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Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

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Riecken und die Verlage

Mittwoch 28. Juli 2010 von Maik Riecken

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Ich bekomme hin und wieder Angebote, meine Texte und Arbeitsmaterialien auf kommerziellen Plattformen einzustellen. Gelegentlich wird auch der Wunsch an mich herangetragen, dieses oder jenes in meinem Blog zu verlinken oder einen Artikel darüber zu schreiben – meist verbunden mit einem Freiaccount z.B. auf begrenzte Zeit. Dahinter stecken natürlich kommerzielle Interessen, die ich per se nicht ablehne, da ohne Anbieter, die für ihre Dienstleistungen Geld nehmen, weder das Internet noch der Staat fiskalisch funktionieren würden. Ich halte es für meine Aufgabe, das auch Schülerinnen und Schülern zu vermitteln: Für lau wird niemand später euch als Mitarbeitende bezahlen können. Unternehmen bilden die Säule dieses Staates und schaffen Arbeitsplätze.

Je länger ich mich im Internet tummle, desto mehr Schwierigkeiten bekomme ich mit dem Geschäftsgebaren so mancher Verlage: Ich empfinde es mittlerweile sehr oft so, dass die angebotenen Verträge nicht mehr auf Augenhöhe geschlossen werden, sondern im Kleingedruckten mehr und mehr Dinge stehen, die mich daran zweifeln lassen, dass seitens des jeweiligen Unternehmens eine wirkliche Partnerschaft gewünscht ist. Diese Haltung hat sich über lange Zeit entwickelt und dazu gehört eine längere Geschichte. Als Beispiel für ein kommerzielles Unternehmen möchte ich einmal bewusst die Verlage herausgreifen, damit die Geschichte nicht zu lang wird.

1. Akt

Vor zwei Jahren ergab sich ein Kontakt zu einem Verlag, der meine zweite Staatsexamensarbeit veröffentlichen wollte. Die gesamte Geschichte zog sich über drei Wochen hin und verschlang ca. 8-10 Stunden Arbeitszeit, um mein Pamphlet “drucktauglich” zu machen. Ich war schon irgendwie geschmeichelt, habe mir von Anfang an aber nicht allzu viel davon versprochen. Wichtig war mir die “Totholzdistribution” meiner Arbeit, da ja nicht jeder im Internet unterwegs ist. Tatsächlich ist der Text immer noch bei großen Portalen gelistet, jedoch meist nur innerhalb von acht Tagen lieferbar. Der Preis, der verlangt wird, ist ausgesprochen stattlich und macht das Buch in meinen Augen absolut unverkäuflich. Tatsächlich haben wahrscheinlich nur einige Bibliotheken das Ding angeschafft. Damit ist das Ziel der Distribution in meinen Augen verfehlt. Hätte ich das durch TeX gejagt und hier auf dem Blog zur Verfügung gestellt, wäre wahrscheinlich:

  1. mehr Geld durch Spenden hereingekommen (momentan sind es 0 – in Worten Null Euro, da ein Mindestauszahlungsbetrag erreicht werden muss)
  2. der Verbreitungsgrad viel höher – für lau schauen da mehr Leute hinein

Ein halbes Jahr danach habe ich ein Gespräch mit einer Bekannten aus der Verlagsbranche geführt und ein mütterliches Lächeln geerntet. Tenor: Dem Verlag geht es nicht um den Verkauf des Werkes. Dem Verlag geht es darum, mit einem möglichst großen Portfolio bei Großisten (Libri, Amazon usw.) gelistet zu sein. Damit diese Listung erfolgt, ist ein bestimmter Verkaufspreis notwendig. Dem Verlag geht es weiterhin um den Aufbau einer Backlist: Sollte das Thema der Arbeit nochmals irgendwann wirklich interessant für eine breitere Öffentlichkeit werden, kann der Verlag das dann kostengünstig aus den Rechten seiner Backlist bestreiten. Da die Veröffentlichung für mich nicht mit Kosten verbunden war, fällt natürlich auch meine Beteiligung dann sehr gering aus. Gut für den Verlag. Hätte ich diese Mechanismen vorher gekannt, hätte ich nie meinen Text über einen Verlag distribuiert.

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DE-Mail – ich bin darauf reingefallen…

Samstag 24. Juli 2010 von Maik Riecken

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Jaja, auch mir passiert sowas, peinlich. Zur Zeit laufen ja große Werbekampagnen zur DE-Mail, einer E-Mailform, die dem klassischen Brief rechtlich gleichgestellt sein soll, z.B. sind auch Dinge wie ein Einschreiben möglich, dass dann als zugestellt gilt. Die Frage ist, wer ein Interesse daran hat, so etwas auf breiter Basis zu etablieren. So viele Einschreiben verschicke ich z.B. nicht – allenfalls Kündigungen und das gute alte Fax gilt m.W. als zugestellt, wenn die Gegenstelle ein “Ok” sendet  und ist zudem auch noch günstiger als ein DE-Mailbrief.

Die Post als einer Anbieter derartiger DE-Mailaccounts schreibt von sicherer, zuverlässiger Kommunikation. Kristian Köhntopp zeigt sehr pointiert auf, dass man daran echte Zweifel haben kann. Andere Angriffe richten sich auf die AGB der Post – denen wird die Pressestelle der Post wahrscheinlich mit öffentlichkeitstauglichen Formulierungen begegnen können.

Update:

DE-Mail und der E-Postbrief sind zwei verschiedene Produkte. Letzterer soll nochmals höheren Sicherheitsstandards genügen. Danke an Markus für den Hinweis.

Mich überzeugen die technischen Kritikpunkte von Kristian Köhntopp weit mehr und habe daraufhin meinen Registrierungsprozess dummerweise erst vor der Identitätsprüfung durch das Post-Identverfahren gestoppt – schlimm genug: Die Post hat dadurch eine bestätigte Postanschrift und eine verifizierte Handynummer – so doof kann ein Maik Riecken sein – naja, hoffentlich löschen sie die Daten – immerhin haben die Jungs ja auch einen “Adressenverwertungsservice” gemeinsam mit Bertelsmann im Hause sitzen – verifizierte Kundendaten sind für die natürlich dann ein feines Fresschen.

Ich glaube weiterhin, dass niemand befürchten muss, durch “Nichtnutzung” von DE-Mail im Abseits zu landen. Wer daran Zweifel hegt, möge sich mit den Möglichkeiten des neuen elektronischen Personalausweises beschäftigen, der es – saubere Implementation vorausgesetzt – auch und zudem viel sicherer ermöglichen wird “rechtsverbindlich” zu kommunizieren.

Tja – zerknirscht bin ich ob meiner eigenen “Ich-will-genau-diese-Adresse-haben-Gier” schon. Normalerweise lese ich die AGB immer vorher…

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Ein kleines, fiktives Interview mit Herrn Riecken

Sonntag 11. Juli 2010 von Maik Riecken

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… welches klammheimlich die Seite “Über dieses Blog” ersetzt hat, jedoch so natürlich nicht im Feed auftaucht. Es ist dafür gedacht, mehr Orientierung für diejenigen zu schaffen, die hier nur zufällig vorbeistreifen und unbedingt etwas von mir wissen wollen. Dazu sollte ich noch sagen, dass das hier alles Meinung, Erfahrung und keineswegs Wissenschaft ist.  Zudem denke ich, dass viele meiner hier dargelegten Positionen streitbar sind. Absicht.

Herr Riecken, bitte stellen sie sich unseren Leserinnen und Lesern  kurz vor!

Mein Name ist Maik Riecken, ich bin Jahrgang 1974. Ich habe 1. und 2. Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Chemie und unterrichte heute – an einem Tag im Jahr 2010 seit sieben Jahren an einem Gymnasium in einer Kleinstadt in Niedersachsen ebendiese Fächer. Vorher war ich im Referendariat an einem Gymnasium in Itzehoe, Schleswig-Holstein, dem ich bei Lichte betrachtet, jeden meiner schulischen Grundsteine verdanke. Ich bin nicht pädagogisch arm in die Schule gekommen, sondern konnte auf vielfältige Erfahrungen innerhalb der  kirchlichen Jugendarbeit zurückblicken. Von der Organisation von großen Freizeiten mit ca. 300 Teilnehmenden bis zur Leitung von Gruppenstunden war in dieser Zeit eigentlich alles dabei – auch Kochen oder Einkaufen für Großgruppen oder das Flicken von Zelten., später sogar die thematische Arbeit mit Schulklassen, bei denen oft genug dann der Lehrer das eigentliche Problem war. Das Entscheidende für meinen heutigen Beruf war dabei meine Arbeit mit Menschen – etwas, was in der gesamten Studien- und Lehrerausbildungszeit so gut wie gar nicht vorkam. Entscheidend war aber auch die Erfahrung, dass man auch in desolaten Situationen handlungsfähig bleiben kann, wenn man muss.

Haben Sie Familie?

Ja – und Sie wären über ihre Größe überrascht. Aber die entscheidet selbst über den Grad an Öffentlichkeit.

Sind Sie ein guter Lehrer?

Ich bringe meinen SuS bei, dass die Kategorien “gut” und “schlecht” nichts taugen. Für jemanden, der bei mir nur optimierbare Noten schreibt, dem ich aufgrund des Systems kaum gerecht werden kann, der auch bei mir wie bei allen anderen nicht auffällt, bin ich ein schlechter Lehrer. Für jemand anderen vielleicht ein guter. Vor dem eigenen Selbst zählt für die Bewertung nur eine Sache: Mag man als Lehrer seinen Job? Ich mag ihn.

Was mögen Sie an ihrem Beruf?

Dass er für mich nicht einfach nur ein Beruf ist, sondern ein soziales Experimentierfeld, eine Tätigkeit, die mein Leben lang ausgeübt habe und noch heute immer wieder genieße: Den Umgang mit Menschen. Dazu gehören schwere Niederlagen ganz genauso wie ergreifende Momente, etwa wenn SuS mir unter vier Augen ehrlich sagen, dass sie eine Handlung oder ein Verhalten von mir nicht angemessen fanden – im Grunde gibt es für eine Lehrkraft kein größeres Lob als das, weil es zeigt, dass Vertrauen jenseits von fachlicher Wissensvermittlung vorhanden ist.

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Quo vadis, riecken.de?

Montag 7. Juni 2010 von Maik Riecken

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Hin und wieder schaue ich mir die Abrufstatistiken meiner Artikel an – relativ aktuell sieht es über die drei Jahre so unter den Top20 aus:

Artikel Abrufe Klassifikation
tipps4you.net 9,106 C
Bloch: Der junge Goethe [...] 8,583 C
Von deutscher Baukunst 4,655 C
Diktattext zu Groß- und Kleinschreibung 3,767 M
Zum Schäkespears Tag 3,247 C
Schülerversuch: Reaktion von Kupfer und Schwefel quantitativ 2,424 C
Demaskierung des Bewusstseins 2,375 C
Abi in NDS: Deutsche Sprache der Gegenwart 1,805 M
Spielkram – Kleinwindrad… 1,715 S
Eine Reflexion zur einem Aufsatz mit kreativer Aufgabenstellung schreiben 1,451 M
Versuch zum Treibhauseffekt 1,440 C
Fette – fest oder flüssig? 1,425 M
Kugelteilchenmodell over head… 1,374 M
E-Learning – Evolutions 1,107 H
Titrationskurve berechnen 1,048 M
Das Klassenspiel (Celia Rees) 1,010 M
Inhaltsverzeichnis 1,006 C
Diktattexte: Zeichensetzung 951 M
Subjektivismus und ideologische Barrieren 809 H
Download: Moodlekurs mit Ideen zur Medienbildung 787 C
Versuch zum Treibhauseffekt – Deutungsansatz 741 M
Schülerdeutungen: Kupfer und Schwefel quantitativ 734 M
Moodle – eine persönliche Zwischenbilanz 712 H
Ich bin ein schlechter Lehrer… 697 H
Reduktion von Kupferoxid quantitativ 681 M

Alle Artikel habe ich natürlich primär geschrieben, weil ich Lust dazu hatte – aber wenn man ganz ehrlich ist, spielen dabei auch immer andere Bedürfnisse zumindest mit(!) eine Rolle. Ich habe die Artikel einmal mit einer internen Klassifizierung versehen, die das dominierende versteckte Motiv (es gibt natürlich Schnittmengen) hinter dem Artikel mit berücksichtigt:

  1. C = calculated – das sind Artikel, bei denen ich von vornherein wusste, dass sie Traffic verursachen würden, weil sie z.B. die thematischen Schwerpunkte im jeweilige Abiturjahrgang berühren
  2. M = memorial – Denkmäler, also Dinge, die ich festhalten will, um später daran denken zu können, z.B. wenn ich wieder das gleiche Thema unterrichte
  3. S = spontaneous – keine Hintergedanken, einfach so herausgeblasen
  4. H = hearted – Artikel mit Inhalten, die mir nahe gehen und mich bewegen

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Ausfall

Mittwoch 12. Mai 2010 von Maik Riecken

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Irgendwie scheint diese meine Webseite heute für eine ganze Weile nicht erreichbar gewesen zu sein. Schuld war wahrscheinlich ein fehlerhaftes Cronscript, welches die Webserverkonfiguration zerhaselt hat.  Das kommt davon, wenn man zwischen Korrekturen “mal eben” den Server wechselt. Schnell ist der neue ja, aber irgendwie fühlte sich lighty von der ganzen Welt (also allen Besuchern) stets “angegriffen” und hat folgerichtig die Reißleine gezogen. Ich habe die starke Vermutung, dass da ein Programmteil von SysCP Amok gelaufen ist – ich wollte ja auch nie ein Adminpanel (jetzt weiß ich auch warum), aber praktisch ist das schon – gerade wenn eine Kiste wie diese hier mehrere Projekte beherbergt und auch noch Mailgedöns dazukommt – wie dem auch sei, nach dem Update auf die neuste SysCP-Version von gestern und Durchlaufen des Cronscripts war die Welt wieder in Ordnung.

Weiterhin war mein Mailaccount die letzten Tage immer ziemlich leer. Der Spamschutz funktionierte 100%ig – er nahm ersteinmal aus Prinzip keine Mails an. Schuld war hier ein Konfigurationsfehler von postfix. Der scheint es nicht zu mögen, wenn man ihm zwei Mal die gleiche Option definiert – beschweren tut er sich aber auch nicht. Nunja… Hoffen wir auf beschauliche Kleinferien.

[Update]

Ich bin doch der Adminkönig: Hier lag der Hase im Pfeffer. Wer vermutet schon Probleme in der Rootzone der TLD *.de. Tz, Tz. Und natürlich konnte dann policy-weight auch seine Prüfungen von einliefernden Servern aus der DE-Zone nicht durchführen und lehnte daher kategorisdch ab. Die doppelten Einträge sind jetzt trotzdem weg…

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