<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>riecken.de &#187; Gesellschaft</title>
	<atom:link href="http://riecken.de/index.php/category/gesellschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://riecken.de</link>
	<description>Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Sep 2010 14:34:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Warum reflektiertes Benutzen nicht reicht (ipv6)</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/08/warum-reflektiertes-benutzen-nicht-reicht-ipv6/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/08/warum-reflektiertes-benutzen-nicht-reicht-ipv6/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 10:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tech-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[IPv4]]></category>
		<category><![CDATA[IPv6]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[technisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2316</guid>
		<description><![CDATA[
"Ich möchte meinen Computer und das Internet einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Ich möchte meinen Computer und das Internet einfach nur benutzen. Technisches Verständnis über die Vorgänge hinter den Kulissen interessieren mich nicht. Bei meinem Auto wird auch niemand von mir verlangen, dass ich die Spur einstellen oder die Zylinderkopfdichtung wechseln kann. Um ein Auto zu fahren, sind Praxis und Kenntnisse über die allgemeinen Regeln des Straßenverkehrs ausreichend. Um das Internet oder den Computer zu nutzen reichen Fähigkeiten auf analogen Ebenen aus. Ich will nichts über Übertragungsprotokolle wissen &#8211; ich will einfach nutzen.&#8221;</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">So oder so ähnlich lassen sich gelegentlich Aussagen zur Ausrichtung eines medienpädagogischen Konzeptes zusammenfassen, wenn es darum geht, wie das Internet genutzt werden soll und welche Kompetenzen dafür tatsächlich notwendig sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt zur Zeit einen Bereich, der evolutionären Fortschritt durch das Internet in meinen Augen massiv verhindert, weil eben viele Nutzer und Lehrende genau so denken: Ich spreche von der Einführung von ipv6. Was ist das?</p>
<p style="text-align: justify;">Jedes Gerät in einem Computernetzwerk wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert, die sogenannte IP. Vernetzte Geräte reden nicht durch &#8220;Domainnamen&#8221; wie z.B. &#8220;riecken.de&#8221; miteinander, sondern erkennen sich an einer Nummer, die für das jeweilige Gerät eindeutig. Diese Nummer hat zur Zeit folgendes Format:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="font-size: medium;">xxx.xxx.xxx.xxx</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dabei ist &#8220;xxx&#8221; eine Zahl zwischen 0 und 255, z.B. ist &#8220;88.198.182.180&#8243; die IP des Rechners von riecken.de. Rechnerisch gibt es nur eine begrenzte Anzahl von zur Verfügung stehenden IPs, nämlich</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>4.294.967.296</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Davon sind zur Zeit noch übrig:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>ca. 245.000.000</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die Vergabestelle für IP-Adressen rechnet damit, dass in spätestens zwei Jahren der letzte Adressblock aus diesem Pool an einen Anbieter vergeben wird. Durch ein paar Tricks wie z.B. NAT lassen sich die Adressen besser ausnutzen, jedoch bringt <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Network_Address_Translation" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Network_Address_Translation" target="_blank">NAT</a> so einiges an anderem Ärger mit sich. Bei Beibehaltung des jetzt bestehenden <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv4" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv4" target="_blank">IPv4-Systems</a> gehen &#8220;uns&#8221; die Adressen bald aus &#8211; es soll ja auch bevölkerungsreiche Schwellen- und Entwicklungsländer geben, die auch ins Internet wollen.  Deshalb wurde schon vor längerer Zeit ein neues System &#8211; <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv6" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ipv6" target="_blank">IPv6</a> &#8211; ersonnen, welches die Anzahl der Geräte in einem Netzwerk massiv erhöht, nämlich auf:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>≈ 340 Sextillionen = 3,4·10<sup>38</sup></strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Jedes Handy, jeder Dienst auf meinem Server &#8211; einfach alles, was in einem Netzwerk hängt &#8211; könnte eine eigene IP erhalten, wodurch viele, viele nette Spielereien möglich würden, für man heute einiges an Klimmzügen machen muss. Vor alle das Thema Sicherheit wäre ein ganz anderes, weil hinter jeder IP nur ein Dienst &#8220;lauert&#8221;, der eventuell eine Angriffsfläche bietet statt heute z.B. bei einem populären Betriebssystem mehrere. Zertifikatsbasierte Kommunikation wäre auch ohne staatliche Instanz möglich, von Bürgern initiierte Mininetzwerke und und und..</span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;"><span id="more-2316"></span><br />
</span><span style="font-size: small;">IPv6 wird nicht eingeführt. Hier nur die wichtigsten Gründe:</span></span></p>
<ul>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Der DSL-Router des Durchschnittskunden braucht mindestens ein Firmware-Upgrade</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Einfache Netzwerkhardware in der Hausinstallation funktioniert u.U. nach der Umstellung auf IPv6 nicht mehr (richtig)</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Das Betriebssystem des Kunden und sämtliche Software müssen IPv6-fähig sein</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">Jeder V- und Rootservermieter muss alle seine Dienste auf IPv6 umstellen (das Ende für confixx- und pleskklickende &#8220;Administratoren&#8221;)</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">auch das Handy müsste IPv6-tauglich sein</span></span></li>
<li><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: small;">&#8230;</span></span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Die Anbieter fürchten massiv, dass ihre Kunden mit &#8220;all dem Kram&#8221; nicht zurechtkommen werden und sich massive Supportstürme ergießen. Die Anbieter müssen fürchten, dass der &#8220;benutzende Kunde&#8221; das einfach für einen Marketinggag der IT-Industrie hält und nicht einsieht, sich neue Endgeräte anzuschaffen, wenn die seinen sich nicht IPv6-fähig machen lassen oder gar an seinem Betriebsystem Einstellungen verändern muss (der IE6 wird wohl damit auch nicht funktionieren, ebenso wie viele ältere Smartphones). IPv6 ist aber notwendig, um das weltweit zu garantieren, was im Web2.0 wieder und wieder proklamiert wird: Persönliche Entfaltung und maximale Vernetzung. Aber: Lasst uns damit unbedingt warten, bis die IPv4-Adressen alle sind.</p>
<p style="text-align: justify;">IPv6 wird in Schwellen- und Entwicklungsländern, die neu ins Internet aufbrechen gar kein Thema sein &#8211; es wird von Anfang an dort eingeführt. Die &#8220;Wende im Internet&#8221; ist im Bereich von IPv6 finanziell kaum ohne die Nutzer zu schaffen. Technische Kompetenz wird dabei eine zentrale Rolle spielen: Ich muss einsehen, warum das notwendig ist und was es mir persönlich bringt &#8211; schwierig &#8211; denn es ist schwer vorherzusagen, was sich die menschliche Kreativität für ein System wie IPv6 ersinnt.  Ich werde IPv6 nicht &#8220;<em>einfach nutzen</em>&#8221; können, wie mein Auto, sondern ich werde u.U. viel Geld für Hardware und Dienstleistungen in die Hand nehmen müssen, wenn ich nicht bereit bin, mir die zur Umstellung notwendige technische Kompetenz anzueignen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gut, dass das beim neuen Auto ganz anders ist. Da will ich nutzen, ich will schick und ich will Status. Ok &#8211; die XENON-Birne muss in der Werkstatt gewechselt werden und bei jedem Defekt werden ganze Baugruppen getauscht, auch wenn das eigentliche kleine Ersatzteil nur ein paar Euro kostet &#8211; aber das hat alles nichts mit der technischen Kompetenz des Kunden zu tun. Die Ersatzbaugruppe für 800 Euro ist schließlich günstiger als zwei Stunden Fehlersuche eines geschulten Mechatronikers &#8211; oder?</p>
 <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/08/warum-reflektiertes-benutzen-nicht-reicht-ipv6/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Meritokratie im Machtsystem Schule</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/08/meritokratie-im-machtsystem-schule/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/08/meritokratie-im-machtsystem-schule/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 10:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Meritokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Struktur]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2287</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema "Macht" ist bei mir ja ein Dauerbrenner. Dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Das Thema &#8220;Macht&#8221; ist bei mir ja ein Dauerbrenner. Dieser spiegelt sich in verschiedenen Artikeln dazu im Kontext von Schule wieder, z.B. <a title="http://riecken.de/index.php/2009/03/macht-und-schule/" href="http://riecken.de/index.php/2009/03/macht-und-schule/" target="_blank">hier</a>. Ich unterscheide in der Schule immer zwischen ideeller Macht (die z.B. auf Grund einer besonderen Fähigkeit erwächst) und institutioneller Macht (für die das nicht unbedingt gelten muss). Im Idealfall fällt beides zusammen, d.h., diejenigen, die etwas können, gelangen in die Schulleitung und nicht die, die gerade &#8220;dran&#8221; sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe auch schon kritisiert, <a title="http://riecken.de/index.php/2010/01/warum-schule-sich-kaum-verandert/" href="http://riecken.de/index.php/2010/01/warum-schule-sich-kaum-verandert/" target="_blank">dass Schule sich nicht verändern kann</a>, weil die ideellen Machthaber oft keine institutionellen Machtpositionen mehr anstreben, um nicht die Nachteile eines institutionalisierten Amtes in Kauf nehmen zu müssen. Das waren bisher Deskriptionen, Zustandsbeschreibungen, die ich bei anderen Leuten immer sehr stark kritisiere.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2287"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Daher möchte ich einen Vorschlag dazu machen, wie Machtstrukturen in Schule anders funktionieren können, da ich meine als Hauptproblem die Legitimation von institutioneller Macht erkannt zu haben. Habe ich A15 erreicht, muss ich mich im Prinzip nicht mehr großartig entwickeln, notfalls reicht der Erhalt des Status Quo. Das liegt in diesem Extremfall daran, dass sich die institutionelle Macht an der Schule quasi aus sich selbst heraus legitimiert, Macht qua Amt. Dass in vielen Schulleitungen absolut fähige Menschen sitzen, sei davon unberührt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Hang, sich immer wieder neuem zu öffnen, kommt in meinen Augen jedoch auch daher, dass meine Macht bedroht sein könnte, z.B. durch die Möglichkeit, dass mir mein Amt durch  &#8220;Abwahl&#8221; entzogen werden kann. Das wäre eine demokratisch organisierte Schule, die so jedoch nicht funktionieren kann, da nachhaltiges Handeln damit fast unmöglich ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Die direkte Demokratie kann an der Schule auch nicht funktionieren, weil die Masse nicht unbedingt der kompetenteste Entscheider ist &#8211; deswegen haben wir in Deutschland ja auch die repräsentative Demokratie, die eine Art Ausgleich zwischen nachhaltiger Handlungsfähigkeit und in Interessen des Volkes darstellen soll &#8211; eigentlich. Die repräsentative Demokratie verhindert nicht, dass bei Entscheidungen der Repräsentanten auch persönliche Motive eine Rolle spielen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Idee der <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Meritokratie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meritokratie" target="_blank">Meritokratie</a> ist, dass das Mandat des Einzelnen &#8211; etwa in Fachkonferenzen &#8211; in seiner Stärke direkt von seinen Fähigkeiten abhängt: Wer viel tut und viel kann, vereint die meisten Stimmrechte auf sich. Damit läuft die Meritokratie dem Prinzip des <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Egalitarismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Egalitarismus" target="_blank">Egalitarismus</a> entgegen, was prinzipiell ein Problem darstellt. Jedoch gibt es einen Ausweg, wenn der Einzelne seine Egalität selbst kontrollieren kann. Das ist das Prinzip des <a title="http://blog.koehntopp.de/archives/2920-Ein-Sturm-aus-Scheisse-ist-auch-eine-Art-fluessiges-Feedback.html" href="http://blog.koehntopp.de/archives/2920-Ein-Sturm-aus-Scheisse-ist-auch-eine-Art-fluessiges-Feedback.html" target="_blank">Liquid Feedbacks</a>, wie es gerade kontrovers in der Piratenpartei diskutiert wird. Da es durch alle Kanäle des Webs geistert, hier nur eine sehr kurze Zusammenfassung:</p>
<p style="text-align: justify;">Habe ich von einem Thema keine Ahnung, kann ich mein Stimmrecht zu einem bestimmten Thema &#8211; das ist ein wichtiger Unterschied zum klassischen Mandat -  auf einen zweiten übertragen, den ich auf diesem Gebiet für kompetent halte. Denkt dieser wiederum, dass es noch einen kompetenteren Menschen gibt, kann er sein Stimmrecht auf einen Dritten übertragen, der dann über die Stimme des ersten und des zweiten in dieser Kette verfügt. Ich kann mein Stimmrecht jedoch zurückholen, wenn ich merke, dass mein Mandatsträger nicht in meinem Sinne z.B. in einer Fachkonferenz abgestimmt hat, was namentlich z.B. durch ein Protokoll nachgewiesen wird, d.h. diese Strukturen müssen transparent gestaltet sein, damit auch starke Mandate flüchtig sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Realisierung eines solchen Systems ist noch eine ganz andere Sache (es gibt dafür technische, aber noch keine sozialen Lösungen), aber es scheint mir eine ganze Menge an Problemen zu lösen: Warum soll in einem Gremium auch derjenige über eine z.B. Anschaffung entscheiden, der davon keine Ahnung hat und sich auch im Vorwege nicht um Ahnung bemüht hat? (nicht dass das in der Schule vorkäme&#8230;).Warum soll ich mich mit Sachen beschäftigen, für die ich gerade keinen Kopf habe und in denen wer anders viel tiefer drinsteckt?</p>
<p style="text-align: justify;">Wichtigster Vorteil scheint mir jedoch dabei zu sein, dass institutionelle und ideelle Macht zusammenfallen können, ohne dass das System in der Lage ist, eine Domestikation qua Amt durchzuführen, die dann die üblichen Einschränkungen nach sich ziehen, die die ideellen Machtinhaber so oft von der Ergreifung institutioneller Macht abhalten &#8211; bewusst oder unbewusst.</p>
<p style="text-align: justify;">Meritokratie in dieser Form funktioniert mit vier Leuten (Ach, entscheide du das mal jetzt!&#8221;), aber auch mit 100 &#8211; man kann also klein anfangen, Erfahrungen sammeln und sich dann &#8220;steigern&#8221;.  Ist das Konzept einer funktionierenden Familie nicht teilweise auch ein meritokratisches?</p>
<script type="text/javascript">
var flattr_wp_ver = '0.9.14';
var flattr_uid = '11736';
var flattr_url = 'http://riecken.de';
var flattr_lng = 'de_DE';
var flattr_cat = 'text';
var flattr_tag = 'blog,wordpress,rss,feed';
var flattr_btn = 'large';
var flattr_tle = 'riecken.de';
var flattr_dsc = 'Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule';
</script>
<script src="https://api.flattr.com/js/0.5.0/load.js?mode=auto" type="text/javascript"></script> <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/08/meritokratie-im-machtsystem-schule/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Riecken und die Verlage</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 14:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fairness]]></category>
		<category><![CDATA[Tantiemen]]></category>
		<category><![CDATA[Vergütung]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2250</guid>
		<description><![CDATA[Ich bekomme hin und wieder Angebote, meine Texte und Ar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich bekomme hin und wieder Angebote, meine Texte und Arbeitsmaterialien auf kommerziellen Plattformen einzustellen. Gelegentlich wird auch der Wunsch an mich herangetragen, dieses oder jenes in meinem Blog zu verlinken oder einen Artikel darüber zu schreiben &#8211; meist verbunden mit einem Freiaccount z.B. auf begrenzte Zeit. Dahinter stecken natürlich kommerzielle Interessen, die ich per se nicht ablehne, da ohne Anbieter, die für ihre Dienstleistungen Geld nehmen, weder das Internet noch der Staat fiskalisch funktionieren würden. Ich halte es für meine Aufgabe, das auch Schülerinnen und Schülern zu vermitteln: Für lau wird niemand später euch als Mitarbeitende bezahlen können. Unternehmen bilden die Säule dieses Staates und schaffen Arbeitsplätze.</p>
<p style="text-align: justify;">Je länger ich mich im Internet tummle, desto mehr Schwierigkeiten bekomme ich mit dem Geschäftsgebaren so mancher Verlage: Ich empfinde es mittlerweile sehr oft so, dass die angebotenen Verträge nicht mehr auf Augenhöhe geschlossen werden, sondern im Kleingedruckten mehr und mehr Dinge stehen, die mich daran zweifeln lassen, dass seitens des jeweiligen Unternehmens eine wirkliche Partnerschaft gewünscht ist. Diese Haltung hat sich über lange Zeit entwickelt und dazu gehört eine längere Geschichte. Als Beispiel für ein kommerzielles Unternehmen möchte ich einmal bewusst die Verlage herausgreifen, damit die Geschichte nicht zu lang wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Vor zwei Jahren ergab sich ein Kontakt zu einem Verlag, der meine zweite Staatsexamensarbeit veröffentlichen wollte. Die gesamte Geschichte zog sich über drei Wochen hin und verschlang ca. 8-10 Stunden Arbeitszeit, um mein Pamphlet &#8220;drucktauglich&#8221; zu machen. Ich war schon irgendwie geschmeichelt, habe mir von Anfang an aber nicht allzu viel davon versprochen. Wichtig war mir die &#8220;Totholzdistribution&#8221; meiner Arbeit, da ja nicht jeder im Internet unterwegs ist. Tatsächlich ist der Text immer noch bei großen Portalen gelistet, jedoch meist nur innerhalb von acht Tagen lieferbar. Der Preis, der verlangt wird, ist ausgesprochen stattlich und macht das Buch in meinen Augen absolut unverkäuflich. Tatsächlich haben wahrscheinlich nur einige Bibliotheken das Ding angeschafft. Damit ist das Ziel der Distribution in meinen Augen verfehlt. Hätte ich das durch TeX gejagt und hier auf dem Blog zur Verfügung gestellt, wäre wahrscheinlich:</p>
<ol>
<li>mehr Geld durch Spenden hereingekommen (momentan sind es 0 &#8211; in Worten Null Euro, da ein Mindestauszahlungsbetrag erreicht werden muss)</li>
<li>der Verbreitungsgrad viel höher &#8211; für lau schauen da mehr Leute hinein</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Ein halbes Jahr danach habe ich ein Gespräch mit einer Bekannten aus der Verlagsbranche geführt und ein mütterliches Lächeln geerntet. Tenor: Dem Verlag geht es nicht um den Verkauf des Werkes. Dem Verlag geht es darum, mit einem möglichst großen Portfolio bei Großisten (Libri, Amazon usw.) gelistet zu sein. Damit diese Listung erfolgt, ist ein bestimmter Verkaufspreis notwendig. Dem Verlag geht es weiterhin um den Aufbau einer Backlist: Sollte das Thema der Arbeit nochmals irgendwann wirklich interessant für eine breitere Öffentlichkeit werden, kann der Verlag das dann kostengünstig aus den Rechten seiner Backlist bestreiten. Da die Veröffentlichung für mich nicht mit Kosten verbunden war, fällt natürlich auch meine Beteiligung dann sehr gering aus. Gut für den Verlag. Hätte ich diese Mechanismen vorher gekannt, hätte ich nie meinen Text über einen Verlag distribuiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2250"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Verlag baute gerade ein Portal mit Lehrermaterialien auf und schrieb mich an, ob ich nicht während der Startupphase daran mitarbeiten wollte, indem ich eigenen Materialien einstelle. Diesmal habe ich die AGB vorher gelesen und war entsetzt (besagte Passagen haben sich bis heute nicht verändert):</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>(1) Das Mitglied versichert, dass die von ihm auf dem Portal  eingestellten Inhalte gleich welcher Art, insbesondere aber  Unterrichtsmaterialien, keine Rechte Dritter, insbesondere Urheberrechte  oder andere gewerblichen Schutzrechte oder Persönlichkeitsrechte  verletzen und auch nicht gegen geltendes Recht verstoßen.</em></p>
<p><em>(2) Das Mitglied stellt den Verlag für den Fall der Inanspruchnahme  durch Dritte wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Verletzung von  Rechten Dritter oder Verstöße gegen geltendes Recht durch vom Mitglied  eingestellte Inhalte von sämtlichen sich daraus ergebenden Ansprüchen  Dritter frei und verpflichtet sich, alle etwaigen Kosten, die dem Verlag  infolge der Inanspruchnahme Dritter entstehen, im angemessenen Umfang  zu ersetzen. Diese Freistellungsverpflichtung besteht nicht, sofern das  Mitglied nicht schuldhaft gehandelt hat. </em> <em> </em></p>
<p><em>(3) Zu den erstattungsfähigen Kosten gemäß vorstehendem Abs. 2 zählen  insbesondere die Kosten einer angemessenen Rechtsverfolgung und  Rechtsverteidigung, die dem Verlag bei der Abwehr der Ansprüche Dritter  entstehen.</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Es ist für den Laien nicht immer überprüfbar, ob Rechte Dritter verletzt werden (ich dachte bisher, dass das mit zu den Kernkompetenzen eines Verlages gehört). Außerdem scheinen diese Passagen mir eher dazu verfasst, den Verlag von seiner &#8220;Mitstörerhaftung&#8221; zu befreien, bzw. dessen Konsequenzen auf den Autor abzuwälzen &#8211; spannend. Gerade auch deswegen spannend, weil die &#8220;Vergütung&#8221; aus dieser Mitarbeit nach dem guten, alten Tantiemensystem läuft, d.h. sich auf zumindest unkalkulierbarem Niveau bewegen dürfte&#8230; Aber es geht ja auch noch weiter:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>[...] räumt dem Verlag einfache, räumlich, zeitlich und  inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrechte an den Werken ein. Die  Rechtseinräumung erstreckt sich auf die Verwertung der Nutzungsrechte  sowohl im eigenen Verlag als auch durch entgeltliche oder unentgeltliche  (auch teilweise) Vergabe von Rechten an Dritte sowie auf alle Ausgaben  und Auflagen und in allen Sprachen, insbesondere auf die folgenden  Rechte:</em></p>
<p><em>Elektronische Rechte</em> <em> </em></p>
<p><em>das Recht, die Werke ganz oder teilweise im Rahmen aller  vertragsgegenständlichen Nutzungsarten in elektronische Datenbanken,  elektronische Datennetze, Telefondienste etc. einzuspeisen und zu  speichern und mittels digitaler oder anderweitiger Speicher- und  Übertragungstechnik einer Vielzahl von Nutzern (sowohl im Rahmen offener  als auch geschlossener Nutzergruppen) auf Abruf zur Wiedergabe oder zum  Ausdruck oder zum Download öffentlich zugänglich zu machen, z.B. Push-  und Pull-Techniken, und/oder zu senden, z.B. zum Empfang mittels eines  Fernseh-, Computer-, Handy- und/oder sonstigen, auch mobilen, Gerätes  unter Einschluss sämtlicher Übertragungswege (Kabel, Funk, Mikrowelle,  Satellit) und sämtlicher Verfahren (GSM, UMTS etc.).</em></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Hat jemand ein Vorschlag, wie ein Formulierung aussehen könnte, bei der sich der Verlag <strong>mehr </strong>Rechte einräumt? Ich wiederhole noch einmal: Die Vergütung hängt davon ab, wie oft das eingestellte Material heruntergeladen wird. Pro Download ist der Betrag recht begrenzt. Einnahmen sind damit kaum kalkulierbar. Die Gegenleistung des Verlages besteht also in meinen Augen hauptsächlich wieder in der Distribution auf einer diesmal &#8220;Bezahlplattform&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Verlag sprach mich an, ob ich Aufgaben für ein Chemiebuch gestalten möchte. Zu gestalten waren 80 Aufgaben zu allen Themen der allgemeinen Chemie mit ausführlichem Lösungsweg. Wenn man eine solche Aufgabe ernst nimmt, dürften dafür pro Aufgabe konservativ gerechnet mindestens 45 Minuten Arbeitszeit anfallen. Das macht dann 60 Arbeitsstunden oder eine Woche Vollzeit &#8211; konservativ gerechnet wohlgemerkt. Als Vergütung wurden Tantiemen, also eine Umsatzbeteiligung geboten. Hätte ich hier im Blog 80 Aufgaben mit Lösung, würden mir hier Leute die Bude einrennen und wahrscheinlich massig Kommentare schreiben. Vielleicht wäre auch einmal ein flattr oder eine Spende dabei. Bei Tantiemen müsste ich wahrscheinlich immer auf den 30.6. eines Jahres warten und hoffen. Kontakt zu anderen gäbe es wahrscheinlich auch weit weniger. Wenn der Verlag nun sagen würde: Ok. 60 Stunden Vollzeit zu 35 Euro &#8211; oder meinetwegen ein Festpreis&#8230; Dann könnte man ja darüber nachdenken&#8230; Steuer geht davon ja auch noch runter&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>4. Akt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eine Autorengruppe sprach mich an, ob ich nicht Lust dazu hätte, an einem Buch in Form eines Artikels mitzuwirken. Ich kenne einen Autor persönlich und habe daher nochmals nachgefragt. Für diesen Aufsatz gab es recht enge Auflagen, die Anzahl der Zeichen war vorgeschrieben und es war mir klar, dass das gewünschte Thema sich auf diesem Raum nicht angemessen darstellen ließ. Von Vergütung war auch keine Rede &#8211; natürlich ging es wieder einmal um &#8211; na &#8211; Distribution. Eingefärbt von meinen bisherigen Erfahrungen habe ich dann dankend abgelehnt, obwohl das natürlich persönlich absolut unfair war: Die Autorengruppe geht nämlich den klassischen Weg: Sie finanziert den Erstdruck und die Werbung durch den Verlag teuer vor und erhält dann Tantiemen, trägt also ein erhebliches finanzielles Risiko.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ich weiß nicht&#8230;<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">&#8230; wie ich mit Verlagen zukünftig umgehen möchte. Vielleicht wird irgendwann wirklich der Zeitpunkt kommen, an dem ich mir gut vorstellen kann, mein Material gemeinsam mit einem Verlag zu distribuieren, vielleicht muss ich das aus finanziellen Gründen sogar. In den USA geht man<a title="http://www.heise.de/newsticker/meldung/E-Books-Autoren-und-Literaturagenten-vs-Verlage-1044806.html" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/E-Books-Autoren-und-Literaturagenten-vs-Verlage-1044806.html" target="_blank"> schon neue Wege</a>, d.h. man spricht direkt mit den Großisten und verhandelt und kann so den Verlag aus der Wertschöpfungskette eliminieren. Noch haben viele Verlage ein sattes Contentpolster und eine große Backlist, wobei ich gerade bei Schulbüchern oft denke: &#8220;Huch, das kennst du doch irgendwoher &#8211; ach hier&#8230;&#8221;. Es scheint auch noch genügend Autoren zu geben, die unter den momentanen Bedingungen ihr Material über Verlage distribuieren. Ich stelle jedoch für meine Fächer mehr und mehr fest, dass ich ausreichend OpenContent in guter Qualität finde und dieser auch immer besser wird. Im Bereich des Übungsmaterials und der Sekundärliteratur haben Verlage für mich bis jetzt jedoch noch die Nase eindeutig vorn.</p>
 <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/07/riecken-und-die-verlage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Medienprojekt Wuppertal</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/07/medienprojekt-wuppertal/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/07/medienprojekt-wuppertal/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 14:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Methoden]]></category>
		<category><![CDATA[Bruch]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendlicher]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Tabu]]></category>
		<category><![CDATA[Thema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2234</guid>
		<description><![CDATA[Darauf gestoßen bin ich einmal mehr durch René Schepp [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Darauf gestoßen bin ich einmal mehr durch <a title="http://lernwolke.de/2010/06/14/internetkommunikation-von-jugendlichen-eine-doku/" href="http://lernwolke.de/2010/06/14/internetkommunikation-von-jugendlichen-eine-doku/" target="_blank">René Scheppler</a>. Das Medienprojekt Wuppertal hat/produziert/unterstützt genau die Filme, die ich mir schon so lange gewünscht habe für die thematische Arbeit mit Klassen &#8211; endlich wirklich sinnvolle Vertretungsstunden mit Themen, die wirklich &#8220;dicht&#8221; dran an den Jugendlichen sind. Einen Versuchsballon habe ich der &#8220;schweren Zeit vor den Sommerferien&#8221; mit dem <a title="http://www.medienprojekt-wuppertal.de/3_45.php" href="http://www.medienprojekt-wuppertal.de/3_45.php" target="_blank">Film über Internetkommunikation</a> gestartet, den René empfohlen hat. Darin erzählen Jugendliche über ihren Internetgebrauch, ihren guten und schlechten Erfahrungen. Es tritt kein Erwachsener auf: Allein die Jugendlichen kommen zu Wort. Meine zwei Versuchsklassen fanden den Film sehr interessant, wenngleich natürlich Unruhe dadurch entsteht, dass sie bewusst oder unbewusst die eigenen Verhaltens- und Redemuster durch die Anlage des Film gespiegelt bekommen. Da verschiedene Jugendliche zu Wort kommen, lassen sich auch ganz hervorragend einzelne Ausschnitte zeigen und thematisieren. Ich habe die DVD zum Preis von 30,- Euro erworben, ansonsten kann man sie auch für 15,- Euro leihen. Die DVD ist professionell gestaltet und qualitativ hochwertig.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicht nur Religionslehrer werden sich über weitere Filme des Medienprojektes Wuppertal freuen &#8211; hier ein paar willkürlich ausgewählte Themen/Filme:</p>
<ul>
<li>&#8220;Lust und Frust&#8221; (1-3) &#8211; die Biologie der Paarung erklären wir ja immer, das Emotionale zu oft nicht</li>
<li>Mobbing und Gewalt aus Täter- und Opfersicht</li>
<li>Diagnose Borderline</li>
<li>Lebenszeichen (Selbstschädigung)</li>
<li>Stoned (Cannabiskonsum)</li>
<li>Trennungskinder</li>
<li>Kanacks &amp; Drugs</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Allein die Auswahl der Themen, deren Aktualität und teilweise die Betitelung sprechen für mich dafür, dass sich da jemand Gedanken macht &#8211; einen Film über Selbstverletzung &#8220;Lebenszeichen&#8221; zu nennen &#8211; das hat schon was. Alle Filme sind nach dem Muster &#8220;Jugendliche erzählen&#8221; gestrickt. Schaut euch unbedingt den Gesamtkatalog an&#8230;  Auch Tabuthemen werden behandelt, z.B. &#8220;Behinderte Liebe&#8221;. Die Filme sind teuer, ok. Man bekommt aber sehr viel Material und erwirbt mit dem Kauf auch die notwendigen Rechte zur öffentlichen Aufführung in Schulen.</p>
<script type="text/javascript">
var flattr_wp_ver = '0.9.14';
var flattr_uid = '11736';
var flattr_url = 'http://riecken.de';
var flattr_lng = 'de_DE';
var flattr_cat = 'text';
var flattr_tag = 'blog,wordpress,rss,feed';
var flattr_btn = 'large';
var flattr_tle = 'riecken.de';
var flattr_dsc = 'Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule';
</script>
<script src="https://api.flattr.com/js/0.5.0/load.js?mode=auto" type="text/javascript"></script> <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/07/medienprojekt-wuppertal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sie kaufen Suchbegriffe</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/07/sie-kaufen-suchbegriffe/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/07/sie-kaufen-suchbegriffe/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 09:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsstreit]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Volksentscheid]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2227</guid>
		<description><![CDATA[Die Initiative "Wir wollen lernen", die sich gegen die  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Initiative &#8220;Wir wollen lernen&#8221;, die sich gegen die Einführung der sechsjährigen Primarschule in Hamburg durch fast den kompletten Senat einsetzt, kauft offenbar bei Google Suchbegriffe ein &#8211; gibt man die Schlagworte &#8220;Schulstreit&#8221; + &#8220;Hamburg&#8221; ein, so erscheint ganz oben über den Suchergebnissen folgende Anzeige:</p>
<p><a href="http://riecken.de/wp-content/uploads/2010/07/wir_wollen_lernen.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2228" title="wir_wollen_lernen" src="http://riecken.de/wp-content/uploads/2010/07/wir_wollen_lernen-300x22.png" alt="" width="300" height="22" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">An diesem Vorgehen ist nichts verwerflich &#8211; es zeigt aber in meinen Augen einmal mehr, dass gezielte Lobbyarbeit im Netz gar nicht so schwierig ist und der finanziell Stärkere auch hier seine Vorteile hat. Vorteilhaft dürfte für die Initiative zudem sein, dass wahrscheinlich die Medienkompetenz vieler Nutzer nicht ausreicht, diesen Schachzug zu erkennen. Daher hier noch einmal ein Verweis auf &#8220;die andere Seite&#8221;:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="http://proschulreform.de" href="http://proschulreform.de" target="_blank">http://www.proschulreform.de</a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe beide Seiten nur kurz überflogen &#8211; und bin verwirrt: Teilweise wird das gleiche Dokument ganz unterschiedlich ausgedeutet&#8230; Lobbyarbeit auf beiden Seite halt. Das dürfte spannend werden mit dem Volksentscheid.</p>
 <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/07/sie-kaufen-suchbegriffe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Abiball 2010</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/06/abiball-2010/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/06/abiball-2010/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 09:49:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Abilball]]></category>
		<category><![CDATA[Fest]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2200</guid>
		<description><![CDATA[Ca. 140 Abiturientinnen und Abiturienten waren es diesm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ca. 140 Abiturientinnen und Abiturienten waren es diesmal nebst ihren nächsten Verwandten und Freunden, d.h. der gute Partyservice hatte für den offiziellen Teil des Balls über 1000 Essen zu bewältigen. Weil Turnhalle und die altehrwürdige Aula unserer Schule mit dieser Anzahl an Menschen hoffnungslos überfordert wären, mussten wir in die <a title="http://www.qype.com/place/33836-Muensterlandhalle-Cloppenburg" href="http://www.qype.com/place/33836-Muensterlandhalle-Cloppenburg" target="_blank">Markthalle unserer Stadt</a> ausweichen, die über eine Grundfläche von ca. 50x120m verfügt. Eigentlich finden dort eher bodenständige Veranstaltungen statt, z.B. Messen oder Public Viewings etc.. An diesem Abend war die Halle daher kaum wiederzuerkennen: Es gab Teppichbelag, eine abgehängte Decke, Kronleuchter, geschmückte, runde 10er Tische &#8211; und alles, was noch so dazugehört. Rustikal war nur die Tanzfläche gehalten: OSB-Platte, rau, geschliffen. &#8220;Tat auch&#8221; &#8211; wie man hier sagt. Eine <a title="http://www.royalflushband.de/" href="http://www.royalflushband.de/" target="_blank">hervorragende und vielseitige Band</a> sorgte über Stunden für viel ausgelassene Stimmung und eine stets gefüllte Tanzfläche &#8211; Paartanz oder später zunehmend frei &#8211; wie es beliebte.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer die Wahl hat, hat an solchen Abenden die Qual. Bei so vielen Menschen und dem allgemeinen Lautstärkepegel ist es oft schwierig, Gespräche zu führen oder sich für Gesprächspartner zu entscheiden. Ich versuche an solchen Abenden drei Regeln zu beachten:</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-2200"></span></p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Auch einmal alleine durch den Saal streifen und wenn es nur einen Thekenwechsel bedeutet. So ist die Hemmschwelle für andere viele geringer, mich anzusprechen als wenn ich mich ausschließlich im &#8220;Kollegenpulk&#8221; aufhalte.</li>
<li style="text-align: justify;">Mit Menschen sprechen, mit denen ich es sonst nicht tue. Mit Kolleginnen und Kollegen komme ich immer einmal an anderer Stelle über Privates ins Plaudern. Die Gespräche mit Schülerinnen und Schülern bzw. Ehemaligen und deren Eltern sind oft einmalig, zumindest auf der Ebene, wie sie an solchen Abenden ablaufen.</li>
<li style="text-align: justify;">Zuhören &#8211; das ist wichtig wegen der Lautstärke, ist aber auch wichtig wegen der Zwischentöne, die indirekt etwas darüber aussagen, wie der Unterricht der letzten &#8211; teilweise Jahre &#8211; wahrgenommen wurde.</li>
</ol>
<p>Ein paar Erlebnisse von vielen:</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">&#8220;Herr Riecken, schauen Sie mal, das ist mein Freund!&#8221;, ein Lächeln voll Stolz, zwei Arme, die mich auf einen Sitz ziehen, ein längeres Gespräch, auch über meinen Unterricht. Der Freund wirkte irgendwann etwas angesäuert, da beide schon fast am Gehen waren&#8230;</li>
<li style="text-align: justify;">&#8220;Ach Herr Riecken, Sie hatten ja schon immer eine Leidenschaft für &#8230;&#8221;, öhm &#8211; Leidenschaft, nunja. Dezentes Nachfragen, ein wenig sitzen. Hm. Ich dachte bisher immer, ich hätte keine Lieblingsschüler und wäre ein verdammt cooler Fisch im Unterrichtsgeschehen.</li>
<li style="text-align: justify;">&#8220;Herr Riecken, darf ich jetzt &#8216;Maik&#8217; sagen?&#8221; &#8211; nee, ist komisch, lass&#8217; mal lieber. Löst sich die Lehrerrolle eigentlich ein Leben lang nicht auf? Auch komisch. Ich könnte bis heute nie &#8220;Peter&#8221; zu meinem ehemaligen Mathelehrer sagen. Geht nicht. Im Oldenburger Münsterland sieht man das allerdings öfter.</li>
<li style="text-align: justify;">Lehreraktion: Dieses Jahr eine Umdichtung von Lenas &#8220;Satellite&#8221;. Musikalisch in Ermangelung eines Monitors auf der Bühne eine kollegiale Detonation (&#8220;detonieren&#8221; &#8211; nicht auf dem Ton sein). Verstehen konnte den Text auch keiner. Dabei war meine Zeile soooo lyrisch: &#8220;Wie ein Stern am Firmament &#8211; zieht ihr Kreise, die die euren sind&#8230;&#8221; (&#8220;Like a satellite&#8230;&#8221;). Egal &#8211; die Geste zählt.</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Ich mag Abibälle auch wenn ich mir immer auch verkleidet dabei vorkomme und wenn ich gerade die Mädchen kaum wiedererkenne. Alle sehen dort so erwachsen aus. Klar gibt es immer wieder auch Phasen, in denen man sich irgendwo dazwischen befindet. Das liegt aber oft genug an einem selbst &#8211; Gelegenheiten gibt es auf solchen Festen wahrlich genug.</p>
<script type="text/javascript">
var flattr_wp_ver = '0.9.14';
var flattr_uid = '11736';
var flattr_url = 'http://riecken.de';
var flattr_lng = 'de_DE';
var flattr_cat = 'text';
var flattr_tag = 'blog,wordpress,rss,feed';
var flattr_btn = 'large';
var flattr_tle = 'riecken.de';
var flattr_dsc = 'Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule';
</script>
<script src="https://api.flattr.com/js/0.5.0/load.js?mode=auto" type="text/javascript"></script> <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/06/abiball-2010/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vordemokratisierung von Entscheidungen</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/06/vordemokratisierung-von-entscheidungen/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/06/vordemokratisierung-von-entscheidungen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 20:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Beschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[durchsetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gremium]]></category>
		<category><![CDATA[schaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2129</guid>
		<description><![CDATA[Die direkte Demokratie ist oft mühsam - gerade wenn es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die direkte Demokratie ist oft mühsam &#8211; gerade wenn es darum geht, Entscheidungen schnell zu fällen, was gelegentlich ein legitimes Anliegen sein kann. Unter &#8220;Vordemokratisierung&#8221; verstehe ich Taktiken, um Entscheidungen, die einer demokratischen Kontrolle &#8211; etwa durch ein Gremium unterliegen &#8211; unter dem Schein eines demokratischen Ablaufes durchzusetzen. Dabei kenne ich zwei Taktiken, die ich beide schon selbst angewendet habe.</p>
<p><strong>1. Schlüsselfiguren</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich lote im Vorfeld einer wichtigen Sitzung eines Gremiums aus, wie bestimmte Schlüsselfiguren, die in diesem Gremium ein Gewicht besitzen &#8211; entweder durch eine ideelle oder institutionelle Machtposition &#8211; zu einer anstehenden Entscheidung stehen und versuche diese in meinem Sinne zu beeinflussen, sodass die eigentliche Entscheidung bereits <strong>vor </strong>der realen Sitzung gefallen ist. Dabei nutze ich aus, dass der Mensch gerne den Konsens sucht, weil die inhaltliche Auseinandersetzung mühevoll ist und gerne vermieden wird &#8211; wenn es geht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Taktisches Überraschungsmoment</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich lasse ein Gremium zunächst ziellos diskutieren und präsentiere erst gegen Ende der Sitzung eine vorbereitete Beschlussvorlage, die dann erst die eigentliche Struktur aufweist, jedoch meine eigene Position maximal umsetzt. Dabei nutze ich aus, dass der Mensch dazu neigt, zu einem schnellen Ende zu gelangen, wenn der vorangehende Prozess als ineffektiv empfunden wird. Diese Taktik ist immer dann besonders erfolgreich, wenn die Masse der Gremiumsmitglieder unvorbereitet zur Sitzung erscheint.</p>
<p style="text-align: justify;">Beide Taktiken führen in den allermeisten Fällen zum Erfolg und sind &#8211; in meinen Augen vorgeblich &#8211; demokratisch legitimiert, weil man ja immer einen möglichst verklausulierten Antrag stellt, über den dann im Gremium (selbstverständlich demokratisch) abgestimmt wird &#8211; dann ist es ja eine Mehrheitsentscheidung. Uninformierte Gegner müssten sich bei der ersten Taktik offen gegen die Vertreter der institutionellen und ideellen Macht stellen, die ein Großteil des Gremiums eh schon in der Tasche haben. Im zweiten Fall sehen sie sich dem latenten Vorwurf ausgesetzt, dass sie die jeweilige Sitzung unnötig in die Länge zögen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf der anderen Seite werden durch beide oben beschriebenen Taktiken manchmal notwendige Entscheidungen erst möglich. Als starke Führungspersönlichkeit kann ich auf diese Weise meine Vorstellungen effektiv durchsetzen, wogegen manchmal nichts zu sagen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Plenum in solchen Sitzungen hat gegen beide Taktiken nur ein Chance, wenn es</p>
<ol>
<li>inhaltlich fundiert vorbereitet ist</li>
<li style="text-align: justify;">auf einer Metaebene erkennt, was dort gerade läuft</li>
<li style="text-align: justify;">am besten gut vernetzt ist (persönlich &amp; z.B. über Social Media)</li>
</ol>
<p style="text-align: justify;">Das alles ist ausgesprochen schwierig, gerade für Berufsanfänger. In der &#8220;Demokratie 1.0&#8243; halte ich beide Verfahren gelegentlich für notwendig, weil sich ansonsten gerade in großen Gremien Entscheidungsprozesse ewig hinziehen und das zuständige Gremium dadurch handlungsunfähig wird.</p>
<p style="text-align: justify;">In der &#8220;Demokratie 2.0&#8243; stehen uns jedoch z.B. über Web2.0-Tools prinzipiell Möglichkeiten zur Verfügung, Argumente auf sehr breiter Basis innerhalb von Tagen beschleunigt auszutauschen und dadurch der Notwendigkeit einer schnellen Entscheidung verbunden mit dem Anspruch an manipulationsfreie Basisdemokratie gerecht zu werden. Beide  oben skizzierten Taktiken vermitteln nämlich dem vielleicht im stillen kritischen Gremiumsmitglied ein Gefühl der Machtlosigkeit und damit auch Sinnlosigkeit seines Handelns. Dabei muss Transparenz seitens der Führung heutzutage nicht zwangsläufig zu langen Entscheidungsprozessen führen (das ist die Angst, die dahinter steht) &#8211; nicht mehr.</p>
 <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/06/vordemokratisierung-von-entscheidungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Resistance is futile (Widerstand ist zwecklos) &#8211; Teil 2</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/05/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-2/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/05/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 May 2010 07:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2075</guid>
		<description><![CDATA[Im ersten Artikel diese Reihe habe ich den Stereotyp "L [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Im <a title="http://riecken.de/index.php/2010/04/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-1/" href="http://riecken.de/index.php/2010/04/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-1/">ersten Artikel diese Reihe</a> habe ich den Stereotyp &#8220;Lehrer&#8221; besprochen, der dem System maximal ausweicht, um die eigene Arbeit im, aber auch die eigene Anteilnahme am System Schule im Sinne eines Selbstschutzes zu minimieren. Heute geht es um einen zweiten Stereotyp, dem &#8220;innovativ Engagierten&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stereotyp II</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das System Schule bietet unendliche Freiräume, wenn die formalen Aspekte berücksichtigt sind. Was hinter der Klassenraumtür geschieht, ist fast egal, wenn sich der nachfolgende Kollege in der Klasse nicht beschwert, was in der Schule einem riesengroßen Lob entspricht. Hier ist man also &#8220;unbeaufsichtigt&#8221; und kann diesen Freiraum kreativ seinen Ansprüchen entsprechend gestalten, was bestimmt eine Menge Kolleginnen und Kollegen auch tun. Natürlich hält man sich dabei nicht immer an die inhaltlichen und methodischen Vorgaben der Curricula, weil sie eh selten durch Kontinuität gekennzeichnet sind. Auch das ist eine Form des inneren Widerstands gegen ein System, welches zunehmend in diese Freirräume eingreifen möchte. Auch diese Form des Widerstands mag dadurch vor dem eigenen Selbst legitimiert sein, dass man den Dienstherrn in seinen Handlungen als illoyal empfindet und die SuS quasi &#8220;beschützen&#8221; oder ihnen zumindest eine andere Welt zeigen möchte &#8211; recht idealistisch also. Mit dieser Haltung erlebt man viel Bestätigung &#8211; direkt von SuS, indirekt durch Eltern. Ich halte diese Einstellung zusätzlich für produktiver und langfristig gesundheitsfördernder, wenn man die Balance zwischen gesundem Idealismus und Selbstausbeutung zu finden vermag. Derartige Kolleginnen und Kollegen wünschen sich bestimmt Kultuspolitiker, wünschen sich Eltern, wünscht sich eine Schulleitung &#8211; mindestens dann, wenn auch etwas Vorzeigbares für die Öffentlichkeit dabei herauskommt, wenigsten ab und zu. Solche Kolleginnen und Kollegen sind für mich sehr oft Ausdruck, Erscheinungsformen von dem, was man &#8220;Schulgeist&#8221; nennen könnte. Die entscheidende Frage ist, ob diese Form des &#8220;Widerstands&#8221; gegen bzw. besser &#8220;Umgangs&#8221; mit dem System Schule produktiv im Sinne einer Transformation ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich denke nicht. Klingt böse, deswegen einige Erläuterungen:</p>
<ol>
<li style="text-align: justify;">Ich halte die Vermittlung von Bildung für eine Teamleistung. Mein Kollege/meine Kollegin hat nichts davon, dass  Kollege x für sich einen Weg gefunden habe, mit dem System &#8220;Schule&#8221; umzugehen. In einer Fußballmannschaft braucht es mehr als einen guten Stürmer, um zu gewinnen.</li>
<li style="text-align: justify;">&#8220;Tu&#8217; Gutes, aber erzähle nichts darüber&#8221; &#8211; abgesehen davon, dass es die Freiräume für diese Erzählungen im Schulalltag nicht mehr gibt, bleibt es nach meiner Erfahrung ein verbreitetes Motto unter Lehrerinnen und Lehrern überhaupt. Das ist ein Problem, weil das &#8220;Gute&#8221; damit personalisiert manifestiert ist und mit der Person selbst erst einmal verschwindet oder durch die fehlende Dokumentation wieder mühsam aufgebaut werden muss. Mich treibt immer wieder die Frage um, warum ich sehr viel blogge, derartige Dinge aber kaum im Kollegium breit trete.</li>
<li style="text-align: justify;">Das System nimmt Freiräume, vorwiegend durch immer ausufernde Dokumentationszwänge, was sachlogisch auch mit dem zweiten Punkt zusammenhängt &#8211; es kommt von der &#8220;Basis&#8221; fast nichts zurück. Dadurch entsteht zunehmender Druck auf die &#8220;innovativ Engagierten&#8221;, der die Balance zwischen Selbstausbeutung und  gesundem Idealismus gefährdet bzw. gar empfindlich bedroht. Ein Weg der &#8220;Abschottung&#8221; läuft über das Wort &#8220;Professionalisierung&#8221;, was oft genug meint, den &#8220;persönlichkeitsgefährdenden&#8221; pädagogischen Eros zu rationalisieren. Es bleibt fraglich, ob eine rein pragmatische Einstellung zum Beruf den uns anvertrauten Menschen gerecht werden kann.</li>
<li style="text-align: justify;">Das System muss sparen. Hier in Niedersachsen sind es in den nächsten drei Jahren nach unbestätigten Zahlen ca. 1,2 Milliarden allein an Steuerausfällen. Dass Einsparungen zu mehr Qualität im Bildungssystem führen, halte ich für unbewiesen. Dass das Bildungssystem als Ressource der Zukunft von diesen Einsparungen verschont bleiben wird, halte ich für unwahrscheinlich, da es nach meinem Erleben in der Politik selten um Nachhaltigkeit geht. Das Leben für den &#8220;innovativ Engagierten&#8221; wird schwerer werden.</li>
<li style="text-align: justify;">[...]</li>
</ol>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Egal, welchen Weg man als Einzelperson in diesem System wählen, egal wo man sich auf der Skala der Stereotypen bewegen wird: Ich bezweifle, dass es etwas am System ändern wird oder  zu langfristiger innerer Zufriedenheit führt.</p>
<p style="text-align: justify;">Alle Schulen, die ich kenne, die etwas Grundsätzliches geändert haben, konnten dieses nur nur ein Wort erreichen: Solidarität. Solidarität bedeutet, dass der Einzelne auch einmal seine persönlichen Interessen und Bedürfnisse zurücksteckt, Solidarität bedeutet, inhaltliche Konflikte produktiv auszutragen &#8211; beides Disziplinen, in denen ich uns als Lehrende als ausgesprochen schwach erlebe.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Arbeit im Netz ist wichtig. Genauso wichtig ist aber die Arbeit vor Ort und der Austausch darüber im Netz, weil wir Schule nur vor Ort verändern können und dort in den auf uns zukommenden Zeiten massiv auf Solidarität angewiesen sind, um nicht hilflos zu sein. Nur Solidarität vermag wahrscheinlich unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern, nicht der Einsatz von Blogs, Wikis oder Mahara. Solidarität ist sehr unbequem, Demokratie ist unbequem, weil systembedingt immer einzelne ihre persönlichen Interessen nicht realisieren können.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie lässt sich Solidarität an den Schulen schaffen ohne ein äußeres Feindbild? Was sind ganz konkrete Schritte auf diesem Weg? Wie lenkt man die Stellvertreterkriege zurück zu den eigentlichen Ursachen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und der Dienstherr?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Was wird der Dienstherr mit einer Schule wohl tun, die sich öffentlichkeitswirksam, solidarisch und qualitativ verändert? Was wird der Dienstherr wohl mit einer Schule tun, hinter der Eltern und Schüler stehen, die in ihren fachlichen Ergebnissen nicht gegenüber anderen Schulen abfällt, aber nicht alle Vorgaben des Dienstherrn zugunsten pädagogischer Qualität dabei umsetzt? Leistet eine solche Schule dann Widerstand, den man als Dienstherr nicht dulden kann?</p>
<script type="text/javascript">
var flattr_wp_ver = '0.9.14';
var flattr_uid = '11736';
var flattr_url = 'http://riecken.de';
var flattr_lng = 'de_DE';
var flattr_cat = 'text';
var flattr_tag = 'blog,wordpress,rss,feed';
var flattr_btn = 'large';
var flattr_tle = 'riecken.de';
var flattr_dsc = 'Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule';
</script>
<script src="https://api.flattr.com/js/0.5.0/load.js?mode=auto" type="text/javascript"></script> <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/05/resistance-is-futile-widerstand-ist-zwecklos-teil-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Es gibt nichts außer Meinungen</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/05/es-gibt-nichts-auser-meinungen/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/05/es-gibt-nichts-auser-meinungen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 12:15:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2047</guid>
		<description><![CDATA[Wenn ich aktuelle Diskussionen rund um Bildung lese, wi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wenn ich aktuelle Diskussionen rund um Bildung lese, wird mir mittlerweile speiübel &#8211; so wieder hier:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/03/Das-perfekt-Schulsystem" href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/03/Das-perfekt-Schulsystem" target="_blank">http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/03/Das-perfekt-Schulsystem</a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich finde den Artikel weder gut noch schlecht, einiges gefällt mir, einiges nicht. Allein: Diese Diskussion (Kommentare) findet genau auf dem Niveau schon seit Jahren statt. Die Stereotypen, die bedient werden, sind auch seit Jahren die gleichen. Am schärfsten finde ich die Leute, die wieder mal für Reförmchen A oder Ideologieansatz B werben und sich gegenseitig Unwissenschaftlichkeit und Ignoranz vorwerfen. Es dreht sich für mich im Kreis &#8211; seit Jahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Machen, einfach mal machen. Vor Ort &#8211; und dann erzählen. Von jedem <a title="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/05/erzaehlen-mit-perspektive-die-schulaufgabe.htm" href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2010/05/erzaehlen-mit-perspektive-die-schulaufgabe.htm" target="_blank">veröffentlichten Schüleraufsatz</a> lerne ich mehr über eine Bildung, die für mich eine konkrete praktische Relevanz hat &#8211; völlig unwissenschaftlich, fern ab von bewiesenen und unbewiesenen Theorien. Und wenn irgendwer mich in nächster Zeit dabei erwischt, wie ich mich an diesem Gerede einmal mehr beteilige ohne mich zu politisieren, der schreibe mir bitte eine bitterböse Mail.</p>
 <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/05/es-gibt-nichts-auser-meinungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf Wiedersehen, Frau Heister-Neumann!</title>
		<link>http://riecken.de/index.php/2010/05/auf-wiedersehen-frau-heister-neumann/</link>
		<comments>http://riecken.de/index.php/2010/05/auf-wiedersehen-frau-heister-neumann/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 21:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Riecken</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Heister-Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Kultusministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://riecken.de/?p=2039</guid>
		<description><![CDATA[
Es ist nun schon einige Tage her, seitdem Christian W [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist nun schon einige Tage her, seitdem Christian Wulff sein Kabinett umgebildet hat. Schlagzeilen machte eine neue Sozialministerin mit ihrer Anregung, <a title="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EF8C4AD49B1D44F3E9DB1726AD3214594~ATpl~Ecommon~Scontent.html" href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EF8C4AD49B1D44F3E9DB1726AD3214594~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">religiöse Symbole aus den Schulen zu verbannen</a>, keine oder wenige Schlagzeilen machte der Weggang von Frau Heister-Neumann aus dem Kultusministerium.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe in der Begründung für diese Entscheidung oft den Duktus der „Herausnahme einer angeschlagenen, tapferen Spielerin aus dem Feld“ vernommen. Meiner Meinung nach stimmt das.</p>
<p style="text-align: justify;">Frau Heister-Neumann war aus verschiedenen Gründen hier in Niedersachsen nicht sehr beliebt, im Kontext mit der Verlagerung des Stundenkontos (LAzKo) direkt vor die Pension kam es zum ersten Mal zu Protesten von Lehrerinnen und Lehrern vor dem Landtag – eigentlich ein Widerspruch in sich: Lehrer solidarisch(!) auf der Straße.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber auch sonst hatte Frau Heister-Neumann für die mit der Machtübernahme der schwarz-gelben Koalition eingeführten, umfassenden Schulreformen (Abschaffung der Orientierungsstufe, zentrale Abiturprüfungen, Profiloberstufe, G8, selbstständige  Schulen usw.) geradezustehen. Neid und Verantwortung sind mit Macht immer sehr stark verbunden – das muss man in der Politik aushalten. Und es ist ein Zeichen der Stärke, die damit einhergehende, teils heftige Kritik auch zu ertragen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die meisten Reformen wurden unter dem ersten Kultusminister der schwarz-gelben Koalition, <a title="http://www.mj.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=3742&amp;article_id=10311&amp;_psmand=13" href="http://www.mj.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=3742&amp;article_id=10311&amp;_psmand=13" target="_blank">Bernd Busemann</a> eingeführt. Dieser übernahm nach einiger Zeit im Amt das Justizministerium von <a title="http://www.heister-neumann.de/vita.php" href="http://www.heister-neumann.de/vita.php" target="_blank">Frau Heister-Neumann</a>, die ihrerseits Kultusministerin wurde (Tausch). Ob dabei Sachzwänge eine Rolle spielten, oder die sich regenden Herausforderungen an den Schulen und der damit verbundene Druck auf den Minister, ist reine Spekulation.</p>
<p style="text-align: justify;">Jedoch sah sich Frau Heister-Neumann in meinen Augen nun mit Wirkungen von Reformen konfrontiert, die sie im Kern nicht zu verantworten hatte. Frau Heister-Neumann ging meiner Meinung nach sachlogisch vor: Das Gelingen von G8 und dabei gerade der Doppeljahrgang waren massiv von der <a title="http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrermangel-niedersachsen1/" href="http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrermangel-niedersachsen1/" target="_blank">Versorgung mit Lehrkräften </a>abhängig. Und just in diesem Zeitraum sollte das Arbeitszeitkonto in die Rückzahlungsphase kommen. Von einem verwaltungstechnischen Standpunkt aus ist es absolut logisch, durch eine Verlagerung der Rückzahlungsphase des Arbeitszeitkontos das Gelingen der Reform personell sicherzustellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die entscheidende Frage mit Blick auf die Lehrerversorgung in der Zukunft war für mich bereits damals, warum die Auszahlung „am Stück“ direkt vor der Pensionierung damit einhergehen sollte und nicht direkt ein Modell angestrebt wurde, wie wir es jetzt in Niedersachsen (erstritten) haben: Die Auszahlungsphase wird auf die Zeit nach dem Doppeljahrgang verschoben und es gibt Anreize für KuK, die bereits in die Ausgleichsphase gekommen wären, den Eintritt in selbige zu verschieben mit teilweise sehr flexiblen Regelungen. Hat Frau Heister-Neumann wirklich nicht gewusst, dass sie genau an diesem Punkt <a title="http://www.vlwn.de/10/index.php/themen-mainmenu-38/lehrerbildung-mainmenu-42/414-lehrerdemo-in-hannover" href="http://www.vlwn.de/10/index.php/themen-mainmenu-38/lehrerbildung-mainmenu-42/414-lehrerdemo-in-hannover" target="_blank">massiven Widerstand </a>evozieren würde? Oder lagen dem Kultusministerium Zahlen vor, die dieses doch recht rabiate Vorgehen sachlogisch rechtfertigen können?</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist ja viel zugesagt worden: Z.B. die Senkung der Klassenfrequenzen (personalintensiv) durch Verbleib der durch die „Überwindung des Doppeljahrgangs“ neu geschaffenen Stellen an den Gymnasien, deren Schülerzahl wahrscheinlich weiter leicht steigen wird. Dem entgegen steht die Ausgleichsphase des LAzKo, die ab dem 1.8.2012 beginnen wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir einmal an, dass von 60 KuK an einer Schule 20 davon profitieren, fallen an dieser Schule einmal eben 20&#215;4=80 Stunden (mehr als drei volle Stellen)  weg – die Kollegen unterrichten ja die zwei LAzKo-Stunden nicht mehr und bekommen zusätzlich pro Jahr zwei angesparte LAzKo-Stunden vergütet. Weiterhin geht das Gerücht, dass in den nächsten sechs Jahren der eine oder andere Kollege bzw. die eine oder andere Kollegin in Pension gehen wird. Ob die angedachte Verkürzung des Vorbereitungsdienstes auf 1,5 Jahre und der Ausbau der Studienseminare diese Effekte kompensieren können, wäre auf Basis von konkretem Zahlenmaterial zu überprüfen. Außerdem soll es ja in Niedersachsen auch leichter werden, als Quereinsteiger – gerade in Mangelfächern – den Beamtenstatus zu erlangen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die entscheidende Frage ist, ob diese Maßnahmen ausreichend sind oder ob der einzige Ausweg doch in einer Erhöhung des Stundendeputates bestehen wird. Dafür bietet sich die Ausgleichsphase ja nahezu an, weil die KuK durch auch noch einer Deputatserhöhung um zwei Stunden unter dem Strich noch zwei Stunden weniger als vorher unterrichten&#8230; Außerdem hat Niedersachsen ohnehin bundesweit eines der kleinsten Stundendeputate (wenn man Seiteneffekte wie Stellenschlüssel und Klassenfrequenzen nicht berücksichtigt). Die Lobby von Lehrern in der Öffentlichkeit ist – u.U. auch selbst mitverschuldet – klein&#8230; Zwei Stunden – was ist das denn schon? <a title="http://riecken.de/index.php/2010/03/ich-bin-ein-schlechter-lehrer/" href="http://riecken.de/index.php/2010/03/ich-bin-ein-schlechter-lehrer/" target="_blank">30-33 SuS mehr</a>. Fällt bei den bis 180 &#8211; je nach Fächerkombination &#8211; , die man mit voller Stelle zu betreuen hat, auch kaum auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Sollte <a title="http://www.mk.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=1817&amp;article_id=6049&amp;_psmand=8" href="http://www.mk.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=1817&amp;article_id=6049&amp;_psmand=8" target="_blank">Herr Althusmann</a>, unser neuer Kultusminister, diese Entscheidung aus Sachzwängen heraus treffen müssen und dadurch unter Druck geraten, so hoffe ich wenigstens, dass er diese Schlacht dann selber schlagen kann und nicht ein anderes Ministerium seiner Hilfe bedarf.</p>
<p style="text-align: justify;">Schöner wäre es natürlich, wenn das Kultusministerium die vorliegenden Zahlen transparent veröffentlichen würde&#8230; Dann könnte man gemeinsam über etwas Konkretes reden, bilateral, kollegial und auf Augenhöhe. Und da Lehrerinnen und Lehrer in der Summe keine Unmenschen sind, ergäbe sich vielleicht sogar ein nachhaltiges Konzept für die Zukunft und zurückgewonnenes Vertrauen &#8211; es geht um eines der wertvollsten Güter, die wir besitzen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<script type="text/javascript">
var flattr_wp_ver = '0.9.14';
var flattr_uid = '11736';
var flattr_url = 'http://riecken.de';
var flattr_lng = 'de_DE';
var flattr_cat = 'text';
var flattr_tag = 'blog,wordpress,rss,feed';
var flattr_btn = 'large';
var flattr_tle = 'riecken.de';
var flattr_dsc = 'Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule';
</script>
<script src="https://api.flattr.com/js/0.5.0/load.js?mode=auto" type="text/javascript"></script> <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riecken.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://riecken.de/index.php/2010/05/auf-wiedersehen-frau-heister-neumann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
