Changing Paradigms

vom 8. November 2010, in Gesellschaft, von Maik Riecken

Von einer fundamentalen Veränderung durch das Internet ist die Rede. Von einer völlig neuen Lernkultur ist die Rede. Von einem völlig neuen Relevanzbegriff ist die Rede. Von einem unumgänglichen Systemwechsel zur Sicherung unserer gesellschaftlichen Errungenschaften ist die Rede.

Das alles lässt sich nicht in kurzen Worten umschreiben, jedoch möchte ich in fünf Stichpunkten, die für mich den höchsten Grad an Relevanz besitzen das Neue umreißen, was da auf uns zukommen wird:

  1. Im Zentrum des Lernprozesses steht der individuelle Mensch mit seinen Fähigkeiten, die entdeckt werden wollen.
  2. Das zu Lernende, das Relevante, bestimmt nicht mehr eine Institution, sondern der jeweilige Mensch.
  3. Lernen im Gleichschritt – jeder lernt zur gleichen Zeit, im gleichen Alter, im gleichen Raum – entspricht nicht dem Menschenbild der Wissensgesellschaft.
  4. Wissen liegt vernetzt im Internet vor und ist dort losgelöst von Zeit und Raum zugänglich, es dringt vielfältig und teilweise methodisch und didaktisch sehr gut aufbereitet in unseren Lebensraum ein.
  5. Die neuen Technologien sind gesellschaftliche Schlüsseltechnologien für den anstehenden Wandel.

Im Zuge dieser Veränderungen ist es offenbar konsensfähig, dass Schule sich diesen Anforderungen nicht stellt. Beim Lesen im Netz habe ich wiederum fünf für mich einige wichtige Kritikpunkte gesammelt:

  1. Ein Journalist schreibt z.B.  sinngemäß, dass Lehrer Kinder in Eltern in Geiselhaft nehmen, indem sie personelle und finanzielle Veränderungen im Schulsystem zur Bedingung für eigenes, innovatives Verhalten machen.
  2. Das gegliederte Schulsystem entspreche nicht den Anforderungen einer Wissensgesellschaft. Niemand könne es sich in Zukunft im europäischen Kontext leisten, auch auf nur eine Begabung zu verzichten, die es nur zu heben gelte. Selektion sei dabei kontraproduktiv, da es Leben kategorisiere anstatt das maximale Potential jedes Menschen zu fördern.

Also brauchen wir die eine Schule für alle (“kein Kind bleibt zurück”) mit Lerninseln, mit individueller Förderung, mit pädagogischem Personal, mit technischer Ausstattung, mit medial kompetenten Lehrern, mit außerschulischem Lernen…

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Moodle 2.0 – Jetzt hier testen

vom 14. Mai 2010, in Moodle, von Maik Riecken

Nachdem ich es fertigbekommen habe, PHP5.3.2 hier auf dem Vserver zum Laufen zu bringen, lade ich euch herzlich ein, als Kursverwalter in Moodle 2.0 (Preview) herumzuklicken. Der Cronjob läuft natürlich nicht und die Datenbank sowie das /moodledata-Verzeichnis werden stündlich genullt, damit irgendwelche Bots hier nicht zu viel Unsinn anstellen.

http://testmoodle.riecken.de

Kursersteller:

Login: test

Passwort: test

Ganz viele Funktionen sind natürlich noch nicht vollständig implementiert (nix ist mit Import…), die Oberfläche gibt es nur auf Englisch usw.. Ich finde jedoch, dass man einen recht guten Eindruck vom veränderten Bedienkonzept gewinnt. Vieles wirkt einfach moderner, gefälliger und geht mehr in Richtung des üblichen Web2.0-Feelings. Da hat sich vor allem unter der Haube eine Menge getan. Bitte immer daran denken: Nach einer Stunde ist alles wieder futsch – zumindest hier auf der Testversion, die ich von Zeit zu Zeit updaten werde. Viel Spaß.

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MoodleMoot2010 in Berlin

vom 26. März 2010, in Moodle, von Maik Riecken

Es ist Abend in Berlin – gefühlt. Eigentlich ist es Nacht. In irgendeinem U-Bahnniedergang befindet sich ein gekacheltes Loch in der Wand – Tür kann man es eigentlich nicht nennen. Eine iPhone-App hat uns hierher geführt, da die Gastronomie an der vorherigen Location bereits nach drei Stunden auf Flaschenbier umstellen musste (Flensburger in Berlin – unglaublich…). Der Club, in dem ein kleines Grüppchen unerschrockener MoodleMoot-Teilnehmer dann landet, hätte als App keine Chance in Steve Jobs sauberen Store aufgenommen zu werden – und deswegen war er ja auch so ok – kein Chartboumboum, sondern irgendwas Alternatives. Alles nett, alles weit weniger bedrohlich als das gekachelte Loch verhieß. Und mit Scully (Insider) konnte man richtig gut lästern.

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Web 2.0-Tools – verständlich erklärt

vom 20. September 2009, in Allgemein, Methoden, von Maik Riecken

… von Christian Spannagel: http://webconf.vc.dfn.de/p53878955/. Ich will auch so ein Onlinekonferenzsystem für unsere Schule. Sehr nett.

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Moodle 2.0 – What’s new?

vom 16. August 2009, in Moodle, von Maik Riecken

Erstmal eine kleines Video von Lutz Berger dazu (via Twitter durch Heinz Krettek):

… und jetzt natürlich mein Kommentar zu zwei ausgewählten Neuerungen:

1. Bedingte Aktivitäten (conditional activities)
Bisher war es so, dass eine Schüler innerhalb eines Moodlekurses alle Aktivitäten sehen konnte, die für ihn durch den Kursersteller nicht verborgen worden oder durch das Benutzermanagement (Gruppen, Gruppierungen) ihm nicht zugänglich waren. Nunmehr sind Dinge möglich, wie
  • “das nächste Dokument kannst du erst lesen, wenn du vorher dem Link x gefolgt bist”
  • “wenn du im Test 40% erreicht, bekommst du Aufgabe 1 (leicht) und wenn du 80% erreichst, bekommst du Aufgabe 2 (schwer)”
  • Es sieht zusätzlich so aus, als ob unter der Oberfläche ein Logiksystem werkelt, also eventuell auch Konstrukte wie logisch AND, XOR, OR, NOT möglich werden
Mein Kommentar:
Mit eigenständigem Lernen und individueller Freiheit im eigenen Lernprozess hat das für mich nicht so viel zu tun. Es kann hart verdrahtet werden, wie ich zu lernen habe. Vielleicht verstehe ich Link 1 ja erst in Zusammenhang mit Text A, den ich aber vorher gar nicht sehen kann. Ich fürchte mich davor, das viele Lehrende genau dieses Feature dafür nutzen werden, traditionellen Unterricht noch stärker 1:1 auf Moodle abzubilden und strenge Lernwege vorzugeben. Zudem haut dieses Feature ja in die Kerbe der “gleicher Inhalt, gleiche Chancen, Lehrendenentlastung durch gleichschrittige Zusammenarbeit”-Bewegung. Da verkennt die Technik in meinen Augen einmal mehr die Psychologie. Das Zwischenmenschliche muss stimmen, dann findet Zusammenarbeit statt. Dann kommen die Tools – aber es ist ja schön, dass das schon klappt bzw. das Tool schon da wäre. Ach ja – unnötig zu erwähnen, dass Moodle jetzt “endlich” weiß, wie weit jeder Schüler mit seinem Lernweg ist und das als Lernbericht ausspuckt. Wer ein solches Kontrollinstrument braucht und mit den darauf gewonnenen Ergebnissen und Daten bei seinen ganzen SuS individuell produktiv umgehen kann – ein Privatleben dürfte er dann nicht mehr haben. Wer es nicht kann, muss sich sagen lassen: Datensparsamkeit? Was war das nochmal?
Die Geschichte mit den Tests und der bedingten Verzweigung finde ich hingegen gut und kann mir das bei Themen vorstellen, wo Moodle komplett den Lehrenden substituiert (d.h. bei reinen E-Learning-Kursen wie es z.B. Scoyo & Co. vormachen).

2. Schnittstellen zu externen Systemen
Moodle wird verstärkt Daten mit externen Systemen austauschen können, deren API frei verfügbar ist, z.B. YouTube, flickr, Alfresco, Mahara, Blogs etc.. Ich kann z.B. als Schüler eine eingereichte Aufgabe direkt per Klick in mein Mahara-Portfolio übertragen – ich muss das wohl doch einmal konfigurieren… Ich kann als Kursersteller z.B. YouTube-Videos komfortabel über einen neuen Editor (TinyMCE) per Klick einbinden ohne die jetzt notwendige Codekopiererei.

Kommentar:
Ich finde diesen Schritt absolut wichtig und ein wirkliches Novum. Es erleichtert auch unerfahrenen KuK das Erstellen von multimedial ansprechenden Kursen. Es ermöglicht, vorhandene Webressourcen unkompliziert zu nutzen ohne Inhalte doppelt vorhalten zu müssen. Gerade auf die Kombination mit Blogs freue ich mich. Wenn es beim Maharaexport auf dem bisherigen Stand bleiben sollte (nur Dateien können kopiert werden), wäre es enttäuschend. Spannend wird es dadurch, wenn z.B. Beiträge im eigenen Moodleblog mit allen Dateien veröffentlich werden könnten, z.B. nach WordPress oder Mahara. Leider gibt es in Moodle standardmäßig noch gar nicht so viele Orte, an denen Nutzer eigenen Content erstellen können. Da arbeiten die bestimmt aber noch dran – sonst wäre die Maharakopplung etwas “dünn” vom Ertrag. Auf jeden Fall sollte man jetzt aber schon darauf achten, dass das einmal verwendete CMS an einer Institution eine mit Moodle kompatible API aufweist… Das könnte nicht kurz- aber mittelfristig spannend werden.

Weitere Neuerungen
Ganz viel soll sich auch hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit ändern. Ob der Rückstand Moodles (Web 2.0, Ajax kommt da jetzt ja erst allmählich) zu anderen Systemen in dieser Hinsicht aufgeholt werden kann, bleibt abzuwarten. Ich sehe sehr gespannt den geplanten Vereinfachungen bei der Bedienung des Rechtesystems entgegen. Nicht, dass ich das Rechtesystem je gebraucht hätte, aber vielleicht fällt dadurch ein Teil der Fragen auf Moodle.org weg, die dann durch Fragen zum Logiksystem bei den “Conditional Activities” ersetzt werden.
Wer noch mehr über Moodle 2.0 wissen möchte, sei auch den oben verlinkten YouTube-Film verwiesen – und vor allem auch noch auf andere Meinungen zu den neuen Features als auf meine…
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