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Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

SMART-Board – Die Frucht des Bösen?

Donnerstag 13. August 2009 von Maik Riecken

Wir haben jetzt unsere ersten zwei SMART-Boards an der Schule erhalten. Ich habe im Vorwege sehr viel über interaktive Tafeln gelesen, wobei das Meiste eher negativ klang: Diese Boards würden unzeitgemäßen Frontalunterricht stärken, seien bloße technische Spielerei, nähmen Platz weg und müssten im Gegensatz zu einer klassischen Tafel technisch gewartet werden. Den letzten Punkt sehe ich nach meinen ersten Erfahrungen ein – obwohl bisher bei uns noch nichts gewartet werden musste.

Vorteil 1: Präsentation von Hausaufgaben

Heft des Schülers oder der Schülerin unter die Kamera legen, Knopf drücken, mit virtuellen Stiften im entstandenen Bild herum malen – radieren, es vielleicht als Musterlösung gleich im Moodlekurs speichern (/moodledata ist natürlich per WebDAV angebunden, “speichern unter” reicht also…). Das spart Zeit, die bei der klassischen Tafelpräsentation ungenutzt bleibt.Bei Deutschaufgaben können alle beim Vortrag mitlesen, es werden also mehr Lernkanäle angesprochen – dementsprechend dezidierter fallen die Rückmeldungen aus.

Vorteil 2: Ist die Tafel voll, erweitern wir sie oder nehmen eine neue Folie

Ich muss keine Schülerversion eines Tafelbildes mehr “wegschmeißen”. Ich kann bequem hin- und herschalten. Und wenn nicht alle den Anschrieb ins Heft übertragen können – so what. Speichern, drucken, verteilen (ich finde das Abschreiben von der Tafel trotz SMART-Board aber immer noch wichtig…). Ich mache auch gerne Stunden mit einem lenkenden Einstieg, auf den ich am Schluss zurückkomme – geht geschmeidig ohne Medienbruch. Wenn SuS mehr Aspekte finden als die Tafel hergibt – lass’ sie schreiben. Wir können beliebig erweitern, Dinge partiell wieder löschen, Handschriftliches hin- und herschieben (SuS können auch auf dem SMART-Board schreiben, jaja…).

Vorteil 3: SuS bei der Informationssuche im Netz zuschauen

Das ist ungemein spannend: Das SMART-Board dürfen SuS bei mir wie ein klassisches Hilfsmittel nutzen – dabei stellen sich meinerseits Erkentnisse ein, die so manches Referat erklären.

Vorteil 4: Kursportfolio

Gutes kommt gleich ins Mahara-Kursportfolio (WebDAV-Anbindung). In Heften versauert schon genug Potential.

Vorteil 5: Nie wieder konvertieren…

Filme, Mediadateien gleich im originalen Kontext zeigen – das spart Zeit zu Hause bei der Vorbereitung – Links z.B. auf Delicious sammeln…

Vorteil n: (tbc…)

Ich wurde dabei ertappt, wie ich mit dem Finger auf dem SMART-Board einen falsch gesetzten Punkt wegwischen wollte (bei gezücktem schwarzen Stift) – lustiger Effekt (der Finger malt dann auch schwarz, für solche Spielerein muss man dann unauffällig den virtuellen Schwamm ziehen…). Es ist für mich eine Tafel 2.0. Sie kann auch nur als Tafel 1.0 genutzt werden. Sie ist nicht frontaler als die Kreidetafel.- entsprechender Unterricht vorausgesetzt. Nur eines darf das SMART-Board nicht: Ausfallen. Das wäre dann wie eine Tafel, die von der Wand kippt… Ich fürchte, dass ich mich trotzdem an die Tafel 2.0 gewöhnen könnte…

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 13. August 2009 um 13:03 und abgelegt unter Aus der Schule. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

3 Kommentare über “SMART-Board – Die Frucht des Bösen?”

  1. Felix schrieb:

    Und wenn mal das echte SmartBoard nicht parat sein sollte, tut es auch ein Beamer mit WiiRemote. Ich nutze das inzwischen gelegentlich im Unterricht. Es ist kein vollwertiger, aber durchaus ausreichender Ersatz.

    René (http://www.blog.initiatived21.de/?p=2245) und ich (http://www.bluemac.de/blog/tag/wii/) haben ein wenig die Erfahrungen notiert.

  2. Maik Riecken schrieb:

    Das Tolle am SMART-Board ist aber, dass es der Erste morgens hochfährt, wenn er vor dem Kopieren in die Schule kommt (Windows verbringt ja viel, wenn nicht die meiste Zeit beim Hochfahren) und der Letzte am Nachmittag herunterfährt, d.h. man kommt in den Raum und kann arbeiten. Die Software dazu ist auch recht durchdacht und auf die Hardware abgestimmt. Die hochauflösende Kamera mit brauchbarem(!) automatischen Weißabgleich ist in dieses System super integriert.
    Ich mag kein Gebastel mehr. Ich will unterrichten und nicht kalibrieren, aufbauen usw. Deswegen nutze ich das Ding auch. Alles Andere würde ich schnell nach einer ersten Faszination blöd finden. Es könnte eine Alternative für Räume sein, wo schon ein Beamer aus der Decke wächst…

  3. Rückschau: Smartboard, Web2.0, Lesekonferenzen - riecken.de - Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule schrieb:

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