riecken.de

Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

Archiv für die 'Aus der Schule' Kategorie

Korrekturhilfe und Wordpress als Textabladeplatz

Samstag 6. März 2010 von Maik Riecken

Vorlesen mit webReader

Korrekturhilfe

Seit Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung und ihrer wiederholten Reformierung erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich bei den stets gleichen Worten und Wortkombinationen in Trudeln komme. Ein Licht ist mir bei meiner momentanen Korrektur die Seite http://www.korrekturen.de geworden: All die Herausforderungen, denen sich der Kalk in meinen Ganglien hartnäckig bezüglich eines Merkprozesses entgegenstellt, sind dort über eine einfache Suchfunktion zugänglich. 95% meiner Wackelkandidaten bekomme ich mit dem ausgeklappten Netbook darüber in den Griff, vor allem die verf***** Getrennt- und Zusammenschreibung…

Wordpress als Textabladeplatz

Ich blogge jetzt mit meinen SuS – nunja: Sie fertigen längere Hausarbeiten in einem Blog an. Das geht natürlich nicht, wenn nicht alle zu Hause über einen Internetzugang verfügen. Damit dieses Blog nicht öffentlich zugänglich ist, nutze ich ein Plugin: Members Only. Es ist zwar nicht für aktuelle Versionen von Wordpress getestet, aber es läuft damit ausgezeichnet.  Alle SuS haben die Rolle “Autor”, sodass sie nur eigene Texte überarbeiten, aber fremde wenigstens kommentieren können. Ich bin von den Möglichkeiten absolut begeistert. Ich kann jetzt:

  1. Sprach- und Rechtschreibphänomene an authentischen Texten besprechen
  2. “Heimlich” SuS mit besonderen Herausforderungen fördern, z.B. durch eine Korrektur per Mail (kommentiertes PDF)
  3. Texte überarbeiten lassen auf Basis von Schülerkommentaren
  4. Besonders gelungene Texte auf öffentliche Plattformen portieren

Teilweise loggen sich SuS mehrmals ein und lesen ihre Hausaufgabe nochmals quer – Korrekturen gehen jetzt ja schnell und schmerzlos, auch weil Wordpress im Gegensatz zu Moodle ja extrem benutzerfreundlich und intuitiv ist, wenn es um UGC (user generated content) geht. Ebenso gestalten einige SuS ihre Texte mit Bildern und Links – freiwillig! Natürlich können SuS Hausaufgaben auch simpel per Mail schicken, da ihre Adressen ja alle im Wordpress registriert sind. Es gibt in der Klasse jetzt Überlegungen, ob wir alle Redakteure mit einem Codex werden: Der Codex sähe erstmal so aus, dass wir stillschweigend auch in fremden Texten Rechtschreibfehler korrigieren (und sonst nichts).

Meine SuS möchten ihre Hausaufgaben nicht öffentlich bloggen. Sie wollen die Sicherheit der geschützten Lerngruppe. Das respektiere ich und frage jeden vor der weltweiten Veröffentlichung seines Textes. Es gibt jetzt die Überlegung, besonders gelungene Arbeiten in ein Maharaportfolio zu legen (statt das Heft am Ende des Jahres in den Papierkorb). Das wäre doch einmal eine schöne Aufgabe  für die Woche vor den Sommerferien.

Kategorie: Aus der Schule, Deutschunterricht | 1 Kommentar »

Beamen statt Kreide

Mittwoch 3. März 2010 von Maik Riecken

Vorlesen mit webReader

Zwei kleinere Erfahrungen:

Unsere naturwissenschaftlichen Fachräume verfügen über einen festinstallierten Beamer mit VGA-Anschluss (D-SUB) am Lehrertisch. Die Kombi aus Netbook und Beamer ist in 30 Sekunden einsatzbereit (Ubuntu bootet schneller als ein Windows aus dem Tiefschlaf aufwacht – der Beamer braucht ca. eine halbe Minute zum Vorwärmen der Lampe). Ich habe gestern die Auswertung eines Versuches tabellarisch am Netbook mit OpenOffice gesichert. Dabei konnte ich stets die Klasse anschauen und damit viel präsenter sein, als hätte ich mich zur Tafel umgedreht und mit Kreide gearbeitet – ich konnte sichern und simultan kommunizieren. Das hat mir gefallen.

Nicht bei jeder Art von Tafelbild wird sich das anbieten, aber es muss nicht immer ein SMART-Board sein. Technik brachte an dieser Stelle für mich einen echten Mehrwert. Jetzt brauche ich nur noch Schlitze an jedem Schülertisch, aus denen dann der fertige Druck kommt – oder eben das Tafelbild gleich in das E-Portfolio eines jeden Schülers an die passende Stelle beamen – dann können auch die unstrukturierten Heftführer bei der Vorbereitung der nächsten Klausur mit gleichen Chancen antreten.

In Deutsch habe ich heute eine Linoit-Pinnwand zurück auf das SMART-Board geholt – also quasi auch gebeamt. Die SuS hatten sofort Zugriff auf die Themen der vorletzten(!) Stunde, sodass wir auf einem recht hohen Niveau über einen Sachtext diskutieren konnten. Das hat mir auch gefallen.

Kategorie: Aus der Schule, Methoden | Keine Kommentare »

Rückschau: Smartboard, Web2.0, Lesekonferenzen

Donnerstag 25. Februar 2010 von Maik Riecken

Vorlesen mit webReader

In letzter Zeit habe ich so einige Dinge angedacht – es wird Zeit einmal von konkreten Erfahrungen zu berichten.

1. Smartboard-Erfahrungen

Ich habe jetzt einige Erfahrungen mit der Smartboard-Software sammeln dürfen. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ganz schlechter Klicker bin. Ganz viel lässt sich damit anstellen und noch mehr ist intuitiv bedienbar, aber es macht mir viel zu oft “Pop” auf dem Board (wenn ich mit dem Finger darauf tippe, um z.B. Werkzeuge zu wechseln oder die Handschrifterkennung zu aktivieren). Besser haben mir in Kombination mit dem Smartboard zwei Web2.0-Dienste gefallen:

  • http://en.linoit.com/ – eine virtuelle Pinnwand, die sich sehr intuitiv und einfach bedient und eigentlich auch genug kann, um z.B. Metaplaning zu virtualisieren. Die durfte ich einmal mehr durch René Scheppler kennen lernen. Es fehlt mir noch eine Exportfunktion, etwa als PDF, oder ich finde sie nicht.
  • http://mind42.com/ – ein Dienst zur kollaborativen Erstellung von Mindmaps, man kann sogar simultan mit mehreren Person an einer Map arbeiten. Kennen gelernt habe ich diesen Dienst durch Daniel Juling auf dem EduCamp in Hamburg.

Oberst nervig ist für mich der Medienbruch bei der Pinnwand, wenn gesichert werden soll. Bei mind42 exportiere ich ein PDF und lade das z.B. in einem Moodlekurs hoch, bei linoit bleibt mir bisher nur der Griff zum Bildschirmfoto. Tja – wenn wir jetzt Schülernotebooks hätten…

2. Lesekonferenzerfahrungen

Ich war heute sehr stolz auf eine meiner Klassen. Die Beiträge (Hausaufgaben) wurde so differenziert und eben nicht ausschließlich defizitorientiert von den SuS besprochen, dass man wirklich sehen konnte, wie dem einen oder anderen Vortragenden die Brust schwoll. Außerdem kam ich mir in diesen ersten 15 Minuten ziemlich überflüssig vor. Hoffentlich verlieren sie nachhaltig die Angst vor dem Hausaufgabenvortrag. Ob das jetzt an meinen pädagogischen Impetus liegt oder an der Klasse selbst oder an beiden ist mir eigentlich egal. Das Ergebnis zählt.

3. Blog im Unterricht

Ich versuche gerade eine Art Zeitungsprojekt mit einer meiner Klassen auf die Beine zu stellen. Dafür nutze ich ein Wordpress-Blog – natürlich (wer mich kennt, weiß es…) kein öffentliches, sondern ein selbst auf unserem Schulserver installiertes. Scheitern, scheitern, scheitern. Die Registrierungsmails kommen nicht an, die verschickten Passworte funktionieren nicht usw. Seufz – mit wordpress.com wäre das schon einfacher, aber eben total öffentlich und eben noch’n Account noch’n Gedicht… Aber heute scheint es endlich geklappt zu haben. Vielleicht können wir morgen schon losbloggen. Und am Schluss der Einheit zeige ich ihnen natürlich auch Blogdienste wie wordpress.com.

Kategorie: Aus der Schule | 4 Kommentare »

Sechs Jahre oder vier Jahre?

Donnerstag 4. Februar 2010 von Maik Riecken

Vorlesen mit webReader

„In keinem Leistungsbereich sind Förderwirkungen des grundständigen Gymnasiums nachweisbar“, analysiert der beste deutsche Schulforscher. Und resümiert: „Bewertet man die Befunde insgesamt, so sind sie zunächst ein Kompliment für die [sechsjährige, d. Red.] Grundschule. Die Entwicklungskurven von Spitzenschülern verlaufen in der Grundschule und in der Unterstufe des grundständigen Gymnasiums parallel, und zwar nicht nur im Lesen, sondern … auch in der unterrichtsabhängigen Domäne Mathematik. Für die grundständigen Gymnasien sind die Befunde ein Grund zur Nachdenklichkeit. Generell ist fraglich, ob die Gymnasien die Förderung der Lesekompetenz als akademische Aufgabe aller Fächer bislang überhaupt entdeckt haben.“

gefunden auf: http://www.pisaversteher.de

Diese Aussage Jürgen Baumert im Kontext der Diskussion in Berlin um die sechsjährige Grundschule getroffen (die in Niedersachsen mit der Abschaffung der langjährigen Orientierungsstufe gerade eliminiert worden ist). Der Vergleich ist in meinen Augen unvollständig, weil es nicht darum gehen kann, ob man sechs oder vier Jahre zur Schule geht (Strukturelle Reform), sondern wir müssen uns darum kümmern, was in diesen vier oder sechs Jahren eigentlich geschieht (Innere Reform)  Organisationsformen kommen und gehen. Unterrichtskultur scheint mir da beständiger zu sein, was ja auch als immerwährender Vorwurf gegen die Gymnasien anklingt.

Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Aus der Schule, Gesellschaft | 19 Kommentare »

Ich wünsch’ dir Liebe ohne Leiden

Montag 1. Februar 2010 von Maik Riecken

Vorlesen mit webReader

Christian Füller veröffentlicht Auszüge aus einer Korrektur eines Kollegen, wie ich sie bestimmt auch schon oft verfasst habe – gleicher Duktus, ähnlicher Aufbau – allein die Tatsache, dass die von mir selten verwendeten Fachbegriffe “Adverbien” und “Adverbialsätze” auftauchen, geben mir die Sicherheit, dass Christian Füller noch nichts von mir in den Händen hält. Auch ich muss mich schuldig bekennen viel zu oft viel zu wenig Positives hervorzuheben.

Detlef Teich hat sich in einem Blogbeitrag mit der Art und Weise von Füllers Auseinandersetzung mit dieser Korrektur bereits umfassend geäußert. Wesentlich scheint mir der Hinweis, dass eine solche Korrektur immer in einem Kontext steht, wesentlich scheint mir weiterhin die Frage, ob die Lehrkraft mit dem Leid, mit der “Beschämung” und mit der Ausgrenzung bilateral durch z.B. die Eltern konfrontiert worden ist, bevor es zu dieser Veröffentlichung kam. Da diese Aspekte im Dunkeln bleiben, scheinen mir die stärksten Positionen und Gedanken zu dieser Korrektur  und der Art ihrer Veröffentlichung ausgetauscht.

Den ganzen Beitrag lesen »

Kategorie: Aus der Schule, Gesellschaft | 1 Kommentar »

Valid XHTML 1.0 Transitional