WLAN-Planungen in der Schule

Plant man ein WLAN in der Schu­le, so hat man meh­re­re Mög­lich­kei­ten. Dabei set­ze ich ein­mal vor­aus, dass grund­sätz­li­che Funk­tio­nen, z.B. eine zen­tra­le War­tung (alle Acces­s­points zeit­ge­steu­ert deaktivieren/aktivieren, Gast­log­ins über z.B. Hot­spot­fä­hig­keit, mög­li­cher Auf­bau eines Mesh­net­zes — das ist übri­gens die Zukunft — usw.) umge­setzt wer­den. Außer­dem kal­ku­lie­re ich, dass irgend­wann zwi­schen 200–300 Gerä­te in die­sem Netz­werk gleich­zei­tig aktiv, d.h. nicht nur ange­mel­det sind.

Der Wunsch

Man lässt eine Fir­ma anrü­cken, die über ent­spre­chen­de Mess­tech­nik ver­fügt, um die gesam­te Schu­le aus­zu­leuch­ten. Auf die­se Wei­se ist rela­tiv schnell klar, wo wel­che Acces­s­points gesetzt wer­den müs­sen, um eine gute Abde­ckung zu errei­chen. Je nach Ergeb­nis des Mess­pro­to­kolls sind ggf. wei­te­re Instal­la­ti­ons­ar­bei­ten not­wen­dig. Nicht über­all lie­gen die erfor­der­li­chen Netz­werk­ka­bel und ggf. zusätz­li­che Strom­ver­sor­gun­gen. Ich bin übri­gens kein Freund von PoE-Lösun­gen, d.h. der Acces­s­point wird über das Netz­werk­ka­bel mit Strom ver­sorgt, da die dafür erfor­der­li­chen Swit­che nicht güns­tig sind und man sich eine mög­li­che Feh­ler­quel­le mehr auf das Netz­werk­ka­bel bringt. Ein schö­nes Nym-Kabel trans­por­tiert bis zu 3600 Watt und taugt dann auch für die Ver­sor­gung von Bea­mern, App­leTV oder sowas… Ein gute Fir­ma wird dann Busi­ness­ac­ces­s­points von Cis­co, Lan­com , Zyxel, Net­ge­ar usw. set­zen. Die Ein­stiegs­klas­se fängt bei sol­chen Gerä­ten um die 300–400 Euro je Gerät an — dafür neh­men sie aber auch wirk­lich 90–100 Cli­ents in ihre Funk­zel­le auf und hal­ten.

Je nach Grö­ße der Schu­le ist man recht flott bei 20–30.000 Euro — für ein gro­ßes Schul­zen­trum kön­nen es auch 50.000 Euro sein. Dafür hat man etwas Anstän­di­ges, um das man sich weder bei der Pla­nung noch bei der spä­te­ren War­tung groß­ar­tig küm­mern muss.Wenn man auf eine gute Doku­men­ta­ti­on ach­tet, kann man ggf. sogar die Fir­ma wech­seln, falls irgend­wann irgend­et­was nicht passt.

Die Rea­li­tät

  • Es gibt jen­seits grö­ße­rer Tech­no­lo­gie­zen­tren kaum Fir­men, die über ein ent­spre­chen­des Know-How ver­fü­gen, poten­ti­ell weit über 100 Gerä­te per WLAN zu ver­sor­gen. Sie ein­zu­flie­gen nützt nichts, da man immer noch Part­ner vor Ort für die War­tung braucht. Die Kos­ten für War­tungs­ver­trä­ge mit SLAs über­nimmt kaum ein Schul­trä­ger, weil das sei­ne finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten weit über­schrei­tet.
  • Ab 20.000 Euro Inves­ti­ti­ons­kos­ten — teil­wei­se deut­lich dar­un­ter — muss man schon sehr gut begrün­den, wenn man so etwas gebaut haben möch­te. Zwi­schen Antrag und Rea­li­sie­rung wer­den Jah­re mit Tech­no­lo­gie­sprün­gen lie­gen, die die vor­lie­gen­de Pla­nung bald über­ho­len.
  • Extern geplan­te Net­ze sind auf Zeit geplan­te Net­ze. Sie wer­den irgend­wann selbst von Tech­no­lo­gie­sprün­gen über­holt wer­den
  • Bei der Netz­werk­pla­nung sind oft meh­re­re Gewer­ke betei­ligt: Elek­tri­ker, Netz­werk­fir­men, Hard­ware­fir­men — oft passt hin­ter­her nix mehr zusam­men, kei­ner ist’s gewe­sen und Schuld hat immer der ande­re. Da es dann kei­ne Doku gibt, ver­ge­hen oft Stun­den, bis ein­fachs­te Pro­ble­me gelöst wer­den kön­nen — das fängt schon bei Pass­wör­tern für Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ober­flä­chen an.
  • Als tech­nisch Ahnungs­lo­ser wird man die Zeit, die man sonst mit Bas­te­lei (und Lern­zu­wachs) ver­bracht hät­te, mit Tele­fo­nie­ren, Mah­nen, Hin­ter­her­lau­fen, Schimp­fen und Genervt­sein ver­brin­gen.

Unbe­ding­te Vor­aus­set­zung beim Auf­bau eines sol­chen Net­zes durch eine Fir­ma ist exter­ne Bera­tung. Die pro­jek­tiert ggf. auch kon­kre­te Pflich­ten­hef­te für die ein­zel­nen Gewer­ke und koor­di­niert wäh­rend der Bau­pha­se. Natür­lich sind da ent­spre­chen­de Stun­den­sät­ze zu kal­ku­lie­ren — aber das machen auch vie­le Haus­bau­er m.E. falsch: Der exter­ne Gut­ach­ter wird gespart, weil das Gut­ach­ten 3000–4000 Euro kos­tet. Bei einer ange­nom­me­nen Bau­sum­me von 200.000 Euro für ein EFH ist die­ser Betrag aber eher gering und spart unter Umstän­den durch Ver­mei­dung von Pla­nungs­feh­lern Nach­bes­se­run­gen, die schnell ein Viel­fa­ches der Kos­ten für einen Gut­ach­ter betra­gen.

Der Prag­ma­tis­mus

Der Prag­ma­tis­mus — vor allem der finan­zi­el­le — besteht dar­in, Din­ge selbst zu tun, die man selbst tun kann. Dazu gehö­ren nicht:

  • das Ver­le­gen von 230V-Lei­tun­gen und Set­zen von Steck­do­sen
  • das Durch­boh­ren von (Brandschutz-)Wänden zur Ver­le­gung von Netz­werk­ka­beln
  • die gemein­sa­me Ver­le­gun­gen von Netz­werk­ka­beln und 230V-Lei­tun­gen in einem Kanal (es gibt aber Kabel­ka­nä­le mit Trenn­steg)

Vie­le Haus­meis­ter sind aber gelern­te Elek­tri­ker und wis­sen über die VDE-Nor­men Bescheid. Sie dür­fen in der Regel nicht selbst aktiv wer­den, kön­nen aber Arbei­ten von Fir­men kon­trol­lie­ren. Din­ge, die man selbst tun kann, beschrän­ken sich also dar­auf, bereits vor­han­de­ne Instal­la­tio­nen zu nut­zen. Ab Netz­werk- oder Steck­do­se darf man mit einem fer­tig gekauf­ten Gerät han­tie­ren.

Kern mei­nes Han­tie­rens ist für mich zur­zeit die kos­ten­lo­se Rou­ter­dis­tri­bu­ti­on DD-WRT. Es han­delt sich um eine weit­ge­hend freie Firm­ware, also eine Art Betriebs­sys­tem für Rou­ter. Es wer­den unzäh­li­ge Model­le unter­stützt. Hier kann man schau­en, ob die vor­han­de­ne Hard­ware dazu­ge­hört. Das Schö­ne ist, dass DD-WRT auf jedem Rou­ter gleich aus­sieht — die Bedie­nung hängt also nicht mehr vom Typ des Rou­ters ab. Mit DD-WRT erhal­ten vie­le güns­ti­ge Rou­ter Funk­tio­nen, von denen wesent­lich teu­re­re Busi­ness-Acces­s­points träu­men — ich zäh­le hier mal die offen­sicht­lichs­ten auf:

  • an den Switch eines modi­fi­zier­ten Rou­ters kön­ne wei­ter Rou­ter ange­steckt wer­den (wei­te­rer WLAN-Aus­bau)
  • der Rou­ter kann als Acces­s­point, als Repea­ter oder als Bridge kon­fi­gu­riert wer­den — das ist gera­de in schlecht aus­ge­bau­ten Alt­bau­ten von ful­mi­nan­ter Bedeu­tung
  • Man kann eine Hot­spot­funk­tio­na­li­tät wie an Unis oder Hotels rea­li­sie­ren (der IServ bringt übri­ges fast alles dafür schon mit)
  • Vie­le Rou­ter kön­nen mit DD-WRT zeit­ge­steu­ert wer­den, d.h. das WLAN ist z.B. nachts oder an Wochen­en­den inak­tiv
  • usw.

DD-WRT ist sehr gut in Eng­lisch doku­men­tiert — auch deutsch­spra­chi­ge Foren gibt es. Für Linu­xer ist es auch kein Pro­blem, eine Zeit­steue­rung für das WLAN zu inte­grie­ren. DD-WRT bringt eine Kon­so­le mit, über die man via Script den WLAN-Chip ein und aus­schal­ten kann. Ich habe dafür einen Cron­job auf unse­rem IServ erstellt, der das per Key-Auth auf fast jedem Rou­ter bei uns in der Schu­le erle­digt. Oder man kann den WLAN-Schlüs­sel für die gesam­te Schu­le zen­tral per Kon­so­le set­zen… Ich hal­te bei­des für einen Sicher­heits­ge­winn.

Ich habe zur­zeit zwei Gerä­te­ty­pen mit DD-WRT hier im Schul­netz im Ein­satz: Den Link­sys WRT54GL als Para­de­ver­tre­ter von Sta­bi­li­tät und Robust­heit und den TP-Link TL-WR1043ND, den man mehr als „jun­gen Wil­den” bezeich­nen kann. Bei­de wer­den von DD-WRT gut unter­stützt, beim TP-Link muss man die Zeit­steue­rung per Kon­so­le nach­rüs­ten, wäh­rend sie beim WRT54G über die Ober­flä­che ein­ge­stellt wer­den kann. Bei­de fun­ken nur m 2,4Ghz-Band — die nächs­ten Rou­ter bei mir wer­den auf jeden Fall dual­band­fä­hig sein, also auch 5Ghz unter­stüt­zen. Der TP-Link funkt auch im N-Modus und erreicht hier übli­che Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten von 65–107Mbit/s, wäh­rend der Link­sys auf maxi­mal 54Mbit/s kommt (G-Stan­dard).

Kon­fi­gu­ra­ti­ons­tipps:

  1. Web­ober­flä­che nur per HTTPS zugäng­lich machen und auch die Sta­tus­sei­te von DD-WRT mit einem Pass­wort schüt­zen
  2. SSH-Zugriff nur über Key-Auth
  3. Alle Rou­ter einer Schu­le soll­ten unter einer ein­heit­lich SSID sen­den — dann klappt sogar „Han­do­ver”, bzw. man merkt nicht, dass man kurz­zei­tig beim AP-Wech­sel kei­ne IP hat. Ich kann fast durch das gan­ze Schul­ge­bäu­de lau­fen ohne die WLAN-Ver­bin­dung zu ver­lie­ren. Zudem ver­mei­den man bei uner­fah­re­nen Nut­zern, dass sie meh­re­re Netz­wer­ke ein­rich­ten müs­sen. Ist ein AP über­las­tet, sucht sich das Gerät zudem in der Regel einen ande­ren — wesent­lich(!) weni­ger Fra­gen von Benut­zern…
  4. N-Rou­ter soll­ten nur die AES-Ver­schlüs­se­lung zulas­sen, da TKIP nur für WLAN-G spe­zi­fi­ziert ist und man so nicht die N-typi­schen hohen Daten­ra­ten erhält
  5. Die Rou­ter soll­ten ihre exter­ne IP nach Mög­lich­keit per DHCP bekom­men, weil ich so zen­tral am DHCP-Ser­ver bestim­men kann, wer wel­che IP erhält
  6. Ein extrem wich­ti­ger Hel­fer beim Set­zen der Acces­s­points ist ein Han­dy mit einem WLAN-Ana­ly­zer. Den gibt es für alle gän­gi­gen Mobil­platt­for­men.

Ande­res The­ma: Ist das mei­ne Auf­ga­be?

Nein. Aber wenn ich möch­te, dass mobi­les Ler­nen mög­lich wird, kann ich ent­we­der:

  • dar­auf war­ten, dass sich die uner­müd­li­cher For­de­rer poli­tisch durch­set­zen, so dass der Schul­trä­ger zum Han­deln gezwun­gen wird. Lei­der sehe ich wenig Einig­keit dar­über, was denn der Stan­dard sein soll oder in wel­chem Bereich er sich bewegt.
  • heu­te etwas tun, um die bestehen­de Situa­ti­on kon­kret zu ver­bes­sern. Dazu bedarf es nichts außer der Bereit­schaft in die­sem tech­ni­schen Bereich zu ler­nen — das Wis­sen dazu ist im Netz.
  • bei­des kom­bi­nie­ren

Rea­li­tät ist, dass sich ein­zel­ne Leh­rer zur­zeit aus Not selbst etwas bas­teln, z.B. mit dem mit­ge­brach­ten Hot­spot. Das kann ich auch und habe es lang so gemacht. Es nützt dem Sys­tem Schu­le m.E. aber über­haupt nichts. Die Abhän­gig­kei­ten wer­den nur ande­re. Daten müs­sen irgend­wo lie­gen, um aus­ge­tauscht zu wer­den. Eine Schul­cloud fin­de ich sym­pa­thi­scher als Web2.0-Dienste oder im bes­te Fall ange­mie­te­ten Webs­pace.

 

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13 Kommentare

  • Ich stel­le mir mei­ne Schu­le mit ca. 200 SuS, ca. 30 Kol­le­gIn­nen und einem WLAN eigent­lich lie­ber nicht vor. Da hät­ten im abso­lu­ten Ide­al­fall alle mit unbe­schränk­ter Daten­men­ge Zugang zum Netz. Da könn­ten die SuS web­ba­sier­te Sprach­la­bors betrei­ben und Video Tuto­ri­als pro­du­zie­ren, sprich „unter­wegs ler­nen” und „Wis­sen tei­len”.
    Abge­se­hen vom finan­zi­el­len wäre das kein Pro­blem. Aber dann! Wenn selbst Maria Kru­se nicht mit den Teil­neh­me­rIn­nen ein schu­li­sches Face­book auf­baut, son­dern einen Vor­trag hält — wie soll­ten dann wir ganz nor­ma­len Sekun­dar­leh­re­rIn­nen mit unse­ren SuS mobi­les Ler­nen pfle­gen kön­nen?

  • Beat, du kennst den Kon­text von Mari­as Vor­trä­gen nicht. Ich habe sowas schon ein­mal auf einer Schu­lung mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in einem ande­ren Kon­text gemacht und die­se haben danach ent­schie­de­ne, dass Face­book für ihr Anlie­gen kei­ne Opti­on ist (es ging um poli­ti­sche Arbeit und um Ver­net­zung unter Schü­ler­ver­tre­tun­gen).
    „Bei Face­book sind alle und es geht alles leicht” — das sind zwei Argu­men­te, die ich oft höre und bei denen sich mir die Fuß­nä­gel hoch­rol­len…
    Trotz­dem ist Face­book bei uns an der Schu­le (noch) nicht gesperrt und trotz­dem baue ich das WLAN wei­ter aus, damit dei­ne „unge­heu­re” Visi­on hier bald tech­nisch wahr wird (ca. in einem hal­ben Jahr). Mit der Tech­nik ist nichts erreicht — außer dass eine klei­ne Aus­re­de für die Ver­wei­ge­rung von der Netz­nut­zung weg­fällt. Die eigent­li­che Arbeit beginnt dann. Und wenn sich die­se dar­auf beschränk­te, auf Ober­flä­chen von Dritt­an­bie­tern her­um­zu­tou­chen und dort ver­meint­lich schnel­le Erfol­ge zu erzie­len, wäre das für mich per­sön­lich zu wenig.

  • >“Bei Face­book sind alle und es geht alles leicht” – das sind zwei Argu­men­te, die ich oft höre und bei denen sich mir die Fuß­nä­gel hoch­rol­len…

    Schü­ler abho­len, wo sie sind — aber da dann nicht ste­hen­blei­ben, son­dern anders­wo­hin gehen.

  • @Herr Rau
    Der Acker zum Wei­ter­ge­hen ist in NDS nur noch nicht bestellt. Es gibt hier schlicht und ergrei­fend kei­nen sys­te­ma­ti­schen, flä­chen­de­cken­den Infor­ma­tik­un­ter­richt, bzw. nur extrem ein­ge­schränkt. Man ver­sucht Anwen­dungs- und Hand­lungs­kom­pe­tenz (läuft unter dem Stich­punkt „Medi­en­kom­pe­tenz”) mit in die ande­ren Fächer zu inte­grie­ren, stößt jedoch ohne ein theo­re­ti­sches Fun­da­ment da oft an Gren­zen. Face­book ist also für einen Groß­teil der SuS „Infor­ma­tik”. Als Aus­gangs­punkt für Dis­kus­sio­nen auf der Meta­ebe­ne taugt das — aber es bewegt sich m.E. immer auf einem Niveau von „Wald­ar­bei­tern”, die zwar ein­zel­ne Bäu­me ken­nen un beklet­tern kön­nen, aber kaum etwas über die Öko­lo­gie des Wal­des wis­sen. Mehr Öko­lo­gen wären aber schon manch­mal nicht schlecht.

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  • Hal­lo Maik,
    habe erst­mal gro­ßen Dank für Dei­ne inter­es­san­ten Arti­kel!
    Ich selbst admi­nis­trie­re auch ein Schul­netz­werk und habe eine Fra­ge:

    Du schreibst, dass Du DD-WRT ein­setzt. Ist es damit mög­lich Nut­zer gegen einen Fre­e­Ra­di­us-Ser­ver zu authen­ti­fi­zie­ren? Jeder Schü­ler kann bei unse­rem Netz sei­nen Stan­dard-Account zur Anmel­dung nut­zen. Unse­re bis­he­ri­gen Acces­s­points WGL102 sind ein­fach zu teu­er, um den Netz­werk­aus­bau schnell zu einem (vor­läu­fi­gen) Abschluss zu brin­gen.

    Viel­leicht ein wert­vol­ler Tipp: Ich nutz­te Squid als Pro­xy und Delay-Pool, um das Her­un­ter­la­den zu steu­ern. Mit den Delay-Pools kann ich eine bestimm­te Men­ge schnell her­un­ter­la­den las­sen und danach dros­sel ich den Down­load. So ist das Her­un­ter­la­den von Fil­men und Musik für Schü­ler sehr unat­trak­tiv.

    Zu Face­book und co.:

    Ich hal­te exter­ne Clouds und Sozi­al­net­works für beden­kens­wert und leh­ne sie im schu­li­schen Umfeld aus daten­schutz­rech­li­chen Grün­den ab (Die­ses schließt alle mög­li­chen Diens­te wie LoNet, Bet­ter­Marks … ein).
    Außer­dem darf nicht der Zwang ent­ste­hen Face­book nut­zen zu müs­sen.
    Um den­noch Vor­tei­le der von Clouds … nut­zen zu kön­nen habe ich eine eige­ne own­Cloud auf­ge­setzt.

    Inter­es­sier­ten kann ich ger­ne Vir­tu­al­Box-Images für own­Cloud und Ether­pad-Lite zusen­den.
    (Die Soft­ware ist frei ver­füg­bar!)

  • DD-WRT kann natür­lich gegen RADIUS (wpa2-enter­pri­se) authen­tif­zie­ren. Auch bei uns wird es bald so sein, dass der Stan­dardac­count genutzt wer­den kann. Das läuft über Chil­lis­pot. Chil­lis­pot ist in DD-WRT ent­hal­ten — wenn der ver­wen­de­te Rou­ter aus­rei­chend RAM und Rechen­leis­tung hat — ein wenig ver­liebt bin ich zur­zeit schon in den TP-Link WR1043nd (ab 42,- Euro) oder den WNDR4000 (ab 85,- Euro) von Net­ge­ar (wenn es auch 5ghz sein darf). Als „Schman­kerl” kommt dazu, dass ich den Zugrif ent­we­der gerä­te­ba­siert (AP1 darf, AP2 nicht) oder/und nut­zer-/grup­pen­ba­siert steu­ern kann. Es ist sogar denk­bar, den Leh­rern die­se Steue­rung zu ermög­li­chen, weil das genau so wie im PC-Raum läuft, nur dass ein „Acces­s­poin­traum” „inter­net­frei” geschal­tet wird, z.B. bei Prü­fun­gen etc.. Per Kli­ckibun­ti.
    Das mit dem Delay­po­ol ist im Prin­zip eine gute Idee, wür­de in unse­rem Fall aber zu vie­le Din­ge erschwe­ren, z.B. den spon­ta­nen Medi­en­down­load aus dem Mer­lin­por­tal des Lan­des (bei muss bald nie­mand mehr wegen eines Fil­mes zur Medi­enstel­le lau­fen…). Wir erschla­gen das dem­nächst durch Band­brei­te (2x VDSL gekop­pelt).
    Ether­pad­Li­te läuft bei uns im Schul­netz, auf Own­cloud sind wir dank IServ nicht ange­wie­sen (der kann Web­DAV, SFTP, HTTP, HTTPS…). Dadurch, dass wir auf einer sehr gro­ßen Maschi­ne per ESXi vir­tua­li­sie­ren, kann man gefahr­los sehr viel aus­pro­bie­ren.

    • Hey, Dan­ke für die schnel­ler Ant­wort.
      Zu den Delay-Pools: die las­sen sich so ein­stel­len, dass ein Leh­rer einen grö­ße­ren Pool hat als eine Schü­ler und auch der Pool schnel­ler wie­der nach­ge­füllt wird. Somit sind kön­nen Leh­rer schnel­ler her­un­ter­la­den. Auch las­sen sich Pools für bestimm­te Rech­ner fest­le­gen.
      Wir haben „nur” DSL-100.000 da mache ich mir ein wenig Gedan­ken um ille­ga­le Down­loads.
      Sol­che Dif­fe­ren­zie­rung nach Per­so­nen und Grup­pen setzt natür­lich einen Pro­xy mit Authen­ti­fi­zie­rung vor­aus oder einen IP-Pool für Leh­rer­rech­ner. Das ermög­licht mir dann aber auch einen Sei­ten­fil­ter per­so­nen­spe­zi­fisch ein­zu­stel­len.
      Web­dav, … ist bei der Own­Cloud nicht das Wich­ti­ge, es gibt einen Cli­ent, der (wie bei Drop­box) eine Ver­zeich­nis syn­chro­ni­siert hält. IServ habe ich vor Jah­ren abge­schafft, damals gab es kein Druck­mo­dul, kei­nen Import von Sibank … das hat­te ich alles selbst geschrie­ben. IServ lief damals noch af Red­hat und irgend­wie nicht „rund”, erkann­te die Netz­werk­kar­ten nur als 10Mbit … Das wird sich geän­dert haben. Also nutz­te ich einen Linux-Ser­ver und habe alles an Modu­len selbst geschrie­ben, was wir so brau­chen.

  • Das Pro­blem an selbst­ge­schrie­be­nen Modu­len ist ja immer, dass sie oft an einer Per­son hän­gen. Mein Ursprungs­plan ging auch in die Rich­tung (der Ser­ver ist sogar so gekauft, dass er 50–100 Thin­cli­ents ver­sor­gen könn­te) — aller­dings muss ein Sys­tem auch dann lau­fen, wenn jemand von heu­te auf mor­gen aus­fällt. Außer­dem will ich mich nicht durch zu viel Herz­blut und Enga­ge­ment lang­fris­tig an eine bestimm­te Schu­le bin­den. Das geht bei selbst­ge­strick­ten Lösun­gen eher weni­ger bis gar nicht. Bei IServ gibt es in dem Fall eine Tele­fon­num­mer oder einen Mail­kon­takt.
    Klar kön­nen die Schü­ler theo­re­tisch sau­gen — aller­dings lässt sich ja auch bei ent­spre­chen­der Daten­schutz­ver­ein­ba­rung der ver­ur­sa­chen­de Account ermit­teln. Der Pro­xy läuft bei IServ trans­pa­rent und gerät­ba­siert — hat Vor- und Nach­tei­le. Ich könn­te also z.B. mobi­le Gerä­te in einen Delay­po­ol ste­cken — hm, schon ein guter Ansatz. Dan­ke dir.

    • Wenn Du Hil­fe brauchst … sag bescheid, ich bin immer an einem Erfah­rungs­aus­tausch inter­es­siert. Du hast mit Dei­nen Arti­keln mir schon viel gehol­fen!

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