilige Legislaturperiode kaum überdauern, d.h. ich schreibe z.B. heute ein neues Curriculum bzw. Konzept und kann es in spätenstens drei Jahren in die Tonne kloppen. Das halte ich aus motivationaler Sicht für suboptimal. Und nachhaltige Arbeit und ein Schauen auf die Wirkung einer Reform sind auf diese Weise auch eher schwierig zu realisieren &#8211; geschweige denn eine Evaluation, die einen echten Sinn hätte.</p>
<p><strong>Was würden Sie an Schule ändern?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Da wäre zu unterscheiden zwischen strukturellen und internen Veränderungen.  Weiterhin müssen wir berücksichtigen, dass die Zeit der wirtschaftlichen Krisen noch lange nicht vorbei ist &#8211; da laufen demnächst noch Mietverträge von Immobilien großer europäischer Immobilienfonds aus und wir erinnern uns daran, womit der ganze Kram in den USA angefangen hat. Daher muss im Bildungssystem gespart werden und trotzdem darf das nicht dazu führen, dass unser Bildungssystem kollabiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich sehe keine Alternative zur kompletten Aufgabe des Bildungsföderalismus. Er kostet uns unnötig Geld und verschwendet geistige Ressourcen, die man meiner Meinung nach besser bündeln sollte.  Wir werden es uns auf Dauer nicht leisten können, dass sich jedes Kultusministerium in diesem Land didaktisch selbst verwirklicht &#8211; und wenn wir schon die PISA-Ergebnisse zur &#8220;Herbeiführung eines längeren gemeinsamen Lernens&#8221; bemühen, dann sollten wir auch anerkennen, dass die PISA-Gewinner ihr Bildungssystem eben nicht dezentral organisieren. Alles andere halte ich für Rosinenpicken.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir müssen es ferner schaffen, Bildung in irgendeiner Weise von politischen Legislaturperioden abzukoppeln, um Kontinuität und Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Vielleicht ist das Bildungssystem in der Hand einer unabhängigen NGO besser aufgehoben. Das wird sich politisch allerdings noch schwerer durchsetzen lassen als die Aufgabe des föderalistischen Prinzips, da Politik in nahezu keinem Feld aufgrund der Trümmer unseres zerfallenden globalisierten, kapitalistischen Systems noch große Gestaltungsmöglichkeiten hat und das Bildungssystem hier in den letzten Jahren nach meiner Meinung immer eine Art &#8220;letztes Refugium&#8221; war. Politik muss dieses neu zu schaffende System natürlich kontrollieren können (&#8220;alle Gewalt geht vom Volke aus&#8221;), weswegen ich zentrale Vergleichstests nach Klasse 2,4,6,8,10  und 12 vorschlage &#8211; wenn die sich <a title="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6106" href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6106" target="_blank">auf dem bisherigen Niveau schulübergreifender Vergleichstests bewegen</a>, wird das natürlich nichts. Wieder einmal in Skandinavien gibt es damit bereits konkrete Erfahrungen. Die Kompetenz-/Literacydidaktik erfordert m.E. keinerlei vorgegeben Inhalte (=&#8221;Lehrpläne&#8221;) mehr. Gleichwohl gilt es in meinen Augen anzuerkennen, dass Kompetenzen und &#8211; umfassender  &#8211; Literacy ohne Inhalt vollkommen wertlos sind und es gilt anzuerkennen, dass es didaktische Konzepte in der klassischen Schule gibt, die auch einen Sinn ergeben, weil sie sich bewährt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die aufnehmende Institution soll nach der Schullaufbahn entscheiden, wer für den jeweiligen Ausbildungs- bzw. Studiengang geeignet ist (Eingangstests). De facto passiert das bereits in fast jedem größeren Ausbildungsbetrieb. Da wird nicht mehr auf sowas wie &#8220;Noten&#8221; geblickt oder eben nicht sehr  lange &#8211; das sagt ja auch schon etwas über unser jetziges Schulsystem aus. Ich habe das selbst in meiner Studienzeit vor Hauptseminaren erlebt, an denen man nur teilnehmen konnte, wenn es gelang, den Eingangstest zu bestehen &#8211; und das waren prägende Hauptseminare auf hohem inhaltlichen Niveau.</p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt könnte man berechtigterweise einwenden, dass durch die &#8220;Gleichmacherei&#8221; das Wettbewerbsprinzip im Bildungssystem wegfiele. Ich möchte dieses Prinzip nicht auf Bundeslandebene, sondern auf Schulebene verwirklicht sehen und damit sind wir bei den inneren Reformen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich finde es ausgesprochen wichtig, Schule von innen zu reformieren. Dafür braucht es Vertrauen und Freiheit, weil das den Schulfrieden gefährdet. Wenn auf die oben angesprochenen Vergleichstests vorbereite, habe ich inhaltliche Freiheiten ohne Ende. Schule steht und fällt für mich mit den Lehrkräften. Nur das Beste sollte gut genug für unsere Kinder sein. Der Schlüssel hier liegt für mich in der Persönlichkeit des Lehrers. Wer hier ein Bewusstsein um die eigenen Stärken und Schwächen mit externer Unterstützung zu entwickeln vermag, wird anderen Unterricht als vorher machen. Diese Lehrkräfte müssen allerdings auch mit den Freiheiten (s.o.) umgehen können. Dafür braucht es eine geeignete Ausbildung und ein Fortbildungs- und Unterstützungsangebot an dem verbindlich teilgenommen werden muss. Und es braucht geeignete und entsprechend qualifizierte Führungskräfte an den Schulen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wo sollen die ganzen verantwortungsbewussten und führungsstarken Persönlichkeiten, die Sie hier auf höchstem Niveau fordern, denn herkommen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In der Tat ist der Lehrerberuf zur Zeit anscheinend objektiv unattraktiv, trotzdem ja immer wieder die exorbitant ausufernden Ferien, dir fulminante Bezahlung und die Unkündbarkeit an den Stammtischen bemüht werden. Also müssten wir uns vor Bewerbern kaum retten können &#8211; das Gegenteil ist jedoch der Fall: Wir laufen auf einen Lehrermangel zu, der sich in meinem Bundesland Niedersachsen durch zahlreiche politische Reaktionen niederschlägt, z.B. Änderungen am Laufbahnrecht zu Gunsten von Quereinsteigern, einer verkürzten Referendariatsszeit usw.. Was ist da los? Wir sind bestens bezahlt und abgesichert &#8211; trotzdem will keiner den Job.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich vermute, dass das zu einem ganz großen Teil an dem mangelnden Handlungsspielraum liegt, den ich als Lehrer, aber noch viel mehr als Schulleiter habe. Klar kann ich z.B. vorgeblich problematische Kollegen &#8220;wegekeln&#8221; &#8211; ob ich dann jemand neues nachbekomme, der über gleichwertige Qualifikationen verfügt, steht mittlerweile in den Sternen. Ich habe aber auch als Schulleiter nicht die Möglichkeit, dem betroffenen Kollegen Unterstützungsangebote zu machen (was bei Lichte betrachtet viel effektiver wäre). Schulleiter, die das trotz aller Widrigkeiten lange Zeit hinbekommen haben, sehen sich jetzt mit der &#8220;selbstständigen Schule&#8221; konfrontiert, wobei sich die Selbstständigkeit meist darin erschöpft, dass Aufgaben, die ehemals dem Ministerium zufielen, nun von der Schule geleistet werden müssen &#8211; z.B. Einstellungsverfahren. Auch für den einfachen Lehrer ließen sich eine Reihe von Einschränkungen aufzählen, die den Beruf losgelöst von jedweder Bezahlung unattraktiv machen, da ich den Menschen von Natur aus für explorativ halte. Deswegen habe ich weiter oben auch von Freiheit für die Schulen gesprochen. Sie kostet kein(!) weiteres Geld, bedeutet jedoch Kontrollverlust und kann auch m.E. ein wesentlicher Beitrag zur Attraktitätssteigerung des Lehrerberufes sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch eine Politik, die sich vor ihre Lehrkräfte stellt und damit mit dazu beiträgt, das Ansehen von Lehrerinnen und Lehrern in der Bevölkerung zu stärken &#8211; ein wesentliches Merkmal der PISA-Gewinnerländer &#8211; kann mit dazu beitragen &#8211; kostet auch nichts. Wie ist es möglich, dass ein Land wie Finnland hunderte von Bewerbern für den Schuldienst in einem harten Verfahren aussortiert, obwohl die Bezahlung und die Versorgung &#8211; das sind keine Beamten! &#8211; wesentlich schlechter als in Deutschland sind? Wir reden in Niedersachsen mittlerweile von Quereinsteigern, die sich ihre Berufsqualifikation im Schuldienst selbst holen &#8211; ich kenne Beispiele, wo das super klappt, aber auf breiter Front?</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie stehen Sie zum dreigliedrigen Schulsystem in der bestehenden Form?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Momentan unterrichte ich an einem Gymnasium. Ich bin für Vielfalt. Ich denke, dass es ein Gewinn ist, dass wir in Deutschland verschiedene Schulformen anbieten. Ich denke, dass es ein Verlust und falsch wäre, ein Schulsystem ganz gleich welcher Ausgestaltung zu &#8220;verordnen&#8221;. Es gibt Gesamtschulen, die ausgezeichnet laufen und auf die auch &#8220;Bürgerliche&#8221; wie diejenigen, die gerade in Hamburg gegen die sechs gemeinsamen Jahre Sturm laufen, ihre Kinder gerne schicken würden. Es gibt Gesamtschulen, die einen schlechten Ruf genießen. Auch jede andere Schulform kann u.U. sehr ambivalent wahrgenommen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum sollte eine Schule in einem sozialen Brennpunkt eigentlich die gleiche Kultuspolitik benötigen wie eine auf dem Land? Auch das spricht für mich mehr dafür, schulspezifisch zu schauen und Schulprofile real und nicht nur auf dem Papier auszuschärfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Schule, die von innen heraus an sich arbeitet, hat ihren Ruf in meinen Augen besser in der Hand &#8211; losgelöst von ihrer Organisationsform. Daher empfinde ich die momentanen Schulstrukturdebatten als wenig neu und noch weniger hilfreich, weil ich den Ansatzpunkt nicht allein im &#8220;externen Bereich&#8221; sehe. Ich möchte produktiven Wettbewerb mit sozialen Komponenten wie z.B. Unterstützungsangebote für Schulen, die diesem Druck nicht standhalten. Und ich halte es auch nicht für abwegig, die Schulpflicht zu überdenken. Da ich ausgesprochen gerne in der Sekundarstufe II unterrichte, habe ich ein egoistisches Interesse daran, Bildung in der Sekundarstufe I zu verbessern, da ich später selbst davon ideell profitiere. Durch ein gewisse &#8220;Konkurrenz&#8221; durch z.B. Unschooler oder eben andere Schulen erhoffe ich mir auch dort Impulse.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das klingt alles wie eine Utopie</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist eine. Tatsächlich geht die Bewegung in eine ganz andere Richtung. Die Politik möchte meiner Meinung nach nicht weniger Einfluss, sondern mehr. Mein Einfluss auf die ganz großen Räder ist begrenzt. Mein Einfluss auf meinen Alltag ist es nicht. Wenn Schule sich verändern soll, dann kann das m.E. momentan nur aus dem Inneren der Gesellschaft heraus geschehen.</p>
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		<title>Der Philosophieprofessor</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 16:12:37 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es war ein langer Tag an der Uni, zum Kochen hatte ich keine Lust, also ging ich in die nahegelegene Studentenkneipe, in der früher über der Bar noch eine Lehmann-Eisenbahn im Pendelbetrieb verkehrte. Es gab keinen Tisch mehr. Nur noch ein Platz war frei. Daran saß ein Philosophieprofessor, bei dem ich ein Proseminar für das für Lehrämter obligatorische Philosophicum besuchte. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber ich fragte ausgerechnet ihn, ob der Platz noch frei wäre. Die Geschichte endete in einem sehr persönlichen Gespräch und mit einer beglichenen Rechnung für mich: &#8220;Sie sind Student, ich bin Professor, Ihren Stolz können Sie weder essen, noch am Wochenende in eine Bar tragen &#8211; ich erledige das für Sie&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Gespräch wanderte von einem Thema zum anderen &#8211; ein Satz beschäftigt mich bis heute: Er sagte, dass es arrogant von den Philosophen wäre zu glauben, dass allein ihre Tätigkeit des Denkens sie in ihrer Existenz rechtfertigen würde. Philosophen müssten sich seiner Meinung nach überlegen, wie sie unserer Gesellschaft fern von Elfenbeintürmen dienen könnten, in Wirtschaftsbetrieben, in NGOs, wo auch immer. Diese Gedanke verwirrte mich ebenso wie ein neuer physikalischer Bewegungsbegriff &#8211; fern ab von Newton. Mit Diogenes existiert innerhalb der Philosophie in romantischer Verklärung das Bild des Denkens um des Denkens Willen und in meiner damaligen Unerfahrenheit war ebendieses Bild so fest verankert.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-1531"></span></p>
<p style="text-align: justify;">In keinem anderen Bereich wird heutzutage so viel gedacht wie im Bereich der Bildung, was das eigentlich bedeutet, wie man sie verbessern könnte, was das Web2.0 am Bildungsbegriff ändert usw. Ich erlebe sehr selten Denkende in diesem Bereich, die gleichzeitig dazu handeln &#8211; das überlassen mir zu viele von ihnen dann den Lehrkräften vor Ort. Ihr Denken ist in den eigenen Augen eine große Leistung, ihre Ziele sind ritterlich: Sie wollen die Bildung in unserem Land verbessern. Weil ihre Ziele so uneigennützig, edel, vollkommen, durch die Hirnforschung wissenschaftlich bestätigt und richtig sind, regt sich unter ihnen gelegentlich Kopfschütteln darüber, dass das Schulsystem, dass sich die Lehrenden einfach nicht bewegen, dass Lehrende selbst eindeutige curriculare Vorgaben aussitzen, sich den modernen Lehrmethoden verweigern. Dieses Kopfschütteln erlebe ich immer wieder auf Fortbildungen zu den neuen Curricula.</p>
<p style="text-align: justify;">Lehrende stigmatisieren diese &#8220;Bildungsdenker&#8221; ebenso oft als Menschen aus dem Elfenbeinturm, die von der Praxis keine Ahnung hätten, die nicht den Zwängen des Alltags ausgesetzt seien usw. Da knallt dann auch schon einmal eine Tür oder der Ton wird doch recht direkt. Zudem lassen sich Lehrkräfte, die dann die notwendigen Informationsveranstaltungen durchführen, bestimmt gar nicht so einfach finden. Wenn sich schon die Denker den Anfeindungen des Volkes nicht direkt aussetzen, warum sollten es dann Mittelsmänner und -frauen tun wollen?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Lehrenden vor Ort empfinden sich auch als ritterlich, edel und gutherzig: Sie stehen vor großen Klassen, viel zu kleinen Räumen, einer Schulorganisation im 45-Minutentakt, vor Doppeljahrgängen und bewältigen diese Aufgabe. Und da kommen jetzt die Denker mit ihren neuen Ideen. Ich erlebe es mehrmals im Jahr, wie durch die Denker hervorragende Konzepte und Ideen,<em> die aus dem Alltag der Schule erwachsen sind</em>, nicht mehr im gegebenen curricularen Rahmen durchführbar sind und im Kontext einer Reformenflut eingestampft werden müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und da  haben wir in wieder: Den Kampf zwischen Theorie und Praxis, der Schule lähmt und ihre Entwicklung stagnieren lässt. Dabei schreibt und denkt <a title="http://shiftingschool.wordpress.com" href="http://shiftingschool.wordpress.com" target="_blank">Lisa Rosa</a>:</p>
<p style="text-align: center;"><em>&#8220;Zum Verhältnis von Theorie und Praxis hab ich schonmal etwas gesagt: Die eine kommt ohne die andere nicht aus.&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das ist in meinen Augen *zur Zeit* eine Worthülse. Zur Zeit hat es für mich den Anschein, dass die eine Seite sehr wohl ohne die andere auskommt, denn was würde eine Synthese der beiden Felder denn anderes bedeuten, als den Praktikern Zugang zu den grünen Tischen zu verschaffen und den Denkern direkten Zugang zu den Schulen? Kümmert sich jemand um die nachhaltige Überwindung des über Jahre aufgerissenen Grabens? Wer baut die notwendigen Brücken?</p>
<p style="text-align: justify;">Den Praktikern Zutritt zu verschaffen darf dabei nicht darauf hinauslaufen zu sagen: &#8220;Ja, dann komm&#8217; doch!&#8221; Es muss eine Anerkennung für diese besondere Engagement erfolgen, die mindestens in der Gewährung von Freiraum bestehen muss, der eine nachhaltige Partizipation bei simultaner Erfüllung aller anderen Pflichten ermöglicht, gleichzeitig aber so minimal ausfällt, dass der neu Engagierte nicht nicht Bezug zum Alltag verliert &#8211; das wirft man in &#8220;meinen Kreisen&#8221; Kolleginnen und Kollegen ja oft vor, die ins voll ins Ministerium oder an das Ausbildungsseminar wechseln.</p>
<p style="text-align: justify;">Anerkennung ist dabei für mich das eigentliche Stichwort. Die Arbeit der Denker ist wichtig und generalisierende Kritik oft unfair. Bildungsdenken ohne konkreten Alltagsbezug ist es auch, weil die damit verlangten Änderungen oft rein praktisch nicht möglich sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Anerkennung in Worten hat für mich in diesem Kontext nur sehr marginalen Wert. Anerkennen kann *ich* nur das konkrete Handeln &#8211; ein für  mich glaubhafter Bildungsdenker muss mir konkrete Produkte, Projekte zeigen können, die er selbst im Alltag erfolgreich gestaltet hat und einsetzt. Und wenn  eine Schule etwas von sich aus tut, was diese Schule weiterbringt, dann muss diese Schule das dürfen dürfen &#8211; ich glaube, dass das genau der Punkt ist, wenn manche Schulen den Wunsch äußern, einfach einmal &#8220;in Ruhe gelassen zu werden&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Von dem Philosophieprofessor fühlte ich mich an diesem Abend anerkannt trotz des materialistischen Ausbruchs. Und aus dem Besuch seines Seminars wusste ich auch, dass er konkret handelt. Er schien mir innerhalb seiner Fakultät ein Außenseiter zu sein.</p>
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		<title>1. Reflexion: Moodlekurs zur Medienerziehung</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/01/1-reflexion-moodlekurs-zur-medienerziehung/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 16:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moodle]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[erste]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ca. zwei Wochen habe ich meinen Kurs zur Medienbild [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Vor ca. zwei Wochen habe ich meinen <a title="http://riecken.de/index.php/2010/01/download-moodlekurs-mit-ideen-zur-medienbildung/" href="http://riecken.de/index.php/2010/01/download-moodlekurs-mit-ideen-zur-medienbildung/" target="_blank">Kurs zur Medienbildung</a> vorgestellt. Wir setzen ihn in dieser Woche gerade bei uns in der Schule lerngruppenübergreifend ein, was insbesondere ein deutliches Plus für die integrierten Aktivitäten (Chat, Forum) ist. Hier kommt es sogar teilweise zu lerngruppenübergreifenden Diskussionen. Einige SuS nutzen den Kurs sogar in ihrer Freizeit, um weiterzudiskutieren &#8211; das Konzept funktioniert also prinzipiell. Desweiteren habe ich bei drei unterschiedlichen Klassen, die ich im PC-Raum erlebt habe, kaum wahrgenommen, dass etwas anderes als die Aufgaben während der 90-minütigen Doppelstunde bearbeitet worden ist. Der Einsatz von Film und Text bietet offenbar genügend Abwechslung für 7. Klassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicht überrascht hat mich, dass Jasper gerade bei den Mädchen am besten ankam, Die kreative Leistung von Fabsi wurde dagegen kaum gewürdigt. Nunja. Die Erfahrungen dieses Kurses sollen ja eh noch in einer nachfolgenden Stunde nachbereitet werden&#8230; Auch so manche Diskussionskultur.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Umfrage</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der erste Baustein enthält eine kleine, anonyme Umfrage &#8211; hier einige, m.E. bemerkenswerte Ergebnisse:</p>
<ol>
<li>Durchschnittlich verbringen unsere SuS der 7. Klasse 1,85 Stunden täglich im Internet</li>
<li>53% bereiten ihre Hausaufgaben mit Hilfe des Netzes vor</li>
<li>73% haben schon einmal ein Foto von sich veröffentlicht, immerhin 28% schon ein Video</li>
<li>23% haben schon schlechte Erfahrungen im Netz gemacht (Beleidigungen, Betrügereien etc.)</li>
<li>45% geben an, dass sie bereits eigene Texte im Netz erstellt/veröffentlicht haben (inkl. Forenposts)</li>
</ol>
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		<title>Mehr Bildung in Blogs &#8211; mitmachen und gewinnen!</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2009/12/mehr-bildung-in-blogs-mitmachen-und-gewinnen/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 14:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Literatenmelu]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Melanie Unbekannt, im Netz besser bekannt unter "Litera [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Melanie Unbekannt, im Netz besser bekannt unter &#8220;<a title="http://twitter.com/literatenmelu" href="http://twitter.com/literatenmelu" target="_blank">Literatenmelu</a>&#8220;, ruft in Ihren Blog zu einem Wettbewerb auf. Im <a title="http://www.literatenmelu.de/1154/mehr-bildung-in-blogs-mitmachen-und-gewinnen/" href="http://www.literatenmelu.de/1154/mehr-bildung-in-blogs-mitmachen-und-gewinnen/">Teaser</a> fordert sie dazu auf, fünf Fragen zum Thema Bildung zu beantworten, um vielleicht einen den attraktiven ausgelobten Preise zu ergattern. Wohlan, Preise mag ich&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Vor allem daran, dass Schule für mich immer eine Nebensache war und daran, dass das Leben während der Schule vorwiegend in den Pausen stattfand. Das änderte sich in der Oberstufe ein wenig, weil die dort angebotenen Texte und Materialien teilweise wirklich zum Nachdenken anregten. Vor allem erinnere ich mich daran, dass es sehr wenige Lehrerinnen und Lehrer gab, die mich beeindrucken, immer noch, weil es Persönlichkeiten waren. In der Regel waren es nicht diejenigen, die versucht haben, den reinen Kuschelstil zu fahren, sondern diejenigen, die berechenbar und dadurch fair waren.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-1376"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zu meiner Zeit hat man in der Regel geschrieben. Selbst die sündhaft teuren Sprachlabore waren bereits schon wieder auf dem Rückmarsch &#8211; ich habe ein solches vielleicht fünf Mal von Innen gesehen. Es gab Overheadprojektoren und schon damals durften auch wie Schüler dort selbst Folien beschriften. In den Naturwissenschaften wurden so skurrile Dinge wie das Epidiaskop (&#8220;Bücher an die Wand projezieren&#8221;) verwendet und natürlich auch Videofilme sowie Dias. Natürlich gab es in den Fremdsprachen auch Hörverstehensübungen mit dem Kassettenrekorder (nee, CD war noch nich) oder sogar Rollenspiele. Tafel und Heft blieben aber stets die Leitmedien. Das begann sich zu ändern, als einige engagierte LuL mehr aus Spieltrieb mit der Computerei begannen. Da saßen wir dann am Apple II mit Monochrom- oder Bernsteinmonitor und fütterten diese Maschine mit den ersten BASIC-Programmen wie</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">10 PRINT &#8220;HALLO&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">20 GOTO 10</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Auch ein Binärrechner bis 2<sup>8</sup> war in der Größe einer Tür vollmechanisch in fairer Röhren- und Relaistechnik vorhanden. Später folgte dann direkt der AMIGA 500 von Commodore &#8211; eine Maschine, die seiner Zeit noch lange voraus sein sollte. Der ganze Kram, der heute auf Handyfunzelmonitoren als Durchbruch gefeiert wird (vor allem der JAVA-Spielchen-Mist), hat seine Wurzeln auf Maschinen wie dem Amiga, der interlaced 640&#215;480 Bildpunkte auf den 14-Zöller brachte.  Der 9-Nadeldrucker perforierte das mit Lochstreifen versehene Endlospapier mehr als er es bedruckte &#8211; somit wurden erste Versuche Hausaufgaben ausgedruckt abzugeben eher mit hochgezogenen Augenbrauen denn mit Begeisterung bedacht. Aber: Eine tolle Zeit, später dann sogar mit Einblicken in Assembler.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Lehrerausbildung muss zum viel größeren Teil an den Schulen stattfinden, die Mentoren dort vor Ort müssen dafür geschult sein, Entlastungen erhalten und Rechte bekommen, im Prozess mitzureden. Praktikanten, die sich weigern, in meinem Unterricht auch nur eine Phase zu übernehmen, sind für mich z.B. schon einmal grundsätzlich fragwürdig und das muss z.B. auch zu Konsequenzen führen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei mir war es so, dass meine beiden Mentoren im Referendariat einmal pro Woche in einer Stunde anwesend waren und diese auch mit mir besprochen haben. Das war hart, weil ja zusätzlich auch der jeweilige Fachleiter 3x pro Halbjahr kam: 1x zur Lehrprobe, 2x zum Unterrichtsbesuch. Ausgebildet hat mich jedoch ausdrücklich nur zu einem sehr kleinen Teil mein Seminar. Das waren primär Herr M., Herr S., Frau H., Herr K. und Herr D.. Viel gelernt habe ich von meiner Fachleiterin im Fach Deutsch, Frau S..</p>
<p style="text-align: justify;">Fazit:</p>
<p style="text-align: justify;">Die Lehrerausbildung muss attraktiv für engagierte Menschen gemacht werden, da sie mit dem jeweiligen Menschen steht und fällt (wie Unterricht übrigens auch).  Geld ist da die geringere Schwierigkeit. Eher das Thema Zeit. Da ich immer von mir auf andere schließe: Genau deswegen ginge ich nie in die Lehrerinnenausbildung. Das Verhältnis von einzusetzender Zeit und Output stimmt für mich nicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Radio Eriwan: Das kommt darauf an. Das sind ja alles offene Formen, die ihren Sinn für mich allein durch externes(!) Feedback erhalten. Nach einer ersten Anfangseuphorie dürfte es für SuS egal sein, ob sie ein z.B. Plakat gestalten oder ein Wiki: Beides ist Schule, beides ist erstmal Mist. Gold wird aus dem Mist &#8211; das gilt auch für das klassische Plakat &#8211; wenn daraus Sinn wird, d.h. z.B. eine Zeitung darüber schreibt oder es Kommentare von anderen Menschen gibt. Man muss also das eine und das andere organisieren &#8211; ob nun Web2.0-Medium oder nicht!</p>
<p style="text-align: justify;">Ich kenne ein schönes Podcast-Beispiel zwischen einer deutschen und einer us-amerikanischen Schule: Immer am Montag schicken die US-Schüler einen Podcast mit Regionalnachrichten von ihrer Schule auf Deutsch nach Deutschland. Gleichzeitig machen dies die deutschen SuS auf Englisch für ihre Region. Das funktioniert nach dem Prinzip Give&amp;Take. Einseitig Content ins Netz zu pusten, macht sehr schnell keinen Spaß mehr. Deswegen ist nach meinem Verständnis das Web2.0 überhaupt erst entstanden. Ich bin für eine <a title="http://riecken.de/index.php/2009/04/e-learning-evolutions/" href="http://riecken.de/index.php/2009/04/e-learning-evolutions/" target="_blank">evolutionäre Etablierung von Web2.0</a> während der Schulzeit entsprechend dem Entwicklungsstand der SuS. Blogs, Wikis und Podcasts bilden für mich dabei die letzten Stufen, nie die ersten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ergänzen ja, ersetzen nein. Ich kann für mich sagen, dass ich von Menschen lerne und von der realen Interaktion mit Menschen. Wave ist z.B. ein recht radikaler Ansatz, möglichst viele Interaktionen über die Distanz hinweg zu ermöglichen &#8211; Nachhilfe über Wave könnte ich mir Peer2Peer ganz gut vorstellen, z.B. in Australien. Manche Filmchen auf den üblichen Plattformen finde ich für mich brauchbar, viele auch nicht. Es eher traurig, dass es soweit gekommen ist, dass Nachhilfe mehr und mehr die Regel und dadurch zu einem Markt wird.  Schöner wäre es, wenn SuS die Kompetenzen besäßen, sich ihr Zeug im Netz selbst zusammenzusuchen &#8211; es ist ja alles da. Viele Nachhilfeportale nehmen SuS m.E. das Wichtigste wieder weg: Die Möglichkeit, ihre eigenen Strukturen zu finden und das ist die eigentliche Kompetenz: Z.B. die Großschreibung nicht an Signalwörtern festzumachen (weil der Riecken das so vorgibt), sondern vielleicht an syntaktischen oder intuitiven Aspekten.</p>
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		<title>Projektstart: Moodlekurs zur Medienbildung</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2009/10/projektstart-moodlekurs-zur-medienbildung/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 10:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moodle]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medium]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei uns an der Schule soll es bald ein Präventionskonz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Bei uns an der Schule soll es bald ein Präventionskonzept geben.Teil dieses Konzeptes (7. Klasse) wird auch die Nutzung des Internets bzw. der Umgang damit sein. Ich habe mich aus mehreren Gründen für einen Moodlekurs entschieden:</p>
<ol>
<li>Verschiedenste KuK werden mit den SuS die betreffenden Stunden durchführen</li>
<li>Ich möchte etwas Universelles haben, z.B. auch für <a title="http://riecken.de/index.php/2009/05/medienbildung-in-vertretungsstunden/" href="http://riecken.de/index.php/2009/05/medienbildung-in-vertretungsstunden/" target="_blank">Vertretungsstunden</a></li>
<li>Ich möchte einen Schutzraum für die SuS schaffen</li>
<li>Ich möchte Moodle bei uns an der Schule noch bekannter machen</li>
<li>Ich muss leider <a title="http://riecken.de/index.php/2008/03/moodle-ein-lehrendensubstitut/" href="http://riecken.de/index.php/2008/03/moodle-ein-lehrendensubstitut/">entgegen meinem sonstigen Ansatz</a> die Lehrkraft teilweise durch Moodle substituieren</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Das Problem an Moodle ist für mich jedoch unbestreitbar, dass es recht wenig attraktive Interaktionsmöglichkeiten für SuS bietet (gegen in dieser Altersgruppe angesagte Web2.0-Tools kann diese Plattform nicht ansatzweise gegenanstinken).</p>
<p style="text-align: justify;">Daher möchte ich kleine Bausteine zusammenstellen, die zwar in ihrer Abfolge eine gewisse Logik aufweisen, jedoch nicht zwingend in der gegebenen Reihenfolge bearbeitet werden müssen und eine Fülle von externen Ressourcen verwenden, damit es nicht bei Moodle bleibt. Es sollen kleine Lernhäppchen und verschiedene Arbeitsformen möglich sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin überhaupt kein Typ für das &#8220;ansprechende Design&#8221; &#8211; man mag mir anfängliche Spartanität etwas nachsehen. Der Kurs wird natürlich unter CC hier veröffentlicht, wenn er einen gewissen Umfang erreicht hat. Für Rückmeldung bin ich in jeder Form dankbar. Hier der Link:</p>
<p style="text-align: justify;"><a title="Zum Kurs" href="http://moodle.riecken.info/course/view.php?id=2" target="_blank">http://moodle.riecken.info/course/view.php?id=2</a></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Baustein steht inhaltlich. Die Auswahl der Beispiele (Filme) ist nicht zufällig &#8211; man kann daran verschiedene Facetten von Herausforderungen im Netz zeigen (Urheberrecht, Cybermobbing, Selbstvermarktung, positive Netzidentität&#8230;).</p>
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		<title>Bildung im Gleichschritt vs. Kompetenzmodell</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2009/06/bildung-im-gleichschritt-vs-kompetenzmodell/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 07:14:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
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		<description><![CDATA[Über die Richtung im Bildungssystem bin ich immer verw [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Über die Richtung im Bildungssystem bin ich immer verwirrter. Auf einer Fortbildung zum neuen Kerncurriculum Deutsch habe ich gehört, dass eine stärkere Zusammenarbeit zwischen LuL &#8211; aus meinetwegen einer Fachschaft &#8211; gewünscht wird. Man entwickelt z.B. gemeinsam Einheiten miteinander und probiert diese dann im &#8220;Gleichschritt&#8221;, aber mit individueller Lehrendenpersönlichkeit aus. Danach erfolgt eine Evaluation und eine Überarbeitung der Einheit, sodass ein evolutionärer Prozess der Verbesserung eintritt, alle SuS die gleichen Chancen haben und LuL von Unterrichtsvorbereitungen entlastet sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich finde den Grundgedanken nicht falsch, aber das ist natürlich Bildung im Gleichschritt, wobei ich immer gerne Vielfalt mag. Die praktischen Probleme &#8211; man braucht z.B. Arbeitsmittel, Räume und Zeit &#8211; lasse ich hier unerwähnt &#8211; das ist eine reine Geld- und Willenssache in der Politik.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-1042"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Ich zweifle entschieden an, dass bei dieser Methode wirklich identische Kompetenzen bei SuS aktiviert und ausgebaut werden, die man ja gerne bei den hochwissenschaftlich entwickelten Vergleichsarbeiten in Englisch und Deutsch abprüfen möchte. Ich zweifle das vor allem an, weil ich Kompetenzen für sehr individuelle Ausprägungen halte. Auf Basis dieser Annahme erreiche ich durch Vielfalt wahrscheinlich mehr als durch Uniformität, auch gerade deswegen, weil die häuslichen Voraussetzungen von SuS immens unterschiedlich sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Gipfel des Widerspruches zum Kompetenzmodell sind für mich die inhaltlichen Schwerpunkte, die teilweise in der Qualifikationsphase vorgegeben sind. Meine SuS fordern nämlich gerade vehement das hier ein:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/8dAujuqCo7s&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/8dAujuqCo7s&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">&#8230; und das ist legitim, denn ohne gute Abiturnote gibt es keinen Wunschstudienplatz. Die SuS finden es natürlich auch gut, dass ich noch andere Inhalte darüber hinaus behandle (gelegentlich ist mein Spaß ihr Spaß), aber auf jeden Fall auch &#8220;train to the test&#8221;. &#8220;Beides, Herr Riecken!&#8221;, lautet die Divise. Ja was denn nun? Ich habe im diesjährigem Abitur im Unterricht von einem Aufgabenvorschlag mindestens drei Aufgaben &#8220;vorhergesehen&#8221; und behandelt &#8211; fast durchweg zweistellige Ergebnisse bei diesem Aufgabenvorschlag. Das war &#8220;train to the test&#8221;, das war gut für mich und mein Ego, aber war es guter Unterricht im Sinne des Kompetenzmodells? Es war eher Bildung im Gleichschritt, denn sie brauchten lediglich mit anderen Zahlen das formal abzuspulen, was wir in genau der Schrittfolge schon durchgetanzt hatten. Doofes Dilemma.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ist die Lösung? Ich finde, dass wir mehr auf die Menschen schauen müssen, die unterrichten. und die unterrichtet werden. Wir müssen uns ihre Menschenbilder und ihre Weltsicht anschauen.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Ein Kind, dessen Eltern sich wahrhaftig lieben, wird in seinem Leben nicht anderes als Liebe empfinden&#8221;.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Was ist mit Kindern, die nach DIN zertifiziert uniform als Kunde in der Schule und später als Erwachsene in der Uni abgefertigt werden? Was werden die empfinden? Wir brauchen mehr pädagogischen Eros, mehr Selbstbewusstsein, mehr Raum zum Experimentieren, mehr Raum für Erfahrungen. (Freiwillige) Supervision wäre ein Anfang, der Steine ins Rollen bringen kann.</p>
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		<title>Von Eieraußenträgern und Akademikerinnenwurfprämie</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 14:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich finde es immer wieder beruhigend, dass es auch ande [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es immer wieder beruhigend, dass es auch andere Menschen gibt, die in bestimmten Punkten ähnlich denken wie man selbst. Und ich finde es frappierend, an welchen Stellen im Publikum eben nicht gelacht wird.</p>
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<br />
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