Montag 30. August 2010 von Maik Riecken
Ich arbeite seit fast einem Jahr in meinem eigenen Unterricht kaum bis gar nicht mehr mit Moodle. Ich betreue noch immer eine Anzahl von Installationen, die aber allesamt primär keinen schülerzentrierten Ansatz verfolgen, sondern in der Hauptsache von den Bedürfnissen der “Macher” und nicht denen der Teilnehmenden getragen sind. Das einzige mir in meinem direkten Umfeld bekannte halbwegs schülerzentrierte Moodlevorhaben im Schulkontext ist das europäische Comeniusprojekt meiner Schule. Lisa Rosa hat Moodle in einem Kommentar einmal als “Bevormundungsplattform” bezeichnet, was ich zum damaligen Zeitpunkt nicht in dieser Radikalität empfunden habe, nun aber etwas differenzierter sehe durch die Erfahrungen in der Arbeit mit Blogs.
Ist es nicht frappierend, dass auf ich auf moodle.org (ich dort schon lange unterwegs) so gut wie nie einen Bericht oder Erfahrungen aus Teilnehmendensicht gelesen habe? Wer bestimmt die Weiterentwicklung von Moodle? Der Teilnehmer oder die Lehrenden? Wessen Produkt und Wunsch sind z.B. die neuen Conditional Activities, die für ebenso viel Supportbedarf wie das Rollensystem sorgen werden?
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Ich arbeite seit fast einem Jahr in meinem eigenen Unterricht kaum bis gar nicht mehr mit Moodle. Ich betreue noch immer eine Anzahl von Installationen, die aber allesamt primär keinen schülerzentrierten Ansatz verfolgen, sondern in der Hauptsache von den Bedürfnissen der "Macher" und nicht denen der Teilnehmenden getragen sind. Das einzige mir in meinem direkten Umfeld bekannte halbwegs schülerzentrierte Moodlevorhaben im Schulkontext ist das europäische Comeniusprojekt meiner Schule. Lisa Rosa hat Moodle in einem Kommentar einmal als "Bevormundungsplattform" bezeichnet, was ich zum damaligen Zeitpunkt nicht in dieser Radikalität empfunden habe, nun aber etwas differenzierter sehe durch die Erfahrungen in der Arbeit mit Blogs.
Ist es nicht frappierend, dass auf ich auf moodle.org (ich dort schon lange unterwegs) so gut wie nie einen Bericht oder Erfahrungen aus Teilnehmendensicht gelesen habe? Wer bestimmt die Weiterentwicklung von Moodle? Der Teilnehmer oder die Lehrenden? Wessen Produkt und Wun
Kategorie: Methoden, Moodle |
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Freitag 27. August 2010 von Maik Riecken
Wer schon einmal probiert hat, in 30-33er Lerngruppen wie sie am Gymnasium hier in Niedersachsen üblich sind, Prozesse in Gruppenarbeit zu verlegen, steht vor einem Dilemma:
- Zu große Gruppen sind kaum mehr arbeitsfähig und leisten u.U. gerade das, was Gruppenarbeit auszeichnet, nicht mehr oder nur teilweise: Die Aktivierung von möglichst vielen SuS
- Zu viele Gruppen (mehr als fünf) sind Gift für die Auswertungsphase, in der Gruppenarbeitsergebnisse vorgestellt werden
- Arbeitsteilige Aufträge ziehen nur noch bedingt, da sich Problemstellungen selten auf sechs oder mehr verschiedene Einzelaspekte splitten lassen
- Innovativere Präsentationsformen in der Auswertungsphase (z.B. Blog- oder Wikieintrag) verlangen den Rezpienten, d.h. den SuS einiges ab und gerade Peer2Peer-Rezeption ist eines der Kapitel, was sich in Schule für mich immer sehr schwer organisieren lässt – außerdem sind PCs und Internet an der normalen deutschen Schule eher rar.
- Andere Sozialformen für die Auswertung (z.B. Gruppenpuzzle) eignen sich nach meine Erfahrung auch nur bedingt, wenn die Stammgruppen zu groß werden
- So oder so kommt man mit großen oder vielen Gruppen immer in Zeitnot aufgrund der Stundentaktung an der Schule
Da die Klassenfrequenzen in nächster Zeit nur unwesentlich sinken werden – die Rede ist von einer Absenkung des Klassenteilers auf 31 statt 33 – und zusätzlich die Gewinnung von qualifiziertem Lehrernachwuchs durch “Presseveröffentlichungen” zumindest erschwert werden dürfte, muss man Lösungen für dieses Dilemma ersinnen: Ich möchte schließlich gerne Gruppenarbeit ermöglichen.
Daher gehe ich in meinen großen Lerngruppen mittlerweile so vor:
- Ich bilde (oder lasse bilden) Gruppen zu maximal vier SuS – also pro Lerngruppe bis zu acht.
- Die Gruppen erhalten arbeitsteilige Aufgaben.
- Mehrere Gruppen arbeiten an der gleichen Aufgabenstellung
- Während des Gruppenarbeitsprozesses schaue die Ergebnisse schon einmal an
- Ich übe mit den SuS vorher grundlegende Präsentationstechniken ein (die Gruppe vorstellen, von besonderen Herausforderungen während der Arbeitsphase berichten, d.h. z.B. Fragen mitbringen etc., nicht das erzählen, was eh schon auf der Folie/dem Plakat/… steht). Das hat den Vorteil, dass gerade bei kleinen Gruppen jedes Mitglied der Gruppe einen Teil übernehmen kann und allein dadurch der Vortrag gefälliger wird.
Die Präsentation läuft dann so ab, dass ich die Gruppen mit dem z.B. ersten Arbeitsauftrag zusammen vorstellen lasse und dabei dafür sorge, dass die Gruppe mit dem differenziertesten Ergebnis zum Schluss präsentiert. Danach sichere ich das Teilergebnis mit Hilfe des Plenums und gehe dann zum nächsten Arbeitsauftrag über.
Der Vorteil liegt für mich in dem ständigen Methodenwechsel und dem jeweiligen kleinen Spannungsbogen durch die sich steigernden Ergebnisse. Auch wird verhindert, dass eine Gruppe mit mäßigem Ergebnis nach der “Stargruppe” präsentieren muss – das ist schon bei Hausaufgabenvorträgen schwer, wenn z.B. die Klassenbeste zuerst gelesen hat. Im Notfall kann ich zusätzlich bei fehlender Zeit die Präsentation splitten, d.h. Teile auf den nächsten Tag verlegen.
Das funktionierte bei meiner letzten Dialoganalyse soweit ganz gut…
Wer schon einmal probiert hat, in 30-33er Lerngruppen wie sie am Gymnasium hier in Niedersachsen üblich sind, Prozesse in Gruppenarbeit zu verlegen, steht vor einem Dilemma:
Zu große Gruppen sind kaum mehr arbeitsfähig und leisten u.U. gerade das, was Gruppenarbeit auszeichnet, nicht mehr oder nur teilweise: Die Aktivierung von möglichst vielen SuS
Zu viele Gruppen (mehr als fünf) sind Gift für die Auswertungsphase, in der Gruppenarbeitsergebnisse vorgestellt werden
Arbeitsteilige Aufträge ziehen nur noch bedingt, da sich Problemstellungen selten auf sechs oder mehr verschiedene Einzelaspekte splitten lassen
Innovativere Präsentationsformen in der Auswertungsphase (z.B. Blog- oder Wikieintrag) verlangen den Rezpienten, d.h. den SuS einiges ab und gerade Peer2Peer-Rezeption ist eines der Kapitel, was sich in Schule für mich immer sehr schwer organisieren lässt - außerdem sind PCs und Internet an der normalen deutschen Schule eher rar.
Andere Sozialformen für die Auswertung (z.B. Grupp
Kategorie: Methoden |
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Dienstag 17. August 2010 von Maik Riecken
Schon vor einiger Zeit habe ich angefangen, Blogs für schulische Zwecke zu nutzen. Damals habe ich das Blog nur für eine Klasse durch ein Plugin (membersonly) verrammelt, sodass niemand außer den registrierten Nutzern darauf zugreifen konnte. Ich hatte dann vor, gemeinsam mit der Klasse besonders herausragende Texte auszuwählen und in einem Extrablog zu veröffentlichen – Schnapsidee.
Erstmal setzt man so ein Extrablog eh nicht nebenbei mal so auf und zweitens wäre es doch viel schöner, wenn der jeweilige Autor selbst über den Grad an Sichtbarkeit entscheidet. Auch dafür gibt es ein Plugin: Member Access. Standardmäßig sehen nur angemeldete Benutzer die Seite. Wer mag, kann seinen Artikel über eine neue Sichtbarkeitsfunktion entweder durch den Admin oder selbst freigeben, sodass der Artikel ganz normal im Blog erscheint und damit weltweit sichtbar ist. Selbst entscheiden finde ich immer gut…
Schon vor einiger Zeit habe ich angefangen, Blogs für schulische Zwecke zu nutzen. Damals habe ich das Blog nur für eine Klasse durch ein Plugin (membersonly) verrammelt, sodass niemand außer den registrierten Nutzern darauf zugreifen konnte. Ich hatte dann vor, gemeinsam mit der Klasse besonders herausragende Texte auszuwählen und in einem Extrablog zu veröffentlichen - Schnapsidee.
Erstmal setzt man so ein Extrablog eh nicht nebenbei mal so auf und zweitens wäre es doch viel schöner, wenn der jeweilige Autor selbst über den Grad an Sichtbarkeit entscheidet. Auch dafür gibt es ein Plugin: Member Access. Standardmäßig sehen nur angemeldete Benutzer die Seite. Wer mag, kann seinen Artikel über eine neue Sichtbarkeitsfunktion entweder durch den Admin oder selbst freigeben, sodass der Artikel ganz normal im Blog erscheint und damit weltweit sichtbar ist. Selbst entscheiden finde ich immer gut...
Kategorie: Methoden, Tech-Talk |
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Donnerstag 15. Juli 2010 von Maik Riecken
Darauf gestoßen bin ich einmal mehr durch René Scheppler. Das Medienprojekt Wuppertal hat/produziert/unterstützt genau die Filme, die ich mir schon so lange gewünscht habe für die thematische Arbeit mit Klassen – endlich wirklich sinnvolle Vertretungsstunden mit Themen, die wirklich “dicht” dran an den Jugendlichen sind. Einen Versuchsballon habe ich der “schweren Zeit vor den Sommerferien” mit dem Film über Internetkommunikation gestartet, den René empfohlen hat. Darin erzählen Jugendliche über ihren Internetgebrauch, ihren guten und schlechten Erfahrungen. Es tritt kein Erwachsener auf: Allein die Jugendlichen kommen zu Wort. Meine zwei Versuchsklassen fanden den Film sehr interessant, wenngleich natürlich Unruhe dadurch entsteht, dass sie bewusst oder unbewusst die eigenen Verhaltens- und Redemuster durch die Anlage des Film gespiegelt bekommen. Da verschiedene Jugendliche zu Wort kommen, lassen sich auch ganz hervorragend einzelne Ausschnitte zeigen und thematisieren. Ich habe die DVD zum Preis von 30,- Euro erworben, ansonsten kann man sie auch für 15,- Euro leihen. Die DVD ist professionell gestaltet und qualitativ hochwertig.
Nicht nur Religionslehrer werden sich über weitere Filme des Medienprojektes Wuppertal freuen – hier ein paar willkürlich ausgewählte Themen/Filme:
- “Lust und Frust” (1-3) – die Biologie der Paarung erklären wir ja immer, das Emotionale zu oft nicht
- Mobbing und Gewalt aus Täter- und Opfersicht
- Diagnose Borderline
- Lebenszeichen (Selbstschädigung)
- Stoned (Cannabiskonsum)
- Trennungskinder
- Kanacks & Drugs
- usw.
Allein die Auswahl der Themen, deren Aktualität und teilweise die Betitelung sprechen für mich dafür, dass sich da jemand Gedanken macht – einen Film über Selbstverletzung “Lebenszeichen” zu nennen – das hat schon was. Alle Filme sind nach dem Muster “Jugendliche erzählen” gestrickt. Schaut euch unbedingt den Gesamtkatalog an… Auch Tabuthemen werden behandelt, z.B. “Behinderte Liebe”. Die Filme sind teuer, ok. Man bekommt aber sehr viel Material und erwirbt mit dem Kauf auch die notwendigen Rechte zur öffentlichen Aufführung in Schulen.
Darauf gestoßen bin ich einmal mehr durch René Scheppler. Das Medienprojekt Wuppertal hat/produziert/unterstützt genau die Filme, die ich mir schon so lange gewünscht habe für die thematische Arbeit mit Klassen - endlich wirklich sinnvolle Vertretungsstunden mit Themen, die wirklich "dicht" dran an den Jugendlichen sind. Einen Versuchsballon habe ich der "schweren Zeit vor den Sommerferien" mit dem Film über Internetkommunikation gestartet, den René empfohlen hat. Darin erzählen Jugendliche über ihren Internetgebrauch, ihren guten und schlechten Erfahrungen. Es tritt kein Erwachsener auf: Allein die Jugendlichen kommen zu Wort. Meine zwei Versuchsklassen fanden den Film sehr interessant, wenngleich natürlich Unruhe dadurch entsteht, dass sie bewusst oder unbewusst die eigenen Verhaltens- und Redemuster durch die Anlage des Film gespiegelt bekommen. Da verschiedene Jugendliche zu Wort kommen, lassen sich auch ganz hervorragend einzelne Ausschnitte zeigen und thematisieren. Ich habe die DVD zum Preis
Kategorie: Gesellschaft, Methoden |
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Donnerstag 20. Mai 2010 von Maik Riecken
Nachdem ich in diesem Artikel erste Erfahrungen mit GoogleDocs beschrieben habe, kann ich nun sogar mit ersten Ergebnissen aufwarten. Metareflexionen ohne authentisches Schülermaterial kranken ja oft an dem “Oberflächlichkeitsverdacht”. Der Weg ist bei der ersten Erfahrung didaktisch einmal mehr sehr unkonventionell, aber es galt neben dem notwendigen inhaltlichen Übel gleichzeitig die neue Methode in ihren Möglichkeiten auszuloten – da muss man manchmal recht stumpf neue Wege gehen.
Erfahrung 1:
Thema ist die allseits beliebte und immer wieder gerne unterrichtete “indirekte Rede” mit ihrem bis ins Abitur hinein verfluchten Regeln zum Konjunktivgebrauch. Die Bildungsregeln waren eingeführt. Auch habe ich schon sehr klassisch in unserem Regelheft die Sache mit der Grundform (Konjunktiv I) und den beiden Ersatzformen (Konjunktiv II/würde) besprochen und eingeübt. Soweit zum Thema “traditioneller Unterricht”.
Meine ersten Versuche mit den Textdokumenten von Google waren recht ernüchternd, da sie gerade in jüngeren Klassen zu Fehlbedienungen einladen (“Oh, jetzt ist alles gelöscht, da wollte ich nicht!”). Das lässt sich retten, da Google eine umfangreiche Versionierungsfunktion mitliefert, mit der man vieles wieder gerade rücken kann. Hauptgrund für die häufigen Irritationen ist die Nähe der vielen Cursor zueinander – da braucht es erstmal vor allem eines: Abstand.
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Nachdem ich in diesem Artikel erste Erfahrungen mit GoogleDocs beschrieben habe, kann ich nun sogar mit ersten Ergebnissen aufwarten. Metareflexionen ohne authentisches Schülermaterial kranken ja oft an dem "Oberflächlichkeitsverdacht". Der Weg ist bei der ersten Erfahrung didaktisch einmal mehr sehr unkonventionell, aber es galt neben dem notwendigen inhaltlichen Übel gleichzeitig die neue Methode in ihren Möglichkeiten auszuloten - da muss man manchmal recht stumpf neue Wege gehen.
Erfahrung 1:
Thema ist die allseits beliebte und immer wieder gerne unterrichtete "indirekte Rede" mit ihrem bis ins Abitur hinein verfluchten Regeln zum Konjunktivgebrauch. Die Bildungsregeln waren eingeführt. Auch habe ich schon sehr klassisch in unserem Regelheft die Sache mit der Grundform (Konjunktiv I) und den beiden Ersatzformen (Konjunktiv II/würde) besprochen und eingeübt. Soweit zum Thema "traditioneller Unterricht".
Meine ersten Versuche mit den Textdokumenten von Google waren recht ernüchternd, da sie g
Kategorie: Methoden |
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