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Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

Archiv für die 'Pädagogik' Kategorie

1. Reflexion: Moodlekurs zur Medienerziehung

Mittwoch 27. Januar 2010 von Maik Riecken

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Vor ca. zwei Wochen habe ich meinen Kurs zur Medienbildung vorgestellt. Wir setzen ihn in dieser Woche gerade bei uns in der Schule lerngruppenübergreifend ein, was insbesondere ein deutliches Plus für die integrierten Aktivitäten (Chat, Forum) ist. Hier kommt es sogar teilweise zu lerngruppenübergreifenden Diskussionen. Einige SuS nutzen den Kurs sogar in ihrer Freizeit, um weiterzudiskutieren – das Konzept funktioniert also prinzipiell. Desweiteren habe ich bei drei unterschiedlichen Klassen, die ich im PC-Raum erlebt habe, kaum wahrgenommen, dass etwas anderes als die Aufgaben während der 90-minütigen Doppelstunde bearbeitet worden ist. Der Einsatz von Film und Text bietet offenbar genügend Abwechslung für 7. Klassen.

Nicht überrascht hat mich, dass Jasper gerade bei den Mädchen am besten ankam, Die kreative Leistung von Fabsi wurde dagegen kaum gewürdigt. Nunja. Die Erfahrungen dieses Kurses sollen ja eh noch in einer nachfolgenden Stunde nachbereitet werden… Auch so manche Diskussionskultur.

Die Umfrage

Der erste Baustein enthält eine kleine, anonyme Umfrage – hier einige, m.E. bemerkenswerte Ergebnisse:

  1. Durchschnittlich verbringen unsere SuS der 7. Klasse 1,85 Stunden täglich im Internet
  2. 53% bereiten ihre Hausaufgaben mit Hilfe des Netzes vor
  3. 73% haben schon einmal ein Foto von sich veröffentlicht, immerhin 28% schon ein Video
  4. 23% haben schon schlechte Erfahrungen im Netz gemacht (Beleidigungen, Betrügereien etc.)
  5. 45% geben an, dass sie bereits eigene Texte im Netz erstellt/veröffentlicht haben (inkl. Forenposts)

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Download: Moodlekurs mit Ideen zur Medienbildung

Donnerstag 14. Januar 2010 von Maik Riecken

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Wie schon etwas länger angekündigt, biete ich meinen Kurs mit Bausteinen und Ideen zum Thema Medienbildung jetzt zum freien Download an. Er kann auf jedem aktuellen Moodlesystem entpackt werden und enthält ausbaufähige Bausteine zu den Themen:

  • Internetnutzung
  • Chat & andere Plaudereien
  • Netzpolitik und Internetzensur

“Ausbaufähig” bedeutet, dass er als Grundlage für Weiterentwicklungen dienen kann, jedoch auch jetzt schon einsetzbar ist. Anschauen kann man sich den Kurs hier (ACHTUNG: Aufgrund eines DNS-Updates kann der Kurs zeitweise nicht verfügbar sein!) und downloaden hier: Moodlekurs zur Medienbildung.

Der Kurs steht unter CC-Lizenz unter Ausschluss einer kommerziellen Nutzung. Er wird an unserer Schule mit als Grundlage im Rahmen unseres Präventionskonzeptes dienen und noch weiter ausgebaut entsprechend den Erfahrungen im Alltagsbetrieb.

Update von 6. März 2010:

Der Kurs wurde nochmals geprüft und der fehlerhafte Baustein 3 entfernt, da die verlinkten Videos nicht mehr frei verfügbar sind.

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Vortrag “Gefahren im Internet”

Mittwoch 13. Januar 2010 von Maik Riecken

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Am vergangenen Dienstag hatten wir zu einem Aulaabend zum Thema “Gefahren im Internet” geladen. Dieser ist Teil unseres Präventionskonzeptes und war für die Eltern gedacht. Einer der Vortragenden war ich – und ich durfte ca. 15 Minuten sprechen. Mein großes Thema ist und bleibt dabei “Identität”.

Hauptansatzpunkt dabei ist, dass Erwachsene bei der Füllung und Bewertung dieses Begriffes aufgrund ihrer Lebenserfahrung ihren Kindern in der Regel überlegen sein sollten. Im Kontext der neuen Medien ist das Gefühl von Überlegenheit in der überwiegenden Mehrheit aus der Altergruppe der um die 40jährigen oft ja nicht so ausgeprägt. Im Folgenden umreiße ich lediglich mein gedankliches Skript bei diesem Vortrag. Weil ich primär bei Vorträgen mit mir als Person arbeite, würde die dazugehörige Präsentation wahrscheinlich wenig nützen.

Im bin eingestiegen mit einem Video, das ich zum ersten Mal bei René Scheppler gesehen habe:

Das Original gibt es auf http://www.dubestemmer.no auch mit englischem Untertitel. Ich finde die Stimmmelodie der Lehrerin so absolut fantastisch, dass ich mich für das nicht-untertitelte Original entschieden und die gute Frau live synchronisiert habe – als Nordlicht kann man Norwegisch nach mehrmaligem Hören eigentlich dem Sinn nach ganz gut verstehen. Dummerweise habe ich vergessen, darauf hinzuweisen, dass mir die englischen Untertitel bekannt waren – nunja, jetzt denken alle, ich könnte Norwegisch.

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Was ist eigentlich Google Wave?

Sonntag 8. November 2009 von Maik Riecken

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Dazu ein Beispiel aus dem Schulalltag: Eine typische Gruppenarbeit im Fach Deutsch könnte z.B. so aussehen, dass ein komplizierter Text in Abschnitte zerlegt wird und jede Kleingruppe jeweils einen Abschnitt zur Bearbeitung erhält. Bei dieser arbeitsteiligen Form ist auf den ersten Blick die Effizienz höher und auch die letzte Gruppe hat etwas zu präsentieren, was für das Gesamtergebnis wichtig ist. In einem Unterrichtsgespräch oder durch eine andere Form werden die einzelnen Gruppenarbeitsergebnisse zusammengeführt. Jetzt werfen wir einmal einen Blick auf den Schaffensprozess innerhalb einer solchen Kleingruppe:

  • jedes Gruppenmitglied liest seinen Abschnitt zunächst für sich und markiert bzw. fügt Notizen hinzu (Phase 1)
  • die gewonnenen Erkenntnisse werden zusammengetragen (Phase 2)
  • er erfolgt in einer Diskussion eine Kategorisierung und Hierarchisierung (Phase 3)
  • es wird ein Gruppenvortrag auf Basis der gewonnenen Ergebnisse erarbeitet (Phase 4)
  • der Gruppenvortrag wird im Plenum präsentiert (Phase 5)

Dabei möchte ich folgende Beobachtungen festhalten:

  1. Dokumentiert ist am Ende der Arbeit das Arbeitsergebnis, jedoch nicht der Prozess von dessen Entstehung
  2. Gruppen werden von einzelnen Mitgliedern oft dominiert, während – abhängig von der Gruppengröße – sich auch Rückzugsmöglichkeiten für einzelne ergeben

Was für ein Prozess ist innerhalb einer Wave denkbar?

Nehmen wir an, die obige Aufgabe sei als Wave konzipiert. Nehmen wir ferner an, die Gruppenarbeit liefe im PC-Raum ab. Man muss bei Wave noch wissen, dass das System jeden Tastendruck sofort abbildet (abschaltbar).

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Fiktive Schüleräußerungen

Samstag 7. November 2009 von Maik Riecken

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“Aufmerksamkeit erhalten nur die lauten Störer. Ich kann auch etwas, bin aber eher leise und brauche Sicherheit, um mich zu äußern. Schule? Ungerecht!”

“Es ist doch ganz einfach: Ein wenig lächeln, hübsche Kleidung, figurbetont und nicht mit zu viel Einblick. Schön bei Reproduktionsfragen melden – aber bitte in jeder Stunde. Die Lehrerinnen honorieren den Fleiß, die Lehrer die Kombination aus Fleiß und dem anderen. Immer locker bleiben, Schule? Nur ein Spiel.”

“Ich kann etwas und weiß das auch. Trotzdem muss ich dauernd warten. Wer tut denn etwas für mich? Immer ist von fördern, fördern, fördern die Rede. Ich möchte auch gefördert werden oder gebt mir wenigsten diesen Papierfetzen früher. Schule? Um mich kümmert sie sich nicht!”

“Maximaler Ertrag bei minimalem Einsatz. Wen juckt den später die Fünf auf dem Halbjahreszeugnis? Der Abischnitt muss ein wenig stimmen, für manche Fächer reicht doch der Fetzen alleine bereits aus. Im ersten Halbjahr volle Stundenzahl bei halbem Einsatz, im zweiten Halbjahr auf jeden Fall zwei Arbeiten so setzen, dass er kein Mangelhaft mehr ziehen kann. Wenn das nicht hilft: Geschichten erfinden. Der Ertrag sechs Wochen vor Schluss ist am höchsten. Schule? Nur kein Stress!”

“Ich gebe mir Mühe, viel Mühe. Trotzdem kommt dabei selten etwas herum. Dümpelei zwischen Drei und Vier. Warum wird eigentlich nur das Fachwissen gesehen und nicht das, was ich sonst noch in meinem Leben an anderen Stellen erreiche? Schule? Kannste was, biste was – aber auch nur, wenn Mami und Papi das notwendige Kleingeld oder Bildungsnähe in der Birne haben!”

Diese Äußerungen entspringen allein meiner Fantasie. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Gedanken wären rein zufällig. Gleichwohl entstand dieser Text schon vor längerer Zeit in der Rückschau von einer von “Rieckens Predigtstunden”, die von sehr großer Ehrlichkeit seitens der SuS geprägt war – das ist ein Erziehungsziel und ein Erfolg gewesen.  Ok – für das Fach war es blöd. So what. Muss auch mal sein.

Weiterhin glaube ich, dass der negative Touch in Klassen besonders groß ist, in denen mehr als drei von “Rieckens Predigtstunden” im Halbjahr fällig sind und dass es auch andere fiktive Äußerungen gibt.

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