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	<description>Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule</description>
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		<title>Schulleitung als &#8220;Digitalisate-Sucher&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Überprüfung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisat]]></category>
		<category><![CDATA[Kopie]]></category>
		<category><![CDATA[Rahmenvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Schulleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Schultrojaner]]></category>

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		<description><![CDATA[Die GEW Wittmund berichtet unter dieser Überschrift auf ihrer Webseite, auf welche Weise das Kultusministerium hier in Niedersachsen seinen Verpflichtungen, die sich aus dem “Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG” ergeben, nachkommen möchte. Dieser Vertrag wurde erst kürzlich öffentlich in der Schultrojanerdebatte z.B. auf Netzpolitik diskutiert. Allem Anschein nach sollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die GEW Wittmund berichtet unter dieser Überschrift auf <a title="http://www.gew-wittmund.de/?p=1570" href="http://www.gew-wittmund.de/?p=1570" target="_blank">ihrer Webseite</a>, auf welche Weise das Kultusministerium hier in Niedersachsen seinen Verpflichtungen, die sich aus dem “<a href="http://www.gew-wittmund.de/wp-content/uploads/2012/01/111101gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG</a>” ergeben, nachkommen möchte. Dieser Vertrag wurde erst kürzlich öffentlich in <a title="http://netzpolitik.org/?s=schultrojaner&amp;searchsubmit=Suchen" href="http://netzpolitik.org/?s=schultrojaner&amp;searchsubmit=Suchen" target="_blank">der Schultrojanerdebatte</a> z.B. auf Netzpolitik diskutiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Allem Anschein nach sollen die Schulleitungen in Niedersachsen bestätigen, dass zu einem gegebenen Stichtag alle sich unter der Kontrolle befindlichen PC-Systeme einer Schule frei von durch den Gesamtvertrag nicht legitimierten Digitalisaten sind. Rein objektiv muss dieser Bestätigung eine Prüfung vorausgehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Um zu begreifen, welche Maßnahmen notwendig sind, um ein &#8220;unerlaubtes Digitalisat&#8221; zu identifizieren, definiere ich zunächst &#8211; vielleicht falsch &#8211; was unter diesem formaljuristischen Begriff vielleicht gemeint sein könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Digitalisat ist für mich die digitale Repräsentation einer ursprünglich analogen Vorlage &#8211; und jetzt auf deutsch: Ein Scan einer Papiervorlage, die z.B. über ein Schulnetzwerk verteilt wird. Das kann z.B. der Lückentext aus dem Zusatzmaterial für den Deutschunterricht sein, der über Moodle allen Schülern einer Lerngruppe z.B. als PDF zugänglich gemacht wird. Strenggenommen dürften Audio- oder Videodateien (z.B. Hörverstehensübungen) nicht dazu zählen, da sie bereits in digitaler Form vorliegen (Ausnahme: Kassetten und VHS-Videos).  Zählten sie nicht dazu, wäre das jedoch unlogisch im Sinne der für mich erkennbaren Intention des Rahmenvertrags.</p>
<p style="text-align: justify;">Überspitzt formuliert sollen offenbar die Schulleitungen jetzt &#8220;Schultrojaner&#8221; spielen. Die GEW Wittmund fragt m.E. zu Recht, ob das überhaupt zu leisten ist. Sollten ggf. viele Schulen sich außer Stande sehen, diese Prüfung durchzuführen, wäre eine Software zur Identifizierung unerlaubter Digitalisate doch geradezu &#8220;ein Segen&#8221;. Immerhin muss in jedem Einzelfall eine urheberrechtliche Recherche durchgeführt werden, die bei juristisch nicht vorgebildetem Personal bis zu 20 Minuten je Fall dauern dürfte &#8211; ohne dass dabei irgendeine Form von Rechtssicherheit entstünde.</p>
<p style="text-align: justify;">Was diese Software leisten muss, wird angesichst der vielen unterschiedlichen Dateiformate und möglichen Speicherorte (private Freigabe auf einem persönlichen PC oder Schulrechner?), dürfte klar werden, wenn man sich als Mensch &#8220;in die Lage&#8221; dieser Software versetzt. Das ist bereits breit diskutiert worden und soll hier nicht wiederholt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich denke zurzeit vor allem an mich als Administrator &#8211; ganz egoistisch. Letztendlich müsste ich eine<em> anlasslose</em>, inhaltlich<em> nicht zu leistende</em> Gesamtüberprüfung aller PC-Systeme vornehmen, die sich in meinem direkten Einflussbereich befinden. Mir fällt keine rechtliche einwandfreie Möglichkeit ein, wie ich sämtliche Schüler- und Lehrerverzeichnisse in Einklang mit den geltenden Datenschutzgesetzen scannen (auch: lassen) dürfte. Dazu bedarf es nach meinem Verständnis zumindest einer Vereinbarung mit den Personalvertretungen, die dann jedoch wiederum einer rechtlichen Prüfung standhalten müsste.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Alternative sehe ich für mich eigentlich nur die vollständige Löschung aller Festplatten mit anschließender kompletter Neuinstallation. Auch hier stellt sich mir die Frage nach der Verhaltnismäßigkeit und wie bzw. wann ich das ohne nicht einmal eine Entlastungsstunde leisten können soll. Natürlich ist das Aufgabe des Schulträgers. Aber der wird sich natürlich auch bedanken und organisieren muss ich die Sache trotzdem.</p>
<p style="text-align: justify;">Das niedersächsische Beamtengesetz &#8211; so wie ich es verstehe &#8211; verlangt bei jeder Dienstanweisung die Einhaltung zweier Kriterien: Die muss verhältnismäßig sein und in Einklang mit geltenden Rechtsnormen stehen. Wenn man mit technischen Argumenten nicht weiterkommt, müsste man doch zumindest formaljuristisch gegenhalten können. Natürlich unter Wahrung des Dienstweges, aber unbedingt unter der Beratung von Juristen.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4143&amp;md5=1a937759488c62329d7b5d107dd32f2a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Appleprodukte und ich</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 19:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Appliance]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Unter Eltern ist folgende Anekdote bekannt: &#8220;Mein Kind ist seine Mandarine nur, wenn ich sie ihm geschält und zerlegt in die Tupperdose lege. Tue ich das nicht, kommt sie ungegessen wieder zurück. Das ist jeden Morgen echt ein ziemlicher Aufwand und eigentlich kann es doch nicht so schwer sein, die Mandarine selbst zu schälen! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4117" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2012/01/460595_web_R_K_by_Halina-Zaremba_pixelio.de_.jpg"><img class="size-full wp-image-4117" title="460595_web_R_K_by_Halina Zaremba_pixelio.de" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2012/01/460595_web_R_K_by_Halina-Zaremba_pixelio.de_.jpg" alt="" width="400" height="237" /></a><p class="wp-caption-text">Halina Zaremba / pixelio.de</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unter Eltern ist folgende Anekdote bekannt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Mein Kind ist seine Mandarine nur, wenn ich sie ihm geschält und zerlegt in die Tupperdose lege. Tue ich das nicht, kommt sie ungegessen wieder zurück. Das ist jeden Morgen echt ein ziemlicher Aufwand und eigentlich kann es doch nicht so schwer sein, die Mandarine selbst zu schälen! Aber ich will doch, dass mein Kind Obst isst. Was soll ich nur tun? Mich nervt das!&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Kinder sind heute sowohl im Kindergarten als auch in der Schule nicht unerheblichen Belastungen ausgesetzt. Nicht selten ginge die Schälzeit von wertvoller Spielzeit ab. Gleichwohl wird diese durch Lebenszeit der Erwachsenen bezahlt &#8211; je nachdem wie man seine Elternrolle auffasst, wird man in solchen oder ähnlichen Situationen reagieren, in denen man eine Entscheidung zwischen &#8220;Selbstständigkeit fördern&#8221; und &#8220;Bewahren vor nicht kindgerechten Belastungen&#8221; zu treffen hat. Das Mandarinenbeispiel dürfte eines der harmloseren sein. Natürlich hätte ich persönlich auch lieber eine geschälte Mandarine in meiner Frühstücksdose! Mein Alltag ist auch voller Belastungen und alles, was mir das Leben leichter macht, ist zunächst einmal positiv für mich &#8211; das sollte ich mir einfach wert sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich halte Appleprodukte für eine geschälte und zerlegte Mandarine. Apple hat mein Bedürfnis nach Erleichterung begriffen und gibt mir durch ein funktionales und hervorragendes Design eine echte Entlastung in meinem Lehreralltag.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotzdem will ich, ich ganz persönlich, Apples geschälte Mandarine nicht. Das hat mit den ideellen Kosten zu tun, die für mich zu hoch sind, dass ich nach wie vor lieber selbst schäle oder eben dafür andere Werkzeuge einsetze. Wäre ich nicht zusätzlich der Überzeugung, dass der technische Ansatz von Apple auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, zögerte ich keine Minute, selbst eine iPad-Klasse ins Leben zu rufen. An Möglichkeiten dazu fehlt es hier vor Ort im Gegensatz zu anderen Landkreisen definitiv nicht. Finanziell stehen wir glänzend ausgestattet da. Um zu erklären, warum ich nicht auf den gerade anrollenden Zug aufspringe, muss ich etwas ausholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Apple verkauft proprietäre Appliances, d.h. eine Verbindung aus Hard- und Software. Apple tut sehr viel dafür, dass sich beide Komponenten nicht ohne Weiteres trennen lassen. Das gelingt der Firma im Bereich der Mobilgeräte z.Zt. natürlich weitaus besser als im Desktopumfeld.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Appliance hat Vorteile:</p>
<ol>
<li>Sie funktioniert</li>
<li>Sie besitzt eine konsistente Oberfläche</li>
<li>Sie hat eine intuitive Oberfläche, die sich mühelos bedienen lässt</li>
<li>Sie ist durch das geschlossene Konzept wartungsarm und zuverlässig</li>
<li>Im Falle vom Appleprodukten sind die Geräte langlebig und hochwertig verarbeitet</li>
</ol>
<p>Eine Appliance hat Nachteile:</p>
<ol>
<li>Jede Funktion der Appliance ist abhängig vom Hersteller der Appliance</li>
<li>Eine Appliance ermöglicht genau das, was der der Hersteller der Appliance ermöglichen will</li>
<li>Eine Appliance ist nicht transparent</li>
<li>Die Sicherheit der Appliance bewegt sich im Rahmen der Sicherheitsvorstellungen des Herstellers</li>
<li>Was die Appliance tut, entzieht sich gängigen Kontrollmechanismen. Vertrauen ist angesagt.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Und &#8211; für mich sehr wichtig: Mit einer Appliance lernt man, die Mandarine zu essen und zu genießen, nicht sie zu schälen. Zudem wird man bald erwarten, dass alle Mandarinen geschält sind und sie nur noch so akzeptieren. Ob das ok ist oder nicht, muss jeder für sich entscheiden und der Kontext spielt zusätzlich eine Rolle: Wenn eine Appliance in einem eng begrenzten Umfeld etwas macht, was Experten (huch &#8211; die sollen doch bald überflüssig sein?) besser können als ich, dann ist das absolut sinnvoll &#8211; Firewalls für Rechenzentren sind oft als Appliance realisiert. Wenn eine Appliance jedoch wesentliche kommunikative Abläufe in meinem Leben strukturiert und bestimmt, dann tue ich mich schwer damit. Mein &#8220;Nichtexpertentum&#8221; ist diesem Bereich für einen Anbieter Kapital &#8211; und zwar nicht bezogen auf eine hochspezialisierte Nische.</p>
<p style="text-align: justify;">IT beherrscht unser Leben. Informatik ist für mich ein Fach, welches z.B. zeigt, wie man Mandarinen schält, welche unterschiedlichen Ansätze dafür existieren und wie sich der Prozess des Schälens optimieren lässt. Wer keine Mandarinen schälen kann, ist auch anfällig dafür, mit einem Kolbenfresser auf der Autobahn liegenzubleiben, weil der Bordcomputer den defekten Öldrucksensor nicht gemeldet hat. Der Blick unter die Motorhaube auf den Peilstab ist heute eben nicht mehr zeitgemäß.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe Freude am Verstehen. Ich habe Freude daran, hinter die Fassaden zu schauen. Ich freue mich über einfache und geniale Lösungsstrategien, die ganz andere Wege gehen. Ich möchte das Menschen vermitteln. Dafür muss ich Mandarinen haben, die noch eine Schale besitzen. Ein Appleprodukt hat für mich keine Schale mehr. Allein das saftige, perfekt freigelegte Fruchtfleisch bleibt. Ich möchte eine Mandarine sehen, wie sie ist und nicht wie sie mir jemand mundgerecht in die Obstdose gelegt hat. Deswegen benutze ich OpenSource, deswegen bekomme ich von den &#8220;Technikaffinen&#8221; oft genug den Stempel &#8220;Nerd&#8221; &#8211; nicht weil die Mandarinen da nicht geschält wären, sondern weil ich das Ganze sehe könnte, wenn ich wollte und Zeit hätte. Das ist meine Vorstellung von Unabhängigkeit. Ja &#8211; und ich genieße auch das Staunen anderer Menschen, wenn sie fragen: &#8220;Wie machst du das nur?&#8221; &#8211; Meine Anwort: &#8220;Ich schäle Mandarinen selbst. Schon ganz schön lange.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">PS: Keine Sorge. Ich baue auch Netze für geschälte Mandarinen inkl. Genießerkurse. So realistisch bin ich dann schon.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4116&amp;md5=64ba29ec0295d961becc786999d8bf18" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wulff</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 09:08:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kredit]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[ZDFheute liefert heute nähere Informationen zur Hausfinanzierung Christian Wulffs unter Berufung auf externe Quellen (FR). Es gibt nach der Frankfurter Rundschau Hinweise darauf, dass mit Tricks versucht worden ist, die Herkunft des Geldes für die Hausfinanzierung zu verschleiern. Dafür lassen sich zwei unterschiedliche Motive formulieren: Ein mehr oder minder wohlwollendes und eines, was mich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">ZDFheute liefert heute <a title="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,8444120,00.html" href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,8444120,00.html" target="_blank">nähere Informationen</a> zur Hausfinanzierung Christian Wulffs unter Berufung auf externe Quellen (FR). Es gibt nach der Frankfurter Rundschau Hinweise darauf, dass mit Tricks versucht worden ist, die Herkunft des Geldes für die Hausfinanzierung zu verschleiern. Dafür lassen sich zwei unterschiedliche Motive formulieren: Ein mehr oder minder wohlwollendes und eines, was mich in einem Gedanken bestätigt, der mich zur Wulff-Affäre schon länger umtreibt:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Wulffs Berater drängten ihn damals zu diesem Schritt, da sie negative Auswirkungen für seine Publicity befürchteten. Wulff ist schlicht diesem Ratschlag gefolgt. <a title="http://riecken.de/index.php/2011/01/transformationen-der-macht/" href="http://riecken.de/index.php/2011/01/transformationen-der-macht/">Als Mensch, der viel zu entscheiden hat, macht man unweigerlich Fehler</a>. Das kennen z.B. Leute, die ein Haus gebaut haben und Leute, die viele Klausuren korrigieren.</li>
<li style="text-align: justify;">Wulff war klar, dass seine Hausfinanzierung nach gängigen Maßstäben vor dem Hintergrund seines politischen Amtes nicht ganz sauber ist und hat in diesem Bewusstsein die Herkunft des Geldes selbst verschleiert.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Es ist eigentlich egal, was davon stimmt und ob es überhaupt stimmt. &#8220;Normal&#8221; wäre für einen durchschnittlichen Bürger gewesen, sein Haus schlicht und ergreifend auf dem freien Markt zu finanzieren. Man hätte dann ggf. nicht die gleichen Konditionen erhalten, was bei einem Ministergehalt wahrscheinlich aber zu verschmerzen gewesen wäre. Aber die Sache wäre durch und durch sauber.  Ein anderer Weg hätte darin bestanden, offen damit umzugehen und eben nicht mehr oder minder panisch zur BW-Bank umzuschulden. Das hätte man wahrscheinlich leichter über die belegbare langjährige Freundschaft durchstehen können &#8211; aber Leben ist eben wie Börse: Hinterher ist es immer einfach.</p>
<p style="text-align: justify;">So bleibt für mich jetzt der Eindruck, dass sowohl Machterhalt als auch, nennen wir es mal &#8220;schonender Umgang mit den eigenen Kapital&#8221; die Hauptmotive gewesen sind. Beides dürfte &#8220;dem Volk&#8221;, dessen Oberhaupt er ist, schwer zu vermitteln sein &#8211; es ist kein Ausdruck von Nähe, es ist für mich Ausdruck einer unglaublichen Distanz.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist mein Vorwurf an Christian Wulff, weil es für mich nicht Ausdruck eines isolierten Fehlers, sondern einer grundsätzlichen Haltung ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Telefongespräch und ob er nun die Berichterstattung verhindern oder verzögern wollte, ist für mich völlig ohne Relevanz. Es ist wahrscheinlich nichts weiter als eine emotionale Reaktion auf die potentielle Bedrohung der eigenen Macht &#8211; und es wird voraussichtlich demnächst eh geleakt werden. Mich wundert eher das Verhalten der Bildzeitung, die ja nicht unbedingt dafür bekannt ist, vorher zu fragen. Wieviel Substanz hat der Vorwurf, Christian Wulff habe den Artikel verhindern und nicht verzögern wollen?</p>
<p style="text-align: justify;">Sein politisches Überleben wird jetzt nicht mehr von seinen institutionellen Machtressourcen durch das Amt abhängen, sondern von dem, was er an <a title="http://riecken.de/index.php/2009/03/macht-und-schule/" href="http://riecken.de/index.php/2009/03/macht-und-schule/">ideellen Ressourcen</a> aufgebaut hat und noch recht kurzfristig unter dem jetzigen Druck aufbauen kann.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4103&amp;md5=9314a137786792591d872ffbea94e8d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Warum NC-Lizenzen im Bildungsbereich?</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2012/01/warum-nc-lizenzen-im-bildungsbereich/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 13:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[CC]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
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		<category><![CDATA[NC]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen den Feiertagen kommt es im Netz zu Diskussionen, inwiefern NC-Lizenzen, also der Ausschluss einer kommerziellen Nutzung freier Bildungsinhalte sinnvoll sind. Lesenswert ist der in diesem Zusammenhang häufig zitierte Artikel von Eric Möller. Auch hier im Blog ist das Thema in einem Kommentar, den ich bisher noch nicht angemessen realisiert habe. Visionen von einer neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Zwischen den Feiertagen kommt es <a title="http://unity.zum.de/networks/forum/thread.116850" href="http://unity.zum.de/networks/forum/thread.116850" target="_blank">im Netz zu Diskussionen</a>, inwiefern NC-Lizenzen, also der Ausschluss einer kommerziellen Nutzung freier Bildungsinhalte sinnvoll sind. Lesenswert ist der in diesem Zusammenhang häufig zitierte Artikel von <a title="http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2006/chapter_06/osjb2006-06-01-moeller" href="http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2006/chapter_06/osjb2006-06-01-moeller" target="_blank">Eric Möller</a>. Auch hier im Blog ist das Thema <a title="http://riecken.de/index.php/lizenzbedingungen/comment-page-1/#comment-7191" href="http://riecken.de/index.php/lizenzbedingungen/comment-page-1/#comment-7191" target="_blank">in einem Kommentar</a>, den ich bisher noch nicht angemessen realisiert habe. Visionen von einer neuen &#8220;Bildungscloud&#8221; sind von Christian Füller in der <a title="http://www.taz.de/Debatte-Zukunft-der-Bildung/!84375/" href="http://www.taz.de/Debatte-Zukunft-der-Bildung/!84375/" target="_blank">TAZ</a> zu lesen. Entscheidend für die Realisierung dieser Vision wird einerseits die Rechtefrage sein andererseits aber auch die Bereitschaft sowie die grundlegende Haltung der daran mitwirkenden Personen. Bei letzterem Aspekt hege ich Zweifel, inwiefern eine &#8220;Nicht-NC-Lizenz&#8221; sich positiv auswirkt und das liegt an den besonderen Umständen des Bereichs &#8220;Bildung&#8221; hier in Deutschland. Nehmen wir einmal nüchtern den Ist-Zustand:</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Bildungsinhalte im schulischen Bereich sind zu &gt; 90% monopolisiert im kommerziellen Bereich (Schulbuchverlage)</li>
<li style="text-align: justify;">Ersteller von Bildungsinhalten sind zu einem nicht unerheblichen Anteil Lehrkräfte, die für z.B. einen Verlag arbeiten. <a title="http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/" href="http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/" target="_blank">Die Vertragsbedingungen wären für mich zurzeit zu schlecht</a>, um so etwas auch zu machen. Viele Kollegen, die ich kenne, tun es auch mehr der eigenen Reputation willen.</li>
<li style="text-align: justify;">Es gibt Plattformen mit freien Inhalten. Nachhaltig werden diese Plattformen oft von einem personalisierten, harten Kern mit viel Liebe und Enthusiasmus getragen. Oft sind es &#8220;HTMLer der ersten Stunde&#8221; und es gibt auch hier gelegentlich Nachwuchssorgen.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Inhalte liegen auf Einzelwebseiten, Blogs usw. weit verstreut im Netz herum &#8211; hier im Blog ja auch das eine oder andere. Es gibt Erschließungsversuche durch spezielle Suchmaschinen, die man (pluralis majestatis) aber hinsichtlich der Ergebnisqualität und -präsentation eigentlich eher nicht sinnvoll nutzen kann.</li>
<li style="text-align: justify;">Es ist im schulischen Bereich üblich, Material aus kommerziellen Quellen zusammenzukopieren ohne die Angabe einer Quelle. Wer eine Festplatte aus einem Schulkopierer ausbaut, wird wahrscheinlich nicht viele Quellenangaben finden. Deswegen gibt es eigentlich auch den Rahmenvertrag mit den Verlagen: Es geht darum, eine nicht legale Praxis in begrenztem Umfang zuzulassen, daran zu verdienen und hintergründig um das Eingeständnis, dass die bestehenden kommerziellen Lizenzmodelle eigentlich nicht praxistauglich sind.</li>
<li style="text-align: justify;">Weil das Verhalten unter 5 üblich ist, wird man seine öffentlich bereitgestellten Texte als Lehrkraft auch immer wieder in kommerziellen Produkten ohne Angabe der Quelle finden &#8211; das speisen wahrscheinlich <em>die gleichen Lehrkräfte ein</em>, die morgens ihren zusammengeschnippelten Zettel auf den Kopierer legen (wenn sie den nicht sogar erst vor Ort zusammenschnippeln)</li>
<li style="text-align: justify;">Es gibt einzelne, sorry vereinzelte, die Materialien heute schon in verschiedener Form (Blog, Wiki usw.) tauschen. Die Motivik scheint mir sehr unterschiedlich. Vielen ist gemein, dass sie diese individuelle Form der Selbstbestimmheit wegen wählen. Die Bereitschaft zur Schaffung gemeinsamer Projekte scheint mit doch recht gering. <a title="http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/11/warnung-vor-selbstidealisierung/" href="http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/11/warnung-vor-selbstidealisierung/" target="_blank">Das ist bei mir nicht anders</a>. Dieses Blog dient klaren Zwecken bar jedweder altruistischen Ziele. Selbstverwirklichung ist nur einer. Diejenigen, die sich öffentlich im Netz präsentieren, sind gut vernetzt und berichten einander von neuen Inhalten und Materialien. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass das sehr viele Menschen sind. Das stimmt wahrscheinlich nicht. In der Mitte einer Schwarms von 100 Fischen sieht man den Rand nicht. Dazu muss man immer wieder aus dem Schwarm herausschwimmen. Gleichwohl bewegt dieser kleine Schwarm etwas, von dem ich mich zunehemend frage, was es denn genau ist. Mit nebulösen &#8220;Internet-Revolution-Ubergangsphänomen&#8221;-Geschnacke tue ich mir äußerst schwer.</li>
</ol>
<p>Was wird oft als wünschenswerter Zustand formuliert?</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Christian Füller beschreibt es in seinem Artikel: Eine von Lehrern und Wissenschaftlern geschaffene Cloud, in der Inhalte für Forschung und Lehre frei sind. Strenggenommen müsste man dafür einen gewaltigen Schritt weiter gehen: Die Gesellschaft bezahlt mich nicht einmal schlecht dafür, dass ich Lehrer bin. Von mir in diesem Rahmen geschaffene Inhalte sind damit eigentlich konsequenterweise Eigentum der Gesellschaft &#8211; nicht meines. Genau wie die Inhalte öffentlich-rechtlicher Sender und Universitäten mit öffentlichen Geldern finanziert sind und damit gemeinfrei sein müssten (viele Kollegen denken das m.E. nicht konsequent zu Ende &#8211; bei den Öffentlich-Rechtlichen: &#8220;haben, haben, schnell haben!&#8221;, bei sich selbst: &#8220;Also das ist ja wohl ein Eingriff in meine Privatssphäre, dazu darf mich keiner zwingen!&#8221;). Jetzt bezahlt die Gesellschaft Lehrer, die Inhalte für Verlage schaffen, um diese Inhalte dann unter Lizenzen zurückzukaufen, die eine freie Verwendung erst nach Ablauf von Jahrzehnten ermöglichen &#8211; diese Art von &#8220;Nebentätigkeit&#8221; gehört meist auch noch zu den gewünschten &#8211; ist das logisch?</li>
<li style="text-align: justify;">Idealerweise gibt es eine Reihe von Menschen, die bereit sind, Inhalte unter freien Lizenzen zu erstellen. Zurzeit erstellen und veröffentlichen  schätzungsweise von 100 Lehrern maximal zwei Materialien, die sich für den Einsatz im Bildungsbereich eignen und die unter freien Lizenzen stehen (das ist optimistisch). Das hat mit Rechtefragen nur am Rande zu tun. Eher mit Belastung und Zeit. Aber eben auch mit Haltung: &#8220;Dann können das ja andere kopieren. Ich will die gleiche Arbeit wieder schreiben können. Da könnten ja Fehler enthalten sein, die meine Reputation schädigen.&#8221;</li>
<li style="text-align: justify;">Idealerweise bezahlt der Staat Verlage für die Erstellung freier Materialien. Doof nur, dass es den Föderalismus und die Globalisierung gibt. Dann profitieren ja andere von den Ressourcen einer Volkswirtschaft. Ist ja nicht so, dass unsere Volkswirtschaft von Billiglöhnen und Ausbeutung anderer Völker profitiert.</li>
<li style="text-align: justify;">Niemand muss mehr fragen. Alles darf frei verwendet werden. Lizenzen gibt es nur noch in der Form (edit) CC-BY-SA. Das ist einerseits rechtlich sehr sicher, anderseits vor allen Dingen bequem.</li>
<li style="text-align: justify;">Ich würde mir ja wünschen, dass Folgendes passiert: Alle Twitter- und Blogger-Lehrer legen ihre Kraft in ein gemeinsames Projekt &#8211; vermarkten das in der Art und Weise einer digitalen Rampensau, nutzen alle Kontakte, um das in der Öffentlichkeit jenseits des kleinen Blogs zu präsentieren. Nur eine solche gemeinsame Arbeit mit konkreten Selbstverpflichtungen wird den bestehenden Strukturen etwas entgegensetzen können. Das wird nicht geschehen, weil niemand von uns altruistisch genug dafür ist, weil jedes zu planende Projekt an Grundsatzfragen wie &#8220;Welche Lizenz?&#8221;, &#8220;Welche Plattform?&#8221;, &#8220;Welche Farbe?&#8221;, &#8220;Welches Logo?&#8221; usw. zerschellen würde.</li>
</ol>
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch 2012 werden Lehrer Lehrer bleiben und Menschen Menschen. Die Verlage werden weiter an einer Software schrauben lassen, die wahrscheinlich nie datenschutzkonform einsetzbar und technisch immens schwer zu realisieren sein wird. Lehrer werden weiter für Verlage arbeiten und Lehrer werden mit dem Copyright weiter so umgehen, wie sie mit dem Copyright umgehen. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen ist für mich die NC-Lizenz so etwas ähnliches wie der Rahmenvertrag zur pauschalen Vergütung von Ansprüchen der Verlage: Sie verhindert nicht, dass Material kommerziell eingesetzt wird, aber sie zeigt ein bisschen moralisch auf, dass das nicht fair ist, genau wie die 10%-12-Seiten-Kopierregel moralisch de Zeigefinger hebt, dass das, was ich da morgens am Kopierer tue, eigentlich so nicht ganz in Ordnung ist &#8211; moralisch. Rechtlich immerhin in gewissen Grenzen schon.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4084&amp;md5=dbd9f6415a25c5dadd2bff1c3f7f0341" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>DRM &#8211; Zweitkontakt</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 10:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tech-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[brennen]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufvideo]]></category>
		<category><![CDATA[Videoload]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich besitze einen Account bei Musicload. Den nutze ich hin und wieder, wenn ich einen Song schnell auf der Platte, bzw. in meinem häuslichen DLNA-Netzwerk haben möchte &#8211; das ist von den Tonqualität nicht immer das Optimum, aber in den meisten Fällen erhält man dort eine einigermaßen sauber codierte MP3-Datei ohne DRM, mit der ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich besitze einen Account bei <a title="http://www.musikload.de" href="http://www.musikload.de" target="_blank">Musicload</a>. Den nutze ich hin und wieder, wenn ich einen Song schnell auf der Platte, bzw. in meinem häuslichen <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Living_Network_Alliance" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Living_Network_Alliance" target="_blank">DLNA-Netzwerk</a> haben möchte &#8211; das ist von den Tonqualität nicht immer das Optimum, aber in den meisten Fällen erhält man dort eine einigermaßen sauber codierte MP3-Datei ohne DRM, mit der ich dann machen kann, was ich will.</p>
<p style="text-align: justify;">Gestern war ich auf der Suche nach einem Film &#8211; es sollte natürlich schnell gehen. Google spuckte Videoload als eine der ersten Platfformen aus, die auch eine Kaufoption anboten. Besonders wichtig war für mich dabei dieser Satz:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sie können diese Flux-Datei auf DVD brennen, welche Sie auf jedem DVD-Player anschauen können.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Eine FluxDVD-Datei ist ein DRM-geschützter Container, mit dem sich erstmal wenig anfangen lässt &#8211; immerhin ist er mit dem Windows-Mediaplayer abspielbar, so dass man das Ding etwa über HDMI an einen Fernseher oder Beamer weiterreichen kann. Das funktioniert auch gut. Nebeneffekt dabei ist, dass der Container dabei hilft, die Downloadgröße zu begrenzen &#8211; nicht jeder hat schließlich z.B. einen Kabelinternetanschluss. Beim Brennen der DVD jedoch erlebte ich ein Drama mit mehreren Akten, das in der Katastrophe endete.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich benutze Windows ja nur in virtuellen Maschinen. Da galt es es vor dem Download zunächst einmal, eine spezielle Software von Videoload zu installieren. Die beschwerte sich dann darüber, dass kein AC3-Codec auf dem System zu Verfügung stünde, holte sich aber diverse Dateien aus dem Internet nach &#8211; hätte man nicht da auch gleich den fehlenden AC3-Codierer installieren können? Um die FluxDVD-Datei brennen zu können, musste sie natürlich wieder konvertiert (&#8220;dekomprimiert&#8221;) werden, was mit den Einstellungen für meine VM etwa 120 Minuten dauerte. Sie vergingen etwa 2,5 Stunden mit Konvertiererei und Installierorgien. Dann stellte ich fest, dass die VM den Brenner des Hostsystems nicht durchgereicht bekam. Ok &#8211; das hätte ich vorher mal prüfen können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auf meinem Arbeitsrechner habe ich die Windows7-Partition belassen und lediglich verkleinert, konnte also Windows nativ booten. Die Download-, Installier- und Konvertierorgie begann von Neuem, dauerte Dank Core i7-4-Kerner und 8GB RAM aber dann nur 1,5 Stunden, bevor ich auf &#8220;Brennen&#8221; klicken konnte. Das ging natürlich nicht, da ich dafür auf dem neuen Gerät keine Lizenz hatte &#8211; also rasch noch eine nachgekauft &#8211; musste ja schnell gehen und ich fand die Idee ja ganz nett. Was soll ich sagen? Der &#8220;Brennen&#8221;-Button erschien und die Fortschrittsanzeige des Programms sowie die Geräuschkulisse aus dem Brenner klangen hoffnungsfroh. Dumm nur, dass nach &#8220;erfolgreichem&#8221; Abschluss des Brennvorganges eine DVD ohne Inhalt ausgeworfen wurde. Ach ja &#8211; nochmal brennen geht natürlich nicht, da die Lizenz nur die Erstellung <em>eines</em> Datenträgers erlaubt &#8211; für das Programm war ja alles erfolgreich verlaufen&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich bestelle dem Film bei Amazon für 2 Euro günstiger inklusive Booklet und Bonusdatenträger. Um den Mindestbestellwert zu erreichen, habe ich gleich noch drei Filme mehr geordert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Dienst ist in dieser Form für mich unbrauchbar. Wenn ich einen Film online &#8220;kaufe&#8221;, erwarte ich:</p>
<ol>
<li>dass ich ihn auf einem mir zugesagtem Medium abspielen kann</li>
<li>dass er günstiger ist, als die Vollversion mit Originalmedium</li>
<li>dass die Software, die mir aufgezwungen wird, funktioniert</li>
<li>dass nach Erstellung des Datenträgers die Integrität geprüft wird, bevor die Brennlizenz intern als &#8220;erfüllt&#8221; getaggt ist</li>
<li>dass der Vorgang unkompliziert verläuft</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Ich frage mich, welche Erfahrungen reine Anwender mit so einem Dienst machen. Vielleicht liegt es ja auch allein daran, dass ich im normalen Leben nur Linux nutze und mir die &#8220;intuitiven&#8221; Prozesse unter Windows einfach ungewohnt sind. Vielleicht möchte mich die Filmindustrie auch genau zu Akt 3 hin erziehen. Einfacher dürfte es in jedem Fall sein, sich den Kram illegal als Torrent zu besorgen &#8211; oder den Stream eines Verleihvideos abzugreifen. Weniger Zeitaufwand wäre wohl auch erforderlich. Aber das ist weder erlaubt noch in irgendeiner Form fair.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich &#8211; im Internet ist mit Filmen so wahrscheinlich nichts zu verdienen. Liebe Filmindustrie: Menschen, die für Inhalte bezahlen wollen, sind doch für euch eigentlich die Guten! Denkt bitte an deren Zeit und technische Fähigkeiten.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4079&amp;md5=473286894104653fbaf5492b89504b6e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Netzwerkumbau an der Schule</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2011/12/netzwerkumbau-an-der-schule/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 19:04:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Tech-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[IServ]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzungsordnung]]></category>
		<category><![CDATA[PC-Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Schulnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Server]]></category>
		<category><![CDATA[Verfahrensbeschreibung]]></category>

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		<description><![CDATA[Allmählich ist hier wieder Land in Sicht. Wir sind als Schule von einer hoffnungslos veralteten OpenSource-Schulserverlösung auf eine vollkommen andere technische Basis umgestiegen und das im laufenden Schulbetrieb. Wir nutzen jetzt IServ &#8211; hier einmal eine kleine Tour durch Möglichkeiten: Die IServ basiert auf einem normalen Debian-Trägersystem, welches durch ein passwortgeschütztes deb-Repository durch nicht freien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Allmählich ist hier wieder Land in Sicht. Wir sind als Schule von einer hoffnungslos veralteten OpenSource-Schulserverlösung auf eine vollkommen andere technische Basis umgestiegen und das im laufenden Schulbetrieb. Wir nutzen jetzt IServ &#8211; hier einmal eine kleine Tour durch Möglichkeiten:</p>
<p><a title="IServ-Tour" href="https://docs.google.com/present/view?id=0AX4gzMiwg0YRZGh0ajM5a3FfMmd6bm44N2du&amp;hl=en&amp;safe=images"><img class="aligncenter size-full wp-image-4062" title="iserv_tour" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/12/iserv_tour.jpg" alt="" width="320" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die IServ basiert auf einem normalen Debian-Trägersystem, welches durch ein passwortgeschütztes deb-Repository durch nicht freien Code ergänzt wird, der entsprechend der GPL sauber getrennt vom übrigen Systemcode abgelegt ist. Das macht das System so frei, dass nach wie vor Raum für eigene Basteleien bleibt &#8211; z.B. IServ-Module mit Schülern entwickeln. Gleichzeitig ermöglicht die Geschlossenheit des Codes in Verbindung mit einem Remote-Wartungsvertrag die externe Pflege des Systems &#8211; obwohl es sich weitgehend selbst durch automatisierte Scripten pflegt&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Abgesehen von unzähligen durchdachten Funktionen &#8211; z.B. die ferngesteuerte Rechnerwartung &#8211; fasziniert der IServ durch sein Bedienungskonzept, das sich auch unerfahrenen Nutzern intuitiv erschließt. Der IServ deckt etwa 90% der Funktionen (Forum, integriertes und vollwertiges Mailsystem, Dateiaustausch, Gruppenordner etc.) von einer Lernplattform ab, wie sie zurzeit an den meisten Schulen tatsächlich(!) genutzt werden dürften, so dass ich hoffe, unser bestehendes Schulmoodle (V.2.1+) außerhalb von größeren Projekten bald niemandem mehr zumuten zu müssen &#8211; am besten gleich Mahara oder so einführen. Nach vier Tagen Betrieb sind 2/3 der Lehrkräfte dort zumindest einmal angemeldet gewesen und bereits 15 Mobilgeräte für den Internetzugriff freigeschaltet. Die bisherigen &#8220;Ahs&#8221; und &#8220;Ohs&#8221; sind natürlich auch zu einem guten Teil unserer vorher bestehenden Struktur geschuldet, aber zunehmend auch als &#8220;Differenzreaktion&#8221; zum Bedienkonzept von Moodle zu sehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bedienbarkeit im Hinblick auf die Bedürfnisse von Schulen ist natürlich kein Zufall: Das System ist an einer Schule als Projekt entstanden und ernährt jetzt immerhin einige Mitarbeiter. Der Spaß kostet natürlich etwas &#8211; aber weit weniger, als es an Wartungskosten vor Ort einspart. Die Migration von 1500 Nutzern (Schüler und Lehrer) auf IServ dauert zwar noch an, aber schon jetzt stehen wir fast schon besser als vorher da &#8211; nach nur vier Tagen Arbeit (&#8230;und keiner Stunde Unterrichtsausfall bei mir.).</p>
<p style="text-align: justify;">Ungewohnt ist dabei meine veränderte Rolle: Ich bespreche und plane notwendige Tätigkeiten mit den Mitarbeitern der betreuenden Firma und spanne auch andere Beteiligte mit ein, obwohl ich eigentlich lieber selbst auf der Leiter stünde und den Accesspoint anschrauben&#8230; (aber dann hätte ich freigestellt werden müssen).</p>
<p style="text-align: justify;">Ach ja &#8211; nochwas ist neu: Datenschutz und Nutzungsordnungen. Beides braucht man sehr dringend als Schule. Meine zuständiges Landesinstitut für Datenschutz hat mir dabei die<a title="http://lehrer-online.de/recht_praxis.php?sid=41590689255801094432371587159100" href="http://lehrer-online.de/recht_praxis.php?sid=41590689255801094432371587159100" target="_blank"> Entwürfe von Lehrer-Online</a> empfohlen. Durch ein Telefonat mit einem Freund aus alten Tagen, der beim ULD arbeitet, habe ich die Anregung bekommen, zusätzlich eine <a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/12/verfahrensbeschreibung.pdf">Verfahrensbeschreibung</a> zur Gewinnung personenbezogener Daten aus dem Schulnetz zu erstellen. Ob man bei der geltenden, verworrenen Rechtslage damit auf der 100%-sicheren Seite ist, darf bezweifelt werden, aber man hat zumindest das &#8220;Laienmögliche&#8221; getan. Zumindest dürfte es ein Anwalt ein wenig schwerer haben, Verfahren aufgrund von Formfehlern erfolgreich anzufechten.</p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt kommt noch viel Kleinkram (zickende WLAN-Verbindungen, Druckereinbindung usw.), aber das Wesentliche ist geschafft und ich kann die ersten Qualifizierungsmaßnahmen jenseits vom Peercoaching zum neuen Schulnetz andenken.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4061&amp;md5=14b883002395cc5b16a415446531a8de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ausbildungsseminare</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2011/12/ausbildungsseminare/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 11:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Anspruch]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungsseminar]]></category>
		<category><![CDATA[Fachleiter]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Referendar]]></category>
		<category><![CDATA[Stundenbesprechung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ausbildungsseminare in Niedersachsen haben es zurzeit nicht gerade leicht: In ca. 1,5 Jahren sollen sie bereits Output in Form frischer Lehrkräfte für die Schulen liefern. Die Referendare haben von Anfang an eigenverantwortlichen Unterricht zu erteilen &#8211; früher gab es eine Art Schonfrist von einem halben Jahr, in dem der junge Kollege bzw. die junge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Ausbildungsseminare in Niedersachsen haben es zurzeit nicht gerade leicht: In ca. 1,5 Jahren sollen sie bereits Output in Form frischer Lehrkräfte für die Schulen liefern. Die Referendare haben von Anfang an eigenverantwortlichen Unterricht zu erteilen &#8211; früher gab es eine Art Schonfrist von einem halben Jahr, in dem der junge Kollege bzw. die junge Kollegin einfach schauen und experimentieren konnte. Auch neu ist, sämtliche Prüfungen für das 2. Staatsexamen an einem Tag durchziehen zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei mir in Schleswig-Holstein war das damals alles auch so &#8211; nur gab es einen zweijährigen Vorbereitungsdienst und  an der Schule Mentoren, die mir fest zugeteilt waren, dafür etwas Entlastung bekamen und in der Prüfung auch Stimmrecht besaßen. Das waren zusammen mit dem Schulleiter der Ausbildungsschule immerhin drei von sieben Stimmen. Grundsätzlich war dort die Arbeit als Fachleiter in einem Seminar mit einer Beförderungsstelle mit entsprechend formalisiertem Auswahlverfahren verbunden.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Referendare werden hier in Niedersachsen in der Ausbildungszeit schwerpunktmäßig von ihren Fachleitern betreut &#8211; die für diese Arbeit m.E. alles andere als eine angemessene Entlastung erhalten, wenn sie als sogenannte &#8220;Mitwirker&#8221; fungieren. Ein Mitwirker hat entsprechend der Anzahl der von ihm betreuten Referendare ein gewisses Deputat an Entlastungsstunden. Eine Entlastung für die begleitenden Kollegen an der Schule ist nicht vorgesehen. Das ist bei uns Teil der Dienstverpflichtung.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Bild des Fachleiters von der auszubildenden Lehrkraft ist demnach systembedingt ein äußerst punktuelles, allerdings kommen die hiesigen Fachleiter immerhin ein wenig öfter in den den Unterricht der Referendare als meine &#8220;damals&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Referendarszeit prägt, die sie sich in der Schwebe von Anpassung und bestenfalls Widerstand bewegt. Von der Beurteilung der Fachleiter hängt in sehr extremen Maße ab, inwieweit ein Mensch seinen angestrebten Beruf auch ausüben kann. Nach einem doch recht langem Fachstudium ohne richtigen akademischen Abschluss besteht da doch ein &#8220;gewisser&#8221; Druck (Staatsexamen &#8211; was soll das in der Wirtschaft sein?). Inwieweit die Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem hier Entlastungen bringt, vermag ich nicht zu beurteilen. Im schlimmsten Fall sind die Erfahrungen in der Referendarszeit so massiv, dass sie den Umgang mit Autorität für die gesamte Dienstzeit prägen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich erlebe die Ausbildungsseminare jetzt natürlich nur noch aus der Sicht eines betreuenden Lehrers. Bei Beförderungsbesuchen bin ich hin und wieder auch noch selbst Besprechungssituationen ausgesetzt.  Eigentlich sollte die regelmäßige Überprüfung meiner Arbeit durch eine externe Instanz selbstverständlich sein &#8211; immerhin geht es dabei ja auch um viele andere Menschen, deren Lebenschancen ich beeinflusse.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei der Besprechung von Unterricht durch Fachleiter erlebe ich immer wieder Dinge, die aus meiner Sicht gravierende Mängel darstellen, die mich als gestandenen Kollegen nicht sonderlich tangieren, für die &#8220;Prägung&#8221; eines Referendars jedoch fatal sei können. Einige der m.E. schlimmsten nenne ich hier stellvertretend:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fehlende Orientierung an curricularen Vorgaben</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Immer wieder erlebe ich in Besprechungen, dass selbige sich nicht am Kompetenzbegriff orientieren, bzw. das Wort &#8220;Kompetenz&#8221; nicht einmal außerhalb des Lehrprobenentwurfes Anwendung findet. Man kann zum Kompetenzbegriff stehen wie man will &#8211; er ist eine wesentliche Vorgabe der Curricula. Diese wird oft dadurch &#8220;erfüllt&#8221;, dass man den Referendar zwar nötigt, in seinem Entwurf Kompetenzen auszuweisen, die in der tatsächlichen Stunde relevanten Kompetenzen jedoch allenfalls auf der fachlichen Ebene thematisiert. Hierbei scheint es primär um Bewahrung zu gehen, was den Aufgaben eines Ausbildungsseminar diametral entgegenläuft. Man vermittelt dem Referendar implizit, dass man sich z.B. als Kommission nicht an Regeln halten muss, als Referendar schon. Der Kompetenzbegriff wird bald tot sein und wahrscheinlich durch den Begriff des Prozesses ersetzt werden. Was konstant bleiben wird, ist die durch den Kompetenzbegriff in der Vor-Bertelsmann-Ära intendierten Veränderungen der Haltung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verfehlte Kommunikationsstrategien</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jedes Ausbildungsseminar, das mir bekannt ist, vermittelt die Werte der direkten Kommunikation. Ein Schüler soll nicht sagen: &#8220;Petras Text ist&#8230;&#8221;, sondern &#8220;Petra, an deinem Text gefällt mir&#8230;&#8221;. Ich habe noch nie eine Besprechung von Fachunterricht erlebt, in der der anwesende und gegenübersitzende Referendar nicht über einen längeren Zeitraum in der dritten Person &#8220;angesprochen&#8221; wurde. &#8220;Die Lehrkraft hat &lt;lobendes Satzadjektiv&gt; reagiert!&#8221; &#8211; lieb gemeint, aber eine kommunikative Vollkatastrophe, insbesondere wenn es aus dem Mund von Pädagogikfachleitern kommt &#8211; und das ist mir mehr als einmal passiert.   <strong></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Heimliche Regeln</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich erlebe immer wieder, dass Stunden besprochen werden, wie man sie hätte machen können und nicht Stunden, wie sie im Entwurf stehen (hin und wieder scheint auch der Entwurf selbst nicht hinreichend präsent zu sein). Man kommt zwar selten zu einem anderen Ergebnis, mit der abschließenden Benotung wäre ich oft einverstanden gewesen, nicht jedoch mit der Begründung.  Man kann den Spieß ja auch umdrehen: Wenn man eine Stunde hätte anders machen können (und das kann man immer), so hat der ausbildende Fachleiter entweder auf voller Linie versagt oder seine Kriterien für eine gelungene Stunde im Vorwege nicht hinreichend transparent gemacht. Die Kunst als betreuender Kollege besteht oft darin, die heimlichen Regeln des Fachleiters herauszufinden. Typische heimliche Regeln, die ich erlebt habe, sind z.B.</p>
<ul>
<li>Jede Stunde muss Form und Inhalt gleichermaßen berücksichtigen. Es gibt <em>keine Begründung</em> für ein anderes Vorgehen.</li>
<li>Epische Texte <em>dürfen nich</em>t in der Form einer szenischen Interpretation erschlossen werden &#8211; das dürfen nur Dramen.</li>
<li>Die Sicherung <em>muss</em> in der Stunde selbst erfolgen. Es gibt<em> keine Begründung</em>, die ein anderes Vorgehen rechtfertigt.</li>
<li>Die Notierung von Einheiten <em>hat streng</em> nach IUPAC-Regeln zu erfolgen, z.B. [mL] und nicht [ml]</li>
<li>[...]</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Um mit einem Referendar eine Stunde zu bauen, die zu den heimlichen Regeln eines Fachleiters passt, muss man den Fachleiter leider mindestens vorher bei einer Besprechung erlebt haben. Das ist organisatorisch oft schwierig. Wenn mir die Regeln zu heimlich sind, frage ich sie auch schonmal aus dem Fachleiter heraus.  Das ist bloß meist recht unangenehm &#8211; weil diese Regeln oft nicht reflektiert sind &#8211; deswegen ja auch heimliche Regeln.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verfehlter Einbezug des Entwurfs</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Lehrprobenentwurf ist ein umfassende schriftliche Leistung, die zudem hohe Anforderungen an sprachliche Verdichtung und Prägnanz stellt. Er ist aufgrund der enormen Arbeit, die in einem Entwurf steckt, gesondert zu benoten und vor der Benotung einer Lehrprobe zu einem festen Prozentzsatz einzurechnen. <strong></strong>Das gebietet die Wertschätzung, nicht die Prüfungsordnung. Das wird generell nicht gemacht und als Grund genannt: &#8220;Man muss sich die Note offen halten.&#8221; Entlarvend, oder? Implizit gibt man damit zu, dass eine Stunde nur begrenzt planbar ist und ein guter Entwurf nicht zwingend eine gute Stunde nach sich zieht. Relativ sicher scheint mir, dass schlechte Entwürfe mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer schlechte Stunde führen werden. Implizit gibt man aber damit zu, dass man sich selbst nicht zutraut, schwere Planungsfehler im Vorfeld einer Stunde zu erkennen. Umgekehrt ist es für den Prüfer viel leichter: &#8220;Das ging schief und dieser Fehler ist ja auch schon im Entwurf angelegt!&#8221;. Börse ist zwei Tage später auch immer einfach. Das, was ich mir zutraue, darf ich von anderen erwarten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe auch ausgezeichnete Stundenbesprechungen erlebt, die zeigen, dass Fachleiter und Seminare hervorragend und transparent arbeiten können. Aber das ist nicht selbstverständlich. Deswegen sollten zwingend auch die Ausbildungsseminare m.E. inspiziert und evaluiert werden &#8211; genau wie eine Schule. Die Kriterien müssten wahrscheinlich gar nicht so viel anders sein.  <strong></strong></p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4046&amp;md5=b780ff94bd3c2a51a326694d82eb1a7b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>LMS und die Macht des Ringes</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 10:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Moodle]]></category>
		<category><![CDATA[Anbieter]]></category>
		<category><![CDATA[Einsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Lernkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Tool]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir Menschen werden Twitter weiterhin auch sinnentleert und verantwortungslos nutzen. Wir werden weiterhin glauben, dass wir mit technologischem Fortschritt unsere Probleme lösen können. Wir übersehen geflissentlich, dass die Technik und Ihr Gebrauch nur der Spiegel unserer Selbst ist. Woraus wieder einmal folgt, dass wir selbst unser größtes Problem sind. Denn natürlich wäre es ungleich anstrengender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wir Menschen werden Twitter weiterhin auch sinnentleert und verantwortungslos nutzen. Wir werden weiterhin glauben, dass wir mit technologischem Fortschritt unsere Probleme lösen können. Wir übersehen geflissentlich, dass die Technik und Ihr Gebrauch nur der Spiegel unserer Selbst ist. Woraus wieder einmal folgt, dass wir selbst unser größtes Problem sind. Denn natürlich wäre es ungleich anstrengender und bedrohlicher, uns selbst zu fokussieren als irgendeine neue Technologie. Schließlich würde sich da doch der eine oder andere grausliche Abgrund auftun.</p>
<p style="text-align: right;">Andreas Zeuch in: <a title="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=2151" href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=2151" target="_blank">http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=2151</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a title="https://twitter.com/#!/Networking_Lady" href="https://twitter.com/#!/Networking_Lady" target="_blank">Sigi Jakob</a> &#8211; eine Moodleveteranin und pädagogische Expertin, wenn es um die Nutzung von Lernplattformen im Sinne einer neu zu denkenden Lernkultur geht, hat im Rahmen ihrer Keynote als Gastrednerin auf dem 2. Kölner Moodletag etwas erlebt, was sie <a title="http://www.school-networking.de/start/?p=857" href="http://www.school-networking.de/start/?p=857" target="_blank">hier eindrucksvoll</a> aufschreibt. Sie nennt dort als Ziel des Vortrags:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Die Zielsetzung meines Vortrags war, die Zuhörer für die Notwendigkeit einer Veränderung in der Lernkultur zu sensibilisieren und aufzuzeigen, dass ein Moodlekurs allein noch keinen anderen Unterricht und anderes Lernen bewirkt.</p>
<p style="text-align: right;">Sigi Jakob in: <a title="http://www.school-networking.de/start/?p=857" href="http://www.school-networking.de/start/?p=857" target="_blank">http://www.school-networking.de/start/?p=857</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sigi nennt das Erlebte ein Debakel. In dem Text steckt so viel von dem, was über das Thema &#8220;Neue Technologien&#8221; zu denken ist, dass ich gar nicht weiß, womit ich genau anfangen soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Also fange ich mit mir selbst an. Ich habe mich vor einigen Wochen vollkommen aus den Moodlekreisen zurückgezogen, obwohl ich mich auch mit Fug und Recht als Moodler der ersten Stunde bezeichnen könnte. Diese Entscheidung wurde katalysiert in meiner Auseinandersetzung mit <a title="https://twitter.com/#!/cgrune" href="https://twitter.com/#!/cgrune" target="_blank">Christian Grune</a>, der das LMS<a title="http://www.itslearning.de/" href="http://www.itslearning.de/" target="_blank"> itslearning</a> in Deutschland vertreibt. Ich habe nie in meiner gesamten Moodlezeit den methodischen Reichtum einer Sigi Jakob erreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Das hatte systemische Gründe (die Vollzeitmühle), technische Gründe (ich bin eher technikverliebt &#8211; Mensch, Sigi, was hätte ich für dich als Techniker erreichen können&#8230;), aber natürlich alle Dinge, die Sigi im Vorspann ihrer Reflexion beschreibt. Vor allem aber habe ich erfahren, dass andere Tools viel besser zu meiner Art des Unterrichts passen. Diese Art des Unterricht war schon da. Sie wurde nicht durch die Tools ausgelöst. Gleichwohl ist der umgekehrte Weg denkbar &#8211; die interaktiven Tafeln taugen oft als trojanisches Pferd, um Lehrende überhaupt in Kontakt mit neuen Medien zu bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Jedes LMS trägt die &#8220;Macht des Ringes&#8221; in sich. Ein LMS bietet in der Regel die Möglichkeit, Schule so zu machen, wie sie schon immer war. Das System wird auf allen Ebenen durch den Ring geknechtet werden. Die Kräfte, die dabei unter dem enormen Evaluationsdruck das Gewohnte 1:1 ins Digitale übertragen, werden sich der Kraft des Ringes nicht entziehen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Und dann steht man als idealistischer z.B. Moodler da und sieht sich auf einmal der gesamten Kritikbreitseite vom &#8220;Bevormundungs-&#8221; bis zum &#8220;Kontrollsystem&#8221; ausgesetzt &#8211; nicht weil ich das System so nutze, sondern weil die Macht des Ringes das System verführt, einfach nur den Abbildungsmodus umzuschalten, weil es alte Sicherheiten nicht tangiert &#8211; und da sind wir bei Andreas Zeuch.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Haltung bestimmt die Nutzung digitaler Tools, nicht die Tools die Haltung. Die Tools bilden aber recht brutal die Haltung ab. Im Idealfall ist erst die Haltung vorhanden, die für ein neues Bildungssystem die Grundlage bietet.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn aber diese Haltung vorhanden ist, hege ich zurzeit ernste Zweifel daran, dass in der Schule die Toolwahl auf ein LMS fallen wird. Seine Stärken spielt ein LMS m.E. nicht im Lernprozess aus, sondern im Bereich des Austausches, der Evaluation von Lernprozessen, der Verteilung von Best-Practise-Settings. Ich wage die These, dass es ein fundamentaler Unterschied ist, ob eine Lehrkraft ein LMS alleine für sich und ein Team nutzt oder das eine ganze Schule tut.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein kommerzieller Anbieter lebt übrigens nicht von der Haltung. Er lebt von den Vergütungen für seine Dienstleistungen. Deswegen wirkt er im Idealfall an Haltungsbildung mit, um sein System attraktiv auf dem Markt zu positionieren. Er kann aber das eine zurzeit nicht vom anderen trennen und muss daher Produkte vermarkten.Genau wie das Bildungssystem verfügt er gar nicht über die Ressourcen zur flächendeckenden &#8220;Haltungsbildung&#8221;, wohl aber über die eine oder andere Kompetenz in diesem Bereich.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ist der Ausweg? Ich kenne nur Bausteine. Zum Beispiel Speck für die Skeptiker &#8211; eine große Gruppe innerhalb des Schulsystems. Sie haben wenig persönliche Vorbehalte, aber eine Menge formale. Mein Speck soll verlässliche Technik sein. Im Fahrwasser verlässlicher Technik hat die Medienberatung vom NLQ eine Menge anzubieten. Mal schauen, ob das so klappt.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4039&amp;md5=9df30844f90c6f2dc67380da02d3ffd6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Geister</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 13:31:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Messbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schulgeist]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>

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		<description><![CDATA[In meiner Tätigkeit als medienpädagogischer Berater begegnen mir zur Zeit eine ganze Menge Geister, die ich frei nach Charles Dickens  hier einmal vorstellen möchte. Gemeinsam mit Dickens Geistern haben sie, dass sie mich zurzeit ganz stark in Grübeln bringen und vieles aus den letzten Jahren in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Die Dämonen Dämonen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In meiner Tätigkeit als medienpädagogischer Berater begegnen mir zur Zeit eine ganze Menge Geister, die ich frei nach <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/A_Christmas_Carol" href="http://de.wikipedia.org/wiki/A_Christmas_Carol" target="_blank">Charles Dickens</a>  hier einmal vorstellen möchte. Gemeinsam mit Dickens Geistern haben sie, dass sie mich zurzeit ganz stark in Grübeln bringen und vieles aus den letzten Jahren in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Dämonen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dämonen sind für einen Techniker ziemlich wichtig: Man sieht von ihnen nichts, aber sie lauschen unaufhörlich, ob Aufgaben anliegen, die sie immer oder auch zeitgesteuert abarbeiten. Ohne Dämonen kommt ein Unixsystem völlig zum Erliegen &#8211; die CPU bekommt keine Aufgaben, die Aufgaben keine Rechenzeit. Dämonen nimmt man als etwas Selbstverständliches hin &#8211; sie funktionieren halt.</p>
<p style="text-align: justify;">Jeder Lehrer erfüllt Dämonen-Aufgaben, die Schulleitung mehr, der normale Kollege weniger. Der Unix-Dämon braucht eigentlich nichts außer Updates (von anderen Dämonen gesteuert), eine Laufzeitumgebung oder Energie. Daran hapert es auf einem IT-System meist nicht. Stirbt ein Dämon, startet man ihn neu und er ist derselbe wie vorher &#8211; genau so belastbar, genauso effektiv, gefühlslos, nicht nachtragend.</p>
<p style="text-align: justify;">Geben wir den menschlichen Dämonenaufgaben immer die Energie, die sie brauchen? Anerkennung &#8211; still oder offen? Haben sie eine Laufzeitumgebung, die ihnen gibt, was sie für ihre Funktion benötigen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Geisterkonzepte</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir produzieren in Niedersachsen an den Schule zurzeit viele Konzepte. Die Produktionsrate steigt im Vorfeld einer Inspektion dabei erheblich an. Viele davon sind schön geschrieben und voller Kompetenzbuzzwords. Wie viele werden gelebt? Wie misst man das Gelebtwerden von Konzepten durch z.B. eine Evaluation? Wie lebt man geschätzte 20 Konzepte gleichzeitig anm ein und derselben Schule? Ein nicht gelebtes Konzept ist halt so da &#8211; ein Produkt, was man vorzeigen kann. Es ist aber ohne die Handlung, die dichotomisch zu ihm gehören muss, wenn es einen Wert haben soll, nicht real. Es ist dann ein Geist. Für die einen ein guter, weil er die Inspektoren beglückt, für die anderen ein abgrundtief böser, weil er die Ressourcen Zeit und Wahrnehmung ohne Gegenleistung verschwendet. Drei <em>wirklich</em> gelebte Konzepte an einer Schule. Wäre das nicht eine Basis?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> Der Geist einer Schule</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist ziemlich verrückt und es klingt total eingebildet: Bei den bisherigen Schulen, die ich besucht habe, war mir schon nach wenige Metern im Gebäude klar, wie das sich anschließende Gespräch mit dem meist Schulleiter verlaufen würde. Die Mixtur als Geräuschen und Stille, aus Architektur, aus Geruch und Lichtstimmung spricht Bände bar jedweder Rationalität. Das Seltsame daran ist, dass ich den Geist meiner eigenen Schule am wenigsten von allen erlebten beschreiben kann- vielleicht weil alles schon viel zu gewohnt und vertraut ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir sind Äußerlichkeiten eigentlich immer recht egal gewesen, obwohl ich immer neidvoll in reich geschmückte Klassenzimmer gehe &#8211; ich denke dabei dann doch eher an: &#8220;Und wer räumt das alles wieder auf?&#8221;. Ich weiß, dass ich einen eigenen Raum möchte, den ich selbst gestalten kann, in dem mein Geist herrscht, in dem ich Lernangebote und -medien bereithalten kann, die mir eine weitere Öffnung des Unterrichts ermöglichen.</p>
<p style="text-align: justify;">An diesen Ideen merke ich, wie sehr ich das, was Schule im Allgemeinen als Geist vorgibt, als unabänderlich hingenommen habe. Jetzt, wo die Mühle zwar noch läuft &#8211; aber an mindestens zwei verschiedenen Orten, begreife ich, was noch alles möglich ist und was schon anderswo tatsächlich gemacht wird. Viel zu lernen gibt es für mich an den Grundschulen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist, was den Geist angeht, aber bisher recht egal, was draußen an der Tür steht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bleibt noch dies:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wer mir sagt, dass man Geister messen, beschreiben und<em> allein</em> durch diese beiden Operationen entwickeln kann, der hat ein Weltbild, das zu dem meinen nicht passt. Ich habe noch nie einen bösen Geist gesehen, der dadurch verschwand oder einen guten, der dadurch zum übermächtigen Dschinn wurde.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4020&amp;md5=b36c1d78dedc71a3487e4a7c690210df" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ZUM-Treffen 2011 – oder vom Wert des Bewahrens</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2011/11/zum-treffen-2011oder-vom-wert-des-bewahrens/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 09:37:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bewahren]]></category>
		<category><![CDATA[Einladung]]></category>
		<category><![CDATA[Mainz]]></category>
		<category><![CDATA[Struktur]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[ZUM]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin an diesem Wochenende einer Einladung von ZUM e.V. zu einer Veranstaltung „Lehrer spinnen Netze“ nach Mainz gefolgt. Da gab es eine Menge zu lernen. Das Wichtigste braucht eine kleine Geschichte: Auf dem Rückweg zum Bahnhof traf ich zwei Polizisten, die an einem Sonntag die Kennzeichen von Autos mit einer Digicam fotografierten, die in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY">Ich bin an diesem Wochenende einer Einladung von ZUM e.V. zu einer Veranstaltung „Lehrer spinnen Netze“ nach Mainz gefolgt. Da gab es eine Menge zu lernen. Das Wichtigste braucht eine kleine Geschichte:</p>
<p align="JUSTIFY">Auf dem Rückweg zum Bahnhof traf ich zwei Polizisten, die an einem Sonntag die Kennzeichen von Autos mit einer Digicam fotografierten, die in einer Ladezone im eingeschränkten Halteverbot abgestellt waren. Ladezone, Sonntag – nunja. Dieser Tonfall schwang wahrscheinlich mit, als sich folgender Dialog entspann:</p>
<blockquote>
<p align="JUSTIFY"><strong> Ich:</strong> Und? Werden die Kennzeichen auch schon per Bilderkennung automatisch in einer Datenbank erfasst, oder tippen Sie die nachher tatsächlich auf der Wache händisch ein?</p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Die Beamten:</strong> Wir müssen die Halter erfassen, die hier stehen. Das ist eine Ladezone!</p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Ich:</strong> Aber wäre es nicht toll, wenn das ginge?</p>
</blockquote>
<p align="JUSTIFY">Dann war ich auch schon weiter und hinterließ zwei sichtliche irritierte Menschen. die so offenbar gar nicht wussten, was sie davon halten sollten. Das Verfahren mit der Digicam ist ja schonmal ein Schritt, auf den man stolz sein kann – aber es ginge noch besser, z.B. mit einer Handy-App, die Art des Vergehens, Dienstnummer der Beamten, Ort, Zeitpunkt und das ermittelte Kennzeichen nach Bestätigung durch den Nutzer über eine gesicherte Verbindung an einen zentralen Server übermittelt, der dann die Mahnbescheide automatisiert erstellt und&#8230;</p>
<p align="JUSTIFY">Ich weiß: Datenschutz, aber es geht mir nur um das Prinzip und um meinen leicht überheblichen Tonfall, der impliziert, dass die Idee mit der Digicam nicht reicht. Diesen Tonfall nehme ich im Web2.0 gegenüber etablierteren Institutionen sehr oft wahr und schließe mich da auch nicht aus.</p>
<p align="JUSTIFY">Es ist das Spannungsfeld zwischen dem, was bereits da ist und dem was an Veränderungen erforderlich ist, um das Vorhandene zu bewahren bzw. zu entwickeln. Ich nehme war, dass einige Institutionen, auch solche, die schon lange im Web unterwegs sind, sich genau in diesem Spannungsfeld bewegen, auch die <a title="http://www.zum.de/" href="http://www.zum.de/" target="_blank">Zentrale für Unterrichtsmedien</a>, die eigentlich jeder Lehrer kennt und inhaltlich schätzt &#8211; von deren Seiten aber viele Lehrkräfte in unserer Schule sagen, sie seien so &#8220;unstrukturiert&#8221;.</p>
<p align="JUSTIFY">Das <a title="http://www.ebh-mainz.de/" href="http://www.ebh-mainz.de/" target="_blank">toll gelegene traditionelle Tagungszentrum</a> der diesjährigen ZUM e.V Tagung &#8220;Lehrer spinnen Netze&#8221; hat das Problem auch lösen müssen &#8211; beide Bilder sind vom gleichen Standpunkt aufgenommen &#8211; nur eine 180°-Drehung war erforderlich:</p>
<table border="0" align="center">
<tbody>
<tr>
<td><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_01.jpg"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4012" title="zum_01" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_01-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
<td><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_02.jpg"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4013" title="zum_02" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_02-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: justify;" align="JUSTIFY">Es gibt einen Altbau (Links) und einen Neubau (rechts). Man kann sich über die Architektur streiten, aber ich finde, dass beides irgendwie zueinander passt.</p>
<p style="text-align: justify;" align="JUSTIFY">Ich war froh, im Gewölbekeller des Altbaus <a title="http://cspannagel.wordpress.com/2011/08/18/desillusioniert-fantastisch/" href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/08/18/desillusioniert-fantastisch/" target="_blank">die wirklich weltbewegenden Probleme</a> zu später Stunde diskutieren zu können, im Tagungsraum zuzuhören, zu begreifen, auch zu streiten, neue Menschen und Projekte kennenzulernen, z.B.:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Ganz <a title="http://www.zum.de/ZUM/autoren.htm" href="http://www.zum.de/ZUM/autoren.htm" target="_blank">viele Menschen</a> aus dem Verein ZUM e.V., die über die Jahre hinweg viel aufgebaut und mit unglaublichem Eifer und Einsatz inhaltlich fortentwickelt haben</li>
<li style="text-align: justify;">ein mir bisher unbekanntes Projekt aus Niedersachsen &#8211; das <a title="http://vfl-wiki.de/index.php?title=Hauptseite" href="http://vfl-wiki.de/index.php?title=Hauptseite" target="_blank">Vfl-Wiki</a> &#8211; ein spannender Ansatz für eine Partnerschaft von Schule, gemeinnützigem Verein und Menschen, die auch bei ZUM e.V. aktiv sind</li>
<li style="text-align: justify;">Wiederentdeckt: <a title="http://lernmodule.net/" href="http://lernmodule.net/" target="_blank">lernmodule.net</a> &#8211; und Uwe Kohnle, der diese gGmbH betreibt und auch schon auf MoodleMoots zu sehen war. Außerdem hat er Kontakte zu den Bildungsservern, zu meiner eigenen Beratungsstruktur hier in Niedersachsen usw.</li>
<li style="text-align: justify;">Neu kennen gelernt: Achim Burgermeister &#8211; er hat Kontakte nach Kasachstan und arbeitet auch zeitweise dort. Dazu muss man wissen, dass hier vor Ort durchaus auch Spätaussiedler aus Kasachstan leben, die vielleicht gerne einmal Projekte machen würden, wenn die Chance bestünde.</li>
<li style="text-align: justify;">Ganz vielen kompetenten und aufgeschlossenen Menschen tue ich Unrecht, wenn ich sie hier nicht erwähne, aber ich finde die Ausbeute für einen Nachmittag und Abend sowie einen halben Morgen schon überwältigend.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Natürlich ist ein Großteil dieser Kontakte auf &#8220;Pending&#8221; gesetzt &#8211; aber ich weiß, dass die Zeit dafür kommen wird, z.B. wenn größere Teile des Netzwerks hier vor Ort dann endlich laufen. Soweit zum linken Bild.</p>
<p style="text-align: justify;">Das rechte Bild steht dann mehr für ein f2f-Wiedersehen mit Menschen aus der Twitter-Edu-Szene. Da muss natürlich alles frisch und modern, aber auch technisch auf einem neueren Stand sein. Bezeichnenderweise fand man im Neubau des Erbacher Hofes allerdings die Treppenhäuser kaum, so dass man selbst für ein Stockwerk dann den Aufzug genommen hat. Mit dem Konkreten, Praktischen haben wir &#8220;digitalen Rampensäue&#8221; (der Begriff wird sich in Bälde noch intrinsisch erklären) es dann manchmal etwas weniger.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit sich beides nachhaltig erhalten kann, muss man es vielleicht vernetzen und dabei das achten, was schon vorhanden und weitergedacht *ist*. Die Digicam des Polizisten ist eine gute Idee. Mein Ton in dem oberen Dialog war aber wohl kein verbindender. Ich habe einen anderen Blick auf das Bewahren bekommen. Deswegen bin ich dankbar für diese Einladung nach Mainz.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4004&amp;md5=b27a365ec26379855e0472b4129913f0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2011/11/zum-treffen-2011oder-vom-wert-des-bewahrens/feed/</wfw:commentRss>
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