Wasser auf meine Mühlen…

„Ich werde heute eine empirische Untersuchung vorstellen, nach der wir in der neunten Jahrgangsstufe eines nordrhein-westfälischen Gymnasiums eine Abitur-Leistungskursarbeit Biologie haben schreiben lassen – ohne jede inhaltliche Vorbereitung. Das Ergebnis war erschreckend, denn zwei Drittel Schüler hätten die Abiturarbeit bestanden, einer sogar mit einer Eins.“

Fundstelle: FR-online

Nun ist der gute Hans Peter Klein ursprünglich ein Gymnasiallehrer und damit für eine Vielzahl von Stereotypen prädestiniert – aber diese Studie deckt sich mit meinen subjektiven Erfahrungen in meinen Fächern hier in Niedersachsen.

Mein Spruch dazu letztens im Chemiekurs auf erhöhtem Niveau: „Ich bereite euch nicht auf das Abitur vor – ich möchte, dass ihr später im Grundstudium klarkommt“. In meinem Deutschkurs auf erhöhtem Niveau gab es in diesem Jahr auch einen satten Schnitt – nur: Das dazu notwendige Wissen hätte  wahrscheinlich auch in einem halben Jahr vermittelt werden können.

Vielleicht bin ich ein unglaublicher Miesepeter und freue mich nicht des eigenen „Erfolgs“. Vielleicht sind meine Ansprüche mittlerweile weltfremd, ich weiß es manchmal nicht mehr.

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9 Kommentare

  • Pingback: Lehrerzimmer » Archiv » Faktenwissen und Kompetenzen

  • (Verzeihung, ich habe das einfach für einen eigenen Eintrag geklaut. Danke für den Link.)

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  • Jan

    Ja… erm.. ich auch :-)
    Danke für den Link!

  • TwoEdgedWord

    Oh, von niemehrschule? Den Link hatte ich da bei „Abschlussinflation“ gepostet. Darf ich jetzt eingebildet sein, dass der so weite Kreise zieht :-)?

  • TwoEdgedWord

    Es geht weiter….
    Klein erwiedert die Erwiederung von Lind.
    Hab jetzt auf die Schnelle das Original nicht gefunden, daher ein Link zu den Nachdenkseiten….

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=6106

  • @TwoEdgedWord
    Ich darf eingebildet sein, als „weiter Kreis“ bezeichnet zu werden.

    Nach dem Lesen der Replik und der Gegenreplik und der Gegengegenreplik halte ich mich allmählich wieder für normal.
    Vor allem die eindeutige Wertung der „Kompetenzraster“ als hilflosen Versuch, das Unmögliche umzusetzen, beruhigt mich erheblich. Ich musste mich des Öfteren „schlagen“ lassen, von diesen Rastern nichts zu halten.
    Ich habe schon lange den Verdacht, dass mein Kompetenzbegriff ein ganz anderer als der oft kolpoltierte ist.

    Gruß und danke,

    Maik

  • Da bin ich auch versöhnt. Die Positionen liegen doch nah beieinander. Wie ich im Blog schon sagte, nicht überall, wo Kompetenz draufsteht, ist welche drin. Schön das hier:

    Bei aller Kritik an der Arbeit von Lehrern scheinen deren Aufgabenstellungen immer noch die bessere Alternative darzustellen (obwohl auch hier durch die Inflationierung von mündlichen und schriftlichen Prüfungen ein deutlicher Qualitätsverlust zu beklagen ist.)

    Und auch die kommunikative Kompetenz „seit einigen Jahren“ war schon zu meinen Studienzeiten vor zwanzig Jahren ein Schlagwort. Aber ja, so richtig angekommen ist sie in der Schule noch nicht. Daran ändert die jetzige Kompetenz-Bildungsstandard-Offensive aber nichts.

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