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	<title>riecken.de &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule</description>
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		<title>Appleprodukte und ich</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 19:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[iPad]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Unter Eltern ist folgende Anekdote bekannt: &#8220;Mein Kind ist seine Mandarine nur, wenn ich sie ihm geschält und zerlegt in die Tupperdose lege. Tue ich das nicht, kommt sie ungegessen wieder zurück. Das ist jeden Morgen echt ein ziemlicher Aufwand und eigentlich kann es doch nicht so schwer sein, die Mandarine selbst zu schälen! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4117" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2012/01/460595_web_R_K_by_Halina-Zaremba_pixelio.de_.jpg"><img class="size-full wp-image-4117" title="460595_web_R_K_by_Halina Zaremba_pixelio.de" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2012/01/460595_web_R_K_by_Halina-Zaremba_pixelio.de_.jpg" alt="" width="400" height="237" /></a><p class="wp-caption-text">Halina Zaremba / pixelio.de</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unter Eltern ist folgende Anekdote bekannt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Mein Kind ist seine Mandarine nur, wenn ich sie ihm geschält und zerlegt in die Tupperdose lege. Tue ich das nicht, kommt sie ungegessen wieder zurück. Das ist jeden Morgen echt ein ziemlicher Aufwand und eigentlich kann es doch nicht so schwer sein, die Mandarine selbst zu schälen! Aber ich will doch, dass mein Kind Obst isst. Was soll ich nur tun? Mich nervt das!&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Kinder sind heute sowohl im Kindergarten als auch in der Schule nicht unerheblichen Belastungen ausgesetzt. Nicht selten ginge die Schälzeit von wertvoller Spielzeit ab. Gleichwohl wird diese durch Lebenszeit der Erwachsenen bezahlt &#8211; je nachdem wie man seine Elternrolle auffasst, wird man in solchen oder ähnlichen Situationen reagieren, in denen man eine Entscheidung zwischen &#8220;Selbstständigkeit fördern&#8221; und &#8220;Bewahren vor nicht kindgerechten Belastungen&#8221; zu treffen hat. Das Mandarinenbeispiel dürfte eines der harmloseren sein. Natürlich hätte ich persönlich auch lieber eine geschälte Mandarine in meiner Frühstücksdose! Mein Alltag ist auch voller Belastungen und alles, was mir das Leben leichter macht, ist zunächst einmal positiv für mich &#8211; das sollte ich mir einfach wert sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich halte Appleprodukte für eine geschälte und zerlegte Mandarine. Apple hat mein Bedürfnis nach Erleichterung begriffen und gibt mir durch ein funktionales und hervorragendes Design eine echte Entlastung in meinem Lehreralltag.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotzdem will ich, ich ganz persönlich, Apples geschälte Mandarine nicht. Das hat mit den ideellen Kosten zu tun, die für mich zu hoch sind, dass ich nach wie vor lieber selbst schäle oder eben dafür andere Werkzeuge einsetze. Wäre ich nicht zusätzlich der Überzeugung, dass der technische Ansatz von Apple auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, zögerte ich keine Minute, selbst eine iPad-Klasse ins Leben zu rufen. An Möglichkeiten dazu fehlt es hier vor Ort im Gegensatz zu anderen Landkreisen definitiv nicht. Finanziell stehen wir glänzend ausgestattet da. Um zu erklären, warum ich nicht auf den gerade anrollenden Zug aufspringe, muss ich etwas ausholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Apple verkauft proprietäre Appliances, d.h. eine Verbindung aus Hard- und Software. Apple tut sehr viel dafür, dass sich beide Komponenten nicht ohne Weiteres trennen lassen. Das gelingt der Firma im Bereich der Mobilgeräte z.Zt. natürlich weitaus besser als im Desktopumfeld.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Appliance hat Vorteile:</p>
<ol>
<li>Sie funktioniert</li>
<li>Sie besitzt eine konsistente Oberfläche</li>
<li>Sie hat eine intuitive Oberfläche, die sich mühelos bedienen lässt</li>
<li>Sie ist durch das geschlossene Konzept wartungsarm und zuverlässig</li>
<li>Im Falle vom Appleprodukten sind die Geräte langlebig und hochwertig verarbeitet</li>
</ol>
<p>Eine Appliance hat Nachteile:</p>
<ol>
<li>Jede Funktion der Appliance ist abhängig vom Hersteller der Appliance</li>
<li>Eine Appliance ermöglicht genau das, was der der Hersteller der Appliance ermöglichen will</li>
<li>Eine Appliance ist nicht transparent</li>
<li>Die Sicherheit der Appliance bewegt sich im Rahmen der Sicherheitsvorstellungen des Herstellers</li>
<li>Was die Appliance tut, entzieht sich gängigen Kontrollmechanismen. Vertrauen ist angesagt.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Und &#8211; für mich sehr wichtig: Mit einer Appliance lernt man, die Mandarine zu essen und zu genießen, nicht sie zu schälen. Zudem wird man bald erwarten, dass alle Mandarinen geschält sind und sie nur noch so akzeptieren. Ob das ok ist oder nicht, muss jeder für sich entscheiden und der Kontext spielt zusätzlich eine Rolle: Wenn eine Appliance in einem eng begrenzten Umfeld etwas macht, was Experten (huch &#8211; die sollen doch bald überflüssig sein?) besser können als ich, dann ist das absolut sinnvoll &#8211; Firewalls für Rechenzentren sind oft als Appliance realisiert. Wenn eine Appliance jedoch wesentliche kommunikative Abläufe in meinem Leben strukturiert und bestimmt, dann tue ich mich schwer damit. Mein &#8220;Nichtexpertentum&#8221; ist diesem Bereich für einen Anbieter Kapital &#8211; und zwar nicht bezogen auf eine hochspezialisierte Nische.</p>
<p style="text-align: justify;">IT beherrscht unser Leben. Informatik ist für mich ein Fach, welches z.B. zeigt, wie man Mandarinen schält, welche unterschiedlichen Ansätze dafür existieren und wie sich der Prozess des Schälens optimieren lässt. Wer keine Mandarinen schälen kann, ist auch anfällig dafür, mit einem Kolbenfresser auf der Autobahn liegenzubleiben, weil der Bordcomputer den defekten Öldrucksensor nicht gemeldet hat. Der Blick unter die Motorhaube auf den Peilstab ist heute eben nicht mehr zeitgemäß.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe Freude am Verstehen. Ich habe Freude daran, hinter die Fassaden zu schauen. Ich freue mich über einfache und geniale Lösungsstrategien, die ganz andere Wege gehen. Ich möchte das Menschen vermitteln. Dafür muss ich Mandarinen haben, die noch eine Schale besitzen. Ein Appleprodukt hat für mich keine Schale mehr. Allein das saftige, perfekt freigelegte Fruchtfleisch bleibt. Ich möchte eine Mandarine sehen, wie sie ist und nicht wie sie mir jemand mundgerecht in die Obstdose gelegt hat. Deswegen benutze ich OpenSource, deswegen bekomme ich von den &#8220;Technikaffinen&#8221; oft genug den Stempel &#8220;Nerd&#8221; &#8211; nicht weil die Mandarinen da nicht geschält wären, sondern weil ich das Ganze sehe könnte, wenn ich wollte und Zeit hätte. Das ist meine Vorstellung von Unabhängigkeit. Ja &#8211; und ich genieße auch das Staunen anderer Menschen, wenn sie fragen: &#8220;Wie machst du das nur?&#8221; &#8211; Meine Anwort: &#8220;Ich schäle Mandarinen selbst. Schon ganz schön lange.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">PS: Keine Sorge. Ich baue auch Netze für geschälte Mandarinen inkl. Genießerkurse. So realistisch bin ich dann schon.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4116&amp;md5=64ba29ec0295d961becc786999d8bf18" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wulff</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 09:08:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kredit]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[ZDFheute liefert heute nähere Informationen zur Hausfinanzierung Christian Wulffs unter Berufung auf externe Quellen (FR). Es gibt nach der Frankfurter Rundschau Hinweise darauf, dass mit Tricks versucht worden ist, die Herkunft des Geldes für die Hausfinanzierung zu verschleiern. Dafür lassen sich zwei unterschiedliche Motive formulieren: Ein mehr oder minder wohlwollendes und eines, was mich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">ZDFheute liefert heute <a title="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,8444120,00.html" href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,8444120,00.html" target="_blank">nähere Informationen</a> zur Hausfinanzierung Christian Wulffs unter Berufung auf externe Quellen (FR). Es gibt nach der Frankfurter Rundschau Hinweise darauf, dass mit Tricks versucht worden ist, die Herkunft des Geldes für die Hausfinanzierung zu verschleiern. Dafür lassen sich zwei unterschiedliche Motive formulieren: Ein mehr oder minder wohlwollendes und eines, was mich in einem Gedanken bestätigt, der mich zur Wulff-Affäre schon länger umtreibt:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Wulffs Berater drängten ihn damals zu diesem Schritt, da sie negative Auswirkungen für seine Publicity befürchteten. Wulff ist schlicht diesem Ratschlag gefolgt. <a title="http://riecken.de/index.php/2011/01/transformationen-der-macht/" href="http://riecken.de/index.php/2011/01/transformationen-der-macht/">Als Mensch, der viel zu entscheiden hat, macht man unweigerlich Fehler</a>. Das kennen z.B. Leute, die ein Haus gebaut haben und Leute, die viele Klausuren korrigieren.</li>
<li style="text-align: justify;">Wulff war klar, dass seine Hausfinanzierung nach gängigen Maßstäben vor dem Hintergrund seines politischen Amtes nicht ganz sauber ist und hat in diesem Bewusstsein die Herkunft des Geldes selbst verschleiert.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Es ist eigentlich egal, was davon stimmt und ob es überhaupt stimmt. &#8220;Normal&#8221; wäre für einen durchschnittlichen Bürger gewesen, sein Haus schlicht und ergreifend auf dem freien Markt zu finanzieren. Man hätte dann ggf. nicht die gleichen Konditionen erhalten, was bei einem Ministergehalt wahrscheinlich aber zu verschmerzen gewesen wäre. Aber die Sache wäre durch und durch sauber.  Ein anderer Weg hätte darin bestanden, offen damit umzugehen und eben nicht mehr oder minder panisch zur BW-Bank umzuschulden. Das hätte man wahrscheinlich leichter über die belegbare langjährige Freundschaft durchstehen können &#8211; aber Leben ist eben wie Börse: Hinterher ist es immer einfach.</p>
<p style="text-align: justify;">So bleibt für mich jetzt der Eindruck, dass sowohl Machterhalt als auch, nennen wir es mal &#8220;schonender Umgang mit den eigenen Kapital&#8221; die Hauptmotive gewesen sind. Beides dürfte &#8220;dem Volk&#8221;, dessen Oberhaupt er ist, schwer zu vermitteln sein &#8211; es ist kein Ausdruck von Nähe, es ist für mich Ausdruck einer unglaublichen Distanz.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist mein Vorwurf an Christian Wulff, weil es für mich nicht Ausdruck eines isolierten Fehlers, sondern einer grundsätzlichen Haltung ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Telefongespräch und ob er nun die Berichterstattung verhindern oder verzögern wollte, ist für mich völlig ohne Relevanz. Es ist wahrscheinlich nichts weiter als eine emotionale Reaktion auf die potentielle Bedrohung der eigenen Macht &#8211; und es wird voraussichtlich demnächst eh geleakt werden. Mich wundert eher das Verhalten der Bildzeitung, die ja nicht unbedingt dafür bekannt ist, vorher zu fragen. Wieviel Substanz hat der Vorwurf, Christian Wulff habe den Artikel verhindern und nicht verzögern wollen?</p>
<p style="text-align: justify;">Sein politisches Überleben wird jetzt nicht mehr von seinen institutionellen Machtressourcen durch das Amt abhängen, sondern von dem, was er an <a title="http://riecken.de/index.php/2009/03/macht-und-schule/" href="http://riecken.de/index.php/2009/03/macht-und-schule/">ideellen Ressourcen</a> aufgebaut hat und noch recht kurzfristig unter dem jetzigen Druck aufbauen kann.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4103&amp;md5=9314a137786792591d872ffbea94e8d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Warum NC-Lizenzen im Bildungsbereich?</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2012/01/warum-nc-lizenzen-im-bildungsbereich/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 13:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[CC]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
		<category><![CDATA[Material]]></category>
		<category><![CDATA[NC]]></category>
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		<description><![CDATA[Zwischen den Feiertagen kommt es im Netz zu Diskussionen, inwiefern NC-Lizenzen, also der Ausschluss einer kommerziellen Nutzung freier Bildungsinhalte sinnvoll sind. Lesenswert ist der in diesem Zusammenhang häufig zitierte Artikel von Eric Möller. Auch hier im Blog ist das Thema in einem Kommentar, den ich bisher noch nicht angemessen realisiert habe. Visionen von einer neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Zwischen den Feiertagen kommt es <a title="http://unity.zum.de/networks/forum/thread.116850" href="http://unity.zum.de/networks/forum/thread.116850" target="_blank">im Netz zu Diskussionen</a>, inwiefern NC-Lizenzen, also der Ausschluss einer kommerziellen Nutzung freier Bildungsinhalte sinnvoll sind. Lesenswert ist der in diesem Zusammenhang häufig zitierte Artikel von <a title="http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2006/chapter_06/osjb2006-06-01-moeller" href="http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2006/chapter_06/osjb2006-06-01-moeller" target="_blank">Eric Möller</a>. Auch hier im Blog ist das Thema <a title="http://riecken.de/index.php/lizenzbedingungen/comment-page-1/#comment-7191" href="http://riecken.de/index.php/lizenzbedingungen/comment-page-1/#comment-7191" target="_blank">in einem Kommentar</a>, den ich bisher noch nicht angemessen realisiert habe. Visionen von einer neuen &#8220;Bildungscloud&#8221; sind von Christian Füller in der <a title="http://www.taz.de/Debatte-Zukunft-der-Bildung/!84375/" href="http://www.taz.de/Debatte-Zukunft-der-Bildung/!84375/" target="_blank">TAZ</a> zu lesen. Entscheidend für die Realisierung dieser Vision wird einerseits die Rechtefrage sein andererseits aber auch die Bereitschaft sowie die grundlegende Haltung der daran mitwirkenden Personen. Bei letzterem Aspekt hege ich Zweifel, inwiefern eine &#8220;Nicht-NC-Lizenz&#8221; sich positiv auswirkt und das liegt an den besonderen Umständen des Bereichs &#8220;Bildung&#8221; hier in Deutschland. Nehmen wir einmal nüchtern den Ist-Zustand:</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Bildungsinhalte im schulischen Bereich sind zu &gt; 90% monopolisiert im kommerziellen Bereich (Schulbuchverlage)</li>
<li style="text-align: justify;">Ersteller von Bildungsinhalten sind zu einem nicht unerheblichen Anteil Lehrkräfte, die für z.B. einen Verlag arbeiten. <a title="http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/" href="http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/" target="_blank">Die Vertragsbedingungen wären für mich zurzeit zu schlecht</a>, um so etwas auch zu machen. Viele Kollegen, die ich kenne, tun es auch mehr der eigenen Reputation willen.</li>
<li style="text-align: justify;">Es gibt Plattformen mit freien Inhalten. Nachhaltig werden diese Plattformen oft von einem personalisierten, harten Kern mit viel Liebe und Enthusiasmus getragen. Oft sind es &#8220;HTMLer der ersten Stunde&#8221; und es gibt auch hier gelegentlich Nachwuchssorgen.</li>
<li style="text-align: justify;">Viele Inhalte liegen auf Einzelwebseiten, Blogs usw. weit verstreut im Netz herum &#8211; hier im Blog ja auch das eine oder andere. Es gibt Erschließungsversuche durch spezielle Suchmaschinen, die man (pluralis majestatis) aber hinsichtlich der Ergebnisqualität und -präsentation eigentlich eher nicht sinnvoll nutzen kann.</li>
<li style="text-align: justify;">Es ist im schulischen Bereich üblich, Material aus kommerziellen Quellen zusammenzukopieren ohne die Angabe einer Quelle. Wer eine Festplatte aus einem Schulkopierer ausbaut, wird wahrscheinlich nicht viele Quellenangaben finden. Deswegen gibt es eigentlich auch den Rahmenvertrag mit den Verlagen: Es geht darum, eine nicht legale Praxis in begrenztem Umfang zuzulassen, daran zu verdienen und hintergründig um das Eingeständnis, dass die bestehenden kommerziellen Lizenzmodelle eigentlich nicht praxistauglich sind.</li>
<li style="text-align: justify;">Weil das Verhalten unter 5 üblich ist, wird man seine öffentlich bereitgestellten Texte als Lehrkraft auch immer wieder in kommerziellen Produkten ohne Angabe der Quelle finden &#8211; das speisen wahrscheinlich <em>die gleichen Lehrkräfte ein</em>, die morgens ihren zusammengeschnippelten Zettel auf den Kopierer legen (wenn sie den nicht sogar erst vor Ort zusammenschnippeln)</li>
<li style="text-align: justify;">Es gibt einzelne, sorry vereinzelte, die Materialien heute schon in verschiedener Form (Blog, Wiki usw.) tauschen. Die Motivik scheint mir sehr unterschiedlich. Vielen ist gemein, dass sie diese individuelle Form der Selbstbestimmheit wegen wählen. Die Bereitschaft zur Schaffung gemeinsamer Projekte scheint mit doch recht gering. <a title="http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/11/warnung-vor-selbstidealisierung/" href="http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/11/warnung-vor-selbstidealisierung/" target="_blank">Das ist bei mir nicht anders</a>. Dieses Blog dient klaren Zwecken bar jedweder altruistischen Ziele. Selbstverwirklichung ist nur einer. Diejenigen, die sich öffentlich im Netz präsentieren, sind gut vernetzt und berichten einander von neuen Inhalten und Materialien. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass das sehr viele Menschen sind. Das stimmt wahrscheinlich nicht. In der Mitte einer Schwarms von 100 Fischen sieht man den Rand nicht. Dazu muss man immer wieder aus dem Schwarm herausschwimmen. Gleichwohl bewegt dieser kleine Schwarm etwas, von dem ich mich zunehemend frage, was es denn genau ist. Mit nebulösen &#8220;Internet-Revolution-Ubergangsphänomen&#8221;-Geschnacke tue ich mir äußerst schwer.</li>
</ol>
<p>Was wird oft als wünschenswerter Zustand formuliert?</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Christian Füller beschreibt es in seinem Artikel: Eine von Lehrern und Wissenschaftlern geschaffene Cloud, in der Inhalte für Forschung und Lehre frei sind. Strenggenommen müsste man dafür einen gewaltigen Schritt weiter gehen: Die Gesellschaft bezahlt mich nicht einmal schlecht dafür, dass ich Lehrer bin. Von mir in diesem Rahmen geschaffene Inhalte sind damit eigentlich konsequenterweise Eigentum der Gesellschaft &#8211; nicht meines. Genau wie die Inhalte öffentlich-rechtlicher Sender und Universitäten mit öffentlichen Geldern finanziert sind und damit gemeinfrei sein müssten (viele Kollegen denken das m.E. nicht konsequent zu Ende &#8211; bei den Öffentlich-Rechtlichen: &#8220;haben, haben, schnell haben!&#8221;, bei sich selbst: &#8220;Also das ist ja wohl ein Eingriff in meine Privatssphäre, dazu darf mich keiner zwingen!&#8221;). Jetzt bezahlt die Gesellschaft Lehrer, die Inhalte für Verlage schaffen, um diese Inhalte dann unter Lizenzen zurückzukaufen, die eine freie Verwendung erst nach Ablauf von Jahrzehnten ermöglichen &#8211; diese Art von &#8220;Nebentätigkeit&#8221; gehört meist auch noch zu den gewünschten &#8211; ist das logisch?</li>
<li style="text-align: justify;">Idealerweise gibt es eine Reihe von Menschen, die bereit sind, Inhalte unter freien Lizenzen zu erstellen. Zurzeit erstellen und veröffentlichen  schätzungsweise von 100 Lehrern maximal zwei Materialien, die sich für den Einsatz im Bildungsbereich eignen und die unter freien Lizenzen stehen (das ist optimistisch). Das hat mit Rechtefragen nur am Rande zu tun. Eher mit Belastung und Zeit. Aber eben auch mit Haltung: &#8220;Dann können das ja andere kopieren. Ich will die gleiche Arbeit wieder schreiben können. Da könnten ja Fehler enthalten sein, die meine Reputation schädigen.&#8221;</li>
<li style="text-align: justify;">Idealerweise bezahlt der Staat Verlage für die Erstellung freier Materialien. Doof nur, dass es den Föderalismus und die Globalisierung gibt. Dann profitieren ja andere von den Ressourcen einer Volkswirtschaft. Ist ja nicht so, dass unsere Volkswirtschaft von Billiglöhnen und Ausbeutung anderer Völker profitiert.</li>
<li style="text-align: justify;">Niemand muss mehr fragen. Alles darf frei verwendet werden. Lizenzen gibt es nur noch in der Form (edit) CC-BY-SA. Das ist einerseits rechtlich sehr sicher, anderseits vor allen Dingen bequem.</li>
<li style="text-align: justify;">Ich würde mir ja wünschen, dass Folgendes passiert: Alle Twitter- und Blogger-Lehrer legen ihre Kraft in ein gemeinsames Projekt &#8211; vermarkten das in der Art und Weise einer digitalen Rampensau, nutzen alle Kontakte, um das in der Öffentlichkeit jenseits des kleinen Blogs zu präsentieren. Nur eine solche gemeinsame Arbeit mit konkreten Selbstverpflichtungen wird den bestehenden Strukturen etwas entgegensetzen können. Das wird nicht geschehen, weil niemand von uns altruistisch genug dafür ist, weil jedes zu planende Projekt an Grundsatzfragen wie &#8220;Welche Lizenz?&#8221;, &#8220;Welche Plattform?&#8221;, &#8220;Welche Farbe?&#8221;, &#8220;Welches Logo?&#8221; usw. zerschellen würde.</li>
</ol>
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch 2012 werden Lehrer Lehrer bleiben und Menschen Menschen. Die Verlage werden weiter an einer Software schrauben lassen, die wahrscheinlich nie datenschutzkonform einsetzbar und technisch immens schwer zu realisieren sein wird. Lehrer werden weiter für Verlage arbeiten und Lehrer werden mit dem Copyright weiter so umgehen, wie sie mit dem Copyright umgehen. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen ist für mich die NC-Lizenz so etwas ähnliches wie der Rahmenvertrag zur pauschalen Vergütung von Ansprüchen der Verlage: Sie verhindert nicht, dass Material kommerziell eingesetzt wird, aber sie zeigt ein bisschen moralisch auf, dass das nicht fair ist, genau wie die 10%-12-Seiten-Kopierregel moralisch de Zeigefinger hebt, dass das, was ich da morgens am Kopierer tue, eigentlich so nicht ganz in Ordnung ist &#8211; moralisch. Rechtlich immerhin in gewissen Grenzen schon.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4084&amp;md5=dbd9f6415a25c5dadd2bff1c3f7f0341" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>LMS und die Macht des Ringes</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 10:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir Menschen werden Twitter weiterhin auch sinnentleert und verantwortungslos nutzen. Wir werden weiterhin glauben, dass wir mit technologischem Fortschritt unsere Probleme lösen können. Wir übersehen geflissentlich, dass die Technik und Ihr Gebrauch nur der Spiegel unserer Selbst ist. Woraus wieder einmal folgt, dass wir selbst unser größtes Problem sind. Denn natürlich wäre es ungleich anstrengender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wir Menschen werden Twitter weiterhin auch sinnentleert und verantwortungslos nutzen. Wir werden weiterhin glauben, dass wir mit technologischem Fortschritt unsere Probleme lösen können. Wir übersehen geflissentlich, dass die Technik und Ihr Gebrauch nur der Spiegel unserer Selbst ist. Woraus wieder einmal folgt, dass wir selbst unser größtes Problem sind. Denn natürlich wäre es ungleich anstrengender und bedrohlicher, uns selbst zu fokussieren als irgendeine neue Technologie. Schließlich würde sich da doch der eine oder andere grausliche Abgrund auftun.</p>
<p style="text-align: right;">Andreas Zeuch in: <a title="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=2151" href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=2151" target="_blank">http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=2151</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a title="https://twitter.com/#!/Networking_Lady" href="https://twitter.com/#!/Networking_Lady" target="_blank">Sigi Jakob</a> &#8211; eine Moodleveteranin und pädagogische Expertin, wenn es um die Nutzung von Lernplattformen im Sinne einer neu zu denkenden Lernkultur geht, hat im Rahmen ihrer Keynote als Gastrednerin auf dem 2. Kölner Moodletag etwas erlebt, was sie <a title="http://www.school-networking.de/start/?p=857" href="http://www.school-networking.de/start/?p=857" target="_blank">hier eindrucksvoll</a> aufschreibt. Sie nennt dort als Ziel des Vortrags:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Die Zielsetzung meines Vortrags war, die Zuhörer für die Notwendigkeit einer Veränderung in der Lernkultur zu sensibilisieren und aufzuzeigen, dass ein Moodlekurs allein noch keinen anderen Unterricht und anderes Lernen bewirkt.</p>
<p style="text-align: right;">Sigi Jakob in: <a title="http://www.school-networking.de/start/?p=857" href="http://www.school-networking.de/start/?p=857" target="_blank">http://www.school-networking.de/start/?p=857</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sigi nennt das Erlebte ein Debakel. In dem Text steckt so viel von dem, was über das Thema &#8220;Neue Technologien&#8221; zu denken ist, dass ich gar nicht weiß, womit ich genau anfangen soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Also fange ich mit mir selbst an. Ich habe mich vor einigen Wochen vollkommen aus den Moodlekreisen zurückgezogen, obwohl ich mich auch mit Fug und Recht als Moodler der ersten Stunde bezeichnen könnte. Diese Entscheidung wurde katalysiert in meiner Auseinandersetzung mit <a title="https://twitter.com/#!/cgrune" href="https://twitter.com/#!/cgrune" target="_blank">Christian Grune</a>, der das LMS<a title="http://www.itslearning.de/" href="http://www.itslearning.de/" target="_blank"> itslearning</a> in Deutschland vertreibt. Ich habe nie in meiner gesamten Moodlezeit den methodischen Reichtum einer Sigi Jakob erreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Das hatte systemische Gründe (die Vollzeitmühle), technische Gründe (ich bin eher technikverliebt &#8211; Mensch, Sigi, was hätte ich für dich als Techniker erreichen können&#8230;), aber natürlich alle Dinge, die Sigi im Vorspann ihrer Reflexion beschreibt. Vor allem aber habe ich erfahren, dass andere Tools viel besser zu meiner Art des Unterrichts passen. Diese Art des Unterricht war schon da. Sie wurde nicht durch die Tools ausgelöst. Gleichwohl ist der umgekehrte Weg denkbar &#8211; die interaktiven Tafeln taugen oft als trojanisches Pferd, um Lehrende überhaupt in Kontakt mit neuen Medien zu bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Jedes LMS trägt die &#8220;Macht des Ringes&#8221; in sich. Ein LMS bietet in der Regel die Möglichkeit, Schule so zu machen, wie sie schon immer war. Das System wird auf allen Ebenen durch den Ring geknechtet werden. Die Kräfte, die dabei unter dem enormen Evaluationsdruck das Gewohnte 1:1 ins Digitale übertragen, werden sich der Kraft des Ringes nicht entziehen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Und dann steht man als idealistischer z.B. Moodler da und sieht sich auf einmal der gesamten Kritikbreitseite vom &#8220;Bevormundungs-&#8221; bis zum &#8220;Kontrollsystem&#8221; ausgesetzt &#8211; nicht weil ich das System so nutze, sondern weil die Macht des Ringes das System verführt, einfach nur den Abbildungsmodus umzuschalten, weil es alte Sicherheiten nicht tangiert &#8211; und da sind wir bei Andreas Zeuch.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Haltung bestimmt die Nutzung digitaler Tools, nicht die Tools die Haltung. Die Tools bilden aber recht brutal die Haltung ab. Im Idealfall ist erst die Haltung vorhanden, die für ein neues Bildungssystem die Grundlage bietet.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn aber diese Haltung vorhanden ist, hege ich zurzeit ernste Zweifel daran, dass in der Schule die Toolwahl auf ein LMS fallen wird. Seine Stärken spielt ein LMS m.E. nicht im Lernprozess aus, sondern im Bereich des Austausches, der Evaluation von Lernprozessen, der Verteilung von Best-Practise-Settings. Ich wage die These, dass es ein fundamentaler Unterschied ist, ob eine Lehrkraft ein LMS alleine für sich und ein Team nutzt oder das eine ganze Schule tut.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein kommerzieller Anbieter lebt übrigens nicht von der Haltung. Er lebt von den Vergütungen für seine Dienstleistungen. Deswegen wirkt er im Idealfall an Haltungsbildung mit, um sein System attraktiv auf dem Markt zu positionieren. Er kann aber das eine zurzeit nicht vom anderen trennen und muss daher Produkte vermarkten.Genau wie das Bildungssystem verfügt er gar nicht über die Ressourcen zur flächendeckenden &#8220;Haltungsbildung&#8221;, wohl aber über die eine oder andere Kompetenz in diesem Bereich.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ist der Ausweg? Ich kenne nur Bausteine. Zum Beispiel Speck für die Skeptiker &#8211; eine große Gruppe innerhalb des Schulsystems. Sie haben wenig persönliche Vorbehalte, aber eine Menge formale. Mein Speck soll verlässliche Technik sein. Im Fahrwasser verlässlicher Technik hat die Medienberatung vom NLQ eine Menge anzubieten. Mal schauen, ob das so klappt.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4039&amp;md5=9df30844f90c6f2dc67380da02d3ffd6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ZUM-Treffen 2011 – oder vom Wert des Bewahrens</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 09:37:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bewahren]]></category>
		<category><![CDATA[Einladung]]></category>
		<category><![CDATA[Mainz]]></category>
		<category><![CDATA[Struktur]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[ZUM]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin an diesem Wochenende einer Einladung von ZUM e.V. zu einer Veranstaltung „Lehrer spinnen Netze“ nach Mainz gefolgt. Da gab es eine Menge zu lernen. Das Wichtigste braucht eine kleine Geschichte: Auf dem Rückweg zum Bahnhof traf ich zwei Polizisten, die an einem Sonntag die Kennzeichen von Autos mit einer Digicam fotografierten, die in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY">Ich bin an diesem Wochenende einer Einladung von ZUM e.V. zu einer Veranstaltung „Lehrer spinnen Netze“ nach Mainz gefolgt. Da gab es eine Menge zu lernen. Das Wichtigste braucht eine kleine Geschichte:</p>
<p align="JUSTIFY">Auf dem Rückweg zum Bahnhof traf ich zwei Polizisten, die an einem Sonntag die Kennzeichen von Autos mit einer Digicam fotografierten, die in einer Ladezone im eingeschränkten Halteverbot abgestellt waren. Ladezone, Sonntag – nunja. Dieser Tonfall schwang wahrscheinlich mit, als sich folgender Dialog entspann:</p>
<blockquote>
<p align="JUSTIFY"><strong> Ich:</strong> Und? Werden die Kennzeichen auch schon per Bilderkennung automatisch in einer Datenbank erfasst, oder tippen Sie die nachher tatsächlich auf der Wache händisch ein?</p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Die Beamten:</strong> Wir müssen die Halter erfassen, die hier stehen. Das ist eine Ladezone!</p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Ich:</strong> Aber wäre es nicht toll, wenn das ginge?</p>
</blockquote>
<p align="JUSTIFY">Dann war ich auch schon weiter und hinterließ zwei sichtliche irritierte Menschen. die so offenbar gar nicht wussten, was sie davon halten sollten. Das Verfahren mit der Digicam ist ja schonmal ein Schritt, auf den man stolz sein kann – aber es ginge noch besser, z.B. mit einer Handy-App, die Art des Vergehens, Dienstnummer der Beamten, Ort, Zeitpunkt und das ermittelte Kennzeichen nach Bestätigung durch den Nutzer über eine gesicherte Verbindung an einen zentralen Server übermittelt, der dann die Mahnbescheide automatisiert erstellt und&#8230;</p>
<p align="JUSTIFY">Ich weiß: Datenschutz, aber es geht mir nur um das Prinzip und um meinen leicht überheblichen Tonfall, der impliziert, dass die Idee mit der Digicam nicht reicht. Diesen Tonfall nehme ich im Web2.0 gegenüber etablierteren Institutionen sehr oft wahr und schließe mich da auch nicht aus.</p>
<p align="JUSTIFY">Es ist das Spannungsfeld zwischen dem, was bereits da ist und dem was an Veränderungen erforderlich ist, um das Vorhandene zu bewahren bzw. zu entwickeln. Ich nehme war, dass einige Institutionen, auch solche, die schon lange im Web unterwegs sind, sich genau in diesem Spannungsfeld bewegen, auch die <a title="http://www.zum.de/" href="http://www.zum.de/" target="_blank">Zentrale für Unterrichtsmedien</a>, die eigentlich jeder Lehrer kennt und inhaltlich schätzt &#8211; von deren Seiten aber viele Lehrkräfte in unserer Schule sagen, sie seien so &#8220;unstrukturiert&#8221;.</p>
<p align="JUSTIFY">Das <a title="http://www.ebh-mainz.de/" href="http://www.ebh-mainz.de/" target="_blank">toll gelegene traditionelle Tagungszentrum</a> der diesjährigen ZUM e.V Tagung &#8220;Lehrer spinnen Netze&#8221; hat das Problem auch lösen müssen &#8211; beide Bilder sind vom gleichen Standpunkt aufgenommen &#8211; nur eine 180°-Drehung war erforderlich:</p>
<table border="0" align="center">
<tbody>
<tr>
<td><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_01.jpg"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4012" title="zum_01" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_01-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
<td><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_02.jpg"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-4013" title="zum_02" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/11/zum_02-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: justify;" align="JUSTIFY">Es gibt einen Altbau (Links) und einen Neubau (rechts). Man kann sich über die Architektur streiten, aber ich finde, dass beides irgendwie zueinander passt.</p>
<p style="text-align: justify;" align="JUSTIFY">Ich war froh, im Gewölbekeller des Altbaus <a title="http://cspannagel.wordpress.com/2011/08/18/desillusioniert-fantastisch/" href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/08/18/desillusioniert-fantastisch/" target="_blank">die wirklich weltbewegenden Probleme</a> zu später Stunde diskutieren zu können, im Tagungsraum zuzuhören, zu begreifen, auch zu streiten, neue Menschen und Projekte kennenzulernen, z.B.:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Ganz <a title="http://www.zum.de/ZUM/autoren.htm" href="http://www.zum.de/ZUM/autoren.htm" target="_blank">viele Menschen</a> aus dem Verein ZUM e.V., die über die Jahre hinweg viel aufgebaut und mit unglaublichem Eifer und Einsatz inhaltlich fortentwickelt haben</li>
<li style="text-align: justify;">ein mir bisher unbekanntes Projekt aus Niedersachsen &#8211; das <a title="http://vfl-wiki.de/index.php?title=Hauptseite" href="http://vfl-wiki.de/index.php?title=Hauptseite" target="_blank">Vfl-Wiki</a> &#8211; ein spannender Ansatz für eine Partnerschaft von Schule, gemeinnützigem Verein und Menschen, die auch bei ZUM e.V. aktiv sind</li>
<li style="text-align: justify;">Wiederentdeckt: <a title="http://lernmodule.net/" href="http://lernmodule.net/" target="_blank">lernmodule.net</a> &#8211; und Uwe Kohnle, der diese gGmbH betreibt und auch schon auf MoodleMoots zu sehen war. Außerdem hat er Kontakte zu den Bildungsservern, zu meiner eigenen Beratungsstruktur hier in Niedersachsen usw.</li>
<li style="text-align: justify;">Neu kennen gelernt: Achim Burgermeister &#8211; er hat Kontakte nach Kasachstan und arbeitet auch zeitweise dort. Dazu muss man wissen, dass hier vor Ort durchaus auch Spätaussiedler aus Kasachstan leben, die vielleicht gerne einmal Projekte machen würden, wenn die Chance bestünde.</li>
<li style="text-align: justify;">Ganz vielen kompetenten und aufgeschlossenen Menschen tue ich Unrecht, wenn ich sie hier nicht erwähne, aber ich finde die Ausbeute für einen Nachmittag und Abend sowie einen halben Morgen schon überwältigend.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Natürlich ist ein Großteil dieser Kontakte auf &#8220;Pending&#8221; gesetzt &#8211; aber ich weiß, dass die Zeit dafür kommen wird, z.B. wenn größere Teile des Netzwerks hier vor Ort dann endlich laufen. Soweit zum linken Bild.</p>
<p style="text-align: justify;">Das rechte Bild steht dann mehr für ein f2f-Wiedersehen mit Menschen aus der Twitter-Edu-Szene. Da muss natürlich alles frisch und modern, aber auch technisch auf einem neueren Stand sein. Bezeichnenderweise fand man im Neubau des Erbacher Hofes allerdings die Treppenhäuser kaum, so dass man selbst für ein Stockwerk dann den Aufzug genommen hat. Mit dem Konkreten, Praktischen haben wir &#8220;digitalen Rampensäue&#8221; (der Begriff wird sich in Bälde noch intrinsisch erklären) es dann manchmal etwas weniger.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit sich beides nachhaltig erhalten kann, muss man es vielleicht vernetzen und dabei das achten, was schon vorhanden und weitergedacht *ist*. Die Digicam des Polizisten ist eine gute Idee. Mein Ton in dem oberen Dialog war aber wohl kein verbindender. Ich habe einen anderen Blick auf das Bewahren bekommen. Deswegen bin ich dankbar für diese Einladung nach Mainz.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=4004&amp;md5=b27a365ec26379855e0472b4129913f0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Schulnetzwerk Reloaded</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 14:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[MBP-digi]]></category>
		<category><![CDATA[Medienzentrum]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte ja schon vor einiger Zeit meine Ideen für ein mögliches Schulnetzwerk zusammengetragen. Das war quasi mein persönliches Pflichtenheft für die Planung hier vor Ort. Was soll ich sagen &#8211; es sieht ganz so aus, als wenn wir alles bekommen werden, was vor allen Dingen natürlich das Verdienst unseres Schulträgers ist. Was ist genau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich hatte ja schon vor einiger Zeit <a title="http://riecken.de/index.php/2011/09/schulnetzwerk/" href="http://riecken.de/index.php/2011/09/schulnetzwerk/">meine Ideen für ein mögliches Schulnetzwerk </a>zusammengetragen. Das war quasi mein persönliches Pflichtenheft für die Planung hier vor Ort. Was soll ich sagen &#8211; es sieht ganz so aus, als wenn wir alles bekommen werden, was vor allen Dingen natürlich <a title="http://www.lkclp.de/" href="http://www.lkclp.de/" target="_blank">das Verdienst unseres Schulträgers</a> ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was ist genau in den letzten Wochen geschehen?</strong></p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Ich habe viel &#8211; unglaublich viel telefoniert. Der Elektriker vor Ort weiß, was zu tun ist. Er darf es aber nur tun, wenn der zuständige Elektroplaner ihn dazu anweist. Der Elektroplaner wird den Elektriker nur grünes Licht geben, wenn der Bauträger z.B. fehlende Komponenten nachfordert. Anfangs spricht man mit dem Elektriker, erkundigt sich beim E-Planer &#8211; Mails gehen über mehrere Ecken hin und her. Am Ende hat man alle Beteiligten persönlich gesehen und man kommuniziert direkt mit Entscheidungsträgern. Dabei bekommt man auch sofort vermeintlich heilige Diagramme zur geplanten Topologie des Netzwerks zu sehen &#8211; direkt über den E-Planer. Nebenbei hält man natürlich die eigene Schulleitung immer auf dem Laufenden. Überall läuft man im Prinzip offene Türen ein, weil ein wenig Koordinierung durchaus dankbar angenommen wird.</li>
<li style="text-align: justify;">Ich habe den Kontakt zu der Firma gesucht, die den technischen Support übernehmen wird. Deren Mitarbeiter müssen mit dem Netzwerk zurechtkommen und Komponenten vorfinden, mit denen sie vertraut sind. Also wurden von mir auch genau diese Komponenten in die Ausschreibung zum E-Planer gegeben. Dem Bauträger muss man dabei natürlich die Vorteile vermitteln: Ein Techniker, der sich nicht groß in die vorgefundene Hardware einarbeiten muss, wird dauerhaft weniger Stunden für seine Arbeit abrechnen, d.h. die erwartbaren Folgekosten sind geringer.</li>
<li style="text-align: justify;">Gemeinsam mit dem zuständigen Koordinator in der Schule haben wir nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Manchmal helfen da Haushaltsposten, die schon lange beantragt worden sind &#8211; wir hatten Glück. Da über den Koordinator sehr gute Kontakte zum Schulträger bestehen, können natürlich im Rahmen des Haushaltsrechts der Landkreise Lösungen gefunden werden, die manchmal überraschen.</li>
<li style="text-align: justify;">Dabei sind in meinem Fall eine Reihe von &#8220;Ferientagen&#8221; ins Land gegangen. Wenn ich in der Aufbauphase eines Netzes jedoch viel  Aufwand betreibe und immer mehrere Stimmen höre, so werde ich ein Produkt erhalten, welches mir im späteren Betrieb wenig Ärger bereitet &#8211; diese Ferientage sind also eine Investition in künftige Ferienzeiten und Freistunden.</li>
</ol>
<p><strong>Wie sieht das Produkt aus?</strong></p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Wir werden ein Netz bekommen, welches ziemlich komplett mit <a title="http://h10010.www1.hp.com/wwpc/de/de/sm/WF06b/12883-12883-4172267-4172281-4172281-4218346-4177643.html?jumpid=reg_r1002_dede&amp;lang=de&amp;cc=de" href="http://h10010.www1.hp.com/wwpc/de/de/sm/WF06b/12883-12883-4172267-4172281-4172281-4218346-4177643.html?jumpid=reg_r1002_dede&amp;lang=de&amp;cc=de" target="_blank">managebaren Switchen</a> ausgestattet ist. Man kann in einem solchen Netz über die gleiche Verkabelung mehrere Netze aufbauen. Da wir ein Medienzentrum, eine Außenstelle der Universität im Hause haben und zusätzlich einen Gebäudeteil gemeinsam mit einer anderen Schule nutzen, findet jede Institution ihre gewohnte Umgebung vor. Man kann auch jedes Netz in jeden beliebigen anderen Gebäudeteil routen, so dass z.B. das Medienzentrum Schulungen in den Räume der Uni durchführen kann &#8211; und umgekehrt.</li>
<li style="text-align: justify;">Kernstück für unsere eigenes Schulnetz wird der Portalserver <a title="http://iserv.eu/" href="http://iserv.eu/" target="_blank">iserv</a> werden.  Dieses Produkt ist regional auf Niedersachsen beschränkt, verfügt jedoch über <em>alle</em> von mir im Pflichtenheft vorgedachten Features und eine eigene niedersächsische Supportstruktur, die es mir erst erlaubt hat, das Produkt ausgiebig zu evaluieren. In die Bedienung des iserv lässt sich jeder etwas technikaffine Kollege einführen, so dass in Verbindung mit den lokalen Supportstrukturen die Funktion des Netzes nicht an eine einzelne Person gebunden ist &#8211; ein nicht zu unterschätzender Nachhaltigkeitsfaktor.</li>
<li style="text-align: justify;">Alle Überlegungen der letzten Wochen sind in unseren <a title="http://medienzentrum-cloppenburg.de/" href="http://medienzentrum-cloppenburg.de/" target="_blank">Medienzentrum</a> in eine Vision eingeflossen: Wir möchten hier in der Region einen Supportverbund etablieren, der auf lokale Produkte und Dienstleistungen setzt. Das klingt im Zeitalter des grenzenlosen Internets erstmal altbacken. Unsere Erfahrung damit ist aber schon jetzt ungemein positiv &#8211; unsere Kunden und Benutzer müssen schließlich damit zurechtkommen. Und ich weiß, dass in einem derartigen, auch sozialen Supportverbund auch nicht unbedingt immer auf die Zeit oder den Preis geschaut wird.  Der Verbund besteht idealerweise aus Menschen, die Dienstleistungen erbringen und daran neben dem erforderlichen Verdienst auch Freude haben sollen.</li>
</ol>
<p><strong>Was für ein Aufwand!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja und Nein. Ich sehe meine momentane Arbeit als Übungsfeld für meine Tätigkeit als<a title="http://riecken.de/index.php/2011/08/neues-schuljahr-ganz-viel-anderung/" href="http://riecken.de/index.php/2011/08/neues-schuljahr-ganz-viel-anderung/" target="_blank"> MPB-digi</a>. <strong></strong>Meine Erfahrungen, die ich hier vor Ort mache, möchte ich natürlich auch anderen Schulen der Region zur Verfügung stellen und sie bei Verhandlungen mit Schulträgern oder Firmen unterstützen. Das was ich hier vor Ort lerne, hat also Synergieeffekte. Das muss es auch, denn eine Abordnung von einer Drittelstelle muss ja auch von einem Gegenwert begleitet sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Anforderung an mich erlebe ich dabei momentan extrem: Neben dem technischen Wissen sind natürlich auch viele kommunikative Kompetenzen erforderlich &#8211; und manchmal auch viel Verständnis für Strukturen, die eben Strukturen sind und das genau so auch sein dürfen. Und ich kenne eben Schule &#8211; auch als Personalrat. Schön und entlastet ist der Umstand, dass ich in eine <a title="http://www.nibis.de/nibis.phtml?menid=1977" href="http://www.nibis.de/nibis.phtml?menid=1977" target="_blank">Beratungsstruktur des Landes</a> mit ihren vor allem menschlichen Ressourcen eingebunden bin.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich verstehe mich damit als jemand, der hilft, dem Lernen in der Wissensgesellschaft eine Grundlage zu geben &#8211; ganz praktisch, ganz konkret &#8211; fernab von Apologien auf eine wie auch immer geartete Zukunft.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=3987&amp;md5=11339b31afa8293dc0a17f91421556ef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Riecken und die Verlage &#8211; Teil 3</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2011/11/riecken-und-die-verlage-teil-3/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2011/11/riecken-und-die-verlage-teil-3/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 13:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Empörung]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Reaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Schultrojaner]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf netzpolitik.org gab es gestern interessantes Material über einen geplanten &#8220;Schultrojaner&#8221; zu lesen. Hier noch einmal in aller Kürze der bisher bekannte Sachverhalt: Es gibt einen Vertrag zwischen den Kultusministern der Länder und dem Dachverband der Schulbuchverlage. 1% der Schulen sollen mit einer Software ausgestattet werden, die innerhalb des Schulnetzwerks automatisch urheberrechtlich geschütztes Material ausfindig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Auf <a title="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/" href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/" target="_blank">netzpolitik.org</a> gab es gestern interessantes Material über einen geplanten &#8220;Schultrojaner&#8221; zu lesen. Hier noch einmal in aller Kürze der bisher bekannte Sachverhalt:</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Es gibt einen Vertrag zwischen den Kultusministern der Länder und dem Dachverband der Schulbuchverlage.</li>
<li style="text-align: justify;">1% der Schulen sollen mit einer Software ausgestattet werden, die innerhalb des Schulnetzwerks automatisch urheberrechtlich geschütztes Material ausfindig macht</li>
<li style="text-align: justify;">UPDATE: Die dabei gefundenen Daten werden an den Schulträger(!) übermittelt (der ist<em> nicht</em> der disziplinarisch Vorgesetzte) -</li>
<li style="text-align: justify;">Der Dienstherr soll durch disziplinarische Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass dem Urheberrecht an Schulen genüge getan wird</li>
</ol>
<p>Darüber war auf den <a title="https://twitter.com/#!/search?q=%23schultrojaner" href="https://twitter.com/#!/search?q=%23schultrojaner" target="_blank">üblichen Plattformen</a> und auch in der <a title="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" target="_blank">Blogossphäre </a>viel Empörung zu lesen und auch sinngemäß Sätze wie:</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Schulbuchverlage sind in der neuen Wissensgesellschaft überflüssig.</li>
<li style="text-align: justify;">Schulbuchverlage verdienen keinen Dialog.</li>
<li style="text-align: justify;">Schulbuchverlage produzieren minderwertiges Material</li>
<li style="text-align: justify;">Schulbuchverlage verdienen sich auf Kosten der Allgemeinheit dumm und dämlich</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Das Feindbild steht also fest &#8211; oftmals generalisiert, pauschal, extrem. Ich hoffe inständig, dass dieses Verhalten nicht die oft proklamierte &#8220;neue Wissensgesellschaft&#8221; repräsentiert. <a title="http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/" href="http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/" target="_blank">Auch ich habe Probleme mit Verlagen</a>. Ich möchte bloß gerne zwischen &#8220;Verlag&#8221; und &#8220;Verhalten von Verlagen&#8221; differenzieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der 1. Skandal</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das mit dem Schultrojaner verbundene <em>Verhalten</em> verdient extreme Reaktionen. Hier nimmt Privatwirtschaft öffentliche Institutionen in die Pflicht, für Konsequenzen in zivilrechtlichen Fragen zu sorgen. Das ist der erste Skandal.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin Administrator eines Schulnetzwerks. Würde ich angewiesen, diese Software auf Schulsystemen zu installieren, wäre diese Anweisung <a title="http://www.internet-law.de/2011/10/plagiatssoftware-von-verlagen-auf-schulrechnern.html" href="http://www.internet-law.de/2011/10/plagiatssoftware-von-verlagen-auf-schulrechnern.html" target="_blank">wahrscheinlich rechtswidrig</a>. Dem Disziplinarverfahren gegen mich aufgrund meiner Weigerung sähe ich gelassen entgegen. Alternativ würde mich das zur Einleitung einer Dienstaufsichtsbeschwerde zwingen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es wird schon allein deswegen rechtswidrig sein, weil natürlich Vereinbarungen bezüglich dieser Überwachung mit den Personalvertretungen der Lehrkräfte getroffen werden müssten, damit &#8220;Verstöße&#8221; überhaupt disziplinarrechtlicht geahndet werden könnten. Die Personalvertretung verdiente ihren Namen nicht, wenn sie sich darauf einließe, staatliche Institutionen zur Durchsetzung zivilrechtrechtlicher Interessen der Privatwirtschaft zu funktionalisieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verlage müssten eigentlich direkt gegen ihre &#8220;Kunden&#8221; vorgehen &#8211; das ist natürlich problematisch für den Umsatz. Der Schultrojaner, der technisch keiner ist und den es noch nicht einmal geben dürfte, scheint da der &#8220;bessere&#8221; Weg zu sein &#8211; der nun tobende Shitstorm dürfte die Marketingabteilungen wahrscheinlich etwas beschäftigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der 2. Skandal</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der zweite Skandal würde darin bestehen, dass  mein Dienstherr seinen Sorgfalts- und Fürsorgepflichten mir gegenüber nicht nachkäme, wenn er tatsächlich einen Vertrag unterzeichnet, der potentiell rechtswidrige Formulierungen und Bedingungen enthält. Von mir als Beamter werden stets akkurate Befolgung der gesetzlichen Vorgaben erwartet und eben Loyalität &#8211; die funktioniert aber nur, wenn sie zweiseitig angelegt ist. Mir liegen keine gesicherten Informationen darüber vor, wie sich mein Dienstherr tatsächlich verhalten hat und wie die diskutierten Passagen des Vertrages tatsächlich rechtlich zu bewerten sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Technische Betrachtungen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Da es für die Kopie in Papierform mittlerweile <a title="http://www.schulbuchkopie.de/fragen_antworten.html" href="http://www.schulbuchkopie.de/fragen_antworten.html" target="_blank">recht liberale und pragmatische Regelungen</a> gibt &#8211; und auch pauschale Vergütungssätze für die Verlage, muss ein Schultrojaner es vor allen Dingen auf digitalisierte Buchseiten und Arbeitsblätter sowie nicht lizensierte Verlagssoftware &#8220;abgesehen&#8221; haben. Während letztere durch recht einfache Heuristiken zu erkennen sein dürfte, sieht das bei digitalisierten &#8220;Papieroriginalen&#8221; schon ganz anders aus, denn:</p>
<ol>
<li>Wie soll ein solches Programm Verlagsinhalte &#8220;sicher&#8221; erkennen, ohne wahllos alle Dateien einem &#8220;Deep&#8221;-Scan zu unterziehen, der zusätzlich auch noch auf OCR-Mechanismen zurückgreifen müsste?</li>
<li>Wie soll ein solches Programm &#8220;unlizensiertes Material&#8221; melden?</li>
<li>Wie soll ein solches Programm in heutigen Schulnetzen zwischen Privatgeräten mit Ordnerfreigaben und Schulrechnern unterscheiden?</li>
<li>Ist die Datei auf des Festplatte des Schulkopierers eine unlizensierte &#8220;digitale Kopie&#8221;? (Das Ding müsst ihr euch echt mal ansehen&#8230;)</li>
<li>usw.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Schlussendlich: Wie kann ein solches Programm im Einklang mit geltenden Datenschutzrichtlinien überhaupt arbeiten?</p>
<p style="text-align: justify;">Unqualifizierter Seitenhieb: Den Datenschutz wollen ja viele sowieso abschaffen &#8211; das Problem bestünde dann natürlich nicht&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Warum ich Verlage als Institution nicht so generell doof finden kann</strong></p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Auch eine utopische Gesellschaft mit bedingungslosem Grundeinkommen basiert auf Formen von Wertschöpfung, gerade in einer globalisierten Welt</li>
<li style="text-align: justify;">Nicht jeder gute Autor ist in der Lage, selbst im Netz geeignete Strategien zu finden, um seine wirtschaftliche Existenz zu sichern, bzw. Wertschöpfung für eine auf bedingungslosem Grundeinkommen basierende Gesellschaft zu betreiben.</li>
<li style="text-align: justify;">Nicht das gesamte Material in den Backlisten von Verlagen ist völlig ungeeignet und schlecht &#8211; als Steinbruch taugt z.B. auch unvollkommenes Material</li>
<li style="text-align: justify;">Nicht jeder Verlag legt tyrannisch fest, was zu lernen ist. Ich beobachte zurzeit im Bereich des Unterrichtsmaterials eine Flexibilisierung und Diversifizierung &#8211; weil der Wissenskanon eben nicht durch Verlage, sondern vielmehr durch Curriculumskommissionen vorgegeben wird. Das wird m.E. das &#8220;trojanische Pferd&#8221; für Veränderungen in der Schulbuchverlagslandschaft werden.</li>
<li style="text-align: justify;">Es gibt Verlage, die mich fair behandelt haben. Das waren kleine, engagierte Unternehmen mit Netzaffinität und neuen Ideen für die eigene Wertschöpfung.</li>
<li style="text-align: justify;">Mir macht das inhaltliche Niveau von manchen Diskussionsprozessen im Netz schon sehr viel Sorge &#8211; z.B. beobachte ich, dass bei der Bewertung netzpolitischer Themen (z.B. Datenschutz, Facebook) oftmals m.E. völlig naiv und selektiv diskutiert wird, indem man sich das aus Texten heraus liest, was man sofort und ohne Mühe versteht &#8211; wer hat sich schon intensiv mit den Wiresharkprotokollen zu den Facebookcookies auseinandergesetzt? Da wäre aufbereitetes Material von den oft ach so verpönten Experten manchmal nicht schlecht, um auch als Laie zu wissen, wovon ich da eigentlich rede &#8211; ich könnte das verstehen, aber ich habe nicht die Zeit dafür&#8230; Die kaufe ich mir halt. Dabei können Verlage z.B. durch Lektoratsdienstleistungen durchaus helfen.</li>
<li style="text-align: justify;">usw.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Mir gefällt vieles nicht an (Groß-)Verlagen. Ich habe aber auch nichts dagegen, dass sie Wertschöpfung betreiben, z.B. für mein Grundeinkommen. Im Web2.0 werden ja auch in freundschaftlicher Atmosphäre z.B. Kurse vertickt, für deren Inhalte man bezahlt. Die Verlage haben viel versäumt &#8211; z.B. sich zu überlegen, wie ihre eigene Wertschöpfung in der digitalen Welt funktionieren kann, wie sie faire Autorenverträge hinbekommen, die motivieren, wie sie&#8230; 999 Punkte, die es zu diskutieren gilt und die eng miteinander verknüpft sind. Aber ob wir sie nicht mehr brauchen in der &#8220;Wissensgesellschaft&#8221;? Wer weiß das? Ich zumindest nicht. Meine Glaskugel scheint im Gegensatz zu anderen Glaskugeln einfach nur kaputt zu sein.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=3962&amp;md5=097c7b3f2e9f4acb7fcc2585a2bed63b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bankenkrise</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2011/10/bankenkrise/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 06:46:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Funktion]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Risiko]]></category>

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		<description><![CDATA[Um zu verstehen, was gerade eigentlich im europäischen Bankensystem geschieht, kann man nicht oft genug auf eine m.E. wunderbare Filmreihe von Max von Bock hinweisen, dass auf einfache Weise die Grundlagen unseres Finanzsystems erklärt &#8211; natürlich mit deutlich ideologischem Duktus. Die vorgeschriebene Eigenkapitaldeckung von Banken im Euroraum ist erst kürzlich gegen immense Widerstände von 2% [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Um zu verstehen, was gerade eigentlich im europäischen Bankensystem geschieht, kann man nicht oft genug auf eine m.E. wunderbare Filmreihe von Max von Bock hinweisen, dass auf einfache Weise die Grundlagen unseres Finanzsystems erklärt &#8211; natürlich mit deutlich ideologischem Duktus.</p>
<p style="text-align: center;">
<iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/58-0SqKWw08" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
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</p>
<p style="text-align: justify;">Die vorgeschriebene <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Basel_II" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basel_II" target="_blank">Eigenkapitaldeckung von Banken</a> im Euroraum ist erst kürzlich gegen immense Widerstände von 2% auf 3% erhöht worden. Was heißt das in der Sprache des Films? Eine Bank darf eine Option auf einen Realwert (= Geld) jetzt nicht mehr mit 50, sondern lediglich mit 33,3 faktorisieren, d.h. zu Deutsch jeden eingezahlten Euro 33,3x verleihen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es zeichnet sich jedoch gerade ab, dass davon vielleicht fünf verliehene Euro niemals zurückkommen werden, also &#8220;abgeschrieben&#8221; werden müssen, womit mein Beispieleuro mindesten 4x nicht mehr existent ist. Ich kann ihn also nicht mehr abheben oder eben nur abheben auf Basis der Zinszahlungen der übrigen 28 verliehenen Euro. Leider befinden sind unter den 28 Schuldnern weitere Wackelkandidaten. Als Kompensation bleiben z.B. höhere Zinseinnahmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit ich meinen Euro auch in einen solchen Fall sofort zurückerhalte, gibt es einen <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherungsfond" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherungsfond" target="_blank">Einlagensicherungsfond</a>. Zitat:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Bei dem <strong><span style="color: #ff0000;">freiwilligen Sicherungsfonds der privaten Banken</span></strong> gibt es eine sehr hohe Sicherungsgrenze, die bei 30 % des maßgeblichen haftenden <a title="Eigenkapital" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eigenkapital">Eigenkapitals</a> der jeweiligen Bank je Gläubiger liegt. Bei einem haftenden Eigenkapital von beispielsweise 100 Millionen Euro einer Bank ist also das Vermögen <em>jedes einzelnen Kunden</em> mit bis zu 30 Millionen Euro abgesichert, <strong><span style="color: #ff0000;">sofern der Fonds über die entsprechenden Mittel verfügt</span></strong>. Im Gegensatz dazu sichern die Sicherungsfonds der Sparkassen und Genossenschaftsbanken die jeweiligen Institute, so dass bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen nicht nur die Einlagen, sondern auch Schuldverschreibungen und Zertifikate voll abgesichert sind.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wenn also ein Bank pleite geht, sind meine Spareinlagen garantiert &#8211; bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist der Einlagensicherungsfonds offenbar etwas breiter aufgestellt als bei privaten Instituten. Zudem gibt es je nach Fond Grenzen, bis zu denen garantiert wird, dass das Kapital auch gesichert ist &#8211; mal ist von 20.000 bis hin zu 100.000 &#8220;sicheren&#8221; Euro die Rede. Peer Steinbrück hat vor mittlerweile drei Jahren etwas Bemerkenswertes anlässlich einer Pressekonferenz mit Angela Merkel gesagt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte gerne unterstreichen, dass wir in der Tat in der gemeinsamen Verantwortung, die wir in der Bundesregierung fühlen, dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren. Dies ist ein wichtiges Signal, damit es zu einer Beruhigung kommt und nicht zu Reaktionen, die unverhältnismäßig wären und die uns die derzeitige Krisenbewältigung beziehungsweise Krisenprävention noch schwieriger machen würden.</p>
<p style="text-align: right;">Quelle: <a title="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,582305,00.html" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,582305,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,582305,00.html</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">In der <a title="http://www.stern.de/kultur/tv/helmut-schmidt-bei-guenther-jauch-jauch-stochert-im-rauch-1742356.html" href="http://www.stern.de/kultur/tv/helmut-schmidt-bei-guenther-jauch-jauch-stochert-im-rauch-1742356.html" target="_blank">Sendung gestern im Ersten</a> hat er ziemlich klar die Hintergründe seiner Äußerung benannt: Es sollte damit verhindert werden, dass in der darauf folgenden Woche die Menschen zur Bank gehen und ihren Euro abholen. Die Situation 2008 war deutlich entspannter als die Situation heute, in der solche Zusagen offenbar nicht mehr gemacht werden müssen, weil die Menschen sich vermutlich an die Krise gewöhnt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Was wird zurzeit getan? M.E. wird viel geredet &#8211; wie 2008 schon. Dabei bilden die Web2.0-Kreise keine Ausnahme. Keine Lösungen, keine auf Sachüberlegungen basierenden Standpunkte  &#8211; wäre auch unbequem, da man sich selbst dadurch Kritik aussetzen würde. Deswegen &#8211; so mein Eindruck &#8211; sollen einmal die Politiker diese &#8220;abstruse Situation&#8221; lösen. Das Mindeste, was zu tun wäre, ist meiner Meinung nach einmal die Position der Politik einzunehmen, da die Finanzkrise in ihrer Auswirkung allmählich für den Einzelnen fühlbar zu werden beginnt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Soll man Banken pleite gehen lassen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das wäre eine marktwirtschaftliche und konsequente Lösung: Die Bank müsste für die eingegangenen Risiken haften und für Verluste gerade stehen. Kann die das mit einer Konkursmasse, die aus 33,3-fach verliehenen Optionen auf eine Option auf einen Realwert besteht? Wird spannend. Vor allem für die Sparer, die der Bank ihren Euro geliehen haben. Je nach &#8220;Systemrelevanz&#8221; der Bank dürfte der Einlagensicherungsfond platt sein. Dann bleiben im Bestfall von jedem Euro weniger als 10ct übrig. Letztendlich trifft es also den Steuerzahler bzw. denjenigen, der über Sparguthaben verfügt. Nur wenige Reiche werden den Absprung in vermeintlich &#8220;sichere&#8221; Länder bewältigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Soll man eine höhere Eigenkapitalquote bei Banken vorschreiben?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kann man machen. Mehr Kapital werden die Banken jedoch nur anlocken, wenn der Kapitalertragszins steigt &#8211; mit Werten rund um die Inflationsrate holt man keinen Sparer hinter dem Ofen hervor. Höhere Kapitalertragszinsen bedingen zumindest indirekt auch höhere Kreditzinsen &#8211; das will ja gegenfinanziert sein. Zudem impliziert die Forderung nach höheren Eigenkapital ja auch die Forderung nachhaltiger zu wirtschaften &#8211; dann darf man überschuldeten Staaten aber eigentlich kein Geld mehr leihen &#8211; das muss dann die EZB machen. Letztendlich trifft das den Steuerzahler. Und es passiert bereits: Die EZB kauft Staatsanleihen auf und nimmt damit die Banken mehr oder minder aus der Haftung.</p>
<p style="text-align: justify;">So oder so: Das subventionierte iDingens wird teurer werden. Die Konsumentenkredite werden wahrscheinlich deutlich von Zinsniveau anziehen, d.h. man wird wohl dahin zurückkommen müssen, sich Dinge erst zu kaufen, wenn man sie ohne fremde Hilfe bezahlen kann &#8211; als Staat ebenso wie als Bürger eines Staates. Was bedeutet das wiederum für z.B. die Autoindustrie? Wer bezahlt seinen Blechhaufen noch BAT (Bar Auf Tatze)?</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bankenkrise wird bei einer &#8220;vernünftigen Lösung&#8221; &#8211; so es die geben wird &#8211; uns alle treffen. Es ist eben kein abstraktes &#8220;Alle (Groß-)Banken sind Scheiße&#8221;. Auch ein totaler Reboot muss eigentlich in letzter Konsequenz bedeuten, dass Waren endlich das kosten, was sie wert sind. Gut, dass ich keinen Kaffee trinke &#8211; auch der fair gehandelte muss sich ja irgendwie am Marktpreis orientieren, damit er gekauft wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Was man jetzt schon ganz konkret tun kann, ist mit seinem Geld zu einer Bank zu gehen, die transparent und nachhaltig wirtschaftet. Dazu gibt es<a title="http://www.attac.de/aktuell/bankwechsel/worum-geht-es/bank-wechseln/alternativbanken/?L=2" href="http://www.attac.de/aktuell/bankwechsel/worum-geht-es/bank-wechseln/alternativbanken/?L=2" target="_blank"> hier</a> viele Infos. Ich bin bisher leider dabei aber auch nicht über die Calc-Liste mit den Adressen der anzuschreibenden Institution wg. Kontoänderung hinausgekommen.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=3937&amp;md5=03f3b566ea7183d83900f53b99f28af3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ich bin die eine, die die viele ist</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 08:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Borg]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Borg &#8211; sounds swedish!&#8221; &#8211; so reagierte eine Figur in Star Trek auf die erste Erwähnung dieses Namens. Die Borg ist eine virtuelle Rasse, die auf maximale Redundanz und Vernetzung setzt. Sie verfügen über keine eigene Kreativität, sondern entwickleln sich durch Assimilation von fremden Rassen und deren Technologie. Von ihnen stammt auch der von mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3889" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/09/borg_cubus.png"><img class="size-medium wp-image-3889" title="borg_cubus" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2011/09/borg_cubus-300x271.png" alt="Drex files" width="300" height="271" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: http://drexfiles.wordpress.com/2009/10/25/borg-tactical-cube/</p></div>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Borg &#8211; sounds swedish!&#8221; &#8211; so reagierte eine Figur in Star Trek auf die erste Erwähnung dieses Namens. Die Borg ist eine virtuelle Rasse, die auf maximale Redundanz und Vernetzung setzt. Sie verfügen über keine eigene Kreativität, sondern entwickleln sich durch Assimilation von fremden Rassen und deren Technologie. Von ihnen stammt auch der von mir schon verwendete Satz: <a title="http://riecken.de/index.php/2010/04/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-1/" href="http://riecken.de/index.php/2010/04/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-1/" target="_blank">Resistance is futile</a> (Widerstand ist zwecklos). Einmal in Borgkollektiv aufgenommen kann jeder die Stimmen des anderen hören &#8211; es gibt eine große Gemeinschaft. Eine Ausgliederung aus dem Kollektiv ist sehr schwer, da die Figuren dann die Stimmen nicht mehr hören, die sie als große Bereicherung empfinden, weil sie nicht mehr alleine sind. Borg handeln allein nach funktionalen Grundsätzen, Ethik und Moral spielen keine Rolle. Einzige Prämissen sind die Erhaltung des Kollektivs und die technische Perfektion. Die Entwicklung des Individuums unterliegt den Grenzen und Wünschen des Kollektivs, das von der einen, die die viele ist geleitet wird &#8211; der Borgkönigin (eine Rasse ohne irgendeine Leitungsstruktur wäre wohl auch den Star Trek-Machern zu viel gewesen).</p>
<p style="text-align: justify;">Ich muss in diesen Tagen oft an die Borg in Zusammenhang mit Facebook denken. Angefangen hat alles mit dem ULD Kiel, dass <a title="https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20110819-facebook.htm" href="https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20110819-facebook.htm" target="_blank">einen Angriff auf die Transwarpkanäle der Borg gestartet hat</a>, indem es Webmaster &#8220;bedrohte&#8221;, die Facebooks-Addons auf ihren Webseiten einbinden. Facebook gewinnt dadurch Informationen über Bewegungsmuster von Mitgliedern und Nichtmitgliedern im Web &#8211; das ist übrigens auch die technische Funktion von &#8220;Like- &#8221; oder &#8220;1+&#8221;-Buttons (Pendant bei Google). Ich habe Einzelgespräche geführt, in denen dieser Schritt des ULD heftig kritisiert und vor allem der Verlust von Transparenz und Bürgernähe von z.B. Kommunen beklagt wurde. Andere Kritikstrategien, die mir weitaus sympathischer sind, setzen <a title="http://blog.koehntopp.de/archives/3135-Facebook-vs.-Schleswig-Holstein.html" href="http://blog.koehntopp.de/archives/3135-Facebook-vs.-Schleswig-Holstein.html" target="_blank">auf der Ebene von technischen Fehlern des ULD</a> an. Darüber kann man reden &#8211; allerdings betrifft das den Bereich der technischen Medienkompetenz, der aber oft als &#8220;zu anstrengend&#8221; nicht gewünscht wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsache ist für mich, dass die Assimilierungsstrategie von Facebook eine extrem hohes, absolut geniales Niveau erreicht hat, weil die Assimilation selbst nicht wie bei den Borg auf Gewalt beruht, sondern schleichend und angenehm mit der Verheißung maximaler Bedürfnisbefriedigung erfolgt. Wer sich einmal im Kollektiv befindet, möchte oder kann es nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die außerhalb dieses Kollektivs existieren, ist &#8211; wie bei den Borg &#8211; oft mit Gedanken an Rückständigkeit und &#8220;Nichtverstehen der neuen Wissensgesellschaft&#8221; assoziiert. Facebook ist ein Borgkubus, den man unbeachtet besuchen darf, solange man nicht primäre Systeme bedroht, ein Kubus, der des ganze Web in sich vereint ohne dabei nach außen mit dem Web zu teilen.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zwischenbemerkung:</p>
<p style="text-align: justify;">Nein: Ich halte Facebooknutzer nicht für willenlose, vollständig manipulierte und entindividualisierte Drohnen. Auf der Ebene des Individuums passt diese Borg-Analogie nicht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Gleichwohl verlangt die soziale Organisation innerhalb des Kubus, dass alles geteilt wird, zumindest mit der Königin &#8211; den Kontakt zu einzelnen kann man filtern, jedoch nur soweit man die ständigen Neukonfigurationen des Filters versteht und nachvollzieht. Die Filtermodifikationen erfolgen seltsamerweise immer so, dass standardmäßig mehr Informationen mit mehr Menschen geteilt werden. Das Grundprinzip der Borg besteht genau darin: Alles zu teilen, das ganze Leben. Bei den Borg hat das jedoch nichts mit Freiheit, sondern mit Kontrolle zu tun &#8211; das ist bei Facebok natürlich ganz anders, auch wenn für die wirtschaftliche Funktion eine hohe Teilrate natürlich so ungünstig auch nicht ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Treten neue Netzwerke auf den Plan, ist die erste Frage sofort, wie man selbiges in Facebook integrieren kann (wahrscheinlich damit man nichts verpasst und nicht die doppelte Arbeit beim Posten hat). Das hat nichts mit dem Assimilierungsgrad bei Facebook zu tun.</p>
<p style="text-align: justify;">In Facebook hat der Mensch die Freiheit, die im Rahmen, den Facebook setzt, möglich ist (Gilt m.E. auch für Appleprodukte). <a title="http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html" href="http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html" target="_blank">Dagegen mehren sich zum Glück Stimmen</a>. Es gibt Alternativen, die eine vollständige Kontrolle der eigenen Daten ermöglichen &#8211; nur ist da niemand&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Ich meide Facebook und ich würde mittlerweile jedem raten, das auch zu tun. <a title="http://sharemenot.cs.washington.edu/" href="http://sharemenot.cs.washington.edu/">Browserplugins </a>lösen keine einzige Herausforderung &#8211; höchstens für Nichtmitglieder. Selbst für viele Lehrerblogs müsste ich eine seitenbezogene Regel bei <a title="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/noscript/" href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/noscript/" target="_blank">NoScript</a> anlegen, die mir zwar eine Kommentierung im Disqus-Plugin, nicht jedoch eine Datenübertragung durch den Facebookbutton ermöglicht. Das dürfte den Bequemlichkeitsanspruch und die technischen Fertigkeiten einer surfenden Mehrheit deutlich übersteigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Facebook gibt sehr, sehr viel. Es hat vieles ermöglicht, was vor wenigen Jahren noch undenkbar war.  Aber es nimmt auch. Das ist seine Natur als börsennotiertes Unternehmen. Gewinn und Nutzen muss jeder für sich abwägen. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass prinzipiell auch der Staat in begründeten Verdachtsfällen Zugriff auf diese Daten hat. Wir brauchen keine Mautbrücken zur Erstellung von Bewegungsprofilen. Nur gegen den Versuch, die Mautbrücken dafür einzusetzen, rebellieren wir. Das bekomme ich manchmal nicht zusammen. Ich bin aber auch Borg-Fan. Das passt auch nicht.</p>
 <p><a href="http://riecken.de/?flattrss_redirect&amp;id=3888&amp;md5=d5863c4bf9ffc8ba4c74cfed5a341fc1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Klarnamen bei g+</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 07:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Policy]]></category>
		<category><![CDATA[Vertragsfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin bei einem Anbieter für Serverdienstleistungen. Diese Anbieter hat sich dazu entschlossen, nicht jeden Kunden ansprechen zu wollen: Es gibt Serversysteme von der Stange zu sehr günstigen, teilweise konkurrenzlosen Preisen. Wer andere Dinge wünscht, etwa spezielle Hardware, zahlt nicht nur eine Pauschale für diese Zusatzhardware, sondern muss zunächst einmal monatlich einen Aufpreis bezahlen, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich bin bei einem Anbieter für Serverdienstleistungen. Diese Anbieter hat sich dazu entschlossen, nicht jeden Kunden ansprechen zu wollen: Es gibt Serversysteme von der Stange zu sehr günstigen, teilweise konkurrenzlosen Preisen. Wer andere Dinge wünscht, etwa spezielle Hardware, zahlt nicht nur eine Pauschale für diese Zusatzhardware, sondern <em>muss</em> zunächst einmal monatlich einen Aufpreis bezahlen, <em>damit</em> diese Zusatzhardware überhaupt mietbar ist. Darüber gibt es viel Gejammer.</p>
<p style="text-align: justify;">Andererseits macht diese Policy des Anbieters die günstigen Serverpreise erst möglich, da der Techniker vor dem Rack eben nicht überlegen muss, ob in der Kiste vor ihm noch Zusatzhardware verbaut ist, die ggf. eine weitere Fehlerquelle darstellt und zusätzlichen, für den Anbieter teuren Arbeitsaufwand erfordert. Von den wirtschaftlichen Vorteilen, die eine homogene Hardwarelandschaft bietet, soll gar nicht erst gesprochen werden (Ersatzteilbevorratung, Einkaufspreise wg. Stückzahlen, Planbarkeit von Strom- und Klimabedarf usw.).</p>
<p style="text-align: justify;">Zudem hat sich dieser Anbieter dazu entschlossen, standardmäßig keine Controlpanels (Plesk, Cofixx) für die Server anzubieten/vorzuinstallieren &#8211; also kein Klickibunti für den Anwender, der sich mit Serverwartung nur wenig auskennt. Das schreckt gewisse Klientel ab. Der Chef des Unternehmens vertritt auch öffentlich in seinem Forum hin und wieder die Auffassung, dass bestimmte Kunden eben nicht zu dieser Firmen-Policy passen und bei einem Mitbewerber besser aufgehoben sind. Darf man das?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich finde, dass die Ausgestaltung eines Angebots in der Selbstbestimmung des jeweiligen Anbieters liegt. Niemand ist gezwungen, einen Vertrag mit diesem Bewerber am Markt einzugehen. Ich fühle mich als Kunde dort sehr wohl, weil eben gewisse Probleme in diesem Netzwerk weniger auftreten und durch die Ausrichtung des Unternehmens Kunden angesprochen werden, die mir in technischen Fragen immer sehr gut im Anbieterforum weiterhelfen konnten &#8211; ich habe auf diese Weise Wissen und Kompetenzen erlangt, die bei Anbietern ohne z.B. ein eigenes Forum nie möglich wären.</p>
<p style="text-align: justify;">Google hat sich entschlossen, in g+ Klarnamen vertraglich vorzuschreiben. Damit eignet sich g+ schon einmal gar nicht für Menschen, die politisch verfolgt sind, Informationen leaken wollen usw.. Ebenso eignet sich g+ überhaupt nicht für Leute, die im Internet unter ihrem Pseudonym auftreten wollen oder die sich über die Jahre mit diesem Pseudonym ihre Online-Reputation aufgebaut haben. Google spricht diese Klientel mit seinem Angebot nicht an. Schade, aber eben Vertragsfreiheit. Gibt ja noch andere Angebote.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen diese recht nüchterne Sicht wird gerne ins Feld geführt, dass Google sein marktbeherrschende Stellung ausnutzt, um die Nutzer dazu <em>zu zwingen</em>, unter Klarnamen aufzutreten. Ich dachte immer, dass Marktbeherrschung dadurch entsteht, dass alle immer zu <em>einem</em> Konzern laufen. Warum läuft man denn zu g+? Um Google noch mehr Marktmacht zu geben? Google macht ein Angebot. Niemand<em> zwingt</em> irgendwen dazu, dieses Angebot mit diesen Konditionen anzunehmen. Und selbst Google hat in Buzz oder Wave wahrscheinlich Milliarden versenkt und für sich als Konzern genau daraus gelernt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wodurch entsteht der Zwang? Manchmal denke ich, dass dieser Zwang aus der Angst geboren wird, etwas zu verpassen, wenn man nicht auf jeden neuen Produktzug aufspringt. Es gibt ja sogar Leute, die sich darum Sorgen machen, wie sie Nachrichten gleichzeitig in g+, Twitter und FB absetzen, um ja nichts zu verpassen und um ja überall präsent zu sein. Wenn dieser Zwang aus dieser Angst geboren ist, haben die Konzerne schon längst mehr erreicht, als in den kühnsten Vorstellungen von Datenverwendungshorrorszenarien anklingt.</p>
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