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Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

Class 2 Zertifizierung durch startssl

Donnerstag 2. September 2010 von Maik Riecken

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Heute habe ich es geschafft, von startssl Class 2 zertifiziert zu werden:

Das bedeutet, dass ich mir z.B. jetzt ein Wildcard-Subdomain Serverzertifikat für jede(!) meiner Domains durch startssl signieren lassen, also Dienste via SSL (https) anbieten kann. Was ich damit genau für die  Öffentlichkeit bzw. meine treuen Leser hier vorhabe, wird später verraten.

Beim bald anstehenden Serverwechsel unserer Schule werde ich auf jeden Fall alle Dienste auf SSL migrieren und so zumindest auf dem Kommunikationsweg zwischen Browser und unserem Server ein wenig mehr Sicherheit schaffen. Da wir viele Subdomains nutzen, hätten wir die immensen Kosten für Wildcardzertifikate von anderen CAs nicht bewältigen können. Somit fliegen bald keine Klartextpasswörter mehr zwischen unserem Moodle und dem Anwenderclient hin- und her. Was nützt ansonsten die SSHA-Verschlüsselung der Passwörter auf unserem Server?

Das Tolle an startssl: Deren Rootzertifikat ist in den meisten Browsern bereits integriert (beim IE ab Version 8), sodass beim Aufruf der jeweiligen Seite keine Warnmeldung, sondern lediglich das Schlosssymbol erscheint, welches dem Anwender die sichere Verbindung signalisiert.  Das halte ich für einen wesentlichen Vorteil gegenüber Cacert, obwohl mir deren Ansatz wesentlich sympathischer erscheint. Die Tatsache, dass alle wichtigen Browser das Rootzertikat integrieren, spricht m.E. für die Vertrauenswürdigkeit der CA (immerhin vertraue ich denen meine persönlichen Daten an), da gerade das Thema Sicherheit für die Browserhersteller integral ist.

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Nein, Moodle ist kein System für Schüler, es ist eines für Lehrkräfte

Montag 30. August 2010 von Maik Riecken

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Ich arbeite seit fast einem Jahr in meinem eigenen Unterricht kaum bis gar nicht mehr mit Moodle. Ich betreue noch immer eine Anzahl von Installationen, die aber allesamt primär keinen schülerzentrierten Ansatz verfolgen, sondern in der Hauptsache von den Bedürfnissen der “Macher” und nicht denen der Teilnehmenden getragen sind. Das einzige mir in meinem  direkten Umfeld bekannte halbwegs schülerzentrierte Moodlevorhaben im Schulkontext ist das europäische Comeniusprojekt meiner Schule. Lisa Rosa hat Moodle in einem Kommentar einmal als “Bevormundungsplattform” bezeichnet, was ich zum damaligen Zeitpunkt nicht in dieser Radikalität empfunden habe, nun aber etwas differenzierter sehe durch die Erfahrungen in der Arbeit mit Blogs.

Ist es nicht frappierend, dass auf ich auf moodle.org (ich dort schon lange unterwegs) so gut wie nie einen Bericht oder Erfahrungen aus Teilnehmendensicht gelesen habe? Wer bestimmt die Weiterentwicklung von Moodle? Der Teilnehmer oder die Lehrenden? Wessen Produkt und Wunsch sind z.B.  die neuen Conditional Activities, die für ebenso viel Supportbedarf wie das Rollensystem sorgen werden?

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Gruppenarbeit in großen Lerngruppen

Freitag 27. August 2010 von Maik Riecken

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Wer schon einmal probiert hat, in 30-33er Lerngruppen wie sie am Gymnasium hier in Niedersachsen üblich sind, Prozesse in Gruppenarbeit zu verlegen, steht vor einem Dilemma:

  1. Zu große Gruppen sind kaum mehr arbeitsfähig und leisten u.U. gerade das, was Gruppenarbeit auszeichnet, nicht mehr oder nur teilweise: Die Aktivierung von möglichst vielen SuS
  2. Zu viele Gruppen (mehr als fünf) sind Gift für die Auswertungsphase, in der Gruppenarbeitsergebnisse vorgestellt werden
  3. Arbeitsteilige Aufträge ziehen nur noch bedingt, da sich Problemstellungen selten auf sechs oder mehr verschiedene Einzelaspekte splitten lassen
  4. Innovativere Präsentationsformen in der Auswertungsphase (z.B. Blog- oder Wikieintrag) verlangen den Rezpienten, d.h. den SuS einiges ab und gerade Peer2Peer-Rezeption ist eines der Kapitel, was sich in Schule für mich immer sehr schwer organisieren lässt – außerdem sind PCs und Internet an der normalen deutschen Schule eher rar.
  5. Andere Sozialformen für die Auswertung (z.B. Gruppenpuzzle) eignen sich nach meine Erfahrung auch nur bedingt, wenn die Stammgruppen zu groß werden
  6. So oder so kommt man mit großen oder vielen Gruppen immer in Zeitnot aufgrund der Stundentaktung an der Schule

Da die Klassenfrequenzen in nächster Zeit nur unwesentlich sinken werden – die Rede ist von einer Absenkung des Klassenteilers auf 31 statt 33 – und zusätzlich die Gewinnung von qualifiziertem Lehrernachwuchs durch  “Presseveröffentlichungen” zumindest erschwert werden dürfte, muss man Lösungen für dieses Dilemma ersinnen: Ich möchte schließlich gerne Gruppenarbeit ermöglichen.

Daher gehe ich in meinen großen Lerngruppen mittlerweile so vor:

  1. Ich bilde (oder lasse bilden) Gruppen zu maximal vier SuS – also pro Lerngruppe bis zu acht.
  2. Die Gruppen erhalten arbeitsteilige Aufgaben.
  3. Mehrere Gruppen arbeiten an der gleichen Aufgabenstellung
  4. Während des Gruppenarbeitsprozesses schaue die Ergebnisse schon einmal an
  5. Ich übe mit den SuS vorher grundlegende Präsentationstechniken ein (die Gruppe vorstellen, von besonderen Herausforderungen während der Arbeitsphase berichten, d.h. z.B. Fragen mitbringen etc., nicht das erzählen, was eh schon auf der Folie/dem Plakat/… steht). Das hat den Vorteil, dass gerade bei kleinen Gruppen jedes Mitglied der Gruppe einen Teil übernehmen kann und allein dadurch der Vortrag gefälliger wird.

Die Präsentation läuft dann so ab, dass ich die Gruppen mit dem z.B. ersten Arbeitsauftrag zusammen vorstellen lasse und dabei dafür sorge, dass die Gruppe mit dem differenziertesten Ergebnis zum Schluss präsentiert. Danach sichere ich das Teilergebnis mit Hilfe des Plenums und gehe dann zum nächsten Arbeitsauftrag über.

Der Vorteil liegt für mich in dem ständigen Methodenwechsel und dem jeweiligen kleinen Spannungsbogen durch die sich steigernden Ergebnisse. Auch wird verhindert, dass eine Gruppe mit mäßigem Ergebnis nach der “Stargruppe” präsentieren muss – das ist schon bei Hausaufgabenvorträgen schwer, wenn z.B. die Klassenbeste zuerst gelesen hat. Im Notfall kann ich zusätzlich bei fehlender Zeit die Präsentation splitten, d.h. Teile auf den nächsten Tag verlegen.

Das funktionierte bei meiner letzten Dialoganalyse soweit ganz gut…

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Arbeitsblatt rund um Dichte und Volumeneinheiten

Dienstag 24. August 2010 von Maik Riecken

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… frisch dem PC entsprungen und im Blog für die Indizierung durch Suchmaschinen freigegeben. Für die Konservennutzer gibt es das Blättchen natürlich auch als OpenOffice- oder Word-Dokument. Bitte die Creative-Commons-Lizenz beachten…


Die Dichte von Stoffen berechnen

Das gleiche Volumen unterschiedlicher Stoffe kann eine ganz unterschiedliche Masse besitzen. Daher empfinden wir z.B. Quecksilber als „schwer“ und Wasser im direkten Vergleich dazu als „leicht“.

Wäre es möglich, von jedem Stoff genau einen cm³ (= 1mL) abzutrennen und auf eine Waage zu legen, könnte man eine bestimmte Masse ablesen.

Bsp.:

1cm3 Eisen wiegt 7,86g

1cm3 Wasser wiegt 1g

Anders formuliert:

Eisen wiegt pro cm³ 7,86g. Es besitzt eine Dichte von 7,86g/cm3 (7,86g pro 1cm3)

Wasser wiegt pro cm³ 1g. Es besitzt eine Dichte von 1g/cm3 (1g pro 1cm3)

Dichte:

Die Dichte ρ entspricht dem Zahlenwert der Masse von 1cm3 eines Stoffes – oder mathematisch ausgedrückt:

ρ = m / V [g/cm3]

(Dichte gleich Masse in Gramm durch Volumen in Kubikzentimeter)

Trägt man die Masse eines Stoffes auf der y-Achse und sein Volumen auf der x-Achse eines Diagrammes auf, ergibt sich eine Gerade, die umso steiler ist, je größer die Dichte eines Stoffes wird. Hier ein Beispieldiagramm für Sand und Wasser aus einem Schülerexperiment, inklusive Regression und Bestimmtheitsmaß.

Die Dichte von einigen Stoffen

Stoff Dichte [g/cm3] Stoff Dichte [g/cm3]
Gold 19,3 Blei 11,36
Kupfer 8,9 Messing 8,5
Eisen 7,86 Zink 7,13
Zinn 7,29 Aluminium 2,7
Glas 2,5 Beton 1,8-2,4
Graphit 2,1 Ziegel 1,9
Hartgummi 1,2 Buchenholz 0,73
Kork 0,25 Styropor 0,03
Salatöl 0,9 Spiritus 0,83
Benzin 0,7

Aufgabe 1:

Berechne anhand der obigen Tabelle, wie viel Masse das angegebene Volumen der jeweiligen Stoffe wiegt:

(a) 1cm3 Zink

(b) 1m3 Zink

(c) 10cm3 Eisen

(d) 5cm3 Aluminium

(e) 30cm3 Glas

(f) 2cm3 Messing

(g) 1km3 Styropor

(h) 2 Liter (dm3) Benzin

Aufgabe 2:

Der Scheich von Persien wünscht eine Kegelkugel aus massivem Gold mit einem Volumen von 5000cm3. Die angefragte Firma lehnt mit dem Hinweis auf die zu hohe Masse ab. Hat die Firma Recht?

Aufgabe 3:

Ein Tankwagen darf maximal 5t Benzin transportieren. Die Raffinerie pumpt 6000 Liter Benzin in den Tank. Ist der Tankwagen nun überladen oder nicht?

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Frühlings Erwachen, Aufklärungsszene

Dienstag 24. August 2010 von Maik Riecken

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Frau Bergmann Denk dir, Wendla, diese Nacht war der Storch bei ihr und hat ihr einen kleinen Jungen gebracht.

[...]

Wendla Ein Mann, Mutter – dreimal so groß wie ein Ochse! – mit Füßen wie Dampfschiffe…!

Frau Bergmann (ans Fenster stürzend) Nicht möglich! – Nicht möglich! -

2. Akt, 2. Szene

Diese beiden Textstellen stehen nicht zusammen, sondern sind durch ca. eine Seite Text eines recht sprunghaften Dialoges voneinander getrennt. Schüler, 9. Klasse (sinngemäß):

“Also Wendla macht doch hier genau das Gleiche, was die Mutter mit ihr macht. Sie tischt ihr eine Lügengeschichte auf und an der Mutter lässt sich erkennen, wie eine normale Reaktion darauf aussehen muss: Unglauben. Spannend ist doch auch, dass Wendla hier einen Rollenwechsel vornimmt: Sie handelt wie ihre Mutter, spiegelt quasi ihr Verhalten.”

Tatsächlich klärt Frau Bergmann ihre Tochter nicht auf, sie bekommt die “Influenza” (Schwangerschaft) , die durch Frau Schmitter “geheilt” (Abtreibung) werden muss – an den Folgen dieser “Heilung” (Infektion) wird Wendla sterben.

Da wir uns dem Thema Interpretation erst langsam nähern, hat mich insbesondere dieser für mich sehr neue Denkansatz zum “Knacken der Szene” umgehauen – so sehr, dass ich ihn hier einfach festhalten muss.

Ich kann den Text für eine leistungsstarke 9. Klasse immer wieder empfehlen, weil man sich in dem betreffenden Alter noch heute “so verhält” wie teilweise die Figuren des Dramas. Und wie man sieht, lässt sich daran eine Menge zeigen, weil es einfach inhaltlich, sprachlich und formal schön geschrieben ist.

Kategorie: Aus der Schule, Deutschunterricht | Keine Kommentare »

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